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Behind a Smile

von TaniSuwa
GeschichteHorror, Liebesgeschichte / P18 / Het
Alastor Charlie Magne
16.08.2020
10.05.2021
17
73.638
7
Alle Kapitel
27 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
07.09.2020 4.829
 
Fragt einfach nicht warum ich doch keine zwei Wochen gebraucht habe...
Ich liebe es Angel zu schreiben! Nein, ernsthaft: Er ist großartig und ich will mehr von ihm XD.
Mit Vaggie werde ich einfach nicht warm, aber sie wird noch wichtig für einige Dinge.^^
Derzeit geht es etwas mehr romantisch zu, vergesst aber nicht dass dies hier auch ein Thriller mit netten Goreanteil sein soll. Muhahahaha. Oh, wenn ihr wüsstet!
Viel Spaß!

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Anthony ging durch den Laden, warf ein Kleid nach dem anderen über seinen Arm.
„Das wirst du alles anprobieren!“
Sagte er und drückte Charlie alles in die Hand. Verwirrt klammerte sie sich an den Wäschehaufen.
„Das alles?“
„Ja! Bis wir ein perfektes Kleid für dein Date haben.“
„Das ist kein Date! Er ist auf diese Feier eingeladen und nimmt mich als Begleitung mit, Angel.“
„Ich nenn das Date.“
Warf er ein und schob Charlie nun in die Kabine.
„Anprobieren! Keine Widerrede!“
Befahl der Blonde und setzte sich vor die Umkleide. Neugierig beobachtete er die anderen Frauen im Laden, wie sie tratschten und kicherten. Einige sahen verächtlich zu ihm, da sie wohl wussten was er war, aber das interessierte ihn nicht. Wenn diese Kühe es ihren Männern nicht richtig besorgen konnten, war er eben zur stelle. Pech gehabt!
Der Blonde lächelte überheblich.
„Wie lange geht ihr nun eigentlich zusammen? Drei Wochen, oder?“
Charlie lies ihr Kleid, welches sie trug, auf den Boden fallen, stieg aus diesem heraus und griff das erste von Angel ausgesuchte.
„Wir lernen uns erst kennen...noch gehen wir nicht miteinander.“
„Mein Gott! Ihr lasst euch auch Zeit. Ist er ein guter Küsser?“
Von Charlie kam ein schweres Seufzen. Warum war er nur so neugierig? Ja, Alastor und sie verbrachten viel Zeit miteinander, aber irgendwie bewegten sie sich nicht vom Fleck. Dabei würde sie ihm so gerne näher kommen.
„Wir haben uns bis jetzt nur auf die Wange geküsst...“
Flüsterte sie niederschlagen während sie den Reißverschluss des Kleides hoch zog. Es war Violett und hatte einen V Ausschnitt. Der untere Teil war in A-Form geschnitten. Die junge Frau trat aus der Kabine und wartete auf Angels Antwort, der war jedoch noch bei einem anderen Thema.
„Wie jetzt?! Ihr habt keinen Sex?!“
Rief er durch den Laden und alle Köpfe drehten sich ihn ihre Richtung. Charlie verbarg ihr Gesicht, welches hoch rot anlief in ihren Händen und verschwand wieder in der Kabine um den Blicken zu entkommen.
„Nein! Oh je! Wie kommst du darauf? Wir haben doch grade nur über das Küssen geredet!“
„Das eine führt zum anderen. Sei nicht so prüde! Das Kleid sieht übrigens scheiße aus. Zieh ein anderes an.“
Befahl er einfach. Der junge Mann streckte sich ausgiebig während Charlie das nächste Kleid anzog. Dies war ein Schwarz-Goldenes Flapperkleid.
„Willst du nicht oder warum geht es nicht voran?“
„Doch, schon, aber...“
Herrje! Warum redete sie eigentlich mit ihm darüber? Aber im Grunde vertraute sie Anthony.
