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Behind a Smile

von TaniSuwa
Kurzbeschreibung
GeschichteHorror, Liebesgeschichte / P18 / Het
Alastor Charlie Magne
16.08.2020
16.08.2021
22
92.893
8
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04.08.2021 3.961
 
Samstag Morgen... nein, es ging eher Richtung Mittag zu. Es gab Zeiten an denen sie um diese Zeit bereits frisch für den Tag am Essenstisch saßen, ihren Tag planten und das Leben genossen. Doch nicht diesen Samstag. Vielleicht auch nie wieder irgendeinen Tag. Sachte strich Charlie dem noch schlafenden Alastor durch das Haar. Sie selbst hatte kein Auge zu gemacht. Wie auch?
Dieser Tag würde alles verändern und kaum achtundvierzig Stunden nachdem sie seine Frau wurde, würde sie vielleicht schon Witwe werden. Ihre Hand löste sich aus seinem Haar, legte sich auf ihren Bauch. Eigentlich sollte sie doch lieber ihre Schwangerschaft genießen, viele schöne Momente mit ihrem Mann haben und ihm gehörig mit ihrem Essverhalten und Stimmungsschwankungen nerven, doch stattdessen kreisten ihre Gedanken darum, was sie ohne ihn machen sollte, es war ihr nicht möglich viel an das Kind zu denken, geschweige denn an eine Zukunft ohne den Mann, der ihr am wichtigsten war. Er war doch ihre Welt!
Doch denn legte sich eine gebräunte Hand auf ihren Bauch, strich sachte über die kaum sichtbare Wölbung, welche sie zusammen entdeckt hatten.
Ihr Kopf drehte sich zu Alastor, welcher sie verschlafen, aber friedlich anlächelte. Wie konnte er nur zu ruhig sein?
„Guten Morgen, Misses Morgan.“
Flüsterte er ihr zu, zauberte ihr nun ebenso ein Lächeln ins Gesicht.
„Ich mag wie das klingt.“
Gestand sie ihm, gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Er summte zustimmend.
„Und keine kann es dir je wieder weg nehmen, Schatz.“
Sie schweig, schmiegte lieber ihren nackten Körper an den seinen.
„Hast du überhaupt geschlafen, Liebling?“
Fragte Alastor, während seine Finger ihr sachte durch das Haar fuhren.
„Ein bisschen, vielleicht.“
Vorsichtig drückte er sie an sich. Beinahe wäre er wieder mit dem „Du musst auf dich achten“ Satz gekommen, aber diesen hatte Charlie mehr als nur satt und ihm verboten zu sagen.
„Ich weiß genau was du sagen willst und ich warne dich!“
Murmelte sie gegen seine Brust, worauf er amüsiert gluckste.
„was möchte ich denn sagen, meine Schöne?“
„Vergiss es... du bekommst diesen Satz nicht aus mir heraus!“
Warum war er so unbeschwert? Konnte er sich nicht genau so einen Kopf machen wie sie? Oder zumindest so tun? Es würde so vieles für sie leichter machen.
„Mh... wir sollten langsam aufstehen, Liebling. Ich könnte uns ein schönes Frühstück machen, danach vielleicht ein kleiner Spaziergang?“
Nun löste sie sich von ihm, richtete sich auf und sah ihn einfach an. Er stütze sich ab, wollte ihr sachte über die Wange streichen, doch sie wich ein Stück zurück.
„Wie kannst du so ruhig bleiben?“
„Mh?“
„Ach komm, Alastor!“
Genervt warf sie ihm ein Kissen ins Gesicht, welches er darauf von sich nahm.
„Verdammt noch mal, ich hab Angst... Angst dich wieder zu verlieren und du? Du lächelst, lachst, tust so als wenn nichts wäre. Das kann doch nicht wahr sein! Du nimmst das alles überhaupt nicht ernst!“
Aufmerksam hörte er ihr zu, musste dabei darauf achten nicht zu lachen. Sie war so hinreißend wenn sie ihre wütend war.
„Ich nehme das sehr wohl ernst. Aber sollte dies hier, wirklich mein letzter Tag sein, so möchte ich ihn fröhlich mit dir verbringen und nicht vor lauter Verzweiflung panisch im Kreise rennen, Schatz. Ich will meine letzten Stunden nur mit dir und unserem Kind verbringen.“
Der Braunhaarige richtete sich auf.
