Baby an Bord

von Semi89
GeschichteHumor, Familie / P16
Lorenor Zorro OC (Own Character)
18.08.2020
16.10.2020
16
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18.08.2020 2.209
 
Kapitel 1: Zorro trifft auf Yumi

Am Bord der Thousand Sunny war es niemals still, doch am heutigen Tage konnte man es einfach nur chaotisch und schrill nennen. Die Sonne wanderte heiß und ohne eine sichtbare Wolke über den Nachmittaghimmel, während die Wellen sachte gegen den Bug des Schiffes schlugen. Sie ankerten vor einer Insel in einer kleinen, abgelegenen Bucht und wollten in der Stadt neue Vorräte und anderen Kleinigkeiten kaufen.

Jetzt stand die gesamte Crew im Halbkreis um die orangehaarige Navigatorin herum, die sie mit genervtem Blick ansah. Ruffy lachte die ganze Zeit schon laut und strahlte übers ganze Gesicht, während neben ihm Chopper verwirrt dreinblickte und sich am Kopf kratzte.

Der blonde Sanji hatte sich einen seiner geliebten Glimmstängel angezündet und blies den Qualm senkrecht nach oben in die Luft. Lysop und Franky tanzten Arm im Arm und lachten laut und schrill. Auch Brook strahlte, allerdings konnte man das immer von dem Skelett behaupten.

Nico Robin war die einzige, die keinerlei Gefühlsregung zeigte, sondern nur mit verschränkten Armen da stand und wartete. In ihrer Hand sah man ein kleines Stück Holz und wenn man genauer hinsah, konnte man auch bei allen anderen Mitgliedern der Strohhutpiratenbande ein solches Streichholz sehen.

„Heißt das… ich muss zurück auf dem Schiff bleiben?“

Das kleine Rentier blinzelte ein paar Mal und sah auf das sehr kurze Holzstück in seiner Hufe.

„Ja, das heißt es. Tut mir Leid, Chopper.“

Nami grinste und sah absolut nicht so aus, als würde es ihr Leid tun. In dem Moment ertönte die dunkle Stimme des Grünhaarigen, der als einziger noch auf dem Boden saß und sich an die Reling lehnte.

„Also soweit ich das richtig gesehen habe, hast du kein Streichholz gezogen, Nami.“

Er selber hielt sein Stück in der Faust und schloss gleich nach seinem Satz sein verbliebenes Auge. Die Navigatorin sah ihn abschätzend an und sagte dann genervt:

„Tja. Ich hab das ja auch alles organisiert. Außerdem kann ich gar nicht hier bleiben, ich muss was Dringendes in der Stadt erledigen.“

„Du meinst neue Klamotten kaufen?“

„Halt den Mund!“

Sie schnauzte Lysop an, der sofort um einen halben Kopf schrumpfte, dann wandte sie sich wieder den anderen zu.

„Okay. Chopper bleibt hier. Und wir treffen uns heute Abend wieder auf dem Schiff. Verstanden?“

Ihre Stimme war ernst und vor allem scharf geworden, als sie das letzte Wort ausspie. Die jungen Männer (außer Zorro) um sie herum standen schnurstracks stramm und verbeugten sich kurz. Im Chor sagten sie:

„Verstanden.“

„Gut. Ich geh shoppen.“

„Sag ich doch!“

Lysop hatte sich hinter dem Mast versteckt und man sah nur noch seine lange Nase hervor lugen, aber es interessierte Nami nicht mehr, denn sie war bereits von Bord gesprungen. Sofort folgten die anderen ihr und überholten sie bereits nach wenigen Metern. Wie eine Meute Bekloppter rasten sie auf das nicht weit entfernte Städtchen zu und die Navigatorin wandte sich an Robin.

„Die sind vollkommen übergeschnappt.“

Die Archäologin lachte leise.

„Hast du etwas anderes erwartet?“

Nami seufzte.

„Nein. Nicht wirklich.“

Nach etwa zwei Stunden bewegte sich Zorro auch und stand auf. Er strich mit seinen Fingern über die Griffe seiner drei Schwerter und sagte dann zum Schiffsarzt:

„Ich geh dann auch mal.“

Sofort bekam er den Blick des Rentiers zu spüren.

