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Hilfe, wir wechseln das Universum!

von Salaminus
GeschichteFreundschaft, Sci-Fi / P16 / Gen
Ahsoka Tano Anakin Skywalker / Darth Vader CC-2224 / Marshal-Commander Cody CT-7567 / Captain Rex Dogma Obi-Wan Kenobi
13.08.2020
01.03.2021
35
88.807
13
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23.02.2021 2.767
 
„Kacke, ey!", brülle ich und presse meine Hand auf das Rohr in der Wand, denn mir schießt eine Ladung eisiges Wasser entgegen. Wohlgemerkt so kaltes H2O, dass es wie tausend kleine Nadeln sticht, als es mir über die Haut läuft.

Fluchend grapsche ich blind nach dem Stöpsel, der irgendwo neben mir am Boden herumliegen muss, es aber jetzt nicht mehr tut.

Und weil ich keine Lust habe, noch länger schockgefrostet zu werden, stopfe ich kurzerhand mein Shirt in das Rohr – das sollte eigentlich trocken und chillt deshalb sogar ausgebreitet und ausgewrungen auf den komischen Fliesen – denn das ist mir nicht zum ersten Mal passiert.

Probiert ihr mal mit null Klempnererfahrung, lediglich anhand von mäßigen Youtubeanleitungen und einer aus dem Internet gezogenen, schlecht zusammenkopierten Bedienungsanleitung, einen Heißwasserboiler an das Wassersystem der Resolute anzuschließen.

Ich bin in einem der ‚Erfrischer' – das war nicht meine Idee, Duschen in Star Wars heißen nun mal ‚Refresher' und ‚Erfrischer' ist das deutsche Pendant dazu – der Jungs, um mich herum liegen dubiose Werkzeuge mit ulkigen Namen wie Läppwerkzeug oder, ganz knorke, ein Blasrohr, alles Dinge, die man laut besagten Videos für die Anschlussarbeiten benötigt.

Weil das aber nicht so klappt, und ich schon des Öfteren nass wurde, obwohl doch gar kein Wasser mehr aus der Leitung kommen dürfte, habe ich mir aus einer der ganz großen Müllertüten mithilfe von drei Schlitzen – zwei an der Seite für die Arme, eine oben für den Kopf – einen etwas wassersicheren Überzug gebastelt.

Bringt nur nichts, bei diesen Mengen an Flüssigkeit.

An KALTER Flüssigkeit!

Und deswegen baumeln neben mir – jederzeit griffbereit an dieses eine Rohr gebunden, das die Wand in der Mitte teilt, über die Decke verläuft und aus dem, wie aus der Wirbelsäule die Rippen, dann dünnere Leitungen zu den Duschköpfen an der Wand abgehen – eine Ladung trockener Handtücher mit stetig sinkender Anzahl, denn ich benutze sie verdammt oft.

„Nici, du grinsende Klobürste hast gesagt, das Wasser wäre in aus!", krakeele ich nach hinten, und ich bin so sauer, dass sich meine Stimme überschlägt.

Meine ganze Haut prickelt von dem frostigen Schwall Flüssigkeit, der mich von Kopf bis Fuß getränkt hat (natürlich auch in mein Tütenschild, könnte auch niemanden stören) und mir nach wie vor über die Handflächen läuft, denn weder mein Shirt, dass ich ja in die Leitung gestopft habe, noch zwei danach hineinbeförderten Handtücher können den Wasserfluss stoppen.

Dafür sind meine Hände mittlerweile am Stechen, wie immer, wenn die extrem kalt werden.

Unangenehm.

Nasse Jeans sind auch doof, die zwicken ekelhaft.

Grunzend ziehe ich meine Pranken zurück – das bringt sowieso nichts – und stehe schnaubend, patschnass von Kopf bis Fuß, auf, um Nici den Marsch zu blasen.

Die Duschen für die Jungs sind klein, überall ist der hässliche Durastahl. Es gibt immer zehn Duschköpfe links und rechts, jeweils kaum einen halben Meter auseinander. Wenn hier voll geduscht wird, berühren sich die Schränke unweigerlich – denn wer eine Schulterspanne von knapp 60 Zentimeter hat (wir haben nachgemessen, Attie hat keine Fragen gestellt, nur komisch geguckt), der kuschelt hier halt.

