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DeAged Troubles

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / MaleSlash
Eri Himiko Toga Hizashi Yamada / Present Mic Izuku Midoriya Shouta Aizawa / Eraserhead Touya Todoroki / Dabi
13.08.2020
23.09.2021
55
113.498
22
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
15.07.2021 3.248
 
Hey ihr lieben!

Oder sollte ich schon fast "Gute Nacht" wünschen? Heute ist es irgendwie spät geworden >__> Ich versteh irgendwie nicht, wieso sich schlagartig im Sommer alle Kollegen frei nehmen müssen, sodass ich mit Überstunden beschenkt werde. Man kommt einfach kaum zum Schreiben, wenn man nur arbeiten muss. ;__; Da will man doch glatt noch einmal Schüler sein! Genauso wie Shota und Hizashi! (was ne Überleitung xD)

Heute gibts mal wieder ein bisschen Kitsch <3 Aber die beiden sind einfach so zuckersüß!

Viel Spaß beim Lesen! ^___^

Lg Tina

~*~*~*~

Besorgt glitt Hizashis Blick immer wieder zur Tür, hinter der Shota so eilig verschwunden war. Natürlich reizte es ihn, dem Dunkelhaarigen zu folgen, nur um sicher zu gehen, dass es ihm gut ging. Doch ein Blick zu Nemuri hatte genügt, um herauszufinden, dass sie sich darum kümmern wollte und dem Geflüchteten nacheilte. Allerdings waren die beiden Freunde nun schon eine ziemlich lange Zeit weg. Der Junge begann sich Sorgen zu machen, ob es nicht besser gewesen wäre, Aizawa selbst sofort zu folgen. Es war eindeutig gewesen, dass ihn der Kuss aus der Fassung gebracht hatte. Um ehrlich zu sein, wusste auch der junge Voicehero nicht so ganz, was er davon halten sollte.

Als er zuvor das Mädchen aus der B-Klasse küssen musste, hatte er es einfach getan. Keine große Sache. Schließlich war es nur ein belangloses Spiel. Nichts weiter. Bedeutungslos. Doch noch während die Flasche, die er gedreht hatte, immer langsamer wurde und es eindeutig immer mehr darauf hinauslief, dass die Verschlusskappe auf den zukünftigen Undergroundhero zeigen würde, wurde der laute Blondschopf mit jeder Sekunde nervöser. Als seine Lippen die von Shota berührten, stand die Welt für einen kurzen Augenblick still und er fühlte ein Kribbeln auf seiner Haut. Es fühlte sich elektrisierend an. Wie wenn Denki nervös wurde, seine Macke nicht kontrollieren konnte und jemanden berührte. Auch wenn es übertrieben klang, hätte Yamada sogar schwören können, dass er ein paar Funken hatte sprühen sehen. Der Moment ging viel zu schnell vorbei.

Dabei war es doch eigentlich absurd. Der dunkelhaarige Junge und er waren doch nur Freunde. Beste Kumpels. Ein Kuss unter Buddys sollte sich einfach nicht so anfühlen. Vermutlich hatte der andere deswegen Reißaus genommen und ihn zurückgelassen. Weil es einfach nur seltsam war.

Dennoch konnte Hizashi nicht leugnen, dass dieser Augenblick etwas war, von dem er insgeheim schon das ein oder andere Mal geträumt hatte. Bereits seit seinem ersten Tag an der UA hatte er ein Auge auf den schweigsamen Jungen geworfen, der neben ihm saß. Er wirkte schüchtern und Yamada hatte sich schon früh in den Kopf gesetzt, diesen Menschen zu seinem Freund zu machen, aus seinem Schneckenhaus zu locken und abzuwarten, wie er sich entwickelte. Shota hatte etwas mysteriöses an sich, dass den Blondschopf magisch angezogen hatte. Außerdem lag etwas in seinen dunklen Augen, dass er einfach nicht beschreiben konnte. Noch dazu war Aizawa seine einzige Rettung, wenn seine Stimmenmacke mit ihm durchging. Sie waren einfach wie füreinander geschaffen.

