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Behind a Smile

von TaniSuwa
GeschichteHorror, Liebesgeschichte / P18 / Het
Alastor Charlie Magne
16.08.2020
10.05.2021
17
73.638
7
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27 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
23.09.2020 6.826
 
Das war erst mal genug Flaum, kommen wir zurück zu den versprochenen Thriller. Wir lernen Alastor viel besser kennen. Wieso ist er wie er ist? Was ist mit seiner Familie, die bis jetzt wenig Erwähnung gefunden hatte und wie wurde Rosie seine Ziehmutter?
Die Antworten sind hier!


***


~1906: 20 Jahre vor den aktuellen Geschehnissen~



Der Junge streckte seinen Arm aus, während der Ast unter ihm zu knarzen begann. Ganz Ruhig. Eine Falsche Bewegung und er würde unten landen, sich wahrscheinlich sehr weh tun. Kurz blickte der Kleine runter zu den Anderen, die sehnsüchtig auf den nächsten Apfel warteten, und fast verlor er das Gleichgewicht, fing sich aber wieder indem er den Arm wieder herunter nahm und sich fest heilt. Erleichtert atmete er aus. Das war knapp. Nun griff er wieder zu und bekam den Apfel.
Ein breites Grinsen bildete sich auf seinen Lippen.
„Hab ihn!“
Rief der Braunhaarige und warf ihn runter zu den Kindern die ihm zu jubelten.
Er stieg langsam von dem Baum herunter und klatschte sich den Schmutz von den Fingern.
Im klettern machte ihm niemand etwas nach!
„Du bist der Größte, Alastor!“
Riefen die Kinder heiter, die nun jeder einen Apfel in den Händen hatten. Alastor kicherte und zeigte einen Daumen nach oben.
„Lasst euch die Äpfel schmecken.“
Kam es gut gelaunt von ihm und so biss Alastor herzhaft in seinen. Doch schon hörten sie eine vertraute, wütende Stimme aus dem Haus, in dessen Garten sie sich befanden, rufen
„Ihr schon wieder! Weg von meinem Äpfeln, ihr Gören!“
Rief ein alter, dicklicher Mann, der sofort den überraschten Alastor fixierte.
Seine Augen verengten sich und sein Schädel lief rot an.
„Ah! Der Bastard wieder ganz vorne mit dabei! Wenn ich dich in die Finger bekomme, du kleine Ratte!“
Rief der Mann und stürmte auf die Gruppe Kinder zu, welche auf kreischten und die Beine in die Hand nahmen. Mit einem eleganten Satz sprang Alastor über den Zaun. Er war der schnellste, wendigste und pfiffigste aus der eingeschworenen Gruppe von Kindern. Ein bisschen fühlte er sich, als Kopf des ganzen, verantwortlich und so drehte er den Kopf zu ihnen. Alle waren dicht hinter ihm.
„Wir teilen uns auf! Bis morgen!“
Rief er, zog sich die Schiebermütze weiter in sein Gesicht und verschwand in dem Gemenge auf dem Marktplatz. Der Braunhaarige drängte sich zwischen die tratschenden und gackernden Körper. Sein Weg führte in eine kleine Seitenstraße und schon bald war er am Haus der Winklers angekommen. Schnell kramte er den Schlüssel aus seiner Hosentasche und öffnete die Tür auf.
Sachte Schloss er diese wieder, als er ins Haus trat, wo er gleich die hitzige Diskussion von seiner Mutter Susan und deren engste Freundin Rosie vernahm. Heiter und fast hüpfend folgte er diesen Geräuschen und fand beide im Wohnzimmern wieder, vor ihnen verschiedene Gefäße, Flüssigkeiten und Organische Dinge wie Blumen und Kräuter.
Susan, eine hübsche, zierliche Frau ende Zwanzig, mit heller Haut, braunen Augen und blondem Haar, welche zu einen Dutt hochgesteckt waren, stemmte die Hände in die Hüften.
„Wenn du noch mehr Zündpulver rein machst, knallt es gleich.“
Schimpfte sie mit Rosie welche grade eine Paste anrührte.
„Ach was. Sei nicht albern Susan. Wenn es wirklich die Wirkung verstärkt, kann ein bisschen mehr nicht...“
Doch in dem Moment als sie mehr rein goss, fing die Paste an qualmen.
Schnell nahm Susan die Schale und warf sie in den Garten, wo sie explodierte.
„Ich hab es doch gesagt. Mit Salben und Tränken kenne ich mich aus.“
Rosie, eine sehr große und elegante Frau, fuhr sich durch das schwarze kurze Haar.
„Schon gut, schon gut! Die Tränke gehören dir, Rituale mir.“
Seufzte sie und winkte ab.
Alastor, der dies alles vom Türrahmen aus beobachtete hatte, legte den Kopf schief.
„Was macht ihr da?“
Fragte er und sofort drehten sich beide Frauen zu ihm um.
Susan lächelte.
„Mütze vom Kopf, das ist unhöflich.“
Sie ging zu ihm und nahm dem Jungen die Schiebermütze ab, ehe sie ihm durch den braunen Schopf strich.
„Deine Mutter und ich haben an einem Haarwuchsmittel gearbeitet. Leider hat es nicht ganz so geklappt. Naja, Achterball. Bekommt Franklin halt eine Glatze.“
Gab die Schwarzhaarige kund und goss sich und Susan Whisky ein. Danach nahm sie sich ihre Zigarettenspitze, zündete sich einen Gasper an und steckte diesen hinein, ehe sie einen tiefen Zug nahm.
„Irgendwann leg ich diesen Hurensohn eh um.“
Schnell drückte Susan Alastor die Ohren zu.
„Rosie! Nicht solche Ausdrücke wenn der Kleine hier ist!“
„Papalapap!“
Die Schwarzhaarige atmete den Rauch aus.
„Er ist ein cleveres Kerlchen und weiß selber das Franklin ein Arschloch ist.“
So befreite sich Alastor von seiner Mutter als Rosie auf ihn zu ging und ihm in die Wange kniff.
„Apropos! Langsam wird es Zeit das er auch was lernt!“
Sie ging in den Garten und brachte einen Blumentopf mit Erde mit.