Zum Vergleich, Steve hat in Endgame ungefähr die gleiche Breite. Nur so.

Ein paar Meter vor mir weg ist der Ausgang – ein Türausschnitt ohne Tür, und Nici bastelt dahinter an der Wand. Also im Prinzip ist der ganze Raum noch ein Stück länger, die Türwand teilt einen Teil ab und bildet einen Vorraum, auf dessen linken Seite dann der Ausgang zum Flur ist.

Es gibt etwa auf Hüfthöhe in der Wand einen Druckknopf – für Wasser an und aus. Nichts mit Warmen oder so. Aber Nici arbeitet vorne an einer Schaltzentrale, um das mal umzustellen – zweimal drücken für warmes Wasser, einmal für kaltes und Wasser aus bei dreimal. Zumindest hat sie es so verkündet, gehört habe ich, bis auf metallisches Schaben, schon lange nichts mehr von ihr.

Ich latsche durch die Pfützen, die ich durch meine nicht vorhandenen Klempnerfähigkeiten hinterlassen habe, über die drei Abflüsse, immer einen Meter auseinander, zur ollen Flunder.

Das Wasser quietscht unter meinen Sohlen – na gut, eher die quietschen – und es steht tatsächlich einen Zentimeter hoch. Wenigstens ist meine Sohle fett, und so bekomme ich, dank Asics-Turnschuhen, nicht auch noch feuchte Füße.

Hinter der Mauer auf der anderen Seite der Tür ist keine Nici, und ich quietsche auf den Gang hinaus, bis ich sie dafür in dem Serviceraum für die Wassertechnik direkt neben dem Erfrischerraum finde.

In dem ist es recht dunkel, denn die komische Beleuchtung ist zu duster für den Bereich – trotzdem sehe ich Nicis hochzufriedenes Grinsen im Schatten und den schrägen weißen Wasserboiler, der neben den Starwarsgeräten seltsam deplatziert wirkt.

„Ahhaaaangeschlossen! Drück mal zweimal, und sag mir, ob es läuft – bist du nass geworden? Ups..." Sie guckt ganz und gar nicht schuldbewusst, im Gegenteil, ihre Augen funkeln frech. „Zieh' dir lieber mal was an, bevor du krank wirst"

Sehr witzig die Dame hier.

„Leck mich doch", grummele ich, drehe mich auf dem Absatz um und hinterlasse feuchte Abdrücke, als ich in die Mannschaftsdusche zurückkehre.

Mal wieder stehe ich vor meinem Chaos – dem schwimmenden Chaos, das Wasser steht zwischen dem Werkzeug und glänzt im Licht der Neonröhren über mir, die parallel zu der Hauptwasserleitung an der Decke verlaufen – und starre das Rohr an, aus dem, nach wie vor, H2O in die Pfützen am Boden läuft.

Okay.

Ganz langsam jetzt.

Und bevor ich es mir anders überlegen kann, fasse ich in das geöffnete Rohr – KALT! – grapsche nach dem Stoff, der gerade verhindert, dass das Wasser mir wieder mit Highspeed entgegen schießt, und als ich einen Zipfel vom Handtuch zu fassen bekomme, zupfe ich den ganzen Batzen mit aller Gewalt wieder aus dem Rohr.

Natürlich geht das nicht ohne eine weitere Taufe aus beißendem ekeligen tiefgefrorenen Wasser. Logischerweise wieder aufgetaut, sonst wäre es ja Eis.

Ganz ruhig, Jojo.

Verdammt, ich könnte hier gleich wen erwürgen!

Frustrierend schnaubend rücke ich hastig zur Seite, um nicht die volle Dusche abzubekommen, zumindest nicht länger, als ich zwingend muss.

Das Wasser aus dem Rohr läuft aus – sieht nach Restschwall aus – und ich entdecke den davongeschwemmten Verschluss der Leitung in der Ecke. Bloß zu mit dem ollen wasserspuckendem Teil!

Fix stöpsele ich es mit diesem komischen Schraubteil wieder zu – und mit einer gehörigen Portion Gewalt, sowie einem improvisierten Hebel, aber danach sind die Schotten dicht – dafür sollte man mich, wenn ich denn ein Schwamm wäre, auswringen.

Räumen wir hier mal auf.

Halbherzig hebe ich die triefenden Stoffteile vom Boden auf, dann erinnere ich mich an Nicis Auftrag, weshalb ich dann doch zweimal auf den seltsamen Knopf, eingelassen in der Wand unterhalb einer Brause, tippe.

Der Duschkopf beginnt brav zu heulen und gießt mich freundlicherweise wieder mit dem frostigen verhassten Feind.

Einmal tief einatmen, Jojo.

Chill.

Elendes Scheißteil.

Betont in aller Ruhe mache ich einen Schritt nach hinten und weiche der weinerlichen Fontäne des wasserspuckenden Dings formvollendet aus.

Eine ganze Weile stehe ich so da, und gucke zu, wie das Wasser erst herausrieselt, dann endlich mehr Druck bekommt und die Brause ihren Job so macht, wie man es von einem normalen Duschkopf erwarten kann.

Die Temperatur des von ihr ausgespuckten H2Os verändert sich erst zu lauwarm, und danach steigt sie lange Zeit nicht, bis dann tatsächlich es nochmal eine Veränderung gibt - 22 VSY gibt es warmes Wasser in der ersten Dusche.

Auf geht's, wir haben nur noch so über zwanzig Stück zu machen.

Oh, fragt mich bitte nicht, wieso man Duschen für lediglich 400 Mann baut, wenn man doch etwa 9400 Männer am Schiff hat. Dumm ist das.

Während ich mich zum Aufwärmen mal drunterstelle, kommt Nici mal von drüben rüber.

Ich merke aber erst, dass sie mich mit ihrer Anwesendheit beehrt, als sie mir ihren Fingernagel gegen mein Schulterblatt presst. „Du solltest mir doch Bescheid sagen!"

Ihre Augenbraune klebt am Haaransatz, ich zeige ihr als Antwort lediglich den Mittelfinger.

„Warm. So."

Sie verdreht die Augen und zieht den Arm wieder zurück, um sich aus dem Radius des Duschkopfes zu entfernen. „Ich mach' dann mal das Shampoo auf dem Regalbrett fertig. Und die Handtücher. Die Kisten hast du angeschraubt?"

„Alles weltraumsicher, so schaut's aus", brumme ich undeutlich und genieße das langsam echt kochendheiß werdende Wasser. „Wir brauchen noch 'nen Temperaturregler."

„Ich arbeite dran", ruft Nici von draußen – wie kann sie lautlos durch die Pfützen laufen? – und ist eindeutig beschäftigt, außen die knallbunten Handtücher und den anderen Kram in die angeschraubten Kisten zu packen.

„Gut", die Augen geschlossen entspanne ich mich etwas, während meine Kopfhaut langsam von dem heißen Wasser taub wird.

Vielleicht erinnere ich mich deswegen daran, dass wir heute noch etwas zu tun haben. „Du, äh..., Nici? Wie viel Uhr haben wir denn, Cody kommt irgendwann am Nachmittag... Besser gesagt, ist da unser Gespräch mit ihm und Rex?"

Draußen wird lautstark hörbar eine Plastikverpackung aufgerissen, es dauert zwei Sekunden, bis Nici mir eine Antwort gibt. „Wir haben noch 'ne halbe Stunde. Komm endlich aus der Dusche, wir besetzen die jetzt seit drei Stunden und sollten sie mal freigeben."

Gutes Argument. Seufzend tippe ich dreimal hintereinander auf den Knopf und tapse, patschnass wie ich bin, und jetzt friere ich zugegebenermaßen, zu Nici raus.




Einmal hastig trockenreiben und umziehen, dann sprinten wir durch die Gänge Richtung Brücke.

Nici blättert im Laufen in dem eigens dafür angelegtem Notizbuch mit seinen Ausklappkarten, damit wir uns ja nicht verlaufen.

Sie kann das, die kann alles immer, egal wo, unter welchen Umständen lesen. Gerade recht nützlich. Bloß ist das Nummerierungssystem eine Katastrophe und niemand kennt sich aus – also, natürlich doch, aber nicht wir.

„Ich glaub, links oder so!", ruft Nici abgelenkt zu mir hinüber und weicht einem Zug Troopern aus, die aus dem Quergang kommen. „Hi und Tschüs!"

