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DeAged Troubles

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / MaleSlash
Eri Himiko Toga Hizashi Yamada / Present Mic Izuku Midoriya Shouta Aizawa / Eraserhead Touya Todoroki / Dabi
13.08.2020
14.10.2021
58
120.183
23
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19.08.2020 2.128
 
Leise gähnend rollte er sich wieder ein und vergrub sein Gesicht im Kissen. Obwohl die Sonne schon durch das Fenster schien, dachte er gar nicht daran, aufzustehen und das warme kuschelige Bett zu verlassen. Vor allem nach dieser Nacht wollte er gar nicht erst aufwachen, wo er nun so angenehm schlummerte. Dabei erinnerte er sich nur dumpf daran, was ihn immer wieder aufgeweckt hatte. Doch er konnte nicht sagen, ob es nicht auch bloß ein böser Traum gewesen war. Ein Hirngespinst, dass ihn hatte glauben lassen, dass sein gesamter Körper brennen würde. Schließlich fühlte sich jetzt alle so angenehm friedlich an.

Neben ihm rührte sich etwas und setzte sich schließlich auf. Eri gähnte und rieb sich die Augen, ehe sie verschlafen zu dem Schlafenden neben sich blickte und sich noch einmal über beide Augen wischte, ehe diese groß wurden. „Wer bist du?“, fragte sie verwirrt und gleichermaßen leicht entsetzt.

Der Dunkelhaarige rieb sich ebenfalls die Augen, was jedoch gar nicht so einfach war, da seine Hand in einem fiel zu langem Ärmel steckte. „Was? Ich bin Shota … wer bist du?“, stellte er unschuldig eine Gegenfrage und sah sich verwirrt um. „Wo bin ich?“ Leichte Panik schwang mit dieser Frage mit, während Aizawa zur Bettkante rutschte und aus dem Bett stolperte, um sich weiter in dem Raum umzusehen, der eindeutig einem Mädchen gehörte. Wie war er hier gelandet?

Weit kam er jedoch nicht, ehe er über den Stoff des T-Shirts stolperte und der Länge nach hinschlug. Sofort krabbelte Eri aus dem Bett und eilte zu Hilfe. Vor ihr lag ein kleiner schwarzhaariger Junge, der nicht mehr trug als ein übergroßes T-Shirt und leise zu schniefen begann, während er sich hochrappelte. Schnell half sie ihm hoch und musterte ihn, ehe sie zurück zum Bett blickte, in der Hoffnung, Eraserhead entdecken zu können. „Ich … bin Eri“, stellte sie sich schließlich vor, „wir sind hier auf dem Gelände der UA.“

„UA? Der Heldenschule? Aber wieso? Wo sind meine Eltern?“ Shota verstand gar nichts mehr. Er konnte sich nicht erinnern, hierher gekommen zu sein, und wieso er ein so doofes langweiliges T-Shirt trug. Vor allem war es wohl das einzige, was er anhatte. Was ging hier vor sich?

Das grauhaarige Mädchen war sich ebenso unsicher, was hier vor sich ging. Da der Junge das Shirt trug, das Aizawa gestern angezogen hatte, und auch noch der Rest seiner Kleidung am Bett lag, konnte das nur eines bedeuten. „Oh, nein …“, murmelte sie sofort und starrte den Dunkelhaarigen mit Tränen in den Augen an, „das wollte ich nicht!“

Auch wenn dem Kleinen ebenso zum Heulen zu Mute war, sah er verwundert zu dem Mädchen. „Was denn?“, fragte er unschuldig und versuchte sie zu beruhigen, „bitte weine nicht! Du musst mir doch helfen, Eri!“ Auch wenn er nicht sagen konnte warum, und auch noch niemals jemand in seinem Kindergarten um seine Geschwister beneidet hatte, nahm er das Mädchen instinktiv in den Arm, um sie zu trösten.

Eri nickte und versuchte sich zusammen zu reißen. Es war ein Versehen gewesen, ganz bestimmt. Bisher hatte sie ja noch nie ihre Macke im Schlaf aktiviert, wieso sollte es auch jetzt passiert sein? Dennoch brachte es wohl wenig, hier herum zu stehen und zu weinen. Sie musste es wohl oder übel beichten. Vielleicht wusste ein Erwachsener, wie er ihnen helfen konnte. Also reichte sie Shota eine Hand. „Lass uns zu den Helden gehen“, erklärte sie ihm, auch wenn sie Angst vor den Konsequenzen hatte, was sie mit ihr machen würden, wenn sie das hier sahen. Man hatte ihr zwar gesagt, dass ihre Macke das Zurückspulen von Menschen war, aber soweit hatte sie, zumindest nicht bewusst, noch nie jemanden zurückgespult.

*

Am Frühstückstisch der Lehrer herrschte bereits reger Betrieb. Nachdem gestrigen Angriff wollten ein paar der Helden noch einmal das Gelände absuchen, bevor der Unterricht begann. Daher bemerkten sie fast die beiden Kinder nicht, die sich schüchtern näherten. Vor allem Shota versteckte sich hinter der größeren Eri, da es ihm einfach viel zu laut hier war.

„Guten Morgen“, grüßte das Mädchen laut, um auf sich aufmerksam zu machen.

„Oh, Eri! Bist du schon wach? Aizawa auch? Hoffentlich geht es ihm gut“, meinte Toshinori und lächelte das Mädchen an, „Kakao und Butterbrötchen?“ Ihr übliches Frühstück, das er ihr nur zu gerne vorbereitete.

Das Mädchen schüttelte jedoch den Kopf und trat einen Schritt beiseite, ehe sie schuldbewusst zu Boden sah. „Ich weiß nicht … ich wollte nicht …“, stammelte sie vor sich hin, ehe sie tief Luft holte. Wenn Aizawa, also der richtige erwachsene Aizawa, da wäre, würde er sie streng ansehen, und sie dazu auffordern in ganzen Sätzen zu sprechen. „Ich glaube, ich habe Herr Aizawa zurückgespult“, gestand sie schuldbewusst, „aber ich weiß nicht, wann das passiert ist. Wir waren nachts immer mal wach, weil er gezittert hat, und Schmerzen hatte. Aber ich habe nichts getan, wirklich nicht!“ Ihre Augen füllten sich erneut mit Tränen.

Sofort war Nemuri bei ihr, um sie in den Arm zu nehmen und sie zu trösten. „Alles wird gut. Das ist nicht deine Schuld“, murmelte sie ihr zu und musterte den verjüngten Shota, der immer noch schüchtern hinter ihr stand und auf den Boden starrte.

Nun lag alle Aufmerksamkeit auf den beiden Kindern, was Aizawa sehr unangenehm war. Am liebsten wäre er im Boden versunken, oder wäre zurück in das Zimmer gelaufen, aus dem sie gekommen waren. Wie war er nur hier gelandet? Wenn er nicht nur mit einem T-Shirt bekleidet gewesen wäre, wäre er zweifelsohne nun weggelaufen, aber so hatte er Angst erneut zu stolpern.

„Eraser?“, fragte Hizashi verwundert und ging vor Shota in die Knie.

„Verzeihen Sie, aber sprechen Sie mit mir?“, fragte der Junge unsicher und sah sich um, ob vielleicht jemand anderes gemeint sein könnte.

„OH MY GODNE~!“, ertönte es verstärkt aus dem Mund des Voiceheros, was Shota so sehr erschreckte, dass er sich beide Ohren zuhielt und seine Augen kurz rot aufleuchteten und ihm seine Haare zu Berge standen. Kurz darauf verstummte Yamadas Macke und er musste sich räuspern.

