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Wish of my heart

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
13.08.2020
28.07.2021
11
81.868
43
Alle Kapitel
62 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
20.12.2020 9.723
 
Hallöchen!
Letzte Woche ist mir das nächste Kapitel von Wish irgendwie durchgerutscht. Schande über mich!
Dafür kommt es heute ;-)
Viel Spaß damit!




Wunsch 08 - Bitte, bitte! Nicht wieder abhauen!



~Claudete~
"Bereit?" Betty wirkt aufgeregt. Sie schwitzt und hat trotz heller Schminke rote Wangen. Zu ihrer Verteidigung, uns geht es nicht besser. Es ist heiß heute. Wir sind zwar nur mit dünnen Stoffen bedeckt, aber darunter verbergen sich Tonnen von fixierenden Klebebändern, gepolsterte Höschen, die uns mehr weibliche Rundungen verleihen, Nylons und Korsetts. Und unter der Schminke ist es auch nicht gerade angenehm kühl. Von den Perücken fange ich mal gar nicht an zu sprechen. Zum Glück hat uns Betty allesamt mit Fächern ausgestattet, die wir auch fleißig am schwingen sind.
"Okay Mädels. Gleich geht es los. Stellt euch schon mal auf, dann können wir die Bühne stürmen." Betty richtet sich ihre aufgetürmte brünette Perücke und schreitet elegant voran.
Wir anderen stellen uns in Zweierreihen auf und warten auf ihr Zeichen. Ich lasse derweil meinen Blick schweifen. Ganz schön was los hier. Jack kennt echt viele Leute. Es scheint beinahe, als wäre die gesamte Community hier.
Plötzlich fällt mir ein gekräuselter, dunkler Haarschopf auf. Doch bis ich reagieren kann, ist er auch schon wieder verschwunden. 'Einbildung', sage ich mir. 'Ich habe solch große Sehnsucht nach ihm, dass ich mir schon glaube, ihn zu sehen.'
Mein Dante … Er hat sich immer noch nicht bei mir gemeldet. Meine Sorgen werden immer größer. So groß, dass ich beschlossen habe, nicht mehr abzuwarten, sondern ihn nachher nochmal zu besuchen. Und dieses Mal gehe ich nicht eher, bis er mir entweder die Tür aufmacht, oder wieder nach Hause kommt, falls er wirklich die ganze Zeit über nicht da war.
Meiner Meinung nach hatte er nun genug Zeit, um sich von seinem Schock zu erholen. Ich muss einfach wissen, wie es ihm geht. Und vor allem, wie es mit uns weiter geht. 'Falls es überhaupt noch weiter geht …'
Inzwischen mache ich mir riesige Sorgen, dass noch Gefühle für diesen Michääähl haben könnte. Ich meine, wäre doch logisch, oder? Sonst würde ihn die Nachricht von seiner Rückkehr nicht dermaßen aus den Latschen kippen lassen. Oder? ...
"Claudete!" Ich werde von meiner Hinterfrau vorwärts gestupst. "Es geht los!"
"Äh … Oh. Ja." Die Show beginnt. Ich muss mich zusammenreißen!

~Dante~
"Na? War doch gut, dass du doch hergekommen bist, oder?" Colin strahlt mich an. Er ist sichtlich stolz darauf, dass seine Überredungskünste, doch auf Jacks Geburtstagsfeier zu gehen, gefruchtet haben.
Nachdem Colin mich letztens so noncharmant angeranzt hatte, bin ich doch vor ihm zu Kreuze gekrochen, habe mich per SMS bei ihm entschuldigt, woraufhin er sofort wieder zu mir gekommen ist. Wir haben uns ausgesprochen, sogar gekocht hat er für mich. Dabei flatterte ihm die Einladung für heute in die Hände. Eigentlich wollte ich ja gar nicht hingehen, aber Colin kann so verdammt hartnäckig sein!
Ich nicke bloß und werfe Malik, der an Colins Seite steht und sogar seine Hand hält, einen finsteren Blick zu.
Colin schmiegt sich an ihn, als wären sie tatsächlich ein Pärchen. Mein Unmut über seinen Plan wächst immer mehr. Sollte sich die Gelegenheit ergeben, diesen Malik unter vier Augen zu erwischen, werde ich ihm ein paar warme Worte erzählen. Krümmt er auch nur ein Haar an Colin, dann Gnade ihm Gott!
"Wollen wir mal rüber zum Buffet?" Ich verneine.
"Ich muss noch Jack suchen. Wenn ich schon mal hier bin, muss ich ihm auch gratulieren."
"Tu das", grinst Colin und dampft mit Malik im Schlepptau davon. Mit gemischten Gefühlen schaue ich ihnen nach.
'Hoffentlich weiß er, was er tut.'

Jack ist schnell gefunden. Er steht bei seinem festen Partner und strahlt über beide Ohren. Genau wie David, besagter Partner. Die beiden sehen glücklich aus. Glücklich und verliebt. Ich beneide sie.
'Das kannst du auch haben. Du musst nur zu Claude und ...'
"Hallo Jack! Happy Birthday!" Ich würge meine innere Stimme ab und strecke Jack meine Pfote entgegen.
"Danke. Schön, dass du gekommen bist."
"Meinst du, dass lasse ich mir entgehen?" Leider hat der Versuch, es zu tun, dank eines sehr aufdringlichen Colins, nicht geklappt.
Wir tauschen noch ein paar oberflächliche Worte miteinander aus, dann ist auch schon der nächste Gratulant an der Reihe. Ich bin froh, dass ich das Weite suchen kann und ein ruhiges Plätzchen finde.
Doch zuvor bediene ich mich nun doch am Buffet, genehmige mir etwas Kartoffelsalat und pilgere dann ein Stück Abseits, weg von dem größten Trubel. Auf einem umgefallenen, dicken Baumstamm richte ich mir einen gemütlichen Sitzplatz ein und vertilge den Salat. Hier und da sehe ich einige Bekannte, lächle sie an und hebe kurz die Hand. Zum Glück kommt keiner auf den Gedanken, sich zu mir zu gesellen.
Ich bleibe unbehelligt, bis vorn auf der aufgebauten Bühne eine Meute Drag Queens erscheint. Sofort ist mir der Hunger vergangen. 'Claude.' Natürlich muss ich an ihn denken.
Sehnsucht durchflutet mich. Aber auch Angst und das nagende Gefühl von damals, das mich nach Michaels Betrug heimgesucht hat.
Ich atme tief durch und versuche dieses Gefühl abzuschütteln. Ich will mich nicht mehr so fühlen.
'Klammere dich an das Gefühl der Sehnsucht', meint meine innere Stimme. Und so ungern ich es zugebe, aber sie hat recht. Ich muss diese schlechten Erinnerungen los werden. Sie bringen mir nichts außer Kummer und Bauchschmerzen.
Also stelle ich mir Claude vor. Wie wir uns das erste Mal begegnet sind. Sofort fange ich an zu grinsen. Wer hätte zu diesem Zeitpunkt gedacht, dass wir uns jemals wiedersehen würden? Und dann auch noch auf diese Weise.
Unsere erste Nacht … Der Sex mit ihm war echt der Wahnsinn. Auch der in der Tanzschule. Wo er mit den verschmutzten Kleidern gekämpft hat, die genau so aussehen wie … 'die auf der Bühne!'
Meine Mundwinkel sacken hinab.
Ungläubig starre ich auf die Bühne. Da ist er! Das ist Claude, der da in einem der gelbgold schimmernden Kleider steckt!

Ich stelle meinen Teller vor mir in den Sand und stehe auf, um näher an die Bühne laufen zu können. Wie paralysiert starre ich Claude an, oder besser gesagt, Claudete, bis ich fast genau vor der Bühne stehe.
Mein Herz klopft schnell und in meinem Bauch breitet sich ein warmes, brodelndes Feuer aus, was die Sehnsucht nach ihm nur noch verstärkt.
Weg ist das beängstigende, nagende Gefühl. Und es kann mir auch gestohlen bleiben! Es spielt im Moment keine Rolle mehr. Michael spielt keine Rolle mehr. Soll er glücklich werden mit ihm. Oder auch nicht. Mir egal. Colin hatte wirklich recht. Das wird mir erst jetzt so richtig bewusst, wo ich Claude wieder leibhaftig vor mir sehe.
Jetzt ist es endlich an der Zeit, dass ich wieder glücklich werde. Und scheinbar geht das nur mit diesem in einem Kleid steckenden Kerl. Diesen vollkommen durchgeknallten, aufdringlichen und frechen Kerl, der mir so mir nichts, dir nichts das Herz gestohlen hat.

