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Unvergessen

von Applepie
OneshotFreundschaft, Schmerz/Trost / P12 / Gen
23.08.2020
23.08.2020
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Hallo ihr lieben Leser,
wie schön, dass es euch hier her verschlagen hat ;)
Nur selten hat mich eine Projekt-Idee aus dem Forum so sehr gepackt wie diese, daher folgt nun mein Beitrag für das Projekt Parting Glass von Aieda, bei dem es darum geht, einen selbst gewählten Charakter auf eine Beerdigung gehen zu lassen.
Die Pflichtvorgaben bestanden darin, dass auf der Beerdigung eine Person anwesend sein soll, mit der die Hauptfigur nicht gerechnet hat und dass die Figur mit mindestens einer Person auf der Beerdigung interagiert.
Aus den Wahlvorgaben habe ich mir ein Zitat, einen Ort des letzten Treffens und ein Lied herausgesucht und in die Kurzgeschichte eingebaut.
Über Feedback würde ich mich natürlich freuen :)


oOo



Liebe Cora,

deine Mutter weint. Dein Vater tätschelt ihr ein wenig unbeholfen die Schulter und ich habe den Eindruck, als wären beide in Gedanken zu weit weg, um sich übereinander aufregen zu können, wie sie es sonst bei jeder ihrer Begegnungen zu tun pflegten.
Neben deiner Mutter sitzt dein Stiefvater und hat eine Sonnenbrille auf der Nase.
Du hast immer gesagt, dass Menschen, die am helllichten Tag und drinnen eine Sonnenbrille trügen entweder blind, undercover unterwegs oder einfach Idioten seien. Während ein Spion inkognito wenigstens noch etwas Spannendes und Geheimnisvolles an sich hätte, scheint dein Stiefvater sich wohl eher in die letztere Kategorie einordnen zu lassen.
Ich kann das überdimensionierte Modell seiner Sonnenbrille von meinem Platz aus sehen, wenn er den Kopf dreht. Und das tut er ziemlich oft. Ob ihn die Beerdigung langweilt oder er von der Architektur der kleinen Kirchenkapelle fasziniert ist, kann ich nicht erkennen.
Du würdest sie vermutlich weder als faszinierend noch schön bezeichnen, sondern bloß den Mund verziehen. In den Ecken ballen sich große graue Spinnwebschleier zusammen und die Buntglasfenster müssten dringend geputzt werden. Es riecht ein bisschen nach Moder und kaltem Weihrauch.
Der weltliche Redner, den deine Eltern für die Trauerfeier engagiert haben, wirkt nett. Er hat mir vor Beginn der Rede die Hand geschüttelt und mir sein Beileid ausgesprochen. Seine Schläfen sind bereits ergraut und du würdest sie vermutlich als ‚Silberecken‘ und ‚irgendwie sexy, wenn der Mann nicht auf die Hundert zugehen würde‘ bezeichnen.
Gerade spricht er über dich. Wie fröhlich du warst, beschwingt und lebenslustig.
Ich kann dich beinahe in mein Ohr flüstern hören: ‚So ein Quatsch. Ich war doch kein auf einer Zuckerguss-Wiese umherhüpfendes Regenbogen-Einhorn.‘
Der Mann hinter dem Rednerpult scheint da andere Angaben bekommen zu haben. „Cora Adler war ein heiterer und herzensguter Mensch, die sich stets um das Wohl ihrer Mitmenschen gesorgt hat.“
Wenn du hier - und noch lebendig - wärst, würdest du vermutlich aufspringen, anklagend mit dem Finger nach vorne zeigen und rufen: ‚Einspruch, Euer Ehren! Die Betrauernde war nie eines dieser einfach gestrickten Mädchen. Erzählen Sie lieber etwas über ihr Engagement bei Green Peace, die Selbstfindungsreise auf dem Jakobsweg oder meinetwegen auch darüber, wie sie mit Feuerwerkskörpern den Briefkasten ihres Ex gesprengt hat, weil dieser Arsch die ganze Zeit noch eine Andere hatte!‘
Dein Faible für Anwaltsserien habe ich zwar nie geteilt, doch ich muss zugeben, dass du seit jeher die Dramatischere von uns beiden warst.
Es ist eine seltsame Mischung aus stillem Lachen und Seufzen, die sich einen Weg aus meinem Mund bahnt.
Ist der Tag im Kindergarten, an dem du mir die Schaufel auf den Kopf geknallt und ich dir als Rache Kaugummi in die Haare geklebt hatte, wirklich schon fast dreißig Jahre her? Seitdem waren wir - auch ohne Beulen und kahl rasierte Stellen am Hinterkopf - ein Herz und eine Seele.
Als Alisia Müller mich in der dritten Klasse blöde Brillenschlange nannte, hast du ihr komplettes Schließfach mit Sekundenkleber beschmiert und Gummi- und Plastikschlangen darin verteilt.
Als ich mit siebzehn meinen ersten Liebeskummer durchmachte, hast du mir wortlos eine Familienpackung Eiscreme und zwei Löffel hingehalten und stundenlang mit mir geweint - einfach aus Solidarität.
Du warst es, die mich bestärkt hat, mein langweiliges Germanistik-Studium an den Nagel zu hängen und mich stattdessen meiner Leidenschaft des Schreibens zu widmen.
Und du warst es auch, die mich zu der Party überredet hat, auf der ich von der freien Stelle bei einer renommierten Zeitschrift erfahren habe, für die ich bis heute als Kolumnistin arbeite.
Du hast mich stets angetrieben und warst immer an meiner Seite. Als bedingungsloser Unterstützer, einfühlsamer Zuhörer, nicht selten als enthusiastischer Motivator oder erbarmungsloser Drill-Sergeant.
Ich glaube, ich habe mich nie bei dir für all diese Dinge bedankt.

