Der 3. Wochentag

GeschichteFamilie, Tragödie / P16
12.08.2020
19.09.2020
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16.09.2020 4.973
 
Kapitel 3 – Des Rätsels Lösung



Debu wollte nicht nach Verpflegung fragen.

Es war ein simpler Fakt, er wollte es einfach nicht. Sidney sagte, sie hatte viel geklaut, unter anderem auch eine Angel, mit der man fischen könnte. Um ehrlich zu sein, waren die Versuche, Essen aus dem Meer zu bekommen, kläglich gescheitert (Carsd fing nur Dosen ein).

„Wir haben drei Laibe Brot und sechsmal Dosensuppe“, offenbarte Sidney nach drei Wochen. Carsd hatte inzwischen einen Bart – es erinnerte Debu an einen Film über einen gestrandeten Mann. Er selbst hatte kaum in seinem Leben Bartbewuchs, weswegen man nur schwer einen Unterschied erkannte. Debu war mager – aber das war schon immer so gewesen. Er aß wenig oder trank nur schwerfällig. Seine Haare sind sicherlich gewachsen und seine Erscheinung hatte sich bestimmt auch verschlechtert. Die Klamotten waren inzwischen verdreckt.

Debu versuchte, so viel Abstand wie möglich zwischen ihm, Sidney und Carsd zu halten. Er hatte Angst, unnötig in Gefahr zu raten, wenn er sich an zwei Gesetzlose binden würde. Jeden Tag überprüfte Debu noch Carsds Wunde, versuchte zu angeln oder nach Land Ausschau zu halten.
Wie sich herausstellte, war das vollkommen nutzlos.

Als die dritte Woche von der vierten abgelöst wurde, hatten sie nur noch anderthalb Laibe Brot und vier Dosensuppen.

Debu starrte auf den Angelfaden, der im blauen Meer trieb. Er fragte sich, ob Carsd und Sidney in der Lage wären, Kannibalismus durchzuführen, wenn es schlimm werden würde. Der Gedanke verstörte ihn. Es war so, als würde man jemanden seine Beine brechen und dann in einen Ring schicken.

„Nein, sagte er, nein kann ich nicht…“, murmelte Debu geistesabwesend.

Etwas stieß gegen den Rand des Schiffs. Ruckartig sprang Debu auf seine Füße – die Schmerzen in seinen Knien waren unbeschreiblich, doch das Adrenalin half ihm, diesen Fakt zu ignorieren. Mit schnellen Schritten ging er auf das Objekt im Wasser zu und holte es hinaus. Es war bloß ein Buch, triefend nass. Das Bild war verwischt, sodass die Figur darauf wie eine deformierte Kreatur aussah. Debu musste blinzeln.

Die Beschriftung des Buches war: „Debus Reise durch die Zeit“

Mit einem lauten Zischen ließ er das Buch zurück ins Meer fallen. Als er sich noch einmal umdrehte, war das Buch fort.


.


„Trink das nicht“, fauchte Debu und schlug Carsd auf die Hände, als er versuchte, Meerwasser einzusammeln.

„So salzig kann es doch gar nicht sein!“, jammerte er. Debu schüttelte den Kopf. „Wir sind mitten auf dem pazifischen Ozean, der Salzgehalt liegt hier bei 3,5 Prozent! Weißt du, wie viel Salzgehalt ein Mensch ertragen kann, ohne noch mehr Durst zu bekommen? Oder zu sterben?“

„Nein, weiß ich nicht“, antwortete Carsd dümmlich.

„Ich hatte ehrlich gesagt gehofft, dass du dich besser auf dem Meer auskennst“, stieß Debu seufzend aus. Carsd schnaubte. „Das Schiff wird seit Generationen schon weitergereicht, ich bin irgendwie nur mit dem Flow gegangen“

„Ja, das sehe ich“, spottete Debu und lehnte sich erschöpft an die Wand neben ihm, „Wie lange dauert es mit deinem Schiff, bis nach Australien zu kommen?“

„Bis nach Russland hat es etwa sieben Wochen gedauert“, gestand Carsd, „Mein Schiff ist ziemlich alt und klein, aber mein Vater hat letztens noch die Maschine verbessert, eigentlich sollte es also schnell für so ein kleines Teil gehen“

Debu starrte auf den Boden. Das Schiff war nicht gerade komfortabel. Das Steuer war überdacht, konnte jedoch jederzeit überflutet werden, weil es keine Tür gab. Unten gab es einen Maschinenraum, der jedoch fürchterlich nach Kot stank (Debu fragte einfach nicht). Der einzige richtige Raum war also die Abstellkammer, die sich hinter dem Steuer befand. Sidney bekam diesen Raum, da sie noch ein Kind war und definitiv die besten Ansprüche bekommen sollte. Carsd schlief selten, doch wenn er es tat, dann am Steuer. Debu würde dann wach sein und aufpassen, dass sie nicht gegen einen Felsen oder andere mögliche Hindernisse fahren würden.