„Als Familie.“
Nun lies sie sich von ihm berühren.
„Wir müssen das nun alles auf uns zu kommen lassen, Liebling, und vielleicht schaffe ich es. Ich muss ihr nur ein gutes Angebot machen.“
„Ein gutes Angebot?“
„Ja, einen Deal. Ein Deal ist für mich und auch sie bindend.“
Seine Finger strichen über ihre Wange, hin zu ihrem Haaren.
„Aber es gibt eine Sache an die ich doch denken muss, wenn ich es nicht schaffen sollte.
„Und die wäre?“
„Wenn unser Baby ein Mädchen wird, kannst du es Susan nennen?“
Ihre Augen weiteten sich. Er war sich des Babys weit aus mehr Bewusst als sie. Dabei wuchs es doch in ihr heran und nicht in ihm. Alastor hatte alles durchdacht. Sie Beide abgesichert, dafür gesorgt dass sie von ihren Eltern unabhängig war, denn er wusste wie sehr es ihr missfallen würde ihre Freiheit auf zu geben. Ja, selbst sein altes Kinderzimmer hatte er bereits ausgeräumt, damit sie es nicht machen musste, wenn sie hier blieben wollte. Nun überraschte er sie sogar mit einem Namen.
„Susan? Nach deiner Mutter?“
Er nickte. Langsam hoben sich Charlies Hände und sie strich ihm über die Wangen.
„Das ist ein schöner Name, Al.“
Ja, sie würde ihm diesen gefallen tun. Alastors Lächeln wurde breiter und nun beugte er sich zu ihr um sie zu küssen.
„Meinst du wir wären gute Eltern?“
Flüsterte er gegen ihre Lippen und die Blonde musste ein amüsiertes Geräusch von sich geben.
„Ich weiß es nicht, aber vielleicht wären wir so schlecht darin, dass wir schon wieder gut wären.“
Sie kicherten. Doch dann lies Charlie sich langsam nach hinten fallen und zog ihren Mann über sich. Er hatte recht. Falls es schiefgehen würde, sollten sie ihre letzten gemeinsamen Stunden genießen.



Alles war vorbereitet: Die Einrichtung im Keller beiseite geschoben, die Kerzen platziert, mit Kreide alles wichtige aufgemalt und der Hahn bereits gepfählt und in Position gebracht. Alastor streute Maismehl vor die Treppe, auf der Charlie saß. D
„Sagtest du nicht Salz wehrt böse Geister ab?“
„Ja, das tut es, Zumindest Geister wie meinen Schatten und andere niedrige. Bei Loa und ihren Schattenhelfern ist Maismehl jedoch viel effektiver. Zum Beispiel dein Amulett. In ihm befindet sich sowohl Salz als auch Maismehl.“
Sie schwieg, drückte das Amulett, welches sie von im bekommen hatte, an ihre Brust und ging mit ihm hoch, Richtung Schlafzimmer. Dabei lies sie ihn nicht aus den Augen. Er hatte sich zurecht gemacht. Die Haare zur Seite gekämmt, wobei diese eine Strähne wieder nicht mit den Anderen zog, hatte sich etwas feines angezogen. Auch wenn es nicht wirklich viel bringen sollte, hatte sich ihr Mann für Marinette zurecht gemacht. Ob es aus reiner Verzweiflung war? Denn langsam spürte Charlie wie er nervös wurde.
So öffnete der Braunhaarige ihr die Tür, lies sie zuerst in den Raum gehen.
„Wenn wir das alles hinter uns haben, werden wir Husk mal in seiner Flüsterkneipe besuchen.“
Kam es von Alastor und Charlie stockte.
„Wie hast du ihn grade genannt?“
Fragte sie nach uns sah ihm in die Augen. Verwirrt hob er eine Augenbraue
„Mh?“
„Du hast Husk gesagt, nicht wie sonst Husker.“
Alastor räusperte sich.