Scharfe Splitter bohren sich in meinen Brustkorb und es fühlt sich so an, als würde gleichzeitig die Luft aus meinen Lungen gepresst.
Obwohl das Thermometer in den letzten Wochen nur selten unter die Dreißig-Grad-Marke gefallen war und bereits jetzt, in den frühen Vormittagsstunden, schon die drückende Schwüle eines Spätsommer-Tages unheilvoll in der Luft liegt, ist mir eiskalt. Automatisch beginne ich über meine Arme zu streichen, auf denen sich eine Gänsehaut gebildet hat.
Der Platz neben mir erscheint merkwürdig leer, obwohl zu meiner Linken eine deiner zahlreichen Cousinen und zu meiner Rechten einer deiner Freunde aus dem Fußballverein sitzt. Es ist seltsam und bedrückend, dich nicht mehr an meiner Seite zu wissen.
Unauffällig werfe ich einen Blick in die Runde. Viele sind zu deiner Beerdigung erschienen, Cora. Manche Gesichter sind mir so vertraut, als gehörten all die Tanten und Onkel zu meiner eigenen Familie. Andere Personen hingegen kann ich nur vage als deine Arbeitskollegen identifizieren.
Als deine ehemaligen Arbeitskollegen, rufe ich mir ins Gedächtnis.
Dass du nie wieder in dein kleines Büro wirbeln, dir eine der Kameras schnappen und dich voller Begeisterung auf das nächste Werbeshooting stürzen wirst, kann ich immer noch nicht glauben.
Genauso wenig wie ich begreifen kann, dass dein dreißigster Geburtstag, den ich seit fast einem Monat plane und der nicht nur eine riesige Erdbeertorte, sondern auch einen Stripper beinhaltete - die Werbebanner mehr oder weniger seriöser Internetseiten werde ich sicherlich nie wieder los -, nicht stattfinden wird.
‚Wenn ich schon dreißig werde und noch Junggesellin bin, muss das doch groß gefeiert werden!‘, hast du gelacht und mir die Traditionen um das Treppenfegen und Klinkenputzen erklärt.
Jetzt wirst du für immer neunundzwanzig bleiben.

Ich drehe den Kopf wieder nach vorne und wünschte plötzlich, ich hätte ebenfalls eine Sonnenbrille, um meine Augen zu verdecken.
Der Redner beschreibt gerade deinen beruflichen Werdegang. Wie du deine Leidenschaft des Fotografierens zum Beruf gemacht hast und darin aufgegangen bist. Egal ob Familienfeiern, Hochzeiten, Passbilder oder Werbekampagnen - du hast mit ansteckender Begeisterung die schönsten Momente eingefangen.
Ich spüre einen heftigen Stich, wenn ich daran denke, dass niemand je dein lachendes Gesicht hinter der Kamera auf einem Foto festgehalten hat.
Während der Redner sich verbal von deinem Beruf zu Familien- und Freundeskreis hangelt, driften meine Gedanken zurück zu der Zeit, in der wir uns beinahe aus den Augen verloren hätten.
Wir schworen uns, selbst nach unserem Schulabschluss, den Ausbildungen an verschiedenen Orten und der Tatsache, dass viele Kilometer uns voneinander trennten, beste Freundinnen zu bleiben. Doch es war gar nicht so einfach, den Kontakt zu erhalten, wenn man sich nicht mehr nur auf das Fahrrad schwingen und fünf Querstraßen weiter radeln musste, um einander zu sehen.
‚Der wahre Wert einer Freundschaft besteht darin, sie zu bewahren.‘
Deine Worte spuken mir durch den Kopf. Mit ihnen auf den Lippen und einer gepackten Tasche standest du kurz nachdem du deine Ausbildung zur Fotografin abgeschlossen hattest, plötzlich vor meiner Haustür und meintest, es wäre mal wieder Zeit, spontan zu verreisen. Nur wir beide. Ohne feste Freunde, ohne Plan und Budget.
Ich weiß noch, wie du den Kopf in den Nacken geworfen und laut gelacht hast, als ich entgeistert meinte, dass das verrückt wäre.
‚Lass uns verrückt sein, Emmi‘, sagtest du - und keine zwei Stunden später waren wir auf dem Weg ins Unbekannte.
Das Wochenende in Prag war wunderschön. Ich werde nie vergessen, wie wir die Luftmatratzen auf einen Seitenfluss der Moldau geworfen haben und über das Wasser trieben. Mit der wärmenden Sonne auf unserer Haut und den plätschernden Wellen unter uns.
Wie du dem Verkäufer an einer der Imbissbuden diese unglaublich leckeren gefüllten Teigstücke abgeschwatzt hast, wolltest du mir bis heute nicht verraten.
Ich kann uns beinahe noch vor mir sehen. Wie wir über die Karlsbrücke schlendern, die in der Abenddämmerung golden glühte und wie du fast eine viertel Stunde darauf verwendet hast, einem asiatischen Touristen die Funktionen deiner geheiligten Spiegelreflexkamera zu erklären, bevor du ihn damit ein Foto hast schießen lassen.  
Das eingerahmte Bild, auf dem wir beide Arm in Arm auf der alten Brücke stehen und lachen, hat seitdem einen Ehrenplatz auf meiner Kommode.