„Setz dich.“
Sagte sie zu Alastor, was dieser auch zusammen mit seiner Mutter tat.
„Er ist erst Acht. Ich finde es nicht gut wenn er jetzt schon mit Voodoo anfängt.“
„Je früher um so besser, Susan. Eines Tages wird er es eh nutzen. Es liegt in seinen Genen.“
Sie stellte den Topf vor ihn und legte ein Stück Kreide hinzu.
Interessiert beobachtete der Junge Rosie wie sie ein Messer aus einer Schublade holte und sich nun ihm gegenübersetze. Sie reichte ihm ein Zettel.
„Diese Runen schreibst du nun auf den Rand des Topfes. Lasse aber einen Daumen breite frei zwischen Anfang und Ende.“
Alastor nickte und tat was sie sagte. Seine Mutter schüttelte nur den Kopf und lies die Beiden machen. Aufhalten ließen sie sich eh nicht wenn es darum ging Blödsinn an zu stellen.
Rosie seufzte.
„Halt den Topf nicht so dicht vor deine Augen, sonst brauchst du bald eine Brille...“
„Jaha!“
So heilt er ihn etwas weiter weg und stellte den Topf hin als er fertig war.
„Und nun?“
„Zeigefinger her.“
Kurz zögerte Alastor als er sah wie Rosie das Messer, welches sie auf den Tisch gelegt hatte, wieder in die Hand nahm. Er schluckte, tat aber was sie sagte und ohne weitere Vorwarnung schnitt sie ihm in den Finger.
Schnell zog er die Hand zurück und heilt sie.
„Aua! Was soll das?“
„Drück das Blut auf die Lücke zwischen den Runen.“
Er sah zurück auf dem Topf und drückte den Finger auf die besagte Stelle. Was das hier wohl werden sollte? Als das Blut platziert war blickte er hilfesuchend zu Rosie.
„Halt deine Hand links und rechts neben den Topf als wenn du einen unsichtbaren Ball halten würdest, Kind, und konzentriere dich nur auf den Blumentopf.“
Sie lehnte sich zurück und sah einmal kurz zu Susan, die ebenfalls gespannt auf das Ergebnis war. Dies war eine kleine Übung um zu sehen welches Potenzial es in einem angehenden Voodoomagier gab.
Alastors Augen verengten sich und er starrte gebannt auf den Topf. Eine weile passierte nichts, doch dann leuchteten die Runen auf und Licht strahlte aus der Erde. Es formte sich langsam und bildete die Umrisse einer Pflanze, welche immer größer wurde.
Der Junge war fasziniert von diesem Anblick und als das Licht verschwand hinterließ es eine violette Hyazinthe.
Verwundert sahen die Beiden Frauen zu der Blume während Alastor jubelte.
„Ah! Schau, Mama! Ich kann auch Voodoo!“
Fiepte er begeistert. Susan zog ihn mütterlich lächelnd an sich und strich ihm durch das Haar.
„Das hast du gut gemacht, mein Großer.“
Doch dann sah sie zu Rosie die immer noch die Blume anstarrte. Warum grade eine Hyazinthe? Hatte das eine Bedeutung? Immerhin stand diese Pflanze für Schmerz und Vergänglichkeit.
Beide Frauen schwiegen jedoch und ließen dem Jungen seinen Triumph.
„Nicht schlecht, Kleiner! In dir steckt eine menge Talent. Es muss nur gefördert werden.“
„Jetzt erst einmal nicht, lass ihn noch Kind sein, Rosie.“
Bat Susan und gab ihrem Sohn einen Kuss auf die Stirn. Er war alles für sie und er sollte seine Kindheit genießen. Alastor würde ohne hin viel zu früh erwachsen werden, dadurch das sein Vater Susan verließ nachdem sie schwanger wurde und sich später heraus stellte dass er in Boston, seiner Heimat, bereits eine Frau hatte.
Oliver hatte sie zu einer unehrenhaften Frau und Alastor zu einem Bastard gemacht.
„Schon gut, schon gut!“
Winkte Rosie ab und sah zu dem Jungen.
„Aber wenn es soweit ist, zeige ich dir wie du deinem Schatten zum Leben erweckst.“
„Das klinkt super!“
Strahlte der Junge heiter. Ja, er interessierte sich für die Magie die seine Mutter und Rosie nutzten. Der Braunhaarige war mit dieser aufgewachsen, wusste bereits einiges über sie, auch das sie gefährlich sein konnte, und dennoch wollte er alles wissen!



Mit schnellen Bewegungen schnitt Susan den Sellerie in Würfel, während der Topf erhitzte. Sie blickte zu ihrem Sohn welcher ihr wie so oft beim kochen half.
„Schneide die Paprika nicht zu klein. Sie soll später noch biss haben.“
Sachte schob sie Alastor beiseite und zeigte ihren Sohn wie er schneiden sollte.
Langsam schnitt das Messer durch das grüne Gemüse. Zerteilte es in mundgerechte Stücke.
„Siehst du, Schatz? So gehört es.“
Der Braunhaarige sah ihr aufmerksam zu und wippte dabei etwas mit den Füßen hin und her.
„Das schaffe ich!“
Trällerte er motiviert und machte sich sofort an die Arbeit. Kichernd strich sie ihm durch das dicke Haar.
Er war so ein lieber Junge! Zwar spielte er gerne Streiche und konnte sehr frech werden, doch in seinem Herzen war er ein guter Junge und machte ihr nie Kummer.
Alastor war ein fleißiger Schüler, ordentlich und sehr talentiert. Die musikalisch-kreativen Sachen lagen ihm, egal ob singen, tanzen oder Instrumente und beim Kochen lernte er schnell.
„Sehr gut. Nun erst einmal Fleisch und Wurst anbraten.“
Sie gab diese nun in das heiße Fett.
„Dadurch entstehen Röstaromen, die wir für den Geschmack brauchen. Wenn das Fleisch gar ist, wird es raus genommen und es werden mit Abstand in folgender reihe die Zutaten rein getan Zwiebeln, Sellerie, Paprika, Knoblauch, Tomaten und dann...“
Sie wurde unterbrochen als es an der Tür klingelte.
