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Dennis Silberstein 4 - Das gefallene Königreich

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / Gen
Engel & Dämonen Fabeltiere & mythologische Geschöpfe Kobolde & Feen Ritter & Krieger Zauberer & Hexen
22.08.2020
06.03.2021
30
40.962
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14.11.2020 1.430
 
Dennis trat in eine große Halle aus Marmor, die einen Boden aus Sand hatte. Sie erinnerte ihn irgendwie an die Arena der Gladiatoren. Edmund Fürst saß auf einem Stuhl in der Mitte der Halle. >>Guten Morgen.<<, grüßte Dennis ihn, doch der alte Herr sah ihn einfach nur missbilligend an. >>Guten Morgen? Was glaubst du was das hier ist? Ein netter kleiner Schultag, wo du deinem Lehrer scheinheilig “Guten Morgen” sagen kannst und du einfach ein paar armselige Aufgaben löst bis zum Nachmittag?<<
>>Nein das denke ich nicht!<<, schnitt ihm Dennis das Wort ab. >>Mir ist sehr wohl bewusst, dass es hier um Leben und Tod geht…<<
>>Nein tust du nicht!<<, schnitt ihm nun Edmund das Wort ab. >>Du weißt nicht um was es geht! Es geht um viel mehr als das! Für Saturn sind wir nichts weiter als Puppen, die zu seiner Belustigung tanzen. Wenn er von uns genug hat, wirft er uns einfach weg! <<
Dennis erwiderte nichts darauf. Der alte Mann schien wohl viel zu lange hier zu sein. Also setzte er sich einfach in den Schneidersitz vor dem Meister hin.>>Und was soll das nun werden?<<
>>Ich warte darauf, dass sie mich darin unterrichten, was ihnen Saturn aufgetragen hat. <<
Fürst brach in schallendem Gelächter aus. >>Was glaubst du was ich hier bin, Junge? Bin ich etwa Magnus, der seinem Herrn fast die Füße ableckt? Nein nein mein Junge. Solange mich Saturn braucht, solange bleibe ich am Leben. Ich bringe dir rein gar nichts bei!<<
>>Darf ich also davon ausgehen, dass es ihnen egal ist, wenn ich sterbe?<<
Der alte Fürst sah ihn lächelnd an. >>Damit liegst du goldrichtig! <<
Dennis stand auf und verließ die Halle. >>Ich bin wohl nicht der erste “Schüler” von Edmund Fürst.<<, murmelte Dennis während er durch Gänge des Palastes ging. Was soll er nun tun? Wo kriegt er bitte einen Lehrer für Schattenkräfte her? Er war Luftelementarier verdammt noch mal! Es gab hier eine Menge Sklaven. Vielleicht ist ja einer von ihnen mit diesen Kräften vertraut. Vielleicht kann er ihn dadurch am Leben erhalten. Dennis schüttelte den Kopf. Was für eine unsinnige Idee. Es würde viel zu lange dauern, um jemanden zu finden der Schattenkräfte besaß und ein Meister darin war. Dennis gelangte zu einem Hof, in dem es nichts als Gras gab, das wild wucherte und ihm bis zu den Knien reichte. >>Entschuldigung. <<, sagte er zu einer Frau in einem weißen Kleid und einem Ring um den Hals. Eine Sklavin! >>Wozu ist dieser Garten da?<<
>>Die Soldaten dürfen dort trainieren. Aber ich weiß nicht ob es noch erlaubt ist.<<, antwortete die Frau und ging schnell weiter. Dennis sah sich kurz noch mal um und trat dann in den “Garten”. Er ging zu seiner Mitte und setzte sich im Schneidersitz hin. Allmählich verschwanden die Geräusche um ihn herum. Sein Bewusstsein tauchte nun ab. Das Treiben des Palastes wich dem Wind, der mit dem Gras spielte. Das Schlagen seines Herzens war regelmäßig. Dennis spürte wie seine Kräfte seinen Körper durchflossen, wie ein ruhiger Fluss. Und da ist noch etwas anderes. Eine Art Eindringling. Eine dunkle Materie. Ihr Zentrum ist in seinem linken Arm.
Etwas flüssiges glitt über seinen linken Arm. Dennis musste nicht die Augen öffnen, um zu wissen, um was es sich handelte. Die Schatten strichen sanft um seinen Rücken und seinem Kopf. Langsam krochen sie zu seinem rechten Arm. Doch seine Luftkräfte wehrten sich gegen den Eindringling. Die Schatten um seinen linken Arm jedoch hüllten diesen nun vollständig ein und versuchte verzweifelt eine Form an zu nehmen. Dennis wagte es jedoch nicht an etwas zu denken, um die Verbindung nicht zu verlieren. Lichtbringer. Seine Gedanken waren bei Lichtbringer. Dem heiligen Schwert, das nicht in der Lage ist, irdisches Leben zu töten, welches sich einst im Besitz seines Urgroßvaters befand. Jene Waffe die ihm selbst sooft das Leben gerettet hatte. Egal wie unwahrscheinlich es auch sein mag, die Waffe muss in seinem Körper versiegelt sein. Doch er fand nichts. Das Schwert war nicht in seinem Körper. Mit einem Mal traf er auf eine Art Barriere, die ihn nicht durchließ. Egal wie sehr Dennis sich bemühte, es gelang ihm nicht sie durchzubrechen. Eine Art unsichtbare Macht drückte ihn nach draußen. Die Verbindung brach ab.
Langsam öffnete er seine Augen und die Schatten zogen sich langsam in seinem Arm zurück. Ein Klatschen ertönte und Dennis sah nach oben. Saturn und General Claudius Magnus standen eine Etage über ihn und sahen hinab auf den verwahrlosten Trainingsplatz. Der Herrscher sah ihn mit einem breiten Grinsen an und ging dann mit seinem General weiter.

