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Dennis Silberstein 4 - Das gefallene Königreich

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / Gen
Engel & Dämonen Fabeltiere & mythologische Geschöpfe Kobolde & Feen Ritter & Krieger Zauberer & Hexen
22.08.2020
06.03.2021
30
40.962
1
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Dieses Kapitel
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05.12.2020 1.145
 
Lucinas Augen verfolgten den Adler, der Dennis gepackt hatte. Der riesige Vogel flog ihn sicher zum Festland. Bevor sie zu ihren Freunden zurückging, begutachtete Lucina den Vogel, den Dennis zerteilt hatte. Kabel schauten aus dem mechanischen Körper raus. Manche zuckten und blitzten noch. Was war sein Sinn und Zweck?
Lucina kehrte nun zu ihren Freunden zurück. Die vier Kobolde stiegen abwechselnd hinab in den Turm und tauchten dann wieder auf. Korshak lag etwas abseits und ruhte sich aus. Sein Körper wurde durch den Kampf mit dem Bären stark verletzt. Unzählige Kratz- und Bissspuren waren zu sehen. Lucina machte sich daran den Körper des Tigers mit Salbe einzureiben.
>> Wir haben den Gang gefunden!<<, verkündete Kaeldori. >> Kann Korshak da ohne Probleme rein?<<, fragte Lucina besorgt. Kaeldori sah sie zweifelnd. >> An sich nicht. Aber er muss es schaffen! Die Crutier werden bald mit Verstärkung hier sein.<<
>> Es geht schon. Das bisschen Wasser hält mich nicht auf.<<, sagte Korshak mit müder Stimme. Der Tiermensch stand mit wackeligen Beinen auf und sprang ins Wasser. Lucina und Kaeldori folgten ihnen. Alles um sie herum war dunkel. Kaeldori hatte zwei kleine leuchtende Kugel aus Energie in ihren Händen und schwamm voraus. Nach dem es eine Weile nach unten ging, schwammen sie dann wieder nach oben. Korshak lag müde auf dem Boden und atmete schwer. Die drei befreiten Kobolde waren bereits dort und umarmten dann Kaeldori. Sie winkten ihnen zum Abschied zu und ließen das ungewöhnliche Trio allein zurück. >>Wir sollten uns lieber ein sicheres Versteck suchen. Ich will nicht wissen, was hier unten umherläuft! <<, sagte Lucina und half Korshak auf.
Die unteren Ebenen dieser Stadt waren aus glattem grauem Stein gebaut worden. Auf ihrem Weg begneten sie niemanden, was auch gut war. In dieser schlechten Verfassung hätten sie keinen Kampf austragen können. Letztlich schafften sie es zu einer Kammer, die sich an der Seite befand. Nahe dieser Kammer gab es einen Wasserlauf. In diesem Raum gab es einige Regale aus Holz in dem ein paar Bücher standen. Korshak legte sich in die Mitte der Kammer und schlief ein. Die Frauen ließen ihren Kameraden in Ruhe schlafen und erkundeten die Gegend. Allzu weit entfernten sie sich aber nicht, um sich nicht zu verlaufen. Mit einem Mal hörten sie Stimmen! Stimmen, die immer näherkamen. Das hatten ihnen gerade noch gefehlt. Die Kobolde mussten sie verraten haben, es konnte nicht anders sein! Kaeldori und Lucina positionierten sich an der Seite einer Kreuzung. >> Bist du sicher, dass wir hier richtig sind, Avadas? <<, ertönte die Stimme eines jungen Mannes. >> Die Präsenz kommt von dort!<<, antwortete ein alter Mann. Konnten sie etwa die Macht der Schwerter spüren? Das darf doch wohl nicht wahr sein! Lucina konnte ihre Kameradin in dieser Situation nicht kontaktieren, da es zu dunkel war und die unbekannten Neuankömmlinge viel zu nah waren. Das Licht ihrer Lampen, Fackeln oder was auch immer sie verwendeten wurde schwächer, doch die Schritte wurden immer lauter. Sie wollten ihren Weg der Kommunikation weiter einschränken. Lucinas Hand glitt zu Königsklinge und nun hieß es den richtigen Moment abwarten. Der erste Unbekannte schritt an ihnen vorbei und schon geschah etwas äußerst Merkwürdiges. Lucinas Bewegungen waren extrem langsam. Als ob sie sich in Zeitlupe bewegen würde. Kaeldoris Pfeil flog gemächlich auf den Unbekannten zu. Nun kamen immer mehr von ihnen aus dem Gang. Ihre Waffen bestanden aus simplen Bauernwerkzeugen. Ein Dreschflegel, das war ein Stab aus Holz an dessen Ende ein langer Holzklotz locker angebunden war. Einige hatten Sensen und wenige Privilegierte trugen Schwerter bei sich. Die Angreifer umzingelten sie in aller Ruhe. Kämpfen war nun ausweglos. Schon wieder! Es war schon das dritte Mal und es Lucina regte es einfach nur auf.      
