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Behind a Smile

von TaniSuwa
GeschichteHorror, Liebesgeschichte / P18 / Het
Alastor Charlie Magne
16.08.2020
10.05.2021
17
73.638
7
Alle Kapitel
27 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
01.10.2020 3.650
 
Hier haben wir den letzten Teil aus Alastors Vergangenheit! Zumindest vorerst. Wenn ihr Interesse daran habt, würde ich später noch ein Kapitel verfassen wie er Husk traf. Aber das würde erst später kommen, da wir in Kapitel 7 wieder die liebe Charlie dabei haben^^

***


~1912: 14 Jahre vor den Aktuellen Geschehnissen~


Vorsichtig hing Rosie die frisch gezogenen Kerzen auf. Ordentlich nach Farben sortiert. Ihr Blick wanderte zurück zu ihrem Schützling, der weiterhin neue Kerzen zog. In den letzte Jahren war er optisch seinem Vater sehr ähnlich geworden. Braunes, dunkles Haar, Grübchen in den Wangen beim Lächeln, der gebräunte Teint, die Schultern, die langsam breiter wurden. Doch von Susan hatte er definitiv die großen braunen Augen und die feinen Gesichtszüge.
Für seine Vierzehn war Alastor sehr groß und man würde ihn, mit seinen langen Gliedmaßen, gut vier Jahre älter schätzen.
Ein seufzen entwich dem Jungen, der nun seine Brille zurecht rückte, welche er seit einem Jahr trug, und er richtete sich auf.
„Wäre es nicht einfach gewesen welche zu kaufen?“
„Ja, aber es wäre nicht so effektiv! Überlege doch mal: über was würdest du dich mehr freuen wenn du eine Kerze Geschenk bekommst? Eine schnell im Laden gekaufte oder eine von Hand gemachte, wo sich der Schenker die Zeit und Mühe gemacht hat, sie selber zu ziehen?“
„Du hast ja recht... aber es sah früher bei dir und Mama viel einfacher aus.“
„Oh, das kommt mit der Zeit, je öfter du es machst um so leichter und schneller gehen dir die Dinge von der Hand. Außerdem kann man so etwas gut vorbeireiten und sobald dein Schatten erweckt ist hast du auch einen sehr nützlichen kleinen Helfer.“
Er summte zustimmend und brachte ihr die letzten Kerzen. Hier in diesen Keller , der zu Rosies Haus in der nähe des Anwesens seines Vaters gehörte, hatte sie dem Jungen alles beigebracht was sie wusste. Er konnte seine Arbeitsmaterialien selber herstellen, machte Tränke, Pasten und Salben von hoher Qualität. Die Runenschrift und Symbole lernte er in beachtlicher Geschwindigkeit auswendig, genau wie die Namen der Loa und ihrer Funktion. Er war ein wahres Naturtalent. Ja, sie war Olivers Wunsch nachgegangen und hatte ihn, wie sie versprochen hatte, zu einem wahren Gentleman gemacht, aber in ihm floss weiter das Blut des jungen kreolischen Bengels, der im Bayou von New Orleans nahe des Mississippi geboren und aufgewaschen war. Etwas was Oliver ihm nie nehmen konnte.    
„Nun, wir wären so weit. Dir ist bewusst das es danach kein zurück gibt, wenn du erst einmal Marinette beschworen hast?“
Alastor nahm kurz seine Brille ab um diese mit einem Taschentuch, das er aus seiner Westentasche holte, zu säubern.
„Ja, das weiß ich und ich will es nach wie vor. Mein Vater soll dafür büßen was er getan hat. Ich will ihn und diese Stadt, die jemanden der um Hilfe ruft ignoriert, brennen sehen!“
Knurrte er zwischen seinen Zähnen und schlang die Arme um seinen Körper, nachdem er die Brille wieder aufgesetzt hatte.
