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Dennis Silberstein 4 - Das gefallene Königreich

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / Gen
Engel & Dämonen Fabeltiere & mythologische Geschöpfe Kobolde & Feen Ritter & Krieger Zauberer & Hexen
22.08.2020
06.03.2021
30
40.962
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07.11.2020 1.333
 
Lucina, Kaeldori und Korshak rannten hinunter ins Tal. Im Schutz der Bäume gelangten sie unbemerkt an den Rand des Dorfes. Die Crutier waren bei ihrer Aktion äußerst fleißig gewesen. Die Hütten waren zerstört oder brannten. Auf dem Boden lagen die Habseligkeiten der Bewohner, welche die Angreifer nicht haben wollten. Kinderspielzeug, Gräser und getrocknete Pflanzen, Augen, Hörner und Haare von irgendwelchen Tieren, alte verbeulte Kessel, Umhänge mit Flicken, Bücher, deren Zustand nicht den neuesten Zustand besaßen und viele Utensilien, wie Messer und Löffel. Lucina fragte sich, wie weit Blocksberg und ihr Gefolge gekommen sind. Die kleine Gruppe blieb hinter den Bäumen und schlich sich nach vorne zum Eingang des Dorfes. Dort standen noch einige Soldaten, die sich unterhielten. Lucina konnte einige Fetzen ihres Gespräches auffangen. >>Hast du schon von dem Sklaven gehört, der mit uns unterwegs war? Angeblich soll er fünf Soldaten getötet haben. Borks soll ihn dann zu Saturn gebracht haben.<< Sein Kollege lachte laut auf. >>Dann ist diese Missgeburt so gut wie tot! Aber ich habe etwas wesentlich Interessanteres gehört. Angeblich soll unser Herr eine neue Waffe besitzen.<<
>>Glaubt Saturn etwa, dass er mit ihr den angeblichen Putsch aufhalten kann. Von seinen einst sieben Generälen sind nur noch Claudius Magnus übrig.<<
>>Achtung da kommt Magnus!<<, zischte ein anderer Soldat und sofort standen die Soldaten stramm und ordentlich. Die Gruppe sah, wie Claudius Magnus auf seinem Pferd angeritten kam. >>Wir haben Informationen darüber erhalten, dass sich hier in der Gegend einige Hexen von außerhalb befinden sollen. Wir kehren zurück und versiegeln, auf Anweisung unseres Herrschers, die Tore.<<
>>Sir, ist es nicht besser, wenn wir die Hexen suchen und eliminieren?<<, fragte einer der Soldaten.
>>Sie können sich die Umgebung viel zu effektiv zu Nutze machen und uns einfach vernichten. Und nun los!<<, sagte Magnus und die Soldaten zogen mit ihrem General ab.
>>Ob sie mit diesen Hexen Blocksberg und ihre Leute meinen?<<, fragte Kaeldori, als die Soldaten weit genug weg waren.
>>Gut möglich<<, sagte Korshak. >>Erstmal müssen wir herausfinden, wo sich die Sklaven aufhalten.<<
>>Sollen wir uns zur Stadt schleichen und versuchen einen Weg hinein zu finden?<<, erkundigte sich Lucina.
>>Könnten wir, aber das Risiko entdeckt zu werden, könnte zu hoch sein!<<, gab der Tiermensch zu bedenken.
Lucina wollte gerade sagen, dass sie sich zumindest in der Gegend umschauen könnten, als sie in der Ferne ein Stampfen hörte. Auch Kaeldori und Tora hatten es gehört. Das Stampfen wurde immer lauter. Ganz egal was es war, es kam direkt auf sie zu. Ein paar riesiger Hühnerbeine schoss zwischen den Bäumen hervor. Die drei Freunde sprangen dem riesigen Huhn aus dem Weg. Das gewaltige Tier geriet ins Stolpern und fiel der Länge nach auf den Boden. >>Ahh mein Rücken! << Lucina runzelte die Stirn. Normalerweise klagten Hühner nicht über Rückenschmerzen, aber in dieser, ihr unbekannten, Welt kann wirklich alles möglich sein. Die Gruppe kam langsam aus ihrem Versteck hervor. Statt eines riesigen Huhns befand sich vor ihnen eine kleine Hütte aus Holz, deren Bauteile verteilt auf dem Boden lagen. Eine schmutzige alte Frau kam hinter dem Haus hervor. Ihre Kleidung waren zerrissen und standen vor Ruß und Schmutz. Auf ihrer Hakennase konnte man eine riesige dunkle Warze erkennen. Zwei riesige Zähne schauten aus ihrem Mund hervor. Lucina kannte sie von irgendwo her. Als sie eine kleine schwarze Katze entdecke, fiel es ihr wieder ein. Es war die Hexe Baba Yaga, die einst mit der Untergrundorganisation Souterrain zusammengearbeitet hatte. >>Ich weiß, dass ihr euch hinter den Büschen versteckt! Kommt raus! <<, rief die Alte. Die Gruppe kam hervor, bereit für den Kampf. >>Und was sollen wir nun tun, Baba Yaga? <<, fragte Lucina neugierig. Die Hexe sah sie an und starrte ins Leere. >>Keine Ahnung. <<, gab sie dann zu. >>Eigentlich wollte ich dich dafür bestrafen, dass du mit diesem verdammten Preußen meinen lieben Kater verletzt hast, aber ich glaube, das lass ich lieber. <<, sagte sie dann. Kaeldori und Korshak fingen an zu lachen. >>So etwas bescheuertes habe ich noch nie gehört!<<, sagte Korshak und setzte sich auf den Boden. Baba Yaga starrte sie wütend an, sagte aber nichts. >>Was ist eigentlich mit dir geschehen? Von heut auf morgen sind du und deine Bande verschwunden.<<, fragte Lucina, da sie dieser Hexengruppe nur zweimal begegnet ist.
