Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Camarra

GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 Slash
22.08.2020
22.10.2020
9
34.175
1
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
22.08.2020 3.485
 
Camorra
Prolog
Spanien, was für ein wunderschöner Name für ein so schönes Land, dass an der iberischen Halbinsel liegt. So stand es im Reiseführer den er gerade in der Hand hatte. Wer er war, sein Name war Sebastian Schneider und er war aus beruflichen Gründen auf dem Wege nach Spanien, genauer nach Barcelona.Da er alleinstehend war, dachte die Autofirma mit dem Stern  auf der Motorhaube, dass wäre genau der richtige Job für ihn. Zwar sagten seine Kollegen, beim Abschied dass sie ihn beneideten, aber in Wirklichkeit waren sie doch heil froh, dass die Wahl auf ihn gefallen war.
Ja und ihm selber war es auch mehr als recht, denn genau eine Woche vorher hatte ihm sein Ex Freund verlassen, mit den Worten.
„Nimm es nicht so schwer Basti“, wie er diesen Spitznamen haste“, es waren fünf tolle Jahre, aber nun brauche ich eine Veränderung“. Am liebsten hätte er Otto eine verpasst, aber dann siegte die Vernunft.
„Das trifft sich gut, denn ich habe von meiner Firma ein tolles Angebot erhalten, ja und da jetzt der Klotz an meiner Seite weg ist, nämlich du, werde ich das Angebot annehmen, lebe wohl“, hatte er geantwortet und packte seine Sachen . Ohne noch ein Wort zu sagen, war er dann nachdem er den Haustürschlüssel auf den Tisch gelegt hatte gegangen. Nun saß er hier im Flugzeug und flog nach Spanien.  Plötzlich hörte man im Flugzeug einen Gong und eine weibliche Stimme sagte.
„Bitte stellen sie ihre Rückenlehne wieder aufrecht hin, und schnallen sie sich an, wir werden in fünf Minuten landen, vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit“; damit war die Ansprache beendete. Da er seine Rückenlehne nicht betätigt hatte, brauchte er sich darum nicht zu kümmern, so schnallte er sich fest und dann begann das Flugzeug sich zu senken. Anschließend spürte er wie sie aufsetzten und der Flieger langsamer wurde. Kurze Zeit später wurden sie gebeten ihre Sachen mit zu nehmen und nichts zu vergessen. Da er um acht Uhr  morgens in Stuttgart gestartete war, landete er um zehn Uhr in Spanien. Bis er durch sämtliche Kontrollen war, war eine weitere Stunde vergangen. Eigentlich wollte er sich ein Taxi nehmen und weiter von Toledos nach Barcelona fahren, aber wie es schien holte man ihn ab, denn in der Nähe vom Ausgang stand eine junge Frau und hielt ein Schild hoch, darauf stand Herr Schneider aus Stuttgart. So setzte er sein schönstes lächeln auf und ging auf die junge Frau zu.
„Angenehm, Schneider, wie nett das man mich abholt“; sagte er der Dame und diese lächelte ihn nur an.
„Oh, Verzeihung“, sagt er auf spanisch, ich bin Herr Schneider.
Verblüfft antwortete die junge Frau“ Entschuldigen sie vielmals, aber ich dachte sie wären älter“, wobei sie rot wurde. Daraufhin lachte er laut auf und zeigt auf den Ausgang.
„Sollen wir gehen, so wie ich informiert bin, fährt man gute zwei Stunden nach Barcelona, oder?“, fragte er während er der jungen Frau folgte. Vor dem Eingang stand eine Limousine und ein Fahrer nahm ihm das Gepäck ab.
Ganz Gentleman öffnete er ihr die hintere Autotür und ließ ihr den Vortritt einzusteigen.
Nachdem auch er eingestiegen war, fuhr der Fahrer los.
Unterwegs informierte ihn Isabelle, so hieß die junge Dame, das heute  noch ein Meeting anstand und man schon auf ihn warte.
„Man hat mir in Stuttgart gesagt, dass man mir hier eine Wohnung zur Verfügung stellt?“, fragte er Isabelle, woraufhin diese antworte.
