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Laternenlicht eines Dämons

von Scharick
OneshotHorror / P12 Slash
14.08.2020
14.08.2020
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478
 
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Ich war auf dem Weg nach Hause und lief die laternenbeleuchtete Straße entlang. Die Sterne glänzten matt am Himmel durch ein paar Wolken hindurch. Alles schien wie in diesen 0815-Horrorfilmen. Ich kannte mich da aber nicht sonderlich aus. Mit diesen ganzen Horrorfilmen. Die einzigen Horrorfilme, die ich namentlich kannte, waren „Es“ und der Oldschooler „Scary Movie“.

Ich fühlte mich sicher. Trotz der viel zu ruhigen Umgebung. Ein Hund bellte in der Ferne. Das Brummen eines fahrenden Autos in der Nähe. Das Zirpen der Grillen von den kleinen Grasflächen an den Bäumen. Für einen gewöhnlichen Menschen wie mich war es trotzdem ruhig. Nur diese Stille und ich, der die Straße entlang lief. Zuhause wartete meine Schwester. Ich freute mich auf sie.

Die Stille wurde langsam bedrückend. Wartete sie wirklich? Und was war überhaupt mit unseren Eltern… Seit einem Streit hatten weder ich noch meine Schwester ein Wort mit ihnen gewechselt. Irgendwie bedauerlich. Ich bereute den Streit jedoch nicht. Ungewollt war ich in das Schicksal hineingeboren worden. Meine Eltern betitelten sich als Satanisten, sehr zum Unwohl meinerseits und meiner Schwester. Sie hatten mich immer Dem genannt. Ich hatte diesen Namen jedoch noch nie gemocht. Meine Schwester hieß Lucia. Wir beide waren damals ausgezogen, noch vor dem Streit, und hatten uns eine eigene Wohnung gesucht. Und dort wartete sie. Lucia.

Unsicher drehte ich mich um. Ich kam von meiner Arbeit nach Hause. Da ich kein Autoführerschein besaß, fuhr ich mit dem örtlichen Bus in die Stadt. Ich war als Hilfssekretär in einer Anwaltskanzlei angestellt. Ich tat es nur des Geldes wegen.

Als ich mich umdrehte, bemerkte ich, dass die Straßenlaterne hinter mir begonnen hatte zu flackern. Ich dachte mir nichts dabei. Die Lampen waren erst vor ein paar Tagen ausgewechselt worden, aber daran dachte ich ja nicht. Vielleicht hatten meine Eltern mich Dem genannt, so wie das englische demon, weil ich manchmal ein kleines Teufelskind gewesen war.

Ich ging weiter. Leise und langsam. Ein leichter Windstoß wuschelte durch meine Haare. Es war ein befreiendes Gefühl, aber nicht von Dauer. Der Wind verschwand und ebenso dieses Gefühl. Ich hörte leise Schritte auf dem Asphalt. Es waren nicht die meine. Ich blieb stehen. Die Schritte verstummten nicht. Vielleicht war es ein Fehler gewesen, stehen zu bleiben, doch ich tat es. „Lucia wartet.“, dachte ich mir. Die Schritte wurden lauter. Gleich waren sie da. An ihrem Ziel. Panisch drehte ich mich ein letztes Mal um. Ein Messer blitzte auf. Im flackernden Licht der Laterne. Es schien zu schweben, doch ich wusste, dass dort jemand stand, der dieses Messer festhielt. Herausfordernd sah ich in die kleinen, fast übersehbaren Augen.

Das Letzte was ich sah, war eben dies Glänzen der Augen und das des Küchenmessers im Laternenlicht. Dann kam das endlose und leere Schwarz. Eine Person mit meinem Namen würde es nie wieder geben. Er war verflucht. Denn er war nach dem Teufel benannt.
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