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Behind a Smile

von TaniSuwa
Kurzbeschreibung
GeschichteHorror, Liebesgeschichte / P18 / Het
Alastor Charlie Magne
16.08.2020
16.08.2021
22
92.893
8
Alle Kapitel
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16.08.2021 4.620
 

Da wäre es, das versprochene Bonuskapitel zum Einjährigen von Behind a Smile. Es verschafft euch eine kleine Sicht darüber, wie es nach der Hauptstory weiter ging und bring nicht viel spannendes, aber vielleicht entdeckt der ein oder andere aufmerksame Leser etwas, was ihn eventuell freuen wird^^
***
1936, New Orleans

Mister Smith kam aus dem Theater und sah in den bewölkten Nachthimmel. Die Luft war Feuchtwarm und der Geruch von nassen Stein stieg ihm in die Nase. Das Stück, welches er sich mit seiner Geliebten angesehen hatte war langweilig gewesen, aber der Preis der Tickets stimmte. Sie war nur eine Gespielin, da brauchte er nicht in teure Restaurants oder Veranstaltungen mit ihr gehen.
„Komm, Edith. Ich bring doch noch nach Hause.“
Gab der Mann mitte Fünfzig zu seiner jungen blonden Begleitung, welche heiter kicherte und sich bei ihm einharkte. Sie war hübsch, das war es aber auch schon. Es reichte für ein paar nette Stunden in der Woche und als kleiner Zeitvertreib wenn seine Frau unpässlich war. So schritten sie zu der hübschen kleinen Wohnung in der Canal Street, wo sich das Paar lange verabschiedete. Nach einem intensiven Kuss machte sich der Mann mit dem graubraunem Haar langsam auf den Weg nach Hause, hinter sich bemerkte er einen anderen Mann. Groß, Gesicht von seinem Fedora und den Schatten, welche die Laternen warfen, bedeckt, Schwarzer Anzug mit weißem Hemd, Roter Weste und schwarzer Krawatte, Schwarze Lederhandschuhe und teure Schuhe in der selben Farbe, so wie einen schwarzen langen Mantel, welchen er nur über seine breiten Schultern geworfen hatte und der wie ein Umhang sich zu den Schritten bewegte. Er hatte eine Zigarette im Mund und bei genauen hinsehen erkannte man eine Brille, die zwischendurch bei Lichteinfall aufblitzte. Smith überlegte einen Moment woher er diesen Becher kannte, denn er kam ihm sehr bekannt vor, doch als es ihm einfiel, rutschte ihm das Herz in die Hose und er setzte seinen Weg schnellen Schrittes fort. Warum wer er hier? Die Frist war grade einmal fünfzehn Minuten abgelaufen und woher wusste dieser Mann wo er war? Seinen letzten Gedanken verfluchend viel es ihm ein. Natürlich wusste er wo seine Zielperson war... Jemand mit dieser Macht, der Schatten und Dunkelheit zu seinen Verbündeten zählte, wusste alles.
Als Smith in den Park biegen wollte, versperrte ihm eine schwarze schattenartige Gestalt den Weg. Panisch fing er an in eine andere Richtung zu gehen, wurde immer schneller, doch trotzdem hörte er die Schritte weiter hinter sich, wie die Sohle auf den Asphalt klang. Ein ruhiger entspannter Gang. Wie konnte er mit ihm mit halten, wenn er so langsam ging? Immer wenn Smith eine Richtung einschlagen wollte, in der sich vermeintlich mehr Menschen aufhalten würden, blockierte die Gestalt diese. Am Ende blieb er jedoch in einer Gasse stehen. Als der ältere Mann sich umdrehte, in der Hoffnung diese noch verlassen zu können, stand bereits der andere Mann im Eingang. Er hob sein Gesicht und ein breites Lächeln präsentierte sich Smith.
„Die Frist ist abgelaufen, Mister Smith.“
Ängstlich weiteten sich die Augen des Anderen.
