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Die Hoffnung stirbt zuletzt (Teil 2)—Bad Bank

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16
Andrea Schäfer Ben Jäger Kim Krüger OC (Own Character) Semir Gerkhan Sunsanna von Landitz
24.08.2020
30.11.2020
74
57.777
2
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21.11.2020 1.012
 
„Ach du heilige Scheiße“, wie sollte er Ben nur versorgen, wenn er ihm vorher keine Schmerzmittel geben konnte. Das würde er nie und nimmer durchstehen.
Jetzt wäre er dankbar, wenn er eine helfende Hand hätte, doch Jasper lag noch immer halb weggetreten auf der Matratze neben Ben. Er konnte ihn auch nicht einfach von der Matratze runterheben, denn der LKA-Mann war ebenfalls verletzt.
Somit breitete erst einmal alle von Sammy eingepackten Medikamente auf dem Boden aus.
Sie hatte mit Sicherheit die halbe Nacht damit verbracht, ihm haargenau zu beschreiben, wie er die Medikamente richtig einsetzte musste.
Zu jeder Packung hatte sie einen Zettel geschrieben, so dass auch ein Laie keinen Fehler machen konnte. Praktisch Idiotensicher!
Das wichtigste waren wohl die Antibiotika, gegen die Entzündung und der Tropf damit Ben Flüssigkeit zugeführt wurde. Zahlreiches Verbandsmaterial mit Jodlösung und eine Lösung zur Wundreinigung.
Da Sammy wußte, dass Ben sich ständig erbrach, sollte das Antibiotikum über einen Zugang in Bens Venen gelangen.
„Ben du musst wach werden, du musst jetzt etwas mithelfen.“ Flehte Semir seinen verletzten Freund an. Wie sollte er denn Ben einen Zugang legen. Panik ergriff ihn und seine Hände begannen unkontrolliert zu zittern. „Toll, Ben hält nicht still und meine Hände auch nicht.“ war er den Tränen nahe.
Plötzlich öffnete sich die Türe und Magdalena kam herein. „Semir, sie benötigen bestimmt meine Hilfe,“ zwinkerte sie ihm kurz zu und platzierte sich kurzerhand neben dem fiebernden Ben.
Die Anleitung für den Zugang war von Samantha so gut beschrieben, dass Ben nach kurzer Zeit einen perfekt sitzenden Zugang in der Armbeuge seines gesunden Armes stecken hatte.
„Magdalena, Ben braucht dringend Schmerzmittel, Swen hat sie mir weggenommen, da ich nicht alle Diamanten holen konnte.“ Klärte er die zierliche Frau auf. „Ich werde nachher mal schauen, was ich für ihren Freund machen kann.“ Etwas abschätzig schaute sie auf den neben Ben liegenden Jasper. Semir erkannte den Hass in ihren Augen, den sie gegen ihn hatte, sagte jedoch nichts dazu.
Jasper hatte ihren Mann erschossen, in gewisser Weise konnte er sie verstehen. Er fragte sich kurz, wie so eine Frau an so gemeingefährliche Typen geraten konnte. Aber wie heißt es so schön „wo die Liebe hinfällt“.
Als Ben bemerkte, dass sein Freund zu ihm zurück gekommen war, wurde er merklich ruhiger und öffnete zeitweise sogar kurz die Augen.
Der Blick seines jungen Kollegen, war so voller Schmerz und ein stummer Schrei nach Erlösung spiegelte sich in seinen traurigen Augen.
„Ben, du musst durchhalten, bald wird es besser.“ Er hätte ihm so gerne gesagt, dass die Schmerzen gleich nachlassen würden, doch ohne die von Swen konfiszierten Schmerzmittel musste sein Freund auch weiterhin leiden.
Vielleicht konnte Maggi ihren Schwager überzeugen.