Allein der Gedanke ließ Hizashi dunkel rot anlaufen. Obwohl Aoyama ihm noch etwas sagen wollte, sprang der junge Voicehero am Ende des Spiels auf, und lief auf sein Zimmer zu. Auch wenn er gerne so tat, als ob er über alles reden wollte, war er im Augenblick doch lieber allein. Natürlich wusste er, dass es Yuga gegenüber unfair war, ihn einfach so sitzen zu lassen, da der Mitschüler ihn seit seiner Verwandlung sehr unterstützt und immer zur Seite gestanden hatte. Der Blondschopf hatte ihm immer gut zugeredet und Mut gemacht. Tatsächlich hatte er auch bereits Andeutungen gegenüber Yamada gemacht, dass er eine gewisse Spannung zwischen Hizashi und Shota bemerkt hatte. Dieser war sich Yamada schließlich auch schon längst bewusst gewesen, aber er hatte es noch nie gewagt auszusprechen. Nicht einmal mit Oboro oder Nemuri hatte er jemals darüber gesprochen, dass er wohl oder übel ein Auge auf Shota geworfen hatte. Irgendwie war es ihm seltsam vorgekommen, wo Shirakumo doch immer von Kayama geschwärmt hatte, und um Hizashi Meinung zu ihr gebeten hatte. Die Schwarzhaarige war auch für ihn anziehend, und dennoch pochte sein Herz mehr, wenn er an Shota dachte. Aber jener war viel zu verschlossen, und Hizashi war sich nicht einmal sicher, ob er ihn genauso mochte, auf die selbe Art und Weise, wie er ihn. Am Ende hatte er vorhin auch noch ihre Freundschaft zerstört.

Sein Herz raste und wollte nicht anhalten, während er sich auf sein Bett warf und den Kopf ins Kissen drückte. Am liebsten hätte er laut geschrien, doch er wusste, dass es eine miese Idee war. Das letzte, was er nun brauchte, war eine Strafarbeit nur weil er sein Zimmer verwüstete. Also unterdrückte er einen Schluchzer, ehe es zaghaft an der Tür klopfte.

Sofort sah der Junge erwartungsvoll auf, doch noch im selben Augenblick wurde ihm bewusst, dass weder Shota noch Nemuri jemals so sachte an eine Tür klopfen würden. Falls sie das überhaupt je taten. Daher verflog der kurz aufkeimende Hoffnungsschimmer, dass der Dunkelhaarige zu ihm kam, sofort wieder. Tatsächlich tauchte kurz darauf ein blonder Haarschopf im Türspalt auf. Ein enttäuschter Seufzer entwich Hizashi. Dabei sollte er sich geehrt fühlen, dass All Might höchstpersönlich nach ihm sah.

„Darf ich reinkommen?“, fragte der ältere Mann um Erlaubnis. Ihm war nicht entgangen, dass Yamada jemand anderes erwartet hatte. Es amüsierte ihn ein wenig, dass jemand mit so großer Enttäuschung auf sein Erscheinen reagierte. Normalerweise rief er eher andere Reaktionen in den Menschen hervor. Doch es störte ihn nicht, im Gegenteil. Er fand es sogar recht angenehm.

Während der Erwachsene abwartend im Türspalt verharrte, setzte Hizashi sich auf und rutschte zur Bettkante. „Natürlich, kommen Sie rein!“ Irgendwie hätte er angenommen, dass Kayama direkt zu ihm kommen würde, nachdem sie mit Shota gesprochen hatte. Dass gerade All Might zu ihm kommen würde, war unerwartet. Immerhin hatte der große Profiheld doch eher an Aizawa einen Narren gefressen. Was machte er also gerade hier?