„Nun... Mister! Ich brauche nur etwas mehr Zeit. Ein klein wenig. D-d-die ...“
„Es gibt kein „mehr Zeit“ bei diese Art Deal. Das wussten Sie. Ich habe meinen Teil erfüllt und Sie? Statt sich darum zu kümmern, verbringen Sie lieber ihre Zeit in billigen Theatern mit ihrer Geliebten, obwohl sie verheiratet sind und Kinder haben.“
„I-ich brauchte das einfach. Mister, sind wir mal ehrlich: wer hat heut zu Tage nicht eine Geliebte? Mann kann doch nicht auf ewig nur eine Frau haben, wenn...“
„Doch, dies ist durchaus möglich, wenn man seine Frau wirklich liebt. Ich selbst bin seit neun Jahren mehr als nur glücklich mit ein und der selben Person verheiratet. Meine Frau war es übrigens auch, welche mich auf Sie gebracht hat.“
Der jüngere Mann kam auf Smith zu, welcher mit jedem Schritt weiter zurück ging.
„I-ihre Frau?“
„Richtig.“
„Sie weiß was sie tun?“
„Oh, dies weiß sie ganz genau. Wir haben keinerlei Geheimnisse voreinander. Aber nun genug geredet. Es ist Zahltag.“
Smith ging auf die Knie.
„N-nein! Kommen Sie schon! Sie können doch nicht...Stopp!“
Mit Tränen getrübten Augen, war das Letzte was der Mann sah, wie ein Messer auf ihn zu schnellte, in einem solchen Tempo dass er nicht einmal mehr Zeit zum Schrein hatte.


Es war ein schwüler Frühlingsvormittag und in den Straßen der Sichelstadt lag der Geruch von Gewürzen und Kaffee in der Luft. Um diese Zeit herrschte reges Treiben in der Innenstadt. Die Menschen kauften fürs Mittagessen ein, gingen ihrer Arbeit nach oder trafen sich zum Einkaufsbummel oder auf einen Kaffee. Das Waisenhaus lag in der nähe des French Quarter, unweit von den Slums entfernt. Der Börsenkrach 1929 und der beginn der großen Depression 1933 sorgten für Überfüllung in dem dreistöckigem Gebäude mit dem kleinen Vorplatz. Viele Kinder waren Waisen geworden, da ihre Eltern sich das Leben nahmen oder dachten ihre Kleinen hätten es in einer solchen Einrichtung besser. Die amerikanische Mittelschicht war am Ende, lediglich den Reichen und den ohnehin Armen hatte diese Ereignisse wenig Schaden bereitet. Nächstenliebe gab es nicht mehr viel und jeder versuchte verzweifelt seine eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen. Doch es gab auch ausnahmen. So öffnete sich die Tür des etwas schmutzigen Hauses und zwei Frauen kamen kichernd heraus.
„Sie und ihr Mann sind ein Segen für diese geschundene Stadt. Ich wüsste nicht wie ich die Kinder weiter ernähren sollte, ohne Ihre Hilfe.“
Sagte die ältere, etwas dickliche Frau mit grauen Dutt und Nickelbrille auf der Nase.
Die jüngere, mit blonden Locken und zierlicher Figur lächelte beruhigend.
„Wir helfen wo wir nur können, Misses Alfons. Uns hat dies alles nicht ganz so schwer getroffen. Ein Glück dass mein Mann nie an der Börse spekuliert hat.“
„Das können Sie Laut sagen. Ich hoffe er wird uns bei Zeiten auch mal besuchen, damit wir uns bei ihm persönlich bedanken können.“
„Oh, das bezweifle ich. Er mag es nicht als Held oder Wohltäter betrachtet zu werden.“
Die Blonde strich sich zufrieden eine Strähne aus dem Gesicht, welche sich aus ihrem Zopf gelöst hatte.
„Aber ich richte ihm gerne Ihren Dank aus. Hoffentlich kommt bei der nächsten Spendengala von Misses Winkler wieder so viel zusammen und ich bin sicher dass ich auch wieder neues Spielzeug mit bringen kann, welches meine Kinder nicht benutzen.
„Ich freue mich jetzt schon auf Ihren Besuch, Misses Morgan.“
Die beiden Frauen verabschiedeten sich und aus dem Fenster sahen die Kinder, welche Charlie zum abschied winkten. Sie tat selbiges und machte sich langsam auf dem Weg zu ihrem Auto. Darin eingestiegen, atmete die Blonde einmal tief ein und aus. Es hatte sich alles wie von selbst gefügt. Sie tat wohltätige Dinge, welche ihr auch Spaß machten, lies damit sich und ihren Mann in einem guten Licht dar stehen und er machte seine Radioshow weiter und kümmerte sich um die Leute, die sie heraus suchte um ihre Aufgabe zu erfüllen. Niemand würde sie je verdächtigen und sie waren eines dieser eleganten jungen Paare, welche man gerne auf der Straße spazieren sah.
