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Pflaumensaft Probleme schafft

von Delta
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteHumor / P12 / Gen
Benjamin Sisko Jadzia Dax Odo Worf
14.08.2020
14.08.2020
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Jack und Nog saßen auf ihrem Lieblingsplatz über dem Promenadendeck und beobachteten die neu eingetroffenen Passagiere, machten sich lustig über die ausgefallenen Frisuren oder die Kleidung.

Kichernd stießen sie sich an, als sie den Klingonen Worf vorbeilaufen sahen, der machte wieder einmal ein Gesicht, als wenn er jemanden fressen wollte, sicher hatte ihn seine Freundin, die Trill Jadzia Dax, versetzt, das geschah öfters, als Worf es verkraftete.

Da sie als Wissenschaftsoffizier auf Deep Space Nine arbeitete, konnte es passieren, dass sie über einer interessanten Tätigkeit die Verabredung mit dem Klingonen völlig vergaß, nur hatte Worf für so etwas kein Verständnis, genauso wenig dafür, dass sie ihn noch nicht heiraten wollte.

Die beiden Jungen sahen nun auch den Ferengi Quark, den Onkel von Nog, der suchte wieder einmal seinen Neffen für irgendeine Arbeit. Da der Bruder von Quark, Rom, nicht mehr für ihn schuftete, musste jetzt öfter Nog herhalten, ob es ihm gefiel oder nicht.

Dem machte es natürlich überhaupt keinen Spaß für seinen Onkel zu arbeiten, als echter Ferengi kümmerte er lieber seine eigenen Geschäfte.

„Ich glaube, jetzt wird es Zeit, dass wir hier verschwinden, langsam kommen zu viele Leute, die wir kennen und ich kann darauf verzichten, dass Odo auch noch auftaucht.“ Nog stand auf und sah seinen Freund erwartungsvoll an. „Wir können doch noch zu dir gehen und etwas essen.“

„Nein, lieber nicht,“ Jake schüttelte den Kopf. „Wenn mein Vater mich sieht, muss ich sofort die Hausaufgaben machen, dazu habe ich aber noch keine Lust, lass dir etwas anderes einfallen.“

Beide sahen sich an, Nog fing an zu grinsen und zerrte Jake mit sich.

„Wir gehen zu Rom, seitdem er diese Gewerkschaft gegründet hat, ist er immer auf dem neuesten Stand, was die Gerüchteküche betrifft. Außerdem hoffe ich, etwas zu erfahren, womit ich Profit machen kann.“

Benjamin Sisko saß nachdenklich in seinem Büro und spielte geistesabwesend mit seinem Baseball, die Raumstation war immer noch ein einziges Chaos. Die Fallen, die von den Cardassianern eingebaut worden waren, warfen sie in ihrem Zeitplan immer mehr zurück, dazu kam noch, dass die Bajoraner ihren Abgesandten öfter sehen wollten. Was sollte er nur machen, die 24 Stunden eines Tages, langten ihm nicht mehr aus.

In diesem Moment betrat strahlend Jadzia Dax das Büro.

„Benjamin, ich bin fertig mit den Strahlenmessungen vom Wurmloch, dabei ist mir eingefallen, dass ich mit Worf schon seit einer halben Stunde verabredet bin. Oh, da wird der Klingone wieder böse mit mir sein. Er fühlt sich immer gleich in seiner Ehre gekränkt, wenn ich nicht pünktlich bin.“

„Dann sage ihm endlich, dass du ihn heiratest, alter Mann, dann wird es ihm besser gehen. Du weißt doch wie die Klingonen sind, lange genug hast du mit ihnen zu tun gehabt. Du bist sogar mit Kang auf die Jagd nach dem Mörder seines Sohnes gegangen, also solltest du wissen, wie du nun mit Worf umgehen musst.“

„Ach, Benjamin, Worf ist von Menschen großgezogen worden, ich dachte, da ist auch seine Denkweise menschlich, aber nein, auch bei ihm wird Ehre großgeschrieben, unbedingt muss sofort eine feste Verbindung eingegangen werden, ich möchte ihn aber erst näher kennen lernen und feststellen, ob wir überhaupt zueinander passen.“
Sisko lachte. „Jetzt mach, dass du zu deiner Verabredung kommst, alter Mann. Wir sehen uns heute Abend beim Essen, Major Kira will mir noch etwas über den nächsten Bajoranischen Feiertag erklären und das möchte ich nicht allein hören, da es die ganze Station betrifft, nachdem sich die Kai Winn angemeldet hat.“

Jadzia ging auf die Tür zu, durch die in diesem Moment Major Kira Nerys trat, nickte ihr zu und verschwand vor sich hin trällernd aus ihren Augen.

