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Die Geschichte der Harrison Schwestern

von Ejis
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Charlie Weasley Fred Weasley George Weasley OC (Own Character)
17.08.2020
25.11.2022
13
31.170
5
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25.11.2022 2.366
 
Ein neues Kapitel, in dem es wieder ein wenig emotional wird. Ganz viel Spaß beim lesen und schon mal frühzeitig einen schönen ersten Advent.
Eure Ejis



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Kapitel 12 das Elaines Weihnachtspläne auf den Kopf stellt

11.11.1991

Ein gedämpftes Kreischen erfüllte das Wohnzimmer. Hugo beäugte die Situation, die sich vor ihm abspielte, äußerst skeptisch. Die blonde Frau, der er nicht sonderlich mochte, da sie manchmal vergaß ihn zu füttern, hielt sich ein rotes Kissen vor das Gesicht und schrie. Ihr Hals wurde mit jeder Sekunde immer röter und die Töne hinter der Wand aus Stoff und Federn leiser und kratziger.
Der alte Kauz breitete seine Flügel aus und flog schnell auf seine kleine Stange. Dann schüttelte er sein Gefieder aus. Er verstand die Reaktion dieses Menschen nicht. Vor ein paar Sekunden war er vor dem Fenster gelandet. Die Schwester, die mittlerweile in dem weit entfernten Schloss wohnte, hatte ihm einen Brief mitgegeben. Diesen hatte er pflichtbewusst durch die kalte Luft geflogen, bis nach Ottery. Er hoffte, dass dies das erste und letzte Mal war, dass jemand eine solche Reaktion auf einen Brief, den er brachte, zeigte.

