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Black and Ginger

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Het
Patricia Rakepick Severus Snape
20.08.2020
31.12.2020
23
52.570
3
Alle Kapitel
54 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
31.12.2020 2.666
 
Hallo ihr Lieben,

es ist endlich soweit und dies ist das letzte Kapitel meiner Geschichte „Black and Ginger“.
Einerseits bin ich unglaublich froh und stolz, dass ich es bis hierhin geschafft habe, aber andererseits natürlich auch traurig, dass diese Reise nun zu Ende ist. Für mich ist jede Geschichte eine Reise, bei der man unterschiedliche Erfahrungen sammelt und auch neue Inspiration bekommt.

An dieser Stelle möchte ich meinen größten Dank an meine beiden regelmäßigen Review-Schreiber aussprechen. Vielen Dank an Nessi00 für ihre Reviews und für ihre Treue zu dieser Geschichte.
Ebenfalls muss ich mich ganz herzlich bei der lieben Potterhead15 bedanken, die mich wie eine Freundin durch diese Geschichte begleitet hat und mir gegenüber viel Lob aber auch sehr gute Kritik ausgesprochen hat. Ich bin dir so dankbar, meine Liebe und ich kann dir gar nicht sagen, wie froh ich bin, dich kennengelernt zu haben!

Auch wenn diese Geschichte nun zu Ende ist, freue ich mich selbstverständlich weiterhin über Reviews, Herzchen und Sternchen! In nächster Zeit werde ich mich hauptsächlich auf meine anderen Projekte konzentrieren, doch ich kann euch versichern, dass ihr mit neuen Geschichten von mir über unsere geliebte (und teilweise gehasste) Fluchbrecherin Patricia Rakepick rechnen könnt.

Genug der langen Worte. Ich hoffe, ihr genießt das letzte Kapitel und es gefällt euch (Zeitsprung beachten!).
Außerdem wünsche ich euch allen einen guten Start ins neue Jahr und ich hoffe sehr auf ein glückliches und vor allem gesundes 2021. Wir lesen voneinander!

Liebe Grüße
RedQueen0010


~~~♕~~~


Kapitel 23: Feinde für die Ewigkeit



Samstag, 20. März 1976
Hogwarts, Große Halle


Severus hatte sein Frühstück an diesem Morgen wieder einmal kaum angerührt. Es wunderte ihn nicht, dass seine Konzentration in der letzten Zeit stark nachgelassen hatte und auch seine Müdigkeit immer mehr zunahm, da er so gut wie nichts mehr aß und sein Schlaf durch Alpträume und innere Unruhen gestört wurde. Er konnte sich natürlich vorstellen, was ihn im Inneren so beschäftigte: Patricia Rakepick.
An dem heutigen Samstag, etwa zwei Wochen nach den Ereignissen auf dem Schlossgelände, würde die Gryffindor aus dem Krankenflügel entlassen werden und mit Dumbledore sprechen. Die anderen Gryffindors hatten erzählt, dass es ihr bereits viel besser ging, sie sich allerdings noch weiterhin etwas erholen müsse.
Die Wunden zu behandeln, war für Madam Pomfrey kein Problem gewesen, doch wegen des hohen Blutverlusts und einem mangelnden Vorrat an dem Blutbildenden Trank, hatte die Heilerin Rakepick nicht gehen lassen wollen.
Doch nun war es endlich soweit und die sicherlich nach Rache sinnende Rakepick würde wieder auf freiem Fuß sein.

Severus hatte sich in der Zeit, in der Rakepick noch geschwächt gewesen und an das Bett gefesselt war, zumindest etwas sicherer gefühlt, da er nicht hatte damit leben müssen, dass Rakepick hinter der nächsten Ecke auf ihn warten könnte, um ihn zu verfluchen. Doch nun war diese Zeit vorbei und der junge Slytherin musste auf alles vorbereitet sein.
Zuerst einmal musste er etwas unternehmen, dass Rakepick vor Dumbledore nicht die Wahrheit aussprach, denn sonst konnte er gleich seine Koffer packen gehen. Er hatte sich zwar Gedanken darum gemacht, doch eine sinnvolle Lösung für sein Problem hatte sich ihm nicht offenbart.