„Captain, Chefingenieur O´Brien ist mit den Reparaturen an den letzten Andockrampen fertig, wir können jetzt 20% mehr Schiffe abfertigen und dementsprechend mehr Einnahmen verzeichnen. Wir sollten uns jetzt darüber unterhalten, was wir mit der Kai Winn machen.“

„Major, ich dachte, wir unterhalten uns heute Abend, beim Essen darüber, Jadzia, Dr. Bashir, Odo und Miles O´Brien werden auch kommen. Sie müssen uns dann genau erzählen, wie dieser Feiertag ablaufen soll und muss. Ich bin zwar der Abgesandte, aber, mit Verlaub, die Bajoranischen Festtage sind mir völlig unbekannt und ich möchte keinen Fehler machen.“

Lächelnd senkte der Major den Kopf. „Ich werde mir Mühe geben, es ihnen verständlich zu machen.“

Sie wollte salutieren, aber Sisko winkte ab. „Lassen Sie nur, Major, bei offiziellen Anlässen ist es okay, aber nicht privat.“

Der Captain versank wieder in seinen Grübeleien, während Kira Nerys stramm das Büro verließ und sich auf den Weg zu Odo machte.

Der Sicherheitschef Odo, ein Formwandler, beobachtete die Bar von Quark, dem Ferengi. Ihm war zu Ohren gekommen, dass der Ferengi wieder einen Coup landen wollte. Verbotener Weise wieder einen Waffenhandel, um möglichst viel Profit zu machen. Dieser Quark lernte es nie, warum konnte er nicht so wie sein Bruder Rom sein, zuverlässig, arbeitsam und ehrlich.

Die Bar von Quark lief gut, er hatte Holosuiten zu vermieten und nebenbei liefen auch noch Glücksspiele, alles in allem, gute Geschäftsmöglichkeiten, aber nein, er musste es immer wieder mit krummen Geschäften probieren. Odo seufzte hörbar auf, er ging ungesehen in die Bar und verwandelte sich sofort in einen Stuhl, so konnte er besser belauschen, was Quark mit dem Miradormer zu besprechen hatte.

„Sakal, ich kann ihnen versichern, mein Cousin hat das schnellste Schiff in dem Quadranten, er bringt ihre Fracht in der Hälfte der Zeit zu ihrem Ziel, als das Schiff der Klingonen. Sicher, es kostet etwas mehr, aber dafür ist es hundertprozentig sicherer, das garantiere ich ihnen.“ Schmierig lächelnd umschwänzelte der Ferengi den riesigen Miradormer, zwar immer auf Abstand bedacht, trotzdem aufdringlich, nervig.

„Ferengi, ich werde deine Einzelteile verschenken, wenn du mich reinlegen willst, das Geschäft ist wichtig für mich, ich habe seit Monaten einen Plan ausgearbeitet, nur, ich vertraue den Klingonen nicht. Mir wurde dann gesagt, ich soll mich auf Deep Space Nine an den Ferengi Quark wenden, sie sollen Kontakte haben, um das Unmögliche möglich zu machen. Also, rede!“

Die Augen des Ferengi schnellten hin und her, er verknotete seine Hände, nervös trippelte er mit den Füssen. Er hatte sichtlich Angst vor dem riesigen Außerirdischen, aber die Profitgier war stärker.

