Ein feuchter Albtraum.

OneshotAllgemein / P12 Slash
Farmer (männlich) Sebastian
11.08.2020
11.08.2020
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Ein feuchter Albtraum.

Author's Note
Ideen wie diese entstehen, wenn man sich gemütlich im Schreibstübchen zusammensetzt und sich über dieses und jenes austauscht. Vielen Dank für diesen simplen, aber dennoch inspirierenden Denkanstoß, Severin Sesachar!

Bevor ihr mit dem Lesen loslegt, will ich euch noch die Titelvorschläge, die ich von Sesa bekommen habe, präsentieren. Sie sind zu gut, um sie nicht mit der Menschheit zu teilen!
„Was das Fass zum Überlaufen bringt - Dieser Tropfen war zu viel!“
„Tröpfcheninfektion - Angriff aufs Schlafbedürfnis“
„Der arme Tropf - Von einem, der auszog, das Klempnern zu lernen“
„Du bist ja nicht ganz dicht!“
„Steter Tropfen höhlt das Hirn!“

Auch meine liebste Yukii hatte eine tolle Idee:
„Tropf. Tropf. Wer ist da?“

Pairing:
Max (Male Farmer) x Sebastian
Kurzbeschreibung:
Ein kleiner Tropfen kann das gedankliche Fass zum Überlaufen bringen…


Ein feuchter Albtraum.

Seit Stunden wälze ich mich im Bett hin und her. Ich bin zwar müde, doch es ist unmöglich, auch nur ein Auge zuzubekommen. Mein Freund empfindet das jedoch anders als ich. Mit einem leisen, rhythmischen Schnarchen liegt Max neben mir in dem großen Doppelbett. Er schläft wie immer tief und fest, vollkommen ungestört. Max ist die Art von Mensch, der innerhalb weniger Minuten einschlafen kann. Ich habe leider nicht so viel Glück wie er. Ich bin der Typ Mensch, der nicht nur bei jedem Geräusch aufwacht, nein, ich kann auch gar nicht erst einschlafen, wenn ich etwas höre, das meine Nerven strapaziert.
Wo wir wieder bei Max wären: Sein Schnarchen nervt.

Während mein Freund im Land der Träume versunken ist, ärgere ich mich um die vielen Geräusche auf der alten Farm. Max wohnt nun schon einige Monate hier. Er ist an die vielen Geräusche in und um sein Haus längst gewohnt, ich dagegen bin hochgradig genervt. Dass es in dem alten Farmhaus nicht so angenehm ruhig wie in meinem Zimmer ist, stresst mich und Stress ist das, was man am wenigsten brauchen kann, wenn man versucht einzuschlafen.

Es ist kein Geheimnis, dass ich mit Schlaf generell ein großes Problem habe. Nicht nur, dass mein Tag-Nacht-Rhythmus sich oft umkehrt, wenn ich in meine Arbeit vertieft bin, es ist auch noch so, dass ich sehr oft von Einschlafschwierigkeiten geplagt werde. Sollte ich es dann doch schaffen, in den Schlaf zu finden, erwarten mich oft Albträume. Sobald ich diesen Albträumen entfliehen kann, geht der Spaß wieder von vorne los…

Mit geschlossenen Augen atme ich tief durch. Mein Kopf braucht Ruhe. Ich werde niemals einschlafen können, wenn ich nicht versuche, runterzukommen und abzuschalten.

Angestrengt versuche ich mich, auf meine Atmung zu konzentrieren und Ruhe zu bewahren, doch es gelingt mir nicht länger als wenige Sekunden. Die Lärmbelästigung ist kaum zu ertragen. An der Dachrinne neben unserem Fenster kratzt ein Ast, der durch den Wind bewegt wird. Dann ist da natürlich noch Max’ Schnarchen, doch am schlimmsten ist dieser verdammte, unausstehliche Wasserhahn, der in der Küche vor sich hin tropft. Immer und immer wieder fällt ein Wassertropfen provokant in die Metallspüle. Und noch einmal. Ein weiterer Tropfen. Und noch einer… Ich halte das nicht länger aus!

Mit weit offenen Augen und immer weiter steigendem Puls starre ich in der Dunkelheit an die Zimmerdecke. Selbst wenn die Geräusche plötzlich stoppen würden, könnte ich nicht einschlafen. Ich bin zu wütend, viel zu wütend.

Ich hasse es, hier zu sein.
Ich hasse dieses verdammte Haus.
Ich muss Max verlassen.
Ich würde es nie überleben, wenn ich hier einziehe.
Ohne richtigen Schlaf drehe ich vollkommen durch.
Das geht einfach nicht!

Mein letzter Versuch, in dieser Nacht Ruhe zu finden, startet damit, dass ich mir die Ohren zuhalte, doch der tropfende Wasserhahn ist bereits in meinen Kopf eingedrungen. Selbst wenn ich das Geräusch akustisch nicht mehr höre, höre ich es in meinem Kopf!

