Leiden-schaft

von Samsala
GeschichteAllgemein / P18 Slash
Dr. John Watson Irene Adler Mycroft Holmes Sherlock Holmes
10.08.2020
19.09.2020
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10.08.2020 500
 
Fft, Fft, Fft.

So machte das Leder, wenn es durch die Luft zischte.

Fft, Fft, Fft.

Wenn es auf seinen Körper auftraf machte es ein anderes Geräusch.

Klatsch, klatsch, klatsch.

Er biss die Zähne zusammen. Hieß den Schmerz willkommen.

Klatsch, klasch, klatsch.

Obwohl es nur die schwachen Hände einer Frau waren, die das Leder führten, war der Schmerz durchaus stark.

Klatsch.

Er schloss die Augen und atmete tief ein. Der letzte Schlag hatte seine Hoden getroffen. Ein exquisiter Schmerz. Viele Männer hätten jetzt vor Lust gestöhnt oder geschrien. Aber er nicht. Er war hier ganz der Soldat, der stets unter seiner Oberfläche schlummerte. Außerdem ging es hier nicht um Lust, sexuelle Erregung oder Ekstase, sondern um Bestrafung.

Er hatte es verdient geschlagen zu werden. Es war die Strafe für seinen Betrug.

Fft, klatsch, Fft, Klatsch.

Sie wurde langsam müde. Selbstverständlich hatte sie nicht die Kraft oder die Ausdauer eines Mannes oder wie er. In dieser Konstellation jedoch kam für ihn ein anderer Mann niemals in Frage.

Nein, er hatte sie hintergangen. Es musste eine Frau sein. Stellvertretend sozusagen. Wenn die Schmerzen dann durch seinen Körper jagten, konnte er sich vorstellen, dass...

Klatsch, fft, klatsch, fft.

Es war seine Art Buße zu tun.

Auf der anderen Seite war er voller Wut. Wie oft im Alltag war er kurz davor die Fassung zu verlieren. Bei Kleinigkeiten schon geschah es, dass sich sein Gesichtsfeld verfinsterte und er nur noch rot sah. Allein seine Besuche in diesem diskreten Club verhinderten schlimmeres.

Scht, scht, scht.

So klang es, wenn er am Ruder war.

Scht, scht, scht.

Die Männer, es waren nur Männer, die vor ihm knieten und keine Frauen, zitterten unter seinen Schlägen. Manche stöhnten, schrien oder weinten sogar. Keiner von ihnen empfand dabei irgendeine Form von Erregung. Darauf hatte er bei seiner Auswahl geachtet. Er wollte keine lechzenden Typen, die bei jedem Schlag nur darauf warteten abspritzen zu dürfen.

Es ging hier nicht um Befriedigung. Auch hier ging es um Genugtuung. Ja, er wollte leiden, er musste leiden, aber gleichzeitig brauchte er auch ein Ventil.

Ohne diesem Ort würden diese widersprüchlichen Gefühle ihn umbringen. Da war er sich sicher.

Die Männer unter seiner Knute konnten sich wirklich nicht beklagen. Die Schläge, die ihn trafen und die er austeilte waren gut gesetzt. Es war vereinbart, dass nur auf die Stellen gezielt wurde, die man durch die Kleidung verdecken konnte. Ein blaues Auge oder etwas in der Art konnte er nun wirklich nicht gebrauchen. Jegliche Aufmerksamkeit zu seinen Treffen musste vermieden werden. Im Club zahlte er für diese Dienste eine schöne Stange Geld, das er eigentlich überhaupt nicht hatte.

Die Überstunden, mit denen er sich zu Hause entschuldigte, waren nur eine billige Ausrede aber in Wahrheit hätte er zusätzliches Geld nur allzu gut gebrauchen können. Das, was er verdiente, rann ihm nur so durch die Finger. Aber er wusste sich keinen anderen Rat mehr. Er konnte und wollte nicht auf diese Besuche verzichten. Nicht mehr. Er konnte nur hoffen, dass niemals etwas ans Licht drang.
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