„Ich habe zwar schon diverse Differenzen mit meinem Vetter Gaila gehabt, aber für ein gutes Geschäft ist er trotz Streitigkeiten, immer zu entflammen. Profit geht für einen meiner Spezies über alles, da sind kleine Familienschwierigkeiten schnell vergessen, also, vertrauen Sie mir und meinem Cousin.“

Ein lautes Getöse und Gepolter war zu hören, klingonische Schimpfwörter hallten in die Bar und dann war Worf da.
„Wo ist Jadzia, ich suche Jadzia Dax,“ torkelnd tauchte Worf auf und stürzte auf Quark zu. „Wo ist mein kleiner Tark, ich finde sie nicht,“ laut aufheulend warf er den Kopf in den Nacken. „Jaaaddziiia!“

Die anwesenden Gäste hielten sich die Ohren zu und warfen böse Blicke zum Barbesitzer, der wie erstarrt dastand und nicht wusste, was er tun sollte. Auf der einen Seite das profitable Geschäft, auf der anderen ein ausgeflippter Klingone, aber was ist mit Worf passiert, er war eindeutig betrunken.

In diesem Moment betraten Chief O`Brien und Dr. Bashir die Bar. Da die Frau vom Chief zurzeit mit den Kindern auf Bajor weilte, konnte er in seinen freien Stunden mit seinem Freund, Dr. Julien Bashir, endlich wieder einmal bei ihrem Lieblingsspiel Darts mitmachen.

„Oh, oh, ich schätze, da ist einmal mehr der gute Doktor gefragt,“ Julien grinste Miles an und beide wandten sich dem betrunkenen Klingonen zu. „Worf, was ist denn los mit ihnen? Sie trinken doch normal nur Pflaumensaft, aber so wie sie riechen, sind sie in ein Fass mit Blutwein gefallen.“

Beide legten sich einen Arm von Worf über die Schultern und schleppten ihn in Richtung Ausgang, leider hielt der Klingone nicht still und so kam es wie es kommen musste, sie kamen ins Stolpern, alle drei fielen hin, aber ausgerechnet auf dem Tisch, wo Quark mit seinem Kunden saß.

Keuchend sprangen die beiden von ihren Sitzen hoch, rissen aber noch einen dritten Stuhl mit um und der verwandelte sich in den Sicherheitschef Odo.

„Verdammt, Constable, was wollen Sie hier, hat man denn nirgendwo seine Ruhe vor ihnen,“ entrüstet trat der kleine Ferengi vor den Formwandler, er dachte sich wohl: Angriff ist die beste Verteidigung. „Sie verscheuchen mir mit ihren Tricks meine beste Kundschaft, es wollen sich die Leute in Ruhe unterhalten können und nicht ständig in Angst leben, dass sie von ihnen belauscht werden.“

Odo stand wütend auf, noch ein paar Minuten mehr und er hätte erfahren, wo die Übergabe stattfinden würde. Jetzt sah er, dass der Miradormer verschwinden wollte und er hatte keine Handhabe gegen ihn, verächtlich sah er auf den Ferengi herab.

„Glück gehabt, Quark, aber ich werde weiter ein Auge auf Sie haben, auf Sie und den Miradormer.“
Er wandte sich ab und half dem Chief und dem Doktor den Klingonen wieder auf die Beine zu stellen und ab zu transportieren.

Miles O`Brien fluchte lautlos in sich hinein, endlich war er mal allein, ohne Familie und wollte sich vergnügen und jetzt das. Herrgott, was war bloß in Worf gefahren, er hatte endlich Jadzia als Freundin und plötzlich ließ er sich volllaufen. Der Klingone hatte doch noch nie getrunken, warum jetzt und warum ausgerechnet da, wo er sich amüsieren wollte.

„Wo ist meine Jadzia, mein kleiner Tark, ich habe sie überall gesucht und nicht gefunden. Jaaadzziiaa!“ Lautstark meldete sich Worf wieder. Mit blutunterlaufenden Augen starrte er wild umher, musterte misstrauisch die Männer, die ihn hielten. „Ich will meine Jadzia, sofort!“

„Worf, immer mit der Ruhe, wir bringen Sie jetzt in ihr Quartier und dann suchen wir ihre Freundin.“
Dr. Bashir versuchte beruhigend auf den Offizier einzureden, aber der nahm ihn nicht einmal war, schob ihn auf die Seite und taumelte auf den Chief zu. „Miles, Sie müssen mir helfen,“ dann sank er in sich zusammen.

