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Schlösser und andere Nichtigkeiten

von zazzy84
OneshotLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Ingo "Easy" Winter Richard "Ringo" Beckmann
12.08.2020
12.08.2020
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12.08.2020 9.327
 
Hallöchen!

Die Idee zu dieser FanFic spukt mir schon länger durch den Kopf. Wundersamer weise hab ich die Idee auch noch nirgends entdeckt, obwohl sie so nah liegt.
Da dachte ich veröffentliche ich sie doch mal, wo wir in der Serie ja auch momentan auf so einiges verzichten müssen. :(

Lieben Dank an meine Beta fürs Vorab-Lesen :)

Möglicherweise könnte es zu diesem 'Oneshot' mal eine Fortsetzung geben. Die Idee ist jedenfalls schon da. Ich bin gespannt, ob ihr drauf kommt.

So, genug geschrieben. Viel Spaß beim Lesen.

PS: Über Reviews egal welcher Art freue ich mich, also lasst gern was da. ;)

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Jahrestag

Die ersten warmen Sonnenstrahlen in diesem Februar fielen durch die Vorhänge des Schlafzimmers. Easy spürte eine angenehme Wärme, die ihn durchflutete, was jedoch nicht allein an der Sonne lag. Noch mit geschlossenen Augen drehte er sich vorsichtig herum, stets darauf bedacht, seinen Mann nicht zu wecken. Schließlich hatten sie sich heut mal frei genommen, was hieß das sie ausschlafen und gemütlich in den Tag starten konnten.

Das hatten er und Ringo sich verdient. Heute war schließlich ihr Jahrestag. Heute vor genau zwei Jahren hatten sie endlich zueinander gefunden. Sie waren über ihren Schatten gesprungen und hatten den Schritt gewagt, was vor allem für Ringo eine Hürde war. Aber trotz der ganzen Turbulenzen in ihrer Beziehung, waren sie nun hier und sie waren sogar Eheleute.

Flattrig öffnete Easy die Augen. Er musste ein paar Mal blinzeln bevor er endgültig wach war. Ringo schlief noch tief und fest, was Easy überhaupt nicht schlimm fand. Er betrachtete seinen Mann und konnte sein Glück manchmal nicht fassen. Vorsichtig strich er Ringos Schulter entlang bis zu dessen Nacken und begann dort federleicht zu kraulen. Ringo gab im Schlaf ein Seufzen von sich und presste sein Gesicht noch enger an Easys Schulter, was Easy ein wenig zum Grinsen brachte.

„Was ist so lustig, mein Bärchen?“ nuschelte Ringo noch im Halbschlaf gegen Easys Haut, was diesem in Nullkommanichts eine Gänsehaut bescherte.

Easy sah auf seinen Mann hinab und küsste ihn auf die Stirn. „Du, mein Kuschelhase. … Ich dachte du schläfst noch.“ murmelte Easy und vergrub seine Nase in Ringos verwuschelten Haarschopf. Ringo reckte sein Gesicht ein wenig nach oben und strich mit seiner Nase an Easys Kinn entlang. Easy liebte es, wenn Ringo morgens so kuschelbedürftig war, auch wenn der das nie zugeben würde. Ringo blieb immer noch dabei, dass es der reine Überlebensinstinkt war und jedes Mal schmunzelte Easy über diese offensichtliche Ausrede.

„Nicht, wenn du mich so schön aufweckst. ...“ brummte Ringo und drückte seinem Schatz einen Kuss in die Halsbeuge, was Easy leise aufseufzen ließ. „... Guten Morgen mein Schatz.“ Easy zog Ringo noch näher an sich heran. Ein Blatt hätte sicherlich nicht mehr zwischen sie gepasst. Sie genossen die Stille und Zweisamkeit, lauschten dem Atem des jeweils anderen.

„Guten Morgen.“ säuselte Easy, spürte wie Ringo eine Hand unter sein Shirt schob und Muster auf seine Haut zeichnete. Ringo registrierte zufrieden, dass Easy die Augen geschlossen hatte und einfach nur seine Berührungen genoss. Er stützte sich auf einen Ellbogen und sah auf Easy hinab.

Wenn er Revue passieren ließ, was sie schon alles erlebt hatten, wurde ihm fast schwindelig. Sie hatten sich schon so viel angetan, wobei er selbst leider den Mammutanteil davon auf seinem Konto verbuchen musste. Aber letztlich bereute er es nicht, dass er irgendwann zu seinen Gefühlen gestanden hatte.

Ringo beugte sich über Easy und gab ihm einen hauchzarten Kuss auf den Mundwinkel. „Weißt du noch? Heute … vor genau … zwei Jahren…“ flüsterte er, zwischen weiteren Küssen, die er platzierte.

Easy drehte mit seinem schönsten Lächeln den Kopf und ihre Lippen trafen sich federleicht. Der Kuss war gefühlvoll, weder hektisch noch wild. Als sie sich lösten, nickte Easy. „Wie könnte ich das vergessen? … Einer der besten Tage meines Lebens!“

Ringo sah auf, blickte seinen Mann ein wenig irritiert an und schüttelte den Kopf. „Womit habe ich dich nur verdient?“ fragte Ringo und Easy hatte das Gefühl, dass er die Frage eher sich selbst stellte, daher sagte er nichts und strich Ringo zärtlich über die Wange. Dieser lehnte sich in die Berührung, drehte den Kopf ein wenig, um den Ehering seines Mannes zu küssen. Verliebt sah er ihn an, legte seinen Kopf auf Easys Brust, um dessen Herzschlag zu lauschen. Dieser strich immer wieder sanft in Ringos Nacken hin und her.

Ein Magenknurren von Easy durchbrach den friedlichen Moment und brachte Ringo zum Lachen. „Oh, hat mein Bärchen Hunger?“

„Naja, vielleicht so ein kleines bisschen?!“ gab Easy kleinlaut zu.

Ringo schmunzelte. „Du hast immer Hunger! … Und das sogar zu nachtschlafender Zeit. Hältst du noch einen Moment aus, bevor wir in das Chaos da draußen müssen??“

“Wenn’s sein muss. … Obwohl ein Kaffee jetzt wirklich himmlisch wäre." meinte Easy und zog einen kleinen Schmollmund.

Ringo stützte sich wieder auf seinen Ellbogen und sah Easy an. Er beugte sich über ihn und gab ihm einen schnellen Kuss. Etwas umständlich krabbelte er dann über Easy hinweg aus dem Bett. „Bleib wo du bist, ich bin gleich wieder da.“ zwinkerte Ringo und wappnete sich innerlich schon auf den WG-Sturm, der sicherlich vor ihrer Zimmertüre toben würde.

Nur mit seiner Pyjamahose bekleidet öffnete er die Tür und warf seinem Mann noch einen Luftkuss zu, welchen Easy lächelnd erwiderte. Das gegrinste „Beeil dich!“ quittierte Ringo mit einem schnellen Nicken.

Ringo betrat den Wohnbereich und überlegte schlagartig ob er sich überhaupt in der richtigen Wohnung befand oder ob ihre Mitbewohner ihnen einen Streich spielten. Doch von denen war nichts zu sehen. Er sah sich um. Es war aufgeräumt, der Tisch war gedeckt. Nur für zwei. Kaffee war gekocht und es duftete nach frischen Brötchen.

Immer noch skeptisch, wie es nun mal seine Art war, trat er an den Tisch. Frische Blumen, Orangensaft. Das konnte doch nur auf Easys Mist gewachsen sein. „Aww, Schatzi!“ murmelte er und sah in Richtung ihrer Zimmertür. Als er ihre Kaffeetassen füllte, ließ er seinen Blick nochmals schweifen und entdeckte eine kleine Karte auf einem der Teller. Neugierig nahm er sie an sich und klappte sie auf. Als er jedoch den Text las, staunte er nicht schlecht, wie falsch er doch mit seiner Vermutung lag.

‚Hey ihr Süßen!


Alles Gute zum Zweijährigen! Krass, dass ihr mittlerweile sogar verheiratet seid. :)


Wir dachten, ihr wollt heut sicher nicht den üblichen WG-Chaos-Alltag erleben. Daher genießt das Frühstück und nutzt die sturmfreie Bude. ;) Wir sind erst heut Abend wieder da.