„Ich werde ihn leiden lassen. Für den Mord an Mama, für jeden einzelnen Gürtelschlag, wenn sich diese Metallkappe in mein Fleisch bohrte und für jede Lüge die er anderen über Mama erzählt hat um zu begründen warum ich mit einem mal hier war. Er hat ihre Ehre in den Dreck gestoßen ohne dass sie je wieder die Chance hatte sich zu verteidigen und die Dinge richtig zu stellen!“
Die Ältere betrachtete ihn eine weile schweigend, nickte aber dann.
„Gut, Gut. Dann bereite deine Beschwörung genau so vor, wie ich es dir beigebracht habe.“
Der Braunhaarige nickte und räumte erst einmal. Als alles wieder in Ordnung war stellte der Junge   in jede Himmelsrichtung eine rote Kerze, die Lieblingsfarbe des Loa den er beschwören wollte, und malte danach zwei Bögen an die freie Wand in Rosies Keller. Einen innen und einen etwas höher außen. Zwischen den Bögen zeichnete er Symbole und Runen. Der Braunhaarige ging in die Mitte der vier Kerzen und streute um sich herum einen Kreis aus Maismehl, welcher ihm als Schutz vor einem möglichen Angriff des Geistes diente. Kritisch betrachtete er sein Werk, doch dann nahm er aus einer Eisbox einen gepfählten Hahn und positionierte ihn zwischen sich und den Bögen. Er stellte sich wieder in den Maismehlkreis und sah kurz zu Rosie.
„Sehr gut, Alastor. So dürfte nichts schief gehen. Also brauchst du keine Angst haben.“
„Ich habe keine Angst.“
Kam es entschlossen von ihm. Rosie gluckste amüsiert und zündete mit einem Fingerschnippen die Kerzen an.
„Dann nur zu. Du weiß was du sagen musst.“
Ein nicken kam von dem Jungen und so sah er mit entschlossenem Blick zurück zu der Wand mit den Bögen.
„Oh, Marinette, die du zu den Nachon der Petro gehörst, erhöre mich, Alastor Morgan oder nach meinem Vater Alastor Delacroix, denn ich gebe dir diesen Hahn als Geschenk und möchte dir dienen!“
Rief er aus und die Symbole in den Bögen fingen an zu leuchten. Fasziniert beobachtete der Braunhaarige wie das innere des ersten Bogens sich eine Art Portal öffnete und den Raum in Grünes Licht hüllte. Eine Leichte Brise wehte aus diesem und lies die Kerzen leicht flackern während jedoch der Maismehlkreis unberührt blieb. Alastors Augen weiteten sich als eine Geisterhafte, aus Licht bestehende Kreischeule aus dem Portal flog und sich auf den Pfahl mit dem Hahn setzte.
Verwundert legte sie den Kopf schief und betrachtete den Braunhaarigen eine weile.
,,EIN KIND? WIE VIEL HASS KANN IN EINEM KIND STECKEN, DASS ES DEN LOA DER GEWALTÄTIGKEIT RUFT UND IHM DIENEN WILL?''
Fragte sie mit angenehmer Frauenstimme die von den Wänden hallte und drehte ihren Kopf einmal um die eigene Achse.
,,WEIßT DU NICHT WER ICH BIN, MENSCHENKIND MIT DEM NAMEN ALASTOR?''
Alastors Lächeln wurde breiter.
,,Ich weiß wer du bist und genau deswegen habe ich dich gerufen, verehrte Marinette, denn ich habe ein verlockendes Angebot für dich.''
Wieder legte sie den Kopf schief.
„Ich kann dir rund dreißig Seelen auf einen Schlag geben, du darfst mit ihnen anstellen was du willst und dich nach Herzenslust austoben.''
Ein amüsantes Geräusch kam von der Eule.
,,UND WAS MÖCHTEST DU DAFÜR HABEN, JUNGE?''
