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Ein langer Weg

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Het
James "Krone" Potter Lily Potter
18.08.2020
08.05.2021
21
31.142
4
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Dieses Kapitel
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04.05.2021 1.431
 
Und hier ist das letzte der vier versprochenen Kapitel ...

Ich hoffe es hat Euch gefallen :)

Schlaft später gut und bis morgen!

QuieroLaAventura

P.S.

I love you, Blue Lady!

Good luck with the test!



Kapitel 12: Ein Eingeständnis

Am Abend des ersten Dezembers saß Teddy noch spät in der Bibliothek und schrieb an einer weiteren Kurzgeschichte. Er hatte in den letzten Monaten Gefallen daran gefunden, kreativ zu schreiben. Es war etwas, auf das er immer schon Lust gehabt hatte und das er jetzt irgendwie auch hinbekam. Er lächelte, als er einen weiteren Absatz beendete. Seine Geschichten handelten meist von Reue, Vergebung und Liebe, drei Dinge, die er sehr gut kannte. Traurig murmelte er vor sich hin: „Wenigstens, wenn es um einseitige Gefühle geht, habe ich gewisse Erfahrungen!“ Er seufzte und sah von dem Papierbogen auf. „Ach, Mia …“, sprach er sie in Gedanken an und wünschte, es gäbe für ihn die geringste Chance, dass sie ihn einmal anlächeln würde.

Er sah wieder auf seine Geschichte und fühlte sich plötzlich unfähig weiterzuschreiben. Alle Ideen, die er gehabt hatte, hatten sich plötzlich einfach in Luft aufgelöst. Er stand auf und packte seine Sachen zusammen. Vielleicht würde ihm ja später wieder etwas einfallen. Er schlenderte aus der Bibliothek und durch die Korridore zurück in Richtung des Gemeinschaftsraums.

Im zentralen Treppenhaus stieß er zu seiner großen Überraschung auf den leibhaftigen Grund all seiner Herzensprobleme. „Mia …“, entfuhr es ihm. Das Mädchen mit den wunderschönen blauen Haaren bemerkte ihn nun auch und zuckte zusammen. Ihre Augen verengten sich. „Was…?“, fragte sie ungehalten. Teddy lächelte trotz ihres harschen Tons schüchtern und tat dann etwas, was er sich selbst (und in Bezug auf Mia noch viel weniger) zugetraut hatte. Er sah sie kurz an und dann zu Boden und sagte: „Ich mag deine blauen Haare. Die Farbe ist hübsch!“ Mia starrte ihn zuerst überrascht, dann wütend und zum Schluss richtig böse an. „Ich schere mich nicht darum, was du von mir denkst, du Mistkerl!“, sagte sie und marschierte dann an ihm vorbei.

Teddy sah ihr, verwundert und erschrocken über sich selbst, nach und spürte ein Ziehen in der Brust. Du hast es nicht anders gewollt, sagte er sich. Da hast du die Bestätigung. Sie hasst dich und wird dir niemals eine Chance geben. Er seufzte und nickte. Mit hängenden Schultern ging er langsam die Treppen hinunter und verließ ohne wärmenden Umhang das Schloss. Ich Trottel, warum habe ich sie nicht einfach in Ruhe gelassen? Jetzt ist es noch tausendmal unwahrscheinlicher, dass sie mich jemals auch nur anlächeln könnte. Er war inzwischen beim See angekommen und sah auf die mittlerweile sehr triste graue Wasserfläche. „Gegenüber meinem Leben ist der See hell und bunt!“, flüsterte er unglücklich und lehnte sich an die Weide.

„Mia …“, murmelte er sehnsüchtig.

Dann ballte er seine Hände zu Fäusten. „Warum ausgerechnet Mia, das eine Mädchen, das ich niemals erreichen kann … Warum musste ich mich in sie verlieben!?“ Fast schrie er diese Worte auf den einsamen See hinaus. Dann lehnte er erschöpft am Baumstamm und verfolgte einige Glühwürmchen, die über dem See schwebten, mit den Augen. Lange stand er so, bis er schließlich mit müden Schritten zum Schloss zurückging.

- xxx -


In der Nacht hatte Teddy gar nicht gut geschlafen und war dementsprechend morgens einigermaßen schlecht gelaunt. Mit verschlossenem Gesicht betrat er die Große Halle fürs Frühstück. Plötzlich sah er sich einem Mädchen mit knallorange leuchtenden Haaren gegenüber. Er wollte sich gerade an ihr vorbeischieben, da sah er ihre Augen und erkannte, das es sich um Mia handelte. Nur sie hatte diesen herausfordernden Blick.

„Mia…!?“, fragte er überrascht. Sie hat doch blaues Haar? Ich dachte, sie liebt diese Farbe. Und wieder waren es ihre Augen, die ungeplante Worte aus seinem Mund stolpern ließen: „Wie schön deine Haare jetzt aussehen!“

- xxx -


Mia starrte ihn fassungslos an. „Du elender, mieser …“, fing sie in Gedanken an und zwängte sich dann an ihm vorbei, war auch schon durch die Tür und rannte die Treppen hoch. Sie würde nicht zulassen, dass er sie hübsch fand. Sie wollte von diesem …, sie hielt inne, weil sie vor Wut zitterte. Beherrschung! Wegen dieses … würde sie auf keinen Fall die Fassung verlieren! Sie lief weiter in den Schlafraum. Als sie die orangerote Farbe mit einem Zauber aus den Haaren gelöst hatte, griff sie sich die grüne Farbe, die sie noch nie benutzt hatte und strich sie energisch in ihre Haare. „Ich liebe grün und hasse blau!“, wiederholte sie mantraartig, während sie die Farbe gut verteilte und sich dann wieder im Spiegel begutachtete.

Während sie sich im Spiegel ansah und immer mehr unordentliche Stellen entdeckte, fragte eine belustigte Stimme in ihrem Kopf: „Warum ist es dir so wichtig, was er von dir hält?“ Mia schlug auf den Waschbeckenrand und fauchte so wütend wie laut: „Es ist mir scheißegal, was er von mir denkt!“ Die Stimme ließ sich davon aber nicht im geringsten beeindrucken. Sie sagte mit einem nicht sicht- aber deutlich hörbaren Grinsen: „Wenn dem so wäre, hättest du schon zu Beginn des letzten Monats, am Abend, an dem du von seinen Gefühlen erfahren hast, deinen Freundinnen davon erzählt. Ihr hättet Euch gemeinsam prächtig amüsiert und darüber gelacht, wie grenzenlos dumm der Kerl sein müsse, wenn er sich Chancen bei dir erhofft.“ Mia nickte stumm. Ja, warum hatte sie das nicht getan? Das wäre bei weitem lustiger gewesen, als sich einzugestehen zu müssen, dass sie in ihn verliebt war.

Als dieser Gedanke in ihr Bewusstsein hochstieg, zuckte sie zusammen.

In ihn verliebt? Das hatte sie doch nicht gerade wirklich gedacht, oder!? Sie starrte sich selbst wütend im Spiegel an, dann schrie sie frustriert auf und ballte ihre Hände zu Fäusten. Wie konnte ich nur so tief sinken? Sie schlug die Hände vors Gesicht und fragte sich plötzlich, wie es wohl gekommen wäre, hätte er sich nie derartig schrecklich benommen.

„Wäre ich dann jetzt vielleicht sogar mit ihm zusammen?“, fragte sie sich. Als ihr klar wurde, was sie da eben gedacht hatte, lief sie wie gejagt aus dem Badezimmer. Ich muss schnell irgendwo runterspringen, vielleicht vom Nordturm oder aus einem hohen Fenster … Sie riss das Fenster im Schlafsaal auf und sah hinaus in den leuchtenden Tag. Wie hell die Sonne heute schien! Was für ein herrlicher Tag. Mia atmete tief durch und entdeckte dann eine einzige Wolke am Himmel. Sie sieht aus wie ein Herz … Plötzlich musste sie an den Augenblick denken, in dem sie ihren Namen gehört hatte, als Teddy mit seinen Freunden sprach. Die plötzliche innere Anspannung, die sie empfunden hatte – Bin ich damals schon verliebt gewesen?

Und was war mit all den anderen Gelegenheiten, bei denen sie in seiner Nähe angespannt und nervös gewesen war. Waren das alles Anzeichen für ihre sich wandelnden Gefühle? Bin ich wirklich verliebt? In diesen …? Sie war so verwirrt, so fassungslos, dass die Tatsache, dass sie doch eigentlich bisher nur Mädchen gemocht hatte, zuerst komplett in den Hintergrund trat. Als ihr diese Kleinigkeit dann doch in den Sinn kam, schien sie ihr fast nebensächlich. Aber trotzdem: Ich, in einen Jungen verliebt? Und dann ausgerechnet in diesen? Das kann nur ein schlechter Witz sein!

- xxx -


Mia dachte den ganzen Tag über ihre Misere nach und mied dabei jeden, dem sie irgendwie aus dem Weg gehen konnte. Das galt sowohl für Mitschüler als auch für Lehrer, aber ganz besonders für ihre Freundinnen. Sie grübelte über jede noch so kleine Begegnung mit Teddy und über die jeweiligen Gefühle nach, die sie bei diesen Begegnungen empfunden hatte.

Spät am Abend stand sie dann auf dem Nordturm und sah hinaus in die Dunkelheit. Es ließ sich einfach nicht bestreiten, sie hatte sich wohl oder übel in Teddy verliebt. „Doch das wird nichts nach sich ziehen!“, sagte sie grimmig und laut und sah auf ihre geballten Fäuste. „Ich werde mich niemals auf ihn einlassen!“, schwor sie sich. Dieser verdammte Mistkerl verdiente es nicht, am Ende noch mit ihr als Freundin belohnt zu werden.

„Ich hasse dich, Teddy!“, sagte sie mit einer Stimme, die im Zusammenhang mit diesen Worten deutlich fehl am Platz wirkte. Auch schlich sich ein kleines Lächeln auf ihre Lippen. Als sie sich zum Gemeinschaftsraum zurückschlich, war sie – und das wunderte sie sehr – viel fröhlicher, als sie seit langem gewesen war. Der Rückweg dauerte lange, aber sie wurde nicht erwischt.

Später lag sie in ihrem Bett und hatte schon die Augen geschlossen, als sich Teddy erneut seinen Weg in ihren Kopf bahnte. „Ich habe mich in sie verliebt!“, halte seine Stimme durch ihren Kopf. Er mag mich … Sie musste wider Willen lächeln und flüsterte sehr schläfrig: „Ich … mag dich auch!“

Nach diesem Eingeständnis schlief Mia ein und fiel in einen friedlichen, unaufgeregten Traum.
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