~Claudete~
Noch eine Drehung, dann einen Schritt nach links, Körperspannung, Arme nach oben, den Kopf drehen und … Stopp mal! Das gibt's nicht! Drehe ich nun doch durch, oder ist das wirklich …
"Dante."
Ich gerate ins Straucheln, fange mich aber irgendwie wieder. Trotzdem ist der Rest der Choreografie vergessen. Das ist kein Trugbild. Da steht tatsächlich Dante vor der Bühne, und er hat mich ebenfalls erkannt.
Er sieht mich erschrocken an. Starrt richtig.
Oh Gott! Das ist nicht gut! Er scheint nicht mit mir gerechnet zu haben, und nun … lächelt er? Ach du Schande! Ja! Er lächelt mich an!
Ich lächle erleichtert zurück. Plötzlich hebt er einen Zeigefinger und dreht ihn in der Luft im Kreis. Du böser Bube! Was soll denn das für ein anzügliches Zeichen sein?
"Claudete!", zischt es neben mir. "Tanz!" Äh …
Ich schaue rüber zu Twinkerbell. Sie sieht mich böse an und … dreht sich weiter im Kreis. Genau wie die anderen.
Na toll! Das sollte das ominöse Zeichen bedeuten. Ich stehe ja noch auf der Bühne. Die Betonung liegt auf stehen. So ein Ärger!

Auch wenn mich Dantes unverhofftes Erscheinen wortwörtlich total aus der Bahn geworfen hat, ziehe ich den Rest des ersten Teils unseres Auftrittes profimäßig durch. Leider scheint Betty das nicht so zu sehen.
Hinter der Bühne nimmt sie mich zur Brust.
"Was war denn?", knurrt sie mich an. "Du standest da, als hättest du einen Geist gesehen."
"Dante. Er ist hier."
Ihr arg verärgerter Gesichtsausdruck verwandelt sich in einen verbissenen. Ihre eigentlich ganz akkurat gezupften Augenbrauen berühren sich beinahe in der Mitte ihrer Stirn.
"Und da musstest du unbewegt auf der Bühne herumstehen?"
Nun ziehe ich verärgert die Augenbrauen zusammen und stelle mich stur.
"Ja, musste ich."
Betty atmet tief ein. Ihre Gesichtszüge werden wieder weicher.
"In einer Viertelstunde geht es weiter. Sei pünktlich wieder hier", sagt sie und lässt mich einfach stehen.
Ich bin zuerst überrumpelt, grinse dann jedoch vom einen bis zum anderen Ohr. "Danke Betty! Du bist die Beste!", rufe ich und tripple los. Hoffentlich ist er noch da, und nicht wieder abgehauen! 'Bitte, bitte! Nicht wieder abhauen!'
Mein Wunsch geht in Erfüllung, denn Dante steht noch immer dort, wo ich ihn das letzte Mal gesehen habe. Er schaut sich um, als würde er nach jemanden suchen. 'Nach mir?' Ich bekomme Herzrasen.
"Dante!" Ich hebe den Arm. Sofort dreht sich sein Kopf zu mir. Und wieder lächelt er!
Ich schwöre, es ist wie in einem dieser kitschigen Schmachtstreifen, als wir uns entgegenkommen, uns dabei an den vielen Gästen vorbeischieben, immer wieder die Hälse recken, damit wir einander nicht aus den Augen verlieren. Die in Hollywood würden uns rote Rosen zuwerfen, so perfekt wirkt diese Szene.
Als wir uns dann endlich gegenüberstehen, muss ich mich arg beherrschen, Dante nicht einfach an mich zu ziehen und ihm meine pink geschminkten Lippen aufzudrücken.
"Du bist hier?" Einfallsreicher Satz, ich weiß.
Dante nickt.
"Ich war eingeladen."
"So ein Zufall", grinse ich, werde dann jedoch ernst. Auch wenn es mich unfassbar freut, Dante gesund und munter wiederzusehen, da gibt es noch etwas, das wir klären müssen.
"Und wie geht es dir?"
"Besser."
"Das freut mich!" Bin ich erleichtert! "Ich habe versucht dich zu erreichen."
"Ich weiß. Hab's gehört." Dante lächelt schmal und schaut verlegen zur Seite. "Ich konnte dich noch nicht zurückrufen. Ich war …"
"Schon gut", unterbreche ich ihn, weil ich sehe, wie sehr ihn das noch immer mitnimmt. "Ich war ja selbst total durch den Wind, als ich das mit deinem Ex und Simon erfahren habe. Ich hatte keine Ahnung!" Dante scheint mir zu glauben, denn er nickt.
"Ich weiß. Und ich weiß auch, dass du dafür überhaupt nichts kannst. Es hat mich nur so dermaßen aus der Bahn geworfen … Ich will nicht, dass Michael weiterhin mein Leben bestimmt. Das ist mir jetzt erst so richtig klar geworden. Trotzdem bin ich immer noch … gehemmt. Verstehst du?" Er sieht mich beinahe schon flehend an.
"Ja", antworte ich leise. "Mir ging es nach Klaus nicht anders. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt."
Dante grinst, wobei seine Augen wie ein ganzer Sternenhimmel funkeln.
"So etwas ähnliches dachte ich mir auch, als ich dich auf der Bühne erkannt habe." Mein Herzlein spielt Sackhüpfen, so glücklich macht mich das, was Dante gerade gesagt hat. Überglücklich grinse ich zurück und urplötzlich scheinen weitere Worte zwischen uns vollkommen unnötig zu sein.
Wir schauen uns an, versinken in den Augen des anderen, nähern uns in Zeitlupe einander an, bereit, gleich den Mund des anderen zu erobern …
"Claudete! Da bist du ja! Los! Die Show geht gleich weiter!" Twinkerbell. Die kleine Möchtegern-Fee hat es heute anscheinend auf mich abgesehen.
Am liebsten würde ich ihr ihre kleinen penisförmigen Flügel vom Rücken zupfen, die sie immer bei den Auftritten trägt.

~Dante~
Schmunzelnd beobachte ich Claude. Wenn Blicke töten könnten, würde die kleine Drag Fee jetzt implodieren und als glitzerndes Konfetti vom Himmel regnen.
"Geh ruhig. Ich warte hier auf dich", sage ich zu Claude.
Als er daraufhin wieder mir seine Aufmerksamkeit schenkt, verschwindet das glimmende Feuer der Zerstörung aus seinen Augen, wird von einem ganz anderen Feuer ersetzt, einem, das mir die Härchen auf den Armen aufrecht stehen lässt.
"Versprochen?", fragt er mich, was mich wieder zum kichern bringt, da seine Stimme wieder dunkel und tief klingt.
"Natürlich. Versprochen. Ich will nicht mehr wegrennen." Und das meine ich ehrlich.
Auch Claudes Mundwinkel zucken, als ich kurz seine Hand berühre.
Doch: "Kommst du jetzt? Betty flippt sonst wieder aus." Wenn die kleine Drag Queen weiter so an Claudes Nerven zieht, nimmt das heute kein gutes Ende mit ihr, befürchte ich.

Er schenkt mir noch ein Lächeln, dann verschwindet Claude wieder Richtung Bühne, wobei er undamenhaft zeternd hinter seiner Kollegin herläuft. Kurz bleibt mein Blick an seinem Hintern hängen. Verdammt! Dass ich mal einen Hintern abchecken würde, der in einem Kleid steckt. Verrückte Welt. Vor allem, da besagter Hintern ziemlich ausgestopft aussieht.
"Da bist du ja!" Ein aufgeregter Colin schiebt sich in mein Blickfeld. Neben ihm natürlich wieder Malik, mit dem er noch immer Händchen hält. Meine gute Laune gerät in Gefahr. Am liebsten würde ich diesem Kerl eine auf's Maul zimmern.
"Hast du schon gesehen? Claude ist hier!", plappert Colin aufgeregt auf mich ein.
"Ich weiß", antworte ich ihm und versuche Maliks Anwesenheit zu ignorieren.
"Und?" Colin guckt mich aufgeregt an. "Was ist jetzt?"
"Was soll denn sein?" Ich tue ahnungslos.
"Gehst du endlich mal zu ihm, oder was?"
"Nö." Ich muss aufpassen, dass ich nicht schon wieder anfange zu grinsen. Claudes Anwesenheit muss irgendetwas mit mir angestellt haben. Beziehungsweise mit meinen Mundwinkeln.
"Ja aber …!"
"Psst", machte ich und hebe den Zeigefinger an den Mund. "Die Show geht weiter." Ich lasse Colin und Malik das Arschloch stehen und laufe wieder näher zur Bühne ran. Die beiden gesellen sich kurz danach abermals an meine Seite.
Colins Blick durchbohrt mich, aber ich reagiere nicht drauf. Soll er im Moment noch unwissend bleiben. Ich genieße jetzt erstmal Claudes Anblick, der selbstsicher mit einem Hauch Arroganz über die Bühne schwebt. Eben ganz Claudete, so, wie ich sie kennengelernt habe.
Ein wenig Stolz entflammt in meiner Brust, was mich noch mehr lächeln lässt.