(„Ich sollte dir beibringen, wie man dieses Baby fährt“, hatte Carsd gesagt, nachdem er sich von seiner Beinverletzung erholt hatte. Erst nach drei Tagen hatte Debu es geschafft, die Kugel mit Sicherheit zu entfernen und die Wunde endlich zuzunähen.

„Welches Baby?“, fragte Debu. Carsd verzog sein Gesicht. „Das Schiff. Ich meine das Schiff“

„Du willst mir beibringen, wie man das Schiff fährt“, stellte Debu klar. Carsd grinste. „Yep“

Debu und Carsd gingen zum Steuer. Dort ließ Debu sich unterweisen, wie man das Schiff bewegen konnte.

„Wie Auto fahren“, sagte Carsd.

„Ich kann kein Auto fahren“, meinte Debu peinlich berührt. Carsd blinzelte. „Achso. Na dann, wenn links ein Hindernis ist-“

„Du meinst Backbord“, verbesserte Debu.

„Alter“, Carsd schüttelte seinen Kopf, „Du hast keine Ahnung davon, ein Schiff zu bedienen, aber dein Gehirn hört trotzdem nicht auf, dich mit Informationen zu versorgen, habe ich Recht?“

„Du hast Recht“, antwortete Debu.)


Inzwischen ging ihnen das Mineralwasser in den Flaschen zur Neige. Es sah wirklich schlecht aus. Debu wollte wieder zurück nach Multi. Zurück in seine gewohnte Umgebung, wo sein Zuhause war. Nicht an einen Ort ohne Regeln, wo Debu verwundbarer denn je wäre.

„Wir sind bereits über der Grenze“, realisierte er laut.

„Sollten wir sein, ja“, antwortete Carsd, „Und? Wie fühlt es sich an, du Ausreißer?“

„Komisch“, antwortete Debu wahrheitsgemäß, „Das heißt, wir sind vermutlich in der Nähe des Marianengraben“

„Was ist das?“, fragte Carsd neugierig. Debu sah verblüfft auf.

„Eine Teil des Meeres, der sehr tief ist“, erklärte er. Carsd zog seine Augenbrauen zusammen. „Wie tief?“

„Etwa elftausend Meter“

„Okay, haha. Ich wollte eigentlich gerade fragen, ob man dort tauchen kann, aber das hat sich dann auch erledigt“

Debu antwortete nicht.

.

Alles schien die folgenden Tage glattzulaufen.

So war es zumindest, bis der Motor des Schiffs den Geist aufgab.

„Scheiße!“, fluchte Carsd zornig, als die Geräusche der Maschinen verstummten, „Verdammte Scheiße, ich hätte wissen müssen, dass es nicht klappt! Nicht so eine weite Strecke! SCHEIßE!“

„Hör auf zu fluchen!“, jammerte Sidney, „So kommen wir auch nicht weiter!“

„Verstehst du es nicht, Sid?“, rief Carsd, „Wir sitzen mitten auf dem pazifischen Ozean fest! 3,5% Salz im Wasser und so ein Scheiß! Hier überleben wir nicht lange, wenn wir auf der Stelle treiben!“

„Vielleicht...vielleicht treiben uns die Wellen ja in die richtige Richtung!“, versuchte es Sidney weiter. Debu starrte schweigend auf den Boden herab. Jetzt würde er also doch auf dem Meer sterben. Nie mehr Land unter seinen Füßen. Nie mehr ein Bett, auf das er sich legen oder Freunde, die er noch finden könnte.

Überraschenderweise reagierte er nicht sehr emotional darauf. Debu wusste nicht, ob er ein emotionaler Mensch war, aber die Tatsache, dass sein sicherer Tod nun eintreffen würde, erfüllte ihn mit Frieden.

Um die anderen also nicht zu verängstigen, beschloss Debu, einfach nichts zu sagen.

.

Carsd schraubte die nächsten Tage bloß an den Maschinen des Schiffs herum, während er betete, dass sie nicht gegen einen Felsen oder sonstige Hindernisse rammen.

Sidney suchte derweil deutlich mehr das Gespräch mit Debu.

„Wieso bist du überhaupt so schnell mit mir gekommen?“, fragte sie ihn. Debu starrte erneut auf den Angelfaden, der im Wasser trieb.

