Erste Liebe

GeschichteRomanze / P16
14.08.2020
13.09.2020
5
12.139
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
14.08.2020 2.043
 
"Ohhhh guck dir diese Farbe an! Ist sie nicht wunderschön?" quietschte Mimi.
Sie lag auf dem Rücken auf ihrem Bett, streckte beide Beine gerade in die Luft und betrachtete freudig ihre eben frisch lackierten Fußnägel.
Sora saß mit angezogenen Beinen vor dem Bett und versuchte sich gerade die selbe Farbe auf ihre Nägel zu pinseln und stellte sich dabei recht ungeschickt an.
Die fluchte leise vor sich hin, als sie mal wieder mehr Haut als Nagel einfärbte.
Schließlich drehte sie das Nagelleackfläschchen zu und schob es zur Seite.
Mimi drehte sich auf die Seite und betrachtete skeptisch die Füße ihrer besten Freundin.
Sie zog kritisch eine Augenbraue hoch: "Du weißt schon, dass du zwei Füße hast?" bemerkte sie.
Sora verschränkte schmollend die Arme: "Na und? Ich ziehe doch so wie so Schuhe an, also sieht man meine Füße gar nicht. Diesen ganzen Schönheits-Mist kann ich eh nicht ausstehen..." murrte sie.
Mimi rollte sich wieder auf ihren Rücken: "Wie du meinst. Dann laufe doch wieder irgendeinem blöden Ball hinterher und hole dir hässliche Grasflecken. Aber beschwere dich nicht bei mir, wenn sich nie ein Junge für dich inreressieren wird." antwortete sie schnippisch und griff zur Vogue, in der sie kurz darauf vertieft blätterte.
Sora seufzte. Manchmal wusste sie gar nicht, warum sie und Mimi eigentlich befreudet waren.
Nicht, dass sie sie nicht mochte, aber sie waren so verschieden.
Ihre Eltern waren gut befreudet und brachten ihre Töchter zu jedem ihrer unzähligenTreffen mit, sodass Sora und Mimi beinahe wie Schwestern aufwuchsen.
Sie waren in der selben Krabbelgruppe, besuchten die gleiche Grundschulklasse und gingen bis zur weiterführenden Schule hin sogar an drei Nachmittagen in der Woche gemeinsam zum Ballett und an den restlichen zu einer von beiden nach Hause. Doch auf der weiterführenden Schule gab es viel mehr Auswahl an Nachmittags-AGs und Sora entdeckte ihre Leidenschaft für Fußball. Auch wenn sie sich als einziges Mädchen im Team ordentlich ins Zeug legen musste, liebte sie diesen Sport.
Mimi belegte weiter Ballett- und Tanzkurse, wodruch die Mädchen sich nicht mehr all zu viel sahen, wie früher.
Sora ging ab uns zu noch mit den Jungs ihres Teams in den Park, wo sie sich gerne noch weiter den Ball hin und herkickten oder sich in den Schatten der Bäume flezten und faulenzten.
Mimi lernte andere Mädchen kennen, mit denen sie nun regelmäßig die Einkaufscenter stürmte, von Schminke und Mode sprach und natürlich für ihre perfekte Ballerinafigur ständig Diät hielt, während Sora sich gelegentlich gerne mal ein saftiges Steak gönnte.
Mimi entwickelte sich zu einem sehr beliebten Mädchen, dass alle bewunderten und anhimmelten. Jede wollte sein wie sie oder sich zu ihrem Gefolge zählen dürfen. Sora geriet eher an den Rand der Klassengemeinschaft, wurde manchmal sogar von den anderen Mädchen mit einem Naserümpfen betrachtet, weil sie zu sportlich und jungenhaft auf sie wirkte.