Fragend sahen beide zur dieser.
„Ich mach auf!“
Rief Alastor und machte sich gleich auf den Weg um die Tür aus zu reißen, während Susan lieber  den Topf ausmachte. Falls es Rosie war, würden sie sich verquatschen und das Essen anbrennen.
Doch es war nicht die Schwarzhaarige. Vor ihm stand ein großer Mann mit dunklem Haar, gebräunter Haut, grünen Augen und Grübchen in den Wangen. Er sah aus wie eine ältere Version von Alastor.
Misstrauisch, klammerte der Junge sich an den Griff der Tür
„Kann man Ihnen Helfen?“
Der Mann lächelte und beugte sich zu dem Jungen herunter,
„Gewiss doch. Ist deine Mutter anwesend?“
Alastor wich etwas zurück und musterte den Mann skeptisch. Er trug ein teures Seidenhemd und der dunkelgraue Anzug schien maßgeschneidert zu sein. Was wollte so jemand von ihnen?
Der Junge zögerte und schluckte einmal kräftig.
„Mama? Da ist jemand für dich an der Tür.“
Rief er, lies den Mann aber nicht hinein und versperrte ihm den Weg in das Haus. Stattdessen sah er ihn weiter skeptisch an, bis seine Mutter kam und weit die Augen riss als sie den Mann erkannte.
„Oliver?“
Fragte sie nach und  drückte sofort ihren Sohn an sich.
„Lang ist es her, Su...“
„Verschwinde!“
Rief Susan und wollte die Tür gleich zu schlagen, doch stellte der Becher seinen Fuß in den Türrahmen. Wütend blitze sie ihn an.
„Susan, hör zu und lass uns entspannt reden, bitte.“
Bat er sie mit flehendem Blick und sah ihr in die Augen. Alastor klammerte sich an seine Mutter, etwas hinter ihr versteckt. Er verstand nicht was hier vor sich ging. Von Susan kam ein seufzen und widerwillig lies sie den Mann hinein. Sie führte ihn ins Wohnzimmer, ihren Sohn immer noch an sich gepresst.
„Mama? Wer ist das?“
Flüsterte Alastor und schielte zu ihr hoch. Ein schweres seufzen kam von Susan und sie ging in die Küche um Oliver einen Kaffee ein zu gießen.
„Dein Vater...zumindest soweit man ihn so nennen kann.“
Fragend blickte der Braunhaarige in das Wohnzimmer, welches gleich an der offenen Küche angrenzte. Das sollte also der Mann sein, der seine Mutter und ihn verlassen hatte? Es gab eine Zeit da hatte Alastor sich gewünscht ihn zu treffen und kennen zu lernen, aber diese Zeit war schon lange vorbei und wenn er ehrlich war, interessierte ihn sein Vater nicht mehr. Auch jetzt wo er hier war, wünschte sich der Junge eher, dass er wieder ging und seine Mama mit ihm weiter kochte.
Sie waren bis hier hin auch ohne ihn ausgekommen.
Der Braunhaarige folgte seiner Mutter zurück zu Oliver, welchem Susan nun die Tasse hin stellte und sich gegenüber von ihm auf das Sofa setzte. Alastor blieb hinter ihr und versteckte sich etwas.
Der Mann bedanke sich für den Kaffee und nahm auch gleich einen Schluck während er gemustert wurde.
„Was willst du nun hier?“
Fragte die Blonde direkt und verschränkte die Arme vor der Brust. Oliver blieb unbeeindruckt und musterte sie entspannt.
„Ich möchte meinen Sohn kennen lernen. Immerhin haben wir eine Menge nach zu holen.“
Kurz wanderte sein Blick zu dem Jungen, der nun ganz hinter dem Sofa verschwand um den Augen des Mannes zu entkommen. Alastor lehnte seinen Rücken gegen das Möbelstück und fummelte an seinen Schnürsenkeln herum.
„Kommt ein wenig spät, findest du nicht? Immerhin ist es über acht Jahre her. Wie kommt dieser Sinneswandel? Sind dir deine versprechen von damals wieder eingefallen? Oder etwas anders? Bekommt deine Frau vielleicht keine Kinder oder einfach nur keinen Jungen und du hast dich deswegen spontan daran erinnert das du ja noch ein Kind hast?“
Grade ärgerte sie sich darüber ihm damals einen Brief geschickt zu haben in dem sie erwähnte dass sein Kind ein Junge war. Damals hatte sie gehofft das er dadurch wieder zu ihnen zurück kam, aber er hatte den Brief einfach ignoriert.
Doch dann viel ihr sein schweigen und der ernste Blick auf.
„Oh, bei den Geistern! Ich hatte recht.“
Sie stand schnell auf und zeigte Richtung Haustür.
„Raus hier, Oliver! Aber ganz schnell!“
Fauchte sie ihn an, doch der Mann blieb sitzen.
„Lass mich erklären, Susan. Ja, meine Frau kann mir keine Kinder schenken. Das heißt ich habe keinen Erben für mein Vermögen. Überlage doch mal! Der Junge wird für den Rest seines Lebens ausgesorgt haben! Er wird eine der besten Ausbildungen überhaupt bekommen und..“
„Du willst ihn mir also weg nehmen?“
Fasste Susan zusammen und verschränkte die Arme. Sofort sah auch Alastor auf und kletterte über das Sofa um sich wieder an seine Mutter zu klammern.
„Nein! Mama, ich will hier nicht weg!“
Rief er sofort ängstlich. Er wollte hier bei seine Mutter, Rosie und seinen Freunden blieben, hier in dieser so bunten schönen Stadt, die seine Heimat war.
Susan hockte sich vor dem Braunhaarigen und strich ihm zärtlich durch den Schopf.
„Mach dir keine Sorgen. Niemand wird dich hier weg bringen und denk an unser kleines Sprichwort. Ohne ein Lächeln ist man die ganz ange...“
Ein Schuss war zu hören. Alastor spürte wie etwas nasses dickflüssiges sein Gesicht benetzte, langsam viel seine Mutter zur Seite während Blut aus einem Loch aus ihrer Stirn trat.                                Seine Augen weiteten sich.
