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Black and Ginger

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P12 / Het
Patricia Rakepick Severus Snape
20.08.2020
31.12.2020
23
52.570
3
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Dieses Kapitel
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20.08.2020 2.048
 
Hallo ihr Lieben,

diese Geschichte hatte ich lange geplant und ich bin so froh, dass ich sie nun hochladen kann. Wieder einmal geht es hauptsächlich um meine zwei Lieblingscharaktere aus Hogwarts Mystery: Severus Snape und Patricia Rakepick. Dieses Mal spielt es jedoch in deren Vergangenheit, also in der Rumtreiber-Zeit.

In der Geschichte wird auf ein Ereignis aus meiner anderen Geschichte Do you remember? angespielt und diejenigen, die sie vielleicht bereits gelesen haben, werden dieses Ereignis auch vermutlich wiedererkennen. Wenn ihr euch für das Pairing, bzw. für die Personen interessiert, habe ich auch eine weitere Geschichte dazu: Just give me one reason.

Inhaltliche Anmerkung: Obwohl Rakepick eigentlich etwas älter ist als Snape, habe ich es in dieser Geschichte so gemacht, dass sie gleich alt sind und im Jahr 1971 nach Hogwarts gekommen sind. Dies entspricht Snapes Schulzeit, da Rakepick eigentlich bereits 1966 eingeschult wurde.

Nun wünsche ich euch ganz viel Spaß beim Lesen und hoffe, dass ihr mir eine Rückmeldung geben könnt.