Eure Lieblings-Mitbewohner :)


PS: Spart aber bitte den Küchenbereich aus *grins* Tobi ;)‘


Ringo war völlig baff. Er bekam ein gerührtes, grenzdebiles Grinsen nicht aus dem Gesicht und schüttelte den Kopf. Der Tag fing jedenfalls schon gut an. Da die Gelegenheit perfekt war, ging Ringo an seine Arbeitstasche und holte eine kleine Schachtel raus, die er neben Easys Teller legte. „Schaaaaatz!?“ rief Ringo in Richtung ihres Zimmers und lächelte in sich hinein als sein Mann nur einen Moment später mit strubbeligen Haaren und einem verwirrten Gesichtsausdruck in der Türe stand.

Easy sah zu Ringo und entdeckte zeitgleich den Tisch. „Ringooo! … Wann hast du das denn vorbereitet????“ rief er erstaunt aus und kam auf seinen Liebsten zugelaufen. Doch der angesprochene schüttelte nur den Kopf und hielt ihm das Kärtchen hin, ging dann zu Easys Stammplatz und rückte ihm den Stuhl so, dass er Platz nehmen konnte. „Danke.“ wisperte Easy und gab Ringo einen Kuss. Er setzte sich und begann die Karte zu lesen. Mit offenem Mund sah er vom Text hoch. „Wie süß ist dann denn bitte?“

Ringo nickte, ein Lachen zierte seine Lippen und es reichte bis zu seinen Augen. Diese strahlten, wie der Himmel und Easy wäre am liebsten in ihnen versunken. Sie tauschten einen tiefen Blick, der die Gefühle der beiden zum Ausdruck brachte, ohne dass sie etwas sagen mussten.

Als Easys Magen erneut grummelte, sah er verschämt nach unten und Ringo grinste belustigt. Dann nahm er sich den Brötchenkorb und nahm das einzige Körnerbrötchen, was vorhanden war. Er wusste das einer der anderen es extra für Easy besorgt hatte und registrierte natürlich die kleine Regung in dem Blick seines Mannes. Ringo liebte es, wenn er Easy ein wenig ärgern konnte. Seelenruhig schnitt er es in zwei Hälften und bestrich sie mit Butter. Er nahm für die eine Seite Easys Lieblings-Konfitüre und auf die andere kam Käse. Daneben drapierte er ein wenig Gurke und Tomate. Dann reichte er den Teller über den Tisch hinweg. „Hier mein Schatz. Für dich. … Ich kann ja mein Bärli schlecht verhungern lassen.“

Easy machte den Mund auf und wieder zu. Die unausgesprochene Bemerkung verstand Ringo auch so und zog seine linke Augenbraue nach oben. „Dachtest du echt, dass ich dein heißgeliebtes Körnerbrötchen esse?“

Schuldbewusst tauschte Easy den Teller gegen seinen und wog ein wenig den Kopf hin und her. „Nee, eigentlich nicht. ... Danke!“ Ein schüchternes Lächeln bildete sich auf seinen vollen Lippen und seine Grübchen kamen zum Vorschein. Easy bemerkte Ringos stechenden Blick und das seine Augen eine dunkle Nuance annahmen. „Was?“ fragte er.

Unverwandt sah sein Mann ihn an, antwortete dann frei heraus. „Du hast ja keine Ahnung, wie gern ich gerade Tobias ‚PS‘ ignorieren würde.“

Easys Augen weiteten sich und der Bissen, den er gerade von seinem Brötchen genommen hatte, wäre ihm fast wieder aus dem Mund gefallen. Ringo lachte auf und schüttelte den Kopf.

„Lachst du mich gerade aus? …“ fragte Easy nun doch leicht pikiert und Ringo versuchte so gut es geht einen Lachflash zu unterdrücken. „Ach Bärchen, wenn du dein Gesicht gesehen hättest.“ kicherte er. Daraufhin zog Easy einen Schmollmund und konterte dann frech. „… Mach dich nur lustig. Mal sehen ob du dann heute überhaupt noch zum Zug kommst.“

Darauf wusste sein Gegenüber im ersten Augenblick nichts mehr zu sagen und begann damit sich sein Müsli zu mixen. Aber lange konnte er sich Easy ja eh nicht entziehen und mal ehrlich, heute war IHR Tag. Verstohlen sah er von seiner Schale auf und somit direkt in Easys haselnussbraunen Augen. Beide lächelten sich an, dann nickte Ringo in Richtung des Geschenks. „Das ist übrigens für dich. Alles Liebe zum Jahrestag mein Schatz.“ Er stand auf und beugte sich über den Tisch, um Easy einen Kuss zu geben. Nachdem sie sich voneinander lösten, atmeten beide erstmal tief durch.

Mit zittrigen Fingern nahm Easy die kleine Schachtel und öffnete mit glänzenden Augen die Schleife. „Warum ist denn das so schwer?? Haaase!? Was ist das?“ fragte der kleinere der beiden aufgeregt. Er sah Ringo neugierig und fragend an, doch dieser wiegelte ab. „Das finde mal selbst heraus.“

Easy rollte mit den Augen und seine Neugierde wuchs ins unermessliche. Er kannte seinen Mann, aber manchmal wusste man einfach nie, wie Ringo wirklich tickte. In so einer kleinen Box konnte so einiges sein. Er hob mit pochendem Herzen den Deckel der Schachtel an, doch silbergraues Seidenpapier verhinderte einen direkten Blick auf den Inhalt. Vorsichtig schob er das Papier zur Seite und sein Herz machte einen kleinen Salto, als sein Blick auf ein Liebesschloss mit zwei Schlüsseln fiel. Vorsichtig strich er über die eingravierten Namen und das Datum, welches das anthrazitfarbene Schloss zierte. ‚Easy & Ringo - 21.02.2018‘ stand dort in filigraner Schrift.

„Ringo ...“ hauchte Easy gerührt und sah ihn über den Tisch hinweg an. Er konnte es nicht fassen. Das hatte er eigentlich am aller wenigsten erwartet. Sein Mann überraschte ihn doch immer wieder aufs Neue. Dieser erwiderte seinen Blick und lächelte breit, scheinbar wahnsinnig stolz auf seine Idee. „Dreh es mal um.“ meinte er schlicht und stand auf. Fast schüchtern tat Easy, worum Ringo gebeten hatte. ‚Wir gegen den Rest der Welt!‘ konnte er nur noch verschwommen lesen, da ihm von jetzt auf gleich die Tränen liefen. Sofort war Ringo bei ihm und legte von hinten die Arme um seine Schultern.

„Zu kitschig??“ fragte er unsicher, das Kinn auf Easys noch vom Schlafen wilde Locken abgelegt. Geschockt, darüber das sein Liebster seine Tränen so deutete, drehte er sich in dessen Armen. „Wie kannst du das denken? Zu kitschig gibt es nicht. Es ist wunderschön. Ich liebe es.“ um seine Aussage zu bekräftigen legte er die Schachtel auf den Tisch, stand auf und nahm Ringos Gesicht in beide Hände.

Er musste Ringo jetzt spüren und zog ihn zu einem leidenschaftlichen Kuss heran. Als er die weichen Lippen seines Mannes fühlte, schloss er seufzend die Augen. Eine Hand lag an Ringos glatter Wange, die andere wanderte zu seinem Nacken und strich immer wieder mit dem Daumen über den Haaransatz. Die Gänsehaut, die sich auf Ringos Haut bildete, sprach Bände. Easy zog ihn ein wenig mehr zu sich und Ringo ließ sich voll und ganz darauf ein. Easy wurde immer fordernder, bat mit seiner Zunge um Einlass, den Ringo ihm nur zu gern gewährte und das Zungenspiel seines Mannes genauso feurig erwiderte.

Die Zärtlichkeiten und Neckereien waren in letzter Zeit einfach zu kurz gekommen. Die Arbeit vereinnahmte sie beide leider mehr als gewollt und Baby Coco, Viviens Nichte stellte das WG-Leben gründlich auf den Kopf. Da blieb für Freizeit und vor allem Zweisamkeit nicht viel Spielraum. Sie waren ausgehungert nacheinander.

Gierig schob Ringo seine Hände unter das Schlafshirt seines Partners und strich über die weiche Haut an dessen Hüften. Irgendwie hatten sie sich zum Sofa manövriert, was sie aber erst registrierten, als Ringo Rücklings über die Sofalehne kippte und Easy mit sich zog. Im ersten Moment erschraken sie, doch dann mussten sie beide lachen und keiner von Ihnen hatte zuletzt etwas Schöneres gehört.

„Hast du dir weh getan?“ fragte Easy Ringo nachdem sie sich beruhigt hatten und machte Anstalten aufzustehen. Doch Ringo schüttelte nur den Kopf und zog ihn wieder an sich. „Hier geblieben. … Wir waren noch nicht fertig.“ fügte er süffisant hinzu und sah Easy mit lustverhangenen, dunklen Augen an. Im nächsten Augenblick lagen ihre Lippen wieder aufeinander und ihre Zungen fochten einen wilden Kampf aus, bei dem es jedoch nicht lange blieb. Ihr Verlangen übermannte sie und so gaben sich die beiden ihrer Leidenschaft hin.

