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Die Geschichte der Harrison Schwestern

von Ejis
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Charlie Weasley Fred Weasley George Weasley OC (Own Character)
17.08.2020
25.11.2022
13
31.170
5
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Dieses Kapitel
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06.11.2022 2.586
 
Eigentlich wollte ich das Kapitel zu Halloween hochladen, aber dann hat es zeitlich nicht gepasst. Heute geht es jetzt in Hogwarts weiter. Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen.
Eure Ejis
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Kapitel 11 berichtet von Furunkeln und Eulen im Schlafzimmer

Vorsichtig stellte Claire das Fläschchen mit dem Heiltrank gegen Furunkel auf dem Schreibtisch von Professor Snape ab. Dieser blickte einmal auf die Flüssigkeit, die im Glas vor sich hin schwabbte und nickte, bevor er seine Aufmerksamkeit Hannah Abbott zuwandte, deren Haut sich mit eitrigen Bläschen überzog.
„Sind Sie nicht dazu in der Lage eine einfache Anweisung zu lesen, Miss Abott?“, schnarrte der Lehrer für Zaubertränke. „Sie müssen den Kessel von der Flamme nehmen, bevor sie die Stachelschweinpastillen hinzufügen. Fünf Punkte Abzug für Hufflepuff.“
Die betroffenen Schülerinnen stöhnten missmutig auf, warfen aber eher mitleidige als wütende Blicke zu dem nun mit Furunkeln überzogenen Mädchen.
„Harrisson!“, Claire zuckte zusammen. „Nehmen Sie sich wieder ihren Trank und verteilen Sie ihn auf den Furunkeln von Miss Abbott. Wenn Sie alles richtig gemacht haben, dann sollten die Furunkel verschwinden.“
Die junge Hexe wagte es nicht zu wiedersprechen, griff wieder nach dem eben abgestellten Fläschchen und ging zu der Hufflepuffschülerin hin. Zwar hatte sie bei der Herstellung des Trankes alle Schritte gewissenhaft befolgt, aber dennoch machte sich ein leicht flaues Gefühl in ihrer Magengengend breit, als sie das Fläschchen entkorkte. Vorsichtig tröpfelte sie die Tinktur auf den von Furunkeln überzogene Haut von Hannah und wartete. Für einen Moment befürchtete sie schon, dass sie etwas falsch gemacht hatte, aber dann begannen die mit Eiter gefüllten Bläschen kleiner zu werden. Hannah seufzte erleichtert auf.
„Scheinbar sind nicht alle Erstklässler in diesem Jahr eine komplette Enttäuschung.“, sagte Professor Snape in einem herablassenden Ton, der das Kompliment eher wie eine Rüge erscheinen ließ. Claire machte sich nichts daraus, sie platzte beinahe vor Stolz. Auch in ihren anderen Fächern war sie bisher nicht schlecht gewesen, aber wenn sie den Geschichten von Fred und George Glauben schenken durfte, dann war ein positiver Kommentar von Professor Snape wertvoller als alle Lobpreisungen von Professor Flitwick.