Toshinori schloss die Tür hinter sich, nachdem er eingetreten war. Unschlüssig blieb er kurz im Raum stehen, ehe der junge Voicehero ihm deutete, dass er sich setzen durfte. Also zog der große Mann den Schreibtischstuhl heran und ließ sich darauf nieder. „Du bist ziemlich schnell verschwunden“, meinte Yagi, während er den Jungen musterte, „ist alles in Ordnung?“

Erneut stieß Yamada einen Seufzer aus. „Alles in Ordnung? Ich hab keine Ahnung!“, antwortete er und warf energisch seine Arme in die Luft, „ist den alles in Ordnung, wenn man gerade eben durch ein dämliches Spiel eine sehr gute Freundschaft zerstört hat?“ Natürlich wollte er nicht unhöflich sein, immerhin saß vor ihm ein Prominenter, aber diese Frage war einfach bescheuert! Wieso mussten Erwachsene immer so dumme Frage stellen?

Als ob Hizashi nicht ohnehin schon leicht aufgebracht und von der Rolle gewesen wäre, lachte Toshinori nun auch noch leise und kurz auf. „Das denkst du doch nicht wirklich, oder?“

„Hallo? Er ist davon gelaufen, das haben Sie doch wohl selbst gesehen, oder?“ Vielleicht war All Might ja bereits so alt, dass er eine Brille brauchte, die er nicht trug, weil er zu eitel dafür war. Oder er wollte es sich nicht eingestehen, dass er schlecht sah. Aber er konnte doch kaum leugnen, dass der Dunkelhaarige sofort nach dem Kuss davon gelaufen war! Das war doch ganz gewiss kein gutes Zeichen.

Glucksend legte Yagi den Kopf schief. „Natürlich, aber er sah eher so aus, als ob er frische Luft brauchen würde. Shota erschien mir bisher nie als eine Person, die gut mit Gefühlen umgehen kann, und ich nehme an, dass ich mit dieser Annahme richtig liege. Es war ihm ersten Moment bestimmt ein bisschen zu viel für ihn“, mutmaßte der Blondschopf und lächelte sanft, „wie geht es dir denn? Du siehst auch ziemlich aufgewühlt aus.“ Und das war noch eine Untertreibung. Hizashi wirkte im Moment, als ob er sich nicht entscheiden konnte, ob er weinen oder schreien sollte. Bei einem Menschen mit Stimmenmacke war wohl beides keine allzu gute Idee.

„Sie werden ja noch zum echten Aizawa-Experten“, scherzte Yamada ein bisschen bitter klingend, ehe er sich sein Kissen schnappte und es an sich drückte, um seine Hände zu beschäftigen. „Ich weiß nicht, wie ich mich fühlen soll … ich hab dieses Mädchen geküsst und dabei nichts gefühlt, aber bei Sho … es ist irgendwie seltsam! Oboro und ich haben uns aus Spaß geküsst, ein paar Mal, um auszutesten, wie das funktioniert, und da war nie etwas! Wieso …“ Immer mehr redete er sich in rasche, ehe er sein Gesicht in dem Kissen vergrub und einen genervten Ton von sich gab und verstummte. Allein bei dem Gedanken an den Kuss lief er rot an.

Aufmerksam lauschte Toshinori den Worten des Jugendlichen und unterdrückte ein grinsen. Klar, dass ein Mensch wie Yamada im Jugendalter sehr viel experimentierte. Aber dadurch sollte er doch am besten verstehen, dass er wohl verliebt war in Aizawa. Eigentlich hätte Yagi eher angenommen, dass Shota nicht verstand, was vorhin passiert war. Er musste dann unbedingt mit Nemuri sprechen um zu erfahren, wie das Gespräch mit dem jungen Undergroundhero verlaufen war. Doch im Augenblick sollte er sich lieber auf Hizashi konzentrieren, der sein Gesicht in das Kissen drückte. „Experte bin ich gewiss keiner, aber es scheint so, als ob zwischen euch beiden vorhin ordentlich Funken sprühten. Was nicht nur neu für euch ist … als ich zum ersten Mal an die UA kam, hätte ich nicht einmal vermutet, dass du und Shota Freunde seid. Und plötzlich sieht es so aus, als wäre da mehr zwischen euch!“, meinte der Blondschopf lächelnd, ehe er eine ernste Miene aufsetzte, „ihr habt eine zweite Chance erhalten und die solltet ihr wirklich nützen! Das ist bestimmt ein Zeichen!“

Vorsichtig sah Hizashi auf. Zweite Chance? Das musste es wohl sein. Wie sollte man sonst diesen Horrortrip bezeichnen, wenn man plötzlich in einer fremden Umgebung aufwachte und gesagt bekam, dass man eigentlich 30 Jahre und nicht erst 15 oder 16 sein sollte. Dennoch machten die Worte des ehemaligen Friedensymbols nichts einfacher für den Blondschopf, der seufzte.