Schwer seufzend nahm Severus einen Schluck seines Kürbisssafts. Er hatte die Arme auf den Tisch gestützt und das Gesicht in die Hände gelegt, damit sein Kopf vor Müdigkeit nicht nach vorne kippen konnte.
Er erhaschte einen Blick auf den Gryffindor-Tisch an dem sich die Rumtreiber mit Lily prächtig amüsierten. Für einen Augenblick beobachtete er den Rotschopf und konnte in Gedanken wieder einmal nicht leugnen, wie hübsch sie doch war.
Nachdem sich ihm Rakepicks wahres Gesicht offenbart hatte, hatte er angefangen, Lily als die Definition seiner Auffassung von Schönheit zu sehen, was zuvor Rakepicks Posten gewesen war.
Und wieder einmal fragte er sich, was er jemals in Rakepick gesehen hatte. Das Einzige, was er jetzt noch für sie empfand, waren Hass und Wut. Ihn selbst erstaunte es, wie schnell sich doch die Gefühle, die man für eine Person hatte, wandeln konnten, nachdem diese ihr wahres Gesicht offenbart hatte.
Severus würde sich für die Zukunft davor hüten, irgendeiner Person noch einmal sein ganzes Herz und Vertrauen zu schenken, denn letztendlich konnte nichts Gutes dabei herauskommen.

Lily hatte ihn die vergangenen Wochen wie Luft behandelt. Er hatte mitbekommen, dass sie Rakepick das ein oder andere Mal im Krankenflügel besucht hatte, doch Severus war sich sicher, dass sie das nicht aus Nettigkeit getan hatte, sondern lediglich damit sie sich nicht so schlecht fühlte.
Durch seine gemeinsame Zeit mit Rakepick war nicht nur seine Beziehung zu Lily in die Brüche gekommen, sondern auch die der beiden Gryffindors.
Man konnte nicht behaupten, dass die beiden zuvor beste Freundinnen gewesen waren, doch man hatte sie durchaus als gute Schulkameradinnen, die sich gegenseitig respektierten und achteten, bezeichnen können. Doch nachdem, was alles passiert war, konnte sich Severus nicht einmal vorstellen, dass sie das noch waren.

Als Severus den Anblick von Lily und den Rumtreibern nicht mehr ertragen konnte, erhob er sich und verließ die Große Halle. Er wusste bereits, was er an diesem Wochenende das Gleiche tun würde, was er inzwischen jedes Wochenende tat: Sich in seinem Schlafsaal zurückziehen und Schulaufgaben erledigen.
An seine langweilige Routine denkend, lief er durch die Gänge ohne die anderen Schüler zu beachten. Sie alle wichen ihm aus, als wäre er ein wandelnder Virus, der ansteckend war, wenn man ihm auch nur zu nahe kam.
Als er jedoch in den Gang abbog, der in die unteren Stockwerke des Schlosses führte, stieß er plötzlich mit einer Person zusammen, sodass er das Gleichgewicht verlor und wenige Sekunden später auf dem Boden lag.

„Hast du keine Augen im Kopf?“, rief Severus aufgebracht, bevor er feststellen konnte, in wen er da hineingelaufen war.

„Du bist dort, wo du hingehörst, Schniefelus.“

Severus‘ Herz setzte für einen Augenblick aus und in seinem Kopf begann sich alles zu drehen. Mit bebenden Schultern und einem schnell gehenden Atem blickte er der Person ins Gesicht, mit der er gerade zusammengestoßen war.

Seine Ohren hatten ihm keinen Streich gespielt und vor ihm stand tatsächlich die Gryffindor Patricia Rakepick.
Sie hatte eine ausdruckslose Miene aufgesetzt und eine Hand in die Hüfte gestemmt. Die Wunden auf ihrer Haut waren zu kaum mehr sichtbaren Narben verheilt, sodass man nur noch erahnen konnte, was ihr zugestoßen war.
Sie blickte mit funkelnden Augen auf Severus herab. Er hatte das Gefühl, dass dieses wütende Feuer in ihren Augen immer noch nicht erloschen war und es sogar noch intensiver geworden war.