Die Mädchen waren wirklich so gegensätzlich, dennoch hielten sie aneinander fest. Der Sonntagnachnittag gehörte ganz klar ihnen und durfte mit keinen anderen Terminen gefüllt werden, so hatten sie es mal verabredet. Dann trafen sie sich bei der einen oder anderen, tauschten sich aus, oder sahen einen Film und manchmal versuchte Mimi Sora Nachhilfe darin zu geben, sich etwas herauszuputzen. So wie an diesem Tag, als Sora das erste Mal versuchte, ihre Nägel zu lackieren und ungeduldig aufgab.
Plötzlich pfefferte Mimi die Zeitschrift beiseite. Sora zuckte erschrocken zusammen. "Mensch, ich habe dir ja noch gar nicht meine Shoppingausbeute gezeigt, Liebes!" flötete die Braunhaarige.
Ohne Vorwarung zog sie ihr Top und ihren BH aus.
Sora blickte verlegen weg. Auch wenn sie sich schon ewig kannten, war es ihr doch seit der Pubertät immer etwas unangenehm, wenn Mimi mit ihrem schon so weiblich gewordenen Körper so offen vor ihr herumsprang.
Sora hörte, wie noch weitere Stoffe fielen und dann das Knistern von Tüten.
"Tadaaaa!" rief Mimi nach einiger Zeit und Sora schaute auf.
"Oh mein Gott Mimi! Was ist das denn?" rief sie etwas entsetzt aus.
Ihre Freundin stand in einem verdammt knappen weißen Tanga und einem genauso blütenweißen BH vor ihr, der mit einigen sehr lasziven Schnürchen alles genau da hielt, wo es hinsollte und dabei noch etwas pushte.
Auf eines ihrer Beine hatte Mimi ein kleines Spitzenstrumpfband gezogen.
"Ist das nicht reizend?" quieckte sie und hüpfte ein paar mal auf und ab.
"Dir fällt da gleich was raus" murrte Sora.
Mimi stockte. "Gefällt es dir nicht?" Sie drehte sich etwas.
"Mimi, du bist 16 Jahre alt, hälst du dich für so etwas aufreizendes nicht für etwas zu jung?" hakte Sora nach.
"Also Sora, so gut wie jetzt werde ich nie wieder aussehen. Wann also, wenn nicht jetzt, kann ich so etwas tragen? Und außerdem hat Yuna erzählt, dass wir morgen einen neuen Klassenkammeraden bekommen. Sie hat ihn bei der Anmeldung im Sekreteriat gesehen und er soll zuuuukersüüüß aussehen."
"Und darum möchtest du ihn morgen gerne in Unterwäsche begrüßen?" fragte Sora skeptisch.
"Nein, die Uniform muss ich natürlich drüber ziehen." Mimi verdrehte die Augen "Aber so lange ich weiß, was ich drunter trage, fühle ich mich gleich viel selbstbewusster."
"Aber Mimi, bist du nicht eigentlich mit Makoto zusammen?" Sora wusste es nicht so genau, doch vermutete sie es, da sie Mimi in den letzten Tagen häufig mit ihrem Klassenkammeraden beim Knutschen in irgendwelchen Schulhofecken gesehen hatte.
Mimi winkte ab: "Ach Sora, lass Makoto mal meine Sorge sein."
Sora biss sich auf die Lippen. So sehr sie die aufgekratzte, stets gut gelaunte, hübsche Mimi auch mochte, diese Seite an ihr fand sie immer etwas problematisch. Die Jungs fraßen ihr wegen ihrer Schönheit aus der Hand und sie war nicht gerade abgeneigt, sich mit dem ein oder anderen auf ein kleines Stelldichein einzulassen.
Sora machte sich manchmal Sorgen, dass ihr irgendwann einmal etwas ernsteres zustoßen könnte, doch zum Glück war bisher immer alles gut gegangen.
Tja und nun dachte sie schon an den nächsten Jungen, bevor sie den aktuellen überhaupt abgewimmelt hatte.
Sora seufzte wieder.
