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Wish of my heart

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
13.08.2020
28.07.2021
11
81.868
43
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Dieses Kapitel
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13.08.2020 6.903
 
Hey Leute ^^
Zuallererst: Ich liebe Claude! Wenn ihr ihn kennenlernt, werdet ihr mich vielleicht verstehen ;-)
Und zweitens: Es tut mir echt leid, dass ich in den letzten Monaten so wenig hier bin. Ich schreibe zwar, aber ich habe es ja schon einige Male erwähnt, es braucht seine Zeit. An dieser Geschichte hier habe ich zum Beispiel 5 Jahre gesessen. Natürlich mit Unterbrechungen *hüstel* Langen Unterbrechungen …
Aber egal. Weiter im Text!
Ich war mal wieder im Velvet-Universum unterwegs. Wo auch sonst? Bin da ja schließlich fast zuhause xD (Hab mich heimlich bei Ole einquartiert, um das Velvet gegenüber besser beobachten zu können :-))
Diesmal geht es aber nicht um einen der Barkeeper oder einen anderen der Angestellten sondern um die Besucher. Gleich vier an der Zahl haben es mir wieder angetan. (Nein, keine Viererbeziehung, obwohl es mich mal reizen würde, eine zu schreiben.)
Zuerst war da Colin, der seinen achtzehnten Geburtstag im
Velvet feiern möchte. Gedacht, getan. Und einer seiner Freunde, Dante, hat mich sofort angefixt. Ich hatte noch nicht mal ein Kapitel von Beat of my Heart fertig (die Story über Colin), da hatte ich für Dante schon beinahe den gesamten Plot im Kopf. Das war mir bis Dato auch noch nicht passiert.
Ohne Rücksicht auf Verluste rammte mir die dritte Person im Bunde Ihre hochhackigen Treter in den Rücken, die unbedingt den armen Dante unter ihre langen, aufgeklebten Fingernägel reißen wollte. Claude heißt der Gute. Oder Claudete. Je nachdem, was das Schnuffelhäschen gerade trägt ;-)
Und dann ist da noch Malik. Einer der DJ's, der im
Velvet hin und wieder auflegt. Über ihn erfahrt ihr dann in Beat of my Heart mehr.
Doch nun sind wir erst mal hier. Bei der Side-Story von
Beat of my Heart. (Die noch gar nicht fertig ist, wie ich gestehen muss. Ist aber in Arbeit!)

Ach! Noch ein kleines Wort zum Cover. Das liebe ich ja besonders!
Da Claude so eine schillernde Persönlichkeit ist, wollte ich unbedingt irgendwas glitzerndes auf dem Cover haben.
Also hab ich online nach Programmen gesucht und mit etwas basteln auch was hinbekommen, was mich relativ zufrieden gestimmt hat.
Aber dann huschte mir ein kleiner Gedanke ins Hirn, warum das ganze nicht als funkelnde gif-Datei?
Ja, warum nicht? Und da ist sie auch schon xD
Hab mal beide Cover hochgeladen und ihr könnt euch aussuchen, was euch besser gefällt. Leider unterstützen E-reader keine Funkel-Cover, was ich sehr unverschämt finde xD. Wäre mal eine Marktlücke und ich bin so frech, das Urheber-Däumchen auf diese Idee zu drücken :-P
So! Jetzt dürft ihr aber endlich mit dem ersten Kapitel beginnen *gg*
Tschaui!

Warnung: Enthält hier und da unsinnige Wörter, die so nicht im Duden stehen, die allesamt auf Claudes Mist gewachsen sind.


Leider noch notwendig zu erwähnen: Meine Texte, mein Eigentum. Das mache ich Text-Dieben auch gern rechtlich begreiflich, falls es sein muss.
Was lernen wir daraus? Klauen is nicht. Und wie ich freudligerweise erfahren habe, haben meine lieben Leser ihre Augen überall und berichten mir jeden dreißten Text-Diebstahl.



Stinknormales Cover

Funkel-Cover





Wish of my heart




Wunsch 01 - Dem göttlichen Geschöpf näher kommen



~Dante~
Lächelnd beobachte ich meinen Kumpel Colin. Er scheint sich ja köstlich zu amüsieren. Kein Wunder. Endlich achtzehn und endlich zu Gast im Velvet. Was anderes hat er sich seit Monaten nicht gewünscht. "Danteeeee!!!" Schon ganz schön einen in der Krone, der Gute.
"Was gibt's?"
"Steht da doch nicht so öde herum! Tanz mit mir!" Er legt seine Arme um meinen Nacken, verteilt dabei die Hälfte seines Drinks hinter mir auf dem Boden und kichert angetrunken.
"Willst du nicht lieber mal endlich mit jemanden tanzen, den du zur Feier des Tages vernaschen kannst?", frage ich ihn und schiebe seine Arme wieder von mir.
"Das kann ich ja immer noch machen", feixt er und leckt sich über die Lippen. Ich glaube, Colin könnte mal etwas kühle Nachtluft vertragen.
"Ich geh eine Rauchen. Kommst du mit?"
"Ähm ... NÖÖÖÖ!" Colin lacht sich halb schlapp und dreht sich wieder seinen anderen Geburtstagsgästen zu. Jetzt ist Walter der Glückliche, den Colin um ein Tänzchen anfleht. Bei ihm wird er aber auf Granit beißen, denn Walter sieht man schon auf zehn Kilometern Entfernung an, dass er keinen Bock auf die, wie sagte er vorhin? Homodisse? Ja, ich glaube das war's! Also, er hat null Bock auf diese Homodisse hier. Hat anscheinend Angst um seinen jungfräulichen Arsch.

