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Remember Me

von Tiargo
KurzgeschichteAngst, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
OC (Own Character) Peter Shaw Skinner "Skinny" Norris
23.08.2020
21.02.2021
2
13.738
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Dieses Kapitel
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23.08.2020 2.889
 
Trigger-Warnung: Es wird eine Trigger-Warnung geben.
Die Geschichte ist sehr von Banana Fish geprägt, wer also Probleme mit sexuellem Missbrauch und Folter hat, dem lege ich nahe diese Geschichte nicht zu lesen.
Remember Me - Playlist


The boy who fell into the sky
Had no one there to watch him cry
He looked at you with his empty eyes
And said: „I'm doing you a favor, doing you a favor.“


Grob wurde Skinny in den dunklen Keller geschmissen. Hart schlug er auf dem kalten Steinfußboden auf. Ein leises Stöhnen entrang sich seiner Kehle, als der Schmerz durch seinen Körper schoss.

Er hörte wie hinter ihm die Tür ins Schloss fiel und der Schlüssel sich drehte. Mühsam setzte Skinny sich auf, dann betastete er vorsichtig die Prellungen und Blutergüsse, die sich überall dort zu bilden begannen, wo deVries' Männer ihn erwischt hatten.

Mühsam lehnte Skinny sich mit dem Rücken gegen die kalte Steinwand, ließ den Kopf in den Nacken fallen und schloss die Augen. Er hatte Scheiße gebaut, große Scheiße. Und anscheinend hatte deVries nicht vor ihn einfach damit durchkommen zu lassen.

Dann sah er sich in dem engen Kellerraum um. In der Wand war ein kleines, vergittertes Fenster eingelassen. Ein Eimer stand in der einen Ecke und einige Decken lagen in einer anderen, stellten etwas dar, das entfernt an ein Bett erinnerte. Sie hatten also vor ihn länger einzusperren. Fuck.

Mühsam hievte Skinny sich auf die Beine. Er biss die Zähne zusammen, zwang seinen Körper den Schmerz auszuhalten, wie er es schon so oft getan hatte, damals als er noch zu Hause gelebt hatte.

Skinny besah sich das Schloss, dann stieß er einen leisen Fluch aus. Ohne Werkzeug würde er es nicht knacken können. Und die Drähte aus denen er mal provisorische Dietriche gebaut hatte lagen oben, zusammen mit seinen anderen wenigen Habseligkeiten.

Dann durchquerte Skinny den kleinen Raum, rüttelte an den Gittern die das schmutzige Fenster einrahmten, doch wie er erwartete, rührte es sich keinen Millimeter.

Skinny rutschte wieder schwer an der Wand hinunter, während er nach etwas suchte, was ihm entfernt als Werkzeug dienen konnte. Doch selbst den Henkel vom Eimer hatten die Dreckskerle vorsorglich entfernt. Anscheinend gab es kein Entkommen.

Die Stunden vergingen langsam, während Skinny auf Geräusche lauschte, die darauf schließen ließen, was sie mit ihm vorhatten. Doch außer einigen entfernten Schritten die durch die Decke zu ihm durchdrangen, hörte er nichts. Nur das gelegentliche Knarren des alten Gemäuers durchbrach die anhaltende Stille.

Allmählich legte sich die Dunkelheit über den kleinen Raum. Und die Ruhe die Skinny anfangs genossen hatte, ging ihm allmählich auf die Nerven. Die Prellungen schmerzten, es fühlte sich fast so an, als wäre eine Rippe angeknackst und er wollte dringend eine rauchen. Doch mit sich, seinen Gedanken und den Schmerzen allein zu sein, war nicht einfach. Und die Überlegungen, was sie am nächsten Tag mit ihm anstellen würden, ließ Skinnys Gedankenkarussell nicht zur Ruhe kommen.

***

Das Drehen des Schlüssels im Schloss ließ Skinny hochfahren. Er versuchte sich auf die Beine zu kämpfen, doch der bohrende Schmerz in seiner Seite wollte das nicht zulassen. Also sah er nur mit gerecktem Kinn dem Mann entgegen der in der Tür stand. Foxx, einer von deVries Söldnern, grob und sadistisch veranlagt. Und Skinny wusste, dass er für den Versuch seinen Boss zu hintergehen bezahlen würde.