„Ich weiß es nicht. Wieso bin ich bewusstlos geworden, als ich auf dem Schiff war und die Sirenen angingen?“, stellte Debu eine Gegenfrage. Sidney sah zur Seite. „Ich habe versucht, das Schiff selbst zu steuern, dabei gab es einen riesigen Ruck und du bist hingefallen“, erklärte sie, „Danach bist du nicht mehr aufgestanden“

Debu hätte nicht erwartet, dass er eine ehrliche Antwort bekommen würde, also erwiderte er: „Ich bin mit dir gekommen, weil du sagtest, dass es um ein Menschenleben geht. Ich will nicht ein Leben auf meinem Gewissen haben.  Wollte ich noch nie“

„Also hast du ein Leben auf dem Gewissen?“, platzte es aus Sidney. Debu verzog sein Gesicht. „Wie bist du überhaupt in mein Haus eingebrochen? Und woher wusstest du, wo ich wohne?“

„Ich hab‘ doch in den Akten nachgesehen!“, jammerte Sidney los, „Das habe ich ja gesagt! Da stand eine Adresse! Und da bin ich dann hin! Ich hab lange überlegt, weil ich mir nicht sicher war…aber als es Carsd schlechter ging, musste ich etwas unternehmen. Also bin ich in der Nacht durch eins deiner gekippten Fenster. Ich hab‘ mich durchgequetscht und kurz danach hast du mich gefunden. Hehe, du hättest dein Gesicht sehen sollen, als-“

„Du kannst mir nicht verkaufen, eine Erstklässlerin zu sein“, unterbrach Debu sie. Sidney gluckste.

„Nein, ich bin elf, die anderen waren total jung! Ich wollte bloß so schnell wie möglich in eine Klasse, die du unterrichtest“

„Und warum hast du nicht einfach ein Krankenhaus aufgesucht und da einen Arzt gefragt?“

Sidney sah zur Seite.

„Weil das nächste Krankenhaus im westlichen Bezirk war, viel zu weit weg“

„Verstehe“

Debu atmete schwer aus. Es schien allmählich Sinn zu machen, auch wenn er unsicher an den Fakt ging, nach Australien zu fahren, um von dort aus wieder nach Multi zu gelangen. Es wirkte wie ein Scherz, auf den sich Debu niemals einlassen könnte.

Vorsichtig linste Debu zu Sidney hinüber. Diese linste zurück. „Du bist ziemlich seltsam“, platzte es aus ihr, „Was ist mit deinen Beinen passiert?“

Bevor Debu antworten konnte, schrie Carsd: „Schiff voraus!“

Sidney sprang auf ihre Beine. Ihre Augen wurden so groß wie Teller und ein riesiges Grinsen bildete sich auf ihren Lippen.

Salvador!“, schrie sie laut und ruderte wild mit den Armen, „Salvador!!“

„Salvador?“, wiederholten Carsd und Debu wie aus einem Munde.

Debu richtete sich auf, um genauer zu erkennen, was gerade auf sie zusteuerte. Ja, ein Schiff, aber es war definitiv größer als das von Carsd – und besser ausgestattet. Es schien neuer und stabiler zu sein, aber der Fakt, dass ein Bekannter von Sidney rein zufällig auf sie im pazifischen Ozean traf, machte ihn…stutzig?

„Wir können zu ihm!“, sagte Sidney begeistert. Carsd ergriff das Schiffsruder und erbrach sich.

Debu verzog sein Gesicht und wandte sich von dem Szenario ab. „Woher wusste dieser Mann, dass wir hier sind?“, fragte er Sidney.

„Salvador, der weiß alles!“

Niemals!“, keuchte Carsd neben ihnen, „Ich verlasse nicht mein Baby!“

„Du wirst dein Baby verlassen müssen, wenn du überleben willst“, sagte Debu trocken. Carsd schüttelte seinen Kopf wild allen Himmelsrichtungen entgegen.

„Nur über meinen Leichnam! Meine Eltern bringen mich um, wenn ich ihnen sage, dass das Schiff auf dem Meer herumtreibt!“

„Ich kann meine Mama fragen, ob sie dir ein neues Boot oder so schenkt“, schlug Sidney vor.

.

Einige Minuten später stand Carsd an vorderster Stelle und ruderte wild mit seinen Armen dem Schiff entgegen, während Sidney und Debu dümmlich auf ihren Gegenüber glotzten.

„Ich denke, er mochte deinen Vorschlag“, murmelte Debu, während das Schiff neben ihnen hielt. Es sah relativ modern aus – wenn man in Betracht zog, dass es von jemanden bedient wurde, der von der anderen Seite kam. Es war grau, metallen und um mehrere Köpfe größer als Carsds bescheidenes Schiffchen. ‚Salvador‘ – wenn er das denn wirklich war – warf ein Seil auf sie zu, welches Sidney rasch auffing. Ohne jegliches zögern begann sie auf das Deck zu klettern. Carsd sah etwas nervös zu Debu. „Mein Bein“, sagte er nur.