„Nun...vielleicht bin ich doch mehr nervös als ich zeige.“
Auch wenn er entspannt und ausgeglichen wirkte, hielt er sich genau vor Augen was passieren könnte und wenn er ehrlich war, standen seine Chancen verdammt schlecht lebend aus diesem Gespräch zu kommen. Dabei würde er gerne noch all dies was grade um ihn herum passierte erleben. Alastor wollte mit Charlie, ihrer Familie und Freunden ihre Hochzeit feiern, er wollte sehen wie sein Kind aufwuchs, ja vielleicht sogar weitere mit ihr haben, mit Charlie alt werden. Noch nie hatte er sich so lebendig gefühlt, das Leben so lebenswert und doch stand er vor den Tod und benahm sich wie ein Narr.
Charlie ging auf ihn zu, strich im sachte über die Wange.
„Ich liebe dich, Alastor. Mit allem was mich ausmacht. Nichts wird dies je ändern können.“
Ohne weiter nach zu denken, schlang er seine Arme um sie, drückte die junge Frau fest an sich.
„Ich liebe dich auch, Charlie. Mehr als du dir vorstellen kannst und ich werde bis in alle Zeit dir gehören.“
Eine weile bliebe sie einfach eng umschlugen stehen, doch dann löste sich Alastor widerwillig von ihr.
„Ich sollte es schnell hinter mich bringen.“
Charlie schwieg, sah wie er zur Tür ging.
„Wenn ich in einer Stunde nicht zurück bin, geh zu Rosie, versprich es mir. Geh unter keinen Umständen in den Keller.“
Sie nickte, den Tränen nah. Alastor zog die Tür zum Schlafzimmer zu und schloss ab. So ging er sicher dass sie ihm nicht folgen würde. Zwar konnte sie immer noch aus dem Fenster klettern, kam aber nicht durch die Eingangstür. Der Braunhaarige atmete einmal tief ein und aus, fasste aber dann allen Mut zusammen und ging in den Keller.
Er stellte sich vor den gepfählten Hahn, sah wie so oft auf die Kreidebögen. Für einen Moment überlegend ob er nicht noch einen Maismehl um sich ziehen sollte, aber wenn er dies tat, würde der Loa nur noch wütender werden, immerhin hatte er diesen nach ihrem ersten Treffen nie wieder zum Schutz gezogen. Für einen Moment schloss er die Augen, kam langsam zur Ruhe. Alles oder nichts. So entzündete er die Kerzen mit einem Fingerschnippen,
„Oh, Marinette, die du zu den Nachon der Petro gehörst, erhöre mich, A...“
Weiter kam er nicht, denn ehe er seinen Satz beenden konnte, färbte sich der Raum in grünes Licht und das Portal öffnete sich.
Verwirrt senkten sich die Schultern des Braunhaarigen, doch ehe er weiter sprechen konnte, schossen schwarze Ranken aus dem Portal, drückten ihn mit voller Wucht gegen die Wand, als sie seine Arme und Beine umschlangen.Sein Rücken krachte hart gegen die Steinwand und Alastor keuchte schmerzhaft auf, sah wie das Licht sich rot färbte.
Marinette flog in ihrer Eulengestalt heraus, doch setzte sie sich nicht auf den dargebotenen Hahn, sondern nahm ihre Gestalt als Loa an. Eine sehr große schwarze Frau, ihr Skelett mit weißer Farbe auf der dunkeln Haut gemalt, lange Dreadlocks, mit einem dunkelrotem Stirnband aus dem Gesicht gehalten und Augen von der Farbe glühender Kohlen. Lediglich ein Lendenschurz verdeckte ihre Weiblichkeit, der Rest ihres sportlichen Körpers war nackt. Auf ihrer Schulter thronte eine Kreischeule.
„DU WAGST ES MICH ERNEUT ZU RUFEN, NACHDEM DU MICH HINTERGANGEN HAST, ALASTOR MORGAN!“
Rief sie in einem bedrohlichen Ton. Der Braunhaarige versuchte gar nicht erst sich zu befreien, er würde den kurzen ziehen.
„Marinette, ich wollte dich nie hintergehen. Wirklich. So viele Jahre diene ich dir schon und habe immer mein Wort gehalten, dir viele Seelen gebracht. Ich habe alles getan was du von mir verlangt hast und war nur für dich da. Aber... ich kann nicht mehr ohne Charlie.“
Sagte er ehrlich, versuchte den Blick der Loa zu deuten.