~*~*~*~

Die Dunkelheit der Nacht hatte das Gelände der Schule längst umhüllt und ließ die Sterne vom Himmel funkeln. Keine einzige Wolke war am Firmament zu sehen, die die Sicht auf die funkelnden Tupfen verdecken könnte. Eigentlich war Hizashi sich gar nicht sicher, ob er sich hier aufhalten durfte. Bestimmt gab es Regeln, die dagegen sprachen, dass man Nachts aufs Dach des Wohnheimes stieg. Vor allem dann, wenn es so kalt war wie heute. Doch er wusste einfach nicht, was er tun sollte. In seinem Zimmer hielt er es nicht aus und an Schlaf war nicht zu denken. Seine Gedanken kreisten noch immer um das Spiel und um den Gesichtsausdruck seines besten Freundes. Wie sollte er sich da einfach hinlegen und ein Auge zumachen? Das Gespräch mit Yagi hatte nicht gerade geholfen, das Gefühlschaos in ihm zu beruhigen.

Die Stille und der Ausblick hier oben half ihm jedoch ein wenig dabei, seine Gedanken etwas zu ordnen. Er dachte an Tage, die für alle soweit zurücklagen, aber sich für ihn anfühlten, als wären es erst gestern gewesen. Oboro, Shota und er auf dem Schuldach, so wie in jeder Mittagspause, fröhlich plaudernd. Die Erinnerung daran ließ ihn melancholisch seufzend. Alles, jeder einzelne Gedanken, der sich um die Freundschaft der drei drehte, tat weh. Auch wenn er es seit Wochen zu verbergen versuchte, konnte er es nicht leugnen. Er vermisste diese unbeschwerten Tage, vermisste Shirakumo. Jener wüsste im Moment vermutlich Rat und könnte Yamada weiterhelfen. Oboro hatte es immer geschafft, seine beiden Freunde in die richtige Richtung zu schubsen. Im Augenblick hätte er so einen Schubser dringend nötig. Wie sonst sollte er sonst den nötigen Mut aufbringen, mit Shota über diesen Kuss zu sprechen?

„Was soll ich nur tun?“, fragte er leise murmelnd gen Himmel und ließ seinen Blick schweifen. Am Horizont entdeckte er eine Wolke, die ihn traurig lächeln ließ. „Es ist so unfair, dass du weg bist“, seufzte er und ließ den Kopf sinken. Ohne seinen Wingman war Hizashi einfach verloren.

Als ob sein verstorbener Freund ihn wirklich gehört hatte und das Gebilde am Himmel ein Zeichen gewesen wäre, hörte er plötzlich Schritte hinter ihm. Erschrocken fuhr der Blondschopf herum, da er damit rechnete einen der Erwachsenen zu entdecken. Nachsitzen war etwas, worauf er verzichten konnte. Doch es war weder Nemuri, noch Yagi und zum Glück auch nicht Mister Blaster, der sich ihm näherte. „Du kannst wohl auch nicht schlafen, hm?“ Natürlich war es eine rhetorische Frage, die Aizawa ihm stellte. Ansonsten wäre der andere wohl kaum ebenfalls hier auf dem Dach. Wer würde das schon freiwillig tun?

Yamada nickte nur und schluckte. Am liebsten wäre er aufgesprungen und hätte mit Oboro geschimpft. So einen großen Schubser wollte er nun auch nicht. Vor allem nicht jetzt! Hätte das nicht bis morgen warten können? Oder bis zu dem Zeitpunkt, an dem Hizashi sich sicher war, was er Shota sagen sollte? Es war unfair, so ins kalte Wasser geworfen zu werden. Schönen Dank auch, Shira!