Ihr Schwager war manchmal schon ein richtiger Stein. Klar hatte er einen unbändigen Groll auf diesen Ben Jäger, doch er sollte auch bedenken, dass wenn er stirbt, sein Kollege rein gar nichts mehr machen würde.
Ihr kamen nun ein wenig Zweifel, ob sie Swen einzuschätzen wußte. Normalerweise konnte sie alles von ihm haben, sie hatte schon lange die Vermutung, dass er in sie verliebt war. Wenn sein Bruder nicht mit ihr verheiratet wäre, hätte er wahrscheinlich versucht sie zu erobern.
Doch für sie war Swen nur wie ein großer Bruder, den sie auch liebte wie einen großen Bruder. Sie mußte zugeben, dass er verdammt gut aussah. Swen war ein nordischer Typ, seine Statur glich einem Hünen, er hatte strohblonde kurze Locken und ein markantes Gesicht mit stahlblauen Augen. Seit sie ihn kannte hatte er noch nie eine Freundin gehabt.
Eigentlich kam sie aus einem guten fürsorglichem Elternhaus. Ihre Mutter war immer für sie da und kümmerte sich um sie und ihre kleine Schwester. Ihr Vater war ein bisschen ein Brumbär, genau wie Swen, aber immer liebevoll. Er nahm sich trotz seines stressigen Jobs abends und am Wochenende immer Zeit für seine Familie.
Ihr Vater musste hart für sein Geld arbeiten und wollte für seine Frau und seine Töchter immer nur das Beste.
Trotzdem geriet sie während ihrer Schulzeit an die falschen Freunde, sie nahm Drogen, rauchte und trank viel Alkohol. Sie befand sich in einer Abwärtsspirale aus der es keinen Ausweg gab.
Ihr spießiges Elternhaus erdrückte sie immer mehr und sie zog im Streit von zu Hause aus. Unterschlupf fand sie bei ihrer Freundin, welche ebenfalls Drogen nahm. Sie geriet immer an Typen, die sie nur ausnutzten, schlugen und mit ihr Sex wollten.
Der Kontakt zu ihren Eltern brach dann endgültig ab und sie hielt sich mit Aushilfsjobs über Wasser.

Eines Tages traf sie ihn. Er stand plötzlich vor ihr und es war sprichwörtlich „Liebe auf den ersten Blick“. Thies war ebenso wie sein Bruder ein muskulöser gut aussehender Mann. Seine blonden langen Locken hingen ihm wild ins Gesicht und sein umwerfendes Lächeln ließ Maggi immer wieder dahinschmelzen. Er war es, der Magdalena aus dieser Abwärtsspirale zog und sie bedingungslos liebte. Er stand den Entzug mit ihr durch und machte ihr einen wunderschönen, romantischen Heiratsantrag. Vor allem war er immer ehrlich zu ihr und machte nie ein Geheimnis aus seinen Geschäften mit seinem Bruder. Für sie war es nie ein Thema, die Liebe zu ihm war unendlich. Und auch die Opfer machten ihr nichts aus. Sie kannte keinen dieser Menschen und darum ließ sie ihr Tod kalt. Wahrscheinlich lag es daran, dass sie mit dem Drogenentzug durch die Hölle gegangen war.
Aber jetzt war alles anders, Thies war tot und sie hatte nur noch ihren Schwager. Er würde mit ihr ins Paradies gehen, sie und ihr Baby würden ein schönes Leben führen. Ein Leben von dem sie schon immer geträumt hatte.
Jedoch würde ihr Kind ohne Vater aufwachsen, doch sie wußte, dass Swen ein toller Onkel werden würde. Wieder keimte der Hass auf Jasper auf, doch sie wußte, dass er dafür büßen musste. Swen würde ihn nie am Leben lassen.
Eigentlich sollte sie den selben Hass für diesen Ben Jäger hegen, doch irgend etwas hatte dieser junge Mann an sich, was sie magisch anzog.
Sie musste Swen dazu bringen, dass er ein wenig von den Schmerzmitteln herausrückte. Sie würde es nachdem sie ihn versorgt hatte versuchen.







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