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Dennis Silberstein 4 - Das gefallene Königreich

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / Gen
Engel & Dämonen Fabeltiere & mythologische Geschöpfe Kobolde & Feen Ritter & Krieger Zauberer & Hexen
22.08.2020
06.03.2021
30
40.962
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28.11.2020 1.730
 
Dennis trat in den Thronsaal seines Herrn, welcher gerade mit einer Kriegerin sprach. >> Das sind äußerst interessante Informationen Kjell. Die Strafe bleibt dir ausnahmsweise erspart. Kehre nun zurück in deine Kammer. << Kjell stand auf und warf Dennis, im Vorbeigehen, einen vernichtenden Blick zu. >> Wie geht es mit deinem Training voran?<<, erkundigte sich Saturn bei Dennis. >> Es geht zu meinem Bedauern sehr langsam voran, Herr. <<, beichtete Dennis und kniete vor Saturn nieder. >>Ich habe einen Auftrag für dich! Du wirst dich Zehrox und Godwin auf den Weg machen zur versunkenen Festung. Laut eines Informanten wird es dort eine Gruppe geben, die versuchen möchte in die Stadt zu gelangen. Bring mir die Frau mit den schwarzen Haaren und tötet ihre Gefährten!<<
>>Ja, Herr! <<, sagte Dennis nur und verließ den Thronsaal.
Unten am Haupttor des Palastes warteten seine Gefährten, wenn er sie denn so nennen möchte, auf ihn. Bei Zehrox handelt es sich um den Tiermenschbär, der Dennis aus dem Hexendorf fortgebracht hatte. Godwin war ein Mann mit einem vernarbten Gesicht und krummen Rücken. Die beiden sahen Dennis hasserfüllt an, er auf sie zu kam. Ohne ein Wort zu sagen. Während sie durch die Stadt gingen überkam ihn die Sehnsucht nach Friedrichs Stadt. Seinem großen Marktplatz, seinem kleinen Supermarkt, seinem kleinen Gebrauchtwarenladen, seinem kleinen See und vor allem nach seinem idyllischen Treiben. Die Stadtbewohner, die sich den neuesten Tratsch erzählten, ein kurzes Schwätzchen während der Arbeit hielten oder sich einfach nur Witze erzählten. Hier in der Stadt des Saturns konnte er einige Parallelen erkennen. Kleine Händler, die allerlei Waren anboten und versuchten sich gegenseitig die Kunden wegzunehmen. Kinder, die allerlei verschiedene Spiele spielten, mit Holzschwertern, Puppen oder Bällen. Frauen, die sich dieses und jenes erzählten. Das Einzige, was nicht in das Stadtbild passt sind die Sklaven, die diverse Aufgaben für ihre Meister übernehmen. Die Gruppe trat aus der Stadt und bog gleich nach rechts ab. >> Was ist eigentlich die versunkene Festung? <<, fragte Dennis, doch seine "Kameraden" ignorierten ihn. Er hatte keine Antwort erwartet. Weshalb sollten sie ihm auch eine Antwort geben? Für sie war er nichts weiter als ein dreckiger Sklave! Langsam wurde die Luft salziger und der Wind wehte stärker. Sie gingen an den Rand einer Klippe. Dennis erkannte eine Mauer, die nahezu nahtlos an die Felsen gebaut wurde und nach unten gebaut. Teile davon sind bereits eingestürzt. Dennis verstand, weshalb es man sie die versunkene Festung nannte. Das Meer hatte weite Teile der Festung überflutet. Man konnte gerade noch einige Gebäude erkennen. Die Wellen schlugen immer wieder gegen die Mauer, die gerade einmal zwei oder drei Meter aus dem Wasser schauten. Eine äußerst große Welle schlug gegen eine Mauer und riss sie ein. >> Und was sollen wir nun tun?