„Ähm… Zorro?“

„Hm?“

„Meinst du wirklich, du findest den Weg zurück?“

Die Stimme des kleinen Arztes war voller Angst und Sorge, was den Schwertkämpfer zum grinsen brachte.

„Klar. Das schaff ich schon, keine Sorge.“

Und mit den Worten sprang auch er vom Deck und landete im seichten Wasser. Ohne Mühe watete er ans Ufer und ging dann auf den nahen Wald zu. Seit sie in der Neuen Welt angekommen waren, war noch nicht viel passiert und langsam wurde dem Einäugigen langweilig.

Er hatte nicht umsonst zwei Jahre lang mit seinem verhassten Feind Falkenauge trainiert, nur um hier zu versauern. Es juckte ihm geradezu in den Fingern, einen Kampf um Leben und Tod zu führen. Doch das würde hier auf der Insel wohl nicht passieren.

Der Wald wurde immer dichter, sollte nicht eigentlich bereits nach zehn Minuten die Stadt anfangen? Dabei war er schon mindestens zwanzig Minuten unterwegs. Komisch. Zorro blieb stehen und kratzte sich am Kopf. Wo war er denn jetzt gelandet? Man konnte sich doch nicht wirklich auf einem geraden, ebenen Weg verlaufen, oder?

„Doch, kann man.“

Er gab sich die Antwort selber und seufzte innerlich auf. Wie nervig! Jetzt musste er wieder den Weg zurück zur Sunny finden. Der Grünhaarige drehte sich um und erstarrte.

Vor ihm stand ein Kind.

Na ja. Eigentlich noch fast ein Baby. Es schaute zu ihm hoch, die Augen weit geöffnet, den Zeigefinger im Mund. Braune Haare lagen verwuschelt auf seinem Kopf und Zorro konnte nicht sagen, ob es ein Mädchen oder eine Junge war.

„Zomzom?“

Ein Fragezeichen bildete sich auf Zorros Stirn. Meinte das Ding etwa ihn? Zomzom? Okay, das hörte sich ja schon ein wenig wie sein Name an, aber…

„Woher weißt du, wie ich heiße?“

Das Kind nahm den Finger aus dem Mund und lachte breit.

„Zomzom!“

Es überbrückte den letzten Meter, der die beiden trennte, und umarmte voller Inbrunst sein linkes Bein.

„Hey!!!“

Erschrocken hob der Grünhaarige sein Bein und riss das Kind mit hoch. Doch das brachte es nur zum lachen. Es lachte und lachte und Zorro wurde immer wütender.

„Was zum Teufel soll das?“

Brüst stellte er sein Bein wieder auf den Boden und packte das Kind im Nacken. Dann zog er es leicht gewalttätig von seinem Bein und hob es in Augenhöhe. Es gluckste immer noch und jetzt konnte der Grünhaarige auch einen Blick auf die Kleidung des Kleinen werfen.

Blaue, kurze Latzhose und ein rotes Sweatshirt darunter. Aha. Das sagte immer noch nichts über die Frage aus, ob das nun ein Junge oder ein Mädchen war. Aber eigentlich war Zorro das auch ziemlich egal.

Mit einem letzten Blick setzte er das Kind auf den Boden und ging los. Er würde das Schiff schon wieder finden.

„Zomzom!“

Genervt sah er beim Gehen zurück und bemerkte, dass das Kind ihm folgte, mit einem Strahlen im Gesicht.

„Verschwinde.“

„Mit!“

„Vergiss es!“

„Yumi will mit!“

Eine Zornesfalte bildete sich auf der Stirn des Einäugigen.

„Nein.“

Er drehte sich nicht um, sondern schritt schneller aus. Hinter sich hörte er den schweren Atem des Kindes, aber er ignorierte es. Dann wurde es still und zufrieden konnte sich der Schwertkämpfer wieder darauf konzentrieren, den Weg zurück zu finden. Das Kind war verschwunden.

Doch so einfach war es mal wieder nicht. Nach einer halben Stunde war er immer noch nicht zurück und war langsam wirklich schwer genervt.

„Zomzom!!!“

Er zuckte zusammen und sah vor sich das kleine Kind aus einem Busch kraxeln, es hatte Blätter im Haar und strahlte ihn nach wie vor an. Oh Mann, wo kam das denn jetzt her?

„Du bist an allem schuld!“

Verwirrt und fragend blickte es zu ihm hoch.

„Warum?“

„Seid wann verstehst du mich?“

Keine Antwort. Nur große Augen.

„Weil ich durch dich in die falsche Richtung gelaufen bin.“

Das Kind legte den Kopf schief und verschränkte die Arme vor der Brust.

„Ach, du kannst mich mal.“

„Kannst mich mal!“

Lachend wiederholte es seine Worte und grinste breit.

„Wo kommst du überhaupt her?“

Es stutzte, dann zeigte es zu dem Busch, aus dem es gerade heraus gekrochen war.

„Da.“

„Und wo wolltest du hin?“

„Na, tu dir, Zomzom!“

Das Kind blickte ihn entrüstet an, als ob es eine Frechheit wäre, dass Zorro etwas anderes annahm. Der schüttelte nur erneut den Kopf und ging dann an dem Kind vorbei. Wie schon zuvor folgte es ihm und er wurde wieder schneller.

„Warte!“

„Niemals. Geh nach Hause.“

„Zomzom Hause.“

„Was?“

Er versuchte das Gelärme hinter sich einfach zu ignorieren und schaffte es nach einer Weile durch seine Ignoranz, dass das Kind still wurde, aber immer noch hinter ihm her lief.
Dann grinste auch er. Vor ihm war der Strand zu sehen. Ha! Hatte er also mal wieder den Weg zurück gefunden.

Der Grünhaarige blieb stehen und sah zu dem Kind zurück, das auch stehen blieb, als er hielt.

„So, dann geh mal nach Hause zu deiner Mama.“

„Mama?“

Seine Augen wurden wieder groß und Zorro nickte.

„Ja. Verschwinde.“

Jetzt schien das Kind zu verstehen und nickte eifrig mit dem Kopf.

„Zu Mama hin, ja!“

Zufrieden nickte Zorro und drehte sich um. Da lag ja schon die Sunny, er würde in sein Krähennest gehen und trainieren. Besser, als wenn er sich schon wieder verlaufen würde. Außerdem fühlte sich Chopper dann nicht so alleine.

Als er am Schiff ankam, erkannte er missmutig, dass auch der Smutje schon wieder da war. Na ja. Sollte ihm egal sein. Er sprang mit einem Ruck aufs Deck und wandte sich zum Mast. Auf einmal ging hinter ihm ein Getöse los, dass er zusammen zuckte.

„Was ist denn hier los?“

Sowohl Sanji als auch Chopper kamen aus der Kajüte gerannt und sahen sich kampfbereit (na ja, Sanji war kampfbereit, das Rentier nur stark am schwitzen) um. Als der Blick des Koches an den Strand fiel, riss er die Augen auf.

„Was ist denn das für ein süßes Mädchen da?“

„Die ist mir nachgelaufen. Woher weißt du, dass es ein Mädchen ist?“

Doch der Smutje ignorierte den zweiten Einwurf des Schwertkämpfers. Stattdessen bildete sich auf seinem Gesicht eine Wutfalte.

„Sie ist dir nachgelaufen? Das glaubst du doch wohl selbst nicht!“

Er sprang in den aufwirbelnden Sand und sah lächelnd zu der Braunhaarigen herab, dich die schrie immer noch wie am Spieß. Kleine Tränen kullerten ihr die Wangen hinab und als Sanji ihr den Kopf tätschelte, wandte sie sich ab und schrie noch lauter.

„Will Zomzom haben.“

Was wollte dieses Kind eigentlich von ihm? Und jetzt schrie es noch wie am Spieß, war das nervig! Kurz entschlossen sprang Zorro an den Strand, er wollte lieber einen weiteren Spaziergang machen, als hier in dem Lärm Kopfschmerzen zu bekommen.

Sofort verhallte das Geschrei, das Mädchen wischte sich übers Gesicht und rannte auf ihn zu. Ein Strahlen war auf dem Gesicht zu sehen und bevor Zorro etwas machen konnte, klammerte sich das Kind wieder an sein Bein.

„Was zum…?“

Doch es nützte alles nichts. Wieder nervte es ihn tierisch, doch wenigstens war es jetzt still.

„Was soll das denn?“

Ein verwirrt dreinblickender Smutje kam auf die beiden ungleichen Gestalten zu und hockte sich vor das Kind.

„Warum rennst du denn zu dem Spinatschädel, kleines Fräulein? Der ist doch total dämlich. Komm lieber zu mir, ich mache dir ein leckeres Eis. Na wie hört sich das an?“

Das Mädchen streckte ihm die Zunge raus und sagte:

„Doofmann.“

Zorro lachte gehässig auf und Sanji fauchte ihn an:

„Sei still! Das hast bestimmt du ihr ins Ohr gesetzt.“

In dem Moment kamen die beiden Frauen der Strohhüte ans Schiff und sofort machte sich auf Namis Gesicht ein argwöhnischer Ausdruck breit.

„Was ist hier los?“

„Zorro hat das Kind mitgebracht und jetzt beleidigt es uns.“

Darauf musste der Grünhaarige einfach einen grinsenden Kommentar geben.

„Eigentlich beleidigt sie nur dich.“

Es stimmte. Chopper hatte sich ebenfalls an den Strand gewagt, nachdem sich der potenzielle Angreifer als ein kleines Mädchen heraus gestellt hatte, das genauso groß war wie er. Und prompt ließ das Kind einen Arm von Zorro los und umschlang das Rentier strahlend.

„Bär!“

Der Blonde ließ todtraurig den Kopf hängen und Nami klopfte ihm auf den Rücken.

„Tja. Und wo kommt das Kind her?“

„Keine Ahnung. Ich hab es im Wald gefunden und seitdem läuft es hinter mir her.“

Die Archäologin kniete sich vor das Kind, das sie mit großen Augen ansah und lächelte sanft. Auch das Kind lächelte und gluckste, während es Chopper die Luft abschnürte.

„Wie heißt du denn?“

„Yumi.“

„Das ist aber ein schöner Name. Ich heiße Robin.“

„Obbin.“

„Genau. Und das hier ist Nami.“

„Nami.“

Sofort war die Navigatorin hin und weg.

„Genau, das bin ich.“

Robin stand auf und sagte dann mit einem Kopfnicken zu dem Kind.

„Sie trägt eine Kette mit Anhänger um den Hals. Vielleicht steht da was drauf.“

Die Piraten nickten, doch es dauerte eine Zeit, bis Yumi ihnen ihre Kette zeigte. Und tatsächlich. Man konnte das Amulett öffnen und ein Bild kam zum Vorschein. Eine Brünette Anfang Zwanzig lächelte in die Kamera, in ihrem Arm eine noch sehr kleine Yumi.

„Hier steht was. Oh, aber es ist nur ihr Name. Mayumi.“

„Aber schau mal, das Blatt, auf dass es geschrieben ist. Ist das nicht…?“

Jetzt mischte sich auch der Koch wieder ein.

„Das ist doch so ein Stück Papier, was uns auch Rayleigh gegeben hatte. Eine Vivre-Card.“

Tatsächlich, jetzt erkannte auch der Schwertkämpfer das weiße Stück Papier.

„Na, das ist doch ganz einfach. Dann müssen wir nur dem Stück Papier folgen, um zu ihrer Mama zu kommen.“

„Mama?“

Yumi sah mit großen Augen zu Nami hoch und die lächelte.

„Ja. Wir bringen dich zu deiner Mama.“

Glücklich strahlte Yumi und schmiegte sich wieder an Zorros Bein, dessen Augenbraue verdächtig zuckte. Hoffentlich fanden sie diese Frau sehr schnell.


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Hallo zusammen,

hier eine kleine Geschichte über die kleine Yumi, die irgendwie ihre Mutter verloren hat. Auch wenn Zorro natürlich super genervt ist, wird er gemeinsam mit den anderen Yumis Mutter suchen. Je schneller er das Kind los ist, umso besser :-)

Viel Spaß mit der Geschichte!
Uploads immer Dienstags und Freitags.

Liebe Grüße
Semi
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