,,Ich möchte meinen Schatten zum Leben erwecken. Misses Rosie Winkler und mir darf auf der Feier nichts passieren und was Mister Oliver Delacroix angeht... so darfst du auch seine Seele haben aber ich möchte derjenige welche sein, der ihn tötet.''
Marinette schwieg eine weile und betrachtete ihn ganz genau. Sie sah von seinen Augen aus direkt in sein Inneres.
,, FÜR EINEN MENSCHEN MIT SOLCHEN ANFORDERUNGEN SCHEINST DU DOCH GROßE ANGST ZU HABEN, KIND.''
,,Ich habe keine angst.''
,,WARUM STEHST DU DANN IN DIESEM KREIS? KOMM EIN STÜCK NÄHER UND BEWEISE ES MIR, ALASTOR MORGAN.''
Rosies Augen weiteten sich als sie hörte was Marinette sagte, doch ehe sie Alastor aufhalten konnte, tat dieser was der Loa von ihm verlangte und trat aus dem Kreis. Kurz vor ihr, lies er sich auf die Knie sinken.
,,Schau, ich vertraue dir ,Marinette, und gebe mein Leben in deine Hände.''
Die Loa lachte auf als sie den Jungen so sah und auch Rosies besorgten Gesichtsausdruck , am anderen Ende des Raumes bemerkte.
,,DU HAST MUT, SO ETWAS FINDET MAN HEUT ZU TAGE SELTEN. NUN, ICH BIN DAMIT EINVERSTGANDEN. WIR HABEN EINEN DEAL, ALASTOR DELOCROIX MORGAN.“
Die Eule würgte mit einem mal etwas aus und lies es vor sich auf den Boden fallen. Es sah aus wie eine schwarze Murmel.
„IN DIESER KLEINEN KUGEL BEFINDEN SICH MEINE HELFER. SCHATTEN DIE ALLES VERSCHLINGEN WAS IHNEN IN DIE QUERE KOMMT. NIMM SIE UND WIRF SIE ZU GEGEBENEN ZEITPUNKT  AUF DEN BODEN. SIE WERDEN IHRE ARBEIT VERRICHTEN UND DIE VON DIR ANGEGEBENEN PERSONEN VERSCHONEN.“
Vorsichtig hob Alastor die Murmel auf. Sie war erstaunlich warm und er spürte förmlich die Macht die von ihr ausging.
„Ich danke dir, Marinette, aus dem tiefsten meines Herzens.“
Sie nickte, nahm den Hahn in ihre Krallen und flog mit ihm durch das Portal.
„ICH WÜNSCHE DIR VIEL ERFOLG.“
Hörte man nur noch einmal von ihr doch dann schloss sich es sich wieder, lies die Bögen, die er gezeichnet hatte verschwinden und Alastor richtete sich wieder auf, doch ehe er etwas sagen konnte, verpasste Rosie, die zu ihm geeilt war, ihm eine Nackenschelle.
„Bist du des Wahnsinns, Junge? Wie oft habe ich dir gesagt, du darfst den Kreis nicht verlassen, sie könnte versuchen dich zu verschlingen und was machst du?“
Der Braunhaarige rieb sich den Hinterkopf und sah zu ihr.
„Es war ein Test, Rosie, und ich habe ihn bestanden. Also ist doch alles gut gelaufen.“
Sie seufzte.
„Du bist stur wie deine Mutter.“
Nun zog sie ihn an sich und legte die Arme um ihn.
„Irgendwann sterbe ich wegen dir noch an einem Herzinfarkt.“
Er erwiderte die Umarmung und seufzte zufrieden.
„Es ist doch alles gut gelaufen und schon bald können wir nach Hause.“
„Gewiss. Endlich wieder zurück nach New Orleans.“




Oliver sah durch den Raum, während sich seine Geburtstagsgäste heiter unterhielten. Helena hatte sich wahrscheinlich irgendwo unter die Leute gemischt während sein Sohn brav an der Stelle stand, wo er ihm befohlen hatte zu warten. Doch dann fand der Mann endlich die Person die er suchte: Rosie.