Liebe Grüße
RedQueen0010


~~~♕~~~


Charaktere: Severus Snape, Patricia Rakepick, James Potter, Lily Evans, Sirius Black
Pairing: Severus x Patricia, Severus x Lily, James x Lily
Typ der Geschichte: Geschichte
Genre: Abenteuer, Freundschaft, Romanze
Disclaimer: Alle Figuren und Handlungsorte leihe ich mir nur aus und ich verdiene kein Geld mit meinen Geschichten.


Kapitel 1: Liebe und Leid


Freitag, 27. Februar 1976
Hogwarts, Große Halle


Severus Snape hatte sein Frühstück an diesem Morgen noch kein bisschen angerührt. Es lag nicht nur daran, dass er keinen großen Hunger hatte, sondern auch daran, dass seine Wange bei jedem Bissen, den er tat, schmerzte. Die Rumtreiber hatten ihn am vorherigen Abend wieder einmal erwischt und ihn mit einigen Zaubern verflucht.
Der junge Slytherin hatte schon lange aufgehört, sich zu fragen, wann das alles angefangen hatte. Vielmehr fragte er sich, ob das jemals enden würde. Schließlich waren sie inzwischen in der fünften Klasse und Severus erwartete langsam bei den anderen Schülern – besonders aus dem Hause Gryffindor – etwas Reife und Einsicht zu sehen. Doch davon war keine Spur.
Es kam ihm vor, als würde es mit jedem Jahr schlimmer werden, da ihnen jedes Jahr neue Zaubersprüche und Flüche beigebracht wurden, die sie gegen ihn einsetzen konnten. Sie nannten es immer „das Ausprobieren“ der Zauber, doch das war nur eine billige Rechtfertigung, die sie selbst nicht einmal glaubten.

Severus seufzte und nahm zögerlich die glänzend polierte Gabel in die Hand. Die Hauselfen hatten wieder einmal gute Arbeit geleistet und das Besteck funkelte mehr denn je.
Kein Wunder, dachte der Slytherin. Peter Pettigrew – einer der Rumtreiber – wurde dabei erwischt, wie er heimlich das Mädchenklo ausspioniert hatte. Seitdem hatte er Küchendienst und er erledigte seine Aufgaben sehr perfektionistisch.
Severus stocherte in seinen Bohnen rum bis er schließlich zwei von ihnen aufspießte und genauer begutachtete.

„Keinen Hunger?“ Lily Evans rutschte auf die Bank gegenüber und schenkte ihrem Freund ein warmes Lächeln.

Severus zuckte nur mit den Schultern, bevor er die Gabel wieder auf seinen Teller sinken ließ. Plötzlich machte Lily ein entsetztes Gesicht.

„Oh nein“, sagte sie sichtlich besorgt. „Haben James und seine Freunde dich wieder so zugerichtet?“

Der Rotschopf beugte sich weiter über den Tisch, um Severus‘ blaues Auge und die gerötete Wange genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Slytherin schreckte schlagartig zurück.

„Es ist nichts“, sagte er knapp und etwas genervt.

Lily machte ein beleidigtes Gesicht.

„Geh‘ damit zu Professor Dumbledore“, riet sie ihm. „Du musst dich endlich gegen sie wehren.“

Severus schnalzte mit der Zunge und sah kopfschüttelnd in der Großen Halle umher.

„Aber ich wehre mich nicht gegen sie, indem ich jammernd zu Dumbledore renne und sie verpetze“, erwiderte er.

Seine tiefschwarzen Augen trafen die leuchtend grünen der Gryffindor. Sie dachte nach.

„Vergiss es einfach“, meinte Severus und erhob sich ohne sein Frühstück weiter angerührt zu haben. „Ich komm schon klar.“

Damit verließ der den Tisch der Slytherin und schritt durch die Große Halle zu der großen Flügeltür. Er blickte auf seine Füße und achtete gar nicht mehr darauf, was um ihn herum geschah.
Plötzlich stieß er gegen jemanden, taumelte und gewann in letzter Sekunde sein Gleichgewicht wieder.

„Pass doch auf!“, rief sein Gegenüber ihm entgegen.

Severus blickte auf und wurde sofort kreidebleich im Gesicht.

Vor ihm stand das böse Spiegelbild seiner Freundin Lily Evans. Die leuchtend roten Haare hingen ihr wild im Gesicht, als wäre sie gerade erst aus dem Bett getaumelt, jedoch saß ihre Uniform einwandfrei und umspielte ihren perfekten Körper. Die Lippen rot bemalt und die blauen Augen schwarz umrandet auf ihrer makellosen Haut, ließen ihre Schönheit kaum in Worte fassen.
Severus öffnete den Mund, um etwas zu sagen, brachte jedoch keinen Ton heraus. Die Rothaarige verdrehte die Augen und ging mit wehendem Haar an ihm vorbei in die Große Halle. Severus starrte ihr nach.