Wir verlaufen uns, brauchen zehn Minuten für den richtigen Weg (und zwei hilfreiche „Rechts, rechts, links, geradeaus, wieder links, dritte rechts, aber ihr hättet vorhin auch links gehen können, ist gleich schnell"-Auskünfte) dann stehen wir im Aufzug, der zur Brücke hochfährt.

„Wir kommen zu spät, oder?", frage ich und verfluche, dass ich etwas außer Atem bin – aber Dels Training ist echt dreckig.

„Zwei Minuten", Nici ist rot angelaufen und klappt die Karten sorgsam zurück ins Buch, während der Fahrstuhl nach oben surrt.

Und weil ich gerade etwas angestrengt bin, bewahre ich ausnahmsweise die Ruhe in dem engen Kabuff, denn ich habe überhaupt keine Energie, mir über mir entgegenkommende Wände oder sonst was Gedanken zu machen.

Die Anzeige über den Türen verändert sich immer wieder, bis diese dann vor uns auseinanderschnellen.

Vor uns liegt der gleiche Raum, nichts hat sich geändert – Konsolen, Steuerpulte, die komischen Glasplatten mit den weißen Kreisen, R2 fährt hier auch noch herum – nur die beiden gepanzerten Klone, der eine mit orangenen 212.ten Markierungen und der andere im Dunkelblau der 501.ten stehen nebeneinander vor dem großen kreisförmigen Holotisch in der Mitte und haben die Köpfe gehoben, als wir durch die Türen des Aufzuges huschen.

Keine Spur von den Jedi, wir vier sind allein.

Codys Miene ist wie immer unlesbar, der Commander ist trotzdem merklich not amused, während Rex betont langsam blinzelt.

„Ich weiß, wir sind zu spät, tut uns leid – ihr könntet ja aber auch das Schiff mal logisch ausschildern, dann wären wir schneller" Nici redet so schnell, dass die einzelnen Sätze ohne Punkt und Komma ineinander übergehen, wobei sie, um ihre Argumente zu betonen, noch mit dem Notizbuch in der Luft herumfuchtelt.

Ich stehe daneben und rubbele mir mit dem Handtuch, das ich den ganzen Weg mitgenommen habe, über die nach wie vor tropfnassen Haare, bevor ich es mir, Witwe Bolte als Vorbild, wie ein Kopftuch festbinde.

Will ja nicht den Boden volltropfen.

Der Commander spart sich die Antwort, stattdessen winkt er uns einfach nur her.

Als wir brav näherkommen, stelle ich fest, dass Cody Augenringe hat und seine Mundwinkel verkniffen sind. Der ganze Kerl wirkt frustriert und erschöpft, nur sage ich das nicht laut.

„Die Jedi haben vor euch hier auf den Schiffen zu behalten", er wirft uns einen dunklen Blick zu, der aber wohl auch den Jedi mit gilt – Logisch, als Commander hätte ich auch keinen Bock, 'n durchgedrehten Haufen Teenies am Schiff zu haben, auf die man extra aufpassen muss. Es reichen ja schon die Jedi.

„Wir können für euch nicht nach Coruscant umdrehen, nur um euch dann im Jeditempel abzuliefern. Nicht, dass das nicht überlegt wurde."

Ah, ich verstehe, warum er so schlechte Laune hat.

Nici grummelt etwas. „Wäre da eh nicht reingegangen. Ich kenne meine Rechte!"

„Wenigstens haben wir welche im Gegensatz zu Rex und Cody", brumme ich etwas bitter und guckte Cody dann entschuldigend an, weil wir ihm in den Satz gebabbelt haben. „Tschuldige. Was wolltest du sagen?"

Codys Blick liegt steinern auf uns, trotzdem ist der Ausdruck in seinen Augen fast schon ängstlich. Naja, eher erstaunt, aus allen Wolken gefallen.

Er braucht aber nur zwei Sekunden um sich zu fangen, dann wirft er Rex einen kurzen Seitenblick zu.

Die stumme Unterhaltung lässt mich unwohl fühlen, besonders, weil man sich keinen Reim drauf machen kann, was sie sagen oder denken.

„Was genau ist euer Ziel..."

Der Satz bleibt im Raum hängen, auch weil er drohend ausgesprochen ist. Und ein drohender Cody ist scary as hell.