„Das stimmt, aber der Vorstand möchte den neuen Marketingleiter gerne noch heute kennen lernen“, antworte ihm die junge Frau.  Na das konnte ja heiter werden, kaum im neuen Land schon das erste Meeting, aber halt, da fiel ihm ein Satz ein den sein früherer Chef ihm mal gesagt hatte.
„Wenn ein neuer in die Firmenleitung kommt, und man kennt ihn überhaupt nicht, dann lernst du ihn am besten kennen, wenn er egal wo er gerade herkommt, sofort zu einem Meeting einlädst“; nun gut, wenn sie es so haben wollten, sollten sie ihn direkt von seiner besten Seite kennenlernen. Da er so wie so nichts davon hielt, den Anderen etwas vor zu machen, war ihm das ganz recht.
Da sie sich unterhalten hatten, verging die Zeit ziemlich schnell, und so waren sie dann auch um halb eins angekommen. Isabelle brachte ihn noch bis zur Tür des Konferenzraumes und verabschiedet sich dann von ihm, woraufhin er sich bedankt und kurz darauf anklopfte und man von drinnen ein Herein hört, so öffnete er die Tür, stellt einfach seinen Koffer hin, schloss wieder die Tür und blickte in die Runde.
Dort saßen vor allem ältere Herren und zwei Frauen, auch in die Jahr gekommen und ganz oben saß ein Mann so in den vierzigern, neben dem ein Platz frei war.
Er verbeugte sich höflich und sagte dann.
„Mein Name ist Sebastian Schneider, ich wurde aus Stuttgart hierher beordert, und da für heute schon ein Meeting anberaumt wurde, muss mein Vorgänger ja eine Niete gewesen sein, denn ich bin erst vor vier ein halb Stunden gelandete, also wo drückt der Schuh“; damit hatte er allen Anwenden den Wind aus den Segeln genommen und trat jetzt zum Tisch und begrüßte jeden einzeln per Handschlag. Seinen Koffer hatte er einfach bei der Tür stehen lassen. Als er bei seinem zukünftigen Boss ankam, grinste dieser ihn an.
„Willkommen in Spanien, vor allem in der schönen katalanischen Stadt Barcelona, sie müssen einen guten Lehrer gehabt haben, dass sie uns nicht in die Falle getappt sind“, sagte sein Boss. Da begann er zu lachen und meint dann.
„Oh ja, den besten, es war mein Chef“, anschließend lachten alle und das Meeting war vorbei. Der selbe Fahrer brachte ihn zu einer bewachten Wohnanlage und ein Wachmann trat an den Wagen heran und fragte etwas, woraufhin der Fahrer antworte, kurz darauf ging das Tor auf und der Wagen fuhr weiter. Vor einem Bungalow hielt der Wagen an und der Fahrer sagte.
„Wir sind da“, dann stieg er aus und öffnet auch ihm die Autotür, damit er aussteigen konnte. Da er einfach nur noch schlafen wollte, würde er das mit dem Haus morgen klären.
„Ihre ID Karte und Lebensmittel für die ersten Tage ist vorhanden, wann kommt ihre Familie nach?“; wurde er gefragt und nun begriff er es erst.
„Ich bin Single, ich lebe alleine“; antworte er und sah das es dem Fahrer peinlich war.
„Oh, Verzeihung, man hat mir gesagt, dass sie nicht allein kämen“, versuchte er seinen Fehltritt zu entschuldigen. Da er solche Situation schon gewöhnt war, lächelte er und sagte.
„Macht nichts, dafür habe ich jetzt Platz genug“, anschließend verabschiedete er sich von dem Fahrer und als dieser das Haus verlassen hatte, schloss er die Tür. Endlich allein, dann musste er grinsen, da hatte er dem Vorstand ganz schon Paroli geboten.
Dann machte er einen Rundgang durch sein Haus, alles war da, und gemütlich eingerichtete, er fühlte sich sofort wohl. In der Küche fand er einen gefüllten gut sortierten Kühlschrank, aber da er keinen großen Hunger verspürte, machte er sich ein Brot und setzte sich damit und mit einem Glas Wein vor den Fernseher. Da er vier Sprachen in Wort und Schrift schrieb und verstand, darunter auch spanisch, waren die Programme kein Problem für ihn.