„Ich glaube, naja, dass er vielleicht noch nicht so weit ist? Ich weiß nicht. Er sagt dass er an mir interessiert ist und wir machen wirklich viel zusammen, aber es geht nicht voran, verstehst du? Vielleicht sieht er es nicht so ernst, wie ich gehofft habe.“
Sachte strich sie das Kleid zurecht und kam aus der Umkleide. Anthony sah sie eine weile an.
„Auch scheiße. Nächstes.“
Sagte der Blonde und überlegte was er auf ihre Worte sagen sollte.
„Weißt du, ich bin nun seit acht Jahren in New Orleans und seit dem kenne ich unsere Grinsebacke. Immerhin ist er ein guter Freund meiner Chefin! In der ganzen Zeit hat er noch nie ein einziges mal mehr als nur ein paar Stunden der Unterhaltung Zeit mit einem Mädchen Verbracht. Auch mein Boss hat Interesse an ihm, aber er hat sie abgelehnt. Nun kommst du, verdrehst ihm in weniger als 24 Stunden den Kopf und bist innerhalb von nicht mal einem Monat seine ständige Begleitung. Ich glaube dein Liebster ist nur eine prüde kleine Jungfrau die du erst einmal richtig einreiten musst, damit er weiß wie er mit dir umzugehen hat!“
Am liebsten würde Charlie grade im Boden versinken. Warum konnte Angel so offen über dieses Thema reden? Die Blonde ging wieder zurück und nahm sich nun ein rotes langes Split Dress , welches den Rücken frei legte. Der Schlitz am rechten Bein ging bis zur Mitte ihres Oberschenkels, der Herzförmige Ausschnitt betonte ihre Brüste, die dünnen Träger lagen akkurat auf ihren schmalen Schultern und es lag sehr eng an ihrem Körper. Charlie sah sich eine weile im Spiegel an, nicht auf Anthonys Worte antwortend. Dieser wurde ungeduldig.
„Was ist los, Puppe? Du bist so still. Bist du etwa auch noch Jungfrau?“
Fragte er etwas schelmisch grinsend und hörte nur ein schweres, leicht genervtes Stöhnen von Charlie.
„Nein, Angel, aber können wir das Thema wechseln?“
Fragte sie verzweifelt.
„Das Kleid ist zu freizügig...“
Ohne Vorwarnung schob der Blonde den Vorhang bei Seite und sah sie eine weile an.
„Nichts da! Das Kleid ist perfekt. Damit bekommst du selbst einen Mann wie Alastor Morgan in die Kiste!“
Als er den Namen des Braunhaarigen laut sagte, wurde es totenstill im Laden. Es fühlte sich für Charlie wie eine Ewigkeit an, in denen sie von den anwesenden Frauen angestarrt wurde, die langsam begannen zu tuscheln.
„Ich werde nie wieder mit dir Kleider kaufen gehen!“
Rief die junge Frau und Anthony lachte.
„Das wirst du bestimmt wieder tun.“
Nun zeigte er auf den Spiegel und drehte Charlie zu diesem.
„Schau dich doch an! Du siehst in dem Ding echt heiß aus! Selbst ich würde mir überlegen mit dir durch zu brennen.“
Die Blonde blickte eine weile in den Spiegel und betrachtete sich nun genauer. Eigentlich sah es wirklich gut aus.
„Würdest du wirklich?“
Anthony lachte laut auf und winkte ab.
„Nein, nein! Dafür lutsche ich zu gerne Schwänze.“
Nun sah sie ihn Überrascht an und fing selbst an zu lachen.
„Du bist unmöglich, Angel.“
„Ja, ich weiß. Aber nun mal ernsthaft: Wenn er dir zu langsam ist, ergreife doch die Initiative und mach den ersten Schritt.“
Charlies Augen waren wieder auf den Spiegel gerichtet. Im Grunde hatte Angel ja recht. Sie könnte auch den ersten Versuch starten.
„Ich denke du hast recht.“