Innerlich grinsend, da Walter alles andere als glücklich aussieht, drehe ich dem geburtstaglichen Spektakel den Rücken und laufe die Treppen zum Ausgang hoch. Draußen schlängle ich mich durch die noch auf Einlass wartenden Gäste und suche mir ein ruhiges Eckchen, in der ich mir eine anstecken kann. In einer kleinen Seitengasse neben des riesigen Gebäudes des Clubs werde ich fündig und krame meine Kippen aus der Innentasche meiner Lederjacke heraus.
Eigentlich wollte ich schon lange mit dem Rauchen aufhören, aber beim Ausgehen kann ich es noch immer nicht lassen. Es gibt aber auch Schlimmeres, als ein, zwei Kippen in der Woche, finde ich.
Ich schließe die Augen und ziehe genüsslich am Glimmstängel. Entspannt lehne ich mich an die raue Hauswand hinter mir und schiele zu den vielen verschiedenen Gestalten, die hier vor den Bars und dem Club herumhängen. Seit kurzen hat hier sogar ein kleines Bistro eröffnet, was erstaunlicher weise recht gut läuft.* Sogar noch spät in der Nacht. Deren Konzept, Betrunkene essen auch viel, scheint aufzugehen.
Ganz in Gedanken versunken und die Augen weiter auf die vielen Leute vor mir gerichtet, streife ich mir ein paar Haarsträhnen hinters Ohr. Ich sollte mal wieder zum Frisör. Meine dunkelbraunen Haare sind schon wieder viel zu lang geworden und beginnen sich arg zu kräuseln. Wie ich das hasse!
'Wenigstens sind sie nicht so lang wie bei dem da', denke ich belustigt, als sich von links mit ausladenden Schritten und schwingender Hüfte eine schillernde Dragqueen nähert.
Der großgewachsene Kerl steckt in einem kurzen, dunklen Kleidchen, das von oben bis unten mit Strasssteinchen besetzt ist. Durch die ganzen Lichter hier in der Straße funkeln sie in allen Regenbogenfarben. Stolz stolziert die Dragqueen zügig mit ihren langen Beinen die Straßen entlang. Das sie dabei nicht ins Straucheln gerät, verblüfft mich, denn ihre Füße stecken in verflucht hohen Hight Heels, die im Gegensatz zum Kleid, recht brav und langweilig aussehen.
Wie kann man sich nur solche Schuhe antun? Egal, ob Männlein oder Weiblein, die Dinger schreien geradezu nach einem Bänderriss.
Trotzdem … Nette Beine. Das muss ich ihr lassen.
Ich stelle mir vor, wie es wohl aussähe, wenn sie jetzt ins Straucheln geraten, und umknicken würde. Ich kann sie geradezu hören, wie sie entsetzt aufschreit, und mit ihrem Klitzerkleid ins Schwanken gerät. Dabei würde natürlich ihre blonde Perücke verrutschen und sie aussehen lassen, als käme sie gerade von einem miesen Date nach durchzechter Nacht nach Hause. Die Vorstellung lässt mich grinsen.
Plötzlich scheint sie meine Blicke zu bemerkten und lächelt mir zwinkernd zu. Oh je! Sieht sie mein Grinsen etwa als Einladung an? Um Himmels Willen! Nicht, dass sie auf mich zu ... spät!

"Hey du heißer Boy. Hast du auch etwas Feuer für mich?" Im ersten Moment muss ich schlucken. Was für eine tiefe Stimme! Das hat er ... sie doch extra gemacht!
"Klar", antworte ich so unbeeindruckt wie möglich und fische mein Zippo aus der Jackentasche.
"Geile Lederjacke", grinst sie und fährt mir ihrem Zeigefinger, dessen langer Nagel neongelb lackiert ist, über das dunkelbraune Leder meiner Jacke. "Gefällt mir." Ich seufze. Ich hasse es, wenn ich von Kerlen in Frauenkleidern angemacht werde! Nicht, dass das oft vorkommen würde oder ich was gegen Dragqueens hätte, aber ich bin schwul und stehe auf Kerle, die sich auch wie Kerle kleiden.
Ich sage jedoch nichts zu ihrer Anmache, denn irgendwie bin ich ja selbst daran schuld. Hilfsbereit halte ihr das Feuerzeug hin, woraufhin sie sich eine Zigarette aus einem pink-glitzernden Etui angelt und sie sich zwischen die ebenso pink geschminkten Lippen steckt. Während sie das eine Ende ans Feuer hält und am anderen saugt, schaut sie mich herausfordernd von oben herab an.
Sie ist gute zwanzig Zentimeter größer als ich, was jedoch hauptsächlich an ihrem Schuhwerk liegt. Künstliche Wimpern leuchten im Schein der kleinen Flamme, die wild flackert und das Gesicht der in High Heels steckenden Dragqueen orange aufleuchten lässt. Hohle Wangen, dunkle geschminkte grüne Augen. Besser als jede Zigarettenwerbung, und ich wette, die meisten Männer, hetero versteht sich, würden bei ihrem Anblick gerade einen Ständer bekommen, denn so wie sie am Glimmstängel saugt, fehlt nicht viel Fantasie sich vorzustellen, wo sie noch alles dran saugen könnte ... Nur regt sich mir bei so einem Anblick gar nichts. Denn erstens stehe ich nicht auf Frauen und zweitens, wie gesagt, nicht auf Männer in Frauenkleidung. Tja Schätzchen. Bei mir bist du an der falschen Adresse. Von mir wirst du außer Feuer aus meinem Zippo nichts bekommen.