„M-Mama?“
Kam es stotternd vom ihm, nicht in der Lage sich zu bewegen. Dies war nicht geschehen! Nein, Das war nicht Wirklichkeit. Es musste ein böser Traum sein.
Seine Augen füllten sich mit Tränen. Doch ehe er sich zu seiner Mutter beugen konnte, stand Oliver auf und ging auf ihn zu. Reflexartig sprang  Alastor über das Sofa.
„Was hast du getan?!“
Rief er wütend und weinend, versuchte noch mehr Platz zwischen ihm und seinem Erzeuger zu schaffen, welcher um das Möbelstück ging und sich versuchte zu nähren.
„Sie hätte dich nicht gehen lassen, deswegen musste...
„Ich werde nicht gehen!“
Unterbach der Junge.
„D-du hast sie einfach....“
Doch schon schloss sich die Lücke zwischen ihnen und Oliver packte den Braunhaarigen grob am Arm.
„Du hast keine Wahl. Was meinst du was mit dir hier passiert? Sie stecken dich in ein Waisenheus und keiner wird dir glauben dass ich deine Mutter umgebracht habe. Ich hab genug Geld um es so dar stehen zu lassen als wenn du es warst und dann wird dich niemand mehr aufnehmen. Ist es das was du willst?“
Ängstlich blickte Alastor ihm in die Augen doch als Oliver ihn mitziehen wollte, kämpfte er gegen an.
„N-nein! Lass mich los! I-ich kann Mama nicht a-alleine... Aua! Du tust mir weh!“
Mit der andern Hand versuchte Alastor dem festen Griff seines Vaters durch kratzen und schlagen zu entkommen.
An der Haustür hielt er sich dem Türrahmen fest, doch ein starker Ruck seitens seines Vaters genügte um ihm von diesem zu Lösen.
„Nein! Ich will das nicht!! ich...“
Er bekam vor Panik kaum noch Luft und drückte die Hacken fest in die Kiesweg um so zum stoppen zu kommen, während Oliver fester zog und den Jungen dadurch fast zum stolpern brachte.
Tränen liefen seine Wange herunter und mit jeden Meter, die sie näher an das Auto kamen, wurden sein Kampf hälftiger.
Der Mann öffnete die Tür zum Rücksitzen und versuchte Alastor hinein zu zerren, doch drückte dieser sich mit allen Vieren von der Karosserie weg, die Sicht von Tränen getrübt.
„I-Ich geh nicht! Nein!“
Oliver verlor langsam die Geduld.
„Du wirst mit kommen! Ich bin dein Vater und somit gehörst du mir!“
Er drückte den Jungen fester ins innere des Autos.
„Schrei so viel du willst, hier wird dich eh niemand hören so weit wie ihr von der Stadt wohnt!“
Nun verließ dem Braunhaarigen die Kraft  und seine Finger rutschen vom Blech, so dass sein Vater ihn endlich hinein zwingen konnte und die Tür sofort verschloss, da Alastor sofort versuchte wieder aus den Auto zu springen.
„Dir werde ich deine Faxen noch austreiben! Hat dich Susan überhaupt erzogen?“
Fragte er mehr sich selber und sah auf seinen Arm der den Jungen gehalten hatte und nun einen zerrissenen Ärmel aufwies, während Alastor heftig und unter Tränen gegen die Scheibe hämmerte und versuchte die Tür auf zu bekommen.
Oliver ging zur Fahrertür, setzte sich und sah durch den Rückspiegel zu Alastor, der immer noch panisch versuchte hinaus zu kommen und nun mit den Füßen gegen die Scheibe trat.
Er lehnte sich nach hinten und packte ihm wieder grob am Arm.
„Nun hör mir genau zu, sonst bekommst du die Prügel deines Lebens!“
Drohte der Mann und Alastors Augen weiteten sich, während weiter Tränen seine Wange runter liefen.
„Du wirst jetzt mit mir kommen, verstanden? Wie ich bereits sagte könnte ich dir das ganze in die Schuhe schieben. Ich könnte die Polizei schmieren und du wärst für immer alleine.“
Olivers Augen verengten sich und Alastor spürte die Angst in sich wachsen, nicht mehr in der Lage sich zu rühren.
„Wem wird man mehr glauben? Einen Bastard oder einem Mann der mit beiden Beinen im Leben steht? Also setzt dich verdammt nochmal endlich hin und sei ruhig!“
Zögernd setzte sich der Braunhaarige nun, wobei er immer wieder schluchzte.
„Geht doch.“
Oliver setzte den Wagen in Bewegung und Alastor zog seine Beine an seine Brust während er bitterlich weinte und aus dem Fenster sah. Würde er New Orleans je wieder sehen? Er war noch nie wo anders gewesen. Hier hatte er seine Freunde, kannte jede Ecke und jedes Versteckt. Dies musste er nun alles hinter sich lassen und nur weil sein Vater mit einem mal Interesse an ihm hatte.
Der Mann, der seine Mutter kaltblütig ermordet hatte.
Die Frau, die immer an seiner Seite war und ihm alles beigebracht hatte. Der Junge musste wieder zurück zu ihr und er würde dafür Kämpfen!
Alastor überlegte wie er hier raus kommen konnte, doch dann fuhren sie mit einem mal an Rosie vorbei, die verblüfft den Wagen hinterher sah, als sie den Jungen entdeckte. Für Alastor der Moment in dem sein Kampfgeist wieder kam und so rüttelte er wieder an der Tür, versuchte mit den Kinderfäusten die Schiebe ein zu schlagen.
„Hörst du auf!“
Fauchte Oliver und blickte in den Rückspiegel wie sein Sohn wieder anfing zu randalieren. Doch dann fuhr er ran und beugte sich zwischen Fahrer- und Beifahrersitz zur Rückbank. Wieder griff er nach dem Arm des Jungen, welcher sofort versuchte sich zu befreien.
„Lass mich endlich los! Ich will das nicht! Ich...“
Schon spürte Alastor einen Schmerz in seiner Magengegend und alles um ihn herum wurde schwarz.