Meine Gedanken werden durch die Stimme des Redners zurück in die Gegenwart gelenkt.
„… sie geht nun einen Weg, bei dem wir nicht bei ihr sein können.“
Ich wische mir über die Augen und schaue nach vorne.
Unwillkürlich beginne ich mich zu fragen, ob du wirklich in diesem hässlich grau-braunen Kasten liegst. Denn wie sollten deine ellenlangen Beine, um die ich dich immer beneidet habe, dort Platz finden? Ich hoffe, du hast deine Angst vor engen Räumen inzwischen überwinden können, denn die Holzkiste bietet in etwa so viel Bewegungsfreiheit wie eine Streichholzschachtel.
Du wolltest immer, dass dein Sarg wie der von Schneewittchen aus Glas und von weißen Blumen umrankt sein sollte, sodass dich alle noch einmal hübsch zurechtgemacht sehen können.
‚Außer, wenn ich alt und verschrumpelt bin - dann klapp den Deckel ruhig zu.‘
Aus einem Radio, das du vermutlich als vorsintflutlich bezeichnen würdest, dringen die ersten zarten Töne von Amazing Grace.
Ich muss schlucken. Nicht, weil mir ein Kloß der Rührung im Hals sitzt, sondern weil deine Mutter meine stundenlangen Überredungsversuche offenbar erfolgreich ignoriert hat. Dabei habe ich mir den Mund fusselig geredet, sie mögen auf der Beerdigung dein Lieblingslied spielen. Schließlich warst du schon so viele Jahre heimlich - und ehrlich gesagt auch unheimlich - in den Leadsänger der Band verknallt.
Doch deine Mutter fand wohl, dass Panic! At The Disco nicht angemessen für eine Trauerfeier wäre. Vielleicht trug sie mir auch noch unseren Streit im Krankenhaus nach.
Wenn sie wüsste, dass du jeden in deiner Umgebung monatelang mit den Klängen zu High Hopes genervt hast und selbst ich irgendwann den Text fehlerfrei mitsingen konnte, hätte sie vielleicht nicht das älteste Klischee des Trauerfeier-Sektors bedient.
Du hast Klischees gehasst, Cora. Mit Händen und Füßen hast du dich gegen jeden Stereotypen gewehrt, den man dir aufdrücken wollte. Hieß es, dass Mädchen am liebsten rosa trügen, liefst du monatelang nur noch in blauen Klamotten herum. Wenn sich die Jungen und Männer in deinem Umfeld mal wieder darüber ausließen, dass Frauen keine Ahnung von Fußball hätten, warst du die Erste auf dem Platz, die ein Tor schoss und diejenige, die alle Bundesliga-Ergebnisse herunterbeten konnte.
Und dabei bliebst du immer du selbst. Ich erinnere mich an keinen Tag, an dem du dich verstellt hättest, um jemand anderem zu gefallen.
Ich habe dich für deine Unabhängigkeit und deinen Mut bewundert. Du warst so stark und wirktest so unzerstörbar.
Wer hätte wissen können, dass es ein rotlackierter Dreitürer sein würde, der bewies, dass nicht einmal die Stärksten unter uns vor der grausamen Willkür des Schicksals gefeit waren?

