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2020 08 20: Am längeren Hebel [by - Leela -]

OneshotAbenteuer / P12 / Gen
20.08.2020
20.08.2020
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Tag der Veröffentlichung: 20.08.2020

Zitat: "Hakuna Matata." (Der König der Löwen)

Titel der Geschichte: »Am längeren Hebel«

Autor: - Leela -

Hauptcharaktere: Der Master

Nebencharaktere: Der fünfte Doctor und ein besonderer OC

Pairings: -/-

Kommentar des Autors: Diesen Tag habe ich mir aus einem speziellen Grund ausgesucht, denn heute hat mein Lieblings-Master aus »Doctor Who« Geburtstag! Das Zitat paßte so gut, daß ich es mir nicht entgehen lassen konnte für ihn ein Geburtstagstribute für den Jahreskalender zu schreiben. Happy Birthday, Anthony!






Am längeren Hebel

Irgendwo in Afrika, nicht weit von einem kleinen Dorf entfernt am Rande der Steppe, materialisierte eine TARDIS in den Sonnenuntergang hinein. Als Baum getarnt, fügte sie sich unauffällig in das harmonische Bild ein, so daß sie dem zufälligen Betrachter verborgen blieb.
      Die einzigen Betrachter, die es im Augenblick hätte geben können, war eine kleine Herde von Giraffen, als ein Mann aus der TARDIS trat und sich aufmerksam umsah. Der Timelord mit den dunklen Haaren, den hellen, durchdringenden Augen und dem dunklen Umhang wirkte zufrieden. Hier konnte der Master seinen neuen Plan ausklügeln, mit dem er den Doctor nachhaltig in eine Falle locken konnte.
      Er verließ die TARDIS endgültig und machte sich auf den Weg zu dem kleinen Dorf. Dort hatte er eine Verabredung. Die kleine Hütte war nicht schwer zu finden. Sie lag etwas abseits und erregte durch Symbole am Eingang die Aufmerksamkeit potentieller Besucher. Oder besser gesagt, Kunden, so wie ihn.
      N’keiru erwartete ihn bereits. Sie gehörte zu den Menschen, vor denen der Master am meisten Respekt hatte. Sie war anders als die meisten Menschen, die er kennengelernt hatte. Sie war nicht naiv und einfältig, so wie der überwiegende Teil dieser Spezies, sondern vielschichtig und hatte einen Blick für die Zusammenhänge des Universums. Mit ihr konnte er arbeiten!
      Die Afrikanerin sah zu ihm auf, als er die Hütte betrat. Die Kommunikation lief lautlos. Er kniete sich ihr gegenüber auf die Matte. Die dunklen Augen, die einen Eindruck vom Universum selbst vermittelten, schienen bis in seine Seele zu reichen. Sie legte eine kleine Puppe in die Mitte zwischen ihnen, mit einem Blick fragte sie ihn, ob sie seinen Vorstellungen entsprach.
      Der Master betrachtete die schlanke, aus Schilfgeflecht bestehende Puppe mit dem hellen, aus Stofffetzen gearbeiteten Anzug, an dem ein kleines Sellerieblatt befestigt war, die blonden Haare aus Seidenfäden und dem kleinen zum Anzug passenden Hut aus Stroh. Er sah seine Gegenüber an und nickte.
      N’keiru nahm nun eine hölzerne blaue Box, die von der Größe her genau auf die Puppe zugeschnitten war, und legte diese dort hinein. Der Master fragte sich, woher sie wußte, wie sie die TARDIS des Doctors so originalgetreu nachzubauen hatte. Die Holzarbeit sah perfekt aus. Der Blick der dunklen Augen traf den Master erneut, ließ ihn leicht schaudern. Er wußte, mit der Voodoo-Meisterin war es besser, sich gut zu stellen. „Dies nimm mit in deine TARDIS.“ wies sie ihn mit ihrer rauchigen Stimme an, als sie ihm die blaue Kiste übergab. „Dort warte, bis der Doctor hier ist. Je näher er dir ist, desto besser ist die Wirkung. Was auch immer du mit der kleinen Version anstellst, wird auch mit der großen passieren!“
      „Und der Doctor wird ganz sicher kommen?“ erkundigte sich der Master vorsorglich.
      „Es ist alles vorbereitet. Er wird herkommen.“ bestätigte N’keiru. „Achte darauf, daß du dich in der TARDIS befindest, wenn du dir die Magie zunutze machst! Sie schützt dich vor dem Einfluß der Kräfte.“
      Der Master nickte als Zeichen, daß er verstanden hatte.
      „Geh jetzt. Der Doctor wird bald hier sein!“
      Weitere Worte wurden nicht gesprochen. Der Master nahm die kleine Auftragsarbeit an sich und verbarg sie unter seinem Umhang. Der vereinbarte Preis wechselte den Besitzer; unmittelbar darauf verließ der Timelord die Hütte wieder so unbemerkt, wie er gekommen war.