~Claudete~
"Danke Hübscher."
"Gern geschehen." Oh Halleluja! Du gottgleiches Mannsbild, das einzig und allein auf Erden wandelt, nur um mir den Kopf zu verdrehen! Wenn du wüsstest, was du gerade mit mir alles darin anstellst!
"Mein Name ist Claudete. Miss Claudete Le Coq", stelle ich mich diesem göttlichen Wesen mit dem schnuckeligen Kinnbärtchen vor und lasse dabei meine Stimme noch etwas dunkler und kratziger klingen. Ich liebe es, damit die Männerwelt zu verwirren. Gut, bei den schwulen Exemplaren glückt mir das nicht immer. Die wissen, auf was sie sich bei mir einlassen, aber manchmal klappt's eben auch bei ihnen. Und bei diesem Adonis hier, hat es ebenfalls geklappt.
Seine Pupillen haben es mir verraten. Sie haben sich bis jetzt jedes Mal verdächtig geweitet, als ich mit dieser tiefen Stimme gesprochen habe. Ein gutes Zeichen!
"Und? Was machst du hier so? Ganz allein in dieser schmutzigen, dunklen Gasse?" Ziemlich wortkarg, der Heiße. Mal sehen, ob ich nicht was aus ihm herauslocken kann. Vorzugsweise seine Zunge in meinem Mund, aber soweit sind wir noch nicht. Die Betonung liegt auf noch.
"Rauchen."
"Witzbold", pfeffere ich nach und ziehe an meinem Glimmstängel. Natürlich schön langsam und ... Na ihr wisst schon! "Und was tust du, wenn du fertig geraucht hast?"
"Die Kippe wegwerfen." Huh! Hat mal jemand einen Nussknacker zur Hand?! Der ist wirklich schwer zu knacken. Aber ich stehe auf Herausforderungen. Besonders wenn sie so heiß und zum Niederknien sind wie diese hier.
"Und dann?", wispere ich und rücke noch ein Stückchen näher an Mr. Geil heran. Die Haare an meinen Armen stellen sich auf. Gott, ist der sexy! Und gut riechen tut er auch noch. Das erschnuppere ich trotz des Zigarettenqualmes.
"Dann gehe ich in den Club zu meinen Freunden und suche mir einen Kerl für die Nacht." Ups! Das war klar und deutlich. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich gleich das Handtuch werfen würde.
"Einen Kerl also. ... Wie muss der denn aussehen?" Ich bin halt neugierig.
Mr. Geil und Sexy leckt sich über die Lippen und verengt seine Augen. Himmel! Mach das nochmal und ich rammle dir dein Bein wund!
"Willst du das wirklich wissen?" Hundert pro!
"Wenn du es mir verrätst ..." Betont lässig lasse ich meine Hüfte kreisen und verlagere mein Gewicht auf das linke Bein. Somit bin ich noch einen winzigen Millimeter näher an Mr. Geil und Sexy und unbeschreiblich Heiß dran.
"Warum nicht?" Er strafft sich, zieht noch einmal an seinem Stängel, (ach, wieso nicht an meinem?!) und schaut sich um.
"Siehst du den da hinten? Der mit der zerrissenen Jeans und dem weißen Shirt." Ich gehe auf die Suche und ... Mr. Absolut Geil und Traum meiner feuchtesten Nächte steht also wirklich auf richtige Männer.
Leider kann ich mit solchen muskelbepackten Körperpartien nicht aufwarten, aber ... "Der hat 'nen kleinen. Nur so groß." Ich schiebe meinen Daumen zwischen Zeige- und Mittelfinger, um ihm mit dieser Geste zu zeigen, wie winzig Mr. Muskelprotz' Schwanz ist.
"Woher willst du das wissen?", fragt er und hebt eine Augenbraue. Oh, du geiles Gerät! Darf ich dir diese schnuckelige Augenbraue ablecken und danach meinen Namen in deinen Hintern eingravieren? Eigentum von Claude. Anfassen strengstens verboten!
"Ich hatte ihn vor ein paar Wochen auf dem Männerklo. Da hätte ich mich auch von dem Daumen meines Ex' ficken lassen können. Wäre auf's Selbe rausgekommen." Provozierend lege ich den Kopf schief, ziehe an meinem Krebsstäbchen und puste ihm den Rauch entgegen.
"Du bist ja ein ganz schön großes Lästermaul", sagt er, grinst dabei aber ganz leicht.
"Du ahnst ja gar nicht, wie groß mein Maul sein kann." Nur um meinen Worten mehr 'Saugkraft' zu verleihen, lutsche ich wieder am Glimmstängel. Langsam weicht der Filter durch, aber egal. Bisschen Schwund ist immer.
Wir messen uns mit den Blicken, schätzen uns ab, oder vielmehr, er misst mich ab, ich weiß ja schon, dass ich ihn will. Koste es was es wolle. Und dann passiert es! Er lacht, senkt den Kopf und schüttelt ihn. Ein wirklich gutes, gutes Zeichen! Leute? Bringt den Nussknacker weg! Mama kann's auch noch ohne!
"Du bist mir ja eine Type", sagt er grinsend und schnippst seinen Kippenrest weg. Okay. Jetzt muss ich alles auf eine Karte setzen!
Ich werfe ebenfalls den Ümpel von mir und nähere mich Mr. Hot 'n' Horny noch ein Stückchen mehr.
"Wenn du willst, dann können wir diese Diskussion noch etwas vertiefen. Dann beweise ich dir, dass auch ich unter meinem Kleidchen und der Schminke ein ganzer Kerl bin."
"Wirklich?!" Sein Grinsen wird breiter und in meinem kurzen Kleidchen wird es untenrum immer enger. "Ich glaube ..."
"Daaante! Dante?! Endlich habe ich dich gefunden!" Meine Laune sinkt von einer Trilliarde Grad auf den absoluten Gefrierpunkt, was mich fast aus den zwölf-zentimeter Latschen wirft, denn der Sturz war ziemlich hoch und heftig. So ein junges Kätzchen kommt um die Ecke galoppiert und hängt sich an meinen Mr. Ich-will-dir-die-Kleidung-vom-Leib-reißen-und-dich-danach-mit-Haut-und-Haar-auffressen!
Neid! Was will dieser Zwerg von ihm? Dieser gewöhnliche Jungspund mit stinkgewöhnlichen, dreckig-braunen zerzottelten Haaren? Weg mit dir! Husch! Geh mit irgendeinem Garnknäuel spielen, aber Finger weg von diesem feuchten Traum. Meinem feuchten Traum!
"Du musst mit mir kommen! Sofort!", miaunzt das Kätzchen und zerrt an der tollen Lederjacke meines auserkorenen Lustknaben.
"Ist was passiert?"
"Ja! Du musst mir helfen! Der DJ! Du musst dir den DJ ansehen! Der ist so ... so ... Ich muss ihn kennenlernen!" Meine Mundwinkel zucken nach oben. Das Früchtchen will gar nichts von meinem Traum-Boy. Glück gehabt, du Pupser. Dich hätte ich nämlich unangespitzt in den Boden gerammt. Mit meinen Hight Heels selbstverständlich. Aber zur Not auch ohne. Für was habe ich einen mehr als geschickten Mittelfinger ...?
"Mal langsam Colin! Was soll ich tun?" Mr. Heiß und Lecker wirkt gar nicht erbaut über das Gejammer des Kätzchens.
"Mir helfen, den DJ kennenzulernen!" Ha! Der Kleine ist ja gar nicht dreist! Also meiner Meinung nach sollte er sich mal schön alleine um den DJ kümmern. Besonders weil ich den DJ, der heute auflegt, ganz gut kenne und er steht nicht auf unselbstständige Katzenmilchbubis. Höchstens für einen Einwegfick. Und natürlich auch wegen dem süßen Dante, an den ich mich dann wieder ungestört heranmachen kann.
Aber wie das Leben so spielt (das Leben muss eine mies gelaunte Dragqueen sein!): "Dann zeig mir mal den tollen DJ", sagt sexy Dante und versetzt mir damit einen heftigen Schlag in die Nierengegend. Verbal gesehen. "Tschau. Claudete." Ein frecher Augenaufschlag, nur für mich, und weg ist er. So haben wir aber nicht gewettet, mein Freund!