Er rappelte sich schnell wieder auf, um mit Rakepick auf Augenhöhe zu sein, doch nichtsdestotrotz hatte er das Gefühl, dass sie auf ihn herabschaute.

„Hat Madam Pomfrey dir nicht aufgetragen, im Bett zu bleiben und dich auszuruhen?“, fragte Severus herausfordernd.

Rakepicks Mundwinkel zuckten für einen Moment nach oben.

„Hast du etwa Angst vor mir?“

„Nicht im Geringsten.“

Die Hexe verschränkte die Arme vor der Brust und hielt dem herausfordernden Blick ihres Gegenübers stand. Eine fast greifbare Anspannung lag in der Luft.

„Und… hast du auch keine Angst davor, was ich Dumbledore gleich erzählen werde?“

„Warum sollte ich?“, entgegnete Severus, was Rakepick für einen Augenblick sprachlos machte.

Nun war es an Severus überlegen zu grinsen.

„Denn wenn du ihm erzählst, was in dieser Nacht passiert ist, werde ich allen erzählen, was in der anderen Nacht passiert ist.“

Severus verstand erst im Nachhinein, was er da gesagt hatte, doch er hatte die perfekte Lösung für sein Problem gefunden.
Er würde Rakepick mit dem einzigen erpressen, was er gegen sie in der Hand hatte. Und das gab ihm das Gefühl von grenzenloser Macht und Zufriedenheit.

Rakepick starrte ihn ungläubig an.

„Das würdest du nicht wagen.“

Severus hob herausfordernd eine Augenbraue.

„Willst du es herausfinden?“

Er konnte förmlich sehen, wie Rakepick im Zwiespalt mit sich selbst stand.
Einerseits war es ihr tieftes und sehnlichstes Verlangen, Severus vor die Hunde zu werfen und ihn vor Dumbledore zu verpetzen, doch andererseits konnte sie nicht einfach so ihren guten Ruf aufgeben und zulassen, dass alle in dieser Schule erfahren würden, dass sie mit dem unbeliebten Halbblut Severus Snape geschlafen hatte.

„Wenn dir das nicht reicht, könnte ich gegenüber Dumbledore auch die Verwunschenen Verliese erwähnen“, fügte Severus hinzu. „Ich bin sicher, er liebt es, unartigen Gryffindors Hauspunkte abzuziehen.“

Rakepicks Gesicht begann sich allmählich rot zu verfärben. Sie sah aus wie ein Vulkan, der kurz vor dem Ausbruch stand.

„Du denkst, du kannst mich einfach so erpressen?“, fragte sie mit gedämpfter Stimme, um ihre Gefühle unter Kontrolle zu halten.

„Etwas anderes hast du auch gar nicht verdient“, zischte Severus.

Auch er spürte, dass er beinahe an seinen Grenzen angekommen war. Am liebsten hätte er an der Stelle weitergemacht, wo sie in der Nacht auf dem Schlossgelände aufgehört hatten.
Er war gerissener und selbstsicherer als je zuvor und hätte Rakepick am liebsten an Ort und Stelle verflucht. Doch sein Verstand redete ihm ein, es nicht zu tun.

Rakepick schüttelte wie damals im Schlafsaal fassungslos den Kopf, als wäre sie von Severus‘ Verhalten enttäuscht gewesen. Doch sie war weitaus mehr als das.

„Damit wirst du nicht durchkommen“, sagte sie. „Früher oder später werde ich dich für deine Taten bezahlen lassen.“

„Das Gleiche gilt für dich“, erwiderte Severus.

Die beiden starrten sich für einen Augenblick schweigend an.

„Deinetwegen beachtet Lily mich nicht einmal mehr.“

Severus hätte angenommen, dass Rakepick nun in schallendes Gelächter ausbrechen und sich somit über ihn lustig machen würde, doch stattdessen blickte sie ihn weiterhin ernst an und sagte: „Gut, denn nichts anderes hast du von diesem Schlammblut verdient.“

Das war zu viel für Severus. Mit einer kaum merkbaren Handbewegung griff er nach seinem Zauberstab in seinem Umhang und rief: „Everte Statum.“

Rakepick, die auf diese Aktion nicht vorbereitet war, wurde von einem orangenen Lichtblitz getroffen und einige Meter nach hinten geschleudert. Mit einem schmerzhaften Stöhnen kam sie auf dem Boden auf und blieb dort für einen Augenblick liegen, bis sie sich wieder erhob.