Was Hugo jedoch nicht wusste, war, dass Elaine seit Tagen versuchte sich bei ihrer Schwester zu entschuldigen. Claire hatte sehr deutlich klar gemacht, was sie davon hielt, dass Elaine mit Matt in dem Schlafzimmer ihrer Eltern geschlafen hatte. Zuerst hatte die älteste der Schwestern sich entschuldigt und versucht es der jüngeren zu erklären. Elaine hätte unmöglich mit Matt auf das Sofa gepasst, ganz zu schweigen davon, dass sie es auch nicht wollte. Seit Monaten tat ihr der Rücken weh und sie war es leid zwischen den alten Staffeleien, Farben und halb fertigen Bildern ihrer verstorbenen Mutter zu schlafen. Und es war Annabell die sie mit ihren großen Kulleraugen angeschaut und gesagt hatte: „Dann schlaf doch bei Mama und Papa im Bett. Sie mochten Pyjamapartys.“
In diesem Moment hatte die junge Autorin nicht an die Gefühle von Claire denken können sondern war froh gewesen, dass Anni ihr diese Erlaubnis gab. Es hatte ihr viel bedeutet. Nicht nur, weil ihre kleine Schwester so gut mit dem Tod ihrer Eltern umgehen konnte, sondern auch, weil sie Matt so schnell akzeptiert hatte. Aber dann kam Claires Antwort auf die Bilder und nachdem Elaine sich zwar entschuldigt hatte, aber nicht versprechen konnte, dass dies nie wieder passierte begann der Wortkrieg.
Hin und her hatten sie den armen Hugo geschickt und ein Brief folgte dem nächsten. Bis Claire in ihrem letzten Brief schrieb, dass sie Weihnachten lieber in Hogwarts bleiben würde. Elaines erste Reaktion war es gewesen einen wütenden Brief zurückzuschreiben, in dem sie ihrer jüngeren Schwester vorwarf, kindisch und egoistisch zu sein. Seit Monaten hatte sie so viel Rücksicht genommen. Hatte ihr eigenes Leben umgekrempelt um das ihrer jüngeren Schwestern so stabil wie möglich zu halten und das alles sollte jetzt hinüber sein, weil Claire den dramatischsten Trotzanfall aller Zeiten auslebte?!
Nachdem Elaine all ihre Wut und Verzweiflung durch den Stift auf das Blatt hatte fließen lassen, ging es ihr ein wenig besser. Aber sie wusste auch, dass sie diesen Brief niemals abschicken konnte. Also zerriss sie ihn, warf ihn in den Müll und setzte einen neuen Brief auf, indem sie sich erneut entschuldigte und erwähnte, dass Annabell sich schon so sehr auf ein Weihnachtsfest mit Claire freute. Sie versprach, dass sie in den Ferien alle zusammen das alte Malzimmer aufräumen und in ein Zimmer für Elaine verwandeln konnten. Dass sie das Schlafzimmer ihrer Eltern mit einem großen Schild versehen konnten. In einem Anflug von Heiterkeit und Hoffnung, die sie beim Schreiben des Briefes erfüllte, witzelte sie sogar, dass sie eine gläserne Abdeckung für das Bett ihrer Eltern anfertigen lassen konnten.
Der Brief kam heute mit Hugo zurück und Elaine wusste nicht mehr weiter.
Ihr Hals schmerzte vom Schreien, aber die Wut in ihr war weniger geworden. Sie nahm das Kissen von ihrem Gesicht, wischte einen imaginären Fussel von dessen Oberfläche und legte es dann zurück auf das Sofa. Dann blickte sie zu Hugo, der sie ein wenig genervt anguckte. Sie legte den Kopf in den Nacken, atmete tief durch und rollte die Schultern nach hinten. Dann ging sie zu der Eule, öffnete die rechte Schublade des Fernseheschrankes und zog eine Papiertüte mit Eulenkeksen hervor. Molly hatte ihr welche vorbeigebracht. Sie zog einen hervor und hielt ihm dem Federvieh vor den Schnabel.
„Tut mir leid, ich wollte dich nicht erschrecken. Ich bin nur so frustriert und, ach ich weiß einfach nicht weiter. Wie kann ich ihr bloß…“, Elaine hielt mitten im Satz inne und betrachtete Hugo, der genüsslich an dem Keks knabberte.
„Jetzt rede ich schon mit einem Vogel, na großartig.“, brummelte die Autorin und zog schnell die Hand weg, bevor der Kauz ihre Finger mit dem Rest seines Leckerchens verwechselte. Beim Zurückziehen der Hand blitzte die Armbanduhr an ihrem Gelenk hervor und Elaine schob den Ärmel ihres dunkelgrünen Pullovers ein wenig nach hinten, um die Zeit abzulesen. Sie hatte noch eine Stunde, dann musste sie losgehen, um Annabell rechtzeitig von den Wealseys abzuholen. Der Kindergarten hatte wegen der winterlichen Grippewelle für die Woche schließen müssen und Molly hatte angeboten, dass sie bis zum Nachmittag auf die jüngste der Schwestern aufpassen könne. Kurz blickte Elaine zu dem Telefon auf dem Beistelltisch neben dem Sofa. Sollte sie Matt anrufen und um Rat bitten? Das war allerdings etwas schwierig, wenn man alles zum Thema Magie zensieren muss. Die Alternative war es allerdings weiterhin mit Hugo zu reden. Entschlossen ging sie zu dem Tisch, griff nach dem Hörer und gab die Nummer ein, die sie schon auswendig kannte. Es dauerte nicht lange, da ging Matt an das Telefon.
„Hallo?“
„Claire will an Weihnachten im Internat bleiben.“, viel Elaine direkt mit der Tür ins Haus, ohne ihn zu begrüßen. „Ich weiß nicht, was ich machen soll. Sie ist immer noch so wütend und verletzt, weil wir im Schlafzimmer meiner Eltern geschlafen haben. Ich hab mich entschuldigt, aber sie will es nicht hören. Oder viel mehr lesen, denn sie kann mich nicht hören, weil die in diesem dämlichen Schloss kein Telefon haben! Ich will mit ihr reden, damit sie mich versteht. Ich will sie in den Arm nehmen und mich entschuldigen und…und…ach kacke“
Elaine fluchte, als ihr die Tränen kamen.
„Welches Internat hat heutzutage denn keinen Telefonanschluss?“, kam es nur ruhig vom anderen Ende der Leitung und Elaine biss sich ertappt auf die Lippe. So viel zum Thema, dass sie das Thema Zauberschule umschiffte.
„Darum geht es hier nicht.“, versuchte sie sich wieder zu retten. „Es geht darum, dass meine Schwester lieber im Internat bleibt, als mit Anni und mir Weihnachten zu feiern. Wie soll ich das Anni erklären?“
„Vielleicht sagst du ihr einfach die Wahrheit. Dass Claire beleidigte Leberwurst spielt und nicht kommen will.“
„Du bist echt nicht hilfreich.“
„Aber witzig.“
„Was zu beweisen wäre. Ich will nicht, dass Anni ihr erstes Weihnachten ohne unsere Eltern nur mit mir allein verbringt.“
„Es tut mir leid. Wenn ich zu euch kommen könnte, dann würde ich aber“, Elaine schnitt ihm das Wort ab.
„Ich will gar nicht, dass du kommst! Ich will, dass Claire hier ist! Ich, ach Mist Matt, so war das nicht gemeint.“, sagte sie, als ihr klar wurde, was sie ihm gerade entgegengeworfen hatte.
Kurz schweig Matt und antwortete dann: „Ich verstehe, was du meinst. Auch wenn ich zugeben muss, dass deine Worte gerade echt unglücklich gewählt waren. Aber es ist ok, ich verzeihe dir.“
Elaine verkniff sich, dass sie sich gar nicht bei ihm entschuldigt hatte. Lurz redeten sie noch, aber dann legte sie auf.
„Vielleicht hätte ich doch lieber mit dir reden sollen.“, sagte Elaine zu Hugo, der sie nur verständnislos anblickte und dann den Kopf unter seinem Flügel begrub.

