Zwischen Schatten und Licht

KurzgeschichteRomanze, Übernatürlich / P16 Slash
12.08.2020
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Die Sonne ist fast vollständig hinter den Klostermauern verschwunden, als ich den offenen Säulengang, der zu den Schlafquartieren von den Kindern führt, entlanggehe. Ohne ihre wärmenden Strahlen gewinnt der kalte Wind rasch die Oberhand. Unweigerlich rückt der Herbst näher, dem ein gewohnt harter Winter folgen wird. Mir graust vor der dunklen Jahreszeit, in deren Schatten sich die Monster leichter verbergen können.
Ich stoppe vor einer der verschnörkelten Türen, die den gesamten Gang säumen, absolviere ein paar kurze Atemübungen und schiebe den Riegel zur Seite, sobald ich meine innere Gelassenheit zurückerlangt habe. Der gemütlich eingerichtete Raum wird von einem Doppelbett dominiert, über dessen Kopfteil mehrere Kerzen ein heimeliges Licht verbreiten. An der linken Wand steht ein Einzelbett, rechter Hand eine sperrige Truhe und neben einem Kleiderschrank drei Holzstühle mit einem dazu passenden Tischchen.
„Emanuel, endlich“, ruft eines der beiden jüngeren Kinder und rennt in seinem Schlafanzug auf mich zu. Ich bekomme den achtjährigen Blas zu fassen und wirble ihn einmal im Kreis herum, ehe ich ihn wieder auf dem Steinboden abstelle. Der Junge wird von Tag zu Tag schwerer. Der elfjährige Gaspard ist inzwischen zu cool, um sich wegen mir von seinem Platz auf der rechten Bettseite zu erheben. Deshalb halte ich ihm zur Begrüßung meine Faust hin, gegen die er grinsend seine eigene schlägt. Auf dem Einzelbett sitzt seine Schwester Nour, die gerade ihren vierzehnten Geburtstag gefeiert hat. Lange, glatte Haare verdecken wie ein Schleier ihre linke Gesichtshälfte. In der Hand hält sie einen E-Reader, ihren wertvollsten Schatz. Mir graut schon vor dem Moment, wenn das komplizierte Stück Technik seinen Geist aufgibt und wir nicht in der Lage sein werden, es zu reparieren.
„Setz dich hierhin!“, fordert Blas und klopft mit der flachen Hand auf das freie Matratzenstück neben sich. Ich erfülle seinen Wunsch und mache es mir gemütlich.
„Was für eine Geschichte willst du heute Abend hören?“
„Etwas von vorher, bitte.“ An vier von fünf Abenden muss ich Blas aus der Zeit berichten, als die Welt noch eine andere war. Dabei interessieren ihn keine nackten Tatsachen, wie er sie im Unterricht beigebracht bekommt. Unter unseren Leuten ist zwar niemand ein ausgebildeter Lehrer, aber jeder gibt sein Bestes, um mit den Kindern sein Wissen zu teilen. Durch meine emphatischen Fähigkeiten, Stimmungen sowie Gefühle anderer Menschen wahrzunehmen und manchmal sogar Fragmente ihrer Erinnerung zu sehen, bin ich zu einer Art Vertrauenslehrer geworden. Zusätzlich unterrichte ich Musik, weil ich Klavier und Klarinette spielen kann. „Erzähl mir noch mal, wie sich das Fliegen anfühlt und von dem Flughafen in Palma.“ Ungeduldig zappelt Blas neben mir hin und her.
„Also gut, dann vom Fliegen. Mein erstes und einziges Mal bin ich mit meinen besten Freunden hierher nach Mallorca geflogen. Unsere Ersparnisse gingen für die Tickets drauf und als wir an einem regnerischen Samstag am Amsterdamer Flughafen eintrafen, zitterte ich vor Aufregung.“ Ohne in Gaspards und Nours Richtung zu sehen, weiß ich, dass sie zwar unbeteiligt tun – immerhin sind sie zu alt für Gute-Nacht-Geschichten – aber trotzdem ihre Ohren spitzen, um mir zuzuhören.
