Giftige Magie

von diamond99
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P12 Slash
Alexander "Alec" Lightwood Isabelle "Izzy" Lightwood Jace Wayland / Jonathan Christopher Herondale Magnus Bane Maryse Lightwood
13.08.2020
27.09.2020
13
13.469
12
Alle Kapitel
76 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 Datenschutzinfo
16.09.2020 660
 
Zorn und Sorge

Schon seit Stunden wachte Magnus an Alecs Krankenlager.
Immer wieder gingen ihm die Worte des Arztes im Kopf herum, der sie alle nochmals komplett über Alecs Zustand informiert hatte.
Der Zauber hatte, wie Jace schon sagte, Alec eine lebensgefährliche Menge an Energie entzogen. Die magische Kraft genauso, wie seine Lebensenergie. Der Schmerz, den dies verursachte, der viel zu plötzliche Kraftverlust, all das hatten einen schweren, traumatischen Schock bei Alec ausgelöst.
Dieser Schock und die extreme Energielosigkeit hielten Alec nun in einem tiefen komatösen Zustand.
Der Arzt hatte nur wenig Hoffnung gemacht, dass Alec jemals wieder zu sich kommen würde. Und er stellte die Befürchtung in den Raum, dass selbst dann, wenn er wieder aufwacht, schlimmste Nachwirkungen der Fall sein könnten.
Sanft hielt Magnus die Hand seines Mannes in seiner, strich liebevoll über Alecs Handrücken und küsste denselben anschließend. Dann legte er Alecs Hand an seine Wange. Alecs Haut fühlte sich kühl an, geradeso als hätte sich auch seine Körperwärme verflüchtigt.
Magnus stieß einen Seufzer aus. Er hatte sich innerhalb weniger Stunden nahezu erholt, selbst er war überrascht, wie schnell es gegangen war. Doch der Preis dafür...
Magnus´ Blick flog zu Alecs blassem Gesicht.
Der Preis war viel zu hoch gewesen.

Ein Klopfen an der Tür riss Magnus aus seinen Gedanken und ohne auf eine Aufforderung zu warten, betrat Jace das Krankenzimmer. Sein Blick flog kurz zu Alec, ehe er sich Magnus zuwandte.
Magnus konnte deutlich die Veränderung in Jaces Gesichtsausdruck sehen. Bis vor kurzem hatte der Shadowhunter gewirkt, als hätte man seine Seele in tausend Einzelteile zerschmettert, doch nun stand eine wilde Wut in seinem Blick. Magnus brauchte einen Moment, ehe er begriff, dass diese Wut nicht ihm galt – obwohl er es verstanden hätte. Nur um ihn zu retten, hatte Alec diesen Zauber angewandt. Nur weil er seinen Mann beschützen und retten wollte, war er nun in diese Zustand.
Jaces Wut mochte nicht dem Hexenmeister gelten, doch die Wut auf sich selbst, die Magnus fühlte, war ausreichend für sie beide.
„Lorenzo und einige andere Hexenwesen glauben herausgefunden zu haben, wer die Ley-Linien vergiftet hat.“
Magnus legte Alecs Hand auf der Decke ab, hielt sie aber weiter fest in seiner.
„Wer war es?“ Er konnte die unterdrückte Wut in seiner Stimme hören. Nur selten ließ er diese Wut ans Tageslicht kommen, diesen Zorn, den ihn sein Vater Asmodeus vererbt hatte.
„Ein ehemaliger Shadowhunter“, antwortete Jace, „Ihm wurden vor wenigen Wochen die Runen entzogen. Er hasst Magie und er hasst Hexenwesen. Er hat Hexenwesen gejagt, gefoltert und getötet. Er wurde aus der Nephilimgemeinschaft ausgeschlossen, nachdem man ihm auf die Schliche kam. Er war im Institut in Los Angeles stationiert, scheint aber nach seiner Entrunung nach New York gekommen zu sein.“
„Wie kann ein ehemaliger Shadowhunter die Ley-Linien vergiften?“, hakte Magnus nach, „Dazu hat er doch gar keine Macht?“
„Der Dämon, den er gerufen hat, schon“, erwiderte Jace, „Ein typisches Paradoxon. Er hasst Magie, wendet sie aber an, um die Hexenwesen zu vernichten. Er hat einen Hexenmeister dazu gezwungen, den Dämon zu beschwören und ihn anschließend getötet. Der Rat hat ein Team beauftragt ihn zu verhaften.“
„Und du bist nicht in diesem Team?“, fragte Magnus mit gerunzelter Stirn.
Jace schüttelte den Kopf.
„Sie sind der Meinung, dass persönlich Betroffene bei dieser Mission nicht dabei sein sollten. Wahrscheinlich haben sie damit Recht. Wenn ich daran denke, was Alec wegen dieses Mistkerls für Sorgen durchgemacht hat. Und nun das.“ Er wies auf Alec. „Mir darf dieser Typ nicht in die Finger geraten. Ich könnte nicht...“ Jace unterbrach sich und verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich wüsste nicht, was ich täte, wenn mir dieser Decksack unter die Augen käme.“
Magnus drehte den Kopf und schaute zu Alec.
„Ich auch nicht“, sagte er leise.
Jace löste die Verschränkung seiner Arme und trat an die andere Seite des Bettes, wo er sich auf einen Stuhl niederließ.
Und in einvernehmlichen Schweigen wachten Alecs Parabatai und sein Ehemann gemeinsam an seinem Bett.
Review schreiben