Dankend nahm Elaine die Tasse mit Tee an, die Molly ihr reichte.
„Ginny spielt gerade noch mit Anni. Wenn du magst, dann könnt ihr gerne zum Essen bleiben. Arthur hat eine Eule geschickt, dass er heute länger im Ministerium bleiben muss. Irgendein Zauberer hat sich einen Spaß daraus gemacht die Schnabeltassen in einem Muggelkrankenhaus so zu verhexen, dass sie einem in die Nase beißen.“
Der Gedanke brachte Elaine zum Schmunzeln, während sie auf den Tee pustete.
„Ich bleibe gerne hier, dann muss ich später nicht nochmal kochen. Aber nur, wenn es keine Umstände macht.“
„Ach was. Das ist wirklich kein Problem. Ein deftiger Eintopf wird dir guttun. Du siehst in letzter Zeit so dünn und blass aus. Isst du genug? Ich mache dir einen ohne Fleisch.“, sagte Molly, schwang ihren Zauberstab und ein kleiner Topf schwebte aus einem der Schränke neben den großen Topf auf den Herd.
„Danke“, sagte Elaine, die in den letzten Monaten gelernt hatte sich nicht für Unannehmlichkeiten zu entschuldigen, die ihre vegetarische Ernährung bereiten könnte. Sie nahm einen Schluck des Tees und überlegte, ob sie Molly vielleicht bezüglich des Streits mit Claire fragen konnte. Schließlich war sie als Mutter von sieben Kindern bestimmt das ein oder andere Mal mit einer Streiterei solchen Ausmaßes konfrontiert gewesen.
Während Molly ihr geduldig zuhörte, schilderte Elaine ihr alles ganz genau. Mit jedem Wort, dass ihre Lippen verließ bemerkte sie, wie sehr sie jemanden zum Reden gebraucht hatte. Jemanden, dem sie nicht mit komischen Geschichten über altes Mauerwerk, dass keine Telefonleitungen zuließ kommen musste. Als sie geendet hatte kam Molly auf sie zu, zog sie vom Stuhl in ihre Arme und Elaine begann zu weinen. Seit dem Tod ihrer Eltern weinte sie das erste Mal vor einer anderen Person, in den Armen einer anderen Person und es fühlte sich gut an. Die Trauer, die sie sonst zu zerreißen drohte, konnte einfach herausfließen, denn es war jemand da, der sie festhielt. Jemand, der sie nicht verlassen würde.
Erst als von den Tränen nicht mehr als nasse Wangen und ein Schluckauf übrig waren, lies Molly sie los.

