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Sommergewitter

GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
Conan Edogawa / Shinichi Kudo Kaito Kid / Kaito Kuroba Ran Mori Shiho Miyano / Ai Haibara
20.08.2020
04.05.2021
8
7.323
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20.08.2020 654
 
„Och bitte …!“
„Jetzt hör auf mich so anzusehen …!“
Seufzend lehnte ich mich nach vorne und stützte den Kopf auf meinen Händen ab. Wenn Conan mich so anschaute und um etwas bat, dann konnte ich einfach nicht nein sagen. Im Hintergrund donnerte es leise und Regen prasselte gegen die Fensterscheiben.
„Na toll, jetzt zieht auch noch ein Gewitter auf.“, stelle ich ernüchtert fest. Conan und ich schauten aus dem Fenster. In diesem Moment erleuchtete ein Blitz die Dämmerung. Ich zählte in Gedanken um die Entfernung des Gewitters festzustellen. Es war schon recht nah.
„Kaito!“ Er rief streng meinen Namen. Conan, der mein Partner war.
Bitte versteht mich nicht falsch, ich schlafe nicht mit Kindern. Jedoch kam ich damals mit Shinichi zusammen. Wir führten eine eher wenige intime Beziehung miteinander, da Conan damals ein Zehnjähriger war.
„Kaito!“
„Ja, was ist?“, fragte ich unschuldig, obwohl ich seine Frage bereits kannte. So oft hatte er sie mir schon gestellt und ich konnte sie in seinen Augen lesen.
„Du weißt genau, was ist.“, schmollte mein kindlicher Partner.
„Was soll ich dazu sagen … Am Ende machst du sowieso, was du willst.“ Es herrschte ein angespanntes Schweigen zwischen uns. Conans Schulfreundin und Leidensgenossin arbeitete mit Hochdruck an einem Gegengift, seitdem die Organisation zu Fall gebracht wurde und sie die Zutatenliste beschaffen konnten. Es war ein Wunder, dass wir da alle heil raus gekommen sind …
Nun wollte Conan wie früher ihr Versuchskaninchen sein, und das Wundermittel testen.
Der Donner grollte lauter. Das Sommergewitter kam immer näher.

War das ein schlechtes Zeichen?

„Ich möchte dir ebenbürtig sein.“, sagte Conan nun mit weicher Stimme. Ich sah ihn traurig an.
„Und was ist, wenn etwas schief geht?“, gab ich zu Bedenken und beobachtete sein Mienenspiel genau. Wie oft hatten wir wohl dieses Gespräch schon geführt? Gefühlt mindestens zwanzig Mal …
„Früher hat doch auch alles geklappt.“
„Nur, dass du meist keine vierundzwanzig Stunden groß warst.“, antwortete ich trotzig.
„Du vertraust Ai nicht.“
„Ich kenne sie nicht mal!“, brause ich nun auf. Conans Blick wurde undurchschaubar, da sich das graue Wetter in seiner Brille spiegelte.
„Ich möchte doch nur …“, seine Stimme wurde leiser und zitterte kaum wahrnehmbar. Doch ich hörte es. Ich legte versöhnlich meinen Arm um meinen Kleinen. Er kuschelte sich an mich.
„Was sind schon zehn Jahre Unterschied …? Schau, sobald du sechzehn bist, könnten wir…“
„Ich warte doch nicht noch sechs Jahre! Verstehst du nicht, dass ich keine Lust mehr darauf habe, wie ein Kind behandelt zu werden?! Ran, Professor Agasa, die Detective Boys und alle Anderen behandeln mich so. Ja sogar du manchmal!“, brauste er nun seinerseits auf und blickte mich wütend an, während er mich von sich wegdrückte.

Okay, dieser Gefühlsausbruch war neu.

„Shinichi, beruhige dich, bitte.“ Wenn er wüsste, dass ich ihn aus Gewohnheit heraus in meinen Gedanken Conan nenne … Schließlich weiß immer noch kaum einer, dass Conan in Wahrheit Shinichi ist.
„Tut mir leid.“, seufzte er.
„Schon gut.“
„Nein, nichts ist gut …“
„Ich weiß. Ich würde schon gern mit dir … intimere Sachen tun. Mehr als aneinander kuscheln …“
In diesem Moment blitzte es hell und wir zuckten instinktiv zusammen. Lauter Donner erfüllte die entstandene Stille.
„Ich mach mal das Fenster zu …“, beschloss mein Partner und stand kleinlaut auf. Er musste sich strecken, um an den Griff zu kommen. Ja verdammt, er tat mir leid. Aber ich wollte ihn auch nicht verlieren …

„Co...Shinichi, komm her.“ Ein skeptischer Blick durchbohrte mich regelrecht. Er versuchte nun seinerseits zu erraten, was ich dachte. Doch mein Pokerface saß wie so oft perfekt. Ich ließ mir nicht in die Karten schauen.
„Also gut, ich … Ich erlaube es dir.“
„Echt?“ Conans Augen begannen zu leuchten.
„Aber!“, werfe ich ein. „Ich möchte deine kleine Freundin kennenlernen.“
„Klar, kein Problem.“ Fröhlich umarmte er mich und mein Herz wurde weich wie Butter. Mein kleiner Partner war eben süß, egal ob nun groß oder klein. Ich wuschelte Conan liebevoll durch die Haare.

Wäre ich doch nur hart geblieben …


Fortsetzung folgt...
 
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