Ächzend stützten die drei Männer den bewusstlosen Klingonen und schafften ihn gemeinsam in sein Quartier, Miles und Julien gingen wieder zur Bar, in der Hoffnung, doch noch ein paar Spiele machen zu können. Odo indes versuchte die Trill Jadzia zu finden, damit der Klingone nicht noch die Einrichtung seiner Unterkunft zertrümmerte, wenn er wieder wach wurde.

Jake und Nog hatten inzwischen den Vater von dem kleinen Ferengi gefunden und versuchten, von dem Älteren etwas zu erfahren, womit man Geschäfte machen konnte. Rom allerdings interessierte sich nur für die Reparaturarbeiten, die ihm Miles O`Brien aufgetragen hatte. Er war sich der Verantwortung bewusst und sehr stolz darauf, dass ihn der Chief damit betraut hatte. Deshalb wollte er so schnell wie möglich seinen Sohn und dessen Freund wieder los werden, um in Ruhe arbeiten zu können.

„Nog, nimm dir ein Beispiel an Jake und gehe in die Schule, die Zeiten für uns Ferengi nur an Profit zu denken, sind vorbei, wichtig ist zu lernen und Erfahrung zu sammeln. Du willst doch in die Starfleet-Akademie, also lerne, sonst kommst du da nicht hin.“

Grummelnd schielte Nog seinen Vater von unten an, so hatte er sich das nicht vorgestellt.
Anstatt dass er ihm Ratschläge gab, wie man es anstellte gute Geschäfte zu machen, erzählte er ihm etwas von der Schule, pah, an so was wollte er noch nicht denken.

Rasch blickte er zu Jake der gelangweilt neben ihm stand. Das was Nog jetzt von seinem Vater zu hören bekam, hatte er schon lange hinter sich. Als sein Vater als Captain auf diese Raumstation kam, erzählte er ihm das gleiche und genau wie Nog, wollte er auch nichts davon wissen, kam aber nicht drum herum, so lieb sein Vater sonst auch war, in Bezug auf Schule und lernen, war nicht mit ihm zu reden, da blieb er streng.

„Komm jetzt, Nog, ich muss noch für die Schule was tun, ich habe keine Zeit mehr, mir die Beine in den Bauch zu stehen. Entweder kommst du mit oder ich gehe allein, mein Vater liest mir die Leviten, wenn ich nicht in unserem Quartier bin, in einer halben Stunde will er mit mir zu Abend essen. Also, was ist jetzt.“

„Ja, ja,“ maulte Nog. „Ich komme schon. Seit mein Vater auf der Raumstation angestellt ist, hat er sich total verändert, er ist überhaupt kein richtiger Ferengi mehr, so eine Schande.“

Grinsend packte ihn Jake am Arm und zog ihn mit zum nächsten Turbolift, so kamen sie schneller zu den Offiziersquartieren und der Sohn von Benjamin Sisko hatte es auf einmal sehr eilig.

Jadzia Dax wanderte durch die Gänge der Station auf der Suche nach ihrem heißgeliebten Klingonen, sie hatte ein neues Holoprogramm erworben und wollte es unbedingt mit Worf ausprobieren, aber er war verschwunden. Sie wusste, er hatte schon seit längerer Zeit keinen Dienst mehr, aber in seinem Quartier war er nicht, keiner hatte ihn gesehen, seltsam.

Plötzlich hörte sie ein lautes Grölen, es kam direkt auf sie zu, abwartend lehnte sie sich gegen die Wand und schaute in die Richtung des Lärmes.

Laut lachte sie auf, als die vier Gestalten in ihr Blickfeld gerieten, sie torkelten hin und her, in dem Bemühen, den großen Mann in ihrer Mitte, gerade zu halten.

„Was habt ihr mit meinem Klingonen gemacht,“ rief sie kichernd aus und lief auf sie zu. Staunend gewahrte sie, dass sogar Odo dabei war, der Formwandler.

