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Dennis Silberstein 4 - Das gefallene Königreich

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / Gen
Engel & Dämonen Fabeltiere & mythologische Geschöpfe Kobolde & Feen Ritter & Krieger Zauberer & Hexen
22.08.2020
06.03.2021
30
40.962
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29.08.2020 1.492
 
Lucina öffnete langsam ihre Augen und fasste sich an den Kopf. Er schmerzte sehr. Was genau war vor ihrem Sturz, in das weiße Licht, noch mal geschehen? Jetzt fiel es ihr wieder ein! Imelda wollte sie töten. Jemand hatte ihr den Auftrag erteilt sie und Dennis zu töten. Doch Dennis war bereits tot. Er wurde von Ignis mit der Todesklinge Gladium Umbra getötet.
Langsam stand sie auf. Bis auf einige Schürfwunden schien sie unverletzt zu sein. Wie war das möglich? Stopp! Eins nach dem anderen! Ermahnte sie sich. Zuallererst brauchte sie eine sichere Unterkunft und musste erfahren, wo genau sie sich befand. Um sie herum gab es nichts als Gras. Saftiges grünes Gras. Der Himmel selbst war klar. Ab und zu wurde die Sonne von einigen dicken weißen Wolken bedeckt. Lucina ging einige Schritte und stieß mit dem Fuß gegen etwas hartes. Es war ein Schwert mit einem goldenen Griff. Königsklinge! Eine Waffe die einst im Besitz von Friedrich Großberg war, dem Urgroßvater von Dennis. Dennis hatte ihr die Waffe für den Kampf gegen Uranus geliehen. Sie hob das Schwert auf, schnallte es an ihrem Gürtel und ging weiter. Die Sonne brannte förmlich auf die Erde. Die junge Frau zog ihre Jacke aus und setzte sie sich auf den Kopf. Nun hatte sie wenigstens etwas Schatten. Das Gras wurde nach einer Weile immer kleiner. Schließlich gelangte Lucina an einem See. Sie war am verdurstet. Ein Naturgeist, genannt Dryade, erschien vor ihr und lächelte sie an. Sie sah aus wie ein kleines Mädchen. Ein kleines rundes Gesicht mit kleinen Sommersprossen. Ihre Haare sind zu zwei Zöpfen geflochten. >> Hallo, du<<, begrüßte das Zauberwesen Lucina. >> Komm ruhig näher! Du kannst ruhig von dem Wasser trinken.<< Lucina trank aus Vorsicht einen kleinen Schluck. Welch eine Erfrischung. >> Du sag mal, könnte ich dich um einen Gefallen bitten?<<, fragte der Naturgeist unschuldig.
>> Natürlich. Dann kann ich mich bei dir für dein Wasser bedanken<<, erwiderte Lucina.
>> Einige Freunde von mir stecken in Schwierigkeiten! Ein Bergtroll terrorisiert sie schon seit einiger Zeit. Könntest du dich um sie kümmern?<<
>> Natürlich<<, sagte Lucina und stand auf. Der Bergtroll wird innerhalb von Minuten erledigt sein. Immerhin hatte sie eine Waffe bei sich, die jede Haut wie Luft durchschnitt. Einige Windgeister erschienen neben Lucina und führten sie mit Hilfe von Blütenblättern zu dem Bergtroll. Man führte sie zu einer Lichtung, auf der es in der Mitte einen Aschehaufen gab. Große Fußabdrücke befanden sich drumherum. >> Das Ungetüm kehrt jede Nacht hierher zurück und reißt neue Bäume aus<<, erzählte ihr eine Dryade. >> Bitte töte ihn schnell! <<
Lucina nickte stumm und positionierte sich im Gebüsch. Erst jetzt stellte sie fest, wie müde sie doch war. Langsam fielen ihr die Augen zu.