Der Braunhaarige kämmte sich die Haare zurück. Lediglich eine Strähne weigerte sich wie so oft hinten zu blieben.
Letzten Endes gab Alastor auf und betrachtete sich im Spiegel.
Der edle schwarze Frack mit passender Hose, das weiße Seidenhemd, goldfarbene Weste mit schimmernden Muster, eine dazu passende Krawatte, weiße Stoffhandschuhe und die schwarzen Cap Toe Oxfordschuhe ergaben ein stimmiges Bild. Seine Brille hatte er durch ein Monokel getauscht. Es passte besser ins große Ganze. Er kontrollierte seine goldfarbenen Manschettenknöpfe ehe er sich noch ein paar Spritzer Musc, sein Lieblingsparfüm, auf den Hals auftrug. Ja, so konnte er sich blicken lassen.
Der Mann steckte sich noch seine Zigaretten und Feuerzeug ein, zock seinen schwarzen, knöchellangen Mantel an und verließ sein Haus. Ein Liedchen summend streifte er durch die Straßen, Hände elegant hinter seinem Rücken. Es war das erste mal das er so einer Einladung folgte. Alleine war es ihm zu langweilig, aber mit einer netten, unterhaltsamen Begleitung wie Charlie könnte es ganz amüsant werden.
Die Nacht war angenehm kühl und nach einer weile erreichte er die Wohnung in der Maple Street.
Mit einer sanften Fingerdruck betätigte er die Klingel, doch anstelle von Charlie, öffnete ihre lästige kleine Mitbewohnerin Vagatha die Tür. Innerlich verdrehte der Mann die Augen als diese ihn böse anblinzelte. Charlie hatte sie einander schon vorgestellt, doch lief dieses Treffen nicht grade friedlich ab. Vaggie hatte von Anfang an eine ablehnende Haltung ihm gegenüber und er selber machte sich einen Spaß daraus sie so zu ärgern dass Charlie es nicht mit bekam.
„Schönen guten Abend, Miss Hernandez.“
„Sparren Sie sich ihre gespielte Freundlichkeit, Mister Morgan!“
Fauchte sie ihn an und hielt die Tür soweit zu, dass er lediglich nur einen Teil von ihr sah.
Alastor gluckste amüsiert und sein Grinsen wurde breiter.
„Warum so verstimmt, Miss? Möchten Sie mit kommen? Ich denke das dürfte kein Problem sein.“
Die Augen der Schwarzhaarigen verengten sich und sie riss die Tür auf um weiter auf ihn zu zu gehen.
„Nun hören Sie mir mal zu, Sie aufgedunsener Radiovollidiotenspinner! Ich lasse nicht zu dass Sie Charlie verletzten!“
Der Mann lachte laut.
„Liebes, wenn ich irgendjemanden hier verletzen wollen würde, hätte ich es schon längst getan.“
Beide sahen sich eine weile mit fiesen Blick an, bis Charlie ihr Blickduell unterbrach.
„Vaggie? Warum lässt du Al den nicht rein?“
Fragte sie verwirrt und stand schon in voller Monteur. Alastor sah sie an und seine Augen weiteten sich bei ihrem Anblick. Der Braunhaarige spürte wie sein Herz höher sprang und sich in seinem Gesicht ein leichter Rotschimmer bildetet. Charlie sah so unglaublich schön aus in diesem ungewöhnlichen Kleid. Der Schlitz am rechten Bein war kokett, wirkte aber nicht zu aufreizend, ihren Hals zierte eine schlichte Goldkette mit ein paar Edelsteinen drin verarbeitet. Ihre Hände bedeckten weiße Handschuhe die bis zur Mitte ihres Oberarmes gingen und um die Schultern trug sie eine weiße Pelzboa. Eine dunkle transparente Seidenstrumpfhose umschmeichelte ihre langen Beine und an den Füßen trug sie rote Lackpumps.
Ihre Haare waren etwas mehr gelockt und sie schien sie frisch geschnitten zu haben, während ihre Augen schwarz umrandet und ihre Lider dunkel geschminkt waren. Die Lippen hatte sie sich Rot bemalt.
