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Die Wärme des Herzens

von Sunny 78
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12
Sophie Brown Titus Kralle
23.08.2020
20.12.2020
7
13.354
2
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16.11.2020 1.598
 
Mit schnellen Schritten eilten die Agenten zum Gadgetmobil. Auf dem Weg schweifte Sophies Blick immer und immer wieder zu ihrem Feind, welcher weiterhin bewusstlos durch den Schnee geschliffen wurde. Die Blondine bemühte sich um ein gefasstes, gleichgültiges Äußeres, doch ihr Inneres war vollkommen aufgewühlt und wie sie es auch versuchte, ihre Besorgnis schwand nicht selbst als sie das Auto nach einer Ewigkeit endlich erreichten. Fino platzierte Titus auf der Rückbank, auf welcher Sophie ebenfalls Platz nahm während Gadget bereits den Motor anschmiss. Sobald das Gadgetmobil sich vom Boden löste, begann Titus Körper zu schwanken. Er stieß gegen die geschlossene Tür, wobei sein Kopf unsanft gegen die Fensterscheibe knallte. Sofort beschlag diese, was bedeutete, dass Titus Fieber weiter stieg. Sophie fragte sich ob es die richtige Entscheidung war ihn mit zu sich zunehmen. Womöglich gehörte er in seinem Zustand eher in ein Krankenhaus. Der Blondine grauste es jedoch vor den formellen Fragen der Ärzte. Plötzlich bemerkte sie, wie Titus Körper nach vorne schnellte. Rasch griff sie seinen Arm und zog ihn zurück an seinen Sitz bevor er sich noch verletzte. Dabei rechnete sie jedoch nicht damit, dass sein schlaffer Körper gegen ihren schlug und sein Kopf letztendlich auf ihrem Schoß rutschte, wo er verweilte. Reflexartig setzte Sophie dazu an ihn von sich zu stoßen, hielt sich jedoch im letzten Moment zurück als sie den friedlichen Gesichtsausdruck in seinem Gesicht sah. Würden seine Wangen nicht mit der Farbe ihrer Handschuhe übereinstimmen, hätte man glatt meinen können er würde ruhig und friedlich schlafen. Sophie nahm einen tiefen Atemzug und senkte ihre Hände wieder. Um jedoch den Gedanken zu verdrängen, dass ihr Erzfeind gerade auf ihrem Schoß schlief, ließ die Blondine ihren Blick über die Landschaft wandern. Als der Lilahaarige plötzlich jedoch begann zu zucken und zu wimmern, schoss ihre Aufmerksamkeit zu diesem zurück. Leise aber dennoch für Sophie vernehmbar murmelte der M.A.D-Agent vor sich hin. ,,E-es tut mir leid, Onkel...Nein, nicht...ich will nicht allein sein...nicht schon wieder..nein.." Allem Anschein nach plagte Titus gerade ein Albtraum. Scheinbar träumte er von seinem Onkel. Nicht schon wieder alleine sein? Was konnte er damit meinen? Sie hätte nie gedacht, dass sie ihren selbstverliebten, arroganten, nach billigen Haargel stinkenden Rivale mal von dieser Seite erleben würde. Sophie war zugegebenermaßen nicht die beste, wenn es darum ging jemanden zu beruhigen und dementsprechend unsicher war sie sich, wie sie mit dem M.A.D.-Agenten verfahren sollte. Vorsichtig begann sie seine Schulter zu streicheln. ,,He, alles gut. Es ist nur ein Traum. Du bist in Sicherheit. Ich bin bei dir." Beim Aussprechen des letzten Satzes spürte Sophie jegliches Blut in ihre Wangen schießen. Was hatte sie da gerade von sich gegeben?! ,,Donnerlittchen, alles in Ordnung, Sophie? Vielleicht sollten wir ein Fenster öffnen, du siehst aus als wäre dir dahinten ganz schön warm." Die Worte ihres Onkels ließen Sophie hochschrecken. Fino warf einen Blick nach hinten und kicherte bei dem Anblick, der ihm geboten wurde. ,,Was?! Nein, so ist das nicht! Ich-huh?" Die junge Agentin erschrak als sie bemerkte, wie Titus Augen sich langsam öffneten. Ihm entfuhr ein leises Stöhnen während sich seine Augenlider wieder schlossen und seine Hand an seine Schläfen fasste um diese sachte zu massieren. ,,Man, ist das warm hier. Wo bin ich? Onkel Kralle?" ,,Nein, ich bin-" ,,M.A.D.