Ein mächtiges Beben riss Lucina aus ihrem Schlaf. Inzwischen war dunkel geworden und auf der Lichtung brannte nun Feuer. Lucina sah vorsichtig aus ihrem Versteck hervor und entdeckte den Bergtroll vor einem Lagerfeuer. Neben ihm stand eine Tasche aus Leder, in die ein ganzer PKW gepasst hätte. Seine Haut ist extrem blass und rau. Seine Hände sind so groß wie Lucina. Die Nase ist platt und in seinem Mund befinden sich kaum noch Zähne. Eifrig schmiss der Troll Blätter, Kräuter und einige magere Fleischstücke in einen verbeulten Topf hinein. >> Ha ha<<, lachte der Troll und warf noch eine Handvoll Blätter in den Topf. >> Heute lassen sich diese läschtigen Naturjeister wieder nischt bligen. Habe langsam kapiert, dat man mehr braucht als ein paar Zauberschen um mick zu töden.<< Nach einer Weile setzte sich der Troll hin füllte sich etwas Suppe in eine Holzschale. Lucina zog Königsklinge aus seiner Scheide und schlich sich leise von hinten an Troll heran. Mit voller Wucht rammte die junge Frau das Schwert in den Rücken des Trolles.
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Es dauerte einen Moment bis Lucina begriff, dass Königsklinge gerade mal mit der Spitze im Rücken des Trolles steckte. Dieser drehte sich um und starrte Lucina überrascht an. >> Also hab ick mir den Schmerz nischt einjebildet. Du jommst in den Kopf.<<
Lucina schlüpfte unter der Hand des Trolles hindurch, ehe er sie packen konnte. Die junge Frau rannte zum Feuer und warf dem Troll einige brennenden Zweige vor die Füße. Unbeeindruckt schlurfte das Ungetüm über die Äste, ohne auch nur ein Wimmern von sich zu geben. Womöglich ist seine Hornhaut an den Füßen so dick, das er kleinere Flammen einfach austreten konnte. Dann will sie mal schauen, was er über ein großes Feuer sagt. Lucina ging einige Schritte auf ihn und rannte dann in Richtung Feuer. Der Troll ging auf die Knie und verfolgte sie mit seinen Händen. Ganz knapp sprang sie über die Flammen und hörte hinter sich einen Gong gefolgt von einem lauten Jaulen. Der Troll ist mit seiner Hand gegen den Topf gekommen und hatte sich die Suppe auf den Arm verteilt.
Während er noch beschäftigt war, kletterte Lucina auf ihn hoch und zog Königsklinge aus dem Rücken des Bergbewohners. Dieser stand nun auf und Lucina fiel auf dem Boden. >> Du landes in gen Kopf!<<, schimpfte er und griff mit seiner gesunden Hand nach Lucina. Was sollte sie nur tun? Die Waffe hatte ihre Schärfe verloren und nun würde sie für ihren Leichtsinn sterben! Verzweifelt schwang sie im letzten Moment Königklinge gegen die Finger des Trolles. Benommen hörte sie, wie etwas zu Boden fiel und einen Schmerzensschrei des Trolles. An seiner Hand fehlten einige Teile seiner Finger! Blitzschnell stand Lucina auf und warf Königsklinge in die Brust des Trolles, mitten ins Herz! Der Bergtroll riss die Augen weit auf und fiel dann schwerfällig zu Boden.
Lucina kletterte ein zweites Mal auf den Troll und zog das Schwert aus seiner Brust. Die Klinge ist nun wirkt nun wieder stumpf und leblos. Sie hatte davon gehört, dass solche Waffen eine Art eigenen Willen besitzen. Früher hatte sie so etwas für Schwachsinn erklärt, doch nun war es anders. Doch nun da Lucina es selbst erlebt hatte, fing sie langsam an daran zu glauben. Lucina ging nun zu der Tasche des Trolls und kletterte hoch. Vielleicht gab es dort noch etwas, was ihr nützlich sein könnte. Drinnen lag nicht mehr viel. Einige Schnüre, ein paar Tierfelle und ein Schwert? Lucina sprang rein und landete sanft auf den Fellen. Sie schnappte sich das Schwert und kletterte an dem Gurt wieder hoch, was gar nicht so einfach war, da sie immer wieder abrutschte. Als Lucina wieder draußen war sah sie sich das Schwert nun genauer an. Die Waffe war in einem guten Zustand. Man musste sie nur noch schärfen. Müde legte sich Lucina erneut in auf ihren Schlafplatz und schlief ein.
Als sie wieder erwachte war es bereits sehr hell. Im Halbschlaf sah sie auf ihre Armbanduhr. 8:30. Das ging noch. Bevor sie jedoch zurück zum See geht, muss sie etwas essen. Abgesehen von den ein oder anderen Beeren, wo sie sich war, dass sie komplett ungefährlich waren, hatte sie nichts Richtiges zu essen gehabt, weswegen sie sich über die Suppe des Trolles hermachte, was gar nicht so einfach war. Immerhin wäre eine Art Schale nun ganz nett, doch Not macht kreativ. Lucina schnappte sich den Löffel des Ungetüms und füllte sich darin Suppe ein. Während sie noch aß kamen die Windgeister angesaust und begrüßten. >> Du lebst ja!<<, rief eine von ihnen. >> Wir dachten schon, dass es dich erwischt hätte wie den Minotauren oder den Tiermenschen, die wir um Hilfe gebeten hatten. <<, rief eine Andere.
>> Könntet ihr mir bitte sagen, wo ich denn hier genau bin?<<
Die Windgeister sahen sich fragend an. >> Du bist hier in Eden. So lautet der Name dieser Welt.<<
>> Gibt es hier noch weitere Menschen? Oder Siedlungen?<<
Mit einem Mal sahen die Windgeister nicht mehr so freundlich aus. >> Hör uns bloß damit auf. Die Menschen in den Häusern sind am schlimmsten<<, schimpfte die eine. >> Sie besitzen keinen Respekt vor der Natur<<, rief die andere.
>> Ich wollte euch nicht beleidigen, keineswegs, aber ich bin nicht von hier. Ich bin aus einer anderen Welt!<< Und so erzählte Lucina den Windgeistern von ihrer Welt. Diese sahen danach nicht mehr sehr freundlich aus. >> Menschen sind noch grausamer, als wir dachten,<< entschied die Erste. >> Aber da du unseren Freunden geholfen hast, wollen wir dir auch helfen. Du musst wissen, dass nicht alle Menschen uns gegenüber respektlos sind. Am Ende des Waldes befindet sich eine Gruppe von Menschen, die unsere Regeln so gut es geht, beachten. Wir können dich zu ihnen bringen!<<
>> Das wäre sehr nett<<, antwortete Lucina und so machten sie sich auf den Weg.
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