Gut aussehend und in die Gesellschaft perfekt eingegliedert.
Charlie fuhr langsam Richtung Marktplatz, kaufte dort noch den Reis für das Mittagessen und wollte grade wieder ins Auto steigen, ehe sie einen Mann laut brüllen und eine Frau weinen hörte.
Er beschimpfte sie, offensichtlich seine Frau, als Nichtsnutz und Hure. Charlie biss sich auf die Unterlippen und blickte nun zu ihrem Schatten.
„Sieh nach was da los ist und gebe mir Informationen, ja? Vielleicht haben wir da ja schon die letzte Person für dieses Quartal.“
Ihr Schatten grinste mit löchrigem Mund und löste sich von ihr um die Mauer hoch zu gleiten und in dem Haus zu verschwinden. Kurz sah die Blonde ihm nach. Machte sich aber dann auf den nachhause Weg. Dieser war so ungewohnt. Noch vor nicht einmal einer Woche fuhr sie hinaus aus der Stadt, in ein kleines Waldstück nahe das Bayou, doch nun? Das Haus wurde mit der Zeit zu klein, würde nur noch als eine Art „Wochenendhaus“ dienen oder zum verarbeiten von Wild, in dem kleinen Schuppen auf dessen Grundstück, welches ihr Mann erlegt hatte.
Auf ihrem Stellplatz geparkt, stieg sie aus dem Auto und sah auf das Zweistöckige hübsche Rote Haus, mit dem schönen Garten. Es roch schon von der Straße aus so unglaublich lecker nach Gumbo, dass ihr sofort dass Wasser im Munde zerlief.
Charlie nahm ihre Handtasche und den kleinen Sack mit Reis und trat auf die Veranda. Schnell war die Tür geöffnet und im Flur hörte sie bereits das Radio. Kurz sah sie die ihr gegenüber befindliche Treppe hinauf zum zweiten Stock, wo sich die Schlafräume und ein Bad befanden. Doch dann hob sie ihre Füße nach hinten hoch, löste mit geschickten Fingern die Schnallen ihrer Mary Jenas, Fuß für Fuß, schlüpfte in ihre Pantoffeln und ging durch das Wohnzimmer um in die Küche zu gelangen.
Ihr Lächeln wurde breiter als sie IHN sah. Ja, dort stand er. In legerer Kleidung gehüllt. Ein grobes blaues Hemd, dessen Kragen weder Krawatte noch Fliege zierte, keine Weste tragend welche sonst die nun sichtbaren Hosenträger versteckte, die Ärmel hochgekrempelt, so dass man ein paar seiner Narben erkennen konnte und eine Jeans tragend, welche schon etwas abgenutzt wirkte.
Ja, nicht mal seine Haare hatte er sich zurecht gemacht. Dies war ein Bild des Mannes, welches nur die Familie sah, denn so würde er niemals in die Stadt gehen.
Charlie räusperte sich und sofort drehte sich ihr Mann zu ihr um.
„Bin wieder zurück, Al.“
Sagte sie lächelnd und ging auf ihn zu. Alastor sah ihr in die Augen, zog sie an sich heran als sie den Reis abgestellt hatte und drückte ihr einen langen Kuss auf die Lippen
„Willkommen zurück, mon bel amour.“
Flüsterte er ihr zu.
„Alles erledigt was du erledigen wolltest?“
„Ja.“
Charlie legte ihre Arme um seinen Nacken.
„Im Waisenhaus wird oft nach dir gefragt, man will sich auch bei dir bedanken.“
„Och, ja...das muss jetzt nicht wirklich sein, Liebes, dieses Soziale ist eher deines als meines. Ich bin da doch eher nur Deko an deiner Seite bei Wohltätigkeitsveranstaltungen.“
„Aber eine nett anzusehende Deko.“
Kicherte die Jüngere und bekam dafür einen weiteren Kuss.