~Claudete~
Mein superheißer-sexy Dante steht wirklich wieder vor der Bühne und lässt mich keine Sekunde lang aus den Augen. Ich könnte sterben vor Glück! Oder besser doch nicht. Schließlich kann ich dann nachher nicht in Dantes Arme versinken. Und das wäre eine ziemliche Schande, nicht?
Die Show geht ihren geplanten Lauf. Ein paar der Gäste werden auf die Bühne gebeten und sie sagen etwas über Jack, der neben Betty auf der Bühne steht und von ihr ein pink-glitzerndes Krönchen aufgesetzt bekommen hat.*
Wir Mädels im Hintergrund sorgen weiter für Stimmung und führen die Redner, die etwas zu und über Jack zum Besten geben, auf und von der Bühne. Natürlich nicht ohne ihnen nochmal in den Hintern zu zwicken, bevor sie die Bühne wieder verlassen ;-) Außer bei Davids Bruder Theo. Da traut sich wohl keiner ran, was schade ist, denn er hat wirklich einen recht ansehnlichen Prachtpopo.**
Als keiner mehr etwas über das Geburtstagskind zu sagen hat, schnippt Betty mit dem Finger. Unser Zeichen.
Wir umringen den armen verdutzten Jack, schnappen seine Arme, die wir hinter seinem Rücken fest pinnen, während eine von uns die Hände mit Tigerplüsch-Handschellen fesselt, ehe sie den Schlüssel in Bettys üppig ausgestopftes Dekolleté verschwinden lässt.
"Hey. Was soll das denn jetzt?" Jack ist sichtlich überrumpelt. Oder geblendet von so viel Weiblichkeit. Wie auch immer, er sieht nicht sehr glücklich aus. "Betty, was soll das? Macht mich los!"
Betty kichert und klimpert mit ihren langen, künstlichen Wimpern. "Wir geben dich erst frei, wenn jede von uns auch etwas dafür bekommt", säuselt sie mit tiefer Stimme in das Mikrofon und schaut die Geburtstagsgäste an. Einige unter ihnen freuen sich diebisch. Ein paar rufen sogar, dass er ab jetzt immer so gefesselt bleiben soll. Ob das David gefallen würde?***
"Betty, lass den Mist", jammert Jack. Doch die gute Betty zeigt keine Gnade. "David!" Doch auch sein Liebster grinst sich bloß einen und beobachtet das Ganze amüsiert.
"Einen Kuss für jede von uns, dann lassen wir ihn wieder frei", trällert Betty dem Publikum herausfordernd zu. "Aber einen ordentlichen. Sonst stellen wir die Handschellen noch etwas enger." Damit sorgt Betty wieder für heiteres Gelächter und für einen noch geschockteren Jack. Dabei muss ich erwähnen, dass ein Kuss noch ziemlich human ist. Es standen auch ganz andere Vorschläge im Raum, als wir uns das hier ausgedacht haben. Würde Jacks Party nicht mitten am Tag am Strand stattfinden, sondern abends in einem Gay-Club, wären einige dieser Vorschläge sicher auf mehr Gehör gestoßen.

~Dante~
Colin giggelt wie ein kleines Kind.
"Willst du nicht mitmachen?" Er stößt mich in die Seite. Autsch!
"Sicher nicht", erwidere ich und tätschle die getroffene Stelle.
"Ach komm schon! Oder willst du, dass Claude von einem anderen Kerl geknutscht wird?" Herausfordernd sieht Colin mich an.
"Es ist doch nur ein Gag." Wenn auch ein ganz beschissener. Knutschen, um das Geburtstagskind auszulösen. Pff!
"Fein", meint Colin. "Aber dann beschwere dich nicht."
"Über was sollte ich mich beschweren?"
"Darüber, dass der komische Typ da oben sich gerade eine der Damen zum Knutschen aussucht und wohl Gefallen an Claude findet."
"Was?" Mein Kopf zuckt wieder hinauf zur Bühne. Tatsache! Da steht so ein käsiger Typ mit Cordhose (wer zum Geier trägt heute noch Cordhosen, dazu noch bei einer Strandparty?!) und Karohemd, der mir auch irgendwie bekannt vor kommt, und hält auf Claude zu!
"Na? Schon eifersüchtig?" Colin kichert. "Ich an deiner Stelle würde mich mal beeilen." Mir schwillt der Kamm.
Meine Beine setzen sich in Bewegung, aber plötzlich hält Betty, die Rednerin des bunten Haufens da oben, den Typen auf.
"Na, na, na", schnarrt sie ins Mikrofon. "Das Leben ist kein Wunschkonzert. Erst bin ich an der Reihe." Lautes Grölen. Betty schiebt dem Kerl ihre Zunge in den Hals und mir wird leicht übel, während meine Erleichterung wächst.
"Nochmal Glück gehabt", lacht dieser Malik.
"Halt du mal schön dein Maul", fahre ich ihn an, kassiere daraufhin einen mehr als bösen Augenaufschlag von Colin, und mache mich dann auf zur Bühne.
'Meinen Claude küsst niemand einfach so. Auch nicht nur zum Gag auf einer Bühne!' Meine innere Stimme applaudiert mir zu. Na wenigstens sie freut sich. Denn die Aussicht, gleich auf einer Bühne zu stehen, angeglotzt zu werden, von so vielen Leuten, dass treibt mir den Angstschweiß auf die Stirn. Lampenfieber lässt grüßen.

~Claudete~
Huff! Da bin ich aber nochmal davongekommen. War aber auch logisch, dass Betty ihren Goldschatz nicht einfach auf eine von uns loslässt. So war es ja auch geplant gewesen. Trotzdem dachte ich wirklich für eine Millisekunde, dass Rolf es auf mich abgesehen hat. Nichts gegen ihn, aber … Nein danke. Bei Betty ist er definitiv besser aufgehoben. … Wie man sieht. … Und auch hört. … Himmel! Hören die auch mal wieder auf?
Um mich abzulenken, suche ich im Publikum wieder nach meinem göttlichen Göttergatten. Doch er steht nicht mehr bei Colin und seinem DJ. Wo ist er denn? Ich schaue mich um. Irgendwo muss er doch sei… Ah! Da!
Ich habe ihn ausfindig gemacht, und zwar läuft er gerade … äh … Auf den Bühnenaufgang zu?
Er sieht ziemlich entschlossen aus. Wartet mal. Heißt das etwa …? AHHH! Oh Gott, ich sterbe doch noch! Will er etwa wirklich? Echt? Hier und jetzt? Vor all den Leuten? Mitten auf der Bühne? Mich?
Oh schweig still mein Herz! Sonst schmelze ich noch dahin. Dieses mal ist aber nicht die Sonne daran schuld, die erbarmungslos auf uns nieder scheint.
"Huh! Das war … feucht. Wer ist der Nächste?", seufzt Betty ins Mikrofon und leckt sich lasziv über die Lippen, endlich wieder Alleinherrscherin über ihren Mund. Demonstrativ wischt sie sich mit Daumen und Zeigefinger nochmal über die roten, nun leicht verschmierten, Lippen. Muss ja wirklich ein feuchter Kuss gewesen sein.
"Uh! Das Sahneschnittchen gehört mir", wispert jemand neben mir und ich sehe, wie sich die Sprecherin den ausgestopften BH zurechtrückt. Mit Sahneschnittchen meinte sie augenscheinlich Dante, der just in diesem Moment auf die Bühne tritt.
"Nichts da Veith. Der gehört mir", zische ich Olga extra mit seinem bürgerlichen Namen an. Damit er auch merkt, dass es mir ernst ist.
"Ach ja? Sagt wer?" Klappt nur nicht. Olle Zicke!
"Das sage ich", keife ich sie an. "Das Sahneschnittchen gehört nämlich zu mir."
"Kann ja jeder sagen", zickt Veith zurück.
Ich drehe mich zu ihm und richte mich zur vollen Größe auf.
"Hör mir gut zu, Veith. Niemand berührt die Lippen MEINES Mannes außer ich, verstanden?"
Veith sieht mich mit hochgezogener Augenbraue an und scheint dann zu merken, dass es mir ernst damit ist. "Okay, okay", lenkt er ein und hebt entwaffnend die Hände. "Er gehört ganz dir."
"Sag mir was neues", säusle ich siegreich und mache mich bereit für den Kuss mit meinem Liebsten.

~Dante~
Ich schlucke hart. Mir ist schlecht. Und schwindelig. Meine Hände sind pitschnass und meine Beine weich wie Gummi. Nur nicht nach unten gucken! Nicht ins Publikum schauen, das mich sicherlich amüsiert beobachtet, sondern gerade aus, dorthin wo Claude steht, der mich schon längst entdeckt hat und breit angrinst.
Ich laufe auf ihn zu, werde aber aufgehalten. Von Betty.
"Immer langsam mit den jungen Pferden", schnarrt sie rau und legt einen Arm um mich. "Sag uns erstmal wie du heißt?" Mir wird das Mikrofon unter die Nase gehalten. Um mich herum beginnt sich alles zu drehen. "Na?" Stille. Betty stupst mich seitlich an. "Dante, sag etwas", flüstert sie mir zu, aber kein Wort verlässt meine Kehle. Ich starre bloß erschrocken auf die Zuschauer vor mir. Oh Gott!
"Da ist aber einer schüchtern", lacht Betty. "Oder ich habe ihm die Sprache verschlagen", gibt sie mit rauchiger Stimme von sich. Lachen um mich herum. Kleine schwarze Punkte tanzen vor meinen Augen.
Krampfhaft darum bemüht, einen sicheren Stand zu wahren, schließe ich für einen Moment die Augen und atme tief durch. Es hilft einigermaßen. Als ich sie wieder aufmache, starrt mich Betty an.
"Geht es dir gut?" Besorgnis zeichnet sich in ihrem Gesicht ab. Ich schüttle schwach den Kopf. "Ach herrje! Da braucht wohl jemand eine Mund-zu-Mund-Beatmung!" Grölende Rufe. "Claudete Schätzchen? Du weißt doch wie sowas geht, nicht?"
"Aber sicher doch", höre ich Claudes tiefe Stimme direkt neben mir. Wie ist er denn so schnell hier rüber gekommen?
Er zieht mich zu sich. "Claude?"
"Eigentlich Miss Claudete Le Coq, mein Süßer. Aber du darfst mich nennen wie du willst." Mein Kopf wird zärtlich umfasst. Claudes Aftershave umweht meine Nase. Da ist sie wieder, die Sehnsucht nach ihm, und verdrängt mein Lampenfieber. "Bereit für einen Kuss, den du niemals vergessen wirst?", fragt er mich leise, sodass nur ich es höre.
Ich nicke, schaffe es sogar, ihn anzulächeln und lege nun ebenfalls meine Arme um Claude, bevor sich unsere Lippen endlich treffen.

All die Pfiffe und Jubelrufe verblassen, als ich Claudes Zunge in meinem Mund willkommen heiße. Seufzend presse ich mich an ihn und stelle mich auf Zehenspitzen, damit sich Claude, der wieder in diesen verboten-hohen High Heels steckt, zum Küssen nicht so weit zu mir runter beugen muss.
Finger tanzen über meine Kopfhaut. Gänsehaut um Gänsehaut rinnt über mich hinweg, als ich Claudes warmen Körper an meinen gepresst fühle. Ziellos lasse ich meine Hände über seinen sehnigen Rücken schweifen. Nur der Verschluss des BH's den er trägt, stört mich etwas. Daran werde ich mich wohl noch gewöhnen müssen. Vor allem werde ich lernen müssen, wie man so ein Ding öffnet. Claude wird es mich sicher zeigen …

"Kinder! Wenn ihr so weiter macht, steht bald die ganze Bühne in Flammen!" Ich werde an der Schulter berührt. Das irritiert mich nun aber. Claude hat doch nur zwei Hände. Und die liegen doch im Moment auf meinem Hintern. "Verschiebt das lieber auf nachher", höre ich jemanden lachen.
'Betty.' Das ist eindeutig ihre Stimme. 'Betty … Die Bühne … Oh Shit!'
Claude und ich fahren auseinander. Er sieht nicht weniger erschrocken aus, als ich. "Da scheinen sich aber zwei gefunden zu haben. Hossa!", lacht Betty einen Hauch zu dreckig für meinen Geschmack und wedelt mit ihrer Hand vor ihrem Gesicht herum. "Du bist eindeutig erlöst, Claudete."
Claude räuspert sich, während ich wieder versuche, nicht Richtung Publikum zu schauen. Lampenfieber ade. Dafür würde ich jetzt gern im Erdboden versinken. Wie konnten wir uns nur so gehen lassen? Hoffentlich sieht man nichts von meinem steifen Problem weiter südlich.

~Claudete~
Ups. Die habe ich ja alle komplett vergessen.
Tja. Das passiert eben, wenn man mit seinem Göttergatten herumknutscht. Dann vergisst man alles und jeden um sich herum.
Unauffällig stiere ich in meinen Schritt. 'Oh Mann.' Unter den vielen Schaumstoffschichten kann man es zum Glück nicht sehen, aber mein bestes Stück versucht gerade vehement einen Weg nach draußen zu bahnen. Nicht sehr ladylike. Aber wie heißt es so schön? Wieder aufstehen, Krönchen richten (oder in diesem Fall eher den Schritt) und weiterlaufen.
Dante scheint da mehr Scharmgefühl zu besitzen, als ich. Er hat richtig rote Wangen. Der Arme. Dann holen wir ihn mal aus dieser prekären Situation. Obwohl man bei ihm kaum das sehen kann, was ich vor ein paar Sekunden noch spüren durfte. Zum Glück. Das ist nämlich meins!
Ich richte mein künstliches Haar, straffe mich und lege mein süffisantes Grinsen auf, als ich Dantes Hand ergreife, den Leuten da unten verschmitzt zuzwinkere und meinen göttlichen Dante hinter mir her schleife, hinter den Vorhang der Bühne. Dort führt eine Treppe nach unten auf sicheren Boden.
"Scheiße", haucht Dante neben mir, als wir unten sind. "Claude du …" Er deutet auf mein Gesicht. Sicher ist mein Lippenstift ordentlich verschmiert. Na ja. Viel kanns nicht sein, denn die Hälfte davon klebt in Dantes liebreizendes Antlitz.
"Egal", grinse ich. "Die können ruhig sehen, was für ein heißer Küsser du bist." Ich packe Dante an der Taille und presse ihn gegen das Rohrgerüst, das den Bühnenboden hält.
"Oder stört es dich?" Er schüttelt den Kopf, wobei er immer noch wie ein verschrecktes Häschen aussieht. Ein verschrecktes Häschen mit knalligem Lippenstift auf seinen wundervollen Lippen. Kichernd wische ich mit dem Daumen darüber, doch es bleibt bei dem Versuch. Mein Lippenstift ist hartnäckig.
Na ja egal. Ich habe sowieso vor, ihm heute noch mehrmals meine Lippen aufzudrücken. Hnn… Warum eigentlich damit weiter warten?
Dante keucht überrascht auf, als ich ihm abermals die Luft zum Atmen raube. Doch mein göttlicher Dante überwindet seine Überraschung recht schnell, schlingt seine Arme um meinen Nacken und schließt die Augen, während er mich leidenschaftlich zurück küsst. Hach, so liebe ich das!
"Ich habe dich schrecklich vermisst", flüstere ich während einer kleinen Atempause gegen seinen Mund.
"Tut mir leid", nuschelt er und schmust mir seiner Nase über meine. Mit seinem besten Dackelblick sieht er zu mir auf. "Ich musste das alles erstmal verdauen. Ganz allein, nur für mich." Ich nicke, denn ich kann ihn verstehen. Obwohl ich ganz schön am Rad gedreht habe, aus Sorge um ihn. Doch jetzt, wo ich ihn bei mir habe, scheint das beinahe vergessen. Aber auch nur beinahe.
"Ich hatte Angst um dich", sage ich zu ihm, weil ich finde, dass er das ruhig wissen kann. "Davor, dass du mich nie wieder sehen möchtest. Oder dass … Dass du noch Gefühle für deinen Ex hast. … Hast du?" Ich muss einfach fragen!
Dante sieht mir fest in die Augen. Fast schon empört. Oh oh.
"Das einzige Gefühl, dass ich für diesen miesen Betrüger habe ist Wut. Doch auch das verblasst langsam. Dank dir." Dantes Finger kraulen meinen Nacken.
"Was schöneres hättest du mir nicht sagen können", flüstere ich gerührt.
"Es tut mir leid, dass ich mich nicht eher bei dir gemeldet habe."
"Schon gut. Hätten wir uns heute hier nicht getroffen, wäre ich jetzt gleich zu dir gefahren."
"Und wenn ich dir wieder nicht aufgemacht hätte?", fragt er mich reumütig, was bedeutet, er war zuhause, als ich vor ein paar Tagen bei ihm war. Das verletzt mich jetzt aber doch ganz leicht.
"Dann hätte ich mir ein Zelt gekauft und vor deiner Wohnung kampiert", antworte ich schnippisch. "Noch einmal lasse ich mich nicht von deiner Nichtbeachtung meinerseits verjagen. Nur, damit das klar ist." Strafend deute ich mit dem Zeigefinger auf ihn.
Dante grinst.
"Ab jetzt ist Schluss mit Nichtbeachtung."
"Ja? Versprichst du es mir?"
"Versprochen", schmunzelt mein süßer Göttergatte.
"Das will ich dir auch geraten haben." Stürmisch erobere ich abermals seine köstlichen Lippen. Als Wiedergutmachung sozusagen, dass er mich so lange hat zappeln lassen.

~Dante~
Ich war wirklich ein Idiot.
Und das alles nur wegen Michael. Ich war einfach noch nicht über ihn hinweg, bin es eigentlich immer noch nicht so wirklich, finde aber, dass ich heute einen gewaltigen Sprung vorwärts gemacht habe, was das angeht. Ich darf nur nicht mehr zurückschauen. In der nächsten Zeit jedenfalls nicht. Bis ich mir sicher bin, wo das mit Claude und mir hinführt. Ab jetzt werde ich mich voll und ganz darauf konzentrieren.
Diese Zukunftsaussichten lassen mich glücklich grinsen, was Claude natürlich bemerkt. Fragend sieht er mich an.
"Was ist denn so lustig?"
"Nichts. Ich freue mich nur."
"So?"
"Hmhm", nicke ich und verschließe wieder seinen Mund, bevor er weiter nachfragen kann.
Zärtlich fahre ich mit der Zungenspitze über seine Unterlippe, stippe vorsichtig ins warme Innere, was Claude zum Stöhnen bringt.
"Du machst mich wahnsinnig", raunt er mir zu und verwickelt mich in ein heißes Zungenduell, während sein Schritt fest gegen meinen reibt.
"Dante?! Dante!" Das ist Colins Stimme. "Dante, wo bist du?" Er sucht mich ganz offensichtlich. Und nach der Lautstärke seiner Stimme hat er mich auch gleich gefunden.
"Das kleine Kätzchen klebt aber sehr an dir", seufzt Claude. "Ich dachte, es hätte einen neuen Spielkameraden gefunden."
"Erinnere mich nicht daran", knurre ich. "Der Typ ist auch hier. Colin ist mit ihm hergekommen."
"Du bist immer noch gegen Colins Plan?"
"Darauf kannst du wetten."
"Hm", macht Claude nur und sagt sonst nichts mehr dazu. "Wollen wir von hier verschwinden?"
"Der beste Vorschlag, den ich seit Tagen gehört habe", antworte ich, höre dann allerdings schnelle Schritte. "Ich fürchte nur, dazu ist es gleich zu spät." Ich sehe Colins Haarschopf rechts zwischen dem Gerüst aufblitzen.
"Komm mit!" Claude packt erneut meine Hand und zieht mich mit sich. "Hier durch."
"Hier?" Wir stehen am unteren Ende der Treppe.
"Warum nicht?", lacht Claude und schon laufen wir in gebückter Haltung durch den Treppenaufbau unter die Bühne.
"Wenn die Bühne zusammenbricht, sind wir Matsch", flüstere ich.
"Wird sie schon nicht."
"Na deinen Optimismus könnte ich auch hin und wieder gebrauchen."
Claude bleibt stehen und sieht mich schnippisch an.
"Davon gebe ich dir gern was ab." Ich lächle bloß schräg und lasse mich dann weiterziehen.
Als wir ungefähr in der Mitte des Gebildes sind, gerät Claude auf einmal ins Straucheln.
"Achtung!" Zu spät. Er landet ächzend auf den Knien.
"Diese Mistdinger!" Einer seiner Pumps fliegt an mir vorbei und trifft scheppernd eine der Metallstreben.
Lachend gehe ich neben ihm in die Hocke, wobei ich unwillkürlich an unsere erste Begegnung denken muss.
"Berufsrisiko, würde ich sagen." Claude guckt mich grimmig an. "Sorry. Hast du dir weh getan?" Ich streichle ihm sanft über die Wange.
"Nein. Geht schon", keucht Claude und sieht mich mit riesigen Augen an. "Bin ins Gras gefallen."
"Dann geht's ja", kichere ich und setze mich hin. Claude hat sich ebenfalls hingesetzt und begutachtet seine Feinstrumpfhose.
"Total ruiniert!" An beiden Knien ist sie grün eingefärbt und an einer Stelle sogar aufgerissen.
"Deine Perücke ist auch verrutscht." Ich zeige auf seine künstliche Haarpracht. Heute ist er rothaarig.
Claude atmet genervt aus und reißt sie sich vom Kopf. Darunter trägt er ein Haarnetz. Es tut mir leid, aber das sieht im Kontrast zu der auffälligen Schminke und den langen Ohrringen so bescheuert aus, dass ich anfangen muss zu lachen.
Empört schlägt Claude mit seiner Perücke auf mich ein.
"Man lacht nicht über eine Lady!"
"Lady?", gackere ich. "Sehr ladylike, wie du da sitzt, breitbeinig, ohne Haare und mit zerrissener Strumpfhose." Claude läuft rot an. Jedoch nicht vor Scham. Oh oh.
"Na warte", zischt er und wirft sich auf mich.
"Ahhaha!" Ich werde unter Claude begraben und ins Gras gedrückt, als RATSCH!
"Oh nein." Claude schaut an seiner rechten Seite hinunter.
"Was denn?" Ich muss immer noch kichern.
"Mein Kleid. Es ist gerissen." Er hört sich richtig geschockt an, was mich erneut zum Lachen bringt. "Hör auf! Das ist nicht witzig!"
"Doch … ist es …" Wie kann er nur so bierernst bleiben? Sieht er nicht, wie komisch das Ganze ist? Wahrscheinlich, weil er sich selbst nicht sehen kann, immer noch knallig geschminkt, der Lippenstift von unseren Kusseinlagen verschmiert, mit diesem Haarnetz auf dem Kopf, die zerrissenen Strumpfhosen und nun geht auch noch sein Kleid flöten. Ich finde es zum Totlachen!

~Claude~
Der Kerl lacht mich aus!
Bettys schönes Kleid, kaputt, und mein Göttergatte lacht mich aus!
Dante, das gackernde Geschöpf, das unter mir liegt, wischt sich sogar kleine Lachtränchen aus den Augenwinkeln, so sehr erheitert ihn mein desolater Zustand.
Mit verschränkten Armen schaue ich auf ihn nieder und warte, bis er sich wenigstens wieder halbwegs beruhigt hat.
"Du bist blöd", murre ich ihn an, was ihn wieder zum Grinsen bringt. "Das Kleid gehört nicht mir. Das sind Bühnenkleider. Handgenäht. Betty erschießt mich."
Dante presst die Lippen aufeinander. Ich kann trotzdem sehen, dass er immer noch am liebsten laut loslachen würde. Er hat kleine Lachfältchen in seinen Augenwinkeln. Er atmet tief ein und begutachtet den Riss meines kurzen Kleides. "Das ist doch nur die Naht. Das kannst du doch bestimmt nähen."
"Sehe ich aus wie eine beschissene Hausfrau?!"
"…"
"Wehe, du lachst wieder!" Drohend hebe ich den Zeigefinger.
"Nein", japst er. "Du siehst eher aus wie eine zerschlissene Hausfrau." DING, DING, DING! Der Ring ist eröffnet.

Ich beuge mich blitzschnell vor und verpasse Dante einen Biss in den Hals. Selbstverständlich nicht zu fest. Ich will meinen Göttergatten ja nicht gleich bei unserer ersten Auseinandersetzung kaputt machen. Es reicht, dass mein Kleid schon einen Riss hat.
"Aua!" Mein Süßer beschwert sich dennoch über meinen Angriff.
"Das hast du davon", brumme ich in sein Ohr, dem ich auch noch einen klitzekleinen Biss verpasse. Dante schmeckt wirklich lecker ...
Arme schlingen sich um meinen Rücken. Huch! Das scheint ihm zu gefallen.
Ich kann einfach nicht lange böse auf meinen göttlichen Dante sein. Besonders nicht, wenn er sich so wundervoll gegen mich, und mich an sich presst.
Unsere Lippen finden sich ganz von selbst. Dante gibt ein Seufzen von sich und fischt mir das Haarnetz vom Kopf. Meine Frisur sieht sicher zum Davonlaufen aus, aber was macht das schon? Als zerschlissene Hausfrau muss das anscheinend so sein. Und solange Dante mich noch zum Anknabbern findet (und das tut er augenscheinlich) ist doch alles paletti.
"Claude?" Dantes rehbraune Augen blicken lustverschleiert zu mir auf.
"Was denn mein Hübscher?" Dante sieht mich einfach nur weiter an. Ich will gerade noch einmal nachfragen, was mein Süßer denn hat, als ich spüre, wie seine Hände über meine Schenkel wandern. Ihr Ziel ist klar.
"Hier?" Belustigt lasse ich mir diese Möglichkeit durch den Kopf gehen. Eine prickelnde Vorstellung. "Dann hoffe ich mal, du hast was dabei?" Leider hat mein Kleid zu wenig Taschen, um dort solche Dinge wie Kondome zu bunkern. Zwar kann man in meine gepolsterten Hüften super solcherlei kleinen Dinge verstecken, aber heute habe ich nichts dabei. Warum auch? Ich war ja nicht auf einen unverbindlichen Fang aus. Schließlich habe ich meinen Göttergatten.
Dante rollt mit den Augen.
"Nein", seufzt er.
"Wenn das so ist, müssen wir uns eben anders helfen", beschließe ich und richte mich auf, auch wenn mich der Gedanke, dass Dante mich jetzt hier … Aber lassen wir das. Ein anderes Mal.
Mit einem beherzten Griff ziehe ich mir das Kleid bis zum Bauch hinauf. Dante keucht auf.
"Du hast da … Das ist …"
"Ja, Schatz. Das ist eine Vagina", helfe ich ihm auf die Sprünge. "Zumindest eine Fake-Vagina." Meinem armer Göttergatte scheint es die Sprache verschlagen zu haben.
"Wie soll denn das jetzt funktionieren?", fragt er ratlos, nachdem er seine Worte wieder gefunden hat.
"Lass mich mal machen", beruhige ich ihn und fummle auch schon an mir herum. Da meine Strumpfhose sowieso schon einen Riss hat, mache ich kurzen Prozess und reiße das dünne Stöffchen einfach in Höhe meines Intimsbereiches auf. Danach geht es meinem ausgepolsterten Höschen an den Kragen. Gut versteckt, zwischen zwei Lagen, direkt neben der formschönen Gummivagina, fische ich meinen nicht mehr ganz so harten Freund zu Tage. Etwas heikel mit den aufgeklebten Fingernägeln, aber darin habe ich ja Übung.
Dante keucht abermals auf. "Du trägst da nichts drunter?"
"Zu solch einem Kleid passt eben kein Slip", erwidere ich bloß schulterzuckend und grinse frech.
"Oh Mann!" Dante kneift für einen Moment die Augen zu. "Dass ich das mal erleben würde." Lachend frage ich ihn, was genau er damit meint. "Na das! Eine … und ein …" Ich pruste los.
"Willst du sie mal anfassen? Nur zu. Ist ganz weich und flauschig."
"Oh Gott! Claude!" Nun lacht auch er endlich wieder. "Du bist unmöglich."
"Ich weiß. Unmöglich, dass ich so ein einmaliger Typ bin." Ich strecke meine Nase in die Höhe und werfe mit einer Handbewegung meine imaginären Haare nach hinten.
"Das bist du", kichert mein Liebster und legt seine Hände auf meine Oberschenkel. "Aber hast du keine Angst, dass dir da mal was … rausrutschen könnte? Bei den kurzen Kleidern, die du immer trägst?"
"Erstens", antworte ich. "Nicht all meine Kleider sind so kurz." Obwohl ich eine starke Vorliebe für Minis habe. Kleidertechnisch gesehen, versteht sich. "Und zweitens: Ehe der Schlingel sich da von selbst rauswinden kann, geht die Welt unter und drittens: Bist du etwa eifersüchtig?"
"Etwas", gesteht er. Mein Bäuchlein fängt Feuer. Er ist eifersüchtig!
Glücklich über seine Antwort lasse ich meine Hand in seinen offenen Hosenstall verschwinden, nachdem ich ihn nach unten gezogen habe. Dante stöhnt auf und beißt sich auf die Unterlippe. Yummie!
"Keine Sorge", flüstere ich ihm gegen den Hals. "Die anderen können glotzen so viel sie wollen. Aber vernaschen darfst nur noch du das alles hier." Mit meiner freien Hand führe ich Dantes an ihren Bestimmungsort, um ihm zu verdeutlichen WAS nur noch für ihn bestimmt ist.
"Ist das so?"
"Versprochen", versichere ich ihm. Genau so, wie er mir vorhin versprochen hat, hier zu bleiben, solange ich noch bei der Show mitmache. "Selbst wenn wir bloß eine Beziehung auf Probe führen." Was mich auch schon unfassbar glücklich macht. "Ich nehme das mit uns wirklich ernst. Auch wenn es manchmal nicht so aussehen mag. Ich kann hin und wieder etwas, nun ja, unernst wirken. Verstehst du?"
"Voll und ganz", kommt es wie aus einer Pistole geschossen aus Dantes Mund. Okay. Das kränkt mich jetzt aber echt! Leider kann ich dazu nichts sagen, da es stimmt. Ich wirke eben manchmal so, als ob ich ein durchtriebenes Flittchen wäre. Doch so wollte ich es vor ihm nicht ausdrücken. Dabei nehme ich Beziehungen immer sehr ernst. Vielleicht sogar ernster als so manch anderer.

~Dante~
Schmunzelnd beobachte ich Claude. Meine schnelle Antwort hat ihn ganz offensichtlich gekränkt. Darauf weiß er nichts zu erwidern.
"Du schmollst", locke ich ihn deshalb aus der Reserve.
"Was? Ich? Ach wo!"
"Doch, tust du." Er kann mir nichts vormachen. Und genau das schätze ich so an ihm. Man sieht Claudes Gedanken schon auf zehn Kilometern Entfernung an. Nicht so wie bei … Lassen wir das! Das ist vorbei. Ein für alle mal!
"Wenn du nicht so wärst, wärst du nicht du, Claude", sage ich zu ihm. Aufheitern tut ihn das nicht. "Das meine ich als Kompliment, du Nase."
Er runzelt die Stirn.
"Ja?"
"Ja." Grinsend lege ich meine freie Hand in seinen Nacken und ziehe ihn dichter an mich. "Und wenn du nicht so wärst, wäre ich jetzt ganz sicher nicht hier. Zusammen mit dir unter einer Bühne, die jeder Zeit über uns einstürzen kann."
"Die stürzt nicht ein", murmelt Claude lächelnd. "Und falls doch … Ich liege ja auf dir."
"Sehr beruhigend!"
"Nicht wahr?"
Ich schnappe nach Claudes Mund.
Genug geredet. Das können wir auch nachher noch. Müssen es sehr wahrscheinlich auch. Doch jetzt will ich endlich das tun, was ich schon die ganze letzte halbe Stunde tun wollte, ach was sage ich! Schon seit ich ihn kenne: Claude so nah wie möglich kommen.

Mit meiner Hand, die noch immer in Claudes Schritt ruht, beginne ich zärtlich seinen Halbsteifen zu massieren. Claude bewegt sein Becken seufzend gegen meine Handfläche und fängt an mich ebenfalls zu streicheln. Erregt intensiviere ich meine Bemühungen. Auch unser Kuss wird viel gieriger. Claudes vorwitzige Zunge stürmt meinen Mund, was ich ihm nur zu gerne durchgehen lasse.
Es dauert nicht lange und wir beide sind komplett hart. Allerdings wird durch Claudes wachsende Erregung das Loch in der Strumpfhose langsam ziemlich eng. Ganz zu schweigen von dieser … Vaginahose. Aber die jetzt von Claude zu schälen, dauert mir eindeutig zu lange. Daher mache ich zumindest mit der Strumpfhose kurzen Prozess und reiße das Ding so weit auf wie möglich.
Claude lacht, als er das leise Ratschen hört, das der Stoff macht, als ich ihn danach hektisch auseinanderziehe.
"Irgendwelche Einwände?", frage ich ihn spaßeshalber.
"Nicht im Geringsten", meint Claude. "Aber beschwere dich hinterher nicht, wenn jeder mein Fake-Schmuckkästchen sehen kann, wenn wir nachher wieder da raus müssen." Er deutet hinter sich, vor die Bühne, wo immer noch eine Menge Gäste herumstehen.
"Oh." Daran habe ich jetzt aber nicht gedacht.
Kichernd presst Claude seinen Mund auf meinen.
"Kannst mich ja vor den gierigen Blicken der anderen abschirmen."
"Und wie soll das gehen?"
"Lass dir was einfallen", meint er achselzuckend, ehe er abermals meinen Mund verschließt.