„Wir hatten Worf schon einmal in sein Quartier gebracht,“ keuchte der Doktor. „Aber er kam wieder in Quarks Bar zurück und stänkerte sogar Morn an, er sucht Sie überall, Jadzia. Wir haben keine Ahnung, wie er an den Alkohol gekommen ist, alles was er von sich gibt ist, dass er Sie sucht.“

„Ach, ich liebe diesen großen Kerl, er überrascht mich immer wieder. Es kann sein, dass er an meinen Vorrat gegangen ist. Ich habe immer etwas in Reserve, falls unangekündigter Besuch kommt. Die Flaschen hatte ich als Pflaumensaft getarnt, um vor Dieben geschützt zu sein, Worf muss die Flaschen gefunden haben. Hmm, und sich gleich eine reingekippt. So ist er mein kleiner P`tark,“ grinsend schulterte sich die Trill ihren Freund, bedankte sich bei den anderen und schritt vorsichtig auf die Räumlichkeiten des Klingonen zu, immer wieder laut auflachend. Sie fand es zu köstlich und war gespannt, wie Worf mit dem dicken Kopf, der ihn sicher erwartete, zurechtkam.

Sicherheitschef Odo machte sich auf den Weg zu seinem Büro, er war immer noch ärgerlich, dass ihm der Barbesitzer Quark wieder durch die Lappen gegangen war. So ein Pech aber auch, er hatte alles so schön eingefädelt und dann der betrunkene Klingone, verdammt. Stürmischer als gewöhnlich betrat er sein Büro und blieb wie erstarrt stehen, sie war da, Kira Nerys, seine große Liebe. Sofort war aller Ärger vergessen, seufzend ging er auf die Frau zu und schloss sie in seine Arme, das brauchte er jetzt, so kam er zur Ruhe und konnte alles verkraften.

„Odo.“ Überrascht sah ihn der Major an, so emotional kannte sie den Sicherheitschef nicht. „Ist etwas passiert? Ich wollte dir nur Bescheid sagen, dass wir uns heute mit dem Captain zum Abendessen treffen, der Chief, Jadzia und Worf werden auch dabei sein. Wir müssen über den Bajoranischen Feiertag reden und auch wie wir mit Kai Winn umgehen. Es ist sehr wichtig, dass alles klappt und nichts schief geht, die Kai wartet nur auf so eine Gelegenheit, um Deep Space Nine der Bajoranischen
Regierung zu empfehlen. Da wären Komplikationen vorprogrammiert und das muss verhindert werden.“

Der Formwandler erwiderte nichts, hielt sie nur im Arm, sein Gesicht in ihrem Haar vergraben.
„Lass mich nur einen Moment zur Ruhe kommen, es ist heute alles verkehrt gelaufen, so nah war ich diesem Ferengi schon, so nah und dann kommt dieser Klingone, macht alles zu Nichte. Kannst du dir das vorstellen, Worf betrunken? Es ist nicht zu fassen.“

Kira sah ihn ungläubig an, hatte sie gerade richtig gehört, Worf?

„Ja, aber dann muss er schwerwiegende Probleme haben, er trinkt doch sonst nicht? Hat er etwas gesagt?“

„Er suchte Jadzia,“ stöhnte Odo und drückte sie fester an sich.

Kira grinste, so etwas brachte den Sicherheitschef aus der Fassung, für so etwas hatte er einfach kein Verständnis, er musste noch viel über die Solid lernen.

Captain Sisko überarbeitete noch mehrere Sicherheitsberichte und machte sich dann auf den Weg zu seinem Quartier. Unterwegs grübelte er über seine Situation nach, keine Frau, einen halbwüchsigen Sohn, Captain einer Raumstation, die noch immer von den Cardassianern bedroht wurde, Abgesandter für Bajor, dazu ernannt von den Wesen aus dem Wurmloch, es könnte nicht komplizierter sein.

Am liebsten würde er Jake nehmen und einfach verschwinden. Er schmunzelte vor sich hin, was würde Curzon Dax zu diesem Plan sagen. Der „alte Mann“, wie er ihn immer nannte, war jetzt eine junge, hübsche Frau und auch sie sagte ihm unverblümt die Meinung, wenn er sich unangemessen verhielt.

Tja, das war nun sein Leben und er musste das Beste daraus machen, außerdem hatte er noch Jake, der seiner Mutter immer ähnlicher wurde. Er blieb stehen, Jenny, er vermisste sie sehr, aber das war einmal, er musste für seinen Sohn da sein und ihm die Mutter ersetzen, so gut wie es ging.