„Skinny, hast du wirklich gedacht, du würdest damit durchkommen? War es nicht deVries der dich aufgenommen hat, nachdem du niemanden mehr hattest, der für dich einstehen wollte?“

Skinny starrte dem Anderen in die Augen. Unrecht hatte er nicht. Es hatte sich herumgesprochen, dass er dazu neigte, lange Finger zu haben, wenn sich die Gelegenheit bot. Aber manchmal war es so verlockend, schien so einfach zu sein, man musste nur zugreifen.

„Aber der Boss möchte, dass du verstehst, dass du diese Spielchen mit ihm nicht spielen kannst.“

Und das kalte Grinsen, dass sich auf Foxx' Gesicht stahl, ließ Skinny Böses ahnen.

Noch einmal versuchte er sich auf die Beine zu kämpfen. Er wollte dem Anderen nicht direkt durch eine unterlegene Position ausgeliefert sein. Mühsam stützte er sich an der Wand ab, während er sich hoch stemmte.

„Sieh an, der Tiger hat seine Krallen noch nicht vergessen.“

Skinny wusste, dass er am Arsch war. Der Typ gehörte zu der schlimmsten Sorte. Der Hunger in seinen Augen, das Verlangen nach Kampf und Unterwerfung schien aus jeder Pore zu triefen.

Langsam kam der Mann näher und immer noch mit dem eiskalten Lächeln auf dem Gesicht streckte er eine Hand nach Skinny aus. Ohne den Mann aus den Augen zu lassen, schlug Skinny seine Hand zur Seite. Doch das schien dem Anderen zu gefallen. Er musterte Skinny wie seine Beute, abschätzig.

Dann schlug er zu und Skinny schaffte es gerade noch einen Arm zwischen sich und den Angreifer zu bekommen. Der Mann setzte nach, hieb mit seiner Faust in Skinnys ungeschützten Bauch. Unwillkürlich krümmte der junge Mann sich und Foxx stieß ihn zu Boden, trat noch einmal in seine ohnehin schon schmerzende Seite.

Skinnys Atem ging schwer, während die Schmerzen wie Blitze durch sein Inneres schossen und die Prellungen des vergangenen Tages dumpf unter seiner Haut pulsierten.

Foxx kniete sich vor Skinny, strich ihm beinahe liebevoll eine aschblonde Strähne aus dem Gesicht.

„Mir macht das hier doch genauso wenig Spaß wie dir. Aber man hintergeht den Boss nicht ungestraft. Sieh es mal so, im Grunde tun wir dir einen Gefallen.“

„Wers glaubt.“, spie Skinny hervor.

Eine Faust traf ihm im Gesicht, schleuderte seinen Kopf hart gegen den Stein unter ihm.

„Das müsste alles gar nicht so schlimm sein, wenn du nur ein wenig einsichtiger wärst.“

Skinny schwieg, fühlte nur das Pochen in seinem Schädel. Dann atmete er tief durch und sah dem Mann, der vor ihm kniete, in die Augen.

Wenn er glaubte, er würde kampflos aufgeben, sich brechen lassen, dann hatte Foxx sich geirrt. Aber so wie er den großen Mann einschätzte, setzte er genau darauf. Und Skinny verfluchte seinen Stolz, der ihn immer wieder in genau solche brenzeligen Situationen brachte.

Unvermittelt griff Skinny nach dem Messer des Mannes, spürte wie seine Finger über den Griff fuhren. Doch bevor er zugreifen konnte, schlug der Andere ihm abermals hart ins Gesicht. Der Schmerz schien in seinem Kopf zu explodieren und ihm kurz schwarz vor Augen wurde. Ihm war, als würde ein entferntes Lachen durch den Nebel dringen.

Grobe Hände packten ihn und er wurde auf den Bauch gedreht. Dann spürte Skinny wie der Mann seine Arme auf dem Rücken fixierte. Er versuchte sich dem Griff zu entziehen, doch das Knie in seinem Rücken, nahm ihm jeglichen Bewegungsraum. Dann spürte er die rauen Seile die um seine Handgelenke geschlungen wurden, sich fester zogen. Es gab kein entkommen mehr.

„Und was haben Sie jetzt mit mir vor?“, spie Skinny aus, als er energisch wieder auf den Rücken gedreht wurde. Seine Hände protestierten unter seinem Gewicht, doch das schien im Augenblick sein kleinste Problem zu sein.