„Kannst du es immer noch nicht bewegen?“, fragte Debu, diesmal etwas besorgt. Carsd nickte langsam. „Der Blutverlust war wohl ziemlich hoch…oder so. Was sagst du?“

„Ich kann mich nicht mehr gut an mein Studium erinnern“, gab Debu zu, „Außerdem hatte ich es nur in Theorie und nicht in Praxis. Tut mir leid“

„Denkst du, ich kann es irgendwann wieder bewegen?“, fragte Carsd hoffnungsvoll.

„Ich weiß es nicht“, wiederholte Debu mehr oder weniger, „Ich hoffe es, aber wenn es mit beschädigten Nerven zusammenhängt, glaube ich nicht, dass es von selbst heilt, sondern einen Eingriff benötigt. Am besten von professionellen-“

Hallo!“, grüßte eine fremde Stimme von oberhalb des Decks. Debu reckte seinen Kopf nach oben, um in das Gesicht eines fremden Mannes zu blicken, der ihnen zuwinkte. Von weitem konnte er nicht viele Details ausmachen, doch der Mann schien etwa im selben Alter wie Debu zu sein – wenn nicht noch älter. Er trug eine dicke Brille, die golden Schimmerte und ein luftiges, verdrecktes Hemd mit weiten Ärmeln und darüber eine braune Weste.

„Ich will nicht stören, aber hier oben ist wirklich eine bemerkenswerte Aussicht, Freunde! Es wäre eine Schande, wenn ihr das jetzt nicht sehen könntet!“

Die Stimme des Mannes wirkte seltsam überschwänglich, als könnte er es kaum erwarten, Passagiere auf sein Schiff zu hetzen, indem er ihnen sagte, dass die Aussicht von dort besser wäre.

Carsd und Debu tauschten sich einen vielsagenden Blick aus, bevor ersterer anfing zu sprechen:

„Ich hab Probleme mit meinem Bein!“

„Freund, ich bin hier, um dich jederzeit heraufzuziehen“, sagte der Mann – Salvador, vermutlich. Debu wurde es auf einmal unangenehm, seine eigenen Knieprobleme anzusprechen, also sagte er nichts.

Vorsichtig umklammerte Carsd das Seil und versuchte sich daran hochzuziehen (er rutschte weiter hinunter). Letzten Endes wurde er mehr oder wenig einfach mit dem Seil nach oben gerissen. Debu starrte schweigend auf das Endstück des Seils, das hinter der Reling auf dem Deck verschwand. Es vergingen einige Sekunden und er bekam allmählich Angst, dass die Wellen Carsds Schiff weitertreiben würden und er nun allein auf einem defekten Stück Wrack verharren müsste. Doch seine Angst löste sich in Luft auf, als das Seil ein drittes Mal hinuntergeworfen wurde. Debu ergriff es, sein Herzschlag beschleunigte sich drastisch. Vorsichtig versuchte er sich aufzustemmen, während er mit den Händen versuchte, sich selbst hochzudrücken. Es funktionierte – aber nur ein wenig. Mit eigener Kraft würde Debu wohl den halben Tag brauchen, um sich über die Reling hinweg zu schieben.

Als hätte er diesen Fakt laut ausgesprochen, wurde plötzlich an dem Seil gezogen, so stark, dass es für Debu gar nicht mehr möglich war, einen weiteren Versuch zu starten, um sich selbst an Deck zu bringen. Mit einem lauten Rumms landete er nämlich wenige Sekunden wie von selbst dort – sein Aufprall auf den Boden schien nicht einmal wehgetan zu haben, irgendetwas hatte ihn also abgefedert-

„Willkommen an Bord, Freund“, hörte er eine Stimme unter ihm murmeln. Debu starrte peinlich berührt auf den potenziellen Salvador, der unter ihm – mit dem Seil in seiner rechten Hand – lag. Er grinste belustigt und noch nie in seinem Leben fühlte sich Debu mehr gedemütigt. Nicht einmal Gerald Gibson – der verdammte Schnösel-Auszubildende aus der Schule, in der er noch vor wenigen Wochen gearbeitet hatte – hatte ihn in so eine seltsame Lage gebracht. Ruckartig versuchte sich Debu also aufzurichten, dabei durchzog der grauenhafte Schmerz seine Knie so heftig, dass er genau auf demselben Fleck zurückplumpste. Salvador hatte inzwischen seinen Oberkörper aufgerichtet und überrascht über seine Brille gesehen, als Debu wieder auf ihn fiel.

„Heute scheint nicht dein Tag zu sein, habe ich Recht?“, fragte er spielerisch. Debu musste seinen Blick beschämt abwenden, ihm kamen zum ersten Mal seit langem keine Worte mehr in den Sinn, die seine Situation erleichtern könnten.

„Er hat etwas an seinen Beinen!“, rief Sidney auf einmal von weitem. Debu sah in ihre Richtung und bemerkte, dass Carsd auf der anderen Seite des Schiffs lag und erschöpft Trinkwasser in seinen Mund kippte.

