Bis dass der Tod uns scheidet

von Yuno
GeschichteRomanze, Tragödie / P18
OC (Own Character) Shinichi Kudo Shuichi Akai Yukiko Kudo Yusaku Kudo
09.08.2020
16.09.2020
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16.09.2020 2.036
 
„Sag, Minako… Du gehst wirklich nicht mit diesem Studenten? Wenn nicht jetzt, wann ist dann die perfekte Möglichkeit eine Familie zu werden?“, flüsterte Sonoko ihr leise ins Ohr. Mina musste dabei nur leicht lachen. „Nein, ganz sicher nicht“, entgegnete sie der Oberschülerin. Der Student, von dem hier die große Rede war, schien allerdings bemerkt zu haben, dass man über ihn sprach. Er blickte über seine Schulter zu den drei jungen Frauen: Minako, Sonoko und Ran. „Wollt ihr mir etwas sagen?“, fragte er und schulterte seine Tasche. „Ach, nicht doch“, wank Ran schnell ab, doch Sonoko sprach zur selben Zeit: „Bist du in Minako verliebt?“, fragte sie unverblümt.