Sie sah aus wie die Göttin der Verführung und Alastor schaffte es nicht irgendetwas zu sagen.
Er starrte sie einfach nur mit offenem Mund an, worauf Charlies Lächeln breiter wurde. Ja, der Tag mit Angel war peinlich, aber er hatte recht gehabt: Alastor schien das Kleid zu gefallen.
Doch auch Charlie war von seiner Kleidung angetan und so ging sie auf ihm zu. Sachte griff sie nach seiner Krawatte um diese zu richten und blickte nun hoch zu seinen Augen,.
„Bereit?“
Fragte sie sanft und lächelte ihn weiter lieb an. Von dem Braunhaarigen kam ein Lächeln.
„Gewiss doch, wenn du es auch bist.“
Charlie lies von ihm ab und nahm sich ihre Jacke und Handtasche.
Kurz warf Alastor noch Vaggie einen fiesen grinsend Blick zu, als diese vor Wut fast über kochte, doch als Charlie sich von ihr verabschiedete, reichte er der Blonden den Arm und sie gingen entspannt los.
Charlie berichtete ihm von ihrem Tag, lobte seine Moderation am Morgen und schmiegte sich sachte an ihn, ohne den Mann zu sehr zu bedrängen.
„Was ist das eigentlich für eine Feier?“
Fragte die junge Frau kurz vor dem Ziel.
Alastor richtete sein Monokel.
„Von einer mir sehr wichtigen Person, Liebes. Normal sind mir solche Veranstaltungen eigentlich zu langweilig. Aber da du und ich beim Tanzen die selbe Wellenlänge haben, könnte es doch durchaus amüsant werden.“
Charlie schwieg darauf. Das er sie einer ihm wichtigen Person vorstellen wollte war im Grunde ein gutes Zeichen, aber der letzte Satz wirkte als wenn sie nur mittel zum Zweck war. Sollte sie wirklich Anthonys Rat befolgen? Vielleicht täuschte er sich ja. Aber der Blonde hatte mit dem Kleid schon recht gehabt und wenn jemand Ahnung haben sollte, was Männer anging, dann war er es!
„Alles in Ordnung, Schatz?“
Riss Alastor sie nun aus den Gedanken, worauf sie zu ihm blickte.
„Ja! Ja, auf jeden Fall. Ich bin nur etwas Aufgeregt.“
Der Mann summte zufrieden mit ihrer Antwort während sie weiter gingen und langsam zum Viertel der Villen und Paläste in den die Oberschicht lebte kamen
Schon bald erreichten sie das große Anwesen in den einige Menschen mit ihren Autos strömten. Charlie sah überrascht drein. Dies Erinnerte sie an Zuhause. In so einem Palast ist auch sie groß geworden und hatte ihr ganzes Leben verbracht. Sie schritten voran und Charlie spürte mit jeden weiteren schritt wie der Prunk und die Pracht sich über sie legte. Was war das für eine Person die Alastor kannte? Hatte sie gutes Geld an der Börse gemacht? Vielleicht besaß sie wie ihr Vater einige Zuckerrohrplantagen oder gar Baumwollfelder?
Immer mehr fragen bildeten sich in ihrem Kopf, doch sie passte sich dem selbstsicheren Schritten des Mannes an. Man öffnete ihnen die riesige Flügeltür, nahm ihnen an der Garderobe ihre Mäntel ab und sie folgten den restlichen Menschen, vorbei an hohen Wänden und Säulen, an Blumen und Gemälden, während jeder Schritt auf dem Marmorboden laute Geräusche verursachte, der von den Wänden hallte und durch die Menge an Füßen fast ohrenbetäubend war. Im Hintergrund war Musik zu hören und je weiter sie diesen Gang entlang gingen um so lauter wurde diese. Wieder wurde ihnen eine Flügeltür geöffnet und sofort überflutete sie der Lärm von Gelächter und Instrumenten.  Funkelnde Girlanden hingen an Säulen und der Decke, Luftballons flogen in der Luft herum, wurden von Händen, die zu tanzenden und trinkenden Körpern gehörten daran gehindert zu Boden zu fallen, während Kellner sich durch die Menge drängelten um etliche Spirituosen an die Gäste zu verteilen.