„Freund, du hättest mir ruhig einen Tipp geben können“, sagte Salvador nickend. Sidney setzte einen übertrieben reifen Blick auf und streckte Debu ihre Hand entgegen. „Hier, ich kann dir hochhelfen!“, sagte sie bestimmend. Debu lehnte kopfschüttelnd ab und versuchte selbst, auf die Beine zu kommen. Er hoffte einfach, dass Salvador vergessen würde, dass Debu soeben seine Körperprivatsphäre auf so vielen verschiedenen Ebenen missachtet hatte.

„Es ist keine Schande, die Hilfe einer jungen Königin anzunehmen“, kommentierte Salvador unbekümmert weiter. Debu griff an die Reling und zog sich selbst auf die Beine. „Tut mir leid“, stieß er nur aus, „Tut mir leid“

„Ich hab ihn sich noch nie entschuldigen gehört“, sagte Sidney, „Das heißt, er meint es bestimmt ernst! Aber Debu, hör mal, du konntest doch gar nichts dafür! Ich falle ständig hin!“

Debu sah grummelnd zur Seite, während er sich weiterhin an der Reling festhielt.
„Du bist also Salvador?“, erkundigte er sich lahm.

„Das hoffe ich doch“, entgegnete Salvador und erhob sich, während er unsichtbaren Staub von seinen Hosenbeinen wischte, „Und du bist der edle Herr, dem ich ein Bad spendieren werde?“

Debu wurde rot vor Scham. Natürlich, dachte er, ich muss sicherlich furchtbar riechen.

„Kein Grund, gleich so beschämt zu werden“, rief Salvador beinahe schon lebensfroh, „Ohne Wechselklamotten und tagelanger Sonnenstrahlen, sag mir Freund, wie konntest du nicht deinen Verstand verlieren?“

„Ich weiß nicht“, antwortete Debu noch immer dümmlich. Seine Augen waren immer noch an die grünen Seelenspiegel von Salvador geheftet.

Dieser lachte nun – Debu konnte nicht einschätzen, ob es ein an- oder auslachen war, denn es war ein gewöhnliches Lachen. In Debus Kopf drehten sich seit langem wieder seine verstaubten Zahnräder.

„Was für einen lustigen Gesellen du dir da geangelt hast, Sidney“, sagte er, während Sidney breit grinste.

„Er sagte, er hat Medizin studiert!“, rief sie, während Debu aus dem Zentrum der Aufmerksamkeit zu verschwinden versuchte, „Das bedeutet glaube ich auch, dass er ziemlich intelligent ist“

„Ist das so?“ fragte Salvador nachdenklich, während er Debu, der sich immer noch an der Reling festhielt und sich wegschob, zu folgen begann, „Sag mir, Freund; Ein schimmerndes Feld, das weit reicht. Und doch hinterlässt es keine Spuren und kann ohne Pfad durchkreuzt werden. Wovon spreche ich?“

„Ich würde das Bad nehmen, das du mir angeboten hast“, antwortete Debu neben sich.

„Das ist nicht unbedingt die Antwort, die ich erwartet habe, aber gerne“

.

Es gab kein Bad. Nur einen Eimer voller Trinkwasser und ein hartes Stück Seife, das Salvador erübrigt hatte.

„Könnt ihr gehen?“, hatte Debu dümmlich gefragt, als Salvador und Sidney immer noch neben dem Eimer standen und ihn anglubschten.

„Brauchst du Hilfe beim Waschen?“, erkundigte sich Sidney. „Nein“, antwortete Debu, der sich mit jeder Minute mehr entwürdigt fühlte, „Ich konnte mich schon jahrelang allein waschen“

„Ich habe einige Klamotten, die ich dir geben könnte, wenn das in Ordnung ist“, offenbarte Salvador großzügig. Debu nickte lahm. An dieser Spende könnte er nicht vorbeikommen.

.

Nach der Säuberung seines Körpers fühlte sich Debu deutlich besser. Es erschien ihm dennoch ein wenig fremd, die Klamotten eines fremden Mannes an sich zu haben, weswegen er konstant an sich herunterschauen musste. Sie hatten einige Flecken und schienen etwas ausgeleiert zu sein, aber sonst waren sie recht in Ordnung.
„Ich will mich auch waschen“, sagte Sidney zu Debu, als er sich wieder zu den anderen gesellte. Debu hob eine Augenbraue. „Dann tu das“, sagte er.

„Kannst du auf meinen Pullover aufpassen?“, fragte sie unschuldig, „Er gehört zu meinen allerliebsten!“

„Natürlich“, antwortete er. Freudig legte Sidney ihren Pullover auf den Boden und rannte auf die andere Seite des Schiffs. Carsd drehte sich zu Debu. Er saß auf einem Stuhl, sein Bein wirkte seltsam geschwollen.

