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Dennis Silberstein 4 - Das vergangene Königreich

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12
Engel & Dämonen Fabeltiere & mythologische Geschöpfe Kobolde & Feen Ritter & Krieger Zauberer & Hexen
22.08.2020
28.11.2020
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21.11.2020 1.343
 
Als Lucina am nächsten Morgen erwachte, dachte sie über die Bilder nach, die sie gesehen hatte, als sie aus dem Traum gerissen wurde. Eine Stadt mit antiker Architektur. Ein hochgewachsener Rasen in einem Palast. Und der prachtvolle Thronsaal. Es bestand kein Zweifel. Dennis befand sich in der Hand der Crutier. Sie sah zu ihren Freunden. Seit dem Treffen mit Baba Yaga hatten sie kein Wort mit ihr gesprochen, sie aber auch nicht gänzlich ausgeschlossen. Leise stand Lucina auf und ging aus der Hütte, in der sie seit ihrer Ankunft in dem Hexendorf schliefen. Keiner von ihnen wusste nun, wie es weitergehen sollte, geschweige denn wie sie in die Stadt der Crutier gelangen sollten. >>Wo willst du hin?<<<, ertönte eine Stimme hinter ihr. Korshak stand in der Tür, vermied es aber sie anzusehen. >>Ich wollte nur frische Luft schnappen. In der letzten Nacht hatte ich nämlich einen sehr außergewöhnlichen Traum. << Und so erzähle Lucina Korshak von dem Traum mit Dennis und von den Bildern, die sie am Ende gesehen hatte. Der Tiermensch hörte zu, sagte aber nichts. Als sie geendet hatte sah er sie unschlüssig an. >>Kaeldori und ich sind uns unsicher darüber, ob wir dir vertrauen können. Hexen kann man nie einhundertprozentig trauen, <<
>>und dieser erst recht nicht, <<
>>es aber nun mal so, dass wir nichts über deine Welt wissen. Wir wissen nicht wie du und dein Volk zu unsereins steht, verstehst du?<<
Lucina nickte. Sie konnte ihre beiden Freunde sehr gut verstehen. Deswegen holte sie tief Luft und suchte nach den richtigen Worten. >>Es stimmt leider, dass viele Menschen in meiner Angst vor Tiermenschen haben. Einfach weil sie so selten sind, sie schlimme Erfahrungen mit ihnen gemacht haben oder einfach nur von irgendwelchen schlimmen Vorfällen gehört haben. Ich weiß, dass du anders bist, dass du ein sehr netter Tiermensch bist, aber es gibt eben auch Tiermenschen, die anderen Leid zufügen wollen. Bei Menschen ist das nicht anders. Jeder einzelne von uns unterscheidet sich vom anderen. Man kann nicht jeden in einen Topf stecken oder aufteilen in Gut und Böse. Zumindest in der Regel.<<
Korshak nickte und streckte sich einmal. >>Ich hole uns dann mal was für das Frühstück<<, sagte Korshak und ging in den Wald. Lucina sah zu Kaeldori. Die Koboldin trat aus der Hütte, sagte aber kein Wort zu ihr. Stattdessen murmelte sie etwas davon Wasser zu holen. Um nicht nutzlos rumzusitzen, versuchte Lucina nun ein Feuer an zu machen. Glücklicherweise hatte sie in einem der Hexenhäuser eine Packung Streichhölzer gefunden. Doch zuerst wollte sie es ohne sie versuchen.