-Oma?" ,,Hey, werd nicht frech. Ich kann dich immer noch aus dem Auto werfen." Verwirrt hob Titus seine Lider und blickte mitten in das Gesicht seiner Feindin. ,,Was? Sophie?" Gadget warf einen Blick über seine Schulter. ,,Ist unser Patient aufgewacht?" ,,Ja, Onkel Gadget." Titus klappte die Kinnlade auf ,,Gadget?! Was ist hier los?!" Besagter richtete seinen Blick wieder auf die Straße. ,,Du bist zusammengebrochen, junger Wanderer. Meine überaus fürsorgliche Nichte hat dich gerettet." Titus hob eine Augenbraue und warf Sophie einen vielsagenden Blick zu. ,,Oho?" Diese blickte erbost auf den amüsierten Agenten hinab. ,,Sei ja ruhig. Ich hatte keine andere Wahl. Du hast verdammt hohes Fieber." Er legte ein schelmisches Lächeln auf. ,,Ich dachte schon die Wärme würde an dir liegen, Schnuckelchen." Sofort presste Sophie ihren Finger an Titus Lippen und beugte sich zu ihm hinab. ,,Pssst. Nenn mich nicht so! Mein Onkel denkt, dass du ein einfacher Fremder bist. Wenn du auch nur eine Anstalt machst uns etwas anzutun, verpasse ich dir einen deftigen Tritt in den Hintern!" ,,So impulsiv wie immer. Darüber brauchst du dir keine Sorgen zu machen, Schnucki. Ich werde eh jede Sekunde wieder bewusstl-" Noch bevor der Lilahaarige seinen Satz beenden konnte, rollte sein Kopf zur Seite und auch seine Augen haben sich erneut geschlossen. ,,Sophie, was ist passiert?" Besorgt strich die Blondine über die glühende Stirn des Teenagers. Wenn sie sein Fieber nicht bald gesenkt kriegte, wird es gefährlich. ,,Er ist wieder ohnmächtig geworden." Sie strich dem leidenden Teenager einige Haarsträhnen aus dem Gesicht. Auch wenn sie ihn nie aussprach, kreiste doch ein Gedanke, ein Wunsch, unaufhörlich durch ihren Kopf. ,Halte durch, Titus.'

Einige Zeit später erreichten die Agenten ihr Ziel. Fino half Gadget den M.A.D.-Agenten in ihre Wohnung zu bringen, wo Sophie ihm ohne zu zögern ihr Bett überließ. Sofort machte sich die Blondine an Titus Behandlung und misste seine Temperatur. Sie betrug beinahe 39°! Sank sein Fieber nicht in nächster Zeit würde die Agentin einen Arzt rufen. Dazu riet ihr auch ihr Onkel, welcher bereits wieder verschwunden war, da er ins Hauptquartier geordert wurde um Bericht zu erstatten. Sophie bemühte sich zunächst Titus Zustand mithilfe von Wadenwickeln und fiebersenkenden Medikamenten zu verbessern. Sie war noch immer fassungslos wie Dr. Kralle seinen Neffen in diesem Zustand vor die Tür setzen konnte. Schließlich ging es ihm nicht von einem auf dem nächsten Moment so schlecht. Wenn die Blondinge genauer darüber nachdachte, benahm sich ihr Rivale von Anfang an seltsam. Nun kannte sie zumindest die Ursache für sein noch schrägereres Verhalten. Plötzlich bekam Sophie ein schlechtes Gewissen. Sie hatte Titus trotz seinem kränklichen Zustand ohne Zurückhaltung angegriffen und sich auch noch über ihn lustig gemacht. Andererseits konnte sie es ja nicht ahnen. Dieser Haargel süchtige Schönling mit dem überdimensionalen Ego musste natürlich wie immer seine coole Fassade aufrechterhalten. Das hatte er nunmal davon! Als Titus sich ächzend auf die Seite