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Dennis Silberstein 4 - Das gefallene Königreich

GeschichteAbenteuer, Fantasy / P12 / Gen
Engel & Dämonen Fabeltiere & mythologische Geschöpfe Kobolde & Feen Ritter & Krieger Zauberer & Hexen
22.08.2020
06.03.2021
30
40.962
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24.10.2020 1.467
 
Seit ihrem Zusammenstoß mit den vier apokalyptischen Reitern sind 4 Tage vergangen. Seitdem hatte Lucina auch keinen weiteren Traum gehabt und sie war froh darüber. Sie wollte nicht wissen, was diese Wesen mit ihnen getan hätten. Korshak und Kaeldori haben ihr danach erzählt, dass dies uralte Geschöpfe seien, die einst Menschen waren, aber irgendwelchen unbekannten Gründen zu dem geworden sind, was sie sind. Lucina hätte sehr gerne mehr über sie erfahren, doch leider gab es hier keine nennenswerten Schriften, die darüber berichten. In den letzten vier Tagen sind sie äußerst schnell vorangekommen. Sie gelangten an den Rand eines Waldes, vor dem sie kurz stehen blieben. >>Ist er das? Ist das der Hexenwald?<<, fragte Kaeldori und sah den Wald argwöhnisch an. Korshak nickte. >>Ja das ist er! Wir müssen hier ganz besonders aufpassen! Hexen können sehr launisch sein...<<
>>... und die Älteren sind widerspenstig und stur noch dazu!<<, vollendete Lucina den Satz. Der Tiermensch nickte zustimmend. Die Freunde betraten den Wald und versuchten höchst wachsam zu sein, was alles andere als einfach war, da sich hinter jeder Ecke etwas verbergen könnte. Trotz alledem versuchten sie ihre Deckung keine Sekunde lang zu vernachlässigen. Die Äste und Zweige der Bäume standen so dicht beieinander, dass kaum Sonnenlicht durchkam. Es reichte aber, um sich zu Recht zu finden. Ab und zu lief ihnen ein Tier über den Weg, doch sie wagten nicht es zu erlegen, um zum einen nicht vom Weg abzukommen und zum anderen auf Nummer sicherzugehen, dass es sich hierbei bei diesem Wesen um keine Hexe oder Hexer handelte. Sie wanderte den gesamten Tag über und verloren so allmählich das Zeitgefühl. Dank Lucinas Armbanduhr wussten sie wenigstens, wie spät es war. Kaeldori und Korshak selbst orientierten sich normalerweise am Stand der Sonne, aber hier gab es nun mal keine Sonne. An einem Fluss machten sie gegen 19 Uhr rast. Sie wagten es nicht ein Feuer zu machen, um nicht entdeckt zu werden oder zumindest schwerer gefunden zu werden, sollten die Bewohner dieses ominösen Waldes bereits entdeckt haben. Um ihren leeren Magen wenigstens etwas zu füllen tranken sie reichlich Wasser aus dem Fluss. Ihre Fleischvorräte konnten sie ja nicht braten.
Während Korshak und Kaeldori schliefen übernahm Lucina die erste Wache. Im Gebüsch neben ihr raschelte etwas. Vorsichtig stand sie auf und zog Königsklinge so leise wie möglich aus seiner Scheide. Sie versteckte sich hinter einem, in der Nähe stehendem Baum und wartete kurz. Noch ehe Lucina sehen konnte, was aus dem Busch kam, sprang etwas auf der anderen Seite hinter einem Baum hervor. Blitzschnell schlug sie zu, doch schon hing sie kopfüber in der Luft. Tora und Kaeldori wachten auf und versuchten die kleinen Wesen zu bekämpfen, die von allen Seiten auf sie zu kamen. Seile spannten sich um den gewaltigen Körper des Tiermenschen und er fiel zu Boden. Kaeldori hingegen schlug und trat wie wild um sich. Eines dieser garstigen Biester heulte auf. Ein anderer wurde in den Fluss geworfen. Letztendlich schafften sie es auch die Koboldin gefangen zu nehmen. Ihnen wurde Fesseln und Knebel angelegt und sie wurden abgeführt. Die kleinen Biester nahmen wenigstens ihre Sachen mit. Die drei Freunde wurden auf eine Lichtung gebracht, auf der es eine große Ansammlung an Holzhütten gab. Frauen und Männer standen um ein großes Feuer und unterhielten sich. Im Licht des Feuers konnten Lucina erkennen, wie die kleinen Biester aussahen. Es handelte sich um Tiermenschen, die die Gestalt von Füchsen hatten. Sie trugen braune, grüne, rote und gelbe Kapuzen auf ihren Köpfen, die Löcher für ihre Ohren hatten. Auch Hemden und kleine Hosen zählten zu ihrer Kleidung. An ihren Gürteln trugen sie Messer und ihre Bögen. Jeder von ihnen besaß zu dem einen Köcher mit Pfeilen. Die Füchse waren ungefähr einen Meter groß, wobei dies noch etwas zwischen 90 cm und 1,2 Meter schwankte. >>Wir haben diese Eindringlinge am Fluss gefunden, Oberhexe Blocksberg!<<, quiekte ihr Anführer und sie alle verbeugten sich vor einer Frau mit flammendroten Haaren und blasser Haut. Ihre Augen waren kastanienbraun. Die Oberhexe Blocksberg begutachtete die Gefangenen mit strengem Blick. >>Ich werde sie morgen verhören!<<, sagte die Hexe nur und schnippte mit den Fingern. Die drei Freunde wurden in eine Hütte aus Stein gebracht, wo man sie von ihren Fesseln und den Knebeln befreite. Missmutig legten sie sich und schliefen ein.