„Du siehst total gut aus, so ganz ohne den Dreck im Gesicht“, kommentierte er. Debu schüttelte seinen Kopf. „Du siehst auch ohne Bart besser aus“

„Na vielen Dank! Das weiß ich auch selbst“, murmelte Carsd peinlich berührt.

Eine Weile verharrten die beiden schweigend in ihrer Position. Debu beobachtete, wie Carsds Schiff mit der untergehenden Sonne mehr und mehr in der Ferne verschmolz. Carsd starrte ebenso auf den Horizont. „Salvador hat hier noch jemanden an Bord“, sagte er, „Du solltest dir das echt ansehen, vorne, am Steuer“

„Das könnte ich“, sagte Debu, dessen Aufmerksamkeit in der Zwischenzeit auf etwas anderes gefallen war.

Sidneys Pullover.

Aus ihm heraus ragte der Lauf einer Waffe.

.

Debu trat in den Steuerraum ein. Er war komplett mit vier Wänden umschlossen und benötigte deutlich mehr als zwei Augenpaare, die all diese Knöpfe bedienen mussten, mit denen man das Schiff wohl bewegte.

Salvador stand schweigend am Steuer und starrte ein wenig verbissen dem Meer entgegen.

„Hast du eine Antwort, Freund?“, fragte er ruhig.

„Antwort?“ Debu war verwirrt.

„Ich habe dich etwas vorhin gefragt, das schimmernde Feld-“

„Das Meer“, platzte es aus Debu.

„Schlaues Kerlchen“, lobte Salvador, „Sidney wusste es direkt, da bist du fast so gut wie sie“

Ja, heute wurde eindeutig das letzte Stück Würde aus Debu genommen.

„Wer genau bist du?“, fragte er nun. Salvador drehte sich grinsend zu ihm um. „Salvador“, sagte er, „Ich lebe in Australien und wo auch sonst mich Mutter Sonne und Vater Mond leiten“

„Dein Name klingt spanisch“, stellte Debu dumpf klar, „Hast du dort Verwandtschaft?“

Salvador schüttelte schmunzelnd seinen Kopf und wendete leicht das Schiffssteuer. Dann schaute er auf seinen Kompass und sagte: „Ich muss nicht aus Spanien kommen, um mich Salvador zu nennen, mein Freund“

„Also bist du nicht Salvador“, versuchte Debu klarzustellen. Er wollte dem Mann nicht auf die Pelle rücken, aber Debu war eben ein Mensch, der die Fakten gerne auf dem Tisch hatte.

„Ich bin Salvador“, sagte Salvador, „Weil ich glaube, er zu sein. Cogito ergo sum, ‚Ich denke, also bin ich‘, -  René Descartes“

Debu starrte den Mann vor ihm ein wenig sprachlos an. Dessen Grinsen wurde bloß breiter.

„Du bist Debu, richtig? Du denkst, also bist du. Aber willst du wirklich du sein?“

Debu starrte unwohl zur Seite. Und erst dann bemerkte er den bewusstlosen Mann in der Ecke liegen. Er war breitschultrig, hatte mehrere Tattoos auf den Armen und einen langen, weißen Bart.

„Was hast du mit diesem Mann vor?“, fragte er vorsichtig. Salvador verzog sein Gesicht und drehte sich weg. „Der gute Mann heißt Russel und er hat mir geholfen, dieses schöne Schiff hier so weit durch den pazifischen Ozean zu steuern, doch auf dem Weg erkannte ich, dass er mich umbringen will“, er begann nervös zu lachen, „Nichts neues, aber ich wollte ihn nicht ins Meer werfen, so unmenschlich bin nicht einmal ich“

Wie automatisch nahm Debu mehrere Schritte Abstand von beiden. „Okay, fein“, sagte er, „Wie hast du uns auf dem großen und weiten Ozean entdeckt, wenn ich fragen darf? Und was für eine Verbindung hast du mit Sidney?“

„Du bist so unglaublich neugierig!“, platzte es belustigt aus Salvador, „Freund, ich warne dich, Neugierde kann tödlich sein“

Dies ließ Debu verstummen. Salvador seufzte tief.

„Hör mal, ich will dir keine Angst machen, sieh es nur als Warnung meinerseits“, stieß er aus und sah über seine Schulter, „Habe bitte keine Angst vor mir“

„Ich will keine Angst vor dir haben, deswegen frage ich so viel“, konterte Debu. Salvador schmunzelte.

„Wahrlich, der Mann von der anderen Seite. Dich dürfen wir nicht mit Blut besudeln“, trällerte er fröhlich, bevor er fortfuhr, „Ich habe Sidney mit einem Peilsender ausgestattet, von dem sie nichts weiß. So fand ich euch“

„Klingt irgendwie krank“, murmelte Debu.