Frohen Mutes stieg die junge Hexe die Stufen, die aus dem Keller führten, hinauf. Ihre voll beladene Schultasche schlug nach jeder Treppenstufe gegen ihre Oberschenkel. Am Anfang hatte sie sich daran gewöhnen müssen, für jede Eventualität beim Verlassen des Gemeinschaftsraumes vorzubereiten. Aber die Ermahnung des Vertrauensschülers war ihr im Kopf geblieben und sie wollte es vermeiden zu spät zu kommen, nur weil sie etwas in ihrem Schlafzimmer vergessen hatte. Das zusätzliche Gewicht auf ihrer Schulter erinnerte sie daran, dass sie Professor McGonagall die nächste Stunde nach dem unaufspürbaren Ausdehnungszauber fragen wollte. Dieser sollte sie wenigstens vor einigen Rückenschmerzen bewahren. Bei diesem Gedanken blieb sie abrupt stehen. Claire hatte ganz vergessen die Salbe gegen die Rückenschmerzen an Elaine abzuschicken. Ihre Schwester, die noch immer auf dem alten Sofa schlief, hatte sie darum gebeten. Schnell änderte die junge Hexe ihre Richtung und schritt zum Eulenturm. Als sie um die Ecke bog konnte sie nur noch ein „Achtung“, vernehmen, da lief sie auch schon in jemanden hinein. Der Aufprall beförderte sie auf den kalten Steinboden.
„Autsch“, murmelte sie halblaut und blickte dann nach vorne.
„Ich wusste gar nicht, dass ich so umwerfend bin.“, zwinkerte Fred ihr zu und lehnte sich dann nach vorne, um ihr seine Hand anzubieten.
Hinter ihm erwiderte George: „Umwerfend, charmant, die Fähigkeiten der Weasleys sind unübertroffen.“
„Schade, dass der arme Percy nichts von ihnen erhalten hat.“, sagte wieder Fred und schüttelte traurig den Kopf, während er Claire hochzog, die seine Hand ergriffen hatte.
„Zur großen Halle geht es in die andere Richtung.“, sagte er und sein Bruder führte den Satz weiter: „Du solltest in den letzten Wochen doch gelernt haben, wie man sich hier zurechtfindet.“
„Habe ich auch. Aber ich muss noch schnell etwas mit der Eule losschicken.“, antwortete sie, bevor die Zwillinge sie wieder mit einem Wortschwall überrollen konnten.
Trotz der andauernden Funkstille zwischen Ron und ihr, der Sturkopf hatte sich noch immer nicht entschuldigt, war sie bei den Zwillingen nicht auf Abstand gegangen. Es wäre kindisch gewesen Fred und George für etwas zu ignorieren, das Ron gesagt hatte. Die beiden hatten ihr am Anfang sogar viel dabei geholfen sich in den unzähligen Gängen des Schlosses zurecht zu finden. Manchmal war es beinahe gruselig, dass die Jungs sie immer fanden, wenn sie vor einer Sackgasse stand. Beinahe so, als ob die beiden immer genau wussten, wo sie sich befand.
„Elaine hat wegen des alten Sofas Rückenschmerzen und ich habe ihr eine Salbe dagegen gemixt. Die wollte ich heute noch losschicken. So wie ihr das Halloweenessen beschrieben habt, werde ich danach bestimmt nicht mehr die vielen Stufen zum Eulenturm hochlaufen wollen.“, erklärte Claire und hielt dabei ihre Tasche in die Höhe, so als ob die Zwillinge den kleinen mit Salbe gefüllten Tiegel in dieser sehen könnten.
„Na wenn das so ist.“, sagte Fred und nahm ihren linken Arm, „Dann werden wir dich schnell begleiten, damit du rechtzeitig beim Essen ankommen kannst“, beendete George den Satz seines Zwillings und nahm Claire rechten Arm.