Schon aus einigen Metern Entfernung hörte er laute Musik aus seinem Quartier. Jake war also schon da und wie er vermutete, auch der kleine Ferengi Nog, begeistert war er über diese Freundschaft nicht, aber Jake brauchte jemanden in seinem Alter und da war Nog der einzige der in Frage kam.

Er betrat die Unterkunft und war angenehm überrascht, die beiden Jungen über Jakes Schulbücher gebeugt zu sehen. Sie waren so vertieft in der Lektüre, dass sie sein Eintreten nicht gleich bemerkten und regelrecht erschraken, als er sich leise räusperte.

„Daddy, du bist schon da?“ Jake sah ihn völlig verblüfft an und guckte auf dem Chronometer. Nog sprang auf und wollte zur Tür rennen, ihm war in der Gegenwart des Captains, nie ganz wohl, er hatte immer, irgendwie, ein schlechtes Gewissen.
„Nog, ganz langsam, du kannst hierbleiben und mit Jake zu Abend essen, da ich gleich wieder wegmuss. Ich richte euch etwas her, du kannst auch heute Nacht bei meinem Sohn übernachten, da es bei mir später werden kann.“ Freundlich sah Ben den Ferengi an, sein Sohn sprang aufgeregt von seinem Stuhl und umarmte ihn stürmisch.

„Wirklich? Nog darf bei mir schlafen? Wir werden auch nichts anstellen, versprochen, wir bleiben hier und lesen noch in den neuen Büchern, die ich von Großvater bekommen habe.“ Aufgeregt sah er Nog an.

Der schaute erst gelangweilt zu Boden, überlegte aber dann angestrengt, wie er den Abend geschäftlich zu einem Gewinn machen könnte. Was würde sein Onkel machen? Der sagte immer, es darf nichts umsonst geschehen, Jake sagte etwas von Büchern, Bücher waren wertvoll, na ja, vielleicht würde der Abend doch nicht so schlecht verlaufen. Grinsend nickte er Jake zu.

„Aber nicht mehr für die Schule lernen. Wenn dann nur zum Spaß.“

Jubelnd wandte sich Jake an seinen Vater, sah das Lachen in seinen Augen und wusste, der Abend war gerettet, mit Nog zusammen machte es ihm nichts aus, dass sein Vater wieder keine Zeit für ihn hatte.

Quark saß an der Theke seiner Bar neben Morn, versunken in Selbstmitleid, wieder hatte ihm Odo ein Geschäft vermasselt, schon wieder. Er konnte es gar nicht mehr zählen, wie oft das schon vorgekommen war. Dieser Gestaltwandler, der Teufel sollte ihn holen.

Er hätte soviel Gewinn machen können, trotz Beteiligung von Gaila, verdammt. Auch den Klingonen hätte er damit eins auswischen können, aber es hatte nicht sollen sein, nun er hatte was läuten hören, dass die Andorianer ein günstiges Transportmittel suchten, Edelsteine vom Gamma-Quadranten, da wollte er sich einmal genauer umhören, vielleicht konnte er da den Verlust von heute wieder
gutmachen.

Aber jetzt musste er die Tische für die Mitternachtsgäste fertig decken, keine Zeit mehr für Grübeleien, auch die Darbo-Mädchen brauchten noch ihre Instruktionen. Die Geschäfte riefen!

Worf saß in seinem Quartier und stöhnte vor sich hin, sein Kopf fühlte sich doppelt so groß an wie normal, was war das nur für ein Zeug was Jadzia da in seinen Pflaumensaftflaschen aufgehoben hatte.
Seine Mägen brannten, als hätte er eine Säure getrunken, seine Augen fühlten sich an, als wollten sie aus den Aughöhlen springen und hinter seiner Stirn, dieses Pochen und Klopfen.

Und dann seine Freundin, Jadzia, sie saß da und lachte, lachte über ihn, er war ein Klingone, ein Krieger, keiner über den eine Frau lachen durfte, aber er war machtlos irgendetwas dagegen zu unternehmen. Sie kam mit einem nassen Lappen in der Hand auf ihn zu, was wollte sie jetzt von ihm, sie hatte ihn doch schon lächerlich gemacht, reichte das noch nicht?