„Du hast in dem Land gelebt, wo es den ganzen Käse gab, nicht wahr?“, unterbricht mich Blas und ich grinse ihn an.
„Stimmt. Ebenso bekannt waren wir für unsere bunten Tulpenfelder, unzählige Museen sowie große Musikfestivals.“ Ich schlucke heftig, wische die Erinnerungen zur Seite und erzähle weiter. „Meine Nervosität ließ etwas nach, sobald wir in der Abflughalle ankamen und ich aus den bodentiefen Fenstern hinaus auf die Rollfeder blickte. Dort warteten die unterschiedlichsten Maschinen darauf, Menschen, ihr Gepäck und diverse Waren in ferne Länder zu transportieren.“
„Wie hat es sich angefühlt, als das Flugzeug abhob?“ Da ich schon längst an Blas‘ Gedankensprünge gewöhnt bin, beantworte ich seine Frage prompt.
„Der Flieger ist langsam losgerollt, hat kurz angehalten und anschließend richtig stark beschleunigt. Als wir die Bodenhaftung verloren, gab es einen kleinen Ruck und wir stiegen in die Luft. Ich bekam Panik und klammerte mich an die Armlehnen des Sitzes, weil ich dachte, jeden Augenblick zurück auf die Erde zu stürzen. Mir wurde ein wenig schwindlig und ich war froh, den mittleren Platz zwischen meinen Freunden zu belegen. So lange, bis sie anfingen, mich wegen meines verängstigten Gesichtsausdruckes aufzuziehen.“
„Wusste gar nicht, dass du ein Schisser warst“, wirft Gaspard vorlaut ein.
„Ich hätte auch Angst gekriegt“, verteidigt mich Blas und tritt seinem Bettnachbarn gegen das Schienbein.
„Du bist ja auch fast noch ein Baby.“ Bevor Blas einen weiteren Treffer landen kann, halte ich ihn an der Taille fest, damit es zwischen den beiden nicht in Handgreiflichkeiten ausartet.
„Wollt ihr noch mehr hören oder ist es besser, wenn wir für heute Schluss machen?“
„Erzähl bitte weiter.“ Mein kleiner Freund dreht sich geschickt herum und schmiegt sich an meine Seite. „Von den Geschäften am Flughafen und dem leckeren Essen.“ In den folgenden zwanzig Minuten berichte ich von meinen Erlebnissen und beantworte etliche Fragen. Als Blas ein zweites Gähnen vor mir verbergen will, verkünde ich, dass nun Schlafenszeit sei. „Noch die Fotos“, bittet er mit großen Kulleraugen. Ich hole mein Smartphone aus der Hosentasche, welches nur noch als Datenspeicher, Fotoalbum und Taschenlampenersatz dient. Das Telefon hatte ich kurz vor unserer Reise erhalten, weswegen die ersten Bilder am Flughafen entstanden sind. Ich gebe Blas das Gerät, der sogleich durch das gewünschte Album scrollt. Gaspard und Nour sind plötzlich hinter ihm aufgetaucht und schauen über seine Schulter.
„Mensch, hattest du lange Locken“, kommentiert Gaspard ein Selfie, auf dem ich dümmlich in die Kamera grinse.
„Jaime ohne Bart sieht total komisch aus.“
„Schaut euch die vielen bunt eingerichteten Geschäfte an. Das fehlt mir schon manchmal. Ist das Jaimes Bruder?“ Nour zeigt mit dem Finger auf die Ladenzeile, vor der mein bester Freund Arm in Arm mit seinem älteren Bruder posiert.