Das Auto erfasste dich an der letzten Biegung der Straße, die direkt an deiner Wohnung vorbeiführt und die wir schon so oft zusammen überquert hatten.
Ob der Wagen zu schnell fuhr, die blühenden Fliederbüsche auch das letzte bisschen Sicht auf die nachfolgende Kurve störten, der Fahrer für den Bruchteil einer Sekunde abgelenkt oder ob es einfach ein Zufall war, dass ausgerechnet du gerade einen Fuß auf die Fahrbahn gesetzt hattest, weiß ich bis heute nicht. Vielleicht war es eine Mischung aus all diesen Dingen, die dazu führten, dass die Nachbarn an jenem späten Nachmittag des vierten Augustwochenendes erst das Quietschen von Bremsen, einen dumpfen Aufprall und etwas später die laute Sirene eines Krankenwagens in ihrer sonst so ruhigen Straße hörten.
Als deine Mutter mich am selben Abend anrief und mit zitternder Stimme die Adresse des Krankenhauses nannte, war ich wie gelähmt.
Ich konnte nichts mehr fühlen, nicht einmal wie mir das Telefon aus der Hand glitt und auf dem Boden aufschlug; nichts mehr hören, denn in meinen Ohren toste ein Sturm - nicht einmal mehr zum Denken war ich in der Lage.
Wie ich die nächsten Stunden, eine Autofahrt ohne Pausen und ohne Musik überstand, kann ich nicht rekonstruieren. Mein Körper funktionierte nur noch, war Sklave von Impulsen, die notwendig waren, um zu dir zu kommen. Gas geben, Blinken, Kupplung treten, Gang wechseln, Weiteratmen.
Erst als ich auf der Intensivstation ankam und dich in diesem Bett liegen sah, dein Gesicht aschfahl und kaum von der Farbe der Kissenbezüge zu unterscheiden, traf mich die grausame Realität wie ein Keulenschlag.
Die Erleichterung, als ich deinen Brustkorb sich heben und senken sah, währte nur kurz.
„Sie wird künstlich beatmet“, erklärte mir die Nachtschwester. „Sie kann nicht selbstständig Luft holen, weil ihr Gehirn keine Signale mehr an ihre Lungenmuskulatur aussenden kann.“
Hirntod. Man hört diesen Begriff so häufig, dass man vergessen konnte, dass zu ihm warme Haut und ein noch lebender Körper gehörten. All das Wissen um deine Nerven, die nicht mehr in der Lage waren, miteinander zu kommunizieren, ließ sich einfach nicht mit dem Bild in Verbindung bringen, das ich vor mir sah.  
Es wirkte, als könntest du jeden Moment die Augen öffnen, dich aufsetzen, dir verwirrt mit den Fingern durch die blonden Locken kämmen und fragen: ‚Warum um alles in der Welt trage ich diesen abscheulichen Krankenhaus-Kittel?‘
Nur am Rande bekam ich mit, wie auch dein Vater eintraf. Zusammen mit deinen Eltern saß ich an deinem Bett und weinte mit ihnen. Deine Mutter hielt deine blasse Hand und betete. Auch wenn du es mir übelnehmen würdest, habe ich darauf verzichtet, sie erneut darauf hinzuweisen, dass du seit deinem zehnten Lebensjahr überzeugte Atheistin warst.  
Alles zog wie in einem viel zu langen Film an mir vorbei, bei dem man das Ende herbeisehnt, aber dennoch nicht vorspulen oder ausschalten kann, weil einem die Fernbedienung entrissen wurde.
Viele zähe Stunden und ärztliche Tests später wurden deine Eltern in ein gesondertes Zimmer beordert, in dem man sie über deinen Zustand informierte und die niederschmetternde Prognose stellte, dass du vermutlich nicht mehr aufwachen würdest.
Deine Mutter nannte den zuständigen Arzt in ihrer blinden Wut einen herzlosen Egomanen, als die Frage nach einer möglichen Organspende aufkam.
Du warst an jenem Tag allein unterwegs und hattest weder ein Handy noch dein Portemonnaie samt Ausweisen dabei, als die Rettungskräfte eintrafen. Nur deine Spiegelreflexkamera wurde zerschmettert am Straßenrand geborgen.

Während deine Eltern vor der Zimmertür diskutierten, saß ich an deinem Bett und hielt deine Hand. Ich bemerkte ein Zwicken in meinem Magen, das seit der Erwähnung einer Organspende von Minute zu Minute unangenehmer wurde.
Die Gedanken wirbelten wild in meinem Kopf herum. Immer wieder rüttelte ich an deinem Arm; verzweifelte Versuche, dich aus diesem Schlaf zu wecken, der keiner war.
Ich flehte dich an aufzuwachen, aber deine Lider blieben geschlossen.
Auch wenn mir die Konsequenzen nur langsam und mit der Trägheit letzter Tropfen an einem Wasserhahn in meine Gedanken tröpfelten, wusste ich, dass deine Eltern gerade dabei waren, die falsche Entscheidung für dich zu treffen.
„Du hast doch keine Ahnung, Emily!“, herrschte deine Mutter mich an, als ich sie etwas später auf den Krankenhausflur bat, um in Ruhe mit ihr zu reden. „Das ist mein Kind in diesem Bett und sie atmet noch!“ Ihr unmerklich zitternder Finger deutete auf dein Zimmer.
Ich weiß nicht, wie es dazu kam, aber an diesem Tag hatte ich das erste Mal keine Angst mehr vor ihrer gebieterischen Stimme und der autoritären Haltung. Es ging um wichtige - lebenswichtige - Entscheidungen, die deine Eltern nicht fällen konnten, ohne alle Informationen zu kennen.
Wie hätte ich mich in dieser Lage von meiner Schüchternheit und Unterwürfigkeit gegenüber deiner strengen Mutter behindern lassen können? Also baute ich mich zum ersten Mal in meinem Leben vor ihr auf und erklärte sachlich, aber sehr bestimmt, dass es dein Wunsch gewesen sei, deine Organe zu spenden.
Daraufhin starrte deine Mutter mich an, als hätte ich den Verstand verloren. Ich ahnte bereits, dass Erklärungen meinerseits hier kein Gehör finden würden, da ich als deine beste Freundin zwar deine Hand halten durfte, aber als jemand, der nicht mit dir blutsverwandt ist, keinerlei Mitspracherecht oder gar Entscheidungsgewalt besaß.  
Deine Mutter und ich fuhren gemeinsam zu deiner kleinen Wohnung. Der Ersatzschlüssel lag wie immer unter der Tonfigur eines Frosches, den du in einer deiner kreativen Phasen getöpfert hast, und den dein Exfreund gerne als schielende Kröte bezeichnete.
Es dauerte eine Weile bis ich dein Portemonnaie in der blau geblümten Umhängetasche fand, die achtlos in der Küche über einer Stuhllehne hing. Als könntest du jederzeit hereinwirbeln und sie dir schnappen. Und obwohl ich wusste, dass wir das einzig Richtige taten, fühlte ich mich wie ein gemeiner Dieb, der ohne Erlaubnis in ein fremdes, wenn auch ganz und gar nicht unbekanntes, Haus eindrang.
Als ich deiner Mutter schließlich deinen ausgefüllten Organspendeausweis vor die Nase hielt, dachte ich erst, sie würde wütend werden und mit zusammengepressten Lippen aus dem Haus stürmen. Stattdessen fing sie an zu weinen.
Ich half ihr, sich auf einen der Stühle zu setzen und war bereits auf der Suche nach einer Tasse und Teebeuteln. Hoffentlich hat es dir nichts ausgemacht, Cora, dass ich ihr einen deiner Baldriantee-Passionsblüten-Mischungen, auf deren Wirkung du geschworen hast, eingeflößt habe.
Nachdem die letzte Träne getrocknet war, stützte deine Mutter den Kopf in die Hände, starrte auf den unterschriebenen Ausweis und murmelte vor sich hin: „Warum hat sie mir nur nie etwas gesagt?“
Wahrscheinlich war das der Moment, in dem ich mir selbst einen Stuhl heranzog und ihr von dem Abend vor etwa vier Jahren erzählte.
Meine Großmutter war gerade gestorben und du kamst mit zu mir nach Hause, weil du wohl instinktiv gespürt hast, dass ich an diesem Tag nicht allein in einer neu eingerichteten und frisch tapezierten Wohnung sein konnte.
Also saßen wir auf dem Sofa und starrten für eine ganze Weile die noch blütenweißen Wände an. Krankenhäuser machten mir eine sehr viel größere Angst als dir, doch an diesem Abend warst auch du ungewöhnlich still und nachdenklich.
‚Ich will das so nicht‘, meintest du irgendwann, als wir anfingen, darüber zu reden. ‚Im Krankenhaus vor mich hinvegetieren, von Schwestern gewendet werden, weil ich mich sonst wundliege. Das ist doch kein Leben mehr.‘ Du hast den Kopf so stark geschüttelt, dass deine Locken flogen. ‚Dann lieber den Stecker ziehen. Und wenn es noch etwas von mir zu verschenken gibt, dürfte man mich gerne nochmal aufschneiden.‘
Ich weiß noch, dass du über meinen erschrockenen Gesichtsausdruck gegrinst hast. ‚Emmi, guck nicht so schockiert. Stell dir vor, du kannst auf diese Weise Leben retten, obwohl du tot bist. Das grenzt doch beinahe schon an ein Wunder oder Superkräfte.‘
Es wurde ein langer Abend und eine noch längere Nacht, in der wir uns über die Bedingungen von Organspende informierten, Dokumentation anschauten und Verschwörungstheorien im Internet lasen. Während ich die Vorstellung, dass mein Herz in einer anderen Brust weiterschlagen würde, unheimlich und bizarr fand, warst du Feuer und Flamme. ‚Fast jeder ist doch bereit, ein fremdes Organ anzunehmen, wenn es ihn rettet. Aber wie scheinheilig wäre es, wenn man im Gegenzug nicht auch gewillt ist, etwas zu geben?‘
Schon merkwürdig, dass es schlussendlich ein Zitat aus einer der zahlreichen Informationsbroschüren war, welches deine Mutter den Kopf heben ließ.
»Was wir für uns selbst tun stirbt mit uns. Was wir für andere tun und für die Welt
ist und bleibt unsterblich« von Albert Pine.
Als ich zu ihr sagte, dass du eine Heldin wärst, hat sie sogar gelächelt.

Doch trotz der Gewissheit über deine Wünsche und mit der Erkenntnis, dass du nicht mehr aus eigener Kraft aufwachen würdest, fühlte ich mich abscheulich.
Viel zu schnell folgte die zweite Hirntoddiagnose. Viel zu schnell schwirrten Ärzte und Pfleger durch dein Zimmer, veranlassten Untersuchungen und bereiteten dich für die finale Operation vor, nachdem deine Eltern der Spende zugestimmt und dem Krankenhauspersonal deinen ausgefüllten Organspendeausweis überlassen hatten.
Man erklärte uns, dass das Transplantationsteam innerhalb der nächsten sechs Stunden eintreffen würde.
Doch ganz egal, wie oft die Ärzte mir und deinen Eltern die kommende Prozedur erklärten und wie oft ich mich gedanklich darauf vorzubereiten versuchte, der Augenblick, in dem zwei Pfleger leise die Zimmertür aufschoben und „Es ist soweit“ murmelten, kam viel zu früh.
Deine Mutter klammerte sich an den Arm deines Vaters und dir wäre bei diesem ungewöhnlichen Anblick vermutlich die Kinnlade heruntergeklappt, Cora.
Ein letzter Händedruck, ein letzter Blick in dein bleiches Gesicht, in dem der sonst dezent aufgetragene Rouge auf den Wangen fehlte - dann warst du weg.
Als deine Eltern mich später fragten, ob ich anschließend in das Bestattungsinstitut mitkommen und dich noch einmal sehen wollte, spürte ich eine große Erleichterung. Die letzte Erinnerung an meine beste Freundin durfte einfach nicht dieses Bild einer atmenden, wenn auch unglaublich zerbrechlich wirkenden, Person sein.
Nachdem dein Bett durch die Tür geschoben worden war, hätte man in dem Zimmer eine Stecknadel fallen hören können. Deine Mutter und dein Vater stützten sich gegenseitig und ich fühlte mich plötzlich unglaublich einsam.
Ich begann ruhelos durch die Flure des Krankenhauses zu wandern. Irgendwann kam ich wieder an die Station deiner Etage und flehte die dortigen Schwestern und Ärzte an, mir etwas darüber zu sagen, wer deine Organe erhielt und welche Leben du auf diese Weise retten würdest, so wie man es aus herzzerreißenden Serien- und Filmszenen kannte. Doch statt der Geschichte der kleinen Anne, die bereits seit Jahren auf ein neues Herz wartete, um endlich Ballett tanzen zu können oder des Berichtes über den nun endenden Leidensweg eines fünffachen Familienvaters mit geschädigten Nieren, erhielt ich nur vehementes Kopfschütteln und einen Vortrag zum Thema Datenschutz.
Also blieb mir nur, mir selbst die Patienten vorzustellen, denen dein Tod eine zweite Chance geben würde.
Cora, du hast einmal gesagt, dass es wichtig wäre, zweite Chancen zu geben, weil jeder Mensch irgendwann an den Punkt kommen würde, an dem auch man selbst bedingungslose Vergebung bedürfte. Dass du mir diese Weisheit in Zusammenhang mit der Tatsache offenbartest, dass du meinen eisern angelegten Vorrat an Schokolade aufgegessen hattest, ändert nichts an der ihr innewohnenden Wahrheit.
Ich bete - nenn es Gott, Buddha, Jahwe oder Schicksal - dass diejenigen Menschen, denen du geholfen hast, diese zweite Chance zu schätzen wissen.

Still und mit gesenkten Kopf verlassen wir nacheinander die Kapelle. Der Kies knirscht unter meinen schwarzen Schuhen und der Geruch nach taufeuchtem Gras kriecht in meine Nase.
Die Grablege sollte wohl ein feierlicher Moment sein. Der Redner sagt mit salbungsvoller Stimme etwas über Asche und Staub, zu der wir zurückkehren würden, doch ich kann seinen Worten nicht richtig folgen. Dauernd stelle ich mir vor, was du von deiner eigenen Beerdigung halten würdest und empfinde beinahe so etwas wie Scham.
Diese biedere Bestattungszeremonie illustriert nicht einmal annährend deinen frechen Charakter und die scharfe Zunge, deren Kommentar ich automatisch in Gedanken abspule.
‚Einer von fünf Sternen. Schlechte Location, Stimmung ist im Eimer, keine Rückerstattung. Emily, hier gehen wir nie wieder hin.‘
Die nörgelnde Stimme in meinem Ohr gibt erst Ruhe, als der Sarg in die dafür vorgesehene Vertiefung im Boden abgesenkt wird.
Du bist weg. Nun auch physisch nicht mehr erreichbar. Diese Erkenntnis lässt mir einen eisigen Schauer über den Rücken kriechen.
Hintereinander stellen wir uns auf, um mit einem Schäufelchen etwas Erde auf den Sarg zu werfen. Meine Hand zittert so stark, dass ich beinahe die Schaufel fallen lasse.
Nach der Grablege trotten wir vereinzelt zurück zu der Friedhofskapelle, die von außen noch kleiner wirkt als von innen. Niemand spricht ein Wort und ich weiß nicht so recht, wie ich mich nun verhalten soll.
Erst als ich kurz vor dem Ausgang des Friedhofes stehe, traue ich mich, meinen Kopf wieder zu heben.
In einiger Entfernung zu dem blumenberanktem Tor des Friedhofs steht ein Mann. Er trägt einen dunklen Anzug und sieht so aus, als wäre er ebenfalls ein Besucher auf einer Beerdigung. Doch die Haltung, das nervöse Fummeln an seiner Krawatte und das Scharren seiner Füße auf den Kieseln lässt mich sein Gesicht genauer mustern.
Es dauert ein paar Sekunden, bevor ich mir sicher bin, ihn schon einmal gesehen zu haben und ein paar weitere, bevor mir klar wird, dass wir uns bereits im Krankenhaus begegnet waren.
Cora, es ist der Mann, der dich angefahren hat.
Widersprüchliche Gefühle kämpfen in mir. Damals auf der Intensivstation war es nur ein kurzer Blick. Keine Zeit für Emotionen, denn meine ganze Aufmerksamkeit lag auf dir.
Ich habe ihn auf dem Flur gesehen - mit rot verquollenen Augen und einem Blumenstrauß in der Hand.
Dann schrie deine Mutter ihn so lange und so laut vor der gesamten Belegschaft der Etage an, dass er Hals über Kopf das Weite suchte.
Dein Vater erzählte mir in einem stillen Moment, dass der Unbekannte hinter dem Steuer des Unglücksfahrzeuges saß, aber auch er es war, der den Krankenwagen gerufen hat. Er stellte sich der Polizei und gab den Behörden Auskunft, wie es zu dem verehrenden Unfall kommen konnte.
In diesem Moment wusste ich nicht, ob ich froh über diese Information sein sollte.
Fahrerflucht war ohne Zweifel ein Verbrechen, doch auf diese Weise gäbe es auch kein Gesicht, das ich hassen müsste. Keinen Menschen, dessen Leben ich verfluchen möchte, weil er im Gegensatz zu dir noch atmen kann. Nun konzentrierte sich all meine Wut auf ein anderes Leben.
Hass macht müde, Cora. Aber nicht einmal der tiefst empfundendste Hass und die schlimmste Verbitterung vermochten, dich zurückzubringen.