Er konnte nicht anders. Patricia Rakepick war vermutlich die beliebteste Hexe der ganzen Schule. Die talentierte Gryffindor war eine Jägerin für ihr Haus und bestand jedes Fach in jedem Jahr mit einem „Ohnegleichen“.
Doch sie war keine Streberin oder Langweilerin: Sie hatte so viele Freunde und Verehrer, dass Severus sie kaum noch an seinen Händen und Füßen abzählen konnte. Dummerweise war er genau einer dieser Verehrer, doch er hatte sich noch nie große Hoffnungen gemacht. Sie war zwar keine Rumtreiberin, doch sie arbeitete oft sehr eng mit ihnen zusammen, was sie für Severus einen Schritt mehr unerreichbar machte.

Der Schwarzhaarige seufzte tief und setzte seinen Weg fort. Als er jedoch noch einen kurzen Blick über die Schulter warf, sah er nur noch wie James Potter und Sirius Black auf Rakepick zugingen. Severus wurde schlecht. Er hasste die Rumtreiber. Er hasste seine Schulzeit. Er hasste sich selbst.
Das einzige, was seine Stimmung etwas aufheiterte war, dass er heute zuerst zum Zaubertrankunterricht bei seinem Hauslehrer Professor Slughorn musste. Doch auch das hatte seine Nachteile, denn die Slytherins hatten Unterricht mit ihren Feinden, den Gryffindors.
Das hieß zwei Stunden Zaubertrankunterricht mit Potter, Black, Lupin, Pettigrew und Rakepick.


*******


Bis zu der ersten Stunde Zaubertrankunterricht hatte Severus nichts weiter gemacht, als seine Bücher und Pergamentrollen einzupacken und sich die letzte Hausarbeit, die er noch abgeben musste, durchzulesen.
Gerade als er in den Klassenraum gehen wollte, strömten die anderen Slytherin von ihrem Frühstück oder den morgendlichen Quidditch-Übungen ein, um noch schnell ihre Sachen zu packen.
Severus würde wohl nie zu spät zum Unterricht kommen. Denn da er keine richtigen Freunde hatte, mit denen er die Zeit verbrachte, gab es so gut wie nichts, was ihn davon abhalten konnte, pünktlich zum Unterricht zu erscheinen.

Den Gryffindors allerdings ging es ganz anders. Viele von ihnen kamen zu spät oder auch gar nicht. Severus setzte sich wie immer in die hinterste Ecke und versuchte dabei so weit wie möglich von den Rumtreibern zu setzen.
Lily hatte sich zu seinem Pech schon neben James gesetzt, der sie ständig mit diesem ekligen Grinsen ansah. Severus versuchte sich irgendwie auf den Unterricht zu konzentrieren, doch mit den beiden rothaarigen Gryffindors und den Rumtreibern war dies eine Unmöglichkeit.

„Also, meine lieben Schülerinnen und Schüler“, begrüßte Slughorn die zwei Häuser. „Heute werden wir uns mit dem Elixier des Friedens beschäftigen.“

Severus konnte nicht anders, als einen Blick zu Lily und Potter hinüberzuwerfen und fast wäre ihm schlecht geworden. Potter huschte ein Lächeln über die Lippen. Dummerweise konnte Severus auch noch jedes einzelne Wort verstehen, dass sie miteinander sprachen, obwohl er versucht hatte, sich weit von ihnen wegzusetzen. In keinem Raum würde er so viel Abstand zwischen sich und die Rumtreiber bringen können, dass ihre Anwesenheit ihn nicht mehr störte.

„Wonach riecht Amortentia für dich?“, fragte Potter wie aus dem nichts seine Sitznachbarin.

Lily sah zu ihm auf. Sie machte ein eher verwundertes Gesicht.

„Wie kommst du denn darauf?“, fragte sie mit einer leicht erstickten Stimme.

Ihre Wangen begannen die Farbe ihrer Haare anzunehmen, was Potter ein triumphierendes Grinsen entlockte. Severus ballte die Hände zu Fäusten und versuchte sich zu beruhigen.

„Ich habe gerade an Amortentia gedacht“, sagte er verführerisch.

Die Röte, die in Lilys Gesicht aufstieg, wurde immer stärker.

„Wir hatten diesen Liebestrank noch gar nicht und ich habe noch nie an ihm gerochen“, erwiderte sie und wandte sich schnell wieder Professor Slughorn zu, der die Zutaten für das Elixier des Friedens an die Tafel schrieb.

Severus seufzte angestrengt. Er hatte bisher nie den Mut gehabt, Lily seine Liebe, geschweige denn Rakepick seine Schwärmerei zu gestehen. Er war viel zu feige dafür, wusste gleichzeitig aber auch ganz genau, dass keines der beiden Geständnisse zu einem positiven Ergebnis führen würde.
Seine Freundschaft zu Lily war ihm wichtiger gewesen und er wollte sie unter keinen Umständen verlieren und was Rakepick anging…

