Eager Beaver

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16 Slash
Harry Styles Liam Payne Louis Tomlinson Niall Horan OC (Own Character) Zayn Malik
18.08.2020
27.09.2020
13
25.108
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16.09.2020 1.771
 
Harrys POV

Ich musste ehrlich zugeben, dass ich überrascht war Blake vor meiner Tür stehen zu sehen. Überrascht aber glücklich. Vorallem, dass sie endlich aufhörte mich abzublocken und wir wieder etwas Zeit zusammen verbrachten. Es tat einfach so gut sie wieder an meiner Seite zu haben. Für einen kurzen Moment hatte sich alles wieder genauso wie früher angefühlt. Wir waren einfach nur Freunde, die Zeit miteinander verbrachten. Aber als wir über ihre Mutter sprachen und sie plötzlich weinte, wurde mir sofort wieder bewusst, dass nichts wie früher war.

Sie hatte ihre Mutter, die wichtigste Person in dem Leben von den meistens Kindern, verloren und ich war nicht bei ihr gewesen. Ich hasste mich dafür. Warum war ich nicht früher zu ihr gegangen? Warum hatte ich damals nicht die Möglichkeit über meinen Schatten zu springen und zur Beerdigung zu gehen? Dann hätte ich bei ihr sein können und sie hätte das alles nicht alleine durchmachen müssen. Die Schuldgefühle hatte ich noch Stunden später. Als Blake sich wieder beruhigt hatte, es aber zu kalt wurde, gingen wir zusammen in mein Hotelzimmer und legten uns in das warme, weiche Bett. Früher hatten wir eigentlich nie in einem Bett geschlafen, aber jetzt war es selbstverständlich. Wir waren eben doch älter geworden. Es dauerte nicht lange und sie atmete ruhiger neben mir. Vorsichtig strich ich ihr die Haare aus der Stirn und beobachtete sie. Sie hatte sich wirklich verändert. Nicht so sehr wie ich, aber trotzdem sah sie anders aus.

Sie war hübscher geworden. Ihr blasser Teint, den sie früher nie hatte ließ ihre purpurfarbenen Lippen noch mehr hervor stechen. Ihre Wangenknochen waren etwas markanter als früher. Ihre Haare waren etwas länger und dunkler als ich es kannte. Alles in allem ließen diese Veränderungen keinen Abstrich in ihrer Schönheit zu. Ob sie wohl einen Freund hatte?

Wieder musste ich daran denken, wie sehr ich mir früher wünschte dieser Freund zu sein. Aber sie hatte mich nie so gesehen, ich war immer nur ein Freund gewesen, vielleicht auch wie ein Bruder. Der Kumpeltyp und nicht der, in den man sich verliebte. Scheinbar hatte sich aber auch das verändert. Jetzt gab es genug Mädchen, die mich sofort zum Freund nehmen würden und das, obwohl mich die meisten noch nie gesehen hatten. Wie konnten die ganzen Mädchen denken, dass sie mich 'lieben', wenn man noch nie miteinander gesprochen hatte?
Wahrscheinlich würde mich keine von ihnen noch wollen, wenn sie mich richtig kennen würden. So wie ich eben wirklich war. Ohne Filter und ohne Maske.

Louis hatte recht, es gab immer den Harry, der ich privat war und dann den Harry, der in der Öffentlichkeit stand. Und beide konnte ich oft nicht leiden. Ich hatte inzwischen nicht mehr die Möglichkeit ich selbst zu sein. Jeder hatte seine Rolle zu spielen und ich fand meine schrecklich. Louis und Zayn waren die beiden mit den perfekten Beziehungen, Liam hatte Danielle und Niall war eben der niedliche kleine Ire, der auf die große Liebe noch wartete. Und dann war da ich, der angebliche Frauenheld und mega Aufreißer. Klar, manchmal machte es Spaß. Ich konnte einfach jedes Mädchen mitnehmen, weil das Management es ja praktisch vorschrieb, aber trotzdem war das eben nicht ich.