Erinnert ihr euch an die Szene, wo die Klone alle wütend zu Slick gucken? Genauso sieht Cody uns beide an, die Schultern angespannt, seine Nackenmuskeln treten unter den Blacks heraus.

Mein Witwe Bolte-Kopftuch wirkt mit einem Mal gar nicht mehr lächerlich.

Nici auf meiner anderen Seite verschränkt die Arme und schüttelt den Kopf. „Sklaverei beenden."

Rex ihr gegenüber beginnt kaum merklich einen Zack schneller zu atmen. Der Captain hat sich gut im Griff – eigentlich hat das jeder Klon – doch plötzlich wird mir bewusst, dass Rex immer noch seine goldenen Ideale hochhält. Und das Thema vielleicht immer wieder verdrängt hat, selbst nach Zygerria.

Doch das kommt erst noch.

„Sklaverei beenden", wiederholt Marshallcommander Cody mit zusammengepressten Zähnen, sein Blick zuckt von Nici zu mir und wieder zurück, „Wieso solltet ihr das?"

„Rebellion beginnt im Kopf", höre ich mich sagen. „Gehirnwäsche ebenfalls. Doch Gedanken sind frei und aus einem Funken kann ein mächtiges Feuer werden. Man muss nur ein Streichholz anzünden und die Welt wird brennen. Ob es ein gutes oder ein böses Feuer ist, zeigt sich erst, wenn andere drunter leiden. Der einzige Grund, warum die Nazis ihre Todeslager am Laufen halten konnten, ihr Regime errichten, war der Rückhalt in der Bevölkerung. Doch wenn dieser wegfällt, wenn dieser zerbröckelt, wenn Leute anfangen aufzustehen, kann man andere aufhalten. Bislang wurde noch jeder Diktator gestürzt.
Es wären niemals sechs Millionen Juden vergast oder anderweitig getötet worden, es wären niemals andersdenkende bestraft worden, es wären niemals Leute wie Tiere in Lager gesperrt worden, hätten die Leute was dagegen getan. Wenn sie aufgestanden wären, könnten diese Menschen noch leben. Unrechtsregime werden gehalten durch die, die schweigen. Solange es einen selber nicht betrifft, geht es einen nichts an, richtig?
Und genau wegen dem Denken können Diktatoren sich halten. Am Ende werden sie alle fallen. Die Frage ist nur, wie viel Blut bis dahin geflossen ist. Und das Blut geht auf das Konto derjenigen, die nichts gesagt haben. Wer Unrecht duldet oder wegsieht, wird selber zum Täter."

Es ist still im Raum, als ich langsam den Mund schließe. Dumpf brummen unter uns die Reaktoren, doch das ist das einzige Geräusch im Raum.

In meinem Kopf läuft die Szene im Abspann von Avengers mit Nick Fury und den Senatoren.

‚War das der Sinn des Ganzen? Ein Statement?' – ‚Ein Versprechen'

„Und was hättet ihr davon" Codys Stimme ist hart und klingt nach unterdrückter Wut.

„Wenn ich deine Rechte nicht verteidige...", Nici deutet leicht auf ihn und dann zurück auf sich, „Wer tut es dann mit meinen?"

Im Blick des Commanders liegt irgendwas Zerbrechliches, trotzdem Kaltes.

Er hat viele Brüder sterben sehen. Hat gesehen wie man sie auf Kamino weggeholt und gelöscht hat. Wie man unperfekte Klone entsorgt hat.

„Wir sind Klone", Rex Stimme ist einen Tick dunkler als sonst und der Blonde spricht langsamer, fummelt fast schon nervös an der Platte auf seinem Handrücken herum.

„Ihr seid Menschen", gebe ich schon aggressiv zurück. „Biologie für Anfänger, wer war euer Genspender? Ein Mensch. Eineiige Zwillinge sind im Prinzip auch nur genetische Kopien voneinander. Nur seid ihr halt 'n paar Millionlinge."

Es bleibt still im Raum, bis Cody den Blick langsam senkt und das Thema überspielt. Stattdessen werden wir zu Ende gebrieft - und Nici und ich sind vorerst leise.

Denn Taten sprechen lauter als Worte.

Wir haben was zu beweisen.
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