Der Mann sah auf Skinny herunter, als er das Messer aus der Scheide an seinem Gürtel zog.

„Danach hast du doch gegriffen?“, wollte er wissen. Foxx' Tonfall machte deutlich, dass es lediglich eine rhetorische Frage war.

Kurz hielt er Skinny die Klinge vors Gesicht, gab ihm die Möglichkeit sich genau anzusehen was gleich auf ihn zukommen würde. Doch Skinny sah den anderen Mann nur trotzig an.

„Und Sie denken wirklich, ein Messer könnte mich schockieren?“, fragte er in herablassendem Ton.

Große Hände griffen nach seinem Shirt, dann setzte Foxx das Messer an, schlitzte den Stoff auf, bis Skinnys Brust darunter zum Vorschein kam.

„Als erstes solltest du dir einprägen, dass ich es nicht dulde, wenn du frech wirst.“

„Sonst was?“

Skinny verfluchte sein loses Mundwerk, als der Mann ihm die Klinge an den Hals legte, fast schon sanft seine Haut ritzte.

„Sonst wird es deutlich unangenehmer, als es sein müsste.“

Er schwieg, nickte.

Wenn er mitspielte, würden sie ihn hoffentlich bald laufen lassen. Mit einigen Schnittwunden, Prellungen und gebrochenen Rippen mehr, konnte er leben. Bisher war er immer erstaunlich glimpflich aus solchen Situationen entkommen und Skinny vertraute auch dieses Mal auf sein Glück.

Betont lässig schielte Skinny zu der glänzenden Klinge. Dann sah er dabei zu wie Foxx das Messer von seiner Haut nahm, es lässig zwischen seinen Fingern hing. Doch schon im nächsten Moment schlossen sich die starken Finger der anderen Hand um Skinnys Hals, drückten langsam zu.

„Ich werde dich noch dazu bringen, dass du gehorchst.“

Foxx sah Skinny in die Augen, als wolle er ergründen wo die Grenze lag, an der Skinny nicht mehr konnte. Ein heiseres Husten erstickte in Skinnys Kehle, während er verzweifelt nach Atem rang, sich unter dem Anderen wand und doch nichts gegen ihn ausrichten konnte.

Dann endlich lockerte Foxx seinen Griff allmählich wieder.

Skinny hustete einige Male und er brauchte einen Augenblick um wieder zu Atem zu kommen. Doch dann erwiderte er mit einem fiesen Lächeln: „Bisher hat es noch niemand geschafft mich zu brechen. Also nur zu, versuch dein Glück. Du wirst genauso scheitern.“

Auf Foxx' Züge legte sich ebenfalls ein kaltes Lächeln, dann ließ er das Messer beinahe liebevoll über Skinnys Körper streichen, ehe er die Klinge in sein Fleisch drückte.

„Glaub mir, die wenigsten sind so dumm, mich regelrecht anzubetteln es so schmerzhaft wie möglich zu machen.“

Foxx war Skinnys Gesicht ganz nahe gekommen. Er konnte den heißen Atem stoßweise auf seiner Haut spüren, das leichte Knurren in der Stimme, ein Versprechen das Foxx ihm gab.

Skinny biss die Zähne zusammen, während die Klinge in sein Fleisch schnitt und ein leichter Rinnsal warmen Blutes über seine Haut lief. Foxx setzte das Messer erneut an, während sein Blick sich in Skinnys graue Augen zu fressen schien. Doch trotz der Schmerzen hatte Skinny das Gefühl, als würde der andere Mann nur herausfinden wollen, wo seine Grenzen lagen. Als wäre dies kaum mehr als der Anfang.

Erleichtert atmete Skinny aus, als Foxx endlich grob die Klinge am Stoff seines Shirts sauber wischte und zurück in die Scheide gleiten ließ.

Doch er schien zu spüren, dass die Anspannung Skinnys Körper langsam verließ. Stark griff Foxx in Skinnys Haare, zog an ihnen, bis der Schmerz gerade drohte unangenehm zu werden.