Doch gleichzeitig war sie auch etwas neugierig auf den kommenden Tag.
Ein Neuer sollte kommen...

"Hallo kleine Zuckerschnute!" hörte Sora Makoto schon vom Weiten rufen, als sie mit Mimi durch das Schultor trat.
Er kam den Mädchen mit ein paar schnellen Schritten entgegen und küsste Mimi zur Begrüßung sehr innig, wobei er seine Hände auf ihren Po wandern ließ und sie schließlich hochhob.
"Nehmt euch ein Zimmer..." Sora verdrehte die Augen, doch die Beiden bekamen davon nicht mit.
"Ich gehe schon mal vor." sagte sie, auch wenn sie nicht wirklich wusste zu wem und machte sich auf den Weg ins Klassenzimmer, wo sie sich an ihren Platz setzte und schon mal ihre Schulsachen herauskramte.
Knapp vor Unterrichtsbeginn kamem Makoto und Mimi mit etwas zerwühlter Kleidung hereingestolpert.
"Schön, dass sie meinem Unterricht auch beiwohnen möchte". Die Lehrerin, die bereits vor einigen Minuten eingetroffen war, betrachtete das Liebespaar mit einem kritischen Blick über ihre Brille hinweg.
Dann sah sie auf ihre Uhr. "Hm, eigentlich sollte uns jetzt ein neuer Mitschüler beiwohnen, da er aber noch nicht erschienen ist, werden wir wie gewohnt mit dem Unterricht beginnen." dirigierte sie und die Schüler schlugen ihre Bücher auf.
Keine zehn Minuten später flog die Tür zum Klassenraum auf.
" 'Tschuldigen sie die Verspätung" nuschelte der Störenfried und ging selbstsicher zur Lehrerin. "Ich vermute, Sie sind der Boss hier. Ich bin Taichi Yagami. Also lieber wäre mir Tai. Ich bin der Neue. Aber das können sie sich wahrscheinlich denken." Als die Lehrerin verdutzt über das Auftreten des Jungen die Hand hob, um sie ihm grüßend zu schütteln, schlug dieser wie zu einem High five ein.
Sora beobachtete die Szene und musste kichern.
Frau Lyang war eine der strengsten Lehrkräfte an der Schule und er hatte gerade sowohl ihren Unterricht gestört als auch zu einer für sie recht ungewöhnlch Begrüßung gegriffen, womit er sie scheinbar schier überrumpelt hatte.
"Ähm, ja, herzlich...Willkommen, Herr Tai.. ähm Herr Yagami. Bitte setzen Sie sich auf einen freien Platz." wies sie den Neuling stammelnd an.
In der Reihe vor Sora wurde es nun hektisch.
Makoto und Mimi saßen nebeneinander, doch Mimi zwang ihn in einer kurzen Diskussion, sich auf einen der freien Plätze in der letzten Reihe zu verdrücken und den Platz neben ihr zu räumen.
Missmutig packte Makoto seine Sachen zusammen.
"Oh Tai, hier ist noch ein Platz für dich frei!" flötete Mimi nun und klopfte mit den Wimpern klimpernd auf den Stuhl neben sich.
Etwas irritiert davon, dass sie einen Mitschüler für ihn mir nichts dir nichts verbannt hatte, kam Tai näher.
Sora beobachtete ihr neugierig.
Er war groß, aber nicht zu groß. Und er hatte einen sportlichen Körper, aber nicht zu muskolös, um wie ein Proll auszusehen. Seine braunen Haare standen ihm in alle Himmelsrichtungen ab. Seine Schuluniform hatte er etwas schlampig angezogen, was ihm aber etwas sehr lässiges verlieh und er hatte wunderschöne, tiefbraune und warme Augen.
Sora seufzte leicht. Yuna hatte recht, er sah einfach unglaublich gut aus.