Kein weiteres Wort sagend, kam Shota näher und trat an den Blondschopf heran, der an der Brüstung gelehnt stand. Im Gegensatz zu Hizashi, der nur seine Schuluniformjacke trug, war der Dunkelhaarige in eine Decke gehüllt, weil er bereits geahnt hatte, dass die Nacht kalt sein würde. Kurz trafen sich ihre Blicke, ehe sich beide peinlich berührt wieder voneinander abwandten und in die Ferne starrten.

Unangenehme Stille breitete sich zwischen den beiden aus. Für den jungen Undergroundhero war es neu und vor allem seltsam, dass der andere diese Stille nicht mit Worten füllte. Vermutlich machte das die Situation auch so unangenehm. Irgendetwas musste er dagegen tun.

„Ich wollte …“

„Shota, ich …“

Unglücklicherweise begannen beide Jungen im selben Moment zu sprechen und brachen ebenso schnell wieder mitten im Satz ab und verstummten. Sofort herrschte wieder schweigen zwischen den beiden. Wie sollten sie nun herausfinden, wer als erstes sprechen sollte? Schließlich bestand die Möglichkeit, dass einer der beiden eine vollkommen andere Meinung zu dem Kuss hatte, als der andere. Ihre Freundschaft stand auf dem Spiel. Keiner der beiden wollte riskieren, dass ein dummes Spiel unter Jugendlichen dazu beitrug, dass sie keine Freunde mehr waren.

Doch wie sollten sie es anpacken? Ratlos starrten beide hoch zu den Sternen. Dabei glitten Aizawas dunkle Augen zu der Wolke, die inzwischen näher gekommen war. Irgendwie erinnerte ihn das Himmelsgebilde an jemanden. Der Anblick ließ ihn zunächst leicht lächeln, ehe er leise zu lachen begann. Als Hizashi das hörte, wandte er sich verwirrt seinem Freund zu, der noch immer nach oben starrte. „Oboro würde sich kaputt lachen. Zwei Idioten, die sich im Kreis drehen und zu feige sind, etwas zu sagen“, gab Shota schließlich von sich, ehe er mit einem leichten Grinsen im Gesicht zu Yamada sah. Der Blick des Blonden wirkte immer noch sehr konfus. Der Undergroundhero holte tief Luft und schloss kurz die Augen, ehe er fortfuhr. „Es tut mir leid, dass ich vorhin einfach so davon gelaufen bin. Das Spiel war einfach bescheuert“, gestand er. Yamada gab nur ein leises, enttäuscht klingendes „Hm“ von sich und ließ den Kopf ein wenig sinken. Shota musste schnell etwas sagen, bevor die Stimmung des anderen sank. Er wollte keinen falschen Eindruck erwecken. „Aber das heißt nicht, dass … ich meine der Kuss … es … ich dachte, es wäre eine Magenverstimmung, aber Nemuri hat mir erklärt, dass es Schmetterlinge im Bauch sind … ich …“ Auch wenn er vorhatte, nicht wieder Stille zwischen den beiden aufkommen zu lassen, war es doch ziemlich bescheuert, herumzustottern wie ein Idiot.

Während der Dunkelhaarige es nicht wagte, seine Augen wieder aufzumachen, legte Yamada nun den Kopf leicht schief, während er zuhörte. Schmetterlinge im Bauch. Hatte er das gerade wirklich richtig verstanden? Das hörte sich fast so an, als ob Shota gar nicht sauer auf ihn wäre, eher im Gegenteil. Hizashis Herz machte einen Sprung. „Du kündigst mir also nicht die Freundschaft?“, platzte es aus ihm heraus.

