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Ein Auror und die Liebe?!

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / Het
Alastor "Mad Eye" Moody OC (Own Character)
11.08.2020
16.10.2021
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16.313
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14.10.2021 1.573
 
Der Pfarrer hatte zumindest mit der Unterkunft recht. Die Dame eines kleinen Hauses, hatte zwei winzige Fremdenzimmer, von der sie uns eines gerne vermietete. Da Elvira uns als frisch verheiratetes Paar vorgestellt hatte, kam es natürlich nicht in Frage, dass wir getrennte Zimmer kriegen sollte, was die Witwe uns sehr direkt und breit schmunzelnd sagte. Ich grummelte also vor mich hin, als ich mich auf das, ebenso winzige Bett schmiss. Wo hier Elvira noch Platz haben würde, war mir ein Rätsel.
„Mach dich nicht so breit“, grummelte nun besagte Dame und pikste mich in die Seite.
Niemand traute sich so mit mir umzugehen, aber Elvira war auch nicht irgendjemand.
„Zieh deinen Mantel aus“, kommandierte sie weiter.
Mit einem tiefen Knurren, setzte ich mich auf, tat aber, was mir gesagt wurde und zog rasch Mantel und Stiefel aus, ehe ich mich wieder hinlegte. Zwar war es erst kurz nach Mittag, aber da wir in der Nacht weiterarbeiten würden, wäre es ratsam sich jetzt auszuruhen. Elvira tat es mir gleich, streifte Schuhe und Mantel aus und schaute dann wieder zu mir runter.
„Mach Platz.“
„Auf diesem minimalistischen Bett ist nicht genug Platz“, knurrte ich wieder.
Doch sie ließ sich davon nicht beirren und schob mich etwas weg, oder versuchte es zumindest.
„Jetzt leg dich seitlich hin, damit ich auch Platz habe“, beschwerte sie sich und ich gehorchte.
Seitdem wir uns ausgesprochen hatten, war sie wieder so rotzfrech und dennoch sehr anhänglich zugleich, wie ich sie kannte und sie schaffte es immer mehr meine Mauer einzureißen, was mich beunruhigte. Als ich mich also auf die Seite gelegt hatte, legte sie sich einfach zu mir und drückte ihren süßen, kleinen Hintern gegen meinen Schritt. Ich schnappte nach Luft und wollte was sagen, doch sie zog einfach meinen Arm um sich und nun lagen wir wie Löffel in der Schublade zusammen.
„Mund halten. Genießen und auf später vorbereiten“, kommandierte sie.
Sie war wirklich wie ein Wirbelsturm. Kommt in mein Leben und wirbelt alles innerhalb weniger Tage durcheinander.

Durch ihre Nähe und Wärme konnte ich nicht schlafen und so dämmerte ich nur vor mich hin und lauschte ihren gleichmäßigen Atemzügen. Als es dunkel wurde, weckte ich sie sanft und wir zogen uns wieder an um uns im Dorf umzusehen.
Der erste Weg führte uns wieder zum Friedhof. Ich hatte schon zuvor bemerkt, dass die Kirche alt war und daher sicher auch eine Krypta beherbergte. Ein perfekter Ort um Leichen zu verstecken und mit schwarzer Magie herumzuexperimentieren. Durch die alten, dicken Mauern und noch modrigen Geruch, würde der Geruch von der schwarzen Magie sicher geschwächt werden und außer an Gottesdiensten würden auch nur wenige Menschen herkommen, in die Krypta wahrscheinlich sogar gar keine Menschenseele. Elvira stimmte mir bei meinen Gedanken zu und so schlichen wir im Dunkeln zu der Kirche. Gott sei Dank (haha, was für eine Ironie), war die Holztür gefühlt genauso alt wie die Kirche und wurde durch ein einfaches Schloss nur zu gehalten, welches in Sekunden geknackt war und wir traten hinein.
„Sollen wir nicht die Gräber nochmal begutachten?“, fragte Elvira flüsternd hinter mir.