„Ich brauche sie und ich werde auch mit ihr an meiner Seite Seelen für dich sammeln, wir...“
„DU MEINST SO WIE DIE LETZTEN MONATE MENSCH?“
Alastors Augen weiteten sich und er spürte wie sich eine der Ranken um seinen Hals wickelten.
„ICH HABE DIR GEHOLFEN, HABE DIR MACHT GEGEBEN UND IMMER GEDACHT DU WÜRDEST ÜBER DIESEN DUMMEN MENSCHLICHEN BEDÜRFNISSEN STEHEN. ALL DIE JAHRE HAST DU NIE EINER FRAU NACH GESEHEN ODER DICH DER FLEISCHESLUST HIN GEGEBEN. ICH HAB DICH FÜR ETWAS BESONDERES GEHALTEN, JEMAND DER ES WERT WAR MEIN HOCHRANGIGSTER DIENER ZU SEIN, DOCH DU HAST ALLES ZERSTÖRT NUR WEGEN EINEM KLEINEN BLONDEN DING.“
Funkte sie während die Ranken sich fester um seinen Hals schlangen und er nach Luft schnappte.
„M-Marinette, ich..ich bitte dich... h-höre mir zu Ende z...“
eine weitere Ranke schnellte aus dem Portal und bohrte sich in seine Seite worauf er einen erstickenden Schmerzensschrei von sich gab. Das war es also. Sein Ende. Alles war verloren.



Charlie sah auf die Uhr. Zwanzig Minuten...es waren nur zwanzig Minuten seit sie hier im Schlafzimmer eingesperrt wurde und doch fühlte es sich wie eine Ewigkeit an. Nervös strich sie sich über den Bauch, spürte Übelkeit in sich hoch kommen. Sie konnte doch nicht darauf warten das Alastor starb! Irgendetwas musste sie doch tun. Langsam stand sie vom Bett auf, rannte wie eine hungrige Löwin in einem Käfig auf und ab. Er lief in sein verderben und sie war daran schuld, dabei wollten sie doch nur glücklich zusammen sein, war das so falsch?
Die Blonde blieb stehen.
Ein Deal war bindend... und was wenn sie einen Deal mit der Loa machte? Sie musste nur etwas finden was Marinette interessieren könnte.
Alastor diente ihr seit nun fast fünfzehn Jahren und war wohl bis er Charlie kennen lernte immer ein fleißiger Helfer gewesen. Sie hatte ihn abgelenkt.
Doch dann kam es ihr wie ein Blitzschlag. Natürlich! Das könnte gehen.
Die junge Frau ging zu dem Kleiderschrank. Wenn Alastor dachte dass sie eine verschlossenen Tür jetzt noch aufhalten würde, hatte er sich geschnitten!
Schnell schob sie die Kleider beiseite suchte diesen einzigen Drahtbügel den er besaß. Alastor hatte diese Art von Bügel immer gehasst, doch einen besaß er. Hoffentlich hatte er ihn nicht entsorgt. Doch dann fand sie ihn. Das bordeauxrote Nadelstreifenjackett mit dem schwarzen Revers, welches an dem Kleiderbügel hing, würde achtlos beiseite geworfen.
Innerlich dankte sie Anthony für den Kurs im Schlösser knacken und bog den Bügel zurecht.
„Tut mir leid, Al, aber ich kann mich an mein versprechen nicht halten.“
Murmelte sie und nach wenigen Umdrehungen war die Tür offen. Charlie spürte ihr Herz kräftig in ihrer Brust hämmern. Mit zitterigen Beinen ging sie in die Küche, sah zu der Tür zum Keller, das Regal was dies normal versteckte beiseite geschoben. Die junge Frau nahm allen Mut zusammen und öffnete leise die Tür. Maismehl sollte helfen gegen die Loa und Alastor hatte welchen am Treppenende gestreut. Damit müsste sie also sicher sein, solange sie die Grenze nicht überschritt.
Langsam schlich sie die Stufen herunter, doch als sie einen stumpfen Schrei vernahm, beschleunigten ihre Beine wie von alleine, vor der Abgrenzung durch das Maismehl blieb sie stehen, sah wie der Raum im roten licht erstrahlte, sah diese seltsame, fast nackte Frau, die Ranken, folgte diesen mit ihrem Blick und sah dann...Alastor! Gefesselt, blutend und dabei erwürgt zu werden. Kurz hielt sie sich die Hand vor den Mund. Nein, das durfte nicht sein!