Damals im Krankenhaus war kaum Platz in meinem Kopf, um sich weiter über den Unfallverursacher Gedanken zu machen, doch jetzt steigern sich Zorn und Unglaube zu einer Welle, die mich zu überrollen droht. Ich löse mich aus der Gruppe von Trauergästen, die sich inzwischen vor dem Eingang der Kapelle zusammengefunden haben, und stampfe auf den Mann zu. Je näher ich komme, umso langsamer und zögerliche werden meine Schritte jedoch. Bei genauerer Betrachtung ist er jung, vielleicht in unserem Alter. Seine Augen sind eingefallen, die Haare strähnig und er beißt sich so fest auf die Lippe, dass sie blutleer und weiß erscheint.
Die von Hass genährte Welle stürzt in sich zusammen, als er meinen Blick auffängt. Ich sehe nackte Angst in seinen Augen glimmen und er weicht einen Schritt zurück, als hätte er Angst, ich würde ihn schlagen.
Bevor ich etwas sagen kann, hebt er beschwichtigend die Hände. „Ich … Ich werde sofort wieder gehen. Ich weiß selbst nicht genau, wieso ich hier bin.“
Für einen Moment mustern wir uns stumm. Dann schlägt er die Augen nieder. Vielleicht erkennt er mich wieder oder nimmt einfach an, ich würde zu deiner Familie gehören.
„Ich bin zu schnell gefahren“, setzt er an. „Es gab nicht einmal einen plausiblen Grund, ich wollte doch nur …“ Er bricht ab und fährt sich mit einer Hand über das Gesicht.
Ich habe keine Absolution zu vergeben und doch regt sich Mitleid ihn mir.
Auch für ihn muss es enorme Überwindung gekostet haben, hierher zu kommen.
Es fällt mir nicht schwer, mir vorzustellen, was du in dieser Situation getan hättest, Cora. Du hättest die Hände in die Hüften gestemmt und mit ernster Stimme gefragt: ‚Hat es etwas genutzt?‘
Also tue ich dasselbe und sehe anschließend in das verdutzte Gesicht meines Gegenübers. „Genutzt?“
‚Hast du etwas daraus gelernt, du Hohlbirne?‘, höre ich dich in meinem Kopf und wiederhole den Satz laut, wenn auch ohne die Beleidigung am Schluss.
Es dauert ein paar Sekunden, bis der Mann schließlich heftig nickt. Er fährt sich erneut über das Gesicht und atmet schwer.
Für einen kurzen Moment glaube ich, er will zu einer weiteren Entschuldigung oder einer Rechtfertigung ansetzen, doch er bleibt stumm. Die Vergangenheit ungeschehen machen kann weder das eine noch das andere.
Ich sehe zu, wie er sich umdreht und auf den Parkplatz vor dem Friedhof zusteuert.
Mein Blick wandert auf eine große, glatt polierte Steintafel, die neben den Eingangstoren aufgestellt ist. Auf dem weißen Marmor ist eine Inschrift eingraviert:
»Der Mensch ist erst wirklich tot, wenn niemand mehr an ihn denkt.«
Nicht nur deine Familie und Freunde werden dich niemals vergessen, auch diesem fremden Menschen wirst du von jetzt an durch den Kopf geistern. Jedes Mal, wenn er in sein Auto steigt, jedes Mal, wenn er zu schnell fährt, wird dein Gesicht vor seinem inneren Auge auftauchen. Vielleicht hatte der Unfall auf diese Weise einen tieferen Sinn.
Ich wünsche es mir, als ich zurück zu den anderen Trauergästen gehe.

Erst später an diesem Tag sprudeln all die Worte, die mir bis jetzt nicht über die Lippen kamen, aus mir heraus wie Wasser, das einen Wasserfall hinunterstürzt oder - wie du es in deiner charmanten Art und deiner Schwäche für Horrorfilme ausdrücken würdest - wie frisches Blut, das aus einer tiefen Stichwunde sprüht.
Ich schreibe sie auf, weil ich das Gefühl habe, dass du bei mir bist, mir über die Schulter siehst. Ich kann dein Lächeln sehen und wie deine Augen zu strahlen beginnen, als ich zum Handy greife und einen Song auswähle.
High Hopes.
Du hattest große Pläne und Hoffnungen, die nun mit dir begraben wurden.
Ich will daran glauben, dass du nicht lange in dieser engen Kiste verweilen musstest. Dass es so etwas wie einen Geist oder eine Seele gibt, die Materielles überwinden kann und an einen schöneren Ort kommt. Dass du nun mit den Engeln deine Spielchen treibst oder dem Teufel selbst ein Schnippchen schlägst.
Cora, du hast mir mehr beigebracht als Schulbücher es je konnten. Ich kenne niemanden, mit dem ich lieber aufgewachsen und meine Fehler und Erfolge geteilt hätte als dich. Du hast mich mutig gemacht und gezeigt, was es heißt, sich nicht unterkriegen zu lassen.
Es ist kein wirkliches Ende, denn wie könnte solch eine tief verwurzelte Freundschaft je enden?
Ich sehe dich in all meinen Fotoalben und den von dir geschossenen Landschaftsfotografien an meiner Wand.
Ich spüre dich in der Kerbe meines Schreibtisches, die entstand, als du bei einem unserer heftigsten Streits einen Locher durch das Zimmer geschleudert hast.
Ich höre dein gackerndes Gelächter, für das du von manch einem aufgezogen wurdest, in den Geräuschen aus dem Hühnerstall im Garten meiner Nachbarn.
Ich schmecke dich in dem Erdbeer-Tiramisu, dessen Rezept wir gemeinsam über Jahre perfektioniert haben.
Ich rieche dich in dem lauen Sommerwind, der den Duft von Flieder mit sich trägt.
Wie also sollte ich dich jemals vergessen, wenn ich sogar jetzt deine belustigte Stimme in meinem Kopf hören kann? ‚Du solltest aufhören Zeitschriftenartikel und Kolumnen zu schreiben und dich lieber an ein richtiges Buch setzen.‘
Vielleicht mache ich das, Cora.
… Nein, ganz bestimmt sogar.

Bis dahin bleiben wir weiter in Kontakt.

Deine beste Freundin,
Emily.
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