rollte bemerkte Sophie das lilane Armband um sein Handgelenk. Es musste doch ungemütlich sein, dieses Teil beim Schlafen zu tragen. Entschlossen befreite sie Titus von dem Armreif und legte ihn auf ihrem Nachttisch ab. Schlagartig leuchtete er auf und gab einen schrillen Ton von sich. Sophie fiel vor Schreck rücklings von ihrem Stuhl. Hastig griff sie nach dem Reif und versuchte den Ton abzustellen um ihren Erzfeind nicht aufzuwecken. Wie sie es auch versuchte, das Armband klingelte unaufhörlich weiter. Nach dem Drücken eines weiteren Knopfes schwand der Klingelton schließlich. Zeit für Erleichterung blieb jedoch keine, da Gadgets Erzfeind, Dr. Kralle selbst auf einem kleinen Bildschirm erschien, welcher durch den Armreif projiziert wurde. Sophie sog scharf die Luft ein als der Bösewicht mit dem Finger auf sie deutete und in einem bedrohlichen Unterton zu sprechen begann. ,,Titus! Warum hast du nicht sofort geantwortet, du Nichtsnutz! Ich kann immer noch keine traurigen Gesichter und zerbrochenen Skiier sehen! Was ist da los?!" Unsicher was sie erwidern sollte, wippte die Blondine nervös von einen Fuß auf den anderen und blickte auf den noch schlummernden M.A.D. Agenten bevor sie tief Luft holte und sich wieder an dessen Onkel wand. ,,Ähm, hier ist nicht Titus." ,,Was? Wer ist da?" ,,Mein Name ist Sophie. Ich bin eine Agentin des Hauptquartiers." Kralle schien zu Sophies Verwunderung nur wenig entsetzt. Stattdessen schlug er wütend mit seiner Faust auf den Tisch. ,,Hat sich mein Neffe etwa fangen lassen?!" ,,Titus ist während der Mission zusammengebrochen. Er hat sehr hohes Fieber und ist in keinem guten Zustand. Ich werde mich um ihn kümmern bis es ihm besser geht. Danach werde ich ihnen Titus übergeben, allerdings nur unter der Bedingung, dass sie sich stellen." Damit hatte sie Kralle in der Hand und falls er darauf einging hätten sie endlich den Anführer von M.A.D. dingfest gemacht. Falls...,,Ich mich stellen? Hör zu Mädchen, du kannst meinen nichtsnutzigen Neffen behalten. Er ist ohnehin nur ein Klotz am Bein und schafft es nicht einmal die einfachsten Missionen zu erledigen. Solch eine Last brauche ich nicht mehr. M.A.D. Katze kann seinen Posten haben, nicht wahr, mein süßer, teuflischer Kater?" Ohne ein weiteres Wort unterbrach Kralle die Verbindung. Sophie rührte sich nicht. Sie war geschockt von der Reaktion des Feindes. Wie konnte er nur solch eine Gleichgültigkeit gegenüber Titus, seiner eigenen Familie, empfinden? Sie könnte alles mit ihm anstellen, es würde den M.A.D. Anführer vollkommen kalt lassen. Sie war nur froh, dass Titus noch schlief und das Gespräch nicht mitbekam. Wie hätte er sich jetzt fühlen müssen, nachdem seine eigene Familie so über ihn redete. Zum Glück aber war er noch im Reich der Träu...oh nein. Die Blondine wirbelte herum um das Armband abzulegen als sie ihn sah, seine leeren, traurigen Augen gen Decke gerichtet. Schockiert trat sie einen Schritt auf ihren Rivalen zu. ,,Titus...hast du das eben etwa mitgehört?" Stumm nickte der Teenager, den Tränen nahe. Die nächsten Sekunden schwebte eine unbehagliche Stille in der Luft. Niemand der beiden Teenager wagte es, ein weiteres Wort hervorzubringen.

Dieses Kapitel endete ziemlich traurig. (Eigentlich wollte ich Titus nie so leiden lassen...) Wie wird es mit Sophie und Titus weitergehen? Was für Konsequenzen bringt Kralles Geständnis? Seid gespannt;)
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