Mit einem Seufzen ließ Claire sich auf die Bank in der großen Halle fallen. Ihre Beine würden morgen sehr weh tun. Das ganze Treppensteigen zum Gemeinschaftsraum der Ravenclaws war schon anstrengend, dann heute noch der Zaubertränkeunterricht im Keller und der Weg in den Eulenturm. Sie nahm sich vor Madamme Pomfrey morgen nach einer Tinktur gegen Muskelkater zu fragen.
„Hast du alles noch abgeschickt bekommen?“, fragte Terry, der neben ihr saß und aufgeregt mit einem Bein wippte. Sie hatte sich gut mit ihm angefreundet und sie unternahmen viel zusammen.
Claire nickte nur und kam nicht mehr dazu ihm zu antworten, weil Dumbledor eine kleine Rede hielt, bevor das Halloweenessen aufgetragen wurde. Die junge Hexe hörte dem Schulleiter nur mit halbem Ohr zu und musterte stattdessen die verzauberte Decke. Heute jagten sich die Blitze vor dem Hintergrund grauer Wolken umher und dicke Kürbisse mit gruseligen Grimassen hatten die schwebenden Kerzen ersetzt. Dann endlich erschien das Festmahl und augenblicklich lief Claire das Wasser im Mund zusammen. Sie schnappte sich einige Zitronenbonbons und wickelte sie in eine Servierte ein. Die würde sie an Annabelle schicken, dachte Claire sich und griff nach einem kandierten Apfel.
Die fröhlichen Unterhaltungen wurden jedoch unterbochen, als die Flügeltüren des Saales aufgestoßen wurden und der Professor für Verteidigung gegen die dunklen Künste in die große Halle gestolpert kam. Sein Gesicht war bleich und der Turban saß leicht schief auf seinem Kopf.
„TROLL! Im Kerker!“, brüllte er.
Ein flaues Gefühl machte sich in Claires Magengegend breit, als so viele Schüler aufsprangen. Auf Terry war mit einem Schlag ganz bleich geworden, der Schokofrosch, den er sich eben in den Mund schieben wollte, hüpfte aus seiner Hand. Bevor Panik ausbrechen konnte schritt Dumbledor ein. Er wies die Prefecten dazu an, die Schüler in die Gemeinschaftsräume zu bringen.
Automatisch suchte sie den Ravenclawtisch nach Robert ab, der zwar ein wenig blass um die Nase war, aber entschlossen die Augenbrauen zusammengezogen hatte.
„Ravenclaw bitte mir nach!“, rief er und ging hinter den Gryffendors aus der großen Halle heraus.
Claire reihte sich in die Schlange ihrer Mitschüler ein. Gerade wollte sie hinter Terry auf die Treppen steigen, als sie einen roten und einen Schwarzen Haarschopf in Richtung der Mädchenklos verschwinden sah. Sie blieb stehen und wurde fast von einem Drittklässler umgelaufen, der sie kurz genervt anblickte, dann aber weiter die Stufen erklomm. Claire ignorierte ihn, in ihrem Kopf rasten die Gedanken. Sie war noch immer wütend auf Ron, aber trotzdem war er ihr Freund. Sie konnte ihn nicht so einfach in der Schule rumrennen lassen, wenn ein Troll durch die Gänge zog. Wenn sie erwischt werden würden, dann konnte Gryffendor von Glück sprechen, wenn sie am Ende des Schuljahres ein paar Punkte zum Hauspokal beitragen konnten. Außerdem machte sich eine bisher unbekannte Neugier in der jungen Hexe breit. Warum verließen die beiden Jungs die Gruppe?
Entschlossen drehte Claire sich um und folgte den beiden. Sie beschleunigte ihre Schritte, als sie um die Ecke bog und sah noch den Zipfel des Umhangs am Ende des Ganges. Ihr Herz pochte wie wild, während ihre Schritte in dem steinernen Gang widerhallten. Die Fratzen der Kürbisse in den Fenstern und Nischen der Wände halfen ihr nicht dabei, die gruselige Grundstimmung abzuschütteln. Am Ende des Ganges angekommen sah sie hinter einer Säule Das Mädchenklo. Die Tür war offen und sie konnte ein wenig in den Raum sehen. Abrupt bleib sie stehen, als sie das Kreischen eines Mädchens vernahm. Claire sah, wie Ron und Harry Steine vom Boden aufhoben und auf etwas warfen, dabei riefen sie etwas, nein jemanden. Der Troll!

