Wie man (k)ein perfekter Mädchenschwarm ist

OneshotHumor, Romanze / P12 Slash
11.08.2020
11.08.2020
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Anmerkung:
Woohoo, mein erster Upload in diesem Fandom!
Kann es sein, dass es auch der erste über Gol-Cha ist? Auf jeden Fall gibt es hier viel zu wenig über diese tolle Band, also werde ich jetzt und sicherlich auch in Zukunft meinen Beitrag dazu leisten, dass sich das ändert. Ich kann nur jedem raten, Golden Child eine Chance zu geben. Sie werden euch nicht enttäuschen. Also viel Spaß!

Disclaimer:
Alle Charaktere gehören nur sich selbst und die gesamte Handlung ist von der Autorin frei erfunden.

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Schon wenn Bomin am Morgen das Klassenzimmer betrat, begann das Getuschel. Mit jedem Schritt, den er weiter in den Raum hinein machte, konnte er die Blicke nahezu aller Anwesenden auf sich spüren.
„Schau mal, Bomin kommt!“ „Wahnsinn, wie schafft er es nur, jeden Tag so gut auszusehen?“ „Er ist einfach perfekt.“ „Glaubst du, dass ich je eine Chance bei ihm haben werde?“
Bomin kannte die Worte mittlerweile so gut, er musste sich nicht mal mehr anstrengen, genau hin zu hören, um zu wissen, dass seine Klassenkameraden mal wieder über ihn redeten. Schließlich ereigneten sich solche Szenen jeden Tag aufs Neue. Und wie jeden Tag senkte Bomin den Kopf und ging so schnell wie möglich zu seinem Platz in der hintersten Reihe, um sich der allgemeinen Aufmerksamkeit zu entziehen. Doch es war bereits zu spät.
Es schien, als ob es, sobald er den Raum betrat, kein anderes Thema mehr gab, als sein Aussehen. Denn noch immer wurde Bomin von Dutzenden von Schülerinnen angestarrt, die, wenn er den Blick hob, panisch wegschauten und so taten, als wäre nichts gewesen.
Bomin hasste diese Situation. Nicht, dass er die zahlreichen Komplimente der anderen nicht schätze, aber er wollte einfach nicht so im Mittelpunkt stehen. Es machte ihn unsicher. Und erst recht nicht wegen seinem Äußeren, denn er hielt es für absolut oberflächlich, jemanden nur danach zu beurteilen, wie sein Gesicht aussah. Dafür konnte man ja schließlich nichts. Noch dazu ließen sich die Mädchen immer wieder dazu herab, über sein Liebesleben zu spekulieren und sich selbst darum zu streiten, welche er wohl am ehesten fragen würde, mit ihm auszugehen. Nur, dass er sich für keine von ihnen interessierte.
Doch auch heute schien es für seine Mitschülerinnen nichts Wichtigeres zu geben. Seufzend vergrub Bomin das Gesicht in den Händen und ließ seinen Kopf anschließend auf die Tischplatte sinken. Innerlich machte er sich schon mal auf einen langen und anstrengenden Schultag bereit.
„Na, stehen die Verehrerinnen heute wieder Schlange?“ „Ich bitte dich, es gibt doch keinen schöneren Jungen als Choi Bomin. Wann wird er mich wohl endlich nach einem Date fragen?“
Zwei allzu bekannte Stimmen – auch wenn eine davon verstellt war – brachten Bomin dazu, seinen Kopf wieder zu heben. „Nicht ihr auch noch“, stöhnte er und warf seinen beiden Freunden einen genervten Blick zu. „Wir machen doch nur Spaß“, lachte Chanhee und klopfte Bomin auf die Schulter, bevor er sich auf den Stuhl links neben ihm niederließ. „Und jetzt sind wir hier, um dich vor der tobenden Menge zu retten“, führte Hyunjin auf seiner rechten Seite fort.
„Wenn das nur so einfach wäre“, jammerte Bomin und seufzte. „Es wird ja gefühlt jeden Tag nur schlimmer. Können sie sich nicht einmal über etwas anderes unterhalten?“ „Ich fürchte, das wirst du nicht so schnell ändern können.“ Hyunjin sah ihn mit so etwas wie Mitgefühl an. „Außer du hörst auf, deine Haare zu waschen und bleibst die ganze Nacht wach, damit du richtig schlimme Augenringe bekommst“, schlug Chanhee vor und erntete dafür einen Schlag gegen den Oberarm von Bomin. Im Gegensatz zu seinen beiden Freunden, die sich gerade köstlich amüsierten, konnte er darüber überhaupt nicht lachen.
„Ihr seid sowas von nicht hilfreich“, murmelte er und begann, seine Sachen auszupacken. Dabei fiel ihm etwas ein. „Warum geht es euch beiden eigentlich nicht genauso wie mir? Ihr seht doch auch nicht schlechter aus als ich.“
„Meinst du?“ Hyunjin schüttelte einmal seinen Kopf, sodass seine Haare ihm nun schräg ins Gesicht hingen und setzte einen betont arroganten Blick auf. Vielleicht hätte Bomin nicht fragen sollen. Denn auch Chanhee stieg sofort in die lächerliche Schauspielerei ein.
„Oh, anbetungswürdiger Hyunjin. Würdest du mir die Ehre gewähren, dich zum Mittagessen in die Cafeteria auszuführen?“ Dabei klimperte der Älteste mit den Augenlidern und tat so, als würde er Hyunjin einen Kuss auf die Hand hauchen. Bomin stöhnte und vergrub sein Gesicht in seinen Händen ob der Szene, die seine beiden Freunde gerade vor seinen Augen abzogen.
Zum Glück klingelte es kurze Zeit später und ihr Klassenlehrer betrat den Raum, woraufhin sich die Schüler gezwungenermaßen auf den Unterricht konzentrieren mussten und Bomin von der ganzen Aufmerksamkeit wenigstens für kurze Zeit verschont blieb.

In der großen Pause machten sich Bomin, Hyunjin und Chanhee auf den Weg zu den Spinden, um ihre Sportsachen zu holen.
Gerade als der Jüngste seine Tür öffnete, fiel ihm ein Stapel Umschläge in den verschiedensten Farben vor die Füße. „Nicht schon wieder“, stöhnte er und bückte sich, um die Umschläge aufzuheben. Sofort waren Chanhee und Hyunjin an seiner Seite und wollten ebenfalls einen Blick auf die Briefe werfen, die Bomin bekommen hatte.
„Ich glaube, das ist ein neuer Rekord an Liebesbriefen.“ „Mach mal auf. Was haben sie sich dieses Mal einfallen lassen? Ein romantisches Date bei Mondschein auf dem Gondelteich?“
Bomin ignorierte die Kommentare seiner Freunde gekonnt und blätterte durch die Umschläge in seiner Hand. Auf jedem stand sein Name drauf und mindestens die Hälfte zierten außerdem rote Herzen. Es handelte sich in jedem Fall um weitere Liebesbriefe.
Er fand es ja irgendwie süß, dass so viele Mädchen ihm eine Nachricht schrieben, weil sie sich nicht trauten, mit ihm zu sprechen. Aber wieso um alles in der Welt dachten sie sich, dass er mal eben zustimmen würde, mit jemanden auszugehen, von dem er gerade einmal den Namen kannte?
Bomin ließ die Umschläge kurzer Hand in seinem Rucksack verschwinden und griff dann nach seinen Sportsachen, um den Spind so schnell wie möglich wieder schließen zu können. Nicht, dass er darin noch mehr fand.
Dann drehte er sich hilfesuchend zu den anderen beiden um. „Was kann ich tun, damit ich nicht mehr der Mittelpunkt der Klasse bin und sich ständig alle darum streiten, mit mir auf ein Date zu gehen?“ In seiner Stimme lag mittlerweile echte Verzweiflung. „Da wirst du wohl eine Beziehung brauchen“, sagte Chanhee, als wäre das die simpelste Antwort auf der Welt. „Was?“, brachte Bomin nur heraus. Jetzt wollten die beiden ihn auch schon verkuppeln?
„Natürlich.“ Hyunjin legte ihm einen Arm um die Schultern. „Wenn du vergeben bist, wird dich kein Mädchen mehr nerven, weil sie alle wissen, dass sie keine Chance haben.“ „Du musst aber gar nicht wirklich mit jemanden zusammen sein. Hauptsache, die anderen denken es.“ Auf Chanhees Gesicht erschien das schelmische Grinsen, welches verriet, dass er im Kopf bereits Pläne schmiedete, wie sie das wohl anstellen könnten.
Und wären die beiden Bomin in Richtung der Sporthalle zogen und dabei angeregt darüber diskutierten, wer sich denn wohl am besten als Bomins Partner eignen würde, ertappte sich dieser dabei, wie er die Idee seiner Freunde, die er eben noch für total bescheuert gehalten hatte, tatsächlich in Betracht zog.

Als die Klingel das Ende der letzten Stunde signalisierte, atmete Bomin erleichtert auf. Der heutige Tag war für ihn unter den ständigen Blicken und Gesprächen seiner Mitschülerinnen besonders anstrengend gewesen – ganz zu schweigen von Chanhees und Hyunjins ständigen Witzen – und er war froh, gleich nach Hause gehen zu können. Zum Glück hatte Daeyeol ihm versprochen, ihn heute abzuholen, sodass er nicht wie viele andere den Bus nehmen musste.
Nachdem er seine Sachen wieder eingepackt hatte, verließ er gemeinsam mit Hyunjin und Chanhee die Schule. Am Tor verabschiedeten sie sich, da die beiden nach Hause liefen, während Bomin auf dem Parkplatz abgeholt wurde. Als er um die Ecke des Schulgebäudes bog, sah er, dass Daeyeol bereits auf ihn wartete, während er lässig am Geländer lehnte. Doch gerade, als sich Bomin auf den Weg zu ihm machen wollte, zog etwas anderes seine Aufmerksamkeit auf sich.
Nicht weit von ihm standen zwei Mädchen aus seiner Klasse, die gerade im Begriff waren, aufeinander loszugehen. „Heute darf ich Bomin fragen, ob er sich mit mir trifft! Du hast dich beim letzten Mal nicht getraut!“, keifte die eine und schubste das andere Mädchen.
„Das zählte nicht, ich konnte es ja noch nicht mal versuchen! Außerdem hab ich ihn zuerst gesehen!“, gab dieses ebenso unfreundlich zurück. Die beiden fingen an, sich gegenseitig anzuschreien und in diesem Moment fasste Bomin einen gewagten Entschluss. Chanhee hatte gesagt, er müsse die anderen nur denken lassen, dass er nicht zu haben war, um sie loszuwerden. Und außerdem wollte er das, was er sich soeben vorgenommen hatte, sowieso schon lange tun. Also konnte er sozusagen gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Mit einem vorfreudigen Grinsen ging er auf Daeyeol zu, schlang seine Arme um den Nacken des Älteren und küsste ihn vor den Augen aller anwesenden Schüler.
Bomin konnte Daeyeols Überraschung über die plötzliche Handlung des Jüngeren deutlich wahrnehmen, als sich dieser überhaupt nicht rührte. Sofort überkamen Bomin Vorwürfe und er fühlte sich egoistisch, weil er Daeyeol ausgenutzt hatte, bloß um seine Verehrerinnen loszuwerden. Er wollte sich schon von ihm lösen, doch dann spürte er, wie der Andere seine Arme um Bomins Hüfte legte und ihn näher zu sich zog, um den Kuss zu vertiefen.
Mit einem Mal waren alle Gedanken an seine Mitschüler wie weggewischt. Es zählte nur noch Daeyeol, der ihn mit solcher Hingebung küsste und Bomin fand, dass ihre Lippen perfekt zueinander passten.
Erst als sich die beiden wieder voneinander lösten, nahm Bomin das Gekreische der Mädchen war, die sich eben noch um ihn gestritten hatten. Er drehte sich um und registrierte zufrieden die entsetzten Blicke, die ihm von allen Seiten zugeworfen wurden. Morgen würde er wohl keine Liebesbriefe mehr in seinem Spind finden. Ein bisschen schade fand er es schon, dass Chanhee und Hyunjin nicht mitbekommen hatten, wie Bomin gerade so ziemlich jeden Anwesenden zum verstummen gebracht hatte. Aber sie würden morgen wohl ohnehin mitbekommen, dass sich etwas gewaltig verändert hatte.
„Verrätst du mir, womit ich diesen Kuss eben verdient habe?“, fragte Daeyeol schmunzelnd. Bomin lächelte ihn verschmitzt an. „Das erzähl ich dir zu Hause“, meinte er, bevor er die Hand des Älteren nahm, ihre Finger miteinander verschränkte und gemeinsam mit ihm zum Parkplatz hinüber ging.

„Hast du das Bild?“ „Na klar, man muss schließlich soviel Material sammeln wie möglich. Damit können wir ihn bestimmt beim Abschluss noch aufziehen.“
Mit einem zufriedenen Grinsen verließen Hyunjin und Chanhee ihren Späherposten hinter dem kleinen Busch und warfen noch einen letzten Blick auf das Auto, welches gerade in die entgegengesetzte Richtung davonfuhr.
„Aber du musst schon zugeben, dass Bomin ziemlich mutig gewesen ist. Ich hätte nicht gedacht, dass er das vor den ganzen anderen Schülern machen würde“, sagte Hyunjin. „Stimmt. Gut, dass wir heute noch ein paar Liebesbriefe dazu in seinen Spind gesteckt haben. Wer weiß, wie lange er es sonst noch einfach ertragen hätte“ pflichtete Chanhee ihm bei. „Aber vielleicht ist er auch einfach nur schon zu verliebt gewesen.“
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