„Ich möchte, dass du diese Lektion wirklich tief verinnerlichst.“

Eine Hand griff in seine Fesseln, drehte Skinny wieder auf den Bauch. Unfähig sich zu wehren, musste er darauf hoffen, dass Foxx vielleicht noch ein paar Mal zuschlagen würde, ehe er verschwand. Doch da spürte er schon den starken Griff an seinem Kinn, Finger an seinem Hals. Langsam wurde sein Kopf nach hinten gedrückt, während Foxx ihm mit dem Gesicht zu nahe kam und Skinny ins Ohr flüsterte: „Ich will, dass du deine Lektion auch ja nie vergisst.“

Skinny wand sich in den Armen des Mannes dem er ausgeliefert war. Er spürte wie eine große Hand unter sein Shirt glitt, seinen Bauch entlang fuhr, am Bund seiner Hose verweilte.

„Nimm deine Finer weg, du Arsch. Hör auf!“

„Wir fangen doch gerade erst an.“

***

Leblos starrte Skinny an die Decke, während er aus dem Augenwinkel wahrnahm wie Foxx sich wieder anzog. Dann kniete der Mann sich neben ihn und Skinny fühlte wie sich die rauen Seile um seine Handgelenke lockerten, die Fasern über seine Haut glitten.

„Es war mir ein Vergnügen Skinny. Dann bis zum nächsten Mal.“

Skinny schluckte, während er wie erstarrt dalag. Dann endlich schlug die Tür hinter dem Mann zu und Skinny war wieder allein. Er spürte wie das Blut langsam in seine Hände zurückfloss, als er sich auf die Seite drehte, sich zusammenkrümmte so gut er konnte.

Der Schmerz schien langsam abzuebben, doch er war nichts im Vergleich zu dem, was ihm noch angetan worden war. Die Klinge an seiner Haut, die Schnitte und Schläge, all das war ihm vertraut, diesen Schmerz war er gewohnt. Er war nicht annähernd so tiefgehend, wie die Berührungen die er noch immer meinte auf seiner Haut spüren zu können.

***

Die nächsten Tage vergingen in gleichbleibender Folter. Skinny lernte, die Einsamkeit willkommen zu heißen. Doch die Panik die ihn zu überwältigen schien, sobald er die schweren Schritte vor der Tür hörte, das leise Quietschen mit dem sich der Schlüssel im Schloss drehte, stieg mit jedem Tag weiter an.

Fast sehnte er sich an den Anfang zurück, als er noch geglaubt hatte, das wäre schlimm gewesen. Er dachte an das eiskalte Lachen des Mannes der ihn vergewaltigte, immer wieder, nur um ihm eine „Lektion“ zu erteilen.

Und mit jedem weiteren Tag der verging, schwand Skinnys Hoffnung fliehen zu können. Einen Moment abzupassen in dem sein Vergewaltiger unaufmerksam war. Vielmehr schien er Gefallen daran zu finden, wenn Skinny sich wehrte, verzweifelt hoffte, ihm doch noch entkommen zu können.

„Hör auf. Bitte.“ flehte Skinny.

„Du weißt, das kann ich nicht. Nicht solange deVries nicht glaubt, dass du deine Strafe verinnerlicht hast.“

Der nächste Elektroschock ging durch Skinnys Körper, setzte seine Nervenenden in Brand und verzweigte sich bis zu den empfindlichsten Stellen.

Schwer rang er nach Atem, als der Schmerz nachließ.

„Bitte.“

Seine Stimme war kaum mehr als ein schwaches Whispern.

„Das musst du doch verstehen. Ich tue das nur zu deinem besten.“

Skinny würgte ein heiseres Lachen hervor, wie oft hatte er diese Worte von seinem Vater gehört? Zu oft um mitzählen zu können. Doch da schoss schon die nächste Welle aus Schmerzen durch seinen Körper, während er stumm darum betete, es möge endlich ein Ende haben.

Der Schmerz schwand so schnell wie er gekommen war. Nur ein dumpfes Ziehen, blieb zurück. Dann spürte er die große Hand des Mannes auf seiner Haut. Warm und kräftig strichen die Finger fast schon liebevoll über seinen Körper.

„So ist es gut.“

Skinny schluckte den Kommentar herunter, der ihm auf der Zunge brannte. Er hatte nicht das Gefühl den Elektroschocker noch ein weiteres Mal zu überstehen.

Die Hand fuhr weiter über seinen Körper, erkundete die kaum verheilten Schnitte, glitt über Schorf, dann tiefer hinab. Skinny wollte die Berührung abschütteln, doch er zwang sich stillzuhalten. Es war einfacher es über sich ergehen zu lassen.