„Stopp! Bitte!“
Rief Charlie, klammerte sich mit Tränen in den Augen an der Wand fest. Die Ranke um Alastors Hals lockerte sich und sowohl Marinette als auch er sahen in ihre Richtung. Alastor atmete hastig um seine Lungen wieder mit Luft zu füllen, wobei sich seine Augen weiteten als er Charlie sah. Warum war sie hier und wie war sie aus ihrem Zimmer entkommen?
„Verdammt, Charlie! Du solltest nicht hier sein!“
„Wenn du Möchtegern Voodoomeister es nicht hin bekommst hier lebend raus zu kommen, muss ich das wohl machen!“
Zickten sich die Beiden kurz an und eine Augenbraue der Loa hob sich.
„ICH HABE KEINE ZEIT FÜR DIE SPIELCHEN DER MENSCHEN!“
Rief sie und die Ranke in Alastor Seite bohrte sich tiefer in ihn, leisen ihn erneut schmerzhaft auf keuchen. Charlies Augen weiteten sich.
„Nein! Bitte, Marinette, richtig? Oh bitte höre mich an!“
Die größere Wand sich wieder Charlie zu.
„WARUM SOLLTE ICH EINEM DUMMEN MENSCHENMÄDCHEN GEHÖR SCHENKEN?“
„I-Ich weiß...ich bin in Voodoo überhaupt nicht bewandert, kann nur die ein zwei Sachen die mir Alastor gezeigt hat, aber...“
Ihr Blick wanderte zu ihrem Mann.
„Aber bitte nehmt mir meinen Mann nicht weg. Er ist alles was ich auf dieser Welt brauche und am Ende bin ich daran schuld dass er nachlässig wurde.“
„WILLST DU DICH ETWA FÜR IHM OPFERN?“
„Nein, nicht ganz. Ich...“
Charlie legte eine Hand auf ihren Bauch. Wie sollte sie es formulieren?
„Verschwinde von hier!“
Rief nun Alastor, seine Frau unterbrechend, doch die Loa knebelte ihn mit der Ranke um seinen Hals.
„SEI STILL...“
Fauchte sie ihn an, blickte zurück zu der jungen Frau an der Treppe.
„ICH HÖRE.“
Eines musste Marinette ihr schon lassen. Die kleine hatte Mumm.
„Ich...“
Nervös strich Charlie sich eine Strähne hinter ihr Ohr.
„Lass mich dir einen Deal vorschlagen, Marinette.“
Die Loa lachte.
„DU WILLST EINEN DEAL MIT MIR? HAST DU ÜBERHAUPT EINE AHNUNG MIT WEM DU HIER SPRICHST?“
Charlie grub in ihrem Gedächtnis. Alastor hatte ihr vor einer weile einiges über Marinette erzählt.
„Mit einer der Mächtigsten Loa. Die Loa, die für Macht und Gewalt steht, der das Feuer gehört und dessen Symboltier eine Kreischeule ist.“
Fing sie an.
„Mein Mann hat dich als Kind um Hilfe gebeten als er in Schwierigkeiten war, du hast ihm die nötige Macht dazu gegeben aus seiner misslichen Lage zu entfliehen und seither dient er dir als treuer Sammler von Seelen. Ich habe ihn jedoch abgelenkt, wusste nichts von alle dem. Doch nun...“
Sie sah der Loa in die Augen.
„Nun sehe ich alles viel klarer, weiß dass er dir in Wirklichkeit für alles dankbar ist und ich nicht das Recht dazu habe ihn von seiner Aufgabe dir zu dienen ab zu halten. Ich liebe diesen Mann und ich kann durchaus damit leben, was er macht, denn ohne dich hätte ich ihn vielleicht auch nie kennen gelernt, er wäre ein Anderer geworden. Dafür danke ich dir. Aber ich brauche ihn an meiner Seite, mehr noch als die Luft zum atmen. Du sagtest ihm einst mal, dass du dafür sorgen willst, dass er mich opfert, aber ich glaube sollte dies passieren, wird auch er nicht mehr weiter machen wollen.“
Der Blick der Loa verfinsterte sich.