<< Zu Dennis Bedauern begann der hässliche Mann damit ihn anzugrinsen. >> Wir gehen da runter und du gehst voran!<<, sagte der Mann und schenkte ihm ein recht zahnloses Lächeln. Dennis ging ein paar Schritte zurück, nahm Anlauf und schon rannte er los. Der Halbelde näherte sich der Klippe immer schneller und sprang im letzten Moment ab. Dennis flog durch die Luft und landete auf der Oberfläche der Mauer. Sie war verdammt feucht. Im Nachhinein war diese Idee äußerst dämlich gewesen. Doch seine Kumpanen schienen ihn auf diesem Weg zu folgen, denn sie landeten genau vor ihm. >> Was du kannst, können wir schon lange!<<, knurrte Zehrox. Die Mauer war, soweit Dennis es beurteilen konnte, mehrere Kilometer lang. Wie viele genau konnte er nicht sagen. >> Der Geheimgang befindet sich dort hinten! <<, sagte Godwin und deutete nach Westen. >> Dort gab es früher einmal einen Turm. Dank eines versteckten Mechanismus war es möglich einen Geheimgang frei zusetzen.<<, erklärte Godwin Zehrox mit gedämpfter Stimme. >> Wenn wir Glück haben sind wir vor ihnen dort!<< Und so machten sie sich auf den Weg zum Turm oder zumindest zu dem, was von ihm noch übrig war, denn dieser Teil war fast vollständig zerstört. Ein guter Teil war aber noch vorhanden. Godwin wollte gerade etwas zu Dennis sagen, als plötzlich ein Pfeil seine Brust durchbohrte. Weiter hinten konnten sie eine Gruppe erkennen, die aus sechs Personen zu bestehen scheint. Einer von ihnen war ein Tiermensch mit der Gestalt eines Tigers, vier von ihnen waren recht kleinwüchsig, womöglich Menschen oder Zwerge, und unter ihnen befand sich Lucina. Dennis Herz klopfte nun wie wild. Es war also doch kein Traum gewesen! Neben ihn ertönte ein Klicken. Er sah sich um und erkannte einen Falken aus Metall, der ihn mit seinen goldenen Augen anstarrte. Dennis konnte sich schon denken, wofür das Ding da ist. Es soll ihn überwachen! >>Du lenkst sie ab und ich beschütze den Eingang! <<, knurrte der Bär. >> Und keine Tricks! Andernfalls werfe ich dich ins Meer! << Dennis blieb nichts anderes übrig als den Befehlen des Bären Folge zu leisten. Er zog sein Schwert und ging auf die Gruppe zu. Lucina unterhielt sich kurz mit ihren Gefährten und kam dann genau auf Dennis zu. Als sie näher kam, konnte er Königsklinge in ihrer Hand erkennen. >> Es freut mich sehr, dass du am Leben bist!<<, begrüßte sie ihn.
>> Ich freue mich ebenfalls zu sehen, das es dir gut geht!<<, erwiderte Dennis und lächelte matt. >> Es wäre nur schöner gewesen, wenn wir uns unter besseren Umständen wieder gesehen hätten! Ich habe den Auftrag erhalten dich zu fangen und zu meinem neuen Herrn zu bringen.<<
>> Wirst du es auch tun?<<
>> Nimm es mir nicht übel, aber ich werde es versuchen. Andernfalls tötet er mich. Was er von dir möchte weiß ich nicht. Es tut mir leid, dass wir uns so wiedersehen müssen!<<, sagte Dennis ehrlich und nahm seine Kampfstellung ein.