Ich schüttelte den Kopf.
„Dort werden wir nichts mehr finden. Wir schauen uns hier erst um und wenn das nichts bringt, knöpfen wir uns den Pfarrer vor“, flüsterte ich zurück und ging durch den langen Mittelgang.
Meinen Zauberstab hatte ich indes in meine Hand genommen. Wir wollten keine Aufmerksamkeit mit Magie, aber falls wir recht hatten und hier den Magier finden würden, dann mussten wir uns wehren können. Da dir Kirche nicht groß war, war der Eingang zur Krypta schnell gefunden. Die Tür dorthin wirkte jedoch, im Vergleich zur Eingangstür, neuer und stabiler, war aber unverschlossen. Ich öffnete sie vorsichtig und war erfreut, dass sie nicht knarrte oder sonstige Geräusche von sich gab. Was mich aber förmlich nach hinten zurückwarf, war der Geruch. Tot, Schwefel und verbrannte Haut. Es war eine widerliche Kombination. Ich schaute mir die Tür nochmal an. Sie war nicht besonderes, weswegen meine Vermutung darauf lag, dass sie mit einem Zauber gestärkt wurde, um die Gerüche nicht durchzulassen.
„Oh Gott“, wimmerte Elvira und hielt sich die Nase zu, mit der Hand, in der nicht ihr Zauberstab steckte.
Ich verkniff mir ein schmunzeln, bekam aber einen Fausthieb in meinen Rücken ab. Diese Frau konnte wirklich Gedanken lesen.
„Leise“, flüsterte ich einfach zu ihr und ging dann langsam, die schmalen Steinstufen hinunter.
Die Treppe war gewunden und wirklich schmal, wie als eine Art Geheimgang zur Evakuierung einer Festung. Egal wer hier Leichen hoch und runter schleppen musste, er tat mir irgendwie leid, denn durch die Enge war keinerlei Spielraum gestattet. Stufe für Stufe wurde es dunkler. Das Licht, das oben noch von dem Mond und den Sternen, die Kirche durchleuchtet hatte, wurde hier komplett geschluckt. Auch gab es keine Lampen oder veraltet Kerzen oder gar Fackeln. Es war einfach ein schwarzes Loch. Durch die in Stein gehauenen, ungleichmäßigen Stufen, war auch jeder Schritt eine neue Herausforderung. Die Luft wurde kühler und stickender und auch feuchter.
„Hier“, sagte Elvira irgendwann und reichte mir eine Taschenlampe.
Sie hatte wieder mehr geplant als ich. Auf die Idee eine Muggel-Taschenlampe mitzunehmen, war ich nicht gekommen. Sie war wirklich um einiges hilfreicher als ich angenommen hatte. Vielleicht würde ich sie als meine permanente Kollegin und Teampartnerin behalten. Wobei dann die Gefühle, die ich für sich eventuell zu empfinden anfinge, ein Problem werden würde. Ich schaltete die Taschenlampe an und musste feststellen, dass ich kein Ende im Schein des Lichts sah, also blieb uns nur der Weg nach weiter unten. Es vergingen etliche Minuten, in denen wir immer weiter nach unten gingen und sich nichts veränderte. Stein an Stein und Erde an Erde. Sicher war die Krypta schon vorher hier gewesen, aber diese Länge an Stufen, war magisch hervorgebracht. Die Muggel waren gut, aber so eine lange Treppe in das Erdreich zu hauen, war beinahe unmöglich, vor allem auch unbrauchbar. Ich hatte schon einen Drehwurm, als wir endlich am Ende ankamen. Hier war der Duft von Schwefel nur noch intensiver. Anders als gedacht, befanden wir uns nicht in einen Raum am Ende, sondern am Anfang eines Flures.
„Na super“, grummelte ich.
Links und rechts gab es mehrere Türen.
„Aufteilen?“, fragte Elvira doch ich schüttelte den Kopf.