>>Wir wollten eigentlich diese Cordelia Eccher befreien. Walpurgia hatte großes Interesse an ihr. Mit ihrer Hilfe wollten wir Befana stürzen und unsere Brüder und Schwestern davon überzeugen uns unserem Aufstand anzuschließen. Doch daraus wurde nichts. Diese Großbergs oder wie sie hießen, haben dieses Kloster in eine Festung verwandelt. Als wir entkommen sind hat Mare uns alle hierher gebracht. Zumindest diejenigen die noch am Leben waren. Unser Aufstand hätte nicht nur zur Befreiung der Hexen geführt, sondern auch zur Befreiung aller Wesen, die ihr dort drüben unterdrückt!<<
Korshak und Kaeldori sahen sie fragend an. Lucina sagte nichts dazu. Die Hexe hatte leider nicht ganz unrecht. Es gab viele Menschen, die die Wesen der Mythologie als gefährliche Monster oder als Wesen ohne “menschliche” Gefühle an sahen, ähnlich wie Tiere. >>Nicht alle von uns sind schrecklich zu den anderen Völkern. Der Freibund hat viele “nichtmenschliche” Wesen in Führungspositionen. Außerdem gibt es Orte in denen Hexen in Ruhe leben können auch unter Menschen.<< Baba Yaga öffnete den Mund, doch Lucina schnitt ihr das Wort ab. >>Und bevor du mir erzählst, dass der Freibund das auch nur als Fassade benutzt und ebenfalls irgendwelche Verbrechen begangen hat, solltest du dich an deine eigene Nase fassen und darüber nachdenken, was du so alles verbrochen hast. Wen du alles getötet hast zum Beispiel! Deine geliebten Hexenschwester und Brüder zum Beispiel!<<  
>>Sie wollten mich nicht die Menschen angreifen lassen nach dem sie drei von uns verbrannt ha…! <<
>>Nachdem du mit dem Zauberer Fiedelus alle Kinder des Dorfes entführt hast, um sie zu essen! Man hat es herausgefunden und wollte dich zur Rechenschaft ziehen!<<
>>Die Kinder haben wir uns genommen nachdem sie ihn nicht dafür bezahlt haben. Als Fiedelus die Ratten für dieses undankbare Pack vertrieben hat!<<
>>Meinst du etwa die Ratten, die du ins Dorf geführt hast? Und wo wir schon dabei sind, hast du ihnen nicht gesagt, dass sie die drei Hexen am Ende des Flusses töten sollen?<<, konterte Lucina.
Baba Yaga drehte sich nun um und ging zu ihrer Hütte. Offenbar fiel der alten Frau dazu nichts mehr ein. Kaeldori und Korshak musterten Lucina nun leicht misstrauisch, als ob sie nun nicht wissen sollten, was sie von ihr halten sollten. >>Was willst du eigentlich hier?<<, fragte Lucina, um das Thema zu wechseln.
>>Ich suche ein altes Relikt! Die vier apokalyptischen Reiter sind auferstanden und suchen ebenfalls danach. Ich will ihnen zuvorkommen! Dieser Gegenstand soll der Schlüssel zu einer Quelle mit unvorstellbarer Macht sein. Er könnte dafür sorgen, dass du wieder nach Hause kommst!<<
Lucina musste darüber erstmal nachdenken. Baba Yaga einen Weg zu unvorstellbarer Macht zugeben ist alles andere als eine gute Idee, aber es gäbe für sie eine Möglichkeit nach Hause zu kommen. Leider ist die alte Hexe alles andere als vertrauenswürdig. >>Ich denke ich suche mir einen eigenen Weg nach Hause! <<, sagte sie lächelnd. Die Hexe zuckte mit den Schultern klopfte ein paar Mal auf die Füße ihres Hauses und schon stand die alte Hütte auf. >>Dann eben nicht! << Die alte Frau flog hoch zu ihrer Hütte und ging rein. Das Hühnerhaus setzte sich in Bewegung und ging fort.
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