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Black and Ginger

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Het
Patricia Rakepick Severus Snape
20.08.2020
31.12.2020
23
52.570
3
Alle Kapitel
54 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
27.08.2020 1.931
 
Hallo ihr Lieben,

noch ein mal vielen Dank für das positive Feedback, das ich bereits auf diese Geschichte bekommen habe!
Für die, die es vielleicht nicht schon auf meinem Profil gesehen haben:

Es wird jeden Donnerstag ein neues Kapitel erscheinen.
Somit geht es jetzt auch schon weiter und ich hoffe, dass ich weitere Interessenten gewinnen kann.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und freue mich über jede Rückmeldung!

Liebe Grüße
RedQueen0010


~~~♕~~~


Kapitel 2: In der Höhle der Löwen



Freitag, 27. Februar 1976
Hogwarts, Klassenzimmer für Zaubertränke


Severus war teilweise wirklich von Rakepicks Fähigkeiten in Zaubertränke beeindruckt gewesen. Zwar waren er und sie diejenigen, die von Slughorn immer besonders gelobt und gefeiert wurden, doch er hatte noch nie die Möglichkeit gehabt, ihr bei dem Brauen zuzusehen. Nicht, dass er ihr die ganze Zeit zusah, sie wirkten wie ein perfekt eingespieltes Team, dass schon seit Jahren zusammen Tränke braute.

„Also, Severus." Die zwei Schüler mussten nun sieben Minuten warten, damit ihr Gebräu sieden konnte und Severus hatte es bereits vor diesen sieben Minuten gegraut.

Rakepick lehnte sich auf ihrem Hocker zurück und sah ihn musternd an. Genauer gesagt analysierte ihn fast schon und Severus fühlte sich sehr unwohl in seiner Haut. Doch er brachte genug Mut auf, um Rakepick in die Augen zu sehen und diesem Blick standzuhalten.

„Ich bin eine Hexe, die ihre Partner im Unterricht gerne kennenlernt“, sagte sie, was in Severus Ohren wie eine Herausforderung klang.

Oder sie wollte mit ihm spielen. Keines dieser beiden Optionen gefiel ihm. Er hob skeptisch eine Braue. „Du willst mich also kennenlernen!?“

Rakepick nickte langsam mit dem Kopf. Sie lehnte sich wieder nach vorne und stützte ihr Ellbogen auf dem Tisch ab.

„Wer genau ist eigentlich Severus Snape?“ Ihre Augen verengten sich zu kleinen Schlitzen und Severus fühlte sich schon wieder wie eine Maus, die von einer Schlange beobachtet wurde.

Er sah zu dem Tisch der Rumtreiber hinüber, um sicherzugehen, dass es von ihnen und Rakepick nicht wieder ein Trick war, um sich über ihn lustig zu machen. Egal, was er sagte oder tat, sie konnten sich wirklich über alles an ihm lustig machen.
Severus blickte wieder zu Rakepick, die ihn geduldig ansah.

„Ich bin ein Halbblut, bin nicht sehr beliebt und werde von deinen Freunden schikaniert“, sagte er, als würde er ein Schulbuch auswendig vortragen.

Er wusste, dass diese Informationen nicht das waren, was Rakepick wissen wollte, doch wenn sie mehr oder Genaueres wissen wollte, musste sie schon fragen. Er konnte sie nicht wie eine Königin behandeln, nur weil sie sich so fühlte.
Rakepick huschte ein kurzes Lächeln über die Lippen, was im nächsten Moment allerdings wieder verschwand.

„Erzähle mir etwas, das ich noch nicht weiß“, sagte sie.

Severus schnaubte. „Damit du es den Rumtreibern erzählen kannst und ihr wieder etwas zum Lachen habt? Vergiss es!“

Severus war stolz auf den Ton, den er Rakepick entgegengebracht hatte. Er würde sich nicht unterordnen, besonders nicht vor einer Gryffindor, für die er schwärmte.
Rakepick hingegen schien überrascht von seinem plötzlichen Maß an Selbstsicherheit. Sie schien für einen Moment nachzudenken und Severus nutzte die Zeit, um wieder nach ihrem Gebräu zu sehen.
Die sieben Minuten vergingen quälend langsam und die Anwesenheit von Rakepick machte es nicht besser. Er wusste nicht einmal, ob es eine richtige Schwärmerei war, die er für sie empfand, denn manchmal wünschte er sich ihre Anwesenheit herbei und manchmal eben nicht.

„Hör zu, Severus“, sagte Rakepick auf einmal und sah ihn mit einem ernsten Gesichtsausdruck an.

Es verwunderte ihn, dass sie ihn bereits zum zweiten Mal bei seinem Vornamen genannt hatte, da sie ihn normalerweise wie die Rumtreiber „Schniefelus“ nannte. Er wartete gespannt darauf, was sie zu sagen hatte.