Und nun nahm er direkt vor ihr und neben Mimi Platz, die sofort ihre langen Haare schwenkte, ihre Hand sanft auf seinen Unterarm legte und ihn leise tuschelnd in ein Gespräch verwickelte, wovon er nicht abgeneigt schien.
Sora ärgerte sich etwas. Wie gerne hätte sie das Selbstbewusstsein, so mit einem Jungen umgehen zu können, oder überhaupt eine solche Wirkung auf Jungs zu haben.
Als es zum Unterrichtsende klingelte sprang Mimi auf und blieb dabei wie zufällig, aber von ihr natürlich beabsichtigt, mit ihrem Rock an ihrem Ärmelknopf hängen, sodass sich der Saum des Rockes leicht anhob.
"Oh ich Schussel, das passiert mir ständig" kicherte sie und bat Tai, ihr zu helfen. Etwas überrumpelt friemelte er am Stoff, wobei sein Blick kurz über Mimis freigelegtes Bein und das Strumpfband wanderte.
Er wurde etwas rot, als sie ihn neckisch angrinste.

"Hach Sora, hast du seinen Blick gesehen. Ich glaube er findet mich heiß!" Mimi hakte sich auf dem Heimweg bei Sora unter und quasselte unaufhörlich von Tai.
Dabei ignorierte sie Makoto, der mit ihnen lief, komplett.
"Ja, er wirkte ganz nett.." stammelte Sora.
"Ganz nett? Hast du den gleichen Typen wie ich gesehen?" fragte Mimi künstlich erstaunt. "Er ist so süß und gutaussehend und echt heiß!" flötete sie weiter.
Etwas hinter den Mädchen hüstelte Makoto provokant auf.
Sora tat er etwas leid.
"Mimi..." flüsterte sie also schnell und deutete nur mit den Augen so unauffällug wie möglich zu Mimis Lover. Sie zuckte kurz mit den Schultern. "Das habe ich im Griff, ich weiß, wie ich ihn wieder besänftigen kann." tuschelte sie zurück.
"Und nun wieder zu Tai. Ich glaube, den möchte ich näher kennenlernen".
Sora musste sich noch den restlichen Weg Mimis Schwärmerei anhören, bis sie schließlich an ihrer Haustür ankamen und erleichter Mimi und Makoto weiterschickte.
Sie bekam noch mit, wie Makoto sich bei Mimi über die Schwärmereien beschwerte, sie ihn aber ruhigstellte, in dem sie langsam die oberen Knöpfe ihrer Bluse öffnete und er sie daraufhin schnell weiterzog.
Sora seufzte und betrat ihr zu Hause.
Ihre Mutter arbeitete noch, also schmiss sie vorerst unachtsam ihre Sachen auf den Boden.
Auf dem Weg in die Küche, wo sie sich ein Glas Wasser holen wollte, ging sie an dem bodentiefen, großen Flurspiegel vorbei.
Sie stoppte und betrachtete lange ihr Gesicht.
Rotbraune Augen, viel kleiner als die von Mimi und mit leichten Augenrändern, starrten sie an. Ihre Lippen waren viel zu schmal und ihre roten Haare hingen dünn und viel zu kurz auf ihren Schultern.
Ohne weiter nachzudenken, knöpfte sie ihre Bluse auf und betrachtete sich weiter.
Ihre, wie sie empfand, viel zu kleinen Brüste steckten in einem einfachen Sport BH. Nicht besonderes.
Sie hatte zwar eine sportliche Figur, aber wenn sie sich mit dem Anblick von Mimi gestern verglich, fehlten ihr definitiv weiche, weibliche Rundungen. Mehr Oberweite, mehr Po, weniger Taillie.
Unzufrieden zog sie sich ihre Klamotten wieder über.
Bei diesem Tai würde sie niemals eine Chace haben, so wie Mimi ihn mit ihrer aufreizenden Art schon gleich in den ersten Minuten bezirzt hatte.