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Lost

KurzgeschichteFantasy / P12 / Gen
Azriel Cassian Feyre Archeron Morrigan (Mor) Rhysand
14.08.2020
06.01.2021
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Blinzelnd versuchte ich die Schwere, die auf mir lastete abzuschütteln. Irgendwas verhinderte aber, dass das so recht funktionierte. Die Situation beunruhigte mich, denn normal war ich immer Herr meiner Sinne. „Was?“, krächzte ich förmlich in den Raum, wohl wissend, dass vier Personen bei mir waren. Ich wusste, ich lag im Camp auf meinem Bett und Cass, Azriel, Mor und Feyre waren hier. „Hey. Wie geht es dir?“, fragte Mor fürsorglich und kam ein paar Schritte näher. Sie hatte zuvor an der Tür gestanden, was ich anhand der Richtung ihrer Schritte ausmachte. „Hm?“, antwortete ich nur verwirrt, denn immer noch benebelte etwas mein Denken. „Wie geht es dir? Merkst du noch viel vom Gift?“, wiederholte Azriel. Gift? Ich verstand nicht recht was sie meinten und blieb aus dem Grund erst einen Moment stumm. „Ich glaube du solltest dich noch ein wenig ausruhen, Rhys.“, warf Cass ein, was mein Körper wie einen Befehl aufnahm und sofort schlossen sich meine Augen wieder. Ich driftete in einen traumreichen kurzen Schlaf.


Feyre lag in meinen Armen und wir flogen über den Wald. Wir beide lachten, sahen überaus glücklich aus.

Das Bild verschwamm.

Feyre lag in meinen Armen und wir flogen über den Wald. Sie sah fürchterlich erschrocken aus, klammerte sich voller Angst an mich. Auch ich schien ängstlich zu sein, denn ich schirmte sie ab. Pfeile flogen auf uns zu und trafen mich am ganzen Körper, mal kratzten sie an mir vorbei, mal blieben sie in mir stecken.

Das Bild verschwamm wieder.

Sie schossen uns vom Himmel geschossen, denn ich hatte keine Chance uns zu verstecken. Wir fielen und fielen, so tief, dass bald die ersten Baumkronen unseren Sturz abfinden. Ich bildete weiter einen Käfig um Feyre, einen Schutzwall aus meinem Körper, der alle Pfeile abfing, die weiterhin auf uns niederregneten. Ich wusste ich musste sie verstecken, sie von mir trennen, um sie zu schützen. Deshalb ließ ich sie an einem anderen Ort auf den Boden als mich selbst. Sie war das allerwichtigste, denn ihr durfte absolut nichts geschehen. Weit weg von ihr schlug auch ich auf dem Boden auf und meine Sicht wurde kurz schwarz. Mein Körper kämpfte vehement gegen das Gift, das wohl an den Pfeilspitzen war. Mein ganzer Körper krampfte und ich wusste ein Kampf gegen wen auch immer, konnte ich in dem Moment nicht gewinnen. Meine Augen wurden schwerer und schwerer. Mit dem letzten Blick, konnte ich vier Füße ausmachen, die sich auf mich zu bewegten, dann war alles dunkel.


Wieder öffnete ich die Augen. Dieses mal war mein Kopf viel klarer als zuvor. Ich erinnerte mich wieder daran, was passiert war. Ich wusste zwar nicht wie ich hierher kam, aber das einzige was im Moment zählte war, dass auch Feyre hier war und damit in Sicherheit.
„Feyre?“ „Ja,Rhys?“, kam es direkt von rechts neben mir. „Geht es dir gut?“ „Ja. Mir geht es gut.“, flüsterte sie und strich mir über die Haare. Sie klang bekümmert, so als hätte sie viel geweint. „Hey. Alles okay?“, fragte ich sofort und versuchte mich auf meine Arme zu stemmen. „Stop. Nicht bewegen, Rhys. Bleib bitte liegen.“, fuhr Mor dazwischen. „Warum? Nein.“, antwortete ich ihr stur und machte weiter. Dann legte sich plötzlich eine Hand auf meine Schulter, was mich zur rechten Seite schauen ließ. „Bitte, Rhys.“, beschwichtigte mich Feyre und sah mich so sorgenvoll an, dass all meine Pläne weggewischt wurden. Ihre Bitte verwirrte mich, denn ich wusste nicht wieso ich mich denn nicht bewegen sollte. Meiner Meinung nach gab es keinen Grund, ich fühlte mich soweit okay. „Du stehst unter Schmerzmitteln, Rhys. Du bist verletzt. Es ist besser, wenn du ruhig liegen bleibst fürs Erste.“, erklärte mir Azriel, der meinen verwirrten Blick wohl bemerkt hatte. Verletzt? Ich spürte keine Verletzung. Klar die Pfeile hatten mich getroffen, aber von dem Gift merkte ich nur noch kleine Wellen durch meinen Körper rollen. Das beunruhigte mich nicht groß, da ich den Unterschied zu vorher mittlerweile wieder wusste. „Sind die Wunden von den Pfeilen noch nicht zu geheilt? Habt ihr denn keine Heilerin geholt?“ „Doch natürlich haben wir das, Rhys. Sie hat die Pfeile entfernt und die Wunden gesäubert. Aber...“. Mor kam unvermittelt ins Stocken und ich sah Tränen in ihren Augen aufsteigen. „Was aber, Mor? Sag es mir.“, verlangte ich, denn so sah ich sie normalerweise nicht. Es tat mir weh sie weinen zu sehen und auch ein Blick auf Feyre machte es nicht besser. Auch sie wirkte noch trauriger und sorgenvoller als vorher. „Hey. Es ist doch alles okay. Ist es noch nicht richtig verheilt wegen dem Gift? Mir ein paar Kratzern und Narben komme ich doch klar. Nichts, was es nicht schon gegeben hätte.“, versuchte ich beide zu trösten. Ich verstand nicht recht was los war, aber ich hatte doch schon genug im Krieg und unter dem Berg erlebt, was auch Narben hinterlassen hatte. Damit kam ich schon zurecht. „Ja, schon, Rhys. Aber...“, Cass räusperte sich und schien nach Worten zu suchen. Ich drehte meinen Kopf nach links, denn dort stand er neben dem Bett. Erwartungsvoll sah ich ihn an, denn ich wollte wissen, was es war, dass meine beiden Mädchen so traurig waren. Cass sagte immer noch nichts. „Es werden Narben bleiben, richtig?“ „Ja, Rhys, aber...“ „Was aber, Cass? Das ist doch nichts dramatisches. Ich hab schon schlimmeres erlebt als das. Mit ein paar kleinen Narben mehr, kann ich leben.“ „Es sind nicht nur kleine Narben.“ schaltete sich Azriel ein und trat einen Schritt zu Cass, legte ihm eine Hand auf die Schulter. Stumm sah ich zu, denn wenn Azriel so ernst sprach, dann war es meist sehr ernst. Das machte mir nun doch mehr Sorgen, als ich gerne gehabt hätte. „Was dann, Az?“, fragte ich dennoch ruhig und sah auffordernd in seine Augen.

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Nach langer Zeit nur ein kleiner Ausflug in eine andere Sichtweise.
Ich hoffe ihr findet es trotzdem okay, was da statt einer Hausarbeit von mir getippt wurde ;)
Lg Velaris
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