„Du hast nichts falsch gemacht. Claire hat auch nichts falsch gemacht. Es ist einfach eine verdammt schwierige Situation. Aber vielleicht war es auch längst überfällig, dass ihr euch streitet. Euer Leben lang wart ihr nur Schwestern und jetzt bist du plötzlich ihr Vormund. Da ist es kein Wunder, dass einem der Zauberhut explodiert. Auch wenn du es nicht hören möchtest, aber vielleicht ist es ganz gut, wenn Claire in Hogwarts bleibt. Die Weihnachtsfeste dort sind wunderschön. Und sie ist nicht allein. Percy, Ron und George und Fred sind auch da.“
„Ich weiß, dass es ihr da gut gehen wird, aber was ist mit Annabell? Und mit mir? Ich kann nicht allein mit ihr im Wohnzimmer sitzen.“, brachte Elaine hervor, ihre Worte immer wieder von dem Schluckauf unterbrochen.
„Molly, ich bin wieder da! Ich sag dir eins, war nicht einfach im Muggelkrankenhaus, aber die Abteilung für magische Strafverfolgung hatte ein paar Praktikanten da, die sie uns mitgegeben haben, da sind wir schneller fertig geworden. Aber der Junge von Brody hat sich in den Gängen verlaufen. Aber auch kein Wunder, so komisch wie das da aufgebaut ist. Aber alles mit Eletrikaztät betrieben. Schon spannend, was die Muggel alles erfinden können.“, Arthur kam in die Küche hinein.
„Elaine! Wie schön das du da bist. Oh. Ist alles in Ordnung?“, fragte er, als er die Autorin sah.
„Ja alles in Ordnung, ich muss mich nur damit abfinden, dass Claire an Weihnachten in Hogwarts bleibt.“, sagte sie und war dankbar dafür, dass der Schluckauf mittlerweile verschwunden war. Molly drückte noch kurz ihre Hand und ging dann zum Herd, um den Eintopf zu kochen.
Während der Tisch sich von selbst deckte, erzählte Arthur ihr alles über das Weihnachtsfest in Hogwarts, was es zu wissen gab. Er erwähnte genau wie Molly, dass seine Söhne ja auch dortbleiben würden, weil er mit Ginny und seiner Frau nach Rumänien reisen würde, um Charlie zu besuchen.
„Wir haben ihn seit dem Sommer nicht mehr gesehen und er kann nicht kommen, weil seine Kollegen alle schon weg fahren. Aber er kann zwischendurch ein paar Pausen machen und dann können wir was zusammen machen. Ich wollte eigentlich mit einem Fliegzeug fliegen, aber Molly meinte dann, dass das zu teuer wäre. Also haben wir uns einen Portschlüssel über das Ministerium besorgen können.“, erzählte Arthur munter und Elaine tat es gut, mehr über Weihnachten in Hogwarts zu erfahren. Auch wenn sich ihr die Kehle zuschnürte, wenn sei an die Feiertage allein mit Annabell dachte, der Gedanke, dass Claire eine gute Zeit haben würde, half ihr.
„Rumänien ist sehr schön. Ich war einmal dort, um eine Freundin zu besuchen, die dort ein Auslandssemester gemacht hat.“
„Auslandssemester, was die Muggel sich nicht alles ausdenken. Bist du da auch mit einem Fliegzeug gefahren? Wie hält sich das Ding denn so ganz ohne Magie in der Luft?“, fragte Arthur und seine Augen begannen so zu leuchten, wie sie es nur dann taten, wenn er etwas Spannendes über Muggeltechnik herausfinden wollte.
Elaine blieb ihm die Antwort schuldig, denn Annabelle und Ginny kamen in die Küche gestürmt. Als Anni ihre Schwester sah, kletterte sie bei ihr auf den Schoß und begann von ihrem Tag zu erzählen. Währenddessen flogen die Töpfe vom Herd auf den Tisch und die Kelle begann allen etwas in die Schüsseln zu füllen.
„Ich will was aus beiden Töpfen bitte!“, wies Annabell die Schöpfkellen an und kletterte vom Schoß ihrer Schwester auf den Stuhl neben Ginny.

„Aber sag mal Elaine, was hältst du denn davon, wenn ihr Weihnachten mit uns in Rumänien verbringt?“, fragte Molly, als Elaine in der offenen Haustür stand, die schlafende Annabell auf dem Arm. Es war später geworden als gedacht.
„Ich weiß nicht. Ich will mich nicht aufdrängen und“
„Ach Unsinn Liebes.“, sagte Molly und warf ihre einen tadelnden Blick zu. „Ginny würde sich bestimmt auch sehr freuen. Sie hat Anni so gerne und genießt es mal nicht die kleinste Schwester zu sein.“
„Ich überlege es mir und ich muss Anni fragen.“, antwortete Elaine und nahm sich vor morgen mit Annabell über Weihnachten und Claire zu reden.

Zu Hause angekommen, trug sie ihre kleine Schwester ins Bett. Sie deckte sie zu, strich ihr die Haare aus der Stirn und gab ihr einen Kuss auf diese.
„Schlaf gut.“, flüsterte sie und schlich aus dem Zimmer. Dann ging sie in die Küche, nahm sich ein Glas Wein, schmiss das Modem an und öffnete ihren Laptop und begann über Flüge nach Rumänien zu recherchieren.
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