***

Skinny hörte Schritte, dann das laute Quietschen als jemand die Kellertür aufschloss. Er spürte wie er sich unwillkürlich versteifte, als die Angst mit Wucht in seinen Körper zurück kehrte. Und obwohl der letzte Funken Stolz es verlangte, schaffte Skinny es nicht seinem Peiniger ins Gesicht zu sehen. Ihm noch etwas entgegen zu setzen. Also hielt er die Augen geschlossen. Hoffte nur, dass es schnell vorbei sein würde.

Leise Schritte drangen an Skinnys Ohren. Schritte die er nicht kannte. Dann spürte er eine Hand die nach seiner Schulter griff. Skinny wollte sie wegschlagen, doch seine gefesselten Hände ließen es nicht zu.

„Fass mich nicht an!“

Ein wenig Zorn loderte noch in seinem Inneren. Und zu seiner Erleichterung spürte Skinny, wie die Hand weggezogen wurde.

Dann hörte er das Aufschnappen eines Springmessers. Und Skinnys Herzschlag beschleunigte sich augenblicklich erneut.

Was würden sie ihm diesmal antun?

Doch die erwarteten Schmerzen blieben aus. Eine Hand griff nach seinen Fesseln, zog daran. Unwillkürlich versuchte Skinny sich zu wehren, obwohl er wusste, dass es sinnlos war. Dass sie am Ende eh ihren Willen bekamen.

„Skinny, halt, verdammt noch mal, still.“, hörte er eine vertraute Stimme.

Shaw?

Leicht wandte Skinny den Kopf, sah in das vertraute Gesicht seines Erzfeindes.

„Scheiße, was machst du hier?“, brachte er hervor.

„Deine Fesseln durchschneiden, wenn du mich lassen würdest.“

Skinny zwang sich still zu halten, während er spürte wie die Klinge sanft über seine Haut glitt, als sie langsam die Seile zerteilte.

Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis die Stricke zu Boden glitten und sofort nutzte Skinny die Gelegenheit um Abstand zwischen sich und Shaw zu bringen. Doch er schaffte es nicht, das Zittern, das von ihm Besitz ergriff zu unterdrücken, als er den Kopf in die Hände sinken ließ.

„Skinny, was ist mit dir passiert?“, hörte er die Stimme des Anderen. Doch er konnte nicht antworten. Die Bilder der vergangenen Tage waren zu präsent und ließen die Worte auf seiner Zunge sterben.

„Zweiter, Cotta sagt, die Männer seien entkommen.“

Das war Jonas' Stimme. Skinny hob den Kopf, sah zu den beiden Jungen im Türrahmen die ihn entgeistert anstarrten.

„Was glotzt ihr denn so?“, fauchte er.

„N… nichts.“, beeilte Andrews sich zu antworten.

Skinny sah wie die Blicke der Anderen über seinen Körper glitten, über das blutige Shirt, das in Fetzen an ihm hing, die Schnittwunden die darunter zum Vorschein kamen. Doch auf das Schlimmste konnten sie nicht sehen. Und er war dankbar dafür, dass sie nur seine äußeren Verletzungen wahrnehmen konnten.

„Ich geb Cotta Bescheid, dass wir einen Krankenwagen brauchen.“, brachte der Dicke hervor, dann verschwand er in der Dunkelheit des Hauses.

„Skinny.“

Behutsam legte Shaw eine Hand auf Skinnys Arm, doch er schlug sie weg.

„Fass mich nicht an.“

Es wollte nicht so kräftig herauskommen, wie er es beabsichtigt hatte.

Scheiße, dass er ausgerechnet vor Shaw und Andrews zusammenbrechen musste.

Dann spürte er wie sich kräftige Arme um ihn legten. Die Panik stieg erneut in Skinny hoch und er versuchte sich zu wehren, hatte das Gefühl keine Luft zu bekommen. Doch die starken Arme ließen ihn nicht los.

Und irgendwann konnte Skinny nicht mehr, er spürte wie die Panik allmählich umschlug und er ruhiger wurde und alles was zurück blieb eine tiefe, innere Leere war. Sein Gesicht in Shaws Armen vergraben, saßen sie da, während Skinny stumm Tränen über die Wangen liefen.



***


Zitate:  Despicable - grandson, Centuries - Fall Out Boy (LEXIM Remix)
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