~Claude~
Mir macht es recht wenig aus, mit Loch im Schritt durch die Gegend rennen zu müssen. Selbst nackt wäre mir das egal. Als ehemaliges Ossi-Kind war ich im Sommer Stammgast an FKK-Stränden. Allein mein zerschlissenes Outfit oberhalb bereitet mir Kopfzerbrechen. Da werde ich mir noch was einfallen lassen müssen, denn für den Auftritt umgezogen habe ich mich zusammen mit den anderen in der Tanzschule. Ergo habe ich keine Wechselkleidung dabei.
Aber darum zerbreche ich mir jetzt noch nicht den Kopf. Ehrlich gesagt, hat der momentan sowieso kaum Blut zum Denken. Das steckt alles in einem ganz anderen Köpfchen. Und das braucht dringend Aufmerksamkeit. Am besten die von Dante, dessen Hand sich leider wieder im Stillstehen übt. Aber wie sagt man so schön? Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Bringen wir Dante erstmal zum Schweben, bevor er bei mir weitermachen kann.

Ich lasse von Dantes köstlichen Mund ab, bahne mir küssend und saugend den Weg nach unten, über sein Kinn, seinen Hals, mache einen Abstecher über sein linkes Schlüsselbein und dann hinab, bis an den Rand seines Hemdes, das praktischerweise Knöpfe besitzt. Mein göttlicher Dante hat sich ganz schön herausgeputzt für Jacks Geburtstag.
Knopf um Knopf muss weichen, damit ich meine Zunge über die weiche, warme Haut tanzen lassen kann. Dante räkelt sich schnurrend unter mir und biegt sich mir seufzend entgegen. Bis ich an seinem Bauchnabel angekommen bin, an dessen Seite sein erigiertes Glied ruht.
Ich schiele hinauf in Dantes Gesicht. Er mustert mich neugierig mit lüsternen Augen. Doch als meine Zungenspitze über die tiefrote Eichel kitzelt und sich gegen das kleine Bändchen darunter drückt, schließen sie sich unter leisem Stöhnen und das wunderschöne Gesicht, das ich inzwischen so sehr liebe, verzieht sich lustvoll. Dantes Bauchnabel bekommt noch schnell einen Kuss spendiert, dann mache ich mich endgültig über seinen Schwanz her.
Mein Göttergatte schenkt mir ein lautes Stöhnen. Da über uns auf der Bühne inzwischen dröhnende Musik spielt, kann es zum Glück keiner der Gäste hören. Wäre auch eine Schande, wenn Dantes göttliche Laute in anderen Ohren als meine dringen würden. Da das aber nicht der Fall ist, gebe ich mein Bestes, um Dante noch ein paar mehr dieser himmlischen Stöhner und Keucher zu entlocken.

~Dante~
Ist das der Bass der Lautsprecher, der in meinen Knochen vibriert, oder ist das Claudes Verdienst? Wie auch immer, es soll nicht aufhören!
Haltlos stemme ich mich gegen den saugenden Mund und fahre ziellos mit den Fingern durch Claudes Haar. Es erschreckt mich beinahe, wie schnell Claude es fertig bringt, dass ich alle Zurückhaltung vergesse. All die Gefühle, die ich nie wieder spüren wollte. Nun sind sie alle wieder da. So furchtbar angsteinflößend und so wundervoll prickelnd zugleich. Es macht mich unheimlich glücklich.
Claude verwöhnt mich auf himmlischste. Seine Zunge scheint überall zugleich zu sein. Die warmen, weichen Lippen, die Hitze seines Mundes …
Ich öffne die Augen, schaue Claude angeregt dabei zu, wie er mich bläst. Auch er sucht immer wieder meinen Blick. Dabei schlagen jedes Mal kleine Blitze in meinem Unterleib ein.
Sanft schiebe ich meine rechte Hand auf seine Wange, hinauf bis zum Haaransatz. Claude grinst leicht, senkt die Augenlider und nimmt meine Härte so tief in sich auf, dass meine Eichel gegen seine Kehle stößt. Ich schreie auf und schließe ebenfalls die Augen wieder, während dieser freche Kerl mich Richtung Weltraum schleudert.
Viel zu schnell fühle ich meinen Orgasmus heranrasen.
"Claude …" Meine Finger wühlen unstet durch seine zerzausten Haare. In meinen Eiern zieht es kribbelnd und ein heftiges Ziehen breitet sich in meinem Bauch aus, das nach unten zwischen meine Beine rauscht, sich dort sammelt und "Oh Cl… Hah!"
Bevor mein Verstand komplett überrollt wird, ziehe ich Claude von meinem Schoß weg, der mich sofort mit der Hand weiter bearbeitet, bis ich mich mit einem erlösenden Schrei auf meiner Brust ergieße.

Schwer atmend japse ich nach Luft und das heftige Nachglühen meines eben erlebten Höhepunktes wird nochmal von Claude angefeuert, der mich weiter knetet, als wolle er auch noch den letzten Tropfen aus mir holen. Keuchend zucke ich dabei immer wieder zusammen, bis es fast nicht mehr erträglich ist und Claude von mir ablässt. Anschließend verreibt er meine Ladung auf meiner Brust, bis kaum noch was davon zu sehen ist und wischt seine Hand im Gras ab.

"Gut?" Wie kann er das nur fragen?
"Fucking gut!", lache ich und schaue Claude grinsend an. Er grinst zurück und wagt es, sich genießerisch über die Lippen zu lecken. Da fällt mir was ein …
"Oh nein." Ich schaue auf meinen Schwanz, der zufrieden zwischen meinen Beinen ruht. Er ist über und über mit rotem Lippenstift verschmiert.
"Ups." Claude kichert frech. "Du hast nicht zufällig Taschentücher dabei?"
"Nein", seufze ich, muss aber ebenfalls lachen. Das ich mal 'Probleme' mit verschmierten Lippenstift bekommen würde.
"Egal", winke ich ab, setze mich auf und greife in Claudes Nacken, um ihn zu mir zu ziehen. Ich wette, mein Gesicht sieht auch nicht besser aus, als mein Schwanz, aber das ist jetzt auch egal.
Mit einem warmen Kribbeln im Bauch schaue ich das Gesicht vor mir an, wo unter all der bunten Schminke dieser wundervolle Mensch steckt. Ein wundervoller, mutiger Mensch, der sich traut das auszuleben, was er liebt und fühlt, und das mit einer Leidenschaft tut, die kaum ein anderer aufbringen würde. So ganz anders als mein Ex, der sich und unsere Beziehung so lange versteckt hat.
"Du bist was ganz Besonderes", flüstere ich ihm leicht ergriffen zu.
Claudes Augen flackern für einen kurzen Moment, dann öffnet er den Mund, als wolle er etwas sagen, schließt ihn jedoch wieder, um auf seiner Unterlippe herumzukauen. Ganz leicht schüttelt er den Kopf.
Nanu? Claude sprachlos?

~Claude~
Mein Hirn ist wie leergefegt. Und das will was heißen!
So etwas hat mir noch nie jemand gesagt! Außer meine Mutter, zu der ich schon seit je her ein sehr inniges Verhältnis habe. Aber die zählt in diesem Moment nicht.
"Findest du?", frage ich ihn unsicher und richte mich auf.
"Natürlich", antwortet er mir mit so einem frechen Grinsen auf den Lippen, dass ich nicht anders kann, als diese Lippen abermals zu küssen.
Lachend lässt sich Dante mit mir im Arm wieder nach hinten fallen, sodass ich auf ihm zum Liegen komme.
Unter weiteren Küssen lassen wir unsere Hände auf Wanderschaft gehen. Ziemlich jugendfrei, in Anbetracht dessen, was wir kurz zuvor getrieben haben, aber unfassbar schön.
"Claude?", haucht mein Göttergatte nach einiger Zeit mir zu.
"Hm?"
"Willst du nicht auch?" Eine seiner Hände landet unvermittelt in meinem Schritt. Ich bin immer noch hart. Kein Wunder. Die kleine Aktion zuvor hat mich ganz schön angeheizt.
"Klar will ich", seufze ich. "Aber es ist so bequem auf dir zu liegen." Mein Schatz lacht ausgelassen. Wie schön sich das anhört! Und verflucht sexy.
"Rutsch hoch", fordert er mich auf.
Ich überlege einen Moment. Er meint doch nicht etwa …
Ein feuriges Kribbeln schlägt in meinem Unterleib ein.
"Komm schon. Warum wartest du so lange?" Ja warum eigentlich?
Ich setze mich auf, lasse meine Hände über Dantes leicht behaarte Brust nach oben wandern.
"Du willst es sicher so?", hake ich nochmal nach.
"Würde ich dich sonst drum bitten?" Gute Frage.
"Eher nicht", schlussfolgere ich.
"Na also." Wieder stiehlt sich ein freches Grinsen auf Dantes Gesicht. Dieser kleine Teufel! Mein göttlicher Teufel!
Also schön! Er will es ja nicht anders.