*


Gegen Mittag machte sich das Paar dann auf den Weg in Richtung Kölner Hohenzollernbrücke. Da das Wetter mitspielte beschlossen sie, zu Fuß zu gehen.

„Hast du vorhin eigentlich allen Ernstes gedacht ich kriege nicht mit, wenn du deine Kamera in den Rucksack packst?“ fragte Ringo belustigt und sah Easy an, während sie mit verschränkten Händen am Rheinufer entlang gingen.

Easy wurde ein klein wenig rot und sah auf den Gehweg. Er dachte daran, wie er vorhin seine Kamera verstaut hatte und Ringo ihn „erwischt” hatte. Schmunzelnd hatte der die Kamera wieder aus dem Rucksack genommen und ihm dann über die Schulter gehangen. „Ich weiß doch, dass ich mit meinen Foto-Tick manchmal nerve.“ meinte Easy kleinlaut und fast ein wenig schüchtern.

Ringo verdrehte die Augen. Sein Mann war manchmal einfach echt unverbesserlich. „Natürlich. … Und weil ich das so schrecklich nervig finde, stehen bei uns im Zimmer auch so wenige Bilder von uns beiden. … Genau!“ neckte Ringo ihn mit vor Ironie triefender Stimme, machte zwei große Schritte und kam vor Easy zum Stehen. Dieser sah ihn aus seinen bernsteinfarbenen Augen an und verzog den Mund zu diesem schüchternen Lächeln. „Ich übertreibe, oder?“ wollte er dann wissen und Ringo nickte mit einem breiten Lächeln. „Nur ein klein wenig! …“ bestätigte Ringo und deutete eine Spanne zwischen Daumen und Zeigefinger an. „... außerdem solltest du langsam wissen, wie stolz ich auf dich bin!“

Easys Augen funkelten als er seinen Mann nun ansah und Ringo versank einen Moment in ihnen. Er konnte nicht genug davon kriegen, wenn Easy glücklich war und ihn so ansah. Dabei wunderte er sich immer wieder, warum er damals so lang gebraucht hatte, um seine Gefühle endlich zu verstehen. Aber wichtig war das er hier nun mit dem Mann seines Lebens stand, der scheinbar mit ihm sprach.

„Schatz? … Dein Handy.“ deutete Easy auf Ringos Hosentasche. Irritiert holte Ringo es hervor und gerade als er dran gehen wollte, verstummte das Gerät, nur um direkt wieder los zu plärren. Easy wusste natürlich wer das war. Niemand sonst, abgesehen von Benedikt Huber würde Ringo an seinem freien Tag stören. Dieser atmete geräuschvoll und mehr als genervt aus. Ohne den Blickkontakt mit Easy zu unterbrechen, nahm er das Gespräch an. Sofort hörte Easy die Stimme von Ringos herrschsüchtigem Chef und wollte sich schon wegdrehen, damit Ringo das schnell klären konnte. Doch dieser hielt ihn am Arm, schüttelte langsam den Kopf und tat dann etwas was er nur äußerst selten machte. Er unterbrach den Redeschwall seines Chefs. „Herr Huber. … Wenn sie mich an meinem freien Tag schon anrufen, dann bitte für Dinge, die ich nicht schon längst erledigt habe. … Die Vorab-Entwürfe für Klauser, Müntefehring und Grauländer liegen in der Cloud zum gegen checken und die aktualisierte Kalkulation für Gräfgen ist auch dort hinterlegt. … Ich gehe also davon aus, dass ich nun meinen freien Tag mit meinem Mann weiter genießen darf. … Danke. Ihnen auch.“ mit diesen Worten beendete er das Gespräch, tippte kurz auf dem Display herum und steckte das Smartphone dann wieder in die Tasche.

Easy stand staunend vor seinem Liebsten und ihn durchflutete wieder eine Welle der Liebe und Zuneigung für diesen Mann. Er trat einen Schritt näher an Ringo heran, streckte sich ein Stückchen nach oben und küsste ihn. Als sie sich einen Moment später voneinander lösten, sah Ringo fragend auf Easy hinab. „Wofür war der denn?“

„Für deine Ansage an den Huber. … Das war schon ein wenig sexy.“ lächelte Easy verlegen und bemerkte das Ringo ein wenig rot wurde. Er wusste das es albern war, aber ihm bedeutete es viel, dass sein Mann bei seinem Chef mittlerweile eine solche Ansage machte. Schließlich hing zu Beginn Ihrer Beziehung ständig diese Unwetter-Wolke namens Benedikt Huber über ihnen. Nur durch dessen manipulative Art hatte sich Ringo zu Dingen hinreißen lassen, die ihre Partnerschaft und auch das Vertrauen zwischen ihnen auf harte Proben gestellt hatte. Zuletzt sogar noch kurz vor ihrer Hochzeit, doch noch rechtzeitig hatte Ringo sich darauf besonnen, dass ihm die Liebe zu Easy doch mehr wert war als der Posten bei HuberBau.

„Sexy, also?“ bemerkte Ringo und Easy nickte entschlossen, worauf Ringo nur ein „mmhmm“ von sich gab und die rechte Augenbraue nach oben schob. „Ich zeige dir nachher was noch sexy an mir ist.“ meinte Ringo dann keck und Easy bemerkte dieses spitzbübische Funkeln in seinen blau-grauen Augen, genauso das seine Wangen eine noch dunklere Nuance annahmen. Er wusste einem kleinen Teil in Ringo waren solche Äußerungen und Komplimente in der Öffentlichkeit immer noch ein wenig unangenehm, aber er gab sich Mühe und Easy wurde nie müde, sie ihm trotzdem zu machen. Das war nun mal so seine Art. Er liebte Ringo von ganzem Herzen und daraus würde er auch nie einen Hehl machen.

Noch immer amüsiert über Ringos scheinbare Verlegenheit setzte er sich wieder in Bewegung. „Na komm mein Hase. Bevor es dazu kommt haben wir doch noch ein bisschen was vor.“ grinste Easy und zog Ringo hinter sich her. Schließlich wollten sie ihr „Herz“ an die Brücke hängen und natürlich hatte auch er etwas für seinen Schatz. Doch da es ein recht bedeutungsschweres Geschenk war, wollte Easy ihm das nicht zwischen Tür und Angel geben.

Je näher sie der Hohenzollernbrücke kamen, um so wibbeliger wurde Easy, was Ringo mit Freude bemerkte. Sie betraten die Brücke und liefen schon zu Beginn an zahlreichen Liebesschlössern vorbei. „Hast du schon einen Platz im Kopf?“ fragte Ringo an Easy gewandt und ließ ihre ineinander verschränkten zwischen ihnen schwingen. Easy sah auf ihre Hände und dann zu Ringo hinauf. „Nein, aber der Platz ist auch nicht wichtig. Die Geste allein zählt.“ Er blieb stehen, schob sich abermals ein Stückchen hinauf und küsste Ringo auf die Wange. Als sie sich voreinander lösten lächelte sein Mann ihn verliebt an. Zusammen drehten sie sich in Richtung der unzähligen Schlösser in allen Formen und Farben, sowie mit den verschiedensten Aufschriften. Namen, Daten und die unterschiedlichsten Liebesschwüre konnten sie erkennen. Einige Minuten vergingen, in denen beide Ihre Blicke einfach schweifen ließen, nur um dann schlussendlich auf ein und dieselbe Stelle an dem Gitter zu zeigen. Verdutzt sahen sie sich an und mussten lachen. Das war definitiv etwas was sie später mal ihren Kindern erzählen konnten.

Ringo spürte mit jeder Faser wie sehr Easy sich über dieses Geschenk freute und er wusste in dem Augenblick, dass es sein Mann recht hatte, es ging allein um den emotionalen Wert. Easy war für einen Moment so in Gedanken versunken, so dass er gar nicht mitbekam, dass Ringo ihm seine Kamera abnahm und ein paar Schnappschüsse machte. Mehr als den Automatikmodus kannte Ringo nicht, dafür war schließlich Easy der Fotograf, aber er war sich sicher das die Bilder dennoch ihren Zweck erfüllen würden.