Als der kleine Aizawa bemerkte, was er gerade gemacht hatte, weiteten sich seine nun leicht schmerzenden Augen etwas und er wich angsterfüllt zurück. „Es tut mir leid … ich wollte das nicht. Diese dumme Macke … bitte bestrafen Sie mich nicht.“ Er wandte sich um, und wollte schnell davon laufen und das Weite suchen, als Hizashis Arme nach ihm griffen und ihn festhielten, was dem Jungen noch mehr einschüchterte, daher wagte er es nicht, sich gegen den Griff zu wehren. Er hätte nicht versuchen sollen, wegzulaufen. Immerhin war die Strafe wirklich verdient und Flucht machte es meist nur schlimmer. Sich auf das Schlimmste vorbereitend, kniff er leicht zitternd die Augen zu.

„Hey, wieso sollte ich das tun?“, fragte der blonde Erwachsene jedoch bestürzt, was Shota stutzig aufblicken ließ. So kannte der Voicehero den sonst so gefühlskalten Freund gar nicht. Ihm fiel aber auch ein, dass Aizawa kaum über seine Kindheit gesprochen hatte.

„Weil die andren Kinder meinen, dass ich eine böse Macke habe, und ihnen ihre guten Macken kaputt mache“, erklärte Shota traurig mit Tränen in den Augen, den Blick wieder gen Boden gerichtet, „bin ich deswegen hier? Weil ich böse bin und man mich wegsperren muss?“ Sein Vater hatte schon einmal damit gedroht, ihn wegzugeben, wenn er seine Macke nicht in den Griff bekam. Dabei hatte er sie doch erst entdeckt, wie sollte er sie da schon beherrschen? Er setzte sie ja schließlich nie mit Absicht ein. Allein der Gedanke daran, dass seine Eltern ihn abgegeben haben könnten, ließ die heißen Tränen über seine Wangen laufen.

„Oh, nein, jetzt weinen sie beide“, stellte Midnight verzweifelt fest und sah Hizashi böse an, als ob er etwas dafür konnte. Leicht überfordert starrte der Blonde die kleinere Version seines Kumpels an, und drückte ihn schließlich sachte an sich, um ihn zu trösten.

*

Kurz darauf wurden beide Kinder aufs Sofa verfrachtet und mit Kakao versorgt, um ihnen Trost zu spenden. Doch keinem der beiden war wirklich danach, etwas Süßes zu trinken, da jeder der beiden für sich ein schlechtes Gewissen hatte, obwohl keiner etwas für diese Situation konnte. Vor allem Shota verstand nicht, was hier vor sich ging und war komplett überfordert, weswegen er auch geweint hatte. Sonst war er nicht so weichlich, zumindest redete er sich das ein.

Toshinori ließ sich schließlich zwischen den beiden nieder. Die anderen hatten ihn dazu auserkoren mit den Kindern zu reden, weil sie der Meinung waren, dass er es bestimmt am besten hinbekam, nicht wieder alle zum Weinen zu bringen. Der Blonde holte tief Luft und setzte ein sanftes Lächeln auf. „Eri, ich denke nicht, dass deine Macke an dem kleinen Shota schuld ist. Er wurde gestern von einem Schurken angegriffen, ich bin mir sicher, dass es damit etwas zu tun hat, und nicht mit dir“, erklärte er dem Mädchen und strich ihr tröstend über das geflochtene Haar, was Aizawa gestern nach dem Bad noch gemacht hatte. Dann wandte sich Yagi an den kleinen Jungen, der auf dem Sofa ziemlich verloren wirkte und auf den Boden starrte. „Shota … ich weiß nicht, wie ich das erklären soll … du bist eigentlich 31 Jahre alt und ein Lehrer und Held, der momentan durch eine Verjüngungsmacke in ein Kind verwandelt wurde …“, seufzend machte er eine Pause und musterte den Jungen nachdenklich, „wie alt bist du überhaupt?“

„Fünf“, murmelte Aizawa leise und schniefte. Verjüngungsmacke. Er und ein Held sein. Irgendwie klang das alles nach einer sehr seltsamen Geschichte. Und auch sehr unglaubwürdig. Genauso wie Hänsel und Gretel, wo die Kinder mit einem fadenscheinigen Vorwand von den Erwachsenen aus dem Haus in den Wald gelockt und somit ausgesetzt wurden. Da hatte er auch nie kapiert, wie man so dumm sein konnte. Vermutlich hatte man ihn auch einfach ausgesetzt, weil seine Macke so eine Enttäuschung war und tischte ihm nun irgendetwas auf, um seine Eltern nicht in einem schlechten Licht dastehen zu lassen. „Ich glaub das nicht …“