Der Master fühlte eine innere Genugtuung, als er sich sofort auf den Rückweg zu seiner TARDIS machte. Jetzt hatte er den Doctor in der Hand, und das wortwörtlich! Er überlegte sich bereits voller Euphorie, womit er anfangen wollte. Feuer wäre wohl ein bißchen zu drastisch, für den Beginn. Aber er könnte die TARDIS des Doctors unter Wasser setzen! Was passierte, wenn er eine Spinne in das kleine Modell setzte? Stand der Doctor dann einer maßstabsgetreu vergrößerten Variante gegenüber?
      Diese und andere kreative Dinge gingen ihm durch den Kopf, als er sich nach seiner eigenen TARDIS umsah. Weit konnte sie nicht mehr sein. Welcher der Bäume war es? Dieser jedenfalls nicht…
      Akribisch ging er Baum für Baum durch. Im Zwielicht des Abends sah plötzlich alles ganz anders aus, als er es in Erinnerung hatte. Oh, warum hatte er sich auch nicht genau gemerkt, wo er angekommen war? Er war zu euphorisch gewesen und nur darauf fixiert, seine kleine Bestellung zu erhalten. Und seine TARDIS hatte das beste Ergebnis für ihre Tarnung herausgeholt, das ging – das merkte er jetzt am eigenen Leib.
      Für den Moment wurden die Rachepläne auf der Prioritätenliste nach unten verschoben, als er immer hektischer nach seinem Raum/Zeitschiff Ausschau hielt. Er mußte es unbedingt finden, bevor der Doctor hier war! Das war elementar wichtig; er konnte hier draußen nicht in Ruhe mit dem Modell arbeiten, zudem hatte N’keiru ihn vor der Wirkung gewarnt, die ihn gleich mit treffen konnte, wenn er sich nicht in der TARDIS befand.
      Mittlerweile erfaßte ihn die nahe Panik. Seit wann spürte er die Präsenz seiner TARDIS nicht mehr intuitiv? Wurde diese Verbindung etwa von dem Voodoozauber blockiert? Seinen Triumph würde er sich aber nicht nehmen lassen! Er mußte nur systematisch alle Möglichkeiten durchgehen, bis er den richtigen Platz gefunden hatte!
      Immer aufgeregter lief er zwischen den Bäumen hin und her. Hier mußte es irgendwo gewesen sein, da war er sich ganz sicher! Ebenso, wie er sich sicher war, daß er den einen oder anderen Baum schon zwei Mal inspiziert hatte… Mittlerweile kam er sich latent lächerlich vor. Glücklicherweise konnte ihn gerade keiner sehen!
      In seine Aufregung mischte sich eine Schockwelle, als er plötzlich das Landegeräusch einer anderen TARDIS hörte. Der Doctor! Wie elektrisiert wirbelte er herum, gerade als sich die blaue Polizeinotrufbox materialisierte. Er biß die Zähne zusammen und atmete gepreßt durch. Tarnung war etwas gutes und schönes; im Augenblick erkannte er den Nutzen eines defekten Chamäleon-Schaltkreises, der die TARDIS des Doctors in ihrer aktuellen Form gefangen hielt. Einerseits konnte sein Kontrahent sich vor ihm nicht verbergen; was aber noch viel elementarer war: In dem Zustand fand man seine TARDIS jederzeit wieder!