Ohne auch nur einen weiteren Gedanken zu verschwenden, drehte Claire sich auf dem Absatz um und rannte in Richtung der Kerker. Es war ihr egal, dass man ihr Hauspunkte abziehen würde, jetzt brauchten sie die Lehrer oder Ron und Harry… Die junge Hexe schüttelte den Kopf, sie wollte den Gedanken nicht zu Ende denken. Sie bog in den Gang, der zu den Kerkern führte und wäre fast mit Professor McGonagall zusammengestoßen.
„Miss Harrisson, was machen Sie hier? Sie sollten in ihrem Gemeinschaftsraum...“
Claire fiel ihrer Verwandlungslehrerin ins Wort: „Der Troll ist im Mädchenklo. Und Ron und Harry sind auch da. Und ein Mädchen auch.“
Die Professoren blickten Claire kurz an, besonders Professor Quirell. Sie konnte seinen Blick nicht genau deuten. Wut? Frustration? Auch Professor Snape blickte sie zwar kurz an, sagte aber nichts dazu, dass sie den Lehrern in Richtung des Mädchenklos folgte.
Als sie ankamen, blieben die Professoren in der Tür stehen. Claire konnte nicht an ihnen vorbeisehen und unterdrückte das Bedürfnis nervös von einem Bein auf das andere zu treten. Sie konnte hören, wie McGonagall schimpfte, konnte den genauen Wortlaut aber nicht ausmachen. Dann drehten sie die Proffesoren um und Claire sah Harry Ron und Hermine, die vor einem bewusstlosen Troll lagen.
„Und was Sie angeht, Miss Harrisson.“, fuhr McGonagall jetzt für Claire hörbar fort, „So war es schlau, dass sie nicht ebenfalls auf die Wahnwitzige Idee gekommen sind sich mit einem Troll anzulegen. Aufgrund Ihres schnellen und vernünftigen Handelns übersehe ich, dass Sie nicht in den Gemeinschaftsraum gegangen sind. Zehn Punkte für Ravenclaw.“
Claire hörte die Worte, aber konzentrierte ihren Blick auf ihre Mitschüler. Sie sahen soweit unversehrt aus. Harry wirkte etwas durchgeschüttelt und Hermine war von Staub überzogen. Ron war ebenfalls unverletzt und hielt seinen Zauberstab fest umklammert. Er schaute sie ebenfalls an. Kurz sah es so aus, als würde er etwas sagen wollen, da hallten schnelle Schritte durch den Korrdor. Professor Flitwick, Professor Sprout und Madame Pomfrey kamen den Gang entlanggelaufen.
„Sie drei“, die Lehrerin für Verwandlung deutete auf die Gryffendors, „begleiten mich unverzüglich in ihre Schlafsäle. Sie auch Miss Harrisson. Filius, können Sie sie begleiten? Sie wirkt ein wenig blass um die Nase.“
„Selbstverständlich.“, entgegnete der kleine Professor und drehte sich zu seiner Schülerin um. Claire war in der Tat ein wenig schwindelig, jetzt wo der Schrecken vorbei war, aber sie war vielmehr erleichtert, dass es allen gut ging. Langsamer als sonst folgte sie ihrem Hauslehrer und lächelte die Gryffendors müde über ihre Schulter hinweg an. Sie wusste nicht, ob die drei wütend auf sie waren, weil sie die Lehrer eingeschaltet hatte, aber sie wusste, dass sie den Streit mit Ron endlich beenden wollte.

Noch immer ein wenig wackelig auf den Beinen kam Claire in ihrem Schlafsaal an. Professor Flittwick hatte das Rätsel für sie beantwortet und sie direkt ins Bett geschickt. Als sie diesen betreten hatte, war sie sofort von den anderen Mädchen umringt und gefragt worden, warum sie erst jetzt in hierhergekommen war. Claire gab die Geschehnisse der letzten Stunde in kurzen Worten wieder. Sie hatte keine Lust genau zu beschreiben, wie der Troll ausgesehen hatte und dass der berühmte Harry Potter bei dessen Ergreifung eine Rolle gespielt hatte. Sie wollte jetzt nur noch schlafen.
„Schwirrt doch nicht um sie herum wie eine Herde Nagel.“, forderte die hohe Stimme von Luna und Claire lächelte ihr dankbar zu, auch wenn sie sich kurz fragte, was genau Nagel waren.
„Ich habe wirklich kaum etwas gesehen. Nur den bewusstlosen Troll und Hermine, Ron und Harry. Dann hat mich Professor Flittwick hier hochgebracht. Wenn ihr mehr wissen wollt, dann müsst ihr die Gryffendors morgen fragen“, erklärte die junge Hexe erneut und ging zu ihrem Bett. Sie wollte sich gerade mit dem Gesicht voran auf die Kissen schmeißen, als sie einen Umschlag auf diesen liegen sah.
„Den hat einer der Hauselfen eben hergebracht. Denke ich zumindest. Jedenfalls lag er schon auf dem Kissen, als wir alle in den Raum gekommen sind.“, sagte Mandy, als sie Claires Blick bemerkte. Mit Mandy, die mit vollem Namen eigentlich Amanda hieß, verstand Claire sich sehr gut. Sie war ebenfalls ein Halbblut und half ihr zusammen mit Terry einen Zauber zu finden, der ihren Walkman auch in Hogwarts zum laufen bringen konnte.
Claire hob den Brief auf und musterte ihn kurz.
„Der ist von meinen Schwestern“, sagt sie, als sie ihren Namen in den mehr gemalt als geschriebenen Buchstaben las. Annabell hatte für jede Letter eine andere Fabre verwendet. Schnell öffnete sie den Brief und las.