Nachdem er aufgegessen hatte, brachte er den Teller wieder in die Küche, nahm sich die Weinflasche aber mit zurück in das Wohnzimmer. Gegen zweiundzwanzig Uhr ging er schlafen und er träumte, davon wie er am Strand entlang ging und Steine in das Meer warf. Pünktlich um sechs Uhr erwachte er, stand auf und ging ins Bad. Nach einer ausgiebigen Dusche, trocknete er sich ab und ging zu seinem Koffer, den würde er nachher aus packen, heute war sein erster richtiger Tag und da wollte er pünktlich sein.
So wählte er für seinen ersten Tag einen hellgrauen Nadelstreifen Anzug von Boss, dazu ein dunkelgraues Hemd und seine silbernen Manschettenknöpfe. Da er seit er sich erinnern konnte keinen Clips tragen konnte, suchte er ein grau gemustertes Halstuch aus seinem großem Sortiment aus und auch die dazu passenden Socken und Schuhe, darin war er ein Perfektionist, alles musste passen. Deswegen war er schon oft von seinen ehemaligen Kollegen ausgelacht worden, aber das war ihm egal. Er liebte es sich so anzuziehen, und die Frauen mochten es auch, aber leider fischte er am anderen Ufer. Zum Schluss noch einen Hauch vom Parfüm Hugo Boss und er war fertig. In der Garage stand ein Mercedes schon angemeldet, es war ein  B Klasse Fahrzeug, reichte aber für ihn.
So öffnete er die Garage nachdem er in das Auto eingestiegen war, fuhr rückwärts heraus und fuhr Richtung Tor. Wieder stand dort ein Wachmann.
„Guten Morgen Herr Schneider, einen schönen Tag“, wünsche ihm dieser und hob die Hand und sein Kollege im Häuschen öffnete ihm das Tor.
„Danke, ihnen auch“, antworte er dem Wachmann, der ihm daraufhin erstaunt nach sah. Schien als wenn die anderen nicht so freundlich waren. Als er auf dem Gelände der Firma ankam, schien es als wäre er der erste, da erst sah er auf seine Armbanduhr.
Oh man Sebastian, es ist erst halb acht, und gefrühstückt hast du auch noch nicht, dachte er lachend bei sich. Anschließend stieg er aus und ging etwas die Straße herunter und blieb dann stehen, er war an der Strandpromenade. Das Meer war so wunderschön blau, und die aufgehende Sonne glänze auf ihm.
So sucht er sich ein Straßencafé von wo aus man das Meer sehen konnte und bestellte sich ein Frühstück. Das die Kellnerin ihm auch gleich brachte, und er es auch gleich bezahlte. Gegen halb neun war er fertig, stand auf und ging zurück zu dem Firmensitz. Aber immer noch waren nicht sehr viel mehr Autos auf dem Parkplatz, als vorher. Trotzdem betrat er das Gebäude und wurde von der Empfangsdame gleich begrüßt.
„Guten Morgen, kann ich ihnen helfen?“, fragte sie den elegant gekleideten jungen Mann, woraufhin er ihr seine ID Karte gab und warte, was sie jetzt damit tun würde. Sie nahm die Karte und zog sie durch einen Kartenschlitz neben ihrem PC, anschließend musste er sich vor eine Art Kamera stellen und kurz danach überreichte sie ihm seine Namenskarte mit Foto.
„Herzlich Willkommen in Spanien, Herr Schneider“; sagte sie“, ihre Kollegen nutzen die Gleitzeit, die werden erst um zehn Uhr mit der Arbeit beginnen, wollen sie sich so lange die Stadt an sehen?“, fragte sie ihn höflich, was er zu ihrem Erstaunen verneinte.
„Würden sie bitte so nett sein und mir meinen Arbeitsplatz zeigen, ich bin zum Arbeiten hier und nicht zum faulenzen“, sagte er, was ihm einen bösen Blick von ihr einbrachte.