„Willkommen auf einer echten Rosie Winkler Feier, Liebes.“
Rief Alastor ihr ins Ohr, da sie ihn anders wohl nicht verstehen würde.
Sprachlos sah Charlie sich um, sah die tanzende Menge, Menschen die sich an Büfett zu schaffen machten, einige Betrunkene die auf dem gut verteilten Chaiselongue saßen und der Ohnmacht schon nahe waren.
Alastors Blick ging suchend durch die Menschen, die dicht an dicht gedrängt sich dem Vergnügen hin gaben, Seine Augen glitten weiter auf eine Stelle in der sich die Menge etwas lockerte, da es dort in den Garten ging und schon erblickte er seine Zielperson, die grade auf dem Weg nach draußen war. Mit sanften Lächeln sah er zu der jungen Frau, die sich etwas fester an ihn gedrückt hatte.
„Komm, Schatz. Nehmen wir uns etwas zu trinken und gehen in den Garten, dort ist es etwas ruhiger.“
Die großen Obsidianaugen sahen zu ihm hoch und Charlie nickte. Alastor griff nach ihrer Hand, zog sie sanft mit sich. Charlie lies ihn und folgte seinen schritten. Auf dem weg nach draußen, nahmen sie einem Kellner zwei Gläser Champagner ab und traten auf den riesigen Balkon, der links und rechts durch Treppen mit dem Garten verbunden war. Alastor sah die gesuchte Person am Ende des Balkons sich am Geländer fest haltend und in den Garten blickend. Er ging mit Charlie weiter auf die ältere Frau zu, welche sich nun zu den beiden Jüngeren umdrehte. Die Ältere hatte kurze, hübsch frisierte Haare, helle Haut und dunkle Augen. Sie war sehr schlank und groß gewachsen. Ihre schmalen dunkelroten Lippen, formten sich zu seinem Lächeln.
„Ah, Alastor. Das ich dich auf einer meiner Feiern auch mal antreffe.“
Der Mann nahm die Hand der Frau, als diese ihm sie hin hielt und platzierte einen Kuss auf ihren Knöchel.
„Rosie, Liebes. Darf ich dir meine Begleitung vorstellen? Das ist Charlie.“
Er sah lächelnd zu seiner Begleitung.
„Charlie? Das ist Rosie. Sie ist so etwas wie meine Ziehmutter.“
Grade als Charlie ihr ihre Hand reichen wollte, sah sie nur noch wie Rosie Alastor eine Schelle auf den Hinterkopf gab.“
„'So etwas wie' kannst du dir gleich abschminken! Ich kenne dich von deiner Geburt an und habe dich Jahre lang erzogen! Erfolglos wie ich sehe!“
Lachte sie während der Braunhaarige sich überrumpelt den Kopf rieb. Doch nun sah die Grauhaarige zu Charlie und reichte ihr die Hand, welche die junge Frau fast automatisch ergriff.
„Freut mich dich kenne zu lernen, Kind.“
„Mich ebenso, Misses Rosie!“
Charlie grinste über beide Wangen. Sie lernte also eine wirklich wichtige Person im Leben von Alastor kennen. Seine Ziehmutter hatte er gesagt, also hatte sie so etwas wie ein treffen mit seinen Eltern und das machte sie sehr glücklich! Man stellte schließlich nur besondere Menschen seiner Familie vor.
Eine weile musterte Rosie die Jüngere, bis sie kicherte.
„Ich hätte nicht gedacht dass Alastor mir mal ein Mädchen vorstellt und dann noch so ein äußerst hübsches.“
Sie drehte sich zu Alastor.
„Ich hatte schon angst du würdest einer dieser einsamen Wölfe werden.“
Gestand Rosie , doch dann harkte sie sich bei den beiden jungen Menschen ein.
„Lasst uns Feiern, Kinder!“