„Wahrlich, Freund“, sagte Salvador, „Sie ist meine Tochter, mein eigen Fleisch und Blut und ich war zu besorgt, um sie einfach losziehen zu lassen“

Debu blinzelte. Oh.

*

Sunday hielt verkrampft Alexeis Hände fest, als er sie einbandagierte.

„Was ist nur los mit dir?“, fragte er besorgt.

Alexei sah nicht gut aus. Er war ganz blass und seine Augen schienen ins Nichts zu starren. Sunday hielt es für eine bessere Idee, ihn nicht mehr zurück zum großen Tisch zu schicken, wo das leckere Mahl auf ihn wartete. Und natürlich August und Ian.

„Du musst hier raus“, murmelte Alexei, „Bitte, ich will allein sein“

„Bist du dir sicher?“, Sunday starrte ihn unschlüssig an. War es klug, seinen Cousin in so einem Zustand allein zu lassen? Er bezweifelte es, aber er konnte seine Anwesenheit nicht erzwingen. Also richtete sich Sunday auf und fügte hinzu: „Du kannst auf meinem Bett schlafen, wenn du willst“

„Ich kann…das nicht“, stammelte Alexei, „Ian will mit mir im selben Bett schlafen“

Sunday wusste nicht wieso, aber irgendwie interpretierte er diese Aussage auf eine sehr verstörende Weise.

Gedankenverloren nahm Alexei seine Brille ab und wischte sie sauber. „Du kannst gehen“, wiederholte er, seine Stimme bekam wieder einen kräftigen Unterton, „Ich muss mich beruhigen – allein sein, um mich dem erneut zu stellen. Verstehst du? Du musst mich verstehen, du und ich sind doch beinahe gleich“

„Ich verstehe dich“, sagte Sunday, irgendwie tat er es wirklich, aber irgendwie auch nicht. Er ließ sich immer von Wednesday trösten, wenn es ihm schlecht ging.

.

Als Sunday zum Essen zurückkehren wollte, erhaschte er jene Konversation, die sein Leben verändern würde. Ian und August tauschten sich über ihre Bosheiten aus. Sie sprachen über Nachfolger und August sagte: „Sunday ist nicht mein Sohn“

Sie sprachen über Alexei und sein Vater sprach zu Ian: „Du willst ihn nur an der Macht, weil du deine Hände in seiner scheiß Hose hast“

„Ich will Sunday loswerden“, gestand August.

Ich muss allein sein, um mich dem zu stellen.

Er will mich loswerden.


Sundays Hände zitterten.

.

In der Nacht bemerkte er, dass Wednesday nicht schlief. Es machte ihn wütend, dass er anscheinend etwas wusste, was ihn sichtlich zu schaffen machte und doch dachte er nicht daran, es Sunday wissen zu lassen. So hielt er es nur für gerecht, ebenso still zu bleiben. Denn ja, er musste wohl allein sein, um sich dem zu stellen.

Und er würde allein bleiben. Er würde alles allein tun.

Dann würde Wednesday endlich bemerken, was für einen starken Bruder er doch hatte.

*

„Was für ein Kampfsport ist das?“, fragte Vanessa vier Tage später, als sie mit Wednesday abseits der Stadt ‚spielten‘.

„Mein Vater hat es nie beim Namen genannt“, erklärte Wednesday triumphierend, als er bemerkte, wie erschöpft sein Gegenüber bereits war, „Du musst dich während dem Rennen nach hinten fallen lassen, damit das Schlittern funktioniert, du Hirnie“

Mit einem lauten Plumps ließ sich Vanessa auf den Boden fallen und atmete schwer durch den Mund.

„Warum tust du das überhaupt? Warum hilfst du mir, deine eigene Familie zu töten?“, fragte sie. Wednesday setzte sich neben sie. „Ich denke, ich hätte schon viel früher darüber nachdenken sollen“, antwortete er nachdenklich, „Mein Vater hasst meinen Bruder. Und mein Großvater misshandelt meinen Cousin. Ich bin der einzige, der ihnen hier helfen kann“

„Du bist zwölf“, sagte Vanessa, „Du musst gar nichts. Du solltest dich nicht für so einen Mist verantwortlich fühlen“

„Das tu ich nicht“, meinte Wednesday, „Aber ich liebe meine Familie und ich will das Beste für sie. Und das Beste ist für manche der Tod“

Vanessa starrte auf den Boden. „Das dachte ich auch immer bei meiner Mutter“, sagte sie, „Weißt du, warum dein Vater alle Frauen umgebracht hat?“

„Weil er Frauen nicht mag?“, riet Wednesday. Vanessa schüttelte den Kopf. „Sie sind die Kriegerinnen im Palmenviertel gewesen. Für gewöhnlich blieben die Männer in Kriegen zurück“