„Ich liebe dich, meine kleine Chaotin.“
„Und ich liebe dich, mein Doofkopf.“
Sachte legte sie ihre Hände auf seine Brust, drückte wieder ihre Lippen auf die Seinen und schmiegte sich an ihn.
Alastor schlang seine Arme um sie, drückte sie fester an sich.
Zehn Jahre waren sie nun ein Paar, neun davon verheiratet. Doch ihre Liebe zueinander schwächte keine Minute davon ab, ganz im Gegenteil. Sie Verband ein starkes Band welches von Jahr zu Jahr stärker wurde und sollte einer von ihnen unter gehen, war es gleichzeitig der Untergang des Anderen.
„Mh~ was hältst du davon dass, wenn Rosie nachher kommt um auf die Kinder auf zu passen, wir noch einen schönen Spaziergang machen, bevor wir zu Husk in die Bar gehen, und dort vielleicht aus versehen in einem Busch fallen und an Projekt Nummer drei arbeiten?“
Nuschelte Charlie gegen die Lippen ihres Mannes, welcher kurz amüsiert auf gluckste.
„Misses Morgan! Wollen Sie mich etwa zur Erregung öffentlichen Ärgernisses anstiften?“
„Es ist nur ein öffentliches Ärgernis wenn man uns erwischt.“
Kam es grinsend von ihr und Alastor lachte
„Touché, meine charmante Dämonenschönheit!“
Sie bekam einen letzten Kuss aufgedrückt, wand sich aber dann wieder dem Essen zu und seine Frau lies ihn los.
Charlie goss sich einen Kaffee ein, doch kaum hatte sie ihre drei Würfel Zucker und die Milch hinein gegossen hörte sie schon kleine Schritte auf der Treppe, welche hinunter liefen. So stand Bald ein blonder Junge, von ungefähr fünf Jahren in der Tür.
„Mama! Papa hat mit mir mein Zimmer fertig gemacht! Dass musst du dir anschauen. Alle meine Sachen haben nun ganz viel Platz und Susi kann nicht mehr schimpfen, weil da etwas auf ihrer Zimmerseite ist!“
Rief er heiter und umarmte seine Mutter, welche ihn durch das leicht gewellte Haar strich.
„Oh, das musst du mir gleich einmal zeigen, Vinc.“
Ja, ihre Familie war gewachsen. Wo es Früher nur Charlie und Alastor gab, gab es nun zwei gemeinsame Kinder. Vincent, von allen nur Vinc genannt, war das jüngste, Er war ein heiterer Junge, der schnell zu begeistern war, etwas theatralisch und sehr gesellig. Er hatte zwar Charlies blonde Haare, ihre Augenfarbe und Hautton geerbt, sah aber seinem Vater vom Gesicht her sehr ähnlich, inklusive der Grübchen in den Wangen. Ihr ältestes Kind war Susan. Ja, das Kind mit dem Charlie vor ihrer Ehe schwanger wurde. Sie war ruhiger als ihr Bruder, verträumt, dennoch ein höfliches und nettes Mädchen, aber lieber für sich und es umgab sie eine ähnliche Aura wie Alastor. Sie hatte braune, leicht gewellte Haare, große braune Augen und einen leichten gebräunten Hautton der etwas heller war als der ihres Vaters. Von Charlie hatte sie das puppenhafte Gesicht und die rosigen Wangen geerbt.
Vinc zögerte nicht lange und zog seine Mutter gleich mit sich. Schnell befanden sie sich in den Hellgrün gestrichenem Zimmer und er zeigte seiner Mutter alles mit stolz, sagte ihr ganz genau was er gemacht hatte. Charlie und Alastor liebten ihre Kinder. Sie hatten viele Freiheiten und bekamen vieles was sie sich wünschten. Doch genau so wurden sie auch auf Höflichkeit erzogen. Als der Junge fertig war, ihr alles zu zeigen, beschloss Charlie nach Susan zu sehen. Ein Blick in ihr gelb gestrichenes Zimmer und sie ahnte das ihre Tochter in ihrem neu entdeckten Lieblingsplatz war: Der Dachboden. So führte sie ihr Weg nun die bereits ausgefahrene Leiter hoch und nach kurzen umschauen fand sie in einer Ecke Licht. Charlie stieg den Rest hinauf und ging auf die aus Decken und Kissen gebastelte Sitzecke zu, wo Susan vollkommen in ein Buch vertieft war. Ja, das junge Mädchen las für ihr Leben gerne und hatte schon lange vor der Schulzeit lesen gelernt. Sie war von der Intelligenz und Bildung her ihren Mitschülern weit voraus.