Easy hatte das Schloss mittlerweile geöffnet und sah nun fragend seinen Liebsten an. „Zusammen?“ Ringo nickte und gemeinsam brachten sie das anthrazitfarbene Schloss an ausgewählter Stelle an. Den kleinen Silberring mit den Schlüsseln nahmen sie und gingen an das Brückengeländer. Tief blickten sie sich in die Augen. Blaue Augen trafen auf Braune. Sie verschränkten die Finger ihrer freien Hände miteinander und Ringo beugte sich zu Easy. Er gab ihm einen Kuss. „Wir gegen den Rest der Welt!“ flüsterte er an Easys Lippen und dieser spürte wie eine Gänsehaut seinen Körper in Beschlag nahm. Das Glücksgefühl wollte ihn am heutigen Tag einfach nicht verlassen. Gemeinsam ließen sie die Schlüssel in den Rhein fallen, ganz so wie es Tradition war. „Für immer!“ fügte Easy hinzu und küsste Ringo abermals.

Natürlich bestand Easy danach auf eine kleine Fotosession. Hauptmotiv: Ihr Ringsy-Schloss.

Aus allen möglichen Perspektiven und Entfernungen schoss er Bilder und nötigte Ringo auch zu mindestens einem Bild, wo später sicherlich noch zwanzig andere zu finden waren. Aber Ringo revanchierte sich dafür auch entsprechend und freute sich, dass auch er Easy mal ein klein wenig ärgern konnte. Denn so gern, wie dieser hinter der Kamera stand, so ungern war er selbst das Motiv. Wirklich gezogen hatte schlussendlich Ringos Argument, das das schließlich Momente für die Zukunft waren.

*


„Danke für das tolle Essen. … Das du hier einen Tisch bekommen hast, kann ich immer noch nicht glauben. Das war eine großartige Überraschung. Ich habe mich sehr gefreut.“ bemerkte Ringo als sie gemeinsam vor dem Eingang des Restaurants standen und den Heimweg antraten. Easy hatte einen Tisch bei Ringos Lieblings-Thailänder bestellt und ihnen ein tolles 4 Gänge-Menü gezaubert mit allem Drum und Dran. Es war einfach perfekt gewesen. Gutes Essen bei Kerzenschein und leckerem Wein.

Easy sah seinen Schatz liebevoll an und legte einen Arm um dessen Hüfte. „Gern geschehen mein Hase. … Ich hoffe nur das noch keiner wieder in der WG ist, denn der Nachtisch war ein bisschen wenig und da würde ich doch noch gern nachlegen.“ meinte Easy mit einem verspielten und durchaus lasziven Grinsen. Daraufhin konnte Ringo nicht anders, als Easy auf offener Straße an sich zu ziehen und zu küssen. Der Kuss wurde intensiver. Bevor aber noch jemand was sagen konnte lösten sie sich voneinander, aber der leichte Rosa-Ton auf Easys Wangen entging Ringo selbst im fahlen Licht der Straßenbeleuchtung nicht.

„So so, mein Bärchen will Nachtisch!“ zog Ringo seinen Mann auf und ließ seine Hand über dessen Rücken gleiten. Easy biss sich schon bei dieser kleinen Berührung, die er nur durch die Jacke wahr nahm auf die Unterlippe und nickte. Die kleine Nummer heute Morgen im Wohnzimmer, die „zufälligen“ Berührungen und die innigen Blicke während des Essens hatten ihn über den ganzen Tag schon reichlich scharf auf Ringo gemacht. Sicherlich ging es aber auch seinem Liebsten nicht anders, wenn er dessen Blicke richtig deutete. Am liebsten hätte Easy ein Taxi genommen, damit er mit seinem Mann endlich allein sein konnte. Doch er übte sich in Selbstbeherrschung, was ihm aber mit jedem Schritt in Richtung zu Hause schwerer fiel.

Das Treppenhaus der Schillerallee war menschleer als sie auf den Aufzug warteten. Sie waren froh, dass keiner der neugierigen Nachbarn ihnen über den Weg lief. Die Anspannung zwischen ihnen war fast greifbar, als sie die Kabine betraten. Obwohl die Fahrt nicht lang war, ließ Ringo es sich nicht nehmen, Easy am Kragen an sich zu ziehen und dessen Lippen mit den seinen zu verschließen. Easy spürte sofort, wie gierig Ringo nach ihm war und er musste zugeben, es gefiel ihm. Er mochte es so sehr, dass er sich immer dichter an seinen Mann drängte und ihn spüren ließ, dass es ihm nicht anders ging. Ein leises Keuchen entwich Ringo und seine Zunge bahnte sich immer wieder den Weg zwischen Easys Lippen, wo sie wild in Empfang genommen wurde.

Das leise ‚Pling‘ des Aufzugs überhörten sie beinahe. Doch als sich die Tür öffnete lösen sie sich kurz voreinander, aber nur um den Aufzug zu verlassen, danach versanken sie sofort wieder in ihrer Knutscherei. Mehr stolpernd als gehend kamen sie durch die stets offene WG-Tür. Ringo der seine Hände bereits auf dem Flur schon unter Easys Oberteil geschoben hatte, gibt der Tür einen Kick so dass sie ins Schloss fiel. Kurz lösten sie sich, aber nur damit Easys Kamera den sicheren Weg auf den Esstisch fand.

Easy begann seinen Mann aus dessen Mantel zu schälen, der unachtsam zu Boden glitt und der tat es ihm gleich. Easy lächelte an Ringos Lippen, doch dann fiel ihm noch sein Geschenk ein und er löste sich, um seinem Schatz in die Augen zu sehen. „Der Nachtisch muss einen kleinen Moment warten. …“

Ringo sah ihn mit großen Augen an als Easy einen Schritt zurück ging. „Was? Erst machst du mich heiß und nun lässt du mich hängen? … Glaub mir, wenn das nicht wichtig ist!“ bemerkte Ringo gespielt empört, zog seine recht Augenbraue ein wenig nach oben und machte eine mahnende Geste mit dem Finger.

Daraufhin trat der Kleinere an ihn heran und sah zu ihm auf. Einen Zeigefinger ließ er über die Haut am offenen Hemdkragen von seinem Mann gleiten. „Weißt du eigentlich was du mit mir machst, wenn du dieses Hemd so trägst? …“ Er bemerkte wie Ringo die Augen schloss und die Berührung in sich aufsog, während er noch zwei weitere Knöpfe öffnete und die freigelegte Haut küsste. „… Mir wird heiß und kalt, wenn ich daran denke, was sich darunter verbirgt. ...“ Sein Mund glitt wieder hoch. Gegen Ringos Lippen, die leicht geöffnet waren flüsterte er dann. „… Öffne doch schon mal eine Flasche des tollen Rotweins. Ich bin gleich wieder bei dir.“ Ein rascher Kuss auf den Mundwinkel und schon war er verschwunden.

Mit einem frustrierten Grummeln legte Ringo den Kopf in den Nacken. Die Berührungen seines Mannes kribbelten noch auf seiner Haut. Früher hätte er Easy sicher nicht so einfach aus der Situation entlassen, aber er war mittlerweile anders und es gefiel ihm sogar. In gewisser Weise stieg ja so auch die Vorfreude. Da er nicht wusste, wie lange Easy brauchen würde, holte er flink den Wein und zwei Gläser. Dann verschwand er in ihrem Schlafzimmer. Die Türe lehnte er nur an, ließ das Rollo halb herunter und zündete die Kerzengläser auf dem Sideboard unterm Fenster an. Lediglich die kleine Lampe gegenüber dem Fenster spendete noch ein schummrig warmes Licht. Auf Tastendruck sprang die Musikanlage an und lauschige Töne erklangen. Ringo öffnete den Rotwein, ihre Lieblingssorte und füllte die Gläser. Dabei grübelte er die ganze Zeit, was jetzt so wichtig war, das Easy ihn nun warten ließ.

Ein wenig später kam eben dieser mit leicht zittrigen Knien die Treppe herunter nachdem er in Tobias Zimmer den Umschlag gefunden hatte. Tobi hatte ihn aufbewahrt, damit Ringo ihn nicht zufällig fand. Easy war angespannt. Er wusste nicht, wie Ringo auf sein Geschenk reagieren würde, daher wollte er es ihm auch erst geben, wenn sie wieder zu Hause waren. Da das Wohnzimmer verlassen war, ging er weiter durch und sah das ihre Schlafzimmertüre nur angelehnt war. Ringo stand mitten im Raum und aus irgendeinem Grund raubte der Anblick Easy den Atem. Leise zückte er sein Handy und aktivierte per Schnellstart die Kamera und machte ein Foto. Dann überbrückte er die Distanz zwischen ihnen und legte seine Arme um Ringo.