Sie war eigentlich seine Feindin und würde er nur ein Wort darüber verlieren, dass er für sie schwärmte, würden die Rumtreiber ihn das nie vergessen lassen.
Severus hatte manchmal das Gefühl, dass Potter sich in derselben Lage, was die Mädchen betraf, befand. Die Liebe zu Lily und eine Schwärmerei für Rakepick. Konnte sich dieser nervende und idiotisch benehmende Gryffindor nicht einfach mit Rakepick zufriedengeben und ihm dann Lily lassen?
Doch James Potter gab sich nicht so einfach zufrieden, geschweige denn geschlagen. Er würde niemals etwas aufgeben, was er bekommen könnte.

Durch eine Hand, die vor seinem Gesicht winkte, wurde Severus aus seinen Gedanken gerissen. Er blickte verwirrt auf und sah direkt in das breite Grinsen seines Hauslehrers.

„Ich nehme an, Sie haben das Elixier schon gebraut, denn sonst würden Sie nicht mit diesem friedvollen Blick in der Gegend umhersehen und alles um sich herum ausblenden, Mr. Snape“, sagte Slughorn mit einem sarkastischen Unterton.

„Entschuldigen Sie, Professor“, meinte Severus und versuchte die aufkommende Röte in seinem Gesicht zu verbergen.

Immer wenn er verlegen war oder sich schämte, nahmen seine Wangen dieselbe Farbe, wie die von Lilys und Rakepicks Haaren an und selbst nach Jahren hatte er es nicht geschafft, diese peinliche Reaktion seines Körpers unter Kontrolle zu bringen.
Der Professor sah ihn weiterhin an und Severus konnte sich keinen Reim darauf machen, was er noch von ihm wollen könnte.

„Wie ich sehe, haben Sie heute keinen Partner“, sagte er mit hochgezogenen Brauen und deutete auf den freien Hocker neben seinem Schüler.

Severus sog tief die Luft ein und nickte zustimmend mit dem Kopf. Slughorn sah sich für einen kurzen Augenblick im Raum um, ehe er sich wieder an Severus wandte. Die Finger des Schwarzhaarigen kribbelten bereits, da er es nicht erwarten konnte, endlich mit dem Brauen anzufangen.
Doch plötzlich erschien ein merkwürdiges, erfreutes Grinsen auf Slughorns Gesicht, das ein ungutes Gefühl in Severus‘ Bauch auslöste.

„Ich habe eine wunderbare Idee“, meinte er schließlich hocherfreut und verließ den Tisch für einen Moment.

Severus folgte ihm mit wachsamen Augen und hatte schon eine kleine Vorahnung, was als Nächstes auf ihn zukommen würde. Bitte, gehen Sie nicht zu den Gryffindors, dachte Severus, in der Hoffnung, Merlin würde sein Gebet vernehmen. Doch Slughorn ging nicht zu dem Tisch von Lily, Potter, Black und Lupin, sondern zu einem anderen, an dem ein Mädchen sich bereits ohne Partner ans Brauen gemacht hatte. Ihre Partnerin, Mary Macdonald, war nicht zum Unterricht erschienen und sicherlich hielt Slughorn es für eine gute Idee, die beiden für diese Stunde zusammenarbeiten zu lassen.

Doch Severus wäre am liebsten im Erdboden versunken, als er sah, wie die Rothaarige nicht sonderlich begeistert ihre Sachen packte und ihm einen gehässigen Blick zuwarf. Severus wusste, dass er in diesem Augenblick, wie eine verängstigte Maus aussehen musste, die bereits wusste, dass die Schlange nicht mehr weit war. Doch er war die Schlange. Er war ein Slytherin und sollte sich nun auch zusammenreißen und so verhalten.

„Meine zwei besten Schüler arbeiten nun zusammen. Ich bin gespannt auf Ihr Ergebnis“, rief Slughorn, der sich kaum noch vor Freude und Entzückung einkriegen konnte.

Severus wartete geduldig, bis seine neue Partnerin sich neben ihn gesetzt hatte. Dann räusperte er sich und sah sie an.

„Glaub mir, dass ich das hier genauso wenig will wie du, aber wir haben keine Wahl“, sagte Rakepick und seufzte genervt.

„Was werden denn deine Rumtreiber-Freunde dazu sagen?“, fragte Severus und nickte zu dem Tisch der Rumtreiber hinüber.

Doch Rakepick stieß nur ein abfälliges Schnauben aus und antwortete: „Kann denen doch egal sein. Ich lasse mich wenigstens nicht so sehr von ihnen herumschubsen wie du.“

Severus musste schlucken. Es klang fast schon, wie eine Aufforderung sich zu wehren.

„Also“, sagte Rakepick und sah ihr Gegenüber fragend an. „Können wir dann anfangen?“


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