Am Abend legte sich Dennis sofort auf sein Bett. Er fühlte sich einfach ausgelaugt. Nach drei weiteren Meditationen hatte er den Rest des Tages damit verbracht seine neu entdeckten Schattenkräfte kontrolliert einzusetzen, was nicht mit Erfolg gekrönt war. Luft und Schatten sind sich einfach viel zu unterschiedlich. Dennis schloss die Augen und schlief sofort ein.

Er stand in einem Büro, in dem sich eine Büste des deutschen Dichters Gotthold Ephraim Lessing befand. Eine Vitrine mit einem Katana stand in der Ecke. Dennis kannte diesen Ort oder glaubte zumindest ihn zu kennen. Es war das Büro des japanischen Botschafters Ibuki, obwohl er sich nicht sicher ist, dass es genauso aussah. Gab es hier nicht noch Büsten von Goethe und Schiller? Er drehte sich langsam im Kreis, um den Raum zu begutachten. Mit einem Mal blieb ihm das Herz stehen. Lucina stand im Türrahmen und sah ihn unverwandt an. Der Moment schien eine Ewigkeit zu dauern. Begleitet wurde dieser von einer unangenehmen Stille, die wie ein Tuch über sie lag. >>Ist das ein Traum oder die Realität?<<, fragte Lucina zaghaft und ging einige Schritte auf ihn zu. >>Ich denke, das es sich hierbei um einen Traum handelt<<, erwiderte Dennis. >>Ich befinde mich immerhin in einer kleinen Kammer, die sich in einem Palast befindet. <<
Lucina sah ihn mit großen Augen an. >>Das heißt, du bist nicht tot? << Ihre Stimme zitterte leicht bei diesen Worten. Dennis schüttelte mit dem Kopf. >>Nein bin ich nicht! Noch nicht.<<
>>Aber ich habe doch gesehen, wie Todbringer dich durchbohrt hat. Laut deiner Aussage tötet diese Waffe alles Leben mit einem Schnitt.<<
Dennis setzte sich auf einen Stuhl, der vor dem Schreibtisch stand. >>An sich müsste das auch stimmen. Theoretisch dürfte ich gar nicht leben und dennoch tu ich es und zudem besitze ich nun Schattenkräfte.<<
Lucina sah ihn ungläubig an. >>Das ist unmöglich. Es sei denn, du hättest diese Kräfte schon immer gehabt. Dieser Anteil müsste dann aber so schwach sein, dass du keine große Wirkung erzielen kannst.<<
Dennis nickte zustimmend. >>Ja, in der Theorie stimmt das auch, aber der Herrscher Saturn hat irgendwie dafür gesorgt, dass ich nun zum Teil Schatten kontrollieren kann.<<
Lucina setzte sich nun auf den Schreibtisch und rieb sich die Augen. >>Was ist das nur für ein Ort? <<
>>Bist du etwa ebenfalls in dieser eigenartigen Welt gelandet? <<
Sie nickte und sah Dennis nachdenklich an. >>Kann es denn möglich sein, dass wir irgendwie mit unseren Träumen verbunden sind? <<
>>Inwiefern? <<
>>Nun ja, es ist nicht das erste Mal, dass wir miteinander Kontakt aufnehmen. Es ist schon einige Male geschehen. Aber eine Verbindung wie diese hatten wir noch nie! <<
Dennis nickte gedankenversunken. >>Wo befinden sie sich eigentlich? <<
>>In einem Hexendorf, das sich in Italien befinden würde. Wenn wir in unserer Welt wären. Einige Kilometer davon entfernt befindet sich eine Stadt, die einem Reich namens Crutus angehört. Es sind Sklavenhändler, die dafür sogar mehrere Kilometer weit reisen. <<
Dennis erwiderte nichts darauf. Er würde ihr irgendwann erzählen müssen, was seine neue Rolle in diesem System ist. In dem Moment, in dem er was sagen wollte, verzerrte sich die Welt um sie herum und ein kräftiger Sog zog ihn raus. Dennis konnte einige Bilder sehen. Bilder eines Tiermenschen und einer kleinen Koboldin. Eine Hütte auf Hühnerbeinen und das Dorf der Hexen, in dem er die fünf Soldaten getötet hat.
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