Langsam wachte Alastor auf. Er spürte unter sich etwas weiches. Eine Matratze vielleicht? Zumindest roch es nach frisch gewaschener Wäsche. Sein Griff krallte sich etwas in den Stoff und langsam öffnete er seine Augen. Der Junge schaffte es noch nicht sich auf zu richten und so glitt sein Blick durch das Zimmer. Er sah einen Kleiderschrank, Standspiegel, einen Schreibtisch mit Stuhl. Und einen Nachtisch neben ihm auf dem eine Lampe stand. Dieser Raum wirkte so kalt, er hatte nichts persönliches oder etwas was ihm Leben einhauchte. Alastors Augen brannten vom Weinen und am liebsten würde er es wieder tun, doch er hatte einfach keine Tränen mehr übrig. Der  Junge richtete sich auf, rutschte vom Bett und ging mit wackeligen Beinen zu der dunkeln Holztür. Vorsichtig drückte er die  Klinke, merkte aber bald darauf dass diese verschlossen war
„Nein..nein, nein, nein, nein!“
Alastor fuhr sich durch das Haar, krallte sich darin fest und ging ein paar Schritte zurück.
„Das kann nicht sein.“
Mit einem mal ging die Tür auf und Alastor sah in die Augen seines Vaters, der sofort wieder hinter sich schloss.
Eine weile starrte Alastor in ängstlich, ja, fast panisch an.
„Ausgeschlafen?“
Fragte Oliver, doch als er näher kam, rannte der Junge zum Bett, kletterte über dieses und stieg auf der anderen Seite wieder runter um sich nun zu seinem Vater zu drehen.
„Stell dich nicht so an. Dies hier ist jetzt dein Zuhause. Es wird dir an nichts mangeln und eines Tages wirst du alles Erben, anstelle in einem heruntergekommenem Haus im Bayou von New Orleans zu leben.“
Er ging auf den Braunhaarigen zu.
„Du bekommst Bildung, Sicherheit und Luxus. Alles was sich ein Mensch wünschen kann.“
Alastor drückte seinen Rücken gegen die kalte Wand als sein Vater nun vor ihm stand. Grob packte er den Jungen mit einer Hand am Kinn und quetschte mit Zeigefinger und Daumen seine Wangen zusammen während dieser versuchte sich zu befreien. Erfolglos.
„Hier weht ein anderer Wind, mein Sohn. Ich werde dich erziehen und dich zu einem wahren Gentleman formen. Du wirst Manieren beigebracht bekommen und..“
Weiter kam er nicht da Alastor ihm ins Gesicht spuckte. Oliver richtete ich auf, nahm ein Taschentuch und wischte sich den Speichel weg.
Doch dann verpasste er dem Jungen eine so harte Ohrfeige, das dieser keuchend zu Boden ging.
„Du wirst hier bleiben. Finde dich damit ab.“
Mit diesen Worten drehte er sich um und verließ das Zimmer.
Alastor hielt sich mit Tränen in den Augen die Wange.
Seine Mutter hatte ihn nie geschlagen und nun war er hier, hier in diesem fremden Haus, in diesem fremden Zimmer und diesem fremden Mensch, der seine Mutter getötet hatte und ihn nun hier fest heilt. Ein Gefangener...
Alastor war hier ein Gefangener!                                                                                                          



Müde beobachtete Alastor den Fotografen wie er seine Kamera aufbaute.
Man hatte den Jungen grob gebadet, in Sachen gezwungen die er nicht tragen wollte und ihm die Haare nach hinten gekämmt. Trotz der Umstände genoss er grade die Sonne und frische Luft auf seiner Haut. Drei Tage war es her seit er diese das letzte mal gespürt hatte, denn nach wie vor war er in seinem Zimmer eingesperrt, durfte lediglich zum Essen aus hinaus.
Seine Stiefmutter, Helena, eine mollige, rothaarige Frau, normaler Größe, stand schmollend neben seinen Vater. Sie war überhaupt nicht begeistert das Oliver nun das Kind der Frau mit nach Hause gebracht hatte mit der er sie vor Jahren betrog. Sie hatte den Jungen sofort Ablehnung entgegen gebracht und lies an ihm nichts gutes aus. Nun, es wart nicht so als wenn Alastor sich welche geben würde irgendwen zu beeindrucken. Er würde weiter kämpfen. Egal was noch komme. Doch grade war er einfach nicht in der Lage. Alastor sah über seine Schulter zu dem Becher der ihn festhielt. Ein Bär von einem Mann mit Glatze und Schnurrbart. Sie rechneten wohl damit dass er abhauen würde, immerhin waren sie hier in einem Park der sich der Öffentlichkeit befand.
„Geht das nicht schneller?“
Fauchte Helena und sah genervt zu ihrem Mann.
„Familienfoto... so ein Schwachsinn, Oliver.“
Besagter seufzte genervt.
„Akzeptiere es endlich, Weib. Wenn du es schon nicht hin bekommst mir Kinder zu schenken, war es wohl doch keine dumme Idee eine Affäre zu haben.“
Ihre Augen weiteten sich.
„Du wagst es?!“
Alastor hob eine Augenbraue als die Beiden anfingen sich zu streiten und auch der Fotograf sah fragend drein.
„Sollen wir den Termin lieber verschieben?“
Fragte der Mann nach und Oliver schüttelte den Kopf.
„Nein! Wir machen dieses dumme Foto heute und damit Ende.“
Helena verdrehte die Augen und der Fotograf machte weiter. Als alles aufgebaut war, drückte der Mann hinter Alastor ihn nach vorne, damit er sich zu seinem Vater bewegte, der sich mit seine Frau bereits in Position gestellt hatte, doch Alastors Pläne waren andere. Er biss dem Becher, der ihn an den Schultern gepackt hatte, in den Arm, worauf dieser auf schrie und den Jungen los lies. Ohne zu zögern rannte Alastor los.