„Was liest du denn da, Susi?“
Fragte die Blonde ihren Tochter welche aufschreckte und instinktiv das Buch unter einem Kissen versteckte.
„Ah! Mama! Du bist ja schon wieder zuhause! Willkommen zurück.“
Charlie hob eine Augenbraue.
„Ich danke dir, aber was liest du denn da, dass du es vor mir verstecken musst?“
„Äh...“
Das Mädchen spielte nervös mit einer Haarsträhne.
„Och...das ist nur so eine dumme Geschichte, ich hab mich nur erschrocken, das ist alles.“
„Dann kannst du mir ja diese dumme Geschichte mal zeigen, nicht wahr, Susan?“
„Nun...also...weißt du, Mami, das ist eine ganz lustige Sache. Also... Papa hat die Kisten sortiert und da war dann die mit unseren und euren Büchern... nun ja... und ich hab ja alle meine Bücher schon gelesen und dachte... ja..also...ich könnte ja mal gucken was ihr lest und dann war da dieses dicke alte Buch mit hübschen Verzierungen...“
In Charlies Kopf fing es an zu arbeiten. Welches Buch meinte sie? Eigentlich hatten sie nur ihre Groschenromane und Alastors alte Schinken mit genommen. Doch dann weiteten sich ihre Augen als ihr ein Verdacht auf kam.
„Zeig mir das Buch.“
Kam es nun ernst von Charlie und Susan tat lieber was ihre Mutter verlangte.
So hielt sie es nun in der Hand und die Blonde sah finster drein. Es war eines von Alastors Voodoobüchern, dabei hatten sie sich darauf geeinigt dass diese im alten Haus bleiben.
„Susan, das packst du aber ganz schnell weg. So etwas ist nichts für Kinder!“
Das Mädchen seufzte.
„Ja, Mama...“
Sie stand auf und legte es in den Karton zurück, der nicht weit von ihr stand.
Charlie rieb sich angestrengt die Schläfe.
„Sehr gut. Nun...ich denke Essen wird bald fertig sein, ich geh jetzt erst einmal ein ernstes Wörtchen mit deinem Vater reden...“
Susan beobachtete ihre Mutter wie diese sich erhob und langsam zu der Luke ging um die Treppe herunter zu steigen.
Sie war kaum unten da hörte man Charlie schön im bösen Ton „Alastor!!!“ rufen und sie selbst wütend die Treppe herunter stapfen.
Dieser sah fragend aus der Küche.
„Was gibst es denn, meine Schöne?“
Fragte er Charlie als diese unten bei ihm war.
„Du Idiot! Weißt du was deine Tochter da grade gelesen hab?!“
Schnaufte sie wütend und zog ihn grob am Arm zurück in die Küche.
„Susan hat grade in einem deiner bescheuerten Voodoobüchern gelesen und dabei haben wir abgemacht, die nicht mit zu nehmen.“
Kurz wusste der Braunhaarige nicht was er sagen sollte. Gut, dass war nun nicht so geplant gewesen.
„Ich hab es mit genommen weil ich etwas nachlesen wollte und dann vergessen, Charlie. Ich...“
„Alastor, ich warne dich! Wir waren uns doch einig dass die Kinder kein Voodoo lernen damit sie nicht in den selben Schlamassel wie wir und besonders DU geraten!“
„Schatz, Voodoo ist doch nicht nur Menschen opfern. Meine Mutter zum...“
„Das ist mir Egal! Alastor! Es gibt immer die Möglichkeit dass sie auf den dunkeln Weg gelangen. Du hast es mir beigebracht, dass war in Ordnung weil ich dir dadurch helfen konnte, aber die Kinder werden es nicht lernen und damit Ende!“
„Aber...“
„Nichts aber! Wir hatten das besprochen und nun halt dich daran.“
Die Frau verschränkte ihre Arme vor der Brust, beobachtete ihren Mann ganz genau. Dieser seufzte resignierend.