Wednesday grinste. „Das klingt irgendwie cool“

„Ich hatte vier jüngere Brüder, mein Vater hat mich aber verleugnet, weil er Angst hatte, dass deine Leute mich töten, wenn sie von einer erstgeborenen Tochter hören“

„Also bist du quasi ich“, stellte Wednesday schmunzelnd klar, „Erbe einer Gesellschaft“

Vanessa vergrub seufzend ihr Gesicht. „Wenn sie tot sind, werde ich dich und deine restliche Familie verschonen, das schwöre ich“, sagte sie, „Ich kann nicht glauben, dass du mir kämpfen beibringst“

Als Wednesday genauer hinsah, bemerkte er die Tränen, die Vanessas Kinn hinabliefen. Vorsichtig umarmte er sie und streichelte ihren Kopf. „Es tut mir leid, was dir passiert ist“, sagte er traurig, „Ich will alles wieder gutmachen, wirklich“

Wednesday bemerkte nicht den Blick seines Bruders, der vom Fenster aus die Situation beobachtete.

.

Mit dem Plan, August und Ian aus dem Verkehr zu räumen, kam das Problem, das beide auf einem Haufen eine deutlich größere Gefahr darstellten als getrennt. Beide hielten sich andauernd den Rücken frei, weswegen Wednesday nach einer Woche die Idee kam, Ian fortzuschicken. Dazu musste er mit Alexei reden und er betete, dass er ihm half.

„Alexei!“, rief er, während er an seiner Tür klopfte. Wednesday wusste, dass er noch dort sein musste, nirgendwo sonst konnte er ihn ausfindig machen. Und tatsächlich: Wenige Sekunden später öffnete sich knarzend die Zimmertür und Alexei sah prüfend durch den Schlitz.

„Na sieh mal an“, sagte er, „Guten Morgen“

„Guten Morgen“, grüßte Wednesday freundlich zurück. Das schien wohl so eine Art Passwort zu sein, denn kurz danach öffnete Alexei die Tür komplett und Wednesday war endlich befugt, einzutreten.

„Also“, sagte er, als Alexei die Tür geschlossen hatte, „Du musst Ian wieder zurück nach Darwin schicken“

Alexei verharrte. „Wieso?“, zischte er los, „Hier ist er doch bei guter Laune“

Und dann erklärte Wednesday ihm alles. Er sagte ihm, dass der Küchenjunge damals ein Mädchen namens Vanessa war und sie zusammen mit ihm vorhatte, dem Garaus ein Ende zu machen. Er sagte ihm auch, dass es nötig war, weil Wednesday wusste, was Ian Alexei antat und er hatte auch vor, ihn zu töten, sobald Vanessa und das Küchenpersonal bereit genug für einen Kampf wären.

„Was ist mit den Freiheitskämpfern?“, fragte Alexei direkt, als wäre er nicht überrascht, „Sie sind mehr als das gesamte Personal, haben Waffen und mehr Erfahrung im Kampf“

„Ich werde es ihnen verbieten“, antwortete Wednesday eisern, „Denn ich habe die Befehlskraft, solange Ian und du weg seid“

Alexei verstummte. Seine Hände zitterten. „Fein“, sagte er, „Ich werde mit Ian reden, aber ich weiß nicht, ob es klappt“

.

Am nächsten Tag gingen die beiden.

Alexei humpelte, doch jeder schien es zu ignorieren. Nur Wednesday eilte danach in das Gästezimmer, um das Bettlaken voller Blut vorzufinden.

Seine Familie bestand aus Monstern.

*

Es ertönte ein Schrei und augenblicklich realisierte Debu, dass etwas passiert war. So schnell wie es nun einmal ging, richtete er sich von seinem Hängebett auf. Carsd schlief weiterhin neben ihm. Debu wusste, dass er nicht viel tun könnte, also begann er allein, aufs Deck zu gehen.

.

Russel schien wohl erwacht zu sein. Und er hatte sich Sidney geschnappt.

„..ann nehme ich die Kleine eben mit mir!“

„Hilfe!“
, schrie sie, - krächzte sie,  während der tattoowierte Mann ihren Hals packte und fest zudrückte. Salvador schien nach einer griffbereiten Waffe zu suchen. „Um Gottswillen, lass dieses Kind los!“, sagte er zornig.

Russel schien zu etwas anzusetzen, irgendeiner Beleidigung vielleicht. Aber erfahren würden wir sie nie. Denn Debu schoss ihm mit Sidneys Waffe in den Kopf. Entsetzt starrten Salvador und seine Tochter auf den leblosen Körper am Boden, unter dem sich eine Blutlache zu bilden begann. Dann schrie Sidney und krabbelte zu Salvador, der sie benommen in den Arm nahm. Und Debu ging bloß nach vorne und sagte: „Wir werfen ihn ins Meer“

Und dann schoss er weiter auf den toten Körper.

Darauf hatte er bereits die ganze Nacht gewartet.
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