Leichten Schrittes spazierten Rosie und Alastor durch den Garten, wieder auf dem Weg zum Haus. Die Ältere war bei dem Braunhaarigen eingeharkt  Charlie war kurz zur Toilette verschwunden, somit war Zeit für ein kleines Vieraugengespräch.
„So, du willst also diesen weg einschlagen, Alastor?“
Der junge Mann nickte.
„Ja, es war anfangs nicht so geplant gewesen, wirklich nicht. Ich sah sie dass erste Mal und wollte sie zu meinem Opus Magnum machen. Mit jeder Minute die ich mit ihr zusammen verbrachte wollte ich es so sehr. Einfach meine Hände um ihren schönen Hals legen und zu drücken, sehen wie das Leben langsam aus ihren Augen weicht, wollte ihre Haut rot Färben und ihre reine Seele den Loa opfern. Doch dann hatte ich diesen Traum.“
„Traum? Du Träumst doch eigentlich nicht viel.“
„Richtig. Daher nehme ich ihn auch sehr ernst.“
„Erzähl mich davon.“
„Ich Träumte das ich es schaffte sie zu verführen, sie mit zu mir nahm in mein Schlafzimmer. Erst deutete alles darauf hin dass wir miteinander schlafen würden, doch dann würgte ich sie. Drückte immer fester zu, bis sie aufhörte sich zu wehren und erschlaffte. Ich nahm ein Messer und schnitt sie auf, doch dieser Kill war nicht zu befriedigend wie sonst und ich fing mit einem mal an meine Tat zu bereuen und zu weinen.“
Rosie hob eine Augenbraue, hörte aber weiter zu.
„Ich drückte sie weinend an mich, doch dann schob sie mich, obwohl sie tot war, von sich weg auf die Matratze und setzte sich auf mich. Als ich sie ansah wirkte sie wie ein Dämon, Rote Skala, goldene Iris, ein Lächeln voller spitzer Zähne. Sie sagte wenn ich ihr Untergang sein würde, würde sie mich mitziehen und erstach mich. Zum Glück wachte ich in diesem Moment auf.“
Der Mann seufzte und sah in die ferne.
„Ich habe den Plan verworfen, sie zu töten und verbünde mich lieber mit ihr, um auf der sicheren Seite zu sein.“
„Willst du wissen was ich vermute?“
Fragte die Ältere und Alastor nickte. Er vertraute ihr blind und sie hatte schon mehr als einmal recht mit ihren Vermutungen gehabt. Wie er war auch Rosie der Voodoomagie mächtig. Er hatte viel von ihr gelernt und sie war eine alte Freundin seiner viel zu früh verstorbenen Mutter. Sie hatte ihn gerettet als er am Boden war und später bei sich aufgenommen, ihn wie ihr eigenes Kind groß gezogen.
„Du willst es vielleicht nicht wahr haben, Alastor, aber du hast dich hoffnungslos in diesen Rock verliebt.“
Augenblicklich blieb Alastor stehen und sah Rosie fragend, mit weit aufgerissenen Augen an.
Selbst sein stetiges Lächeln war gefallen.
„Schau mich nicht so an, Alastor. Ich weiß dass du nicht das Bedürfnis nach Liebe oder der Fleischeslust hast, aber das heißt nicht dass du davor befreit bist. Es ist ein animalischer Trieb in jeden von uns und wir können nichts dagegen tun.“
Ihr Lächeln wurde hingen breiter.
„Es ist primitiv, macht uns aber auch genau so menschlicher.“
Sie  harkte sich aus seinem Arm und ging weiter.
„Du bist nun 28 Jahre alt. Ein perfektes Alter um sich eine hübsches, liebes Frauchen zu suchen, zu heiraten und Kinder zu bekommen.“
Rosie legte ihre Arme hinter ihren Rücken und blickte zurück zu dem Mann.
„Deine Mutter würde es sicher freuen. Es war immer ihr Wunsch eines Tages Enkel zu haben.“
Der Braunhaarige ging schnellen Schrittes auf sie zu.
„Das ist Nonsens... Rosie, Liebes, warum sollte jemand wie ich mich grade in eine Person wie...“
„Weil sie dich ergänzt.“
Alastor war nun auf der selben Höhe wie sie und beide setzten ihren Weg fort.