Verwirrt riss Aizawa die Augen auf. „Wieso das denn?“

„Na weil … weil es so seltsam war. Wir sind Freunde. Best Buddys! Aber dieser Kuss …“, seufzte Hizashi leicht verträumt klingend, „meine Lippen haben so gekribbelt!“

„Meine auch!“, stellte der Dunkelhaarige fest, „Nemuri meint, wir wären füreinander bestimmt … zumindest hätte Oboro ihr das mal gesagt.“

Für den Blondschopf war es kaum verwunderlich, dass ihr Freund wieder einmal bereits mehr gewusst hatte, als sie beiden selbst. „Du hast also mit Nemuri geredet. Bei mir war Yagi …“, berichtete der Junge und lachte kurz auf, „irgendwie ist das alles einfach nur schräg … aber … schön.“ Das letzte Wort flüsterte er leise vor sich hin. Seine Wangen liefen rosa an, während er noch einmal an den Kuss dachte. Kurz darauf schlang er seinen linken Arm um seinen Oberkörper, weil er leicht fröstelte.

Als Shota das sah, löste er seinen rechten Arm, um ihn mitsamt dem einen Ende der Decke um Yamadas Schulter zu legen. Automatisch rutschte er dadurch näher, was auch seine Wangen rosa anlaufen ließ. „Das stimmt“, murmelte er zustimmend. Schräg und doch schön. Irgendwie umschrieb das ihre gesamte Freundschaft, wenn er so recht darüber nachdachte.

Da ihm wirklich kalt war, kuschelte sich der Blonde vorsichtig an den anderen unter die Decke. Grüne Augen trafen dunkelgraue. „Denkst du … das wir das … den Kuss … wiederholen sollten? Ich meine … nur um sicher zu gehen, dass das wirklich …“ Die letzten Worte blieben ihm im Halse stecken.

„Ich verstehe was du meinst“, meinte Shota jedoch, „du willst prüfen, ob diese Schmetterlinge und das Kribbeln wiederkommen. Das klingt logisch. Immerhin muss man immer alles überprüfen und abwägen, weil …“ Selten kam es vor, dass Aizawa aus Nervosität zu plaudern begann. Viel eher verfiel er ins Schweigen, aber dann und wann wurde er zur Quasselstrippe, die anfing zu murmeln und Dinge sagte, die einfach unsinnig waren, weil sein Kopf voll mit Gedanken waren, die sich überschlugen.

Hizashi, der ebenso nervös war, setzte ein leichtes Lächeln auf, ehe er sich nach vorne beugte und Shota mitten im Satz unterbrach, indem er seine Lippen auf die des anderen presste. Überrascht darüber riss der Dunkelhaarige die Augen auf, ehe er sie schloss. Er konnte fühlen, wie er sich entspannte und alle Ängste und Sorgen, die ihn zuvor gequält und wachgehalten hatten, sich verflüchtigten. Und das alles nur durch eine simple Berührung durch die Person, die er am allerliebsten hatte.

Diesmal dauerte der Moment länger an als zuvor beim Flaschendrehen und es war zum Glück niemand anwesend, der sie stören konnte. Nach schier einer Ewigkeit lösten sie sich voneinander, und sahen sich schüchtern in die Augen. „So bringt man also jemanden zum Schweigen, muss ich mir merken“, scherzte Shota leicht verlegen und brachte Hizashi damit leise zum Kichern.

„Versuch geglückt?“, fragte der Voicehero schelmisch. Das zaghafte Nicken des anderen ließ ihn nur breiter grinsen. Wär hätte jemals angenommen, dass die beiden mehr waren, als nur Freunde. Natürlich hatte er es sich ab und an gewünscht und hatte bereits beim Start des Spiels gehofft, dass er die Möglichkeit bekommen würde, auch Aizawa zu küssen. Nur um auszuprobieren, wie der andere darauf reagierte. Es gab schließlich keine bessere Möglichkeit, um seine Chancen zu prüfen. Vermutlich hatte Yuga ihn deswegen dazu gedrängt, mitzuspielen und so wie Yamada seine neuen Mitschüler einschätzte, war das Spiel von Mina ohnehin nicht grundlos gewählt worden.

Auch wenn das alles noch sehr neu für ihn war, schenkte ihm der Kuss irgendwie Mut. Daher scheute sich Shota auch nicht davor, seinen Kopf auf Hizashis Schulter zu legen und weiter die Sterne zu beobachten, während Yamada seinen Arm um seine Hüfte legte. Es tat so verdammt gut seine Nähe zu spüren und zu wissen, das nichts das Band zwischen ihnen trennen könnte.
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