>> Mir tut es auch leid!<<, sagte Lucina verbittert und griff an. Dennis spürte mit jedem Hieb Königsklinges Kraft gegen sein Schwert schlagen. Lucinas Angriffe waren gezielt und kraftvoll. Die beiden Agenten erhöhten ihr Tempo immer mehr und versuchten dadurch die Verteidigung ihres Gegners zu durchbrechen, doch beide waren sich ebenbürtig. Dennis Schwert sauste Zentimeter an Lucinas Hals vorbei. Sie vollführte eine schnelle Drehung und ging zum Angriff über. Der darauffolgende Stoß ihrerseits verfehlte zum Glück seine Hüfte. Die Schwerter schlugen erneut gegeneinander. Sie schienen sich kaum zu berühren, so schnell waren sie. Nur die Geräusche ihrer Schläge zeugten davon. Die Waffen verhakten sich ineinander. Mit aller Kraft versuchten sie sich gegenseitig aus dem Gleichgewicht zu bringen. Dennis drehte kurz den Kopf zur Seite. Eine riesige Welle kam direkt auf sie zu. >> Lauf!<<, schrie Dennis zu Lucina und sofort rannten die beiden um ihr Leben. Sie rannten solange bis es hinter ihnen krachte. Die Welle hatte die Mauer, auf der sie bis vor wenigen Augenblicken noch gekämpft hatten, komplett weggerissen. Lucina holte zum Schlag aus, doch Dennis sprang mithilfe der Luft zehn Meter nach vorne. Eine kleine Welle erfasste ihn und riss ihn von der Mauer. Mühsam schaffte er es sich etwas halt an der glitschigen Mauer zu verschaffen und sprang hoch. Lucina kam nun langsam auf ihn zu. Ihre wunderschönen, schwarzen, langen Haare klebten an ihren Schultern. Über ihnen flog der mechanische Falke. Dennis sammelte Windenergie um sein Schwert und feuerte drei Klingen auf Lucina ab. Die Agentin wich diesen gekonnt aus und griff erneut an. Der Halbelde wich jeden einzelnen Angriff aus und ließ es zu, dass sich ihre Klinge erneut verhakten. Der Falke kreiste noch immer über ihnen. Jetzt braucht er nur noch das richtige Timing. Dennis sammelte eine Menge Windenergie um seine Füße und sprang hoch in die Luft. Mit einem gezielten Hieb zerteilte er den Vogel in sein Hälften. Er landete auf der Mauer und schon im nächsten Moment traf ihn ein Pfeil an der linken Schulter. Dieser blieb zum Glück in seiner Schulterplatte stecken. Den nächsten Pfeil wehrte er mit seinem Schwert ab. Eine riesige Welle kam auf ihn zu. War nun seine Zeit gekommen? Würde er hier und jetzt sterben? Ehe Dennis dies heraus finden konnte, packten ihn zwei Krallen an den Schultern und trugen ihn fort. Ein Adler hatte ihn gepackt und brachte ihn sicher auf die Klippe. Von Zehrox fehlte bis jetzt jede Spur. Einige Meter weiter hinten konnte er ihn sehen. Der Tiermensch schleppte sich auf die Klippe und brach zusammen. Sein Körper wies eine Menge Biss und Kratzspuren auf. Drei Pfeile steckten in seinem Rücken. Was sollte er nun tun? Ihn hier und jetzt erledigen und seinem Elend ein Ende bereiten? Und was, wenn er immer noch überwacht wird? Saturn wird sie beide bestrafen so viel ist sicher! Was sollte er nun tun? Verzweifelt sah er sich um. Da entdeckte er den kleinen Jungen und seinem Vater aus dem Hexendorf. >> Ich brauche eure Hilfe!<<, rief Dennis ihnen zu. >> Bitte er braucht Hilfe, andernfalls stirbt er!<<
Vater und Sohn sahen sich verwirrt an. Dennis warf sein Schwert die Klippe hinunter und hob die Hände. >> Ich bin unbewaffnet! Helft ihm!<< Die Hexer sahen sich kurz an und gingen dann auf ihn zu. Schnell holte der Vater einige Kräuter aus seiner Tasche und presste sie auf die Wunden des Bären. >> Danke.<<, sagte Dennis lächelte müde.


Die Türen öffneten sich und Dennis betrat den Thronsaal seines Herrn. >> Und wie ist es gelaufen?<<, fragte Saturn, der ihn anlächelte. >> Mein Herr.<<, sagte der Halbelde und verbeugte sich. >> Es tut mir leid, ihnen sagen zu müssen, dass es mir weder gelungen ist die gesuchte Frau zu fangen, noch das Leben meiner Kameraden zu retten. Sie sind beide tot!<< Saturns Lächeln erstarb auf der Stelle. Der Herrscher klatschte zweimal in die Hände und ein Mann, der eine rote Robe und ein Halsband trug kam herein. In seinen Händen hielt er ein Kissen, auf dem ein Handschuh aus Metall lag. Viele kleine Symbole waren in ihm eingeritzt. Saturn zog ihn an und drückte gegen die Luft. Blitze schossen aus dem Handschuh und trafen Dennis. Der Agent begann lauthals zu schreien.
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