Rakepick beugte sich ein Stück weit zu ihm vor und überprüfte, ob sich jemand in ihrer Nähe befand, der mitanhören konnte, was sie ihm sagen wollte. Ihre Gesichter waren nun eine Zauberstablänge voneinander entfernt und Severus fiel wieder einmal auf, wie einzigartig das Gesicht der jungen Gryffindor war.

„Ich werde dir helfen, dich gegen die Rumtreiber zu wehren und dafür habe ich etwas gut bei dir“, meinte Rakepick mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen.

Severus warf einen Blick zu den Rumtreibern und konnte gerade sehen, wie Potter Lily gefährlich nahe kam und sie ihm lachend einen leichten Schubs gab. Potter lachte ebenfalls auf.
Das Blut in Severus‘ Adern begann wieder zu kochen. Normalerweise hatte er nichts dagegen, wenn Lily sich mit anderen Jungen gut verstand, doch da es sich hierbei ausgerechnet um James Potter handelte, war er erst recht eifersüchtig.
Aus dem Augenwinkel sah er, wie Rakepick ebenfalls in die Richtung der Rumtreiber blickte.

„Sieh sie dir an. Sie erinnern mich an Kinder, die mit Lakritz-Zauberstäben spielen und versuchen, Kürbissaft zu brauen.“ Rakepicks Stimme zitterte vor Erregtheit. „Du würdest ihnen doch gerne eine Lektion erteilen und dabei noch ungestraft davonkommen, nicht wahr?“

Severus musste schlucken. Dieses Angebot klang wirklich verlockend, doch wie weit konnte er Rakepick vertrauen? Vielleicht war das alles auch nur ein Trick von den Rumtreibern.
Rakepick vertrauen, mit ihr zusammenarbeiten und schließlich noch angreifbarer für sie sein. Doch wenn er es nicht tat, würden diese Schikanierungen vielleicht nie ein Ende nehmen. Egal, für was er sich entschied, er würde immer die Schlange in der Löwenhöhle bleiben.

„Was meinst du?“ Rakepicks Stimme war ihm so nahe, dass er glaubte, ihren Atem an seinem Ohr zu spüren.

Sein Herz begann wild gegen seine Brust zu klopfen und er hatte schon die Befürchtung, Rakepick würde es hören, so nahe wie sie ihm war.

„Ä-Ähm“, stotterte Severus.

Er richtete seinen Blick wieder auf Rakepick, die immer noch so fies lächelte wie zuvor. Er konnte dieses Lächeln nicht deuten und wusste somit nicht, ob er ihr vertrauen konnte oder nicht.
Für Severus kam es vor wie eine Ewigkeit, in der sie sich in die Augen sahen und keiner von ihnen etwas sagte.

„Ah, meine zwei kleinen Zaubertrankmeister.“ Slughorn war an ihren Tisch getreten und musterte das Gebräu mit einem kritischen Blick. „Ich denke, der Trank hat nun lange genug gesiedet.“

Rakepick nahm ihren Blick von Severus und sah zu dem Professor auf.

„Das sehe ich genauso, Professor. Wir wollten gerade weitermachen“, sagte sie lächelnd.

Bei Merlin, dieses Lächeln, dachte Severus und streifte sich die schwitzigen Hände an seiner Hose ab. Rakepick musste nur einmal wirklich lächeln und schon lag ihr die ganze Welt zu Füßen. Dummerweise auch er.
Obwohl er Lily über alles liebte, fühlte er bei Rakepick etwas, das er bei Lily noch nie gefühlt hatte. Es war ein Gefühl, dass ihm beschämend vorkam, wenn er dabei an Lily dachte.
Es war Begehren. Und er war sich sicher, dass sich Rakepick selbst bewusst war, dass sie dieses Gefühl in anderen Jungs – und auch in ihm – auslöste. Slughorn warf einen Blick auf seine Taschenuhr.

„Sie sollten sich beeilen. Die Stunde endet bald“, sagte er warnend, woraufhin Rakepick lächelnd nickte und darauf wartete, dass er sich wieder von ihnen entfernte.

Sie drehte sich in Windeseile zu Severus herum, sodass ihr rotes Haar durch die Luft flog. Ihre Augen leuchteten vor Aufregung, als sie fragte: „Und?“

Severus biss sich auf die Lippe. Würde er Lily nicht verlieren, wenn er sich nun mit Rakepick zusammensetzte und daran arbeitete, den Rumtreibern eine Lektion zu erteilen? Doch andererseits würde Rakepick ihn nie wieder so sehr an sich ranlassen.
Doch was war ihm wichtiger: sich seinen männlichen Trieben nach einem verführerischen und attraktiven Mädchen hinzugeben oder seine beste Freundin, die er heimlich liebte, zu behalten?

„Entschuldigung, Patricia. Ich weiß, dein Angebot zu schätzen, aber…“ Severus konnte sehen, wie Rakepick alle Gesichtszüge entglitten und sie ihn nur noch entgeistert ansah. „Aber ich bin nicht so wie ihr. Man würde meinen, ihr seid hier die Slytherins, die listig wie Schlangen übereinander herfallen. Es gibt Dinge, die mir wichtiger sind als Rache“

Mit diesen Worten stand er auf, packte seine Sachen zusammen und lief zu seinem Hauslehrer. Dieser sah ihn fragend an, woraufhin Severus erklärte, es ginge ihm nicht gut und er von Slughorn in seinen Gemeinschaftsraum geschickt wurde.
Als er den Raum verlassen wollte, konnte er nicht anders, als einen letzten Blick auf Rakepick und auf die Rumtreiber und Lily zu werfen. Lily, die gerade noch mit Potter gelacht hatte, wurde plötzlich ganz ernst, als sie sah, dass Severus ging, doch er wollte ihr das jetzt nicht erklären müssen. Besonders nicht vor den Rumtreibern. Und Rakepick…

Sie war eben eine begehrte Gryffindor, die eine Abfuhr erhalten hatte und das gar nicht lustig fand. Severus konnte nur hoffen, dass sie ihm das nicht allzu lange übelnehmen würde, denn schließlich hatte sie mehr Verstand als die Rumtreiber.


*******


Den ganzen Tag über war er Rakepick nicht begegnet. Er hatte auch nur noch wenige Male den Weg der Rumtreiber gekreuzt, die ihn zu seiner Verwunderung allerdings in Ruhe gelassen hatten.
Beim Abendessen saß er wieder einmal alleine und bekam nicht mehr Bissen hinunter als beim Frühstück oder Mittagessen. Bis zu den Osterferien war es nicht mehr lange hin und Lily hatte ihm versprochen, für die Zeit in Hogwarts bei ihm zu bleiben.

Da er von den Rumtreibern und von Rakepick wusste, dass sie die meisten Ferien nach Hause gingen, konnte er sich also auf zwei ruhige Wochen mit Lily alleine freuen. Doch, wie üblicherweise in den Osterferien, würde er wohl seine meiste Zeit fürs Lernen opfern müssen, da die Abschlussprüfungen nach den Ferien anstanden. Und dann würde er schon in das siebte Schuljahr gelangen und müsste sich auf seine UTZ-Prüfungen vorbereiten.
Er konnte nur hoffen, dass die Rumtreiber diese Zeit weise nutzten und ebenfalls für die Prüfungen lernten und ihn ausnahmsweise in Ruhe ließen.

Gerade als sich der junge Slytherin von seinem Platz erheben wollte, trat eine Person vor ihn in sein Blickfeld. Es war niemand geringeres als die Hauslehrerin Gryffindors, Professor McGonagall. Sie sah den Schüler mit ihren kalten, blauen Augen interessiert an.

„Kann ich Ihnen helfen, Professor McGonagall?“, fragte Severus etwas verwundert.

Die Professorin hatte bisher so gut wie noch nie außerhalb einer Unterrichtsstunde in Verwandlung mit ihm gesprochen und er konnte sich auch keinen Reim darauf machen, was sie nun von ihm wollen könnte.

„Ich störe Sie nur zu gerne bei Ihrem Abendessen, denn Professor Dumbledore erwartet Sie unverzüglich in seinem Büro“, sagte sie streng und mit einem verärgerten Gesichtsausdruck.

Severus runzelte die Stirn. Hatte er etwas Falsches getan?
An McGonagalls Haltung zu urteilen, hatte er das mit Sicherheit, doch er hatte keine Ahnung, was es gewesen sein könnte. Allerdings… wenn McGonagall, die Hauslehrerin Gryffindors zu ihm kam, musste es etwas mit dem Haus selbst zu tun haben.
Sofort dachte der Schwarzhaarige an die Rumtreiber und Rakepick. Hatten sie sich den Tag über extra so ruhig ihm gegenüber verhalten, nur damit er keinen Verdacht schöpfte, dass sie wieder etwas gegen ihn planten?

Er hatte nur eine Möglichkeit, um herauszufinden, was passiert war und für was er sich beim Schulleiter zu verantworten hatte. Er nickte McGonagall zu und erhob sich.
Sie folgte ihm auf dem Weg zu Dumbeldores Büro und der Schwarzhaarige nutzte diese Gelegenheit, um die Professorin schon einmal zu befragen.

„Professor, habe ich etwas falsch gemacht?“, fragte er und sah zu der Hexe auf.

Diese schenkte ihm nur einen flüchtigen Blick, ehe sie wieder geradeaus sah.

„Das können Sie laut sagen, Mr. Snape“, antwortete sie mit der grimmigen Stimme wie zuvor.

Severus musste schlucken. Je näher sie Dumbledores Büro kam, desto sicherer wurde er sich, dass die fünf Gryffindors – oder zumindest nur einer von ihnen – etwas damit zu tun hatte.
Er konnte nur hoffen, dass Lily nicht allzu viel Wind davon bekommen hatte, denn das würde seine Chancen bei ihr schwächen und Potters steigen.


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