Sein Vater rief etwas, doch er würde sich bestimmt nicht nach ihm umdrehen. Schnell hatte er das Ende des Park erreicht und seine Beine trugen ihn über die Straße. Er wusste nicht vorhin, wollte aber einfach nur weg von alle dem, weit weg. Sogar die scharf bremsenden und hupenden Autos wurden ignoriert die für ihm hielten. Ein sicherer Ort, das war es was er nun brauchte, danach könnte er immer noch überlegen wie es weiter ging.
Ein Blick nach hinten verriet ihm das Oliver ihm auf den Fersen war. Alastor bog in eine Fußgängerzone ein, vorbei an Geschäften und anderen Passenten.
„Hilfe!“
Rief der Junge atemlos, doch die Leute an denen er vorbei lief sahen nur fragend drein.
„Verdammter Mist....“
Dachte er, wissend das sein Vater immer näher kam. Alastor war vielleicht flinker, aber Oliver hatte längere Beine und war damit schneller.
„Oh bitte! Irgendwer...Hilfe! Ich...“
Seinen Satz schaffte er nicht zu Ende, da seine Beine nachgaben und er zu Boden ging. Mit letzter Kraft versuchte er sich auf zu rappeln, wurde aber schon grob hoch gehoben und unter den Arm seines Vaters geklemmt. Schreiend, tretend und kratzend versuchte Alastor erneut zu entkommen, aber anstelle dass Umstehende vielleicht halfen, fingen die Leute an zu tuscheln. Als der Wagen seines Vaters vor fuhr, lies Alastor sich kraftlos hängen. Er würde nie wieder nach New Orleans zurück kommen. Dies hier war seine höchst persönliche Hölle und er wusste nicht wofür er dies erlebte. Für die geklauten Äpfel vielleicht? Die Streiche die er gerne spielte?
Man setzte ihn auf die Rückbank zu Helena, die ein abfälliges Geräusch von sich gab, als sie zu dem Jungen schielte. Oliver stieg auf der Beifahrerseite ein worauf der Mann, der Alastor vorhin fest hielt und nun auf der Fahrerseite saß, zu ihm sah.
„Der Fotograf meinte Sie sollten das ganze verschieben bis der Junge sich benehmen kann..“
Oliver biss sich auf die Unterlippe.
„Leider hat er recht...“
Alastor lehnte seine Stirn an die Scheibe des Autos. Er wollte das alles nicht! Nein, der Junge wollte zurück nach New Orleans, zu seiner Mutter, auch wenn es nur ein Grab war, welches er besuchen konnte.
Auf dem Anwesen zog Oliver den Kleinen aus dem Auto, nachdem er ausgestiegen war. Er sah noch kurz zu dem Becher.
„Ich melde mich wenn ich deine Hilfe brauche..“
Kam es fast gleichgültig von ihm und widerwillig ging Alastor mit ihm in das Haus, seine Stiefmutter sah ihnen schadenfroh nach. Alastors Augen verengten sich und er streckte ihr die Zunge raus, bevor sein Vater ihm in sein Kinderzimmer schubste, mit hinein ging und die Tür hinter sich schloss.
„Du hast mich bis auf die Knochen blamiert, Kind.“
Alastor hatte ihm den Rücken zu gewandt und schwieg. Er blieb einfach still stehen und sah aus dem Fenster, dessen Scheibe bis zum Boden ging. Olivers Fäuste ballten sich, als sein Sohn keine Reaktion zeigte, ihn schlichtweg Ignorierte.
Nun öffnete der Mann seinen Gürtel und zog diesen aus seinem Bund.
„Dir werde ich schon noch Manieren bei bringen, wenn es deine Mutter schon nicht geschafft hat.“
Knurrte er und grade als Alastor, bei der Erwähnung seiner Mutter, sich umdrehen wollte, spürte der Braunhaarige einen brennenden Schmerz auf seinem Rücken, der ihm aufschreien lies. Dem ersten Schmerz folgten weitere. Der Gürtel! Es war der Gürtel!
Alastor ging beim vierten Hieb in die Knie. Sein Rücken brannte wie Feuer und jeder weitere Schlag hinterließ weitere brennende Streifen. Er spürte wie sich sein Hemd Rot färbte, sein Körper es nicht schaffte sich wieder auf zu stellen und immer mehr einknickte.
Seine Augen füllten sich erneut mit Tränen, wie viel zu oft seit er hier war. Nein, seine Mutter hätte ihm so etwas nie angetan. Sie war immer lieb gewesen, selbst wenn sie durchgreifen musste, lies ihn sich frei entfalten, hielt immer die Hand über ihn, aber an diesem Ort?
Er war ein Fremder und niemand wollte ihn wirklich hier behalten. Sein Vater brauchte einfach einen Erben, dieser Elefant von Stiefmutter hasste ihn nur weil er das uneheliche Kind ihres Mannes war.
Was konnte er dafür? Niemand hatte ihn je gefragt ob er das alles gewollt hatte. Ihm hatte sein vorheriges Leben gefallen. Seine Mutter und Rosie waren seine Familie, New Orleans seine Heimat in denen er seine Freunde hatte. Den ganzen Tag draußen sein, musizieren, streiche spielen. Das war sein Leben! Nicht dies alles hier.
Keuchend drückte er seine Stirn auf den kalten Marmor.
Dann endlich hörte sein Vater auf, fädelte seinen Gürtel wieder ein und blickte auf den Jungen herab.
„Ich hoffe du hast deine Lektion gelernt, Alastor...“
Er verließ das Zimmer und lies den Jungen zurück, welcher sich versuchte wieder auf zu rappeln.
Keuchend wischte er sich die Tränen weg und schleppte sich auf das Bett. Noch bevor er das Laken berührte war er einfach eingeschlafen, trotz der schmerzen.


Rosie stieg aus dem Zug und sah sich gelangweilt um. Das war also Boston? Da gefiel ihr die Sichelstand weit aus mehr. Aber sie war nicht ohne Grund hier.
Die Frau holte einen Zettel aus ihrer Tasche und sah sich die Adresse an. Es hatte eine weile Gedauert bis sie diese heraus gefunden hatte doch nun konnte sie ihren Schützling wieder zurück holen. Die Frage war nur, wie wollte er damit umgehen? Was war sein Wunsch? Sie setzte sich in Bewegung und nach gut zwei Stunden erreichte Rosie das Anwesen. Eine Augenbraue hob sich.