Severus hatte seinen Zauberstab weiterhin auf die Hexe gerichtet und als er spürte, wie seine Finger zu kribbeln begannen, wusste er, dass es nur eine Frage der Zeit war, bis er den nächsten Angriffszauber auf Rakepick wirken würde.

„Petrificus Totalus.“

Die Worte des Ganzkörperklammer-Fluchs hallten in den Gang wider und Severus konnte den Zauber mit einer heraufbeschworenen Nebelwand abblocken.
Er wusste, dass dies die Fortsetzung des Duells in jener Nacht war, allerdings war Rakepick ihm dieses Mal deutlich unterlegen, da sie geschwächt war.

„Expelliarmus“, rief Severus und ein roter Blitz verließ seinen Zauberstab und steuerte auf Rakepick zu, doch die Hexe war aufmerksam und lenkte den Zauber ab.

Keine Sekunde später rief sie: „Conjunktivitio.“

Doch auch diesen Zauber konnte Severus mit Protego abwehren. Er glaubte bereits, dass die Gryffindor den Bindehautentzündungs-Fluch als ihren Lieblingszauber gegen ihre Feinde auserkoren hatte.

„Zu langsam und nicht gut genug für mich.“

Severus konnte sich noch genau an die Worte Rakepicks in jener Nacht erinnern, umso mehr Freude bereitete es ihm nun, sie gegen sie zu verwenden.

Die Hexe sah aus, wie er sich in dieser Situation gefühlt hatte. Sie hatte ihren Zauberstab krampfhaft umklammert und die Augen zu Schlitzen verengt.
Da Severus sich in seiner Position allerdings zu sicher fühlte, wurde er unaufmerksam und konnte den nächsten Zauber, den Rakepick auf ihn richtete nicht kommen sehen. Oder ihn besser gesagt auch nicht hören, da Rakepick keine Worte für diesen Zauber benötigte.

Aus Rakepicks Zauberstab drang ein leuchtendes Licht, sodass Severus für einen Moment die Augen zukneifen musste. Daraufhin wurde ihm, ohne dass er etwas dagegen tun konnte, der Zauberstab aus der Hand gerissen, sodass er vor ihm in der Luft schwebte.
Im nächsten Moment sah es aus, als würde der Zauberstab zu zittern beginnen, bevor er mit einem knackenden Geräusch in zwei Teile zerbrach. Fassungslos sah Severus zu, wie die zwei Hälften seines Zauberstabs klackernd zu Boden fielen und daraufhin Stille herrschte.

Nachdem er sich wieder gefasst hatte und Rakepick anblickte, hatte diese ihren eigenen Zauberstab bereits wieder weggesteckt, da sie offensichtlich keine Gefahr mehr von Severus ausgehen sah. Auf ihrem Gesicht erschien ein selbstgefälliges Grinsen.

„Glaubst du wirklich, ich habe die vergangenen zwei Wochen nur im Bett gelegen und vor mich hingestarrt?“

Sie machte einen Schritt auf ihn zu und sagte leise: „Mit mir legt man sich besser nicht an. Das hast du nun auf die harte Tour lernen müssen.“

Severus konnte nichts darauf erwidern, da er noch zu entsetzt davon war, dass gerade sein Zauberstab zerbrochen worden war. Er hatte diesen Zauberstab bereits sechs Jahre geführt und er hatte ihm immer treue Dienste erwiesen. Doch ein Zauberstab konnte nicht repariert werden und er müsste sich Gedanken darüber machen müssen, wie er sich einen neuen beschaffen sollte und besonders mit welcher Begründung.
Er konnte weder den Lehrern, noch seinen Eltern erklären, dass Rakepick seinen Zauberstab zerbrochen hatte, da diese sonst den Damm der Geheimnisse brechen würde und sowohl ihre als auch seine Untaten ans Licht kommen würden.

