Apple Moon

von JP Hyper
GeschichteAbenteuer, Mystery / P6
Apple Bloom
11.08.2020
18.08.2020
3
4.137
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11.08.2020 1.182
 
Apple Moon


von JP Hyper




1. Kapitel: Der Apfel ist gelandet




Eine gelbe Sternschnuppe schoss durch das Weltall Der Schrei eines jungen Fohlens verhallte, aber niemand hörte sie. Sie verstummte erst als sie auf dem staubigen Boden des Trabanten landete, der ihren Heimatplaneten umkreiste.

Apple Bloom. Da lag sie, ihr Gesicht vom Mondstaub bedeckt. Ihre großen Augen weiteten sich, als sie bemerkte, was gerade eben geschehen war. „Was habe ich falsch gemacht?“, keuchte sie. Dann rappelte sie sich auf und stieß die Frage ein weiteres Mal laut aus: „WAS HABE ICH FALSCH GEMACHT?“

Ihr Echo verhallte über die karge Landschaft. Der Himmel war schwarz, der Boden war grau. So eine Ödnis hatte sie noch nie gesehen, aber es war schnell zu erraten, wo sie sich befand. Es war kein Traum, es war real.

Da war ein Kampf gegen dieses Monster gewesen und ihre Freunde und die Träger der sechs Elemente waren dabei. Es passierte so schnell, im nächsten Moment wurde sie geblendet und dann flog sie. Durch die Wolken, durch den Himmel bis hier her.

Apple Bloom lag auf dem Rücken und weinte laut. Alles über ihr war pechschwarz.

Als sie sich ausgeweint hatte, stand sie wieder auf und wischte sich über das Gesicht. Das machte es noch schmutziger. Mit ihren großen Kulleraugen sah sie ihre Welt vor sich. Ein großer blauer Ball mit einer weißen Atmosphäre und grünen Flecken, die sie als Kontinente erkannte.

„Meine Welt ist wirklich schön“, dachte sie. Das Licht in ihren Augen erzitterte vor dieser Aussicht. Als ihr bewusst wurde, dass sie nur ein kleines Pony war, welches auf diesem Planeten geboren wurde, musste sie eine weitere Träne vergießen.

Sie schaute zurück wieder auf die karge Landschaft. Steine und Felsen lagen überall herum. Wenn sie nur ein Zeichen setzen könnte, dass sie hier war. Vermutlich wussten die anderen das auch und suchten Wege, sie zu retten. Apple Bloom sah keinen Grund für diese Verbannung, sie stand nur dabei; es war ein Unfall. Doch wie war es überhaupt passiert?

Apple Bloom trottete mit gesenktem Blick voraus. Es war egal wohin. Der Trabant war groß und die ganzen Felsen lagen weit verstreut bin in den Horizont. Sie sah runde und eckige Formationen, andere mit verschiedener Farbe. Das Mondgestein glänzte unter Celestias Sonne.

Das kleine Fohlen beschloss aus diesen Felsen etwas zu bauen. Sie war schon immer Kreativ gewesen, denn das bewies ihr Cutie-Mark. Sie stapelte Steine übereinander baute Mauern und überlegte scharf, wie sie schwere Felsen bewegen konnte. Sie grub etwas Sand unter diesen schweren Brocken weg und so bewegte er sich ein Stück vor.

Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte Apple Bloom den Felsen da wo sie ihn haben wollte. Doch er hatte noch nicht die passende Form. Sie nahm einen anderen Spitzeren Felsen, um die Kanten vorsichtig abzuschlagen.

Viel später hatte sie einen großen Würfel daraus gemeißelt. Die Fläche war noch etwas rau, aber es war so wie sie es wollte.

Die Zeit verging und Apple Bloom baute weiter. Irgendwann fühlte sie sich müde, sie wusste nicht, wie lange sie an ihren Projekten gearbeitet hatte. Die Zeit hier war anders. Sie gähnte einmal herzhaft und sah sich ihre Werke zufrieden an. Vieles war noch unvollständig, aber es nahm bereits Gestalt an.

Sie setzte sich neben den Würfel und rollte sich ein. Ihren Schweif nahm sie um die Hufen. Traurig sah sie noch einmal zu ihrem Heimplaneten. Sie fragte, sich ob Applejack alles schon in die Wege leitete. Sie würde nicht stillsitzen können. Vermutlich starrte sie zum Mond hinauf und fragte sich, wie es ihr wohl ging. Apple Bloom versprach ihr, dass bald eine Antwort kommen wird. Dann vielen ihre müden Äuglein zu.



Als sie aufwachte bemerkte sie, dass der Planet vor ihr sich bewegte. Doch viel eher bewegte sie sich. Über der Landschaft war ein kobaltblauer Zauberschimmer zu erkennen. Ganz so wie bei einem Einhorn, das Dinge zum Schweben brachte. Ihr halbfertiges Bauprojekt leuchtete wunderschön auf. Helle Lichtpunkte schwirrten wie Glühwürmchen herum. Apple Blooms Mund stand offen und erhob sich. Sie schritt auf den aufsteigenden Planeten zu und sah etwas Erstaunliches.

Auf dem Kontinent leuchtete Equestria, es waren Millionen von Lichtern. Einhornlichter. Sie schienen hell und Formten anscheinend ein Symbol. Es war ihr Cutie-Mark. Appleblooms Beine erzitterten. „Sie wissen es… Sie wissen, dass ich hier bin.

Ihr kamen wieder die Tränen. Ganz Equestria stand hinter ihr. Auch wenn die Lichter so weit entfernt waren, erwärmten sie ihr Herz. Sie fasste sich an die Brust und sah dem Spektakel lange zu.

Irgendwann verschwanden die Lichter, weil die Ponys sicher schlafen gingen. Doch ein Licht brannte noch. Es lag in der Gegend von Ponyville. Apple Bloom wusste, wer das war. Sie schloss die Augen und dachte an die Farm, an ihre Familie. Das goldene Licht leuchtete in ihren Gedanken weiter, obwohl es auch langsam aber sicher in Ponyville ausging.

Sie öffnete die Augen und war diesmal ganz entschlossen an ihrem Bauprojekt weiterzuarbeiten. Sie wollte es unbedingt beenden. Doch dann sah sie eine Gestalt. Eine hellschimmernde Figur mit orangenen Haaren. Sie lächelte das kleine Fohlen an. Apple Bloom konnte es nicht glauben. Dieses Pony kam ihr vertraut vor. Sie kannte sie aus den Familienalben und sie wurde von diesem Pony getragen, als sie noch ein Baby war.

„Mu-mutter?“, Apple Bloom stockte der Atem. Da stand tatsächlich mitten auf ihrer halbfertigen Farm ihre Mutter, Pear Butter.

„Bist du es wirklich?“ Ihr Atmen wurde schneller, tausend und aber tausend Fragen schossen ihr durch den Kopf.

Als sie direkt vor ihr stand, umarmte Pear Butter sie. Es fühlte sich echt an. Warm und wohltuend. „Ach, meine kleine Apple Bloom, ich bin so stolz auf dich.“

Das Fohlen presste den Kopf gegen die Brust. Viele Tränen kullerten über ihren Wangen. „Mutter, ich… Wie kann das sein? Wurdest du auch hier her verbannt?“, fragte sie und sah zu ihr auf.

Doch Pear Butter lächelte nur und streichelte ihre Wange, sodass sie die Tränen abwischte. Dann sagte sie in ihrer sanften Stimme: „Ich bin immer bei dir. Du bist schon so groß geworden. Wenn dich nur dein Vater sehen könnte.“

„Vater? Wo ist er?“, schniefte Apple Bloom.

„Er ist bei den anderen“, sagte sie und schaute über die Mond Farm, die Apple Bloom aufgebaut hatte. Sie war fertig. Dort stand die Scheune ganz in weiß. Aus den Feldern wuchsen kräftige, weiße Bäume, mit silbernen Blättern und goldenen Äpfeln.

„Hier!“ Mutter gab ihr einen dieser Äpfel und Apple Bloom nahm ihn erstaunt in die Hufen. Ihre Augen glänzten im Licht.

„Das hast du alles selbst aufgebaut. Eine neue Art von Apfel aus deiner Farm. Du hast sie Mondapfel getauft“, sagte Pear Butter.

Apple Bloom biss in den Apfel. Er war hart, aber ihre Zähne waren stark genug. „Hmm… Schmeckt wie…“ Sie kaute ein wenig herum. „Wie ein süßer Apfelkuchen!“

Pear Butter lächelte ihre Tochter an und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn. Das Fohlen quiekte vor Glück. Sie hatte ihre eigene Farm, ihre Eltern waren wieder da und sie hatte eine neue Apfel Art entdeckt. Das alles war auf diesem Mond entstanden. Gemeinsam liefen sie durch die Plantage der Mondapfelbäume.
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