„Oh, Oliver. Anscheinend musst du irgendetwas Kompensieren, nicht wahr?“
Kam es kichernd von ihr, Interessiert sah sie sich um, während sie weiter voran schritt und am Ende des Weges an die Tür klopfte.
Ein alter Mann im Frack, die Nase hoch bis zur Sonne öffnete ihr.
„Sie wünschen?“
„Ich habe einen Termin bei Mister Oliver Delacroix. Mein Name ist Rosie Winkler.“
Der Alte musterte Rosie eine weile.
„Der Grund, Miss Winkler?“
„Misses, bitte. Er hat mich her bestellt wegen der Erziehung seines Sohnes. Alastor nicht wahr?“
Kurz rümpfte der Mann diese Nase und schien zu überlegen. Immerhin hatte sein Herr nichts von Besuch erzählt. Doch nun lies er die junge Frau herein.
„Folgen sie mir einfach.“
Rosies Grinsen wurde breiter und so tat sie was von ihr verlangt wurde. Sie spazierten an schön verzierten Mosaikfenstern vorbei, an Bildern von Jägern die ihre Beute präsentierten und Staturen die irgendjemanden dar stellten, den die Frau nicht kannte. Schon bald erreichten sie das Büro von Oliver. Kurz kündigte der Butler Besuch an, vorauf Oliver aufmerksam von seinen Zetteln hoch sah, immerhin hatte er nicht mit einem Gast gerechnet. Doch als dieser eintrat sprang er auf.
„Rosie? Was zur Hölle machst du Hexe hier!“
Fauchte er und Rosie deutete mit einer Handbewegung an, dass er den Mund zu halten hatte.
„Sei lieber still. Du weißt was ich kann und du weißt auch dass ich nicht so lieb und naiv bin wie Susan.“
Mahnte sie ihn. Oliver sah zu ihrem Schatten der sich von der Frau löste und mit löchrigen Augen und Grinsen ihn umkreiste. Er schluckte und blickte wieder zu ihr.
„Was willst du?“
Ein kichern kam.
„Du weißt genau was ich will. Mein Ziehsohn ist hier und ich will ihn sehen.“
Die Augen des Mannes verengten sich. Wie konnte er diese Hexe nur wieder los werden?
„Er wird hier blieben, Rosie, immerhin ist er mein Sohn.“
„Um den du dich einen Scheiß gekümmert hast, Oliver! Es war dir jahrelang egal.“
Knurrte sie ihn an und legte die Hände hinter ihren Rücken.
„Ich nehme an du hast Probleme damit ihn zu erziehen, nicht wahr? In ihm tobt der gleiche freiheitsliebende Wirbelsturm der auch in seiner Mutter wehte. Wild und ungebändigt. Er ist ein waschechter New Orleanser Bengel. Der Bayou und die Musik fließen durch seine Adern.“
Sie bewegte sich leichten Fußes auf und ab.
„Und du weißt das er noch ein anderes erbe in sich trägt.“
Ihr Schatten schien zu lachen und Oliver wich einige Schritte zurück.
„Er ist ein Kind einer Voodoomagierin und hat die besten Voraussetzungen ebenso ein Magier zu werden.“
„Was willst du hier? Ich gebe ihn dir nicht mit.“
Sie hob die Hand und wedelte etwas mit dem Zeigefinger.
„Tze, tze tze. Du solltest freundlicher sein. Immerhin kann ich dir helfen. Ich könnte ihn für dich zu dem erziehen was du willst immerhin bin ich seine zweite Bezugsperson.“
Nachdenklich knetet Oliver seine Finger.
„Und was willst du dafür?“
„Meinen Ziehsohn sehen. Ohne Einschränkungen, ohne Überwachung. Wir dürfen uns zusammen frei Bewegen.“
„Und wer sagt mir das du nicht mit ihm abhaust?“
Rosie legte die Hand an ihr Kinn und überlegte.
„Machen wir einen Deal. Du weißt dass für Menschen wie mich ein Deal bindend ist?“
Ein Nicken kam von dem Becher und Rosie überlegte wie sie den Deal formulieren sollte.
„Ich, Rosie Winkler, werde Alastor Morgan erziehen und ihm alles Beibringen was sein Vater verlangt und was ich für richtig halte. Ich gelobe ihn immer nach Hause zu bringen und nicht mit ihm zu verschwinden, solange Oliver Delacroix lebt. Im Gegenzug dafür muss Oliver Delacroix mir gestatten Alastor Morgan jederzeit zu sehen, mich frei mit ihm auch außerhalb des Anwesens bewegen zu können, ohne Überwachung. Haben wir einen Deal?“
Die junge Frau streckte ihm die Hand entgegen. Oliver zögerte, kurz zu ihrem Schatten schielend,d er ihn weiter beobachtete, doch dann schlug er ein und ein Ruck durchführe seinen Körper. Fragend blickte er auf seine Hand als Rosie diese los lies.
„Gut, gut. Dann möchte ich jetzt zu Alastor.“
Widerwillig ging der Mann zur Tür und deutete ihr an ihm zu folgen. Oliver war nicht wohl dabei, aber sie schien eine enge Bindung zu seinem Sohn zu haben. Auf sie würde er vielleicht eher hören als auf ihn. Rosie sah sich weiter interessiert den weg an.
„Meine Herren, Oliver. Hat sich anscheinend wirklich gelohnt reich zu heiraten, nicht wahr?“
„Sei Still, Rosie. Wir sind gleich da.“
Knurrte er und blieb wenige Schritte später vor einer Tür stehen. Oliver holte einen Schlüssel aus seiner Tasche und reichte ihn Rosie.
„Dann will ich für dich hoffen dass du etwas ausrichten kannst...“
„Was sonst? Willst du mich auch erschießen?“
Beide sahen sich mit verächtlichem Blick an. Doch am Ende, gab der Mann auf und lies die Schwarzhaarige alleine. Sie gab ein triumphierendes Schnaufen von sich und schloss die Tür auf.