Diese stand etwas abseits vom Geschehen, ihre qualmende Zigarettenspitze in der linken Hand, während der rechte Arm in ihre Wespentaille gestemmt war. Sie hatte einen wachen Blick auf ihren Schützling gelegt. Als sie bemerkte das jemand auf sie zu kam, sah sie zu Oliver, wobei sie eine Augenbraue hob.
„Was möchtest du? Ich habe keine Interesse an einem Plausch mit dem Mörder meiner teuersten Freundin.“
Versuchte sie ihn abzuwimmeln, worauf dieser lachte.
„Du bist viel zu nachtragend, meine Teuerste. Genieße lieber die Feier.“
Rosie gab ein verächtliches Geräusch von sich, doch Oliver lies sich nicht beirren und sah nun wieder zu seinem Sohn.
„Ich hätte nicht gedacht das du ihn tatsächlich erziehen kannst.“
„Überraschung und ich brauchte dafür keinen Gürtel.“
„Ein Vater muss eben tun was ein Vater tun muss um seinem Kind die Flausen aus zu treiben und du weißt ganz genau dass er früher mit seinen Streichen mehr als nur übertrieb.“
Nun musste Rosie grinsen.
„Ich fand die Kaulquappen im Wasserkrug deines Hausdrachens eine hervorragende Idee!“
„Sie nicht, nachdem sie es beim ersten Glas nicht gemerkt hatte und ich war genau so wenig erfreut.“
„Ihr habt ja auch keinen Humor.“
Der Mann verdrehte die Augen.
„Wie dem auch sei. Ich danke dir dafür, Rosie. Ich kann ihn nun überall mit hinnehmen und auch auf Feiern wie diese präsentieren ohne befürchten zu müssen, das er uns blamiert. Ich habe sogar sehr gute Angebote von Vätern bekommen, die ihre Töchter mit ihm verheiraten wollen. So wie ich es mir gewünscht habe.“
„Alastor wird begeistert sein. Erst zarte vierzehn Jahre und darf sich schon darauf vorbereiten bald eine Braut aufgezwungen zu bekommen, wo andere Jungen nicht einmal wissen, dass ihr Penis zu mehr im Stande ist als um im stehen zu pinkeln. Grandioser Einfall, Mister Delacroix.“
„Schenk dir deinen Sarkasmus. Wir wissen beide das Heiraten nicht viel mit Liebe zu tun hat.“
„Vielleicht in deiner Welt. Aber nicht in der aus der Alastor und ich stammen.“
„Ach ja? Soweit ich weiß bist du doch auch mit einem Mann verheiratet den du nicht liebst.“
Beide sahen sich eine weile mit scharfem Blick an. Es war ein Blickduell der Macht und keiner von Beiden gab nach.
„Oh, ich habe Franklin am Anfang sehr geliebt. Bevor er dauernd nach Europa reiste um dort  “Geschäfte“ zu erledigen. Es ist kein Geheimnis dass er dort in verschiedenen Ländern mehrere Gespielin hat. Am Anfang hat es mir das Herz gebrochen, aber wie du weißt bin ich sehr hart im nehmen und er wird seine Rechnung dafür noch bekommen.“
„Das ihr Frauen immer so einen Aufstand machen müsst. Hat nicht jeder Ehemann irgendwo eine Geliebte?“
Sie zuckte mit den Schultern.
„Sei versichert dass ich Alastor so erziehen werde, das er nicht so ein widerlicher Hurensohn wie du wirst, Oliver... Schönen Abend noch.“
Sie ging von ihm weg Richtung Alastor. Nein, sein Geschwätz wollte die Schwarzhaarige nicht weiter ertragen. Die Haltung des Jungen entspannte sich als er Rosie sah und sie sich zu ihm stellte.
„Bald ist es soweit.“
Kam es von ihm und Rosie nickte.
„Du wartest darauf das sie alle genug beschwipst sind?“
„Gewiss.“
Sein Blick viel auf die Wand mit den Hirschtrophäen. Oliver hatte eine schwäche fürs Jagen und brachte es auch ihm bei. Wie verlockend es doch gewesen war ihn einfach von hinten zu erschießen, so wie der Mann es mit seiner Mutter getan hatte, doch Alastors Pläne waren andere.    
„Lassen wir ihnen den Spaß noch ein bisschen. Immerhin wird es ihr letzter Abend sein.“
„Dir ist bewusst das Marinette von Natur aus ein sehr ungeduldiger Loa ist?“
„Durch aus. Aber ich denke in den nächsten zwanzig Minuten wird es soweit sein.“
Sein Blick wanderte umher. Dieser Abend würde das reinste Blutbad werden und er hatte es angezettelt. Dennoch verspürte er keinerlei Gewissensbisse, Reue oder Zweifel, fast so als wenn er verlernt hatte solche Dinge zu fühlen. Etwas, was ihn selber überraschte, da so etwas doch eigentlich menschlich war, oder nicht?
Als Rosie sich in Bewegung setzte, tat er es ihr gleich und beide hatten einen wachen Blick über diese Veranstaltung. Alastors Hand glitt in die Tasche seines Sakkos wo er nun die kleine Kugel zwischen seinen Fingern hin und her schob. Es gab kein zurück mehr. Hier und heute würde er das Ende seiner Hölle erreichen und endlich wieder frei sein. Alastor war nicht mehr der selbe wie vor zuvor, das war ihm durchaus bewusst. Er würde wohl keine Äpfel mehr aus Gärten mit seinen Freunden stehlen oder auf der Straße spielen, denn man hatte ihn um seine Kindheit betrogen.  
Doch heute würde er sich für dies alles rächen! Jeder der Anwesenden hatte weg gesehen wenn sein Vater ihn geschlagen hatte. Seine Hilferufe wurden ignoriert und mit jeder weiteren Narbe auf seinem Körper wuchs der Hass in Ihm.
Lieber gab er sich in die Hände eines bösen Loa wie Marinette als weiterhin dies alles hier zu ertragen.
Nach wenigen weiteren Minuten stellte sich Oliver in die Mitte des Raumes und sprach einen Tost aus. Rosie und auch Alastor verdrehten beide zeitgleich die Augen als der Mann wieder in Selbstherrlichkeit badete.
„... Zum Schluss möchte ich noch meiner wunderschönen Frau Helena für ihre Unterstützung danken, wie sie immer an meiner Seite blieb in guten und in schlechten Tagen...“
Er winkte Sie heran und etwas genervt ging sie zu ihm.
„...Und meinem Sohn, der all dies eines Tages erben und fortführen wird!“
So deutete er auch Alastor an zu ihm zu kommen. Mit seinem eingemeißelten Lächeln gab der Junge dem Wunsch seines Vaters nach. Doch bevor er ihn erreichte, lies er die Kugel aus seiner Tasche auf den Boden fallen. Schatten huschten über den Boden und Oliver sah ihn verwirrt an.
„Was war das, Alastor?“
Der Braunhaarige schwieg und lächelte weiter. Mit einem Mal schlossen sich automatisch alle Türen und fingen sämtliche Lichter an zu flackern. Die Gäste sahen sich verwundert um und man hörte nur noch lautes Gemurmel.
Oliver blickte zu Rosie, die  neben Alastor trat und nun dämmerte es ihm.
„Was war das, Rosie?! Verdammt, du Hexe hast doch damit etwas zu tun!“
Sie kicherte amüsiert und legte die Hand auf die Schulter des Jungen.
„Ich habe damit nicht viel zu tun, Oliver. Lediglich habe ich ihm beigebracht mit den Geistern zu arbeiten.“
Olivers Augen weiteten sich.
„Du hast ihm Voodoo bei gebracht?!“
„Natürlich. Ich hab dir doch gesagt, dass ich ihm alles bei bringe, was ich für richtig halte und dazu gehört auch Voodoo. Immerhin liegt es in seinen Genen.
Die Gäste waren ruhig geworden und beobachteten verängstigt das Gespräch der Beiden. Alastor schielte zu dem Wänden an denen sich den freigelassene Schatten drängten, noch unbeachtet von den Anwesenden.
„Seine Mutter war des Voodoos mächtig, ich bin es und es ist ein Teil von New Orleans, dem Ort, an dem du ihn dir einfach genommen hast.“
Helena blickte zu ihrem Mann.
„Du hast dich auf eine Hexe eingelassen?“
Fragte sie verwirrt. Doch bemerkte sie, eher durch Zufall an die Schatten an den Wänden, die mit ihren löchrigen Grinsen und Augen auf etwas zu warten schienen. Fast Automatisch wich sie zurück.
Alastor räusperte sich.
„Rosie hat nur das getan worum ich sie gebeten habe und nun sind wir hier! All das habe ich so gewollt und ich bin derjenige der diese Geister beschworen hat.“
Er breitete seine Arme aus und nun bemerkten auch alle Anderen die Wesen an den Wänden. Man spürte förmlich wie langsam die Panik in den Anwesenden stieg und die ersten Alastor als  “Teufelskind“ oder “Sohn Satans“ bezeichneten. Doch dies interessierte den Jungen nicht.
Oliver schluckte.
„A- Alastor! Hör auf mit dem Unfug. I-ich hab dir alles gegebenen was sich ein Kind wünschen kann und ...“
„Was hast du mir gegeben?“
Unterbrach Alastor seinen Vater scharf und sah ihm in die Augen.
„Einen Körper voller Narben? Ein Leben ohne Mutter? Ein Haus wie ein Käfig?“  
Er trat näher, worauf Oliver einen Schritt zurück wich, Helena löste sich nun ganz von ihrem Mann und versuchte in der herumstehenden Menschen zu verschwinden, die sich ängstlich dicht an dicht drängten umzingelt von all diesen Schatten.
„Ich hatte ein sehr schönes Leben bevor du aufgetaucht bist. Mama hat alles getan damit es mir gut ging und das obwohl wir nicht viel Geld hatten. Ich war damals glücklich, doch du hast mir dieses Glück genommen und nun nehme ich dir alles was du besitzt und liebst.“
Er schnippte mit den Fingern und die Schatten setzten sich in Bewegung, lösten sich von den Wänden wie eigenständige Personen aus Fleisch und Blut. Sie stürzten sich auf die Anwesenden, die hysterisch zu schreien begannen, versuchten aus den verschlossenen Türen zu fliehen und zerrissen sie wortwörtlich in dem sie in sie eindrangen und von innen heraus zerfleischten oder an ihnen zerrten bis ihre Körper nachgaben.
Es war ein wahres Massaker aus dem es kein entrinnen gab und nach und nach tränkte der Boden sich mit Blut und Eingeweiden. Alastor schloss kurz die Augen als etwas der roten Flüssigkeit ihn traf, doch dann richtete er seinen Blick wieder auf seinen Vater, der sich auf den Boden kauerte und die Hände auf sein Gesicht drückte um nicht sehen zu müssen was vor sich ging, die Geräusche reichten vollkommen. All das Geschreie, Weinen, das Blut, welches auf den Boden floss. Langsam nahm die Luft einen metallischen Geruch an und die Schreie fingen nach und nach an zu verstummen.
Rosie nahm einen Zug aus ihrer Zigarettenspitze und beobachtete das ganze schweigend, immerhin hatte sie nichts zu befürchten. Alastor hatte den Deal gut ausgehandelt und Marinette würde mit dem was er ihr lieferte sehr zufrieden sein. Der Loa hatte mit ihm einen wertvollen Diener gefunden.
Susan hätte dies alles sicher nicht gewollt, aber Alastor selber hatte sich diesen Weg ausgesucht.
Wahrscheinlich wäre es anders gelaufen, wenn sie noch leben würde, doch hier hatte Oliver sich sein eigenes Grab geschaufelt. Als der letzte Schrei verstummte, die Geister verschwanden und nur noch Berge aus Menschenfleisch und Innereien in einem Meer aus Blut zurück ließen, trat Alastor näher an seinen Vater heran. Jeder Schritt durch das rote Meer gab ein Geräusch von sich, als wenn man durch Pfützen stapfte.
Alastor nahm ein Messer aus seinem Sakko, welches er den gesamten Abend gut unter diesem versteckt hatte. Der Kopf seiner Stiefmutter rollte vor seine Füße, doch ohne irgendein Anzeichen einer Emotion, trat er diesen beiseite. Oliver versuchte auf zu stehen, doch als dies nicht klappte, kroch er von seinem Sohn weg.
„A-Alastor! K-komm schon! D-d-du kannst doch deinen eigenen Vater nicht umbringen wollen!“
Der Junge gab ein amüsiertes Geräusch von sich.
„Warum nicht? Immerhin hat dieser Mann ja auch die Frau töten können, die ihm ein Kind geschenkt hat, nicht wahr?“
Oliver stoppte als er mit einem mal merkte, wie er nicht mehr weiter kam, als wenn ihn etwas fest hielt. Der Becher sah zur Seite und erblickte den Schatten seines Sohnes, der den eigenen fest hielt und somit ein weiterkommen verhinderte. Sofort weiteten sich seine Augen erneut und er blickte panisch zu seinem Sohn.
„Nein, nein, nein! K- Kind! W- was willst d- du dafür haben u-um mich zu verschonen?“
Alastor lachte, als er vor seinem Vater stand.
„Das was ich will kannst du mir nicht geben und dein Geld interessiert mich nicht im geringsten.“
Das Messer in seiner Hand senkte sich zum Hals seines Vaters herunter, welcher immer noch versuchte sich zu befreien, erfolglos. Alastor sah ihm in die Augen und mit einer kräftigen Bewegung schnitt er dem Mann die Kehle durch. Der Schatten lies ihn los und Oliver versuchte langsam mit gurgelnden Geräuschen nach seinem Hals zu greifen. Doch ehe seine Hand diesen erreichen konnte, verließ das Leben ihn und sein Körper legte sich erschlaffend in die Blutlache unter ihm, während sein eigenes sich dazu gesellte. Der Junge atmete einmal tief aus. Es war zu Ende. Sein Blick wanderte zu Rosie hinüber, die ihm zu nickte und mit einem Fingerschnippen ihre und seine Kleidung vom Blut befreite.
„Lass uns nach Hause, Alastor.“
Sagte sie mit sanften Lächeln.

***

Zitat:“Das nächste Kapitel wird kurz.“ Ja ja...ich und “kurz“...Ha!
Gerade Frage ich mich selber wie ich dieses Kapitel beenden konnte...vermutlich dank sehr wenig schlaf (BAS hat allen anderen Projekten über großen Vorrang). Leider kann ich euch keinen Zeitraum für das nächste Kapitel geben, da ich derzeit auf der Arbeit sehr eingebunden bin. Andere Gastronomen wissen sicher was ich meine. Könnte auch durchaus sein dass den restlichen Oktober nichts kommt.  
Jedoch ist Kapitel 7 schon vorbereitet, muss es nur noch Umstrukturieren weil ich jemanden ohne Absicht gespoiler habe (böse Insanity). Das will ich aber nicht auf mich beruhen lassen und schreib es eben noch einmal um XD
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