Irgendwo in mir drin war ich immer noch der schüchterne Harry aus der Schule, der Nerd, den keiner mochte. Warum hatte ich auf einmal Freunde, nachdem ich cooler aussah? Warum waren alle so oberflächlich? Alle außer Blake. Sie hatte mich schon damals gesehen, bevor ich mich anders angezogen hatte und mochte mich meiner Persönlichkeit wegen. Oft fragte ich mich, wie viele von den Menschen, außer der Jungs, mich wegen meiner Selbstwillen mochten und nicht nur die Möglichkeit sahen möglichst schnell möglichst viel Aufmerksamkeit zu erhaschen.
Ob wir uns wohl angefreundet hätten, wenn ich kein Streber gewesen wäre und die ganzen Mädchen, die nur auf das Äußere achteten, mich schon früher beachtet hätten? Wäre dann alles gleich oder wären wir vielleicht ein Paar geworden?

Wieder einmal musste ich mir selbst verbieten weiter über all das nachzudenken und endlich zu schlafen. So ging es mir dauernd, wenn ich alleine war. Okay, ich war nicht alleine, Blake war hier bei mir, aber sie schlummerte friedlich.
Ich drehte mich wieder auf die Seite, um sie weiter ansehen zu können. Vorsichtig legte ich meine Hand auf ihre Wange und strich vorsichtig über diese und fragte mich, wovon sie wohl in diesem Moment träumte. Sie hatte es bedauert, dass ich mich verändert hatte. Morgen würde ich ihr zeigen, dass der alte Harry noch da war. Mit diesem Gedanken schloss ich die Augen, zog Blake vorsichtig an meine Brust und schlief endlich ein.

Am nächsten Morgen wachte ich auf, als das Bett wackelte und Blake kurz darauf anfing zu fluchen. "Was machst du?" fragte ich mit dieser tiefen, rauen Stimme, die ich jeden Morgen hatte. "Wonach siehts denn aus?" giftete sie mich an, was mich schmunzeln ließ. Ich rieb mir einmal über die Augen und stand dann ebenfalls auf. Ihr musternder Blick, der über meinen Körper glitt, bemerkte ich sofort, weshalb ich grinsen musste. Früher hatte sie mich nie so begutachtet. Ich konnte es nicht leugnen, es gefiel mir, dass sie mich so an sah. Nur in Boxershorts bekleidet ging ich in das kleine Badezimmer und putzte mir die Zähne.

Danach rief ich bei dem Hotelservice an und bestellte Frühstück für zwei Personen. Blake war währenddessen im Badezimmer verschwunden und duschte offensichtlich. Müde schmiss ich mich wieder auf das Bett und starrte an die Decke. Sie wollte ihren alten Harry, dann sollte sie ihn bekommen. Grinsend ging ich zu meinem Kleiderschrank und nahm die Klamotten von dem Videodreh heraus. Nicht oft war es der Fall, dass wir die Outfits behalten durften, bei diesem Dreh bestand ich aber darauf. Diese Kleidung hatte für mich einen besonderen Wert, spiegelte es doch den früheren Harry wider. Ich gelte meine Haare so wie früher und setzte meine Brille auf. Oh ja, sehr heiß.

Es dauerte nicht mehr lange und die Tür vom Badezimmer ging auf. Grinsend stand ich einige Meter von ihr entfernt und versuchte nicht zu lachen, während sie mich mit offenem Mund anstarrte. "Was soll das?" lachte sie auf einmal und auch ich konnte endlich loslachen. "Du wolltest deinen alten Harry wieder." antwortete ich ihr und kam mir mit einem Mal unglaublich bescheuert vor. "Warst du es nicht, der immer gesagt hat, dass es egal ist wie sehr man sich äußerlich verändert, solange das Innere bleibt?" lachte sie und ich konnte schon Tränen auf ihren Wangen schimmern sehen.

"Egal, jetzt hab ich mich so schön zurecht gemacht. Also wie siehts aus, was unternehmen wir heute?" fragte ich sie und versuchte damit die Peinlichkeit, die ich empfand zu überspielen. "Mein Magen knurrt. Frühstücken wäre also wirklich super." sagte sie schmunzelnd und schmiss sich auf mein Bett. Ich setzte mich neben sie und überschlug, so wie ich es früher immer getan hatte, die Beine. "Harry das sieht total unbequem aus, lass das." Murmeltr sie und sah mich entgeistert an. Erleichtert setzte ich mich im Schneidersitz neben sie. Über Kreuz zu sitzen hatte mir definitiv nicht gefehlt.

Einen Moment später kam der Hotelservice und brachte unser Frühstück. Die Frau, die auch am Tag davor schon da war, starrte mich verwirrt an und versuchte im Gegensatz zum vorherigen Tag überhaupt nicht mit mir zu flirten. War ja klar. Zusammen frühstückten wir im Bett und machten uns danach auf in die Stadt. Trotz ihrer Teils wirklich fiesen Kommentare beschloss ich, mein Vorhaben umzusetzen und mich nicht umzuziehen. Mit diesem Aufzug musste sie nun Leben. Früher ging es ja auch.

Als wir an einem Kostümladen vorbeikamen, zog ich sie einfach hinter mir her und suchte auch ihr ein peinliches Outfit aus, welches sie anprobieren musste. Zum Glück war sie keine von diesen Zicken, die Angst davor hatten blöd auszusehen. Nachdem wir ein passendes Kostüm für sie hatten - einen karierten Faltenrock, langes T-Shirt und Pullunder sowie die schlimmsten Lackschuhe die ich hätte finden können - schnappte ich mir die Sachen, bezahlte und schob sie zurück in die Umkleide.

Lachend verließen wir den Laden und wurde sofort von den Leuten auf der Straße angestarrt. Aber es interessierte uns überhaupt nicht. "So was machen uncoole Leute denn nie?" fragte sie irgendwann und ich zuckte die Schultern. "Feiern, Spaß haben?" Entgegente ich ihr verunsichert und versuchte Herr der Lage zu werden. Was konnte man hier machen, was der alte Harry wohl niemals getan hätte? Nachdem Blake einen kleinen Freundenschrei von sich gab, zog sie mich an der Hand hinter sich her in ein Casino was sie entdeckt hatte, in dem wir kurz darauf beinahe herausgeschmissen wurden. Alle Männer trugen feine Anzüge und die Frauen tadellose teure Kleider und dann waren da plötzlich wir.

Nach kurzer Zeit verließen wir das Casino prustend. Es hatte nicht lange gedauert, bis die piek feinen Menschen festgestellt hatten, das es sich unter meiner Verkleidung um mich handelte was uns viele Blicke und noch mehr Foto's bescherte die heimlich geschossen wurden. Als wir raus an die frische Luft traten, stellten wir beide fest, dass es bereits dämmerte entschieden wir uns dazu unseren Ausflug zu beenden. Da Blake keine Kleidung oder ähnliches bei mir hatte, brachte ich sie, so wie früher in unserer Schulzeit zurück zu ihrer Wohnung.

Nachdem ich sie die Treppen hoch begleitet hatte, beobachtete ich sie, wie sie versuchte ihren Schlüssel in das Schloss zu stecken. Ihre Finger schienen etwas zu zittern was ihr das öffnen erschwerte. Nachdem ein weiterer Versuch fehlgeschlagen war, drehte sie sich genervt um und zog ihre Augenbraue hoch. "Ist mein Arsch so toll oder wieso starrst du da die ganze Zeit rauf?" Fragte sie auffordernd und beobachtete nun mich, wie ich ihr mit dem Schloss half. "Ja ganz akzeptabel." Murmelte ich schmunzelnd und biss mir auf die Lippe, da ich wusste, dass sie diese Worte auf die Palme bringen würden. Nachdem sich Blake an mit vorbei geschoben hatte, lehnte ich mich in den Türrahmen und beobachtete die sichtlich genervte Blake, dessen Gesichtszüge weicher wurden als sie mir in die Augen sah.

"Hast du Lust heute Abend mit mir in einen Club zu gehen?" Fragte ich sie unsicher und biss mir auf die Lippe. "Harry-.." fing sie an zu murmeln. Ich wusste, dass dies der Beginn ihrer Absage war, weshalb ich ihr schnell einen Kuss auf ihrer Wange platzierte und lächelte. "Wir sehen uns später." Hauchte ich ihr ins Ohr und verschwand so schnell es mir möglich war damit sie mir nicht widersprechen konnte.
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