Liebevoll legte die Trill den Lappen auf seine Stirn, ahh, das tat ja richtig gut, das kalte, nasse Tuch war eine Wohltat für seinen Zustand, zufrieden grunzend ließ er sich auf dem Sofa zurücksinken.

„So mein Lieber, das wird dir helfen, warum hast du nur das Zeug getrunken, du weißt doch, dass ich den Karyal dort aufhebe, er ist doch geschmuggelt. Sicher, ich hatte die leeren Flaschen von dem Pflaumensaft genommen, aber du weißt doch, der für dich steht woanders. So was Dummes aber auch.
Wir müssen gleich zum Abendessen gehen, wir sind mit dem Captain, Kira, Odo, dem Chief und dem Doktor verabredet. Es geht um die Kai Winn und den Feiertag, Kira will uns erklären, wie wir uns verhalten müssen. Also, Klingone, reiß dich zusammen, denk an deine Ehre und komm.“

Gespielt böse funkelte Jadzia ihn an, musste sich aber sehr zusammen nehmen, um nicht laut aufzulachen, sie wusste, das würde der Klingone ihr übel nehmen, sie kannte ihn lange genug, um ihn nicht zu sehr zu provozieren. Er liebte sie zwar, aber da sie sich immer noch weigerte ihn zu heiraten, waren ihr gewisse Grenzen gesetzt. Stöhnend erhob sich Worf, warf ihr einen wütenden Blick zu, reichte ihr aber doch galant den Arm, sie verbeugte sich übertrieben tief, hakte sich bei ihm unter und einträchtig verließen sie den Raum.

Chief Miles O`Brien und Doktor Julien Bashir hatten doch noch einen gemütlichen Nachmittag verbracht, ihr Dart-Spiel verlief zu ihrer vollsten Zufriedenheit, der Chief freute sich über seinen Sieg und der Doktor gönnte ihm den geruhsamen Tag ohne Familie oder irgendwelcher Arbeit. Er wusste, Miles war auf der Raumstation unentbehrlich und er hatte etwas Ablenkung und Entspannung mehr als verdient, aber auch er genoss die Freiheit von dem anstrengenden Stunden auf der Krankenstation und am liebsten verbrachte er seine Zeit mit dem Chief.

Ob Wildwasserfahren, Schlachten nachspielen oder Bergsteigen, sie passten optimal zusammen, da sie die gleichen Interessen hatten und gut miteinander harmonierten. Sicher, wenn Keiko, Miles Frau, auf der Station war, konnte der Chief nicht so oft mit ihm etwas unternehmen, dann waren Familienstunden angesagt, aber Keiko verbrachte ihre Zeit jetzt immer öfter auf Bajor, es bekam den Kindern besser und sie konnte als Botanikerin arbeiten, fühlte sich nicht so nutzlos, wie auf Deep Space Nine.

Am Ende des letzten Spiels beschlossen sie in ihre Quartiere zu gehen, da es an der Zeit war, sich für das Abendessen mit den anderen umzuziehen.

„Beim nächsten Mal werde ich Sie schlagen, Miles, heute habe ich Sie aus Freundschaft gewinnen lassen, um Sie seelisch wiederaufzubauen,“ Julien grinste den Chief an. „Beim nächsten Treffen wird es anders sein, versprochen.“

Miles O`Brien wollte schon aufgebracht antworten, da sah er das Grinsen vom Doktor. Er schmunzelte und grummelte: „Wir werden sehen Doc, wir werden sehen.“

Lachend verabschiedeten sie sich, sehr zufrieden mit dem Ausgang ihres freien Nachmittags.

Pünktlich trafen die Offiziere im Casino ein, jeder suchte sich einen Platz und bestellte gleich sein Essen, um dann Zeit für die eigentliche Besprechung zu haben. Verstohlene Blicke trafen immer wieder den Klingonen, der sich ständig den Kopf hielt und nur Mineralwasser trank.

„Mister Worf, geht es ihnen nicht gut?“ Benjamin Sisko machte sich Sorgen, so ein Verhalten kannte er nicht bei dem Strategischen Offizier, er wollte wissen, was los war mit ihm, aber auch nicht so direkt fragen.