„Nein?“, hakte Toshinori nach, ehe er zu dem Jungen sah, den Daumen hochstreckte und sich kurz konzentrierte, um seine Muskelform für ein paar Sekunden aufrecht erhalten zu können, „wieso sollte ich lügen?“ Sein typisches Grinsen schaffte es, die Miene des Kindes aufzuhellen. „All Might“, staunte der Dunkelhaarige und schien seinen Kummer kurz vergessen zu haben. Um ihn nicht noch mehr zu verschrecken, unterdrückte Yagi den Hustenreiz, der ihn überkam, als die Muskelform verpuffte und er wieder zu dem dürren Mann wurde, und schluckte den Schwall Blut, der seine Kehle hochgekommen war, wieder runter. „Glaubst du mir jetzt?“

Shota nickte vorsichtig, auch wenn alles noch immer sehr unlogisch klang. Aber All Might log nicht. Als Held sollte man keine Unwahrheiten erzählen und All Might war die Inkarnation allen Heldentums. Auch Eri schien wieder etwas beruhigter, auch wenn man ihr noch immer ansehen konnte, dass sie ein schlechtes Gewissen hatte. Aus diesem Grund willigte sie auch sofort ein, als Nemuri vorschlug, dass sie aus ihren Sachen etwas suchen könnten, was Aizawa passen könnte, damit er nicht so halb nackt herumlaufen musste.

Tatsächlich fanden sie ein Paar blauer Hosen, die ihm passten, weil sie Eri schon etwas zu klein war, da er doch ein bisschen kleiner war als Eri. „Ich glaube, wir sollten dann mit ihm einkaufen gehen, falls die Wirkung noch länger anhält“, stellte Midnight fest. Glücklicherweise musste sie gar nicht selbst entscheiden, welches Oberteil des Mädchens sie Shota überziehen würde. Er entschied sich ganz allein für den grünen Katzen-Pulli, den er selbst als Erwachsener für Eri gekauft hatte. Somit würde es am Ende nicht auf Kayama zurückfallen und er würde sich niemals für diese Peinlichkeit an ihr rächen können.

Ehe er sich jedoch den Pullover überzog, begutachtete die Dunkelhaarige die Stelle an seinem Oberkörper, an der immer noch das Pflaster klebte. Tatsächlich befand sich darunter auch noch die Verletzung, die er sich gestern zugezogen hatte. Die kleine Stichwunde sah etwas entzündet aus, weswegen sie entschied, dass es wohl besser wäre, wenn Chiyo sich das mal ansah. Generell wäre es wohl nicht verkehrt, wenn Recovery Girl ihn unter die Lupe nahm. Nur um sicher zu gehen, dass Toshinoris Theorie stimmte und nicht doch Eri im Schlaf ihre Macke eingesetzt hatte.

Am Ende bekam allerdings Toshinori die Aufsicht über die Kinder, da die anderen noch immer ihren Rundgang geplant hatten, um die Lage zu checken. Vor allem nun war es wichtiger als zuvor, irgendwelche Spuren zu finden. Vielleicht ließ sich der Typ mit der Macke ja ausfindig machen, um herauszufinden, wie man diese Verjüngung beendete. Im schlimmsten Fall, so meinte Hizashi scherzhaft, würde Toshinori bestimmt liebend gerne beide Kinder adoptieren. Er selbst fühlte sich einfach zu jung, um die Vaterfigur für seinen besten Freund zu geben. Hoffentlich würde es nicht so weit kommen müssen. Allein der Moment vorhin hatte ihn schon maßlos überfordert. Für gewöhnlich kümmerte sich ja auch immer Aizawa um die Kinder, wenn sie bei einer Mission auf welche stießen.
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