„Mit  dem Fahrstuhl in den dritten Stock, dann nach links und die Tür am Ende des Ganges ist ihr Büro, guten Tag“, sagte sie und wandte sich anderen Aufgaben zu. Ohne noch etwas zu sagen, machte er sich auf den Weg und fand auch sofort sein neues Büro, im Vorzimmer wo sonst wahrscheinlich seine Sekretärin saß, herrschte das absolute Chaos. Überall lagen Mappen offen herum und auf einigen Fotos klebte ein Postkriot, darauf stand etwas in spanisch. So wie, geht gar nicht, muss der Neue entscheiden, oder fragt den Boss.
Was hatte sein Vorgänger den ganzen Tag getan, gefeiert, oder gefaulenzt.
Jetzt war er ja da, also an die Arbeit, er sammelte sämtliche Mappen ein, und nahm sie mit in sein Büro, dort fand er einen großen  Tisch vor, auf den legte er die Mappen ab und bevor er anfing zu arbeiten, zog er sein Jackett aus und hängte es fein säuberlich über seine Stuhllehne, anschließend begann er zu arbeiten. Da er die Telefonnummer seines Vorgängers hatte, klingelte er diesen aus dem Bett.
„Guten Morgen, Schneider mein Name, ich habe in Spanien ihren Posten übernommen, woran haben sie zuletzt gearbeitet?“, fragte er ihn und wurde erst einmal ausgelacht, anschließend erklärte er ihm, das sie Fotos von verschieden Fahrzeugen gemacht hatten, und dies dann als Plakate verwenden wollten. Diese jetzt aus den Fotos herauszusuchen, war seine Aufgaben anschließend war die Leitung tot.
Als seine Sekretärin gegen zehn Uhr erschien, hatte er schon alles fertig.
„Wer sind sie und was machen sie in diesem Büro?“; fragte sie, woraufhin er auf sein Namensschild wies und dann seinerseits Fragen stellte.
„Wer muss sich das hier noch ansehen, bevor es in den Druck kann?“, sie war noch so überrascht das ihr neuer Chef vor ihr hier war, das sie vergaß zu antworten.
„Nun, ?“; fragte er sie noch mal, woraufhin sie sich erst einmal vorstellte.
„Mein Name ist Hanna, wenn ich gewusst hätte das sie schon so früh anfangen wollen, dann wäre ich auch so früh erschienen, also, wenn sie die Fotos heraus gesucht haben, dann bringe ich sie zum Drucker. Dort wird ein Vordruck gemacht, und anschließend bei der Morgenbesprechung entschieden welche Plakate in den Volldruck gehen“, damit nahm sie ihm den Stapel Fotos ab und verließ den Raum.
Warum hatte sie niemand gewarnt, oder waren die Anderen auch noch nicht eingeweiht.
Auf dem Wege zur Druckerei, fragte sie in jedem Stockwerk nach ob jemand wusste das der Neue, übrigens ein sehr hübscher Kerl, schon da war und ihr schon Arbeit aufgebrummt hatte. Wie überrascht war sie, als sie in der Druckerei an kam, denn dort warte Herr Schneider.
„Das nächste mal, wenn ich ihnen eine Aufgabe erteile, führen sie sie sofort aus und nicht nach Stunden“; fuhr er sie in feinstem spanisch an.
Anschließend nahm er ihr die Fotos ab und besprach alles weitere mit dem Drucker, dann verließ er den Raum und fuhr mit dem Fahrstuhl nach oben, zurück in sein Büro.
Im Vorzimmer traf er auf Hanna, die ihn böse an funkelte.
Ohne darauf zu achten, trat er an die Kaffeemaschine heran und bediente sich selbst, dann verschwand er hinter seiner Tür.
Puh, dachte er wenn die alle so eine Arbeitsmoral hatten sah er schwarz mit dieser Außenstelle. Da er bis die Vordrucke fertig waren noch etwas Zeit hatte, rief er in seiner alten Firma in Stuttgart an.
„Na wie geht es dir da?“; fragte einer seiner wenigen Freunde die er in der Firma zurück gelassen hatte.
„Frag nicht, da komme ich hier um halb neun an, und kein Mensch da, weiß du wann die hier anfangen?, um zehn Uhr, und nennen das dann Gleitzeit“, antworte er seinem Bekannten, woraufhin dieser sich ausschütten wollte vor lachen. Kurz darauf war das Gespräch beendete, und er widmete sich einer weiteren Aufgabe, bis der Drucker anrief.
Ohne Hanna zu rufen, verließ er sein Büro und stellte fest, im hinaus gehen, Hanna war wieder mal nicht an ihrem Platz. Dafür hörte er sie im Nachbarbüro, wahrscheinlich ließ sie sich gerade über ihn aus. Keine viertel Stunde später lagen die Vordrucke in seinem Büro auf dem Tisch und alle anwesenden sahen sie sich an.
„Also das muss ich ihnen lassen, arbeiten können sie“; lobte ihn sein Boss. Man hatte sich auf fünf Vordrucke geeinigt und wieder brachte er die Sachen selber zum Drucken. So langsam schwoll bei Hanna der Kragen an. Als es zwölf Uhr war, verließ er sein Büro und legte ihr ein Blatt Papier auf den Schreibtisch.
„Könnten sie bis ich um ein Uhr wieder da bin, diese Adressen auf Adressenkleber übertragen, die Plakate sollen heute noch zur Post, danke“, damit verließ er das Büro ganz.
Wutschnaubend scannte sie das Blatt Papier ein und übertrug dann die Adressen auf Aufkleber. Als sie damit fertig war, machte sie auch Mittag. Sollte er doch sehen wo er blieb. Unten in der Kantine setzte sie sich zu ihren Freundinnen.
„Na wie ist der Deutsche?“, fragte die aus dem ersten Stock.
„Deutsch, alles muss sofort erledigt werden, und Gleitzeit ist ihm ein Fremdwort“, antworte Hanna gerade, als jemand hinter ihr sagte.
„Oh, Gleitzeit ist mir schon ein Begriff, aber das man dann nicht anfängt zu arbeiten, wie es sich gehört, war mir neu“, damit verließ er die Kantine und hinterließ eine wütende Hanna, was zur Folge hatte, das sie nach der Mittagspause zu dem Personalchef ging und um eine innerliche Versetzung bat.
„Oh, das verstehe ich nicht, Herr Schneider rief auch gerade an und meinte da er sich erst einarbeiten muss, bräuchte er sie momentan nicht, ist etwas vorgefallen?“, wurde sie gefragt und bekam den Posten bei Herrn Unger im zweiten Stock.
„Nein“, sagte sie und fuhr mit dem Fahrstuhl zurück in den dritten Stock um ihre Sachen zu holen, dort wurde gerade ihr Vorzimmer ausgeräumt.
„Was machen sie hier?“, fragte sie ihn und ließ die Hausmeister vorbei die ihren Schreibtisch heraustrugen.
„Das dürfen sie sich ansehen wenn es fertig ist, und nun raus hier, ich habe zu arbeiten“, scheuchte er sie aus dem Raum. Kurz darauf fing sie bei Herrn Unger an der sich freute endlich eine eigene Vorzimmerdame zu haben. Und er, ja der hatte sich Staffeleien besorgen lassen und nun wurden die ausgesuchten Vordrucke richtig ins Licht gerückt. So hatte er das in Stuttgart auch gemacht, wozu brauchte er eine Vorzimmerdame, wenn er im Abitur in allen Fächern eine eins hatte, wenn es nach seinem Vater gegangen wäre, hätte er jetzt eine Privatklinke in der Schweiz, nein danke.
Gegen drei Uhr ruft die Druckerei an, und sagt das die Plakate fertig sind. Sofort macht er sich auf den Weg. In der Zwischenzeit ist die Sache mit Hanna auch bei der Chefetage angekommen, und man erkundigt sich in Deutschland ob er es dort genauso gemacht hat. Dieses wird bejaht und man rät , ihn machen zu lassen, er wäre sehr gut in seiner Arbeit auch wenn er sehr eigen wäre. So lange er seine Arbeit macht, kommt es aus Spanien zurück wäre der Rest egal. Bis um siebzehn Uhr arbeite er fleißig und bringt dann als er Feierabend macht noch die Rollen mit den Plakaten zur Postabteilung, anschließend verlässt er als erster das Gebäude. Steigt in sein Auto ein und fährt davon. Hanna die natürlich neugierig ist will nachsehen was er aus dem Vorzimmer gemacht hat und versucht die Tür zu öffnen, abgeschlossen. Das ist in dieser Firma noch nie der Fall gewesen, dann eben morgen. Und er fährt nach Hause, zieht sich aus, hängt seine Sachen ordentlich in den Schrank, und geht anschließend duschen. Nachdem abtrocknen zieht er sich eine schwarze Jeans an, ein schwarzes Hemd und dazu passend die Socken und Schuhwerk. Da er sich hier nicht gleich outen will, hat er sich im Internet schlau gemacht, es gibt hier an der Strandpromenade ein Lokal wo nicht nur Heten einkehren, dort will er hin. Der Wachmann wünscht einen schönen Abend und er fährt aus dem Tor. Weil er ja morgen wieder arbeiten muss, wird er heute keinen Alkohol trinken. Als er das Lokal betritt hört das Stimmengewirr sofort auf und alle Insassen starren ihn an, so wünscht er einen guten Abend und setzt sich an einen zweier Tisch am Fenster. Kurz darauf reden die Andern wieder wie vorher.
„Guten Abend der Herr, was darf es sein?“, fragte ihn eine tiefe angenehme Stimme, so das er hoch blickt und in die schwarze Augen sieht.
„Guten Abend, bitte einmal das Tagesmenü und ein Glas Rotwein dazu, danke“, sagt er und blickt danach wieder aus dem Fenster. Migelle der Kellner geht zurück zum Tresen und gibt die Bestellung auf. Und auch er ist von dem Herren fasziniert, so grüne Augen sieht man selten. Aber da wird er aus seinen Gedanken gerissen, denn jemand möchte zahlen, so geht er an den Nachbartisch und kassiert die Summe und bedankt sich für das Trinkgeld. Aus dem Augenwinkel bemerkt er wie ein junger Mann vom Ecktisch sich erhebt und zu dem Herrn herüber geht. Jetzt wird es interessant, denkt der Kellner und bekommt mit wie der elegante Herr den Jüngling abblitzen lässt. Enttäuscht geht dieser zurück zu seinen Freunden.
„Ich bin ihm zu jung“, sagt er und trinkt sein Glas aus und verlässt dann mit seinen Freunden das Lokal. Migelle nimmt ein Tablett und geht zum Ecktisch, zieht seine Geldbörse aus der Schürzentasche und gibt das Geld was die jungen Leute auf dem Tisch hinterlegt haben dort hinein, anschließend räumt er den Tisch ab , verstaut die Geldbörse und bringt das Tablett an den Tresen. Dort warte schon das Essen für den eleganten Herren und er serviert es ihm sogleich.
„Wünsche guten Appetit“, sagt er und entfernt sich dann.
Sebastian nimmt das Besteck und beginnt zu essen, oh Gott ist das lecker, wie bei seinem Stammlokal in Stuttgart, aber hier schmeckte es noch mal so gut.
Nachdem Essen, bestellte er noch einen Espresso und verlangte anschließend die Rechnung. Da es ihm geschmeckt hatte legte er noch fünf Euro als Trinkgeld oben auf, dann verließ er das Lokal.Da der Abend noch jung war, schlenderte er durch die Gassen und blieb vor einigen Geschäften stehen um sich die Auslagen anzusehen.. Bei einer Eisdiele kaufte er sich ein Eis mit drei Kugeln und ging dann weiter.
Das er dabei schon geraume Zeit beobachtete wurde, merkte er nicht einmal.
Wieder zurück an seinem Auto, bemerkte er den Briefumschlag und die dunkelrote Rose.
Verwundert drehte er sich in alle Richtungen um, aber da war niemand.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast