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Drei Jahre

GeschichteDrama, Angst / P18
Christina "Chris" Alonso Daniel "Hondo" Harrelson Jr. David "Deacon" Kay Dominique Luca OC (Own Character)
09.08.2020
25.10.2020
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09.08.2020 970
 
Sie hatten gerade gemeinsam zu Mittag Fleischbällchen nach dem Rezept von Lucas Grandma verputzt, als Commander Hicks durch die Tür in die Küche stürmte.
„Wischen Sie sich die Soße auf dem Gesicht und kommen Sie mit. Alle.“
Ohne eine Antwort abzuwarten, verschwand Hicks wieder.
Sein Team stand wie erstarrt und sah zu ihm. Hondo nahm seinen Teller vom Tisch.
„Los, ihr habt den Mann gehört.“
Seine Kollegen folgten seinem Beispiel, stellten eilig ihre Teller in die Spüle und folgten dem Commander in den Flur. Hondo sah ihn gerade noch in der Tür zur Einsatzzentrale verschwinden und beschleunigte seine Schritte.
Alle Monitore waren hell erleuchtet, als sie eintraten. Auf der einen Seite sahen sie eine Straßenkarte vom Südwesten von Los Angeles. Auf der anderen waren Auszüge einer Personalakte und der Führerschein einer Frau zu sehen.
Als alle im Raum waren, räusperte sich Hicks. „Die Kollegen von der Harbor Community Division haben uns diesen Vermisstenfall geschickt.“
„Aber...“, wandte Luca ein.
Ein scharfer Blick von Hicks ließ ihn verstummen.
„Sehen Sie sich das Bild von der Frau genau an. Dann wissen Sie, warum.“
Hondo sah auf das Foto, dann zu Deacon. Offensichtlich hatten sie denselben Gedanken. Sein Kollege sprach ihn aus. „Sie wollen sagen, der Busfahrer ist wieder unterwegs?“
„Es sieht so aus. Ich gebe Ihnen alles, was wir derzeit an Infos haben.“ Hondo trat vor das Führerscheinfoto auf dem Bildschirm, während sein Vorgesetzter sprach. „Die Vermisste ist eine ehemalige Navy-Angehörige. Chief Hospital Corpsman Christina Brown. Sie war im Medizinischen Dienst und arbeitet jetzt als leitende Oberschwester im Kinderkrankenhaus in Torrence. Sie ist vierunddreißig, 1,75m groß, 70 Kilo. Verheiratet mit Lieutenant Commander Sean Brown, US Navy Seals. Er ist seit knapp einer Woche in Afghanistan und derzeit nicht erreichbar. Der NCIS überlässt uns den Fall aufgrund der Vorgeschichte, steht bei Bedarf aber zur Verfügung.“
„Verdammt“, knurrte Hondo und schlug mit der Faust auf den Tisch.
Deacon räusperte sich. „Sie sieht genauso aus wie die ersten drei Opfer. Schmales Gesicht, lange braune Haare. Die Größe stimmt auch“, summierte er auf. „Was wissen wir noch?“
„Wenn es wirklich der Busfahrer ist, hat er erneut das Gebiet gewechselt. Die Browns wohnen in San Pedro, auf der West 15th. Christina kam von der Nachtschicht, mit dem Bus. Früher fuhr sie wohl mit dem Auto, aber das Krankenhaus baut seit Monaten das Parkhaus um, es gibt keine Plätze für die Angestellten. Die Jungs haben mit ihren Kollegen gesprochen und den Nachbarn. Sie holt seit Jahren nach der Nachtschicht bei José, der Mann hat einen kleinen Laden in ihrer Straße, morgens die Zeitung und einen Bagel. Der Mann ist an die siebzig, aber absolut klar und scharfsichtig. Er kennt ihre Schichtpläne genau. Heute morgen kam sie nicht nicht mit ihrem üblichen Bus. Als sie eine Stunde später immer noch nicht da war, hat er ihre Handynummer gewählt, aber sie ist nicht rangegangen. Laut den Nachbarn hilft sie gelegentlich Anwohnern ohne Versicherung bei kleinen medizinischen Problemen, José dient als Kontaktbörse, deshalb hat er die Nummer. Die Ortung durch die Kollegen führte zu einem Mülleimer ein paar Straßen weiter.“
„Und wo kommt der Busfahrer ins Spiel?“, fragte Hondo, obwohl er die Antwort kannte.
„Mrs Brown hat pünktlich Feierabend gemacht und ist mit ihrer Kollegin in den Bus gestiegen. Die ist nach ein paar Stopps umgestiegen, Christina fuhr weiter. Aber sie ist nicht am Zielort angekommen. Die Kollegen haben das Video aus dem Bus angefordert.“
Hicks schob ein Fenster auf den Wandbildschirm. Sie sahen Aufnahmen einer Sicherheitskamera, etwas körnig, aber Christina Brown war eindeutig zu identifizieren, ebenso die Haltestellenanzeige an der Decke.
„Das ist drei Stopps zu früh“, erklärte Luca, als sie sie aussteigen sahen. „Das ist an der Fünften.“
„Und sie ist nicht sicher auf den Beinen“, ergänzte Chris.
Hondo ging zum Bildschirm und klopfte mit dem Finger darauf. „Der Typ hier neben ihr entspricht genau unserem Mann. Die Haare sind länger, aber das ist er.“ Er wandte sich zu seinen Leuten. „Das kann doch verdammt noch mal nicht wahr sein. Drei Jahre. Drei Mal ist uns der Scheißkerl entwischt. Und jetzt holt er sich noch eine Frau. Warum kriegen wir den Typen nicht?!“
„Weil er kein Muster hat“, antwortete Street knapp.
„Was weißt du darüber?“
„Sein zweites Opfer stammte aus meinem alten Revier. Sein Frauentyp und die Vorgehensweise sind identisch, aber LA hat hunderte Buslinien. Keine Ahnung, ob er würfelt oder Bingo spielt, oder wie auch immer er die Linie auswählt. Er scheint die Busse dann zu beobachten, um sich sein Opfer auszusuchen. Und wenn es soweit ist, fährt er mit, setzt sein Opfer unter Drogen und zwingt die Frau, mit ihm auszusteigen. Ein paar Tage später finden wir sie gefesselt und stranguliert irgendwo in einer Gasse.“
Hicks nickte. „Danke für die Zusammenfassung, Street. Wir alle haben die Bilder der ersten drei Opfer vor Augen.“
Er brach ab, als Hondo ihn beiseite schob. Er tippte kurz, dann erschienen neben Christinas Bild die Führerscheinfotos von drei weiteren Frauen. Sie alle sahen sich ähnlich.
„Es darf nicht noch ein viertes Todesopfer geben. Er darf uns nicht noch einmal entwischen. Chris, Street, ihr seht euch das Überwachungsvideo an, ob wir nicht irgendeine Aufnahme finden, die klar genug für die Gesichtserkennung ist. Tom, Luca, ihr sucht im Umkreis der Haltestelle, an der sie ausgestiegen sind, nach Kameras. Häuser, Geschäfte, Geldautomaten. Was auch immer. Deacon und ich gehen die Abläufe der anderen Fälle nochmal durch. Es muss irgendwo einen Schwachpunkt geben, an dem wir ansetzen können. Wie bringt er sie vom Bus weg, wo bringt er sie hin. Wo hält er sich tagelang mit ihnen auf? Wie sie zu Tode kommen, wissen wir. Wie bringt er sie an den Ablageort? Wir brauchen Antworten! Christina Brown ist heute morgen um 7:38h aus dem Bus gestiegen. Wenn er bei seinem Schema bleibt, hat sie noch maximal zweiundvierzig Stunden. Los!“, befahl er seinen Kollegen.
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