Am nächsten Morgen öffnete sich die Tür und die Füchse kamen rein. >>Die Oberhexe will mit dir reden!<<, sagte einer der Füchse und deutete auf Lucina. Kaeldori und Tora rührten sich nicht und blieben einfach liegen, als Lucina aus der Hütte geführt wurde. Das große Feuer von gestern war verschwunden. Nun war der Platz von arbeitenden Männern und Frauen und spielenden Kindern bevölkert. Die Bewohner warfen Lucina argwöhnische Blicke zu als sie vorbeiging. Die Tiermenschen führten sie zu einer Hütte über deren Tür ein Schild aus Gold hing, den Ritter benutzten. Die Oberhexe Blocksberg saß auf einem hölzernen Thron und las gerade ein Buch, als der Fuchs mit Lucina eintrat. >>Danke. Du kannst nun gehen!<<, sagte die Hexe und sah nun auf. Der Tiermensch verbeugte sich und ging raus. Lucina sah ihre Sachen auf einem Tisch an der Seite. Königsklinge lag abgeschirmt von allen anderen Dingen ganz vorne. >>Wer seid ihr?<<, fragte die Hexe und stand auf. >>Wir sind Reisende!<<, antwortete Lucina während Blocksberg zu Königsklinge ging. >>Wir hatten keine bösen Absichten ihnen gegenüber.<<
>>Woher habt ihr diese Waffe?<<, fragte Blocksberg und deutete auf Königsklinge.
>>Sie wurde mir geschenkt.<<
Die Hexe lachte bei dieser Antwort auf. >>Hälst du mich für so dämlich, Mädchen? Eine solch mächtige Waffe verschenkt man nicht einfach! Wachen!<< Sofort kamen drei Füchse in die Hütte. >>Bereitet alles für die Reise vor! Wir brechen im Morgengrauen auf. Vielleicht kommen wir noch rechtzeitig!<< Die Füchse verbeugten sich und brachten Lucina wieder in die Hütte zu ihren Freunden.

Am Nachmittag wurden zu einem Schiff aus Holz geführt, welches von einem riesigen Luftballon getragen wurde. >>Rein da mit euch!<<, sagte ein Hexer und brachte sie ins Schiff. >>Ihr werdet den Küchendienst hier übernehmen. Wir brauchen drei Mahlzeiten am Tag! Seid sparsam mit dem Wasser und kocht nicht zu viel. Ihr dürft dann etwas von den Resten abhaben. Ansonsten könnt ihr euch zu den Mahlzeiten etwas Brot, Käse und einige Kräuter nehmen!<< Und mit diesen Worten wurden sie allein gelassen. >>Was glaubt ihr haben, haben die mit uns vor?<<, fragte Lucina, während sie anfing Kartoffeln zu schälen.
>>Na ja, die Wachen haben sich etwas unterhalten und dabei haben wir erfahren, dass wir ein Geschenk sein sollen für die Crutier sein sollen. Es geht um ein Dorf von Hexen, die in der Nähe von Crutus leben sollen.<<
>>Also sollen wir dafür sorgen, dass die Crutier das Dorf in Ruhe lassen?<<
>>Scheint aber so!<<, erwiderte Kaeldori murrend.

Nach drei Tagen bekamen sie mit, wie sich die Wachen erzählten, dass sie bald da sein würden. Seit diesem Zeitpunkt fühlte sich Lucina gar nicht wohl. Doch anscheinend hatten sie Glück. Gegen Nachmittag rief jemand, >>Zu den Waffen!<< Sie schauten aus dem Fenster und konnten riesige Adler sehen, welche ihr Schiff angriffen. >>Hat jemand eine Nadel oder dergleichen? <<, fragte Lucina rasch. Die Koboldin gab ihr eine Haarnadel und Lucina machte sich daran, das Schloss zu knacken. Nach kurzer Zeit war die Tür offen und sie gingen raus. Die Gruppe eilte zur Kapitänskajüte, um Königsklinge und ihre Waffen zu holen. Mit der Nadel öffnete Lucina auch diese Tür. Glücklicherweise waren dort auch ihre anderen Sachen und die Waffen der Hexen und Hexer. Sie deckten sich mit allem ein was sie gebrauchen konnten und was man tragen konnten. Mit einem Mal gab es eine Explosion und das Schiff befand sich im freien Fall. Verzweifelt hielten sich die drei Freunde irgendwo fest. Zu ihrem Glück landeten sie auf einer Wasseroberfläche. Das Schiff sank unter und tauchte kurz darauf wieder auf. Korshak nahm sich einen großen Kriegshammer und zerstörte das Fenster der Kajüte. Die Freunde sprangen raus und schafften es an das sichere Ufer. Lucina konnte sehen, wie die Hexen und Hexer wild umher rannten und Zaubersprüche gen Himmel schrien. Die riesigen Vögel kreisten über den See, wagten es aber scheinbar nicht herunter zu kommen.
Die Gruppe schlug sich durch den Wald und erklomm einen Hügel. Als Lucina hinunter ins Tal blickte stockte ihr der Atem. Unter ihnen lag ein herrliches Dorf. Ein Dorf das in Flammen stand!
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