„Hey! Da bist du ja. … Und du hast Kerzen angemacht. Sehr romantisch Herr Beckmann.“ raunte Easy an ihn geschmiegt. „Hey. ...“ erwiderte Ringo und drehte sich strahlend zu ihm um. Easy ergriff seine Hand, zog ihn zum Bett und bedeutete Ringo sich zu setzen.

„Ich habe doch noch etwas für dich.“ bemerkte er unsicher und hielt seinem Mann den Umschlag hin. ‚Für mein Hasi‘ stand in Easys klarer Handschrift auf dem Umschlag. „Den Hasi werde ich wohl nie wieder los.“ murmelte Ringo und Easy schüttelte mit seinem Grübchenlächeln den Kopf, konnte aber seine Angespanntheit nicht wirklich abschütteln, was nun auch seinem Mann auffiel.

„Alles ok Schatz? …“ wollte Ringo nach einem beobachtenden Blick wissen. Easy nickte zwar, kaute jedoch zeitgleich auf seiner Unterlippe herum und senkte leicht den Kopf. „Ja, alles gut. … Ich … ich hoffe nur, ich habe die richtige Wahl getroffen.“ flüsterte er dann so leise, das er dachte Ringo habe es nicht gehört. Doch dieser legte ihm einen Finger unter das Kinn und zwang Easy mehr oder weniger so, ihn anzuschauen. Ringo sah ihm tief in die Augen und lächelte ihn warmherzig an. „Ingo Winter! Was stimmt manchmal nicht mit dir? … Egal was es ist, … es wird perfekt sein.“ versicherte er ihm und beugte sich dann zu einem Kuss hinüber.

Als sie sich wieder voneinander lösten, deutete Easy auf den Umschlag. „Na dann mach schon auf!“ meinte er und wartete gespannt, als die schlanken Finger seines Mannes das Kuvert öffneten und bemerkte, dass auch Ringo ein wenig zittrig war. Dieser nahm die Karte heraus, öffnete sie und begann zu lesen.

Mein liebster Schatz!


Die Zeit vergeht wie im Fluge.


Zwei Jahre sind es nun schon her in denen wir nicht nur nebeneinander durchs Leben gehen, sondern miteinander. Drei Monate davon sogar als Eheleute. Kaum zu glauben. Oder??? Ich möchte nicht eine Sekunde davon missen. … Und nein, auch nicht die schlechten. Denn die haben uns erst stark und zu dem gemacht, was wir heute sind. Ich liebe dich! Mehr als mein Leben.


Aber jetzt hör auf die schnulzigen Worte deines Mannes zu lesen und sieh dir dein Geschenk an!


In Liebe, dein Bärchen :)‘


Ringo schniefte leicht und blinzelte einige Male. Mit hochgezogener Augenbraue und einem Schmunzeln schaute er Easy an. „Ich liebe dich auch!“ wisperte er. Dann zog er die Blätter aus dem Umschlag die ihm vorhin noch gar nicht aufgefallen waren. Immer wieder las Ringo den Inhalt. Ein Urlaub, zu zweit. Zwei Wochen, mit Easy. An der Nordsee inklusive Segelkurs für ihn. ... Amrum.

Die Zeilen verschwammen durch die Tränen, die sich in seinen Augen sammelten und sich nun stumm ihren Weg über sein Gesicht bahnten. Die Gedanken in seinem Kopf überschlugen sich und er schloss für einen Moment die Augen. Sechs Jahre war es nun mittlerweile her, dass seine Eltern tödlich verunglückten und er mit Kira die Asche am Meer verstreut hatte. So viel war passiert nach ihrem Tod und sie hatten von all dem nichts mitbekommen. Damals hatte er es immer wieder verdrängt, doch nun schluchzte Ringo plötzlich haltlos auf und vergrub sein Gesicht in seinen Händen. Ausgerechnet heute holte es ihn wieder ein, aber stoppen konnte er es nun einfach nicht mehr.

Easy fühlte sich im ersten Moment völlig hilflos und wusste nicht was er tun sollte. Es zerriss ihn innerlich Ringo so zu sehen. Dessen ganze Haltung erinnerte ihn an ein kleines Kind, was gerade eine schlimme Nachricht bekommen hatte. Immer wieder bebten die Schultern seines Liebsten und er machte das einzige was ihm jetzt gerade richtig erschien. Er nahm Ringo die Karte ab, legte sie beiseite und zog ihn fest an sich. Kurz spürte er einen Widerstand, der sich jedoch augenblicklich in Luft auflöste. Er merkte, wie sich Ringos Finger in sein Hemd krallten und die Tränen sein Hemd durchfeuchteten. Er tadelte sich selbst das er scheinbar nicht bedacht hatte wie tief die ganze Sache noch immer bei Ringo verankert war. Er legte eine Hand an Ringos Hinterkopf, versuchte ihn zu beruhigen und presste seine Lippen immer wieder auf dessen Scheitel. „Shhhh! … Es ist okay. … Shhhh.” murmelte er immer wieder und gab seinem Mann einfach den Halt, den er wohl gerade einfach benötigte. Gleichzeitig kroch in ihm ein fürchterlich schlechtes Gewissen empor.

„Es tut mir leid mein Schatz. Ich habe nicht nachgedacht. … Ich werde das alles stornieren. Wir können auch woanders Urlaub machen. … Ich wollte keine alten Wunden aufkratzen. Ich bin so ein Idiot!“ flüsterte er, jedoch mehr zu sich selbst. Er ließ Ringo weinen und war einfach da für ihn. Das war das mindeste wo er es schon verbockt hatte. Irgendwann kam nur noch ein leises Schniefen und die Tränen versiegten.

Ringo war es natürlich unangenehm, dass er gerade so einen Gefühlausbruch hatte, auch wenn er wusste, dass Easy ihn nie damit aufziehen würde. Aber schließlich war es ihr Jahrestag und der sollte doch nicht mit Heulerei enden. Zaghaft löste er sich wieder aus Easys Armen. „Ja, du bist ein Idiot. …“ bemerkte Ringo leise und blickte Easy an, der ihn nun wiederum verwirrt und fragend ansah. „… Du bist ein Idiot zu denken das ich woanders mit dir Urlaub machen will.“ ergänzte Ringo schlussendlich.

Der Kleinere brauchte einen Moment, um die Worte zu begreifen. „Aber … gerade das … ich dachte …“ versuchte er einzuwenden, denn er wollte seinen Mann sicherlich zu nichts zwingen. Kurz wich Ringo seinem Blick aus, nur um ihn dann noch eindringlicher anzusehen. „Ja Schatz, ich weiß. Es hat mich gerade einfach umgehauen. Aber das bedeutet ja nicht, dass es schlecht ist. Ich habe nur schon ewig nicht mehr an die beiden gedacht, weil wir hier immer so viel Trouble haben. Das ist alles. Ich wollte dich damit nicht verunsichern. …“ erklärte er und verschränkte Easys Finger mit den seinen.

„Bist du dir sicher??“ fragte dieser abermals nach. Doch erst als Ringo nickte und sich ein kleines Lächeln auf seinen Lippen bildete, wusste Easy das es sein Ernst war. „Ja Schatz. … Natürlich. Sehr sicher.“ bekräftigte Ringo jedoch nochmals und umarmte Easy. „… Du glaubst nicht, wie viel mir das bedeutet. Danke.“

Doch Easy wusste es ganz genau und ließ sich nun erleichtert von Ringo mitziehen, als dieser sich auf das Bett legte und die Lust ausstieß. ‚Ich kann es mir vorstellen mein Schatz und ich weiß auch dass es, wenn wir dann da sind nochmal emotional wird.‘ dachte Easy für sich und entgegnete stattdessen. „Für dich immer. Das sollst du wissen.“

„Das tue ich, wie könnte ich das je vergessen?“ meinte Ringo flüsternd und hatte den Kopf auf Easys Schulter gelegt. Ihre Blicke trafen sich und eine Weile schwiegen sie nur, spielten mit ihren verschränkten Fingern. Ringo brauchte diesen Moment und Easy gab ihm den ohne Wenn und Aber. Das war nur eines der Dinge, die er an Easy bewunderte. Das Einfühlungsvermögen welches Easy immer wieder an den Tag legte, aber da war noch so viel mehr. Im Hintergrund lief nicht allzu laut noch immer die Musik und mittlerweile war es draußen dunkel geworden. Dann durchbrach Ringo die Stille. „Ich liebe dich!” murmelte er und reckte den Kopf zu Easy, um ihm einen Kuss auf den Mundwinkel zu geben.

Es waren nur diese drei Worte und diese kleine Geste, doch Easy wusste, dass Ringo so viel mehr damit meinte. Er erwiderte die Worte und legte seine freie Hand an Ringos Wange und strich sanft darüber. Ringo schloss die Augen und lehnte sich genießerisch in Easys Berührung. Das Gefühl von Wärme und Zuneigung durchflutete Easy, denn nur er bekam den Controller Richard Beckmann so zu sehen. Verletzlich, kuschelig und emotional angreifbar. All das kriegten die anderen nur selten bis gar nicht zu Gesicht, was es für sie manchmal nicht einfacher machte Ringo zu verstehen. Aber so war sein Mann nun mal und er würde ihn um nichts in der Welt ändern wollen.

Kurz dachte er das Ringo eingeschlafen sei und schloss auch die Augen. Er wäre ihm nicht mal böse gewesen, denn was zählte war, dass sie zusammen waren. Doch irgendwann spürte er wie Ringo ihm federleichte Küsse auf den Hals hauchte und sich einen Weg über sein Schlüsselbein bahnte. Das leise Seufzen was seiner Kehle entwich konnte er nicht unterdrücken. Gegen Ringos Berührungen, in diesem Fall seine Lippen war er einfach machtlos. Sein Körper reagierte sofort und ein wenig unangenehm war es ihm schon, denn für ihn war es jetzt einfach nur wichtig, für seinen Schatz da zu sein. Doch Ringo machte es ihm nicht einfach, indem er nun den Anfang machte.

Ringo wollte Easy jetzt gerade einfach spüren, ihm nahe sein und den Tag besonders enden lassen. Mit noch immer geschlossenen Augen schlug Ringo nun wieder den Rückweg zu Easys weichen Lippen ein. Es war wie ein Instinkt. Easys Drei-Tage-Bart kitzelte an seiner glatten Wange, aber er liebte die Stoppeln. Und wenn er sich recht erinnerte, kannte er Easy gar nicht anders. Ein kleines Lachen bildete sich auf seinem Gesicht. Als Easy den Kuss unterbrach, öffnete Ringo seine Augen und sah in Easys fragendes Gesicht. „Nicht jetzt!“ meinte er daraufhin keck, legte eine Hand in den Nacken seines Liebsten und zog ihn dann wieder in einen leidenschaftlichen Kuss. Hungrig nahm er Easys Lippen in Beschlag, zog dessen Unterlippe zwischen die seinen und knabberte daran.

„Deine Blicke heute haben mich echt wahnsinnig gemacht!“ keuchte Ringo, während er sich kurz löste und seine Hände unter Easys Shirt schob. Als Easy die schlanken Finger auf seiner Haut spürt, entfuhr ihn ein Stöhnen. Er drängte sich gegen die Berührungen, woraufhin sich Ringos Griff ein wenig verstärkte. Seine Hände wanderten nach oben, womit gleichzeitig auch das Shirt von Easy Geschichte war. Unbeachtet landete es neben dem Bett. Immer wieder tauschten die beiden einen innigen Blick. Ihre Zungen bestritten einen leidenschaftlichen Kampf, den keiner gewinnen wollte. Easy nestelte an den Hemdknöpfen seines Liebsten und begann nach und nach an dessen Hals jeden freien Zentimeter der leicht gebräunten Haut mit der Zunge nachzufahren. Der Körper neben ihm zitterte vor Anspannung und Erregung, als er das Hemd über Ringos Schultern schob und seine Hände über dessen Brust wandern ließ und wie zufällig seine Brustwarzen streifte. Der Duft seines Mannes, eine Mischung aus seinem einzigartigen Eigenduft, dem sündhaft teuren Aftershave, was er nur zu besonderen Anlässen auflegt und dem Sandelholz-Duschgel stieg Easy in die Nase. Davon würde er garantiert nie genug bekommen.

„Wenn du … so verboten … gut aussiehst … und riechst, … dann kann ich … einfach nicht anders.“ gab Easy verstohlen zurück während er seine Lippen gekonnt zum Einsatz brachte. Mehr als ein genießerisches „Mmmhhm“ bekam Ringo jedoch nicht heraus und Easy war sich nicht mal sicher, ob er das Gesagte verstanden hatte. Er führte seinen Weg an Ringos Flanken entlang und konnte nicht widerstehen den ein oder anderen Moment zu lang an einer Stelle zu verharren und somit die sonst so makellose Haut seines Liebsten zu kennzeichnen. Kurz durchzuckte ihn eine Erinnerung, an ein Abkommen, welches sie mal getroffen hatten. Keine Knutschflecke oberhalb des Kragens. Da war er definitiv nicht, also machte er grinsend weiter.

Ringo war sich nicht sicher wohin mit seinen ganzen Empfindungen im Moment. An jedem anderen Tag hätte er bereits die Führung übernommen und Easy um den Verstand gebracht. Aber das alles fühlte sich gerade viel zu gut an, als dass er es jetzt unterbrechen könnte. Kurz zuckte er zusammen, als Easys Zähne seine Haut kurz über dem Hosenbund streiften. Seine Finger glitten fahrig über den Rücken seines Liebsten und streichelten die glatte Haut. Während Easy dabei war an seiner Hose zu nesteln, um sie zu öffnen, fuhr er mit seiner Hand immer weiter nach unten. Zielsicher schob er sie zwischen Stoff und Haut auf Easys Po. Das seine Hose, wie nebenbei den Weg vors Bett geschafft hatte, realisierte er erst einen Moment später, als der Kleinere über die bereits sichtbare Beule in seiner Boxershorts strich. Ringo kniff die Augen zusammen und meinte Sterne sehen zu können.

„Easy ...“ brachte er zittrig hervor, brach ab und wusste letztlich nicht mehr, was er eigentlich sagen wollte.

„Jaaaaaaa? …“ fragte der Angesprochene mit einem süffisanten Unterton. Denn er konnte sich genau vorstellen, was Ringo gerade brauchte, schließlich ging es ihm nicht anders. Seine Hose spannte auch immer mehr und so löste er sich kurz von Ringo und strampelte sich aus seiner eigenen Hose, was einen Moment dauerte. Scheinbar zu lang für seinen Mann, den mittlerweile aus seiner Trance erwacht war und nun mit Hand anlegte.

„Warum habe ich nur dieses enge Ding ausgesucht?” fluchte Easy murmelnd.

Ringo sah ihn verliebt an. „Weil sie einfach heiß an dir aussieht. Aber ... ohne gefällst du mir eh noch besser. ...” meinte er und zog mit einem kleinen Ruck an den Hosenbeinen und warf sie zur Seite. Easy spürte, wie ihm die Hitze in die Wangen krabbelte, aber er mochte es, wenn Ringo direkt war und er die Führung übernahm. Aber heut war sein Schatz anders, was nicht negativ gemeint war, doch normalerweise würde er schon rücklings auf dem Bett liegen und Ringo über ihm. Nun aber kam er ihm langsam näher, seine blau-grauen Augen fixierten ihn und er konnte genau erkennen wie sich seine Pupillen weiteten. Im nächsten Augenblick spürte er Ringos Lippen auf seinen. Leidenschaftlich, aber nicht wild. Er registrierte, wie Ringos Hand sich wie nebenbei seinen Oberschenkel hinaufschob. Teils nur federleicht seine Haut berührte, doch dann zog Easy scharf Luft ein, als der größere an seinem Schwanz entlangstrich. Zielstrebig schoben sich die Finger in den Shorty hinein und Easy keuchte in ihren Kuss, während Ringo die Finger um seine Erektion legte und zu massieren begann. Hinter geschlossenen Lidern verdrehte Easy genüsslich die Augen. Zu gern würde er auch Ringo verwöhnen, doch irgendwie hatte der es geschafft, das er seine Hände nicht zur freien Verfügung hatte. Er war bis Zehenspitzen angespannt und seine Lust wuchs jeden Augenblick ein bisschen mehr. Immer wieder strich Ringos Daumen über die Spitze und entlockte ihm Töne, die ihm zu Beginn ihrer Beziehung noch ein wenig peinlich waren, doch sein Partner hatte ihn nie verspottet, also lernte er sich gehen zu lassen. Der Kopf des größeren wanderte zu seiner empfindlichen Stelle knapp unter seinem Ohr und seine Zunge kreiste sanft über die Stelle. Das allein reichte aber schon aus, dass Easy noch weiter in Ringos Hand anschwoll. Dieser Shorty war mittlerweile viel zu eng und Easy wand sich, damit er ihn endlich los wurde. Doch sein Mann kam seiner stummen Aufforderung nur zu gern nach und befreite ihn. Sein erleichtertes aufseufzen quittierte Ringo mit einem Lächeln, sowie einem gehauchten „besser?“, worauf Easy ihn aus halbgeöffneten Augen ansah und nickte, nur um kurz darauf ein leises „du auch“ zu flüstern.