Wenn wir das taten, würde das nicht gut enden. Der Feind war eindeutig im Vorteil. Wenn er nicht schon wusste, dass wir hier waren, z.B. durch eine magische Alarmanlage an der Türe, dann würde es uns nicht guttuen, alleine herumzustrolchen. Ich schaute zu der kleinen Frau hinter mir, die mittlerweile normal atmete. Sie hatte sich wie ich selbst, an den Geruch mittlerweile gewöhnt, immerhin waren wir lange die Treppe herunter gegangen. Sie schaute sich um, als sie meinen Blick bemerkte und blinzelte mich verwirrt an.
„Was ist?“, fragte sie neugierig.
Ich schüttelte den Kopf.
„Wenn was Unvorhergesehenes passiert, haust du ab“, sagte ich etwas zu rau, was mir ein Augenrollen und ein Schnaupen von ihr einbrachte.
Ein lächeln versuchte ich zu verkneifen. Sie sagte nichts, also nahm ich das zustimmen, wenn auch mit Widerstand auf. Da wir nichts anderes vorhatten, ging ich zu der ersten Tür links neben uns. Ich deutete Elvira an, die Taschenlampe und ihren Zauberstab hoch zu halten, sie signalisierte mir mit einem kurzen Nicken, dass sie verstanden hatte, nahm die Taschenlampe von mir und erhob ihren Zauberstab. Ich ergriff die Türklinke mit einer Hand, in der anderen tat ich es Elvira nach und erhob meinen eigenen Zauberstab. Ruckartig zog ich die Tür auf. Auch diese gab keinen Mucks von sich. Dann starrten wir in den Raum.
Nichts.
Tor Nummer eins war einfach ein quadratischer, leerer, dunkler Raum.
Wir gingen hinein und schauten uns kurz um. Aber es war wirklich nicht zu erkennen. Wie im Flur war der Boden aus zertretener Erde und die Wände aus gehauenem Stein. Einzig und alleine, dass die Luft hier weniger Schwefelhaltig, dafür modriger und feuchter roch, war der Unterschied. Wir gingen wieder in den Flur und schaute auf die Tür gegenüber. Wir verfuhren genauso wie bei der ersten. Ich ergriff die Türklinke, Elvira machte sich bereit und ich öffnete sie.
Tor Nummer zwei.
Nichts.
Tor Nummer drei.
Nichts.
Tor Nummer vier.
Nichts.
Tor Nummer fünf.
Nichts.
Tor Nummer sechs.
Nichts.
So langsam wurde ich genervt und Elvira spürte das natürlich. Wir standen im Gang und schauten zurück. Es waren immer zwei Türen gegenüber, aber zwischen den paaren lagen etliche Meter dazwischen, weswegen wir uns fast einen Kilometer schon von der Treppe entfernt hatten. Ich fluchte innerlich, spürte aber eine Hand auf meinen Arm.
„Wir sind auf dem richtigen Weg“, lächelte Elvira mich an und versuchte mich aufzumuntern.
Es war lieb gemeint, aber ich fühlte mich immer mehr wie eine Ratte, gefangen in einem Käfig oder besser noch in einem Labyrinth. Das hier gezaubert wurde, daran hatte ich mittlerweile keinerlei Zweifel mehr, was mich aber dementsprechend auch beunruhigte. Was, wenn jemand einen Zauber verhängt hatte, damit man nicht im Notfall weg apparieren konnte? Wir wären wirklich hier gefangen, denn es gab nur diesen einen langen Weg, den man einfach versperren konnte. Ein Unbehagen strömte durch meinen Körper und ich spannte mich an. Hier abzubrechen kam mir durch den Kopf, war aber nicht meine normale Vorgehensweise. Wäre ich alleine, hätte ich weiter gemacht, aber mit Elvira an meiner Seite, sah es nun anders aus.
„Guck. Da sind die nächsten Türen. Machen wir einfach weiter“, sprach das kleine Wesen neben mir und hielt die Taschenlampe hoch.
Na dann, auf zu Tor Nummer sieben.
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