Angefressen bleibe ich zurück in der engen Seitenstraße und schaue Dantes breiten Rücken beim Davonlaufen zu. Sehr lange bleibe ich nicht untätig stehen, denn in mir reift ein Plan.
Mr. Hot und absolut geiler Name (Dante! Der Name lässt sich bestimmt mehr als brutalgeil stöhnen, während er mich rhythmisch von hinten aufbockt! So zum Beispiel: Daa-haaa-haann...tttEEEE-HE-HEEEE! Oder so ähnlich) steht also auf richtige Kerle? Dann bekommt er eben einen richtigen Kerl. Und zwar den heißesten, bestaussehenden und am erotischsten hüftschwingenden Kerl, der hier weit und breit seinen Knackarsch auf Mutter Erde umherwackeln lässt. Genau! Mich!
"Ich kann auch anders, mein Zuckerschnäutzchen", flöte ich mit hoher Stimme und mache mich auf den Weg ins Velvet.

~Dante~
"Dein Männergeschmack jagt mir Angst ein." Leicht unwohl ist mir schon bei dem Gedanken daran, in WAS sich mein guter Colin da schon wieder verguckt hat. "Durch das Ohr des Typen kannste deinen Zeigefinger stecken." 'Oder eine Kuhmarke. Je nachdem, was so einem Kerl wie dem besser gefällt.' Der DJ trägt einen Tunnel! Nichts gegen Piercings, besonders wenn sie an ganz gewissen Stellen sind, doch diese Tunneldinger leiern doch früher oder später so sehr aus, dass sie wie alte Männereier um die Backen des Trägers baumeln. Aber wenn's nur das wäre! Der ganze Mann ist eher ... so lala. Außerdem sieht er ziemlich lächerlich aus, mit diesem dümmlichen Beanie auf dem Kopf. Die trägt doch schon ewig niemand mehr! Na ja. Jedem wie es ihm gefällt, sage ich immer.
"Ihm würde ich eher die Zunge da durchstecken", seufzt Colin neben mir und blickt verträumt zum DJ-Pult.
"Für meine Zunge könnte ich mir viel bessere Stellen vorstellen." Nämlich die, an denen normalerweise Piercings hingehören. Finde ich.
"Klappe Dante! Du musst ihn ja nicht heiß finden! Hauptsache, ich tu das!" Wohl wahr.
"Okay. Und wie soll ich das jetzt anstellen? Soll ich ihn für dich vom DJ-Pult reißen und in buntes Geschenkpapier packen?"
"Das wäre toll!", juchzt Colin, wobei seine Augen voller kindlicher Freude funkeln. Das glaube ich ihm ohne daran auch nur im Geringsten zu zweifeln. Beim Auspacken will ich aber nicht dabei sein.
"Du hast aber schon ein Geschenk von mir bekommen", erinnere ich ihn.
"Kann man umtauschen."
"Dir schenke ich nichts mehr!" Gespielt beleidigt verschränke ich meine Arme und ziehe die Nase kraus.
"Ach komm schon! Schluss mit den Scherzen! Wie komme ich an ihn heran? Eine Idee?" Ich überlege. Ziemlich angestrengt und ernsthaft. Doch mir fällt nichts ein.
Bis auf: "Geh doch hoch und wünsch dir 'nen Song", herrscht in meinem Kopf eine völlige Flirt-Ideen freie Zone. Nicht, dass es in der letzten Zeit anders gewesen wäre ...
"Auf keinen Fall!", protestiert Colin.
"Warum fragst du mich dann? Denk du dir doch was aus."
"Hab ich schon!", schreit er auf und klammert sich hoffnungsvoll an mich. Ich ahne Furchtbares! "Du wünschst dir was für mich und sagst, dass es für meinen Geburtstag ist!"
"Und das soll ihn beeindrucken?" In solchen Dingen ist Colin ja noch unbedarfter als ich. "Hör mal: Der Typ ist ein Mann. Mach ihm von hier unten schöne Augen und warte ob er drauf anspringt." So macht man das doch. Die Angel auswerfen, das Ziel anvisieren und gucken, ob der Fisch anbeißt oder den Köder links liegen lässt. Und wenn er nicht anbeißt, ist man erstens schlauer als vorher und zweitens kann Mann sich anderen Männern zuwenden. Das erspart viel Zeit und noch viel mehr Ärger.
"Ich kann das nicht! Ich ... Dante, du kennst mich!" Allerdings. Colin ist nicht der Typ dafür, sich hemmungslos an einen Mann ranzumachen, was ihn für mich auch so sympathisch macht. Er ist eben so wie er ist. Weder hinterlistig noch verarscht er die Leute. Colin sieht man immer genau an was er fühlt, denkt und im Moment will. Und gerade will Colin Hilfe.
Seine Äugelein flehen mich stumm an und immer wieder wandern sie zu dem DJ, wobei seine Wangen anfangen zu glühen. Das gibt's nicht! "Du hast dich verknallt!" Tatsache!
"Was?! Nein! ... Doch ... Irgendwie ...?" Ich atme tief ein. Der kann mir viel erzählen!
Da ich aber mal nicht so bin, krame ich in der Klischeekiste der dummen und einfallslosen Anmachen herum. Mir fällt nur eine ein, die nicht total bescheuert ist. "Geh zur Bar und lass ihm einen Drink von dir bringen. Dazu eine Serviette mit deiner Nummer drauf."
"Du veralberst mich?"
"Nein", schwöre ich und schüttle den Kopf. "Manchmal klappt auch Altbewährtes. Vielleicht auch hier. Jedenfalls kannst du dir sicher sein, dass er so eine Anmache nicht oft bekommt." Hoffe ich zumindest.
"Wenn du meinst ..." Nachdenklich schaut er wieder hoch zum DJ und strafft sich plötzlich. "Gut! Ich mach's!" Entschlossen läuft er los, bleibt stehen, dreht sich um und kommt wieder zurück zu mir, ehe er nach meiner Hand greift. "Du kommst mit!" Als hätte ich es geahnt!

