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Dennis Silberstein 4 - Das gefallene Königreich

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / Gen
Engel & Dämonen Fabeltiere & mythologische Geschöpfe Kobolde & Feen Ritter & Krieger Zauberer & Hexen
22.08.2020
06.03.2021
30
40.962
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19.09.2020 1.354
 
Dennis suchte nun schon seit zwei Stunden nach Celes, doch sie ist wie vom Erdboden verschluckt. Er konnte sich schon denken, weshalb sie ihn nicht sehen wollte. Der Schmerz, dass sie jemanden verliere würde, der ihr sehr am Herzen lag, quälte sie sehr. Auch wenn sie sich nicht lange kannten, so hatte sie ihn doch wieder gesund gepflegt und es schien ihr wichtig gewesen zu sein. Aber Dennis kam nicht drum rum. Er musste gehen. Er wollte herausfinden was ihn an dem Wort erwartete wohin der Vogel flog. War es eine Möglichkeit, um nach Hause zu gelangen? Das wusste er nicht. So viele unbeantwortete Fragen. Er musste sich auf den Weg machen, aber vorher würde sich Dennis anständig von Celes verabschieden. Dennis musste den Kopf frei bekommen, weswegen er nun am See entlang spazierte.
Endlich hatte er sie gefunden! Sie saß an der Stelle, an der sie ihn gefunden hatten. Als er näher kam drehte sie sich zu ihn um. Ihre Augen waren gerötet und einige vereinzelte Tränen liefen über ihre Wangen. >> Willst du dich nun von mir verabschieden?<<, fragte sie traurig und sah wieder weg.
>> Ja, unter anderem!<<, antwortete er wahrheitsgemäß.
>> Gibt es eine Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass du hier bleibst?<<, fragte Celes verzweifelt.
Dennis schüttelte den Kopf und erzählte von dem Traum mit dem Vogel, der nach Süden flog >>Ich bin überzeugt, dass dieser Vogel ein Hinweis darauf ist, wohin ich gehen muss. Celes, ich muss es wissen!<<
Sie drehte sich nun zu ihm und küsste ihn. >>Vergiss uns bitte nicht. Vergiss mich bitte nicht.<<, sagte sie und strich durch sein braunes Haar.
Dennis nahm ihre Hand und lächelte. >> Das werde ich nicht! Auch dann nicht wenn ich mein Gedächtnis verlieren sollte.<<
Ein Pfeifen war zu hören und im nächsten Moment gab es eine Explosion. Celes und Dennis sahen sich um. Am Himmel flogen Drachen und Feuerbälle. Am anderen Ende des Ufers waren Fackeln und zu sehen. Sie gingen geradewegs zum Tempel.
>>Guck mal einer an. Was haben wir denn da?<<, fragte eine höhnische Stimme hinter ihnen. Zwei Männer in Kleidung aus Leder standen hinter ihnen. Alle beide hielten ein Schwert in ihrer Hand. Auf ihren Rücken hatten sie runde Holzschilder. >>Los aufstehen!<<, raunte der eine. Dennis und Celes folgten der Anweisung. Er musste etwas tun. Wer weiß was die hier wollen und was sie den Bewohnern des Tempels antun werden. Dennis schlug seinen Arm zur Seite, genauso wie er es gelernt hatte. Der eine Mann flog mit einem lauten Platsch in das Wasser des Sees. Sein Kumpel reagierte schnell und griff Dennis an. Dieser packte den Arm des Angreifers und Elektrizität knisterte in seinen Händen. Der Mann schrie und brüllte, dass er ihn loslassen soll. Sein Kumpel kam aus dem Wasser und wollte Dennis erstechen. Dieser machte eine schnelle Drehung und die Klinge durchbohrte den Mann, den Dennis noch festhielt. Dennis schnappte sich nun das Schwert des Toten und parierte den Hieb des zweiten Mannes. Mit einem Schlag trennte Dennis ihm die Hand und rammte seinen Gegner das Schwert in die Brust. Der leblose Körper fiel stumm zu Boden. Dennis erwachte aus seiner Trance und sah sich das Resultat des Kampfes an. Verwirrt sah er zu Celes. Geradezu schockiert starrte sie auf die Leichen, der beiden Männer. Dennis Kopf schmerzte auf einmal. >>Wir haben hier noch zwei gefunden!<<, brüllte eine Stimme und schon waren Dennis und Celes von Soldaten umringt. Dennis ließ das Schwert fallen. Die Soldaten umzingelten sie und fesselten ihre Hände. Sie wurden zu dem großen Platze vor dem Tempel gebracht, wo bereits viele weitere Bewohner versammelt wurden.
>>Sind das alle Bewohner, die ihr gefunden habt?<<, ertönte eine strenge Stimme. >>Ja Sir, das sind alle Bewohner dieses Tempels!<<, antwortete eine andere Stimme.
>>Dann los, setzt sie in Bewegung, damit wir den Sammelplatz zeitnah erreichen!<<
Die Soldaten liefen nun hin und her, um dafür zu sorgen, dass sich die Bewohner des Tempels in Bewegung setzten. Langsam bildete sich eine lange Schlange und sie gingen los. Dennis ging einfach mit. Was blieb ihm auf auch anderes übrig? Wenn er sich weigerte würden sie ihn töten. Während des gesamten Marsches hielt Dennis seinen Kopf gesenkt. Das Schlagen der Peitsche und das Flehen der Leute, die um Gnade baten, drangen an sein Ohr.
Der Morgen brach an und langsam wurde die Welt um ihn herum hell. Sein Magen knurrte sehr und seine Kehle brannte. Sie sind die gesamte Nacht durchgewandert und befanden sich nun auf einer großen Wiese, auf der einige Schiffe mit Propellern standen. Die Schiffe selbst sind riesig und würden genug Platz für alle Bewohner des Tempels bieten. Wenn man sie alle nah beieinander stellen würde. Zu Dennis entsetzen wird ihnen genau dieses Schicksal zuteilwerden. In der Ferne konnte eine lange Schlange sehen. Mehrere hundert Menschen wurden in eines der Schiffe gesteckt. Ihre Gruppe wurde nun zu einem kleinen Fluss geführt, über den man mit viel Anlauf rüber springen könnte. >> Ihr dürft euch hier etwas trinken!<<, sagte einer der Soldaten und das ließen sie sich nicht zweimal sagen. Dennis trat ran, formte seine Hände zu einer Schale und trank etwas Wasser. Gierig und hastig trank er das Wasser und spürte sich belebt als es durch seinen Körper floss. Bei seinem siebten Schluck hielt er inne und sah auf. Er spürte eine ihm unbekannte Präsenz. Aber sie fühlte sich auch irgendwie sehr vertraut an. Er sah sich um, konnte aber niemanden sehen von dem die Aura ausging. Dennis starrte zum anderen Ufer des Flusses, hinüber zu den Büschen und Bäumen.
>> Los jetzt, zu den Schiffen!<<, rief einer der Soldaten. Hastig nahm Dennis noch einen Schluck Wasser und ging mit seiner Gruppe zu einem der Luftschiffe. Langsam gingen sie hinein und suchten sich einen Platz, an dem sie sich ausruhen konnten. Dennis suchte sich einen Platz am Fenster und setzte im Schneidersitz gegen die Wand. Müde fielen ihm die Augen zu.

Er stand in eine Halle aus Holz, Stein und Eisen. Er selbst hielt ein Holzschwert in seiner Hand und stand einem Jungen gegenüber. Dennis schätzte ihn auf zehn Jahre. Erst jetzt erkannte er, dass es sich bei dem Jungen um seinen Bruder Friedrich handelte. Am Rand standen zwei Männer und ein weiterer Junge. Den einen Mann kannte er. Es war sein Onkel und Mentor Richard Großberg, der auch sein Vorgesetzter war. Der Mann neben ihm hatte silbernes Haar und ein strenges Gesicht. Hans Lenz, der vor eineinhalb Jahren von seinem Sohn Theodor getötet wurde. Der Junge neben dem alten Mann, war der Theodor Lenz, den Dennis kannte, bevor er ihn als Ignis wiedersah. Sein Alter könnte bei 18 liegen, also die Zeit, in der er mit Cordelia Eccher zusammen gewesen sein könnte. Doch irgendetwas stimmte nicht mit ihm. Eine dunkle Aura ging von ihm aus. Eine schwarze Materie hüllte ihn ein und er begann sich zu verändern. Theodor Lenz wurde größer und älter. Nun hielt er ein Schwert mit einer Klinge aus Silber und Gold in seiner Hand. Todbringer! Blut tropfte von seinen Händen. Der Mann ging auf Dennis zu und rammte ihm das Schwert in seine Brust. >>Das was geschehen ist, war gerade erst der Anfang, mein alter Freund!<<, sagte Theodor mit kalter Stimme und Dennis fiel nach hinten. Hinab in einen bodenlosen Abgrund. Stimmen waren zu hören, die etwas riefen. Doch er konnte sie nicht verstehen. Dennis fiel mit einem lauten Platsch in ein Gewässer. Ihm war so kalt und so warm zugleich. Blut stieg aus seinem Körper. Um ihn herum wurde alles schwarz.
Langsam öffnet er seine Augen. Er befand sich nun in einem Raum, in einem Luftschiff, und hier sind auch noch hunderte und aberhunderte menschenähnliche Wesen. Ihre Namen blitzten plötzlich in seinem Kopf auf. Kobolde, Elfen, Harpyien und Elden!
Da war sie wieder! Diese unbekannte und doch so vertraute Aura. Wer kann das nur sein?
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