Worf brummte nur, gab keine Antwort, Jadzia gluckste in sich hinein, sagte aber auch nichts, warf nur dem Klingonen einen Blick zu, der es in sich hatte.

„Nun, dann zum Thema, Major, würden Sie bitte anfangen? Wir sind alle schon sehr gespannt, was wir beachten müssen bei der Kai, damit wir keine Probleme bekommen.“

Major Kira sah in die Runde, ihr Blick ruhte kurz auf Odo, sie straffte ihre Uniform und fing an.
„Sie wissen alle, wie ehrgeizig die Kai ist, dass es Probleme geben wird, wenn sie auf der Station erscheint. Sie wird auf jeden Fall versuchen Fehler bei unseren Vorkehrungen zu finden, um endlich einen Grund zu haben, dass Deep Space Nine an Bajor fällt, diese Frau wird über Leichen gehen, um ihren Willen zu bekommen.“

Sorgenvoll sahen sich die Offiziere an, wie konnten sie es anstellen, der Kai den Wind aus den Segeln zu nehmen, die Frau war mit allen Wassern gewaschen, sie mussten sehr vorsichtig sein. Benjamin Sisko überlegte angestrengt, wie er dieser Kai Winn zeigen konnte, dass er das Sagen auf der Station hatte und alle sich nach ihm richten sollten, da sie sonst mit Schwierigkeiten rechnen mussten. Plötzlich blitzten seine Augen auf, ihm kam eine Idee.

„Major, da ich der Abgesandte bin, wie kann ich in dieser Funktion bei diesem Feiertag dienlich sein?
Ich stelle mir das so vor, dass ich der Kai von vornherein den Wind aus den Segeln nehme, ohne dass die Kai etwas dagegen machen kann.“

Kira Nerys sah ihn verdutzt an, dann richtete sie sich kerzengerade auf und schlug mit der Hand auf den Tisch.

„Aber genau, Captain, das ist es. Sie werden die Gebete und die feierlichen Handlungen übernehmen, In ihrer Position als Abgesandter sind Sie dazu berechtigt, die Kai kann nichts dagegen unternehmen. Es heißt allerdings auch, dass wir die ganze Nacht arbeiten müssen, da ich ihnen die Gebete und die notwendigen Handbewegungen zeigen müsste. Es tut mir leid für Sie, aber anders geht es nicht, wenn wir mit der Kai fertig werden wollen, ohne dass es zu einer Revolte der hier lebenden Bajoranern kommt.“

Jadzia legte tröstend eine Hand auf Benjamins Arm.

„Wenn du willst, bleibe ich bei dir und helfe dabei. Worf ist zurzeit sowieso nicht so gut auf mich zu sprechen, da ist ein bisschen Abstand nicht das schlechteste.“

„Nein,“ der Captain schüttelte den Kopf. „Jeder soll sich ausruhen, damit alle fit sind für den morgigen Tag. Der Major und ich schaffen das schon. Chief, es wäre gut, wenn Sie die Transporter noch einmal kontrollieren, damit wir damit keine unliebsamen Überraschungen erleben, wenn die Ehrengäste kommen. Odo, ich weiß, ich kann mich auf Sie verlassen, aber legen Sie mir für morgen Früh die Sicherheitsvorkehrungen, die sie getroffen haben, auf den Tisch und Doktor, von ihnen möchte ich den Bericht der Krankenstation noch einmal sehen. So, jetzt wünsche ich ihnen eine gute Nacht und für morgen ein gutes und friedvolles Gelingen.“

Die Offiziere erhoben sich von ihren Plätzen, für keinen war der Arbeitstag vorbei und genau so wollten sie es haben. Der Captain musste noch arbeiten, also, sie auch. Es würde keinem einfallen, sich geruhsam ins Bett zu legen, wenn sie wussten, dass Benjamin Sisko alles für den Frieden auf Deep Space Nine tat und sie begaben sich zur Ruhe.

So verging der eine Tag auf der Raumstation, ohne dass er zu Ende ging und jeder der Offiziere verbrachte ihn auf seiner Station, mit den Überlegungen für den nächsten!
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