Ich rutsche weiter nach oben, bis ich auf Dantes Brust hocke. Damit ich ihm nicht zu schwer bin, habe ich das meiste Gewicht auf meine Knie, mit denen ich links und rechts neben ihm im Gras knie, abgestützt. Da meine Strumpfhose sowieso schon kaputt ist, muss ich auf sie zum Glück keine Rücksicht mehr nehmen.
"Noch ein Stück höher", grinst er und winkt mich sogar mit dem Zeigefinger näher.
Ich fühle, wie mein Gesicht anfängt zu glühen. Natürlich fällt das meinem versauten Göttergatten auf. Doch sagen tut er nichts. Nur sein Grinsen wird breiter und er umfasst meine Taille.
Langsam schiebt er mein Kleid noch ein Stück höher, bis es sich über meinem Bauchnabel aufwölbt. Meine harten Tatsachen schauen stramm und erwartungsvoll gen Bühnenboden. Kleiner Verräter! Aber ich kann es ihm nicht verübeln. Das hier ist echt übelst heiß.
Plötzlich packt Dante mich am gepolsterten Hintern und zieht mich noch ein Stück weiter nach vorn. Ich schreie erschrocken auf und falle vorn über, weshalb ich mich mit den Händen abfangen muss.
"Geht doch", schmunzelt Dante und überdehnt den Hals, um mich anschauen zu können. "Dann kann ich ja loslegen."
"Oh Dante!" Ich weiß inzwischen kaum noch wo mir der Kopf steht! Und das wird auch erstmal nicht besser, denn schon fühle ich, wie sich Dantes weiche, volle Lippen auf die Unterseite meiner Latte legen. Mir knicken fast die Arme weg, so geil fühlt sich das an!
Er fängt an, an mir zu saugen, beinahe zärtlich, ja fast verspielt. Die raue Zunge, die immer wieder über meine empfindliche Haut flattert, lässt meinen Puls in die Höhe jagen.
Himmel und heiliges Lottchen! Was stellst du nur mit mir an, mein göttlicher Dante?
Da soll sein Ex nur noch mal sagen, Dante hätte im Bett nichts drauf. Was weiß der schon! Wahrscheinlich war er nur zu blöd, um die richtigen Knöpfe bei meinem Liebsten zu drücken …
Ach verdammicht Claude! Was denkst du über diesen Simpel nach? Ist doch schnuppe, was der denkt, tut oder sonst was. Sei froh, dass er Dante verlassen hat, denn jetzt gehört dieser göttliche Mann dir.
"Mir", keuche ich leise und blicke runter zwischen meine Beine.
Dantes Hände liegen auf meinen Leisten, die Daumen rechts und links in die Öffnung meiner Panties eingehakt, damit er besser an meine Erregung kommt. Dieser Anblick … Ich stöhne laut auf.
Plötzlich trifft mich Dantes Blick. Seine Augen sind dunkel, ihr Blick gierig.
Ich stöhne abermals auf und kann mein Becken nicht mehr ruhig halten. Dante lacht verhalten, was ich jedoch nur am kühlen Lufthauch an meinen edelsten Teilen spüre sowie an der leichten Vibration an meinem Ständer, dann schließen sich seine Augen und er gleitet mit der Zunge langsam weiter nach oben.
Ich kann mich einfach nicht mehr aufrecht halten.
Also lege ich mich vorsichtig auf meine Unterarme, darauf bedacht, Dante genug Spielraum zu lassen. Es klappt einigermaßen, auch wenn ich dafür meinen Oberkörper unbequem nach oben halten muss.
Eine Hand greift nach meiner Härte. Lippen schieben sich über die überempfindliche Eichel.
"Ohh!" Ich verdrehe die Augen. Lange halte ich das nicht aus.
Dante saugt sachte an dem pulsierenden Köpfchen, drückt mir der Zungenspitze gegen den kleinen Schlitz an der Vorderseite, was mich bunte Kreise auf meinen Augenlidern sehen lässt. Ungeduldig bewege ich mein Unterleib vor und zurück, was meinen Göttergatten jedoch kaum zu stören scheint.
Verspielt lässt er meine Vorhaut immer wieder vor und zurück gleiten, was mich nur noch wahnsinniger macht.
Als er dann endlich ansetzt, mich tiefer in seine feuchte Mundhöhle zu saugen, ist es bei mir vorbei. Ich entziehe mich ihm, doch nicht schnell genug. Die erste Ladung landet direkt auf Dantes Gesicht.

Zuerst habe ich kaum Hirnzellen dafür übrig, mich deswegen zu schämen, doch als mein Höhenflug langsam gen Erdboden segelt und mir bewusst wird, dass ich eben tatsächlich ein frühzeitiges Feucht-Erlebnis hatte, und das mitten auf das wunderschöne Gesicht meines Angebeteten, kriecht mir die Schamesröte über meinen Kopf.

~Dante~
Ups.
Na das nenne ich mal überraschend.
"Dante! Oh Gott! Es tut mir leid!" Ein gefährlich schwankender Claude rappelt sich über mir auf, sieht mit hochroten Kopf zu mir herab und fängt an, mir hektisch seine Ladung von Wangen, Kinn und Lippen zu wischen. Anscheinend habe ich auch etwas im Haar hängen, denn da beginnt er auch dran herum zu zupfen.
Ich kann darüber allerdings nur lachen.
"Hm…" Claude beißt sich auf die Unterlippe. Allerdings nicht, weil er auch kurz vor einem Lachanfall steht.
"Sorry. Wirklich …" Der Arme sieht total geknickt aus.
"Nicht schlimm", kichere ich. "War ein atemberaubender Anblick." Das meine ich sogar ernsthaft.
"Hör auf mich zu veräppeln!"
"Tue ich nicht. … Komm lass." Ich schiebe Claude sanft von meiner Brust und setzte mich auf.
Jacke aus, Hemd aus. Letzteres benutze ich als Handtuch. Muss ich eben oben ohne, nur mit meiner Lederjacke bekleidet, nach Hause. Es gibt Schlimmeres.
Immer noch geknickt sieht Claude mir dabei zu.
Das Meiste ist neben meinem Kopf im Gras gelandet, warum also schmollt Claude nur deswegen? Normal ist er doch immer so forsch. Aber bei sowas spielt er die verklemmte Jungfrau? Als ob es das erste Mal war, dass ich beim Liebesspiel im Gesicht getroffen wurde.
Das Hemd wandert neben mir auf die Wiese. Mit der rechten Hand ziehe ich Claude im Nacken zu mir. So dicht, dass sich unsere Lippen fast berühren.
"Das war scharf", hauche ich ihm zu, sehe, wie sich seine Pupillen weiten und küsse ihn anschießend innig.
Seine verspannte Körperhaltung löst sich augenblicklich in Wohlgefallen auf. Gut so. Schließlich glaube ich, dass es nicht das erste und letzte Mal gewesen sein wird, dass einem von uns ein solches 'Missgeschick' passiert.
'Ganz sicher nicht.'

******

* Jack: Ich bringe dich um, Fara òó
Fara: Versuchs doch :-p
Jack: Ich meine es ernst. Lösch das!
Fara: Nööö. Meine Leser wird's freuen, wenn du mit rosa Glitzerkrönchen auf der Bühne herumstehst.
Jack: *Messer zück*
Fara: Ah! Hilf mir David! *hinter Davids Rücken versteck*
David: Komm Jack. Ich zeig dir, was man noch alles mit dem Krönchen machen kann.
Jack: So? Òo Was denn zum Beispiel?
David: Wir könnten das so machen: Wer die Krone auf hat, darf sich was wünschen.
Fara: Und schon ist Jack in Richtung Schlafzimmer verschwunden. Natürlich MIT Krönchen auf dem Kopf. Da hab ich aber nochmal Glück gehabt ;D

** Theo: Das will ich diesen Queens aber auch geraten haben. Mein Hintern wird nur von einem Begrapscht.
Fara: Warum meckern heute eigentlich alle herum? O___o

*** David: Warum nicht? Handschellen sind uns ja nicht fremd.
Jack: Psst Davi! Verrate das doch niemanden.
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