      Gerade trat der Doctor aus dem Kontrollraum. Hochgewachsen, blond, heller Anzug mit Hut und Sellerie am Revers, ganz so wie die kleine Version, die er in seinem Umhang bei sich trug. Ein Schütteln erfaßte den Master. Er konnte sich kaum entscheiden, ob die Situation, in der er sich jetzt, in diesem Augenblick befand, eher fatal oder peinlich war.
      Der Doctor hatte schnell Blickkontakt zu dem anderen Timelord, gerade so lange, bis der versuchte, die Suche nach seiner TARDIS nun etwas unauffälliger fortzusetzen. Erstaunt beobachtete der Doctor, wie sein Widersacher beinahe gelangweilt einen Baum nach dem anderen betrachtete. Es hatte System für den blonden Timelord, da war er sich sicher, er konnte sich nur den tieferen Sinn nicht erklären. Er lehnte sich in den Zugang zu seiner TARDIS und verfolgte das Geschehen aufmerksam, und durchaus auch ein wenig amüsiert. Eine leise Ahnung beschlich ihn. Schließlich konnte er nicht mehr an sich halten und fragte laut: „Hast du zufällig etwas verloren…?“
      Der Master bemühte sich, souverän zu bleiben, als er den Blick des Doctors betont unbeteiligt erwiderte. „Was? Nein. Alles in bester Ordnung!“
      „Mmhm, so sieht es auch aus!“ schmunzelte der Doctor, als er den anderen Timelord dabei beobachtete, wie er möglichst unbemerkt den Blick an den Bäumen hoch und runter gleiten ließ. „Bist du dir sicher, daß du keine Hilfe brauchst?“
      Das hatte ihm noch gefehlt, daß der Doctor ihm seine Hilfe anbot! Das war doch die perfekte Gelegenheit für den blonden Timelord, seinen Gegner außer Gefecht zu setzen! Und er bekam keine Gelegenheit mehr, seinen neuen Geniestreich auszuprobieren! Er spürte die Anspannung unangenehm in seinem Körper. Das vernünftigste war, gar nicht darauf zu reagieren!
      Gerade als die Verzweiflung endgültig sein Nervensystem übernehmen wollte, machten seine zwei Herzen einen Satz. Da war sie, seine TARDIS, direkt vor ihm! Jetzt konnte er auch ihre Präsenz wieder spüren. Von einem zum anderen Moment war die alte Euphorie wieder zurück! Er grinste den Doctor frech an, schon mit einer Hand in der Tür. „Hakuna Matata!“ rief er seinem erklärten Lieblingsfeind zu, als hätte er dies schon die ganze Zeit im Sinn gehabt, sprang in seine TARDIS, und verschwand vor den Augen des anderen Timelords, bevor der auch nur einen klaren Gedanken fassen konnte.
      Die TARDIS des Masters entmaterialisierte so schnell, daß der Doctor nicht mehr reagieren konnte. Der Master war dennoch nicht unzufrieden. Sein kleines Experiment konnte starten, sobald er sich einen neuen unscheinbaren Platz gesucht hatte, der dem Doctor verborgen blieb…

Happy Birthday
Anthony Ainley
der beste Master den es gibt, gab und geben wird!
20. August 2020






~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Eine sehr erheiternde Geschichte, wenn auch teils etwas düster. Das Zitat am Ende hat wirklich sehr gut dazu gepasst.

Eure lula-chan
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