„Ich hab euch die letzten beiden Stunden beobachtet. Wie du sie ansiehst, wie sie dich ansieht. Habe beobachtet wie liebevoll und sanft sie ist. Anders als die meisten Mädchen heutzutage. Ich schätze sie weiß von deiner Abneigung gegenüber Berührungen, denn sie hält sich sehr zurück, immer darauf bedacht dich nicht zu bedrängen. Ein Segen für dich, nehme ich an. So ein braves Kind.“
Wieder harkte sie sich bei ihm ein, wissend dass er nichts dagegen hatte, da sie bis zu diesen Tag die einzige Person war, die ihn ohne Nachfrage anfassen durfte.
„Doch lass sie nicht zu lange warten, mein Junge. Sie ist sehr hübsch und viele Männer träumen von einen solchen Schatz.“
Der Mann schwieg und sah ohne sein Lächeln in die ferne während sie den Treppen immer näher kamen. Rosies Worte hallten in seinem Kopf wieder.
Diese Hochs wenn Charlie in seiner nähe war, dieses warme Gefühl wenn sie ihm in die Augen sah...
Es ergab alles irgendwie mit einem mal Sinn. Als sie die Treppen hoch stiegen, vorbei an trunkenen Körpern die sich auf dieser ausruhten, kam sein Lächeln Maskenhaft zurück.
Alastor nahm sich ein Glas Wein und fing an Charlie zu suchen, Rosie immer noch nah bei ihm.
Als sie die junge Frau fanden, war sie grade mit einem Mann am reden. Dieser hatte sehr lange schwarze Haare und trug einen Zylinder. Der Braunhaarige beobachtete aus der ferne, wie sie immer wieder lachten und sich anscheinend gut verstanden, Seine Augen verengten sich und sein griff um das Glas wurde so fest das es einfach in seiner Hand zersprang. Rosie lächelte und gab ein kurzes kichern von sich als Alastor  überrascht zu seiner Hand sah. Der weiße Handschuhe war nun durch den Wein rot gefärbt, so zog er diese aus. Ehe er sie in seine Tasche stecken konnte, nahm die Ältere ihm diese ab.
„Ich sehe zwei Wege. Entweder du machst sie zu deinem und findest vielleicht sogar deine Seelenfrieden, oder du machst kehrt und wirst daran zerbrechen.“
Sie nickte zu Charlie rüber.
„Eifersucht ist kein guter Weg, Alastor. Er macht blind für das Notwendige und du bist zu tief in der Welt der Geister um es aus den Augen zu verlieren. Ich empfehle dir dein Mädchen zu nehmen und deine innere Ruhe zu finden. Menschen sind nicht zum alleine sein geschaffen.“
Ein seufzen kam von ihm.
„Vielleicht hast du recht.“
Ohne weiter drüber nach zu denken drängte er sich zwischen die dicht an dicht stehenden Körper. Er erreichte Charlie und nahm ihre Hand, ohne sich dem anderen Mann vor zu stellen.
„Lass uns tanzen, Liebes! Draußen ist genug Platz und man kann auch von dort die Musik hören.“
Schlug er lieb Lächelnd vor. Charlie blickte erst überrascht drein, nickte aber dann heiter zustimmend. Die Blonde verabschiedete sich von dem Anderen und folgte nun Alastor, der mit ihr auf den Balkon ging. Kaum waren sie draußen, spielte ein ruhiges Lied und Alastor wusste sofort dasS Rosie hierbei ihre Finger im Spiel hatte. So legte er eine Hand auf die Hüfte der jungen Frau, während die andere Ihre hielt. Charlie selber legte ihre freie auf seinen Oberarm. Sachte fingen sie an sich im Takt zu wiegen, sahen sich dabei tief in die Augen. Leise summte Alastor mit der Melodie mit und spürte wie die Ruhe in seinen Körper strömte. Ihre dunklen Augen die so unendlich warm wirkten. Er fühlte sich so unsagbar leicht und in seinem Kopf schwirrte nur sie. Ihre Stimme, ihr Lachen, die Art wie sie sich bewegte.
Vielleicht hatte Rosie recht und er war in sie verliebt. Sollte er diesen Gefühl wirklich nachgehen?
„Sing für mich, Charlie.“
Bat er sie nun. Einen kurzen Augenblick sah die junge Frau ihn überrascht an, etwas aus diesem schönen Moment raus gerissen, gab aber seinem Wunsch nach und fing an zu singen als ein neues Lied spielte und sie die Melodie erkannte