~Claude~
Zufrieden mustere ich mich im Spiegel. Ich habe inzwischen die falschen Fingernägel von meinen echten Nägeln gepopelt, die Schminke in meinem Gesicht beseitigt und dabei festgestellt: ich habe sogar einen leichten Bartschatten. "Perfekt!" Jetzt muss ich nur noch meine Haare stylen. Durch die Perücke sind sie ganz plattgedrückt und sehen aus, wie ein von den Jungvögeln gerade verlassenes, und anschließend drüber gewalztes Nest.
Mit zusammengekniffenen Augen sitze ich an einem der kleinen Frisiertischchen in der Umkleide der Tänzer und zupfe mir an den Haaren herum. "Ach Mensch!" Bis ich das hinbekommen habe, hat das Velvet schon geschlossen! Ich habe ja viele Talente, doch Frisuren in Lichtgeschwindigkeit zaubern ist keine davon.
"Was hast du den vor?" Timm, einer der Tänzer des Velvet, steht plötzlich hinter mir und grinst schief. Er trägt nur einen verboten schmalen, lilafarbenen String. Dazu schillernden Glitzerstaub auf der schmalen Brust. Arbeitskleidung eben.
"Ich wünsche mir einen Frisör herbei", schnaufe ich in der Hoffnung, dass Timm mir weiterhelfen kann.
"Und wieso? Du hast dich doch noch vor ein paar Stunden aufwendig geschminkt. Willst du jetzt doch nicht mehr deine Frau stehen?"
"Nein!" Genervt pfeffere ich den Kamm auf den Tisch vor mir. "Ich will, dass meine Haare mal das machen, was ich will!"
"Wie heißt er?", kichert Timm und fährt mit seinen Fingern durch meine Haare, was sich himmlisch anfühlt.
"Dante." Während ich seinen Namen mehr singe als sage, überläuft mich ein heißes Kribbeln. Ich will ihn! So sehr, dass ich am liebsten aus meiner Haut, und zu ihm schweben würde, um dann einfach hinterrücks in ihn zu schlüpfen.
"Ein ungewöhnlicher Name", meint Timm und greift nach einer Bürste.
"Ein Name, der zu seinem Träger passt. Er ist wirklich fantatisimo!" Ich forme mit Zeigefinger und Daumen ein o und platziere einen lauten Kuss darauf. Dann schließe ich meine Augen und genieße Timms Frisierdienste. Ist das schön, so betüddelt zu werden!
"Und für ihn streifst du Claudete ab?"
"Ja. Er steht nämlich nur auf ganze Kerle."
"Ah so. Dann werden wir dich mal zum richtigen Kerl trimmen, damit er dir auf dem ersten Blick kopflos verfällt", gluckst Timm und kämmt mein hellblondes Haar auf die linke Seite. Sieht schon gut aus, finde ich. Meine Seiten sind gestutzt und dunkler als mein naturblondes Deckhaar.
"Hast du eine Schokoladenseite?"
"Ja. Meinen Hintern", lache ich und ich bekomme von Spiegel-Timm einen rollenden Blick geschenkt. "Keine Ahnung, ob ich eine Schokoladenseite habe. Ich sehe doch von jeder Seite knattergeil aus. Oder?"
"Vollkommen. Ohne Frage!" War das eben Sarkasmus?!
Ich schlucke einen spitzen Kommentar runter und lasse Timm weiter an meinen Haaren herumdoktern. Regel Nummer zwei lautet nämlich: Verärgere niemals deinen Frisör! Und falls ihr wissen wollt, was die erste Regel ist: Niemals ohne Gummistifelchen in Regen spielen, es sei denn, der Regen ist getestet und ihr seid sicher, dass der Regen nicht hin und wieder in einem anderen Tümpel seine Tröpfchen verteilt. Ihr versteht?

"Fertig!", verkündet Timm schließlich.
"Prima!" Zufrieden mit dem Ergebnis drehe und wende ich meinen Kopf vor dem Spiegel und befinde mich selbst mal wieder als totalen Hingucker. Als Geschenk an alle Männer, der von der großen Erdgöttin höchstpersönlich entsandt wurde, um Dante zu umgarnen und ihn bis zu den Gipfeln der Lust zu treiben, ehe er mir verfällt und nicht mehr ohne mich leben kann. ... Manchmal habe ich einen großen Sonnenstich. Und den sogar im verschneiten Winter.
"Und was willst du anziehen?" Ich schaue an mir runter. "In dem Kleid siehst du nicht gerade männlich aus."
"Shit!" Daran habe ich ja gar nicht mehr gedacht!
"Komm mit. Ich leid dir was von mir." Timm läuft zu den Spinden und kramt eine schwarze Röhre raus. Dazu ein schwarzes ärmelloses Ding, dass aussieht wie ... Jepp! Ein Feinripp Unterhemd.
"Ich soll in Unterwäsche raus? Dazu noch in einer, die schon in den 90ern total out war?"
"Zieh's dir über. Dann siehst du es." Notgedrungen schäle ich mich aus meinem teuren Kleid und hänge es in Timms Spind. "Nettes Untergeschoss. Und so männlich." Grinsend beschaut er meine Hip Pads mit Gummi-Mumu, die mir eine weibliche Hüfte und einen volleren Arsch zaubern.
"Na das brauche ich, um das Kleid an den richtigen Stellen zu füllen und um an den falschen Stellen alles zu glätten", kommentiere ich schlicht.
"Und was machst du, wenn er das heute zu sehen bekommt?"
"Wird er nicht."
"Nicht?" Ich schüttle schnippisch den Kopf und ziehe blank. Komplett.
"Nett! Aber bitte gibt mir meine Hose erst wieder, wenn du sie gewaschen hast. Oder gib sie am besten gleich in die chemische Reinigung", kichert Timm. Pff! Spießer!
Ich springe in Timms Hose hinein und knöpfe sie zu. Danach schlüpfe ich in das Feinrippteil und bestaune mich im Spiegel. Das Feinrippdings ist eigentlich gar nicht schlecht. Es liegt eng an meinen Oberkörper an und zaubert mir Muskeln, die vorher nicht arg ersichtlich gewesen sind. Auch die Hose liegt perfekt an meiner Haut und lässt meine Beine noch länger aussehen. Doch dann ..."Die Hose ist zu kurz!" Mit entsetzen sehe ich das Schlamassel. Kein Wunder, denn ich bin viel größer als Timm, was kein Kunststück ist bei meinen 1,97. "Soll ich so herumlaufen?! Mit Hochwasser bis zu den Kniekehlen?!"
"Jetzt reg dich ab! Warte hier." Timm lässt mich einfach stehen und geht aus der Umkleide.
"Abregen?! Ich soll mich abregen?!" Nervös laufe ich auf und ab. So kann ich doch nicht vor Dante antanzen! Wie sieht das den aus? Wie ein sitzengebliebener Schulraudi! "So ein Schlamassel! Verdammte Schei..."
"Hier!" Timm rast mir entgegen und hält ein paar hohe, schwarze Boots entgegen.
"Die ziehe ich nicht an!" Empört über diese ... diese hässliche Augenbeleidigung verschränke ich die Arme vor der Brust. "Hast'e die aus'm Altkleidercontainer?" Wie Eric Draven aus dem Film The Crow. Nur trockener.
"Die sind von Theo." Ich verdrehe die Augen. Das Theo solche Latschen trägt, wundert mich nicht. "Guck nicht so! Theo ist ja wohl ein Prachtexemplar eines richtigen Mannes. Der weiß, was Mann am Fuße trägt. Also schlüpf da rein! Die kaschieren zudem noch wunderbar dein Hochwasser da unten." Ich hasse es, wenn andere recht haben!
Ich knirsche mit den Zähnen. "Na gut. Aber wehe die riechen nach Theos ollen Käsefüßen."
"Theo hat keine Käsefüße." Ich mag gar nicht wissen, woher er das so genau weiß.
Ich stecke naserümpfend meine zarten Füßchen in diese monströsen Lederteile und fühle mich, als würde ich gleich auf das nächste Schlachtfeld stürmen wollen, um für mein Vaterland zu kämpfen.
"Nicht zuschnüren!", kreischt Timm und geht vor mich in die Hocke, als ich nach den Schnürsenkeln greifen will. "Die lässt du fein offen."
"Damit ich vor Dante auf die Fresse fliege?"
"Nein. Ich mach das schon." Timm fummelt an den Tretern herum und richtet sie 'hübsch' her. Am Ende schaue ich an mir runter und überlege, wieso das jemanden anmachen könnte. Ich mag solche Boots einfach nicht. Entweder Sneaker oder Hochhackige. Aber wenigstens muss ich ihnen eins lassen: Männlicher geht's ja jetzt wohl kaum mehr!
"Jetzt noch die hier, dann bist du perfekt für deinen Dante." Timm schnürt mir fast den Hals ab, als er mir ein Lederband umlegt und sich zusätzlich noch von seinem ledernen Armband trennt. Ein schneller, gezielter Griff in seinen Spind, und er zaubert noch fix einen Nietengürtel hervor, den ich jetzt auch noch umgedroschen bekomme.
Mich fertig geschmückt wie einen düsteren Weihnachtsbaum, tritt er von mir zurück und studiert meinen neuen, farblosen Look kritisch. "Damn! Bist du ein geiles Geschoss!" Sag mir was Neues, Baby.
Trotzdem ... "Ich bin gekleidet, als würde ich auf ein Goth-Treffen gehen wollen." Schwarz macht zwar schlank, aber nicht, dass ich das nötig hätte. "Etwas mehr Farbe wäre vielleicht nicht ..."
"Nicht gut für deinen Verführungsplan. Glaube mir." Wenn er meint. "Jetzt geh da raus und such deinen Dante, bevor er dir durch die Lappen geht und all meine Mühe umsonst war." Fest klopft mir Timm auf die Schulter, leckt sich über die Lippen, nachdem er mich nochmal abgecheckt hat und schiebt mich aus der Umkleide raus.
"Schnapp ihn dir Tiger!" Roarrr!