>>Und hast du in deinem Traum einen Weg in die Stadt gefunden?<<, fragte Kaeldori während des Essens.
>>Leider nein.<<, gab Lucina zu. >>Ich bin immer noch der Meinung, dass wir einfach…<<
>>Still!<<, sagte Korshak und hob die Hand um sie um Ruhe zu bitten. >>Etwas kommt auf uns zu. Löscht das Feuer und packt alles schnell zusammen! Versucht den Rest am Boden zu verteilen! Vielleicht denken sie dann, dass hier Plünderer waren! << Sie versuchten es so gut wie möglich in die Tat umzusetzen. Alles geschah möglichst leise, aber fix. Sie versteckten sich rasch hinter einer Hütte.
Eine Gruppe von Soldaten kam in das zerstörte Dorf. Lucina zählte vier von ihnen. Mit ihnen im Schlepptau befanden sich 10 Sklaven. Drei Zwerge, zwei Satyrn, ein Mensch und vier Kobolde. Lucina spürte wie Kaeldori ihre Finger in ihrer Schulter versenkte. >>Wir müssen sie befreien! <<, sagte die Koboldin und machte schon ihre Bogen bereit. >>Warte! <<, sagte Lucina. >>Verfolgen wir sie lieber. Das Feld ist zu offen. Außerdem besitzen zwei von ihnen Schusswaffen. Ehe wir Nummer zwei erreicht haben, sind wir tot. Wir warten lieber auf eine Enge Stelle mit mehr Deckungsmöglichkeiten. <<
Korshak nickte zustimmend. Widerwillig verstaute Kaeldori wieder ihre Waffe.
Die Gelegenheit für einen Überraschungsangriff ließ nicht lange auf sich warten. Schon beim Ausgang des Dorfes war der Weg schmal genug für einen Überraschungsangriff. Der Zug der Crutier war recht langsam, was an den sehr geschwächten Sklaven lag. Weswegen sie dort recht schnell ankamen.
Kaeldori versteckte sich hinter einem Busch, während sich Lucina und Tora direkt neben dem Ausgang stellten. Als die ersten Soldaten vorbeiliefen, schlugen sie zu. Der Pfeil von Kaeldori landete genau im Hals des Anführers. Die Sklaven warfen sich in panischer Angst auf den Boden. Eine der Wachen, ein zwei Meter großer Mann mit haarigen Armen, stürzte sich auf Korshak. Die beiden Krieger lieferten sich einen heftigen Faustkampf. Lucina kreuzte hingegen die Klinge mit einer recht zierlichen Wache. Es könnte sich bei ihr sogar um eine Frau handeln. Diese führte eine Doppelklinge bei sich. Der letzte Soldat nutzte die Sklaven lebendigen Schild und versuchte Kaeldori in ihrem Versteck zu treffen.
Lucina musste eines zugeben. Ihre Gegnerin war nicht ohne. Ihre Verteidigung war nahezu und undurchdringbar. Jeder von Lucinas Schlägen traf eine der beiden Klingen oder den Griff. Und dabei hatte sie schon ihr Tempo mit ihrer Kraft drastisch erhöht. >>Schon mies, wenn dein Gegner den Raum manipulieren kann. <<, höhnte die Frau, deren Stimme durch den Helm sehr gedämpft wurde. >>Dank meiner Fähigkeiten, kann die Geschwindigkeit und die Kraft meines Gegners nachahmen! << Lucina kam auf einmal eine Idee. Für einen kurzen Augenblick wurde alles um sie herum sehr langsam. Die Kriegerin verlor, wie erwartet ebenfalls ihre Geschwindigkeit, aber merklich langsamer als. Im nächsten Moment erhöht Lucina ihr Tempo wieder und schaffte es zwei Treffer zu landen. Einen Stich an die Hüfte und ein Hieb traf die Schulter ihrer Gegnerin. Sie fluchte kurz und löste dann den Verschluss ihrer Doppelklinge. Nun kämpfte sie einhändig gegen Lucina. Kaeldori schaffte es die Beine ihres Feindes zu treffen. Die Sklaven gingen etwas auseinander und die Koboldin beendete den Kampf. Korshak prügelte unterdessen weiterhin mit dem zwei Meter großen Mann, der ein Halbriese zu sein scheint. Der Tiermensch fing den Schlag seines Gegners ab und warf ihn gegen einen Baum. Lucinas Gegnerin erwies sich indessen als sehr ungeschickt im Umgang mit einem Schwert. Die Agentin schlug einem kräftig gegen die Klinge ihrer Widersacherin, welche zur Seite schwankte, und stach zu. Königsklinge landete genau neben ihrem Hals. >> Bist du etwa zu fein, um jemanden zu töten?<<, spottete sie und trat Lucina einmal kräftig in den Magen. Lucina riss es nach hinten und sie landete im weichen Gras. Ein helles Licht leuchtete auf und erlosch wieder. Die Frau war verschwunden.

Die Gruppe befreite die Sklaven von ihren Ketten und versteckten sich tief im Wald. An einem kleinen Fluss tranken sie etwas Wasser und ruhten sich aus. Kaeldori unterhielt sich in aller Ruhe mit den Kobolden. Lucinas Gedanken schweiften währenddessen immer wieder zu dem Kampf mit der Kriegerin zurück. Ihr wurde erneut vor Augen geführt, wie schwächlich doch ihre Kräfte waren. Das Element Zeit war sehr selten und äußerst schwierig zu erlernen, weswegen es auch nie einen guten Lehrer für diese Kraft gab. Kaeldori kam zurück und setzte sich zu ihren Freunden. >> Laut den drei Kobolden gibt es einen Weg in die Stadt. Einen sehr gefährlichen Weg. Es soll einen Weg an den Klippen geben, sie würden uns dahin führen. <<
Korshak und Lucina nickten nur. Sie kamen voran.


Die Kobolde führten die drei Freunde zu einer Festung, die halb im Meer versunken war. Teile der Mauer sind eingestürzt. Der Rest ragte aus dem Wasser und hielt den Angriffen des Mittelmeeres stand. Die Kobolde führten sie die Mauer entlang zu einer Stelle, an der es einen Turm gegeben haben soll. Von dort aus soll einen Geheimgang geben, der sie direkt in die unteren Ebenen der Stadt bringen soll. In der Ferne konnten sie eine kleine Gruppe erkennen, die sich an dem Standort des Turmes befand. Crutier! Kaeldori legte einen Pfeil ein und schoss ihn ab.
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