Liebe Claire,
wir hoffen, dass du ein schaurig schönes Halloween in Hogwarts hast. Annabelle möchte sich als Hexe verkleiden und fragt besteht darauf, dass wir in die Winkelgasse reisen, um ihr einen zu besorgen. Drück mir die Daumen, dass ihr auch ein alter von Molly reichen wird. Mit Matt läuft es sehr gut, danke der Nachfrage. Er hat das letzte Wochenende hier geschlafen und wir haben eine große Pyjamaparty veranstaltet. Sonntag früh kam Hugo ins Schlafzimmer geflogen, um einen Brief von dir zu bringen. Matt hat sich so erschrocken, dass er beinahe aus dem Bett gefallen ist. Die Kamera lag Gottseidank auf dem Nachttisch, also habe ich ein Foto machen können, guck es dir unbedingt an. Er hat gefragt, ob er nach Weihnachten vorbeikommen kann, um dich auch kennen zu lernen. Ist das für dich in Ordnung? Ich bin mir nicht sicher, ob es nicht ein wenig zu früh ist, aber du hast darum gebeten, dass ich dich bei diesen Entscheidungen immer mit einbeziehe. Das tue ich hiermit. Wow, der letzte Satz klingt mehr nach einem, den ich meinem Lektor schreiben würde.
Wir vermissen dich sehr und freuen uns schon sehr auf deine Weihnachtsferien.
Elaine und Anni

Neugierig zog Claire die beigelegten Bilder aus dem Brief und das Lächeln entglitt ihr. Das erste Foto zeigte Matt, der mit vor Schreck geöffneten Augen und wirrem Haar auf dem Bett saß, Hugo neben ihm auf dem Nachttisch. Die Federn der Eule waren auf dem Bild verwischt, wahrscheinlich hatte er die Flügel bewegt, während Elaine auf den Auslöser gedrückt hat. Auf dem zweiten Foto lagen ihre beiden Schwestern kuschelnd unter einer senfgelben Decke. Die ältere der beiden lächelte verschlafen in die Kamera, während Annabelle auf das Kissen sabberte. Matt musste das Foto gemacht haben, denn niemand lag auf der linken Seite des Bettes. Die Seite, auf der normalerweise ihr Papa immer gelegen hatte. Elaine war in das Schlafzimmer ihrer Eltern gezogen. Einfach so.
Ein dicker Kloß bildete sich in Claires Hals und es war, als hätte jemand einen großen Eimer heiße Wut über ihr ausgekippt. Wie konnte sie es wagen. Elaine wusste, wie wichtig dieses Zimmer für Claire war. Der letzte Ort, der noch nach Mama und Papa roch. Der Ort, an dem sie sich unter der Decke verstecken konnte, wenn wieder alles zu viel wurde.
Mit zusammen gebissenen Zähnen stand Claire von dem Bett auf und ging zum kleinen Ofen, der in der Mitte des Schlafsaals stand. Sie öffnete die Luke und warf die Bilder und den Brief hinein.
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