Ich betrete die Tanzfläche und schaue mich um. Wo ist den nur mein Dante? So männlich wie möglich setzte ich mich wieder in Bewegung und suche ihn. Die schweren Boots nerven bei jedem Schritt und für mich ist es total ungewohnt, mal komplett ungeschminkt in der Öffentlichkeit herumzurennen. Selbst wenn ich nicht als Claudete unterwegs bin, habe ich zumindest Eyeliner drauf und decke ein wenig eine Haut ab. Kurz um: Ich fühle mich unwohl, klobig und nackt, wobei mir letzteres nicht viel ausmachen würde, ginge es nicht um mein Gesicht.
Wenn das nicht klappt, dann ... Wie angewurzelt bleibe ich stehen. Da ist er! Er steht mit dem Kätzchen von vorhin an der Bar. Er ist also noch hier! Glück muss Mann eben haben!
Ich pirsche mich näher an ihn ran und beobachte ihn eine Zeit lang.
Himmel, wie schnuckelig er ist! So groß und stark, und das sogar, obwohl er kleiner ist als ich. So männlich und doch macht er den Eindruck, als wäre er ein ganz Verschmuster. So was kann ich immer auf den ersten Blick erkennen. Meist sind es nämlich die, von denen man es am wenigsten vermutet, die sich hinter verschlossenen Türen an einen schmiegen und ihre starke Hülle fallen lassen. Ich muss nur daran denken, schon schießt das Blut in meinen Freudenspender. Oh Dante! Ich werde dir schon deine Schmuseseite entlocken. Ganz bestimmt! Und dann werde ich dich so glücklich machen, wie es noch kein anderer zuvor in deinem Leben geschafft hat.
Interessiert schaue ich ihm zu, wie er zusammen mit dem kleinen Kätzchen scheinbar auf einen Drink wartet. Als dieser kommt, schreibt der kleine Knilch irgendwas auf die Serviette und ruft den Barkeeper zurück. Interessant. Anscheinend will er diesen Drink an jemand anderen weiterleiten. Und ich weiß auch schon, wer der Glückliche ist. Mein Blick wandert zu Malik, besagtem DJ, und mir kommt eine Idee. Wenn ich dem Kleinen etwas zur Hand gehe, vielleicht steigen dann auch meine Erfolgschancen bei meinem göttlichen Dante. Einen Versuch ist es allemal wert. Dann mal nix wie hin zum DJ-Pult, bevor der Barkeeper mit dem Drink angewackelt kommt.

~Dante~
Der Drink macht sich auf den Weg. Colin neben mir verwandelt sich in ein nervöses Bündel und schaut immer wieder zum DJ-Pult.
"Bleib ruhig. Wenn er dich sieht und du währenddessen so am Rad drehst, dann wird das erst recht nix."
"Du hast leicht reden! Mein Magen spielt schon total verrückt! Ich glaube, ich kotz gleich." Oh wei! Colin ist viel zu nervös. Das kann nicht gut gehen.
"Nur die Ruhe", versuche ich meinen kleinen aufgeregten Colin zu beruhigen. "Tief einatmen und wieder aus." Er folgt meinem Vorschlag. "Jetzt lehnst du dich locker an die Theke und wartest, bis er deinen Drink bekommt. Wenn der Barkeeper dann auf dich zeigt, lächelst du deinen DJ betörend an und schaust dann wieder ein kleines bisschen verlegen weg. Bekommst du das hin?" Große, erschrockene Augen begegnen mir. "Anscheinend nicht."
"Ach Dante!"
"Jammre nicht und tu, was man dir sagt." Ich nehme Abstand von ihm, ich will ja nicht, dass meine Anwesenheit noch schuld daran ist, wenn das hier nicht hinhaut, und gebe mich betont gelangweilt.
"Oh scheiße!", zischt Colin.
"Ruhig bleiben." Ist das zu fassen? Er benimmt sich, als wäre er noch in der Vorschule!
"Das meine ich nicht! Da ist so ein verfluchter Traum-Typ bei ihm und flüstert was in sein Ohr. Oh Gott! Sicher ist das sein Freund!" Ich drehe mich zum DJ-Pult und sehe was er meint.
"Das ist bestimmt nicht sein Freund."
"Meinst du?"
"Keine Ahnung. Ich will dich nur aufmuntern", gebe ich zu und zucke mit den Achseln.
"Idiot!" Wie dankbar einem doch die Freunde sind, wenn man nett zu ihnen ist. "Was bereden die da?" Colin streckt sich, um besser sehen zu können. "Jetzt schleppt der Barkeeper auch noch meinen Drink an! Ich kann gar nicht hinsehen."
"Doch. Kannst du." Ich schiele selbst ganz gespannt auf das Szenario. "Jetzt bleib locker und cool! Verdirb es nicht!"
"Danteheeee!" Jammernd klammert Colin sich an den Tresen hinter sich.
"Lächeln!", zische ich ihm zu, senke den Kopf und verfolge das Muster der Holzmaserung der Theke.
Ich höre, wie Colin seufzt und sich versucht locker zu machen. Gut so. Braver Junge. Ich sehe nicht, was genau auf dem DJ-Pult abgeht, und ich sehe auch nicht, was Colin jetzt macht. Bleibt nur die Hoffnung, dass er es nicht vermasselt.
"Oh nein! Jetzt reden sie über mich." Colin dreht sich um und kauert an meiner Seite.
"Dreh dich wieder um! Mach schon!"
"Nein! Das ist so peinlich!" Langsam platzt mir der Geduldsfaden! "Komm mit!" Ohne auf sein Gezeter zu achten, greife ich nach seinem Handgelenk und zerre ihn auf die Tanzfläche. Natürlich genau vor das DJ-Pult. "Tanz!"
"Was?"
"Tanzen! Das kannst du doch." Wie ein Eichhörnchen glotzt mich mein Freund an und spielt unbeweglicher Betonpfeiler. "Du sollst dich bewegen. So sexy wie möglich. Und dabei machst du diesen verdammten DJ an, oder ich gehe gleich auch da hoch und erzähle ihm einiges über dich!"
"Das würdest du nicht tun!"
"Willst du es darauf ankommen lassen?" Colin schüttelt den Kopf und beginnt tatsächlich sich zu bewegen. "Er schaut zu dir rüber", flüstere ich ihm ins Ohr und deute ihm an, sich umzudrehen. Anstandslos tut er wie geheißen und ... flirtet plötzlich mit ihm! Er flirtet mit dem 'süßen' DJ, und das sogar gar nicht mal so schlecht. Endlich!

Grinsend lasse ich ihn alleine und störe nicht weiter die traute 'Zweisamkeit' der beiden. Denn es fliegen, zu meinem wahren Erstaunen, ganz schön heftige Funken zwischen ihnen.
"Wie edel von dir, deinem Freund unter die Arme zu greifen", quatscht mich einer von der Seite an. Das ist der Kerl, der beim DJ war!
"Sauer deswegen?", frage ich ihn und drehe mich zu ihm herum.
"Nö. Wieso sollte ich?" Dann ist er also nicht der feste Freund des DJs, wie Colin befürchtet hatte. "Bock mit mir zu tanzen?" Hm ... Habe ich das?
Ich schaue mir den Typen genauer an. Blondes Haar, gut gebaut, freches Grinsen und grüne Augen, die mir irgendwie bekannt vorkommen, doch ich kann mich auch irren. Vor allem ist er ein klein Wenig größer als ich, was mir an Männern besonders gut gefällt. Und eigentlich sieht er nicht schlecht aus. Also wieso nicht mit ihm tanzen?
"Gern", willige ich ein und lächle ihn an.

~Claude~
Mein Herz schmilzt.
Was für ein Lächeln! Allein davon saue ich mir fast die Hose ein! Ähm ... Timms Hose.
Ist das zu fassen?! Er will mit mir tanzen! Das Umstyling hat gewirkt! Leider, leider, leider ... scheint er sich allerdings nicht an mich zu erinnern. An Claudete, mein weibliches Ich. Ist das jetzt gut, oder schlecht? Als Claudete habe ich demnach keinen großen Eindruck bei ihm hinterlassen. Trotzdem kann ich ihm deswegen nicht böse sein, denn schließlich tanzt er gerade mit mir. Bleibt nur noch die Frage zu klären, sage ich es ihm, oder warte ich ab, ob er sich doch noch an mich erinnert?
"Wie heißt du?", fragt er mich auch schon und ich überlege. Am Ende entscheide ich mich für die Aschenputtel-Art, was heißt: Lass ihn selbst drauf kommen und gib ihm dezente Hinweise.
Deshalb sage ich weder meinen richtigen, noch den Namen meines weiblichen Ichs, sondern: "Ich bin Vergil** und bin dazu bereit, dich bis in die tiefsten, dunkelsten Ecken der Hölle zu führen." Dante blinzelt ein paar Mal und sieht verdammt verwirrt aus, was wiederum verdammt süß aussieht. Ich wette aber, dass er mich nicht wegen dem Namen Vergil so putzig anglotzt. Bei seinem Namen muss er doch wissen wer Vergil ist.
"Woher weißt du ...? Du weißt, wie ich heiße?" Dann hat er meinen Hinweis, dass ich seinen Namen schon kenne, verstanden, erkennt mich allerdings trotzdem noch nicht.
Deshalb antworte ich: "Du hast also nicht die leiseste Ahnung, wer ich bin?" Er schüttelt den Kopf und scannt mein Gesicht ab. Ich weiß mein Hübscher. Ohne Schminke sehe ich komplett anders aus, aber hast du echt nicht den leisesten Schimmer wer ich bin? Das verletzt mich langsam wirklich!
"Okay. Ich gebe dir ein weiteres Rätsel auf", entscheide ich und mache es ihm diesmal viel leichter, denn ich spreche mit meiner tiefen Claudete-Stimme weiter, als ich ihn weiter in Aschenputtel-Manier frage: "Teure Schminke im Gesicht, aber eine Frau ist es nicht. Ein Kleid aus Pailletten, künstliche Fingernägel, aber eine Dame verbirgt sich darunter nicht. Zum Dritten, schwere Boots und Skinnyjeans, aber ein dir Fremder ist es nicht, mein holder Herr. Also? Wer bin ich?" Ich lege meine Arme um seinen Nacken und grinse verlegen. Meine Dichtkünste lassen gerade echt zu wünschen übrig, doch ich bin mir ziemlich sicher, dass Dante mein Rätsel inzwischen gelöst hat.
"Claudete?!" Ah! Es hat geklappt! Und er erinnert sich sogar noch an meinen Namen! Aschenputtel muss demnach nicht vom königlichen Ball rennen und dabei einen der feinen Glas-Boots von Fee Theo*** verlieren. Ist auch gut so, denn ich habe keine Lust, dass mir die grobschlächtige Fee deswegen den Kopf abreißt.
"Wie hast du dich so schnell umziehen können? Hast du das ...? Wegen mir?" Ach Gottchen, ist das süß! Jetzt wird Dante ganz verlegen und blickt mir mit großen Augen entgegen.
"Natürlich nur wegen dir. Ich wollte dir beweisen, dass unter meinem Make-Up und dem Kleidchen ein ganzer Kerl steckt. Oder glaubst du, ich würde den lieben langen Tag nur in Frauenkleidern herumrennen?"
"Nein! Das nicht. Aber ..." Er sieht an mir herunter und wieder hinauf. "Ich hätte dich beim besten Willen nicht wiedererkannt, wenn du mir nicht diese Hinweise gegeben hättest. Du siehst ... gut aus. Also für eine Dragqueen. Ähm ..."
"Oh! Welch ein Lob!", lache ich und drehe mich mit Dante ihm Kreis. Der keucht überrascht auf und klammert sich überrumpelt an mich. Lecker! Mehr davon. Leider wird mir vom Herumdrehen schnell schlecht und ich lege einen langsameren Gang ein. "Willst du jetzt immer noch mit mir tanzen?"
"Ja", haucht er und bleibt weiter an mich geklammert. Sehr gut!
"Dann zeig mir mal, wie männlich du deine Hüften schwingen kannst!", kichere ich und packe Dante schamlos an den Hintern. Der keucht, lacht aber. Ding! Ding! Ding! Mein Wunsch, diesem göttlichen Geschöpf näher zu kommen, scheint in Erfüllung zu gehen! Der Ring ist frei und der Kampf um den göttlichen Dante kann losgehen.
Dante, mein hübscher Liebesgott, du wirst bald mein sein! Dafür werde ich alle Register ziehen!

******


* Falls es jemanden interessiert, das Bistro gehört Ole und er hat natürlich auch eine kleine Geschichte von mir bekommen. Wer Interesse hat, einfach mal hier reinstöbern ^^

** aus der göttlichen Komödie. Vergil zeigt Dante die Unterwelt

*** Theo mit offenen, gewellten Haaren. Dazu ein kleines Diadem, kleine Flügelchen, seine schweren Boots und mit einem Zauberstab in der Hand. Ich flipp aus! Wie Dwayne Johnson als Zahnfee xD
Matthi? Hör auf mich so böse anzugucken. *in Deckung geh, bevor er Theo petzt, was ich eben geschrieben habe*
Ach! Und wer Theo und Matthi noch nicht kennt: Bitteschön  ;-)
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