Das ließ Ringo sich nicht zweimal sagen, entledigte sich ebenso seiner Boxer, wissentlich das Easy eigentlich nur darauf wartete einen Schritt weiter zu gehen. Jede seiner Regungen wusste er zu deuten. Spielerisch strichen seine Finger an Easys Leiste entlang und umfassten wieder sein Glied, womit er ihm ein kleines Grollen entlockte. ‚So ungeduldig!‘ dachte er, konnte jedoch nicht leugnen, dass auch er endlich mehr brauchte. Mit heißem Verlangen schmiegte er sich an Easys nackte Hüfte und seine Härte fing schmerzvoll an zu pochen. Schwer atmend senkte er den Kopf und küsste die weichen Lippen seines Partners, raunte leise „Ich will dich …“ dagegen und erwiderte den tiefen Blick seines Schatzes. „Schlaf mit mir …“ fügte er auf fragenden Blick hinzu und wusste selbst, wie selten er diesen Wunsch äußerte und somit verstand er auch, das Easy kurz überrascht war.

Als der ihn nur liebevoll ansah und nichts sagte, schob Ringo noch ein kaum hörbares, fast flehendes „Bitte!“ hinterher. Es war ihm beinahe ein wenig unangenehm und er merkte wie ihm auch nach zwei Jahren ihrer Beziehung die Hitze ins Gesicht schoss. Doch heut brauchte er das. Das er einfach mal die Kontrolle abgeben konnte. Er brauchte Easy und gerade als er meinte, dass sein Wunsch zu viel ist, war Easy bei ihm, warf ihn rücklings in die Kissen und nun war es Ringo der perplex war. „Alles was du willst!“ raunte Easy ihm ins Ohr und Ringo erschauderte, als er Easys verführerischen Unterton wahrnahm.

Lüstern sah der auf seinen Mann hinab und konnte kaum genug von dem Anblick bekommen. Er versuchte dem intensiven Blick den Ringo ihm schenkte Stand zu halten, während er seine Lippen auf Ringos Oberkörper presste und sich immer tiefer vorwagte. Seine Zunge ließ er um den Bauchnabel des anderen kreisen, wobei Ringo ihn beobachtete und sich die leicht geöffneten Lippen leckte. Doch als sich einen Moment später seine Lippen um Ringos Erektion schlossen bemerkte er, dass dieser stöhnend die Augen schloss. Easy liebte diesen Moment, wenn Ringo sich fallen ließ. Also fuhr er mit der Zunge über die gesamte Länge und begann dann an der Spitze zu saugen, wo er schon die ersten Lusttropfen schmecken konnte.

Ringos Finger krallten sich in die Laken, so intensiv war das Gefühl, welches Easy ihm schenkte. Fast glaubte er zu zerfließen vor Lust und stöhnte abermals auf. „Oh Gott … Schaatz.“ brachte er keuchend hervor, als er nach einiger Zeit Easys Finger spürte, die begannen ihn vorzubereiten. Die Frage, wann Easy es an das Gleitgel geschafft hatte, stellte er sich schon gar nicht mehr. Zu sehr genoss er Easys Berührungen, zuerst sanft, fast vorsichtig drang Easys Finger in ihn ein. Sein Mann wusste genau, wie weit er gehen konnte, ohne dass es für ihn unangenehm wurde. Nach und nach spürte er wie noch zwei weitere Finger folgten. Er drängte sich Easy immer weiter entgegen und der kam der stillen Aufforderung nach, denn auch er war bis auf äußerste erregt, wollte Ringo jedoch nicht überrumpeln.

Als er jedoch seinen Namen fast verzweifelt aus dem Mund seines Liebsten hörte, konnte er sich nicht mehr zurückhalten. Er schmiegte sich an den Rücken des Größeren und küsst dessen Schulterblatt. Eine Hand lag um dessen steifes Glied, bereit Ringo und sich Erlösung zu verschaffen. Gefühlvoll drang er Stück für Stück in Ringo ein, hielt einen Moment inne, um ihm die Möglichkeit zu geben sich an ihn zu gewöhnen. Easy genoss das seltene Gefühl aktiv zu sein. Das war nochmal eine ganz andere Seite an ihrem Liebesleben. Er würde jedoch nie darauf bestehen, denn Ringo achtete immer darauf, dass sie beide auf ihre Kosten kamen und von daher war es für ihn nicht so wichtig.

Seine Nase vergrub Easy an Ringos Halsbeuge und merkte wie Ringo sich vollends entspannte. Er nahm die Enge um seinen Schwanz wahr und atmete schwer als er begann sich zu bewegen. Seinen Arm legte er um Ringos Brust, streichelte leicht darüber und neckte die Nippel seines Liebsten die sich schon hart aufstellten. Immer wieder schob er sein Becken vor und zurück, jedes Mal ein Stück weiter. „Ahhh jaaa“, keuchte er, als er Ringo völlig ausfüllte.

Jeden Zentimeter konnte Ringo von Easy spüren und gab sich dem Gefühl völlig hin. Bei niemand anderem hatte er je die Kontrolle abgegeben oder sich emotional völlig fallen lassen. Diese Mauer konnte nur sein Mann einreißen. Er wollte Easy mit Haut und Haar, doch etwas fehlte während dieser ihn berührte, küsste, sich in ihm bewegte und er die leidenschaftlichen Stöße in sich spürte. Er öffnete die Augen und sah nur auf ihr Hochzeitsfoto was auf seinem Nachtschrank stand. Ihm fehlten jedoch Easys warme Bernstein-Augen, die ihn jedes Mal voller Stolz, Vertrauen und Liebe ansahen. Sie waren jetzt nicht da, dabei sah er Easy gern in die Augen, wenn sie miteinander schliefen.

„Easy … warte.“ wisperte er leise und augenblicklich stoppte Easy in seiner Bewegung, zog sich automatisch aus ihm zurück.

„Schatz, was ist los? Hab ich …“ wollte Easy ein wenig bestürzt wissen. Doch schnell drehte Ringo sich zu ihm und blickte Easy eindringlich an.

„Nein, JETZT ist alles in Ordnung. …“ antwortete Ringo, legte eine Hand an Easys Wange und seine Lippen verzogen sich zu einem debilen Grinsen. Er zog Easy wieder zu sich und küsste ihn ungestüm, während er seine Beine um ihn schlang und ihn direkt wieder dahin dirigierte, wo dieser noch vor einem Moment in ihm war. Easy verstand sofort und nahm, wenn auch leicht verwirrt seinen noch trägen Rhythmus wieder auf. Als Easy ihn nun mit seinen vor Lust dunklen Augen anschaute, konnte er sich endlich gänzlich fallen lassen und fühlte alles umso intensiver.

Easy ließ seine Finger über Ringos Haut gleiten, die von einem feinen Rosaschimmer überzogen war. Scheinbar sofort stand sie in Flammen, überall da wo er sie streifte. Ringos intensiver Blick machte ihn verrückt, aber so langsam wurde ihm klar, was das gerade sollte. Mit der Erkenntnis wurden seine Stöße zunehmend fester und ein wenig schneller. Easys Hand glitt wieder zu der Erektion seines Mannes, begann nun ihn im gleichen Takt zu massieren. Als er merkte, dass diese unter seiner Berührung noch härter wurde, konnte er sich kaum noch zurückhalten. Ein Stöhnen durchdrang seine Lippen. „Ahhh Ringo, jaaaa!“ Stöhnend ließ er den Kopf auf Ringos Schulter nieder und drückte immer wieder Küsse in dessen Halsbeuge. Er liebte diesen Mann so ungemein, dass er es gar nicht ausdrücken konnte. Tief in sich spürte er wie sein Orgasmus unaufhörlich auf die Zielgerade bog. Sein Atem ging schwer und auch Ringos Atmung war nur noch stoßweise. Lange würde er nicht mehr brauchen. Als er im nächsten Moment Ringos Hände auf seinem Arsch spürte, war es um ihn geschehen und er stöhnte seinen Namen, worauf Ringos Glied wild begann zu pochen und er sich über Easys Hand ergoss. Das stürzte auch Easy über die Klippe seines Höhepunktes. „Oh Gott, jaaaa.“ Zuckend kam er in Ringo und wurde in eine zärtliche Umarmung gezogen, in die er sich nur zu gern hinein schmiegte.