Beim eintreten viel ihr Blick direkt auf das Bett auf dem sie ein Zusammengerollten Kinderkörper sah, der mit dem Rücken in ihre Richtung lag. Er zuckte kurz als der Junge das Geräusch der Tür vernahm, die in das Schloss viel.
Langsam und Vorsichtig ging sie auf ihn zu. Sie setzte sich auf die Bettkante, sah ihn eine weile schweigend an. Anscheinend versuchte er sie zu ignorieren in der Hoffnung dass sie ging. Rosie streckte die Hand nach ihm aus, doch bevor sie ihn Berühren konnte, sprang Alastor auf und ging vom Bett weg.
„Nicht anfassen!“
Rief er panisch mit weit aufgerissenen Augen. Er brauchte eine weile des Anstarrens ehe er begriff wer da auf seinem Bett saß.
„Rosie?“
Wimmerte er schon fast, seinen Augen nicht trauend.
Die Frau lächelte sanft.
„Na, Kurzer? Ich hab doch etwas lange gebraucht um dich zu finden. Verzeih mir.“
Der Braunhaarige schluckte, kroch langsam auf das Bett zurück und legte zögernd seine Hände auf ihre Wangen, als er bei ihr auf dem Laken kniete.
Es war kein Traum! Sie war es wirklich!
Alle Last viel auf einmal von ihm und so schlang er seine Arme stürmisch und weinend um ihre Hüften.
„Rosie! Nimm mich bitte wieder mit zurück! Ich-ich will hier nicht mehr sein. Bitte, ich will zu Mama und nach New Orleans zurück!“
Schrie Alastor schon fast hysterisch während Rosie ihm sachte über den Rücken strich. Durch sein Hemd spürte sie Wunden.
„Alle wird gut, Alastor. Nun bin ich bei dir.“
„Dann lass uns gehen! Bitte!“
Liebevoll fuhren ihre Finger  durch seinen Schopf.
„Wie möchtest du denn gehen.“
Alastor hob seine Kopf und sah sie fragen an.
„Wie meinst du das?“
„Nun...“
Fing sie an.
„Es gibt mehrere Möglichkeiten für uns zu gehen. Abhängig davon ob du deine Mutter rächen willst oder nicht.“
Die braunen Augen musterten sie mit Verwirrung und suchten Antworten.
„Du kennst den unterschied zwischen dem Voodoo deiner Mutter und dem meine?“
Alastor nickte und wischte sich die Tränen weg.
„J-Ja... Du nutzt für deinen menschliche Opfer statt tierische.“
„Ganz genau. Der Unterschied darin besteht in der Macht die durch das Opfer entsteht. Tierische sind Willkommen aber menschliche mögen die Geister viel mehr und so wird auch der Zauber den du ausübst stärker.“
„Aber was hat das hier mit zu tun?“
„Oh, du bist doch sonst so ein cleverer Junge. Aber nun gut. Ich bringe dir Voodoo bei und gebe dir die Möglichkeit selber Susan zu rächen. Du wirst von mir in die dunkelsten Ecken dieser Magie geführt und erlangst eine hohes Maß an macht. Aber das brauch Zeit. Ich konnte deinen Vater überreden deine Erziehung zu übernehmen dafür...“
„Wie das?“
Unterbrach Alastor und Rosie lächelte sanft. Sachte strich sie dem Jungen über die Wange.
„Durch einen Deal. Diese sind für uns und auch für die, die sie mit uns eingehen bindend. Sonst holen die Loa die Seele Dealbrechers, aber lass mich ausreden.“
Alastor nickte und kuschelte sich etwas an sie. Es tat so gut wieder jemanden Vertrautes bei sich zu haben, jemanden der einen wohlgesonnen war.
„Nun, Wir erziehen dich zu dem was dein Vater will, aber was er nicht wissen wird, ist dass ich dir all mein Wissen weiter geben werde. Es wird einige Jahre dauern bis du es beherrschst, aber es wird sich lohnen und sobald der perfekte Zeitpunkt gekommen ist, wird Oliver es bereuen zurück nach New Orleans gekommen zu sein.“
Ihre Worte hallten in seinem Ohr wieder.
„Du meinst ich soll ihn den Geistern opfern?“
„Wenn dies dein Wunsch ist, ja. Oder ich erledige es.“
Der Junge schwieg und dachte über ihre Worte nach. Das hieß also dass er noch länger hier sein musste. Er wiegte alles innerlich ab. Eigentlich wollte er so schnell wie möglich nach Hause.
„Was ist mit Mama?“
„Als ich euch an mir vorbeifahren gesehen habe, bin ich sofort zu dem Haus... Leider konnte ich nichts mehr tun.“
Wieder strich sie ihm durch das Haar.
„Aber ich hab ihr ein schönes Grab für sie ausgesucht und wenn wir zurück nach Hause fahren, ist unsere erste Anlaufstelle genau dieses Grab.“
Alastor holte einmal tief Luft.
„Bring es mir bei, Rosie...“
„Wie du Wünschst. Und nun denke an den Lieblingsspruch deiner Mutter. Sie würde nicht wollen dass du so traurig bist. Lächle...“
„...denn ohne bist du nie ganz Angezogen.“

***


Ich hatte mir es einfacher vorgestellt dieses Kapitel zu schreiben, aber es war verdammt schwer und ich bin auch nicht wirklich zufrieden damit. Aber ich wollte nicht schon wieder 20 Seiten löschen...
Es gibt nicht wirklich schöne Momente und genau das hat geschlaucht. Gegen meinem eigentlichen vorhaben muss ich es leider in 2 Kapitel aufteilen, wobei das nächste bereits angefangen ist, sich angenehmer schreiben lässt und kürzer wird. Ab 7 haben wir dann auch wieder unsere Liebe Charlie dabei.
Oh, noch ein kleiner Hinweis! Die liebe Dark Insanity und ich haben ein kleines Projekt mit Angel Dust und ihrem OC Amy. Wer diese gerne lesen möchte bekommt nun den Link und wir sehen uns in Kapitel 6 wieder! Biss dann!
https://www.fanfiktion.de/s/d/5f626d5f0005a49a174bff16/Experience-real-Love-for-the-first-Time-without-Violence-and-Abuse
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