Ein alter Mann sah sie prüfend an. Seine Augen wanderten zu Königsklinge und er schnalzte missbilligend mit der Zunge. Lucinas Bewegungen wurden wieder normal, doch das tröstete sie kein bisschen. >> Die Kobolde haben uns von euch erzählt. Ihr hättet jemanden der schwer verletzt sei. Wir können ihn heilen!<<, sagte der alte Mann. Kaeldori murmelte etwas davon, das ihr dieses ganze Gefangennehmen so langsam auf den Sack ginge. Widerstandslos gingen die beiden Frauen mit den Männern mit und führten sie zu ihrem Lager. Anscheinend sind sie wirklich gekommen, um ihnen zu helfen. Fünf von ihnen hoben Korshak hoch und brachten ihn raus aus der Kammer. >> Folgt uns!<<, sagte der Alte und sie gehorchten. Lucina fragte sich wer diese Leute sind. Scheinbar wollten sie ihnen wirklich helfen und wer weiß, vielleicht gibt es hier noch Menschen, die wissen, was Barmherzigkeit ist.
Die Gruppe führte sie hoch in eine völlig andere Welt. Verschiedene Wesen tummeln sich hier. Sie redeten und lachten, schärften ihre Waffen und Werkzeuge oder gingen irgendeiner Tätigkeit nach. Kaeldori löste sich von ihnen und rannte auf eine Gruppe Kobolde zu. Sie umarmten sich alle und jubelten. Einige von ihnen weinten. >> Was ist das hier für ein Ort?<<, fragte Lucina einen jungen Mann mit hohen Wangenknochen und gutem Aussehen. Er lächelte sie freundlich an. >> Dies ist unser Versteck. Die Stadt der Höhlenlöwen!<<, sagte er fast schon feierlich. >> Wir wollen ein freies Crutus in den Händen des Volkes haben. Wenn du willst, kann ich dir hier alles zeigen!<<
>> Das kannst du später tun, Serveant! <<, unterbrach sie der alte Mann. >> Zuerst würde ich mich gerne mit ihr unterhalten. << Lucina folgte den alten Mann in eine Kammer in der er es bis auf ein Bett, einen Tisch, drei Stühle und einem Schrank nicht viel gab. Wobei das auffälligste hier ein alter, verbeulter und verschmutzter Schild ist auf dem ein Adler abgebildet war, der an der Wand hing. >> Woher hast du dein Schwert?<<, fragte der alte Mann mit Namen Avadas und deutete auf Königsklinge. >> Es wurde mir geschenkt! <<, antwortete Lucina, wie schon bei der Hexe Blocksberg. >> Von wem genau, Mädchen? Deinem Vater? Deinem Großvater? <<, hackte Avadas nach. Lucina schüttelte den Kopf. >> Ein Freund hat sie mir geschenkt! << Avadas überlegte kurz und sagte dann nur, >> Du kannst nun gehen!<<
Lucina folgte Avadas Anweisung und verließ seine Kammer. Draußen traf sie wieder auf Serveant, der auf sie gewartet hatte. Voller Begeisterung zeigte Serveant ihr alles. Lucina fand das alles sehr interessant, doch ihre Gedanken wanderten immer wieder zu Avadas.
Der alte Mann war irgendwie eigenartig. Seine Augen sind immer wieder zu dem Schwert gewandert. Avadas hatte es scheinbar nicht merkwürdig gefunden, dass man ihr das Schwert geschenkt hatte. Er hatte ein Geheimnis, das war sicher. Lucina war sich sogar ziemlich sicher, dass er das Schwert kannte.
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