Es dauerte einen Moment bis sich die beiden wieder beruhigt hatten. Easys Kopf lag auf der Brust des Größeren und lauschte dessen Herzschlag, der sich so wie sein eigener mittlerweile wieder normalisierte. Ringo ließ seine Hand immer wieder durch Easys wild zerzausten Locken gleiten, was bei Easy ein Schnurren entlockte, wie das eines Kätzchens. Easy sah zu ihm auf, murmelte „Danke“ und Ringo wusste nur zu gut, worauf das gemünzt war. „Das ist nur dir vorbehalten, Schatz. Niemand anderes, jemals.“ antwortete er leise. Als er hinuntersah, bemerkte er wie Easys Augen sich langsam schlossen und auch ihm selbst wurden die Lider schwer. Er zog die Decke über sie beide. Keiner von ihnen wollte auf die Nähe des anderen jetzt einfach verzichten und im nächsten Moment fielen beide in einen tiefen, entspannten Schlaf.

*


Das Vivien und Tobias mit Coco nach Hause kommen bemerkten die beiden nicht. Conor zog noch mit Freunden um die Häuser. Das kleine Chaos der Jungs blieb natürlich nicht unbemerkt.

Tobias pfiff leise als er die Tür öffnet und für Vivien und das Baby aufhielt. „Na, da haben es die Jungs aber krachen lassen. War eine wohl eine gute Idee ihnen den Tag zu gönnen.“ meinte er und wackelte grinsend mit den Augenbrauen.

„Tja, auf sowas kann auch nur deine weltbeste Freundin kommen.“ bemerkte Vivi fast stolz und ging zu Tobi der gerade seine Jacke aufhing. Sie legte ihm die Arme um den Hals und küsste ihn.

„Stimmt, du bist einmalig! …“ grinste Tobi als sie sich wieder lösten und er in Richtung Kühlschrank lief, um eine Flasche Wasser heraus zu holen. „… Aber lang haben es die zwei wohl nicht geschafft. Da ist ja schon fast alles Dunkel.“ stellte er fest und versuchte sich unauffällig an die Tür der Jungs zu schleichen. Diese war immer noch einen Spalt breit offen. ‚Da waren die Jungs wohl anderweitig abgelenkt.‘ dachte er sich und wollte wenigstens die Türe eben schließen.

„Tobi!! Spinnst du??? Komm jetzt. … Du kannst die Jungs morgen noch genug ärgern.“ tadelte Vivi, nahm Coco aus dem Kinderwagen, die bereits tief und fest schlief und ging mit ihr Richtung Treppe. „Tobi!“ zischte sie nochmals von oben, als dieser ihr nicht sofort folgte.

„Sofort!“ erwiderte er, machte die wenigen Schritte zur Tür des Ehepaares. Brav zog er leise die Tür zu und folgte dann seiner Freundin nach oben.

Das leise Klicken ihrer Schlafzimmertür ließ Easy kurz aufschrecken, aber als er bemerkte, dass draußen alles still war, kuschelte er sich wieder an den Größeren und schlief weiter. Ringo war in einem so tiefen Schlaf, dass er von all dem nichts mitbekam.

*


„Boahhh, Conor!! Du warst gestern dran mit Einkaufen!!! … Tooobiass, brauchst du noch lang im Bad??“ hörte man Vivien durch das Wohnzimmer der WG brüllen. Eine dumpfe Antwort von Tobias aus dem Bad und eine Entschuldigung von Conor, gefolgt von einem weinenden Baby waren zu vernehmen.

Ringo war noch völlig verschlafen, als er die Geräusche wahrnahm. ‚Hoffentlich ist das nur ein Traum‘ dachte er sofort, als er bemerkt das Easy noch immer um ihn herumgewickelt lag.

Unwillkürlich musste er lächeln, als er an die vergangene Nacht dachte. Nach ihrem kurzen Schläfchen waren sie noch zweimal übereinander hergefallen. Sie hatten ihren Wein geleert und Easy war sogar nochmal ins Wohnzimmer geschlüpft, um seine Kamera zu holen. So hatten sie dann auf dem Bett gesessen, Easy zwischen Ringos Beinen und mit dem Rücken an dessen Bauch gelehnt und hatten ihre Schnappschüsse angeschaut. Er hatte sogar den überteuerten Segelkurs angesprochen den Easy ihm schenken wollte, von dem dieser sicher aber nicht abbringen ließ.

Wieder drangen die Stimmen ihrer Mitbewohner durch die Tür, wodurch auch Easy langsam wach wurde. „Wer macht denn hier so einen Lärm?“ grummelte dieser und Ringo antwortete ihm nur mürrisch. „Unsere Mitbewohner. … Unsere Jahrestags-Blase platzt gerade.“

„Das ist nicht fair!“ maulte Easy und drückte sich nochmals an seinen Schatz, woraufhin dieser ihn erstmal ausgiebig küsste. „Ich weiß! ...“ murmelte er. „… Aber wo wir nun wach sind, könnte ich einen Kaffee vertragen. Wie sieht es mit dir aus?“ wollte er wissen.

„Oh Gott, ja! … Holst du welchen??“ fragte Easy hoffnungsvoll, woraufhin Ringo jedoch nur langsam den Kopf schüttelte.

„Ne, ne, mein Schatz. An die Front müssen wir, wenn dann schon gemeinsam.“ witzelte Ringo über ihre Wohnsituation, worauf Easy nur lachend die Augen verdrehte. „Ok, ok! Wenn’s denn sein muss.“ entgegnete der Lockenkopf ächzend und erhob sich langsam. Er nahm ihre Badmäntel vom Haken am Kleiderschrank und reichte den hellgrauen seinem Mann. Den dunklen zog er selbst über. Als auch Ringo seinen gerade schloss, verschränkten sie ihre Finger miteinander und nickten einander lächelnd zu. „Dann mal raus ins Getümmel!“

Als sie den Wohnraum betraten erwartete sie das übliche morgendliche Schauspiel und beide merkten, dass sie sich in dem Chaos doch eigentlich ganz wohl fühlten.

„Naaa da sind ja unsere beiden Turteltäubchen!“ feixte Tobias, der wohl kurz vorher aus dem Bad gekommen sein musste und Conor der sich gerade einen Saft einschenkt, schüttelte nur lachend den Kopf.

Ringo verdrehte die Augen, lupfte seine Augenbraue und erwiderte schmunzelnd. „Mein lieber Bruder, du solltest besser überlegen, wo du deine Brote ablegst. Wir hatten schließlich gestern die ganze Bude für uns!“ Easy wurde augenblicklich rot, was Ringo einfach nur unwiderstehlich fand. Conor entfuhr ein gespielt angeekeltes „Bääääh!“ und auch Tobias schaute irritiert auf die Theke, wo er gerade sein Sandwich neben den Kaffeebecher gelegt hatte.

„Schaaatz!“ bemerkte Easy tadelnd an Ringo gewandt, verzog die Lippen jedoch zu einem Lachen und ging zur Küchenzeile um zwei Kaffee für sich und seinen Liebsten zuzubereiten. Aus dem Augenwinkel nahm er wahr, wie Ringo gerade mit Coco schäkert und sie Vivien abnahm, damit diese endlich ins Bad gehen konnte. Prompt durchfuhr ihn ein Gefühl von endloser Liebe für diesen Mann als er sah, wie sein Partner mit dem Baby auf dem Schoss am Tisch saß.

Irgendwann dachte er bei sich, werden wir das auch haben und mit dem Gedanken nahm er die beiden Kaffeetassen und brachte sie zum Tisch hinüber. Mit einem Kuss auf Ringos Scheitel stellte er dessen Tasse, die ein Flamingo zierte, direkt vor ihm ab. Dann hauchte er ein „Ich liebe dich!“ und begrüßte auch die kleine Coco die ihn mit ihren Kulleraugen ansah.

„Hast du das gehört??? Aber weißt du was, ich liebe ihn noch viel mehr!“ sagte Ringo an das Baby gewandt, blickte dann zu Easy der die ganze Zeit danebenstand und nun sein allerschönstes Grübchen-Lächeln zeigte.

„Ich glaube ich gehe besser mal zur Arbeit, bevor ich gleich noch kotzen muss! … Conor kommst du mit?“ bemerkte Tobi, der es natürlich nicht so meinte und ein verschmitztes Lächeln auf seinen Lippen hatte. Durch die Badtür verabschiedete er sich von Vivi und verließ dann mit Conor die WG.

Das Paar sah sich daraufhin lachend an und schon hatte der Alltag die beiden wieder in fester Hand.

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