„SAG MIR WAS DU WILLST, MENSCH.“
Befahl sie und die junge Frau schluckte. Charlie kamen die Worte ihrer Mutter in den Sinn:
'Hinter jedem dummen Mann, steht eine schlaue Frau, die ihn nach ihren Wünschen lenken kann.'
Vielleicht konnte sie für Alastor Menschen aussuchen, die böse waren, mit deren verschwinden der Gesellschaft einen gefallen getan wurde.
„Ich möchte das du ihn leben lässt, dafür sorgst das er für immer als mein Ehemann an meiner Seite bliebt und mich nie verlässt, dafür werde ich dafür sorgen dass er seinen Sold an dich erfüllt, helfe wenn es sein muss dabei und wenn wir die Welt der Lebenden verlassen, gehören unsere Seelen dir. Wir werden beide zu deinen Dienern, versprochen. Wir werden dir gemeinsam viele Seelen geben. So hast du zwei Diener, anstatt das du nun einen verlierst. Bitte, Marinette. Lass es uns versuchen.“
Die beiden Frauen starrten sich eine weile an. Alastor sah zwischen ihnen hin und her, hilflos. Charlie war vollkommen übergeschnappt! Sie hatte überhaupt keine Ahnung davon wie man mit einem Loa sprach, brachte sich und das Kind in Gefahr.
Doch langsam wurde das rote licht wieder grün.
„WIE IST DEIN NAME, KIND?“
„Charlotte...Morgan geborene Magne.“
„KOMM NÄHER UND TRITT AUS DEM MAISMEHL.“
„Nein.“
Sagte die Blonde ganz direkt.
„Ich kann es nicht tun. Denn ich würde diesen Schritt nicht alleine tun und jemanden damit in Gefahr bringen.“
Die Loa verstand und blickte auf ihren Bauch.
„KLUGES DING. DAS MUSS ICH SAGEN.“
Sie ging auf Charlie zu, ihre nackten Füße gaben Geräusche auf dem kalten Steinboden von sich und sie reichte ihr die Hand.
„HABEN WIR EINEN DEAL?“
Die junge Frau zögerte, sah noch einmal zu ihrem Mann, welcher sie nur mit verwirrtem Blick und weit aufgerissenen Augen an sah. Sie schluckte doch dann griff sie nach Marinettes Hand.
„Deal!“
Kaum hatte sie eingeschlagen, durchfuhr sie ein leichter Ruck, die Ranken verschwanden, leisen Alastor unsanft so Boden fallen. Der Braunhaarige keuchte auf und hielt sich die blutende Seite, während seine Brille von seiner Nase rutschte. Die Loa drehte sich zu ihm um.
„DIES IST DEINE LETZTE CHANCE, ALASTOR.“
Mahnte sie ihn, nahm den Hahn auf und verschwand durch das Portal, welches sich hinter ihr schloss.
Charlie atmete hastig. Ihr Blut pochte schnell in ihren Adern und sie hielt sich an der Wand fest. Langsam, senkte sich das Adrenalin in ihr. Doch dann fing sie sich wieder und rannte zu Alastor.
„Al! Ich...oh, wir sollten ganz schnell den Arzt rufen!“
Rief sie, nahm seine Hand von der Wunde um sich diese genauer an zu sehen.
„Nein... Ruf einfach Rosie an...“
Sagte er mit schmerzverzerrten Gesicht. Charlie hob seine Brille auf und setzte ihm diese auf die Nase, während er versuchte sich etwas auf zu richten.
„Verdammt noch mal, Charlie. Ich habe gesagt du sollst in dem Zimmer warten.“
Schimpfte er sie nun aus. Die Blonde sah ihn empört an und drückte einfach in die Wunde, wobei er aufschrie.
„Ist dass dein Ernst? Ich habe dir grade das Leben gerettet!“
„D-Du hast einen Deal mit Marinette gemacht!“
„Ja um deinen Hintern zu retten, Idiot! Dank diesem Deal wächst Susan nicht ohne Vater auf!“
„Du dummes Weib.“
„Arschloch! Und eines schwöre ich dir, unterbrichst du mich noch mal, wird Marinette dein kleinstes Problem sein!“
Eine weile sahen sich Beide böse funkelnd an, doch dann zog Alastor seine Frau an sich drückte sie leicht, ungeachtet aller schmerzen. Sie hatte Marinette ebenbürtig gegenüber gestanden, hatte sich behaupten können....was steckte nur noch alles in dieser Frau? Er merkte wie Charlie ihre Arme um ihn legte und zu schluchzen begann.