„Wir sind dazu verdammt, dass wir beide schweigen, Severus.“

Rakepicks Stimme holte den Slytherin aus seinen Gedanken zurück. Er hatte den Blick auf seinen zerbrochenen Zauberstab gerichtet, doch blickte nun wieder der Hexe in die eisblauen Augen.
Das Feuer, das darin tobte, hatte nachgelassen, doch daneben war noch eine eisige Kälte entstanden, mit der Rakepick den Zauberer fortan anblickte.

„Genauso wie die Tatsache, dass wir Feinde für die Ewigkeit sind.“

Mit einer letzten Begegnung deren beider Blicke, ließ Rakepick ihn alleine stehen, sodass ihre Schritte in der Ferne immer leiser wurden. Severus konnte der Hexe in Gedanken nur zustimmen.
Nach allem, was geschehen war und mit dem krönenden Abschluss des Zerbrechens seines Zauberstabs war das Schicksal von ihm und Rakepick vorbestimmt gewesen. Als sie beide sich noch gemocht hatten, hatte sich Severus tatsächlich eine Zukunft vorstellen können, in der er möglicherweise sogar Seite an Seite mit der Hexe arbeitete, doch diese Vorstellung war nun vollständig aus seinem Gedächtnis verschwunden.
Er wusste, dass er niemals wieder etwas mit dieser Gryffindor zu tun haben wollte und dass es der größte Fehler seines Lebens gewesen war, sich überhaupt auf sie einzulassen.

Wie betäubt beugte er sich zu seinem Zauberstab hinunter und hob die zwei Teile auf. Er betrachtete das Holz eine Weile.

„Ah, da habe ich Sie endlich gefunden“, rief plötzlich die vertraute Stimme von McGonagall.

Severus drehte sich um und versteckte dabei die Teile seines Zauberstabs hinter seinem Rücken. Die Hauslehrerin Gryffindors lief mit eiligen Schritten und wehendem Umhang auf ihn zu und blieb vor ihm stehen.

„Ich bin gerade Miss Rakepick über den Weg gelaufen. Offenbar ist sie auf dem Weg zu Professor Dumbledores Büro“, sagte sie etwas mehr zu sich selbst als zu dem Schüler.

„Ja“, antwortete dieser geistesabwesend.

„Nun, Sie erinnern sich bestimmt noch daran, dass ich mit Ihnen sprechen wollte, was in den vergangenen Wochen wegen der ganzen Umstände nicht ganz möglich war“, fuhr sie fort, doch Severus hörte ihr kaum noch zu.

Seine Gedanken waren weiterhin bei Rakepick.

„Bitte kommen Sie doch heute Abend in meinem Büro vorbei. Ihre Schullaufbahn sollten Sie nicht auf die leichte Schulter nehmen.“

Sie wartete bis Severus antwortete.

„In Ordnung, Professor“, sagte er und nickte ihr leicht zu.

McGonagall runzelte für einen Moment die Stirn und fragte: „Ist alles in Ordnung mit Ihnen?“

Severus schüttelte leicht den Kopf, um wieder einen klaren Gedanken fassen zu können.

„Natürlich“, antwortete er. „Ich hatte nur gerade eine Erkenntnis.“

„Eine Erkenntnis?“, fragte McGonagall neugierig. „Von was?“

Severus blickte der stellvertretenden Schulleiterin in die Augen.

„Nicht so wichtig. Professor, glauben Sie daran, dass jeder in seinem Leben das bekommt, was er verdient?“

McGonagall runzelte abermals die Stirn, als verstünde sie die Frage nicht.

„Davon gehe ich aus“, antwortete sie. „Sie nicht?“

„Doch“, erwiderte Severus. „Ich hoffe es sogar.“

Der verwirrte Gesichtsausdruck auf McGonagalls Gesicht war immer noch nicht verschwunden, als sie Severus wieder verließ. Dieser dachte eine Weile über das nach, was gerade gesprochen worden war.
Wenn er und McGonagall richtig lagen, würde Rakepick schon bald ein grauenvolles Schicksal ereilen, da sie es verdient hatte.

Sie würde das zurückbekommen, was sie Severus angetan hatte. Und er würde auf diesen Moment warten und zuschauen, wenn es soweit war.



~♕~ Ende ~♕~
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