„I've seen the world, done it all
Had my cake now
Diamonds, brilliant, in Bel-Air now
Hot summer nights, mid July
When you and I were forever wild
The crazy days, city lights
The way you'd play with me like a child“


Flüsterte Charlie singend, ihren Blick nicht von seinem lösen könnend. Sie hatte seine gesamte Aufmerksamkeit und in diesen Augenblick vergaß sie alles um sich herum während sie sich weiter im Takt bewegten.

„Will you still love me
When I'm no longer young and beautiful?
Will you still love me
When I've got nothing but my aching soul?
I know you will, I know you will
I know that you will
Will you still love me when I'm no longer beautiful?“


Ihre Schritte wurden etwas schneller und Alastor drehte Charlie um die eigene Achse, ehe er sie wieder sachten an sich zog.

„I've seen the world, lit it up
As my stage now
Channeling angels in a new age now
Hot summer days, rock and roll
The way you play for me at your show
And all the ways, I got to know
Your pretty face and electric soul“


Der  Mann war einfach verzaubert von ihrer Stimme, wagte es nicht mit ein zu stimmen als sie weiter sang. Er lauschte dem Refrain, drehte sie immer wieder langsam und wiegte sich mit ihr.
Auch als die letzte Strophe kam.

„Dear lord, when I get to heaven
Please let me bring my man
When he comes tell me that you'll let him in
Father tell me if you can
All that Grace, all that body
All that face, makes me wanna party
He's my sun, he makes me shine like diamonds“


Charlie spürte die Röte in ihrem Gesicht. Ihr Herz klopfte erbarmungslos in ihrer Brust, während sie so eng tanzten und der Mann sie mit diesen herrlichen Blick an sah. Doch als sie das letzte mal des Refrains singen wollte, stimmte Alastor mit ein.

„Will you still love me
When I'm no longer young and beautiful?
Will you still love me
When I've got nothing but my aching soul?
I know you will, I know you will
I know that you will
Will you still love me when I'm no longer beautiful?
Will you still love me when I'm no longer beautiful?
Will you still love me when I'm not young and beautiful?“


Sie sahen sich weiter in die Augen, dann lehnte Alastor einfach seine Stirn an ihre und lies seine Lider sinken.
Charlie starrte ihn förmlich an. Er war so unglaublich nah. Sollte sie es wagen? Sollte die Blonde wirklich Anthonys Rat befolgen? Es riskieren?
Alastor nahm ihr diese Entscheidung ab, als er sich mit einem mal von ihr löste und etwas von ihr weg ging. Er sah sie neutral an und Charlie merkte Nervosität in sich aufsteigen. Hatte sie nun etwas falsch gemacht und ihn vergrault? Aber was?
Ehe sie einen klaren Gedanken fassen konnte, spürte sie wie er seine Hände auf ihre Wangen legte. Ohne jegliche Vorwarnung zog er die junge Frau an sich und drückte nun seine Lippen auf die ihren. Die Augen der Blonden weiteten sich, nicht in der Lage sich weiter zu bewegen. Es fühlte sich für Charlie wie eine Ewigkeit an, bis auch sie ihre Augenlider niederschlug und ihre Hände zu seinem Wangen hob um diese auf sie zu legen. Sie erwiderte denn Kuss und Alastor schlang seine Arme um sie, drückte sie fester an sich.
In dem Braunhaarigen machte sich in seinem Inneren eine seltsame Wärme breit, die sich nach und nach in ein Feuer verwandelte, dass alles in ihm zu verbrennen drohte, seine Organe, sein Fleisch, Knochen, all das was ihn ausmachte. Es brannte lichterloh, würde nichts weiter als Asche und Staub hinterlassen und er lies es geschehen!
Es fühlte sich viel zu gut an um dieses Gefühl wieder in seinem Keim zu ersticken und so lies er sich fallen. Dieser Abend... er würde alles verändern.
Der Mann beugte sich seinen Gefühlen, akzeptierte sie und nahm sie an. Doch dies hieß für Charlie, dass sie nur ihm gehörte. Er würde jeden ausmerzen der ihr zu nahe kam, sie falsch berührte oder ihr den Hof machte! Sie hatte keine andere Wahl mehr, nun wo sie diesen Kuss erwiderte, auch wenn sie es noch nicht wusste. Ein Nein würde er nicht erlauben.
Gefühlt nach einer Ewigkeit, löste sich der Mann von ihren Lippen und suchte atemlos ihren Blick, als sie ihre Augen öffnete und ihn , traurig über den Verlust seines Mundes auf ihrem, an sah.
Sachte hob Alastor seine Hand und fuhr ihr durch die blonden Locken.
„Ich liebe dich, Charlie“
Flüsterte er ihr zu. Charlies Herz machte einen Sprung und ihre Lippen bildeten ein ehrliches lächeln. Von ihr kam ein begeistertes kichern und vorsichtig strich sie mit den Daumen über seine Wangen.
„Ich liebe dich auch, Alastor.“
Ohne weiter Zeit mit reden zu verschwenden zog sie ihn etwas herunter und küsste ihn erneut, dieses mal inniger. Sie bekam nicht einmal das Feuerwerk mit, welches im Hintergrund angefangen hatte den Himmel bunt zu färben.

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Ich habe einige Gatsbybilder im Kopf beim schreiben dieses Kapitels gehabt (der große Gatsby ist ein wirklich guter Film/Buch! Kann ich nur empfehlen)! Wir haben einen ganz kurzen Einblick in Charlies Leben bekommen doch auch in Alastors. Kapitel 5 wird übrigens ganz Alastor gewidmet sein und wir kommen weg von dem derzeitigen Flaum. Ich Freue mich schon richtig dieses zu schreiben und denke das es sehr lang sein wird.
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