Quengelig und ein wenig zu ungestüm kuschle ich mich an meinen Freund. Mit meiner Stirn stupse ich Max etwas fester gegen die Rippen. Er dreht sich in meine Richtung und legt seinen starken Arm um mich. Max wacht zwar nicht auf, doch durch diese Bewegung hört er wenigstens auf zu schnarchen.

„Ich kann nicht schlafen, ich hasse mein Leben“, schmolle ich murmelnd gegen seinen Brustkorb. „Ich will nach Hause.“
„Mhm“, antwortet Max mir im Schlaf.

Anstatt etwas gegen die vielen nervigen Umstände zu machen, drückt Max mich ein wenig gegen sich. Er schläft weiter, als wäre alles in Ordnung. Doch es ist nicht in Ordnung! Sein sonst eher schützender Arm fühlt sich im Moment an wie Fesseln. Fesseln, die mich hier im Bett und umzingelt von Lärm festhalten. Nicht nur, dass ich kein Auge zubekomme, jetzt kann ich mich nicht einmal mehr bewegen.

„Maaax, Max…“, versuche ich ihn recht leise, fast schon flüsternd, zu wecken. Als das noch nicht hilft, hebe ich meine Stimme ein wenig. „Max. Max, wach auf.“
„Was ist denn los, Sebby?“, fragt mein Freund müde. Er streichelt meinen Kopf, nimmt aber dann ein wenig Abstand von mir.
„Ich kann nicht schlafen.“
„Wieso?“, fragt er verschlafen nach. „Schnarche ich?“
„Ja, das auch“, antworte ich ihm leidend.

Der Wind bläst ein weiteres Mal um das alte Farmhaus. Der Ast schlägt einige Male gegen die Dachrinne, wodurch einige kleine Äste über das Metall kratzen. Das dadurch entstehende Quietschen bereitet mir großes Unbehagen.  

„Oh… Der Wind?“, fragt Max weiter.
„Mhm… auch, ja…“
„Entschuldige. Ich wollte den Ast schon länger abschneiden, aber meine Leiter ist zu kurz… Wenn du willst, können wir im Wohnzimmer schlafen und ich kümmere mich morgen darum…“ Max gähnt. „Ich leihe mir von Marnie eine Leiter und mach das dann… also morgen…“
„Okay.“

Max braucht einige Sekunden, um sich zu orientieren, doch dann setzt er sich auf. Er tastet meinen Körper entlang. An meinem Hintern macht er eine kurze Pause, um mich zu betatschen, doch dann arbeitet er sich zu meinem Brustkorb vor. Sein Ziel ist es, meine Schultern und meinen Hals zu finden. Er streichelt mich, ehe ich einen Kuss auf die Stirn bekomme.  

„Komm, lass uns rüber gehen.“
„Ja“, stimme ich ihm schmollend zu.

Max nimmt Decke und Polster mit hinüber ins Wohnzimmer. Die Couch ist glücklicherweise noch ausgezogen, das heißt, dass wir nicht nur genug Platz haben, sondern uns sogar noch ein wenig Arbeit ersparen. Die Matratze in Max’ Schlafzimmer ist zwar weicher, doch ich bin sicher, dass ich sofort wieder aufwache, sobald ein weiterer Windstoß aufkommt.

Wir machen es uns bequem. Ich decke mich zusätzlich mit der flauschigen Kuscheldecke zu, in die ich mich immer wickle, wenn wir zusammen auf der Couch fernsehen. Kaum liegen wir, zieht Max mich schon zu sich. Ich bette meinen Kopf auf seinem Arm und streichle über seinen Brustkorb. Mein Freund gibt mir einen weiteren Kuss auf die Stirn. Eigentlich ist es immer schön, wenn wir miteinander kuscheln und das wäre es auch jetzt, doch dieser verdammte Wasserhahn treibt mich in den Wahnsinn. Der immer wieder wiederholende Tropfen regt mich dermaßen auf, dass ich noch eine Weile brauchen werde, bevor ich auch nur daran denken kann, einzuschlafen.

„Und jetzt schlaf... Ich muss morgen wieder mit den Hühnern aus dem Bett… wortwörtlich.“

Wenn ich das nur könnte…

Der Szenenwechsel hilft zwar gegen den kratzenden Ast, der tropfende Wasserhahn hingegen ist lauter denn je. Vorhin hat mich wenigstens noch eine Tür von diesem nervigen Tropfen getrennt, doch das Wohnzimmer ist bloß durch einen Türbogen mit der Küche verbunden. Dass ich daran nicht gedacht habe, als Max mir vorgeschlagen hat, dass wir auf der Couch schlafen, macht sich jetzt durch noch mehr Ärger bezahlt.

Leidend verziehe ich das Gesicht.
Es klingt, als würde der Wasserhahn direkt neben meinem Kopf tropfen. Ein weiterer Wassertropfen fällt in die Spüle. Und noch einer. Noch ein Tropfen. Krampfhaft versuche ich das Tropfen zu ignorieren, doch ich kann nicht mehr. Ich bin am Ende mit meiner Geduld.

„Max...“
„Was ist denn? Mach die Augen zu und schlaf.“
„Hörst du das nicht? Der scheiß Wasserhahn.“
Mein Freund lässt einen genervten Seufzer los. „Was soll ich dagegen machen? Was erwartest du jetzt von mir?“
„Gar nichts“, antworte ich ihm ebenso gereizt.
„Gar nichts“, wiederholt Max. „Manchmal bist du so ein richtiges Weib. Das mir mal ein scheiß Wasserhahn den Schlaf rauben wird… Ich glaub’s ja nicht.“

Max schüttelt mich ab. An der Art, wie er sich von mir löst, merke ich eindeutig, dass ich seine Geduld strapaziere, wenn nicht sogar überstrapaziere. Er steigt von der Couch und verlässt murmelnd das Wohnzimmer. Normalerweise lässt er sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen, heute treffe ich irgendwie einen Nerv. Eigentlich ist Max immer sehr umgänglich…

Das Licht der Küche fällt nun ins Wohnzimmer. Ich höre, dass Max das Wasser in der Küche auf- und wieder abdreht.

„Verdammter Wasserhahn…“ Erneut höre ich das Wasser rauschen. „Alles, was ich wollte, ist, mit Sebastian zu kuscheln und eine Nacht mit ihm zu verbringen… Verdammtes Scheißding…“

Was Max genau macht, weiß ich nicht, ich höre jedoch, dass er irgendeine Schranktür öffnet. Er stöhnt genervt, doch dann öffnet er die Kellertür. Dass er die Tür zum Keller öffnet, erkenne ich an dem mir nur allzu gut bekannten Knarren der alten Scharniere. Jedes Mal, wenn ich kühle Getränke aus dem Keller holen möchte, habe ich das Gefühl, dass sich meine Nackenhaare aufstellen, sobald ich die Kellertür öffne. Das Geräusch ist unverwechselbar und beinahe noch nerviger als der Wasserhahn.

„Ich hoffe, du weißt, dass ich für niemanden sonst auf der Welt mitten in der Nacht mein Werkzeug raushole, um etwas zu reparieren. Wehe du schätzt das nicht…“
„Max, du musst das nicht-“
„Und mir die restliche Nacht dein Gejammer anhören? Klar…“

Dieser Moment bereitet mir ein wenig Bauchschmerzen. Max und ich streiten selten und wenn, dann nur wegen dämlichen, alltäglichen Dingen, die gleich wieder in Vergessenheit geraten. Jetzt habe ich jedoch das Gefühl, dass er richtig sauer auf mich ist. Dabei kann ich gar nichts dafür. Es ist dieser Wasserhahn. Er treibt mich in den Wahnsinn.

Schmollend kuschle ich mich in meine Decke. Ich höre, wie Max in der Küche arbeitet. Eigentlich gehe ich davon aus, dass es ewig dauert, doch mein Freund schaltet das Licht aus und gesellt sich schnell zurück zu mir auf die Couch. Max zieht mich wieder in seine Arme. Es ist still. Das Tropfen ist verschwunden. Erleichtert atme ich durch.

„Danke“, ertönt meine kleinlaute Stimme in der Dunkelheit.
„Ich hab noch nichts gemacht“, antwortet Max mir. „Ich hab bloß ein Handtuch ins Waschbecken gelegt. Aber ich repariere den Wasserhahn morgen. Aber nur unter einer Bedingung.“
„Und die wäre?“, frage ich nach.
„Dass du für meine Bemühungen noch eine oder zwei Nächte hier bleibst.“
„Einverstanden“, antworte ich zufrieden.

Wir besiegeln unsere Abmachung mit einem sanften Kuss.

„Und jetzt, da es endlich still ist…“ Max zieht etwas an der Decke, in die ich mich eben eingekuschelt habe, und legt somit meinen Bauch frei. Erst streichelt Max mich, doch dann schlüpft er mit seinen Fingern unter mein Shirt, um mit seinen rauen Fingern meine bloße Haut berühren zu können. „…werde ich noch dafür sorgen, dass du so ausgepowert bist, dass du ganz schnell einschlafen kannst.“
Sein Unterton verrät sofort, was Max mit mir vorhat. Grinsend schmiege ich mich gegen seinen Körper, als er beginnt, meinen Hals zu küssen.

Genüsslich schließe ich meine Augen, während Max mich vorsichtig entkleidet. Ich weiß nicht, worauf ich mich im Moment mehr freue…
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