„Manchmal hasse ich dich wirklich, Alastor!“
Knurrte sie, vergrub ihr Gesicht in seiner Brust.
„Du machst mich wahnsinnig...aber genau dafür liebe ich an dir.“
Flüsterte er ihr zu, strich seiner Liebsten durch ihre blonde Locken.
„Wo ist eigentlich das Mädchen hin, von dem du behauptet hast, es wäre keine starke Person, Liebling?“
Er gab ihr einen Kuss auf die Stirn und die Blonde erhob sich.
„Das ist irgendwo zwischen Lügen und Mord auf der Strecke geblieben, befürchte ich.“
„Bereust du irgendetwas?“
„Ja, dir bis jetzt noch nicht für deine teils blöde Art mal eine verpasst zu haben.“
Der Mann gluckste Amüsiert, doch dann lies er sich von Charlie auf helfen und ging mit dieser ins Wohnzimmer hoch. Sofort rief Charlie Rosie an, welche sich sofort auf den Weg machte.
Charlie hingegen reichte Alastor ein Tuch, welches er auf die Wunde drücken konnte und machte erst einmal Kaffee.
Der Braunhaarige beobachtete sie. Also gab es für sie beide doch ein Happy End. Wenn man dies als solches bezeichnen konnte. Charlie hatte nun auch ihre Seele an Marinette verkauft und er sah wie auch sie über das Erlebte grübelte.
„Nun...ich denke wir haben nun nicht mehr all zu viel Zeit unsere richtige Hochzeit zu planen.“
Fragend schaute sie zu ihm auf.
„Nicht mal drei Wochen.“
„Dann haben wir also viel zu tun in den nächsten Tagen, nicht wahr, Liebling?“
„Sieht so aus.“
Eine weile starrte sie ihn einfach an, doch dann ging sie zu ihm, legte ihre Hände auf seine Wangen.
„Dir ist bewusst dass du nun voll und ganz mir gehörst?“
Er schnaufte kurz erheitert.
„Oh, Charlie. Das habe ich schon als ich dich das erste mal in Huskers Flüsterkneipe gesehen habe und daran wird nie jemand etwas ändern können.“
Ohne weiter nach zu denken drückte sie ihre Lippen auf die seinen.
Nun waren sie ein Partner in dem selben Spiel, sie musste Alastor nur in die richtige Richtung navigieren. Erneut hallten die Worte ihrer Mutter in ihrem Ohr und sie wurde sich deren Bedeutung immer bewusster.
Egal was noch kommen würde, sie würde diesen Mann auf ewig Lieben und wenn es sein musste, mit ihm untergehen. So wie er ihres war, war sie seines. Mister und Misses Morgan.


***
Das war es , liebe Leser. Wir haben hier das Ende einer Reise die vor nicht ganz einem Jahr begann und mich und auch hoffentlich euch durch viele Höhen und Tiefen begleitet hat. Ich hätte dieser Geschichte gerne weit aus mehr Zuwendung gegeben als ich , dank Arbeit, konnte. Doch es wird definitiv noch weitere Charlastor FF's und Prosa geben. Was auf euch hier noch wartet ist ein kleines Bonus Kapitel was ein paar Jahre nach dem Ende spielt. Weitere Bonuskapitel werde ich vielleicht auch noch gestalten, aber nun würde ich mich gerne anderen Projekten widmen. Unter anderen einem Dark Charlastor FF der sich mit dem Stockholm Syndrom beschäftigt und Voice, welches nebenbei immer etwas mitlaufen wird^^
Ich danke euch allen für die Zeit die ihr dieser Geschichte und mir geschenkt habt. Jedem stillen Leser, jedem der Kudos, Bookmarks oder Votes dagelassen hat, jedem der Kommentiert hat und auch den Lesern die irgendwann einmal abgesprungen sind.
Dies hier ist tatsächlich der erste FF den ich zum einen Online gestellt und auch beendet und er ist ein ganz Anderer geworden als ich eigentlich plante. Ich hoffe ihr hattet Spaß und seid vielleicht bei anderen Projekten wieder mit dabei.
Liebe geht raus <3
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