„Charlie... es war wirklich nicht von mir geplant dass eines der Kinder es findet. Glaube mir doch. Es tut mir leid.“
Und da war er wieder. Dieser reumütige Blick den er so gut beherrschte und der sie wieder einmal einknicken lies. So lockerte Charlie ihre Arme.
„Bring es aber bitte morgen weg, ja?“
„Versprochen.“
Alastor ging auf sie zu und drückte die Blonde sachte an sich. Er verstand durchaus ihre Sorgen, aber am Ende lag es ihren Kindern auch im Blut. Seit Generationen war Voodoo in seiner Familie vertreten: Rosie konnte es, seine Mutter, er selbst und auch Charlie. Er wollte es den Kindern so an sich nicht bei bringen, aber sollte eines von ihnen fragen und Interesse daran haben, warum nicht? Seine Mutter hatte jahrelang Voodoo ohne Menschenopfer betrieben.
„Morgen bring es es gleich nach dem Frühstück zurück ins Waldhaus. Lass uns heute aber einfach nicht mehr daran denken, ja?“
„Ja... aber wehe du hältst dich nicht daran.“
Er lachte und gab ihr einen Kuss. Ja, ihm war durchaus bewusst das er seine liebe Frau nicht verärgern sollte und dies warf auch nicht in seinem Interesse.


Rosie nahm einen Zug von ihrer Zigarettenspitze während sie beobachtete wie Charlie den Inhalt ihrer Handtasche überprüfte um sich sicher zu sein alles mit zu haben. Alastor wartete bereits, die Arme elegant hinter den Rücken gelegt, geduldig an der Tür auf seine Frau.
„So... ich müsste alles haben. Also, Rosie, du weißt wenn etwas ist dann....“
„Ja ja, Charlotte! Dann rufe ich bei Mister Williams in der Bar an. Herrje, ich passe nicht das erste Mal auf die Kleinen auf!“
Winkte die Ältere ab.
„Entspann dich mal ein bisschen, Liebes, und genieße den Kinderferien Abend.“
Charlie seufzte. Rosie hatte ja recht.
„Entschuldige, Rosie.“
Die Ältere sah auf die Bilder auf dem Kamin.
„Was ist nur aus euch Beiden geworden? Du bist viel zu übervorsichtig mit den Kindern, dabei warst du doch selbst einst mal das Gegenteil davon und die Grinsebacke da drüben...“
Sie zeigte auf ihren Ziehsohn der wie immer lächelte.
„... Ist ein wahrer Pantoffelheld geworden! Außerdem kenne ich mich mit Kindern aus und nun seht zu das ihr verschwindet, sonst geh ich wieder!“
Sie schob das Ehepaar schon fast aus dem Haus, welche sich dann aber doch auf den Weg in Husks Bar machten.
„Meine Güte.“
Kam es Kopfschüttelnd von ihr. Rosie nahm einen weiteren Zug von ihrer Zigarettenspitze ehe sie den Dincher ausdrückte und beschloss nach den Kindern zu sehen. Im Zimmer von Vincent war alles dunkel und wie zu erwartend hielt er sich daran, dass Schlafenszeit war, doch unter den Türspalt in Susans Zimmer, sah sie leichtes Licht flackern. Ein Lächeln umspielte die Lippen der älteren Dame. Ihr gefielen diese kleinem Rebellionen die das Mädchen von Zeit zu Zeit an den Tag legte.
Leise öffnete Rosie die Tür des Zimmers. Susan lag auf dem Bauch in ihrem Bett, lediglich die kleine Nachttischlampe an und blätterte in einem Buch herum. Der Schatten der Grauhaarigen glitt zu ihr herüber und sah nach, was sie las. Doch dann weiteten sich die löchrigen Augen und er deutete Rosie an näher zu kommen. Diese trat auf leisen Sohlen in das Zimmer und ihr Lächeln wurde zu einem breiten Grinsen als sie sah was das Mädchen las.
„Na? Interessant was du da liest?“
Susan zuckte zusammen und drehte sich sofort zu der Dame, welche nun an ihrem Bett stand.
„Oma Rosie! Ich hab dich gar nicht reinkommen hören!“
Rosie nahm das Buch und sah auf die aufgeschlagenen Seiten. Ein Buch über Voodoo? Das war interessant.
„Oh, bitte sag Mama nichts davon! Sie hat heute schon mit Papa geschimpft weil ich in ihren Büchern herumgeschnüffelt habe. Nicht das er noch mehr ärger bekommt.“
„Papalapap. Dein Vater ist es mittlerweile gewöhnt dauernd an gemeckert zu werden und ich werde den Teufel tun deiner Mutter zu berichten dass dich dein Erbe interessiert.“
Fragend setzte sich Susan auf.
„Mein Erbe?“
„Durchaus. Komm mit mir ins Wohnzimmer. Dann erzähle ich dir gerne davon.“
Rosie wartete nicht darauf das Susan noch etwas sagte und ging hinaus. Das war interessant, aber vorhersehbar. Vincent war von allem was ihm ausmachte her weniger geeignet als Susan für Voodoo. In ihr steckte der Geist ihrer namensgebenden Großmutter und sie war voll und ganz die Tochter ihres Vaters. Aus ihr könnte Großen werden.
Kaum saß die Grauhaarige, kam auch das braunhaarige Mädchen die Treppe herunter. Sie hörte die kleinen Schritte im Flur, das leichte knarzen des Bodens als sie in das Wohnzimmer kam und beobachtete sie, wie sie sich ihr gegenüber setzte und erwartungsvoll in die Augen der Älteren blickte. Rosie sah noch einmal auf das Buch in ihren eigenen Händen.
„Du weiß was Voodoo ist?“
„Naja...also es ist irgendwie eine Art Zauber, denke ich. Zumindest steht so etwas ähnliches da in dem Buch.“
„Oh, Voodoo ist viel mehr. Es kann dein Leben werden, wenn du es an dich heran lässt, kann gut wie auch böse sein, Freude wie auch Leid zu fügen.“
„Und was hat das mit mir zu tun?“
„In dir schlummert dies alles. Voodoo liegt seit Generationen in deiner Familie väterlicher Seits. Ja, dein alter Herr höchst persönlich ist ein sehr, sehr mächtiger Magier.“
Die Augen der Kleinen weiteten sich. Ihr Papa war ein Magier?
Das passte nicht ganz in ihr Bild. Sie hatte ihn nie zaubern gesehen, kannte ihn nur als liebenden Familienvater, für den sie seine kleine Prinzessin war. Ein Mann der in New Orleans für seine Stimme berühmt war, aber nicht für so etwas wie..zauber.
„Du scheinst überrascht.“
„Das wusste ich nicht, Oma Rosie.“
„Es gibt vieles was du nicht weißt. Auch deine Mutter kann es, aber nur das Grundwissen und ein paar andere Dinge die dein Vater ihr bei brachte um die Familie zu beschützen.“
„Aber warum halten sie es geheim?“
„Weil sie den dunklen Weg des Voodoo gehen und euch aus alle dem heraus halten wollen.“
Der Kinderkopf fing an zu arbeiten. Gut, Susan war noch sehr jung, aber sie war ein cleveres Mädchen, weit aus weiter in ihrer geistigen Entwicklung und im Verständnis vieler Dinge als andere Kinder in ihrem Alter. Eine weile beobachtete Rosie das Mädchen, doch dann legte sie das Buch auf den Tisch.
„Du scheinst mir nicht ganz zu glauben, nicht wahr Susan?“
„Ich muss zu geben...es fällt schwer.“
„Warte.“
Die Ältere stand auf und ging in den Garten. Nun, vielleicht konnte ein kleiner Test dem Mädchen zeigen was in ihr steckte. Es musste viel sein. Zum einen weil es ihr im Blut lag, zum anderen weil sie im Leib ihrer Mutter mit Marinettes Kraft in Berührung kam, als diese mit Charlie den Deal besiegelte. Schnell fand sie einen Blumentopf und füllte diesen mit Erde.
Mit diesem ging sie in das Haus zurück, stellte den Topf vor das verwirrte Mädchen und fischte ein Stück Kreide aus ihrer Handtasche, ehe sie etwas auf einen Zettel schrieb und Kreide so wie Zettel vor Susan legte.
„So...dies schreibst du jetzt auf den Rand des Blumentopfes. Lasse aber zwischen Anfang und Ende eine Daumendicke platz.“
Rosie sah wie sich die großen braunen Augen noch mehr weiteten. Susan nahm etwas zögernd die Kreide. Was Rosie dort auf den Zettel gekritzelt hatte...ähnliche Symbole hatte sie auch in dem Buch gesehen. Doch dann schreib die Braunhaarige alles auf den Rand und stellte den Topf wieder hin.
„Und nun?“
„Nun reich mir mal deinen Zeigefingern.“
Auch dies tat Susan, schnell holte Rosie ein Klappmesser aus ihrer Handasche und ehe das Mädchen zweit hatte, zu protestieren, schnitt sie ihr in den Zeigefinger.
„Aua!“
„Drück das Blut auf die freie Stelle.“
Eine weile sah Susan Rosie schmollend an, doch dann tat sie was von ihr verlangt wurde.
„Was soll ich jetzt machen?“
„Halte deine Hände links und rechts neben den Topf, als wenn du einen unsichtbaren Ball festhalten würdest und konzentriere dich auf dem Topf.“
Susan tat einfach was gesagt wurde, auch wenn sie nach wie vor nicht verstand was dies alles bringen sollte. Schnell waren die Kinderhände platziert und sie blickte auf die Erde, fing nach und nach an alles um sich herum aus zu blenden und sich nur noch auf den Topf zu konzentrieren. Doch dann sah sie es. Licht kam aus der Erde, wurde heller und größer, formte sich, während es wuchs.
Das Licht legte sich und eine große und schöne violette Orchidee blieb zurück.
Rosie musste lächeln
„Eine Orchidee? Die Blume der Schönheit, Sehnsucht, Hingabe und Neugier... in dieser Farbe steht sie auch für Gerechtigkeit, Bedachtsamkeit und Weisheit. Ich denke das passt sehr gut zu dir.“
Susan war sprachlos, sie starrte die Blume weiterhin an, nicht verstehend wie diese dorthin kam.
„Das...das ist doch gar nicht möglich.“
„Doch doch. So etwas steckt tief in dir. Du hast den Loa dein Blut gegeben und damit eine Blume erschaffen, die Einblick in deine Zukunft gibt. Aber es sollte als kleiner Hinweis verstanden werden, nicht als endgültiger Weg den du gehen wirst. Immerhin bist du noch ein Kind und vieles kann sich ändern.“
Das Mädchen sah auf ihre Hände, die Schnittstelle war weg und ihr Kopf arbeitete um nach mehr antworten zu suchen.
„Das ist... seltsam? Aber...“
Erneut wanderte ihr Blick auf die Orchidee.
„Das kam wirklich von mir?“
„Durchaus.“
Die Grauhaarige lehnte sich zurück und sah nun genau dass was Susan ausmachte. Ihre Neugier und ihre Wissbegierig keimte auf und so nahm sie sich den Topf, drehte ihn in ihren Kinderhänden und sah sich jede Seite genau an. Hier saß verschwendetes Potenzial. Ein Mädchen mit den besten Voraussetzungen es weit zu bringen. Doch wusste die Ältere ganz genau welche Knöpfe sie drücken musste.
„Zu schade dass deine Eltern nicht möchten dass du es lernst. Was eine Verschwendung. Dabei ist es so faszinierend. Dies hier war nur ein kleiner Test um dein Potenzial zu testen und er hat gezeigt das eine Menge in dir steckt. Leider werden wir nie erfahren wie viel es wirklich ist.“
Susan drückte den Topf an ihre Brust. Sie wollte mehr darüber erfahren! So viel mehr. Was war das was dort in ihr schlummerte? Was konnte sie damit alles erreichen?
„Kannst du es mir nicht beibringen?“
„Oh, dann müssten wir aber deine Eltern belügen.“
„Ja, ich...“
Das Mädchen seufzte.
„Ich weiß. Aber ich muss einfach mehr darüber wissen. Du sagtest es gibt zwei Wege, richtig? Dann werde ich einfach nicht den gehen den meine Eltern genommen haben.“
„Du unartiges Mädchen.“
Lachte Rosie.
„Aber ich bringe dir sehr gerne Voodoo bei.“
Als sie das freudige Strahlen das Mädchens sah, hatte sie wieder einmal ihr Ziel erreicht und so schloss sich erneut der Kreis.



….to be continued....(?)
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