„Ja, das ist Hector. Jaime, er und ich hingen ständig zusammen rum. Die drei Jahre Altersunterschied waren ihm egal.“ Ich betrachte sein Foto, die einzige Nahaufnahme, die mir von ihm geblieben ist. Von meinem Beschützer und engsten Vertrauten. Er brachte mir das Fahrradfahren bei, nahm mir die Scheu vor tiefem Wasser und ermutigte mich, Klavierspielen zu lernen. Eine Woche vor unserer Abreise nach Spanien küssten wir uns zum allerersten Mal. Hector versprach, auf Mallorca seinen Bruder einzuweihen und mich anschließend zu einem ersten offiziellen Date auszuführen. Dazu ist es leider nicht mehr gekommen.
Ich reiße mich von seinem Anblick los, schlage mir mit der flachen Hand aufs Knie und sage: „So, Leute! Ihr müsst jetzt schlafen. Es ist spät.“ Nach ein paar leichten Protesten verschwinden die Kinder unter ihren Bettdecken. Innerhalb weniger Minuten sind sie eingeschlafen. Ich puste die Kerzen aus und verlasse so leise wie möglich den Raum.

***

Am nächsten Vormittag stehe ich an einer der Balustraden im ersten Stock, von wo aus ich in den Innenhof blicken kann. Die Kinder werden gerade in Pflanzenkunde unterrichtet und topfen unter fröhlichem Gelächter Tomatenstauden um. Dabei verteilen Sie mehr Erde auf dem Kopfsteinpflaster als in den Töpfen. Es ist schön zu sehen, wie selbstverständlich sie sich an ihre raue Umgebung anpassen. Die meisten von ihnen können sich sowieso nicht mehr an viel von vorher erinnern, deshalb vermissen sie es auch nicht.
„Nichtstun ist keine Tugend.“ Ein Ellenbogen landet unsanft in meinem Rücken. Böse drehe ich mich um und werde mit einem grinsenden Gesicht konfrontiert. Ein Glücksgefühl steigt in mir auf und fällt gleich wieder in sich zusammen. Für eine Millisekunde habe ich Jaime für seinen Bruder gehalten. „He, ist alles okay?“ Mein Freund schlingt einen Arm um meine Schultern und drückt mich an seine breite Brust. Im Gegensatz zu mir unsportlichem Hänfling hat Jaimes Liebe für Kampfkunst ihm im Laufe der Jahre zu einem durchtrainierten Körper verholfen.
„Heute wäre sein Geburtstag“, flüstere ich und spüre, wie er die Umarmung verstärkt.
„Ich weiß, und ich vermisse ihn genauso sehr wie du.“ Ob ich will oder nicht, meine Gedanken reisen unbarmherzig sechs Jahre in die Vergangenheit zurück, zu dem Sommer, an dem unsere Welt auseinanderbrach.

*

Gerade einmal drei Tage konnten wir damals unseren Urlaub unter Spaniens strahlender Sonne genießen. Am Strand liegen und abends in angesagten Clubs feiern, bis unangekündigt, auf Geheiß der Regierung, die Geschäfte schlossen und eine Ausgangssperre verhängt wurde. Zu der Zeit gab es europaweit erst vereinzelte Fälle einer neuartigen Virenerkrankung. Es hieß, sie würde hauptsächlich alte und bereits vorerkrankte Menschen befallen, weswegen wir dem Ganzen wenig Aufmerksamkeit schenkten.
Sobald wir unser Appartement in Cala Pi erreichten, das wir in einer günstigen Hotelanlage angemietet hatten, stürzten wir aufs Sofa zu und machten den Fernseher an. Während Jaime und ich geschockt den neusten Meldungen lauschten, suchte Hector im Internet nach aktuellen Informationen aus unserer Heimat.
Egal, ob in der Schweiz, in Italien oder dem spanischen Festland, überall erschienen ähnliche Bilder des Grauens. Leute, die in scheinbarer Raserei ihre Mitmenschen attackierten und alles zerstörten, was sich ihnen in den Weg stellte. Sie boten sich wilde Schlachten mit der Polizei und konnten nur unter Schwierigkeiten in Gewahrsam genommen werden.
Nachdem das Virus zunächst grippeähnliche Symptome aufwies, schien er nun eine Reihe ungewöhnlicher Mutationen zu durchlaufen. Die Patienten bekamen Krämpfe, hohes Fieber, waren Wahnvorstellungen und Halluzinationen ausgesetzt. Diejenigen von ihnen, welche das Fieber überstanden, zeigten auf einmal aggressive Tendenzen bis hin zu unkontrollierbarer Gewaltbereitschaft. Um eine Ausbreitung auf Mallorca zu verhindern, traf man nun radikale Entscheidungen. Keiner durfte seine Unterkunft verlassen, die Versorgung übernahm das Militär. Flug- sowie Schiffsverkehr wurden eingestellt.
Nach zwei Wochen in Isolation drehten wir langsam durch. Die Telefonnetze waren überlastet, weswegen wir nur kurze Gespräche mit unseren Familien führen konnten. Manchmal vergingen Stunden bei dem Versuch, eine freie Leitung zu ergattern. Weltweit starben Menschen und es gab weder die Aussicht auf ein Medikament noch einen passenden Impfstoff. Die Lage schien hoffnungslos und unser Wunsch, nach Hause zu gelangen, verstärkte sich von Tag zu Tag.
Trotz aller Vorsicht hatte das Virus schlussendlich auch Mallorca erreicht, was eine Massenpanik auslöste. Militär, Polizei und privater Wachschutz arbeiteten Hand in Hand, um die Ordnung wieder herzustellen. Das führte dazu, dass nur noch eine Person unsere Hotelanlage überwachte. Etliche Urlauber nutzten diesen Umstand zur Flucht. Wahrscheinlich wären Jaime und ich ihnen gefolgt, wenn uns Hector nicht aufgehalten hätte. Mit einem provisorischen Mundschutz sowie seinen letzten Zigaretten ausgestattet, verstrickte er den jungen Soldaten in ein Gespräch. Die beiden unterhielten sich eine Weile und nachdem die Glimmstängel ihren Besitzer gewechselt hatten, kehrte Hector zurück.
„Packt ein, was in eure Rucksäcke passt. Der Rest bleibt hier“, rief er, sobald er zur Tür hereinkam. „Heute Abend werden noch einmal Urlauber ausgeflogen. Wer nicht am Flughafen erscheint, kommt hier nicht mehr weg.“
„Wieso hat man uns nichts gesagt?“, fragte ich wütend, während ich alles auf einen Haufen warf, was mir in die Hände fiel.
„Bei dem ganzen Chaos sind etliche Leute vergessen worden. Man weiß ja zum Teil gar nicht, wo die Touristen überhaupt sind und ob sie noch leben.“
„Müssen wir zum Flughafen laufen?“, fragte Jaime und schlüpfte in seine Turnschuhe.
„Nein, der Soldat nimmt uns mit. Deshalb müssen wir jetzt auch los.“ Fünf Minuten später saßen wir auf der Ladefläche eines grünen Militärfahrzeuges und holperten in Richtung Palma. Beim Anblick der Leichen, die links und rechts neben dem Eingang des Flughafengebäudes lagen, musste ich würgen. Jaime und Hector ging es ähnlich. Beide waren kreidebleich geworden. Ein noch größeres Problem stellten allerdings die Menschenmassen dar, welche die komplette Abflughalle belagerten.
„Hier lang!“, befahl Hector und sprintete los. Wir folgten ihm schnurstracks, ohne weitere Fragen zu stellen. Als wir um die nächste Ecke bogen, verstand ich, wo er hinwollte. Da keine Flieger mehr landeten, sollte die Ankunftshalle leer sein. Das war sie zwar nicht, denn auch andere hatten die Idee, aber wenigstens schafften wir es hinein. Wir rannten die nicht enden wollenden Gänge entlang, bis wir den Abflugbereich erreichten und beinahe mit einer Wand aus Menschen kollidierten. Etliche schoben schwere Koffer vor sich her, einige trugen nur noch ihre Kleidung am Leib. Viele von ihnen sahen mitgenommen aus, die meisten verängstigt oder zumindest nervös. Als ein Signal ertönte und die Glastüren von den Gates aufglitten, stürmten alle los. Sie drängelten, drückten und schrien. Mehrere Kinder weinten. Wir traten zur Seite und sahen durch die großen Fensterfronten nach draußen. Das Vorfeld war bis auf drei Maschinen wie leer gefegt. Unmöglich, dass alle Wartenden hineinpassen würden. Sie versuchten es trotzdem, und zwar ohne Rücksicht auf Verluste.
Uns war schnell klar, wie aussichtslos es war, einen Platz in einem der Flugzeuge zu ergattern. Also beschlossen wir, es am Hafen zu versuchen, doch dort verließ uns das Glück. Drei Infectados – so nennt man auf der Insel die Erkrankten – fielen uns an und schafften es, Hector am Hals zu verletzen. Daraufhin versteckten wir uns in einer Höhle am Strand. Am darauffolgenden Tag bekam Hector Fieber, abends begann er zu halluzinieren. Nach einer zweiten Nacht am Strand entschieden Jaime und ich, dass er ärztliche Hilfe holen und ich fiebersenkende Medikamente sowie Verpflegung beschaffen würde, da uns die Kraft fehlte, Hector ins Krankenhaus zu tragen. Unsere Handys waren inzwischen leer, aber selbst davor funktionierten Telefon und Internet nur noch sporadisch.
Jaime fand keinen Arzt, der bereit war, uns zu helfen, aber wenigstens hatte ich Aspirin, Wasser und abgepacktes Brot aufgetrieben. Wir wachten abwechselnd über Hector, dessen Zustand sich immer weiter verschlechterte. Ich hielt die ganze Zeit seine glühend heiße Hand und weinte, bis meine Tränen versiegten. Wir befanden uns in einem immerwährenden Albtraum, aus dem es kein Entrinnen gab. In der Morgendämmerung schlug Hector endlich die Augen auf und ich robbte glücklich an ihn heran. Als ich ihn umarmen wollte, packte er meine Schulter und warf mich in die nächste Ecke. Plötzlich ragte er über mir auf und streckte den Arm nach mir aus. Seine Fingernägel hatten sich zu Krallen verlängert und seine Augen leuchteten in einem satten Rot. Er schüttelte mehrmals den Kopf, woraufhin ich seinen inneren Zwiespalt spürte. Der alte Hector würde mir niemals wehtun, aber das, was von ihm Besitz ergriffen hatte, wollte mich verletzen und verlangte nach meinem Blut.
„Hector, nein“, stammelte ich leise. In dem Moment wachte Jaime auf und fragte verschlafen, was los sei. Ich verschloss ihm geistesgegenwärtig mit einer Hand den Mund und wandte mich erneut Hector zu. „Bitte, du willst das doch gar nicht“, bat ich und legte all die tiefen Gefühle für ihn in meine Worte. Hector knurrte wie ein wildes Tier, holte aus und zog seine Krallen über die Felswand, nicht weit von meinem Gesicht entfernt. Anschließend rannte er aus der Höhle und ließ uns allein zurück.

*

Sein Verschwinden hat eine stetig schmerzende Wunde in meinem Herzen hinterlassen. Manchmal fehlt er mir so sehr, dass ich aus der Haut fahren möchte. In gewisser Weise geht es mir beim Gedanken an meine Familie ähnlich. Was sie betrifft, klammere ich mich jedoch an die Hoffnung, dass sie sich rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten. Da es besser ist, im Hier und Jetzt zu leben, als in der Vergangenheit zu verweilen, die man sowieso nicht mehr ändern kann, versuche ich stark zu sein und mich zusammenzureißen. Für Jaime, die Kinder und den Rest unserer kleinen Gemeinschaft. Ich löse mich aus der wohltuenden Umarmung meines besten Freundes, um das Klassenzimmer für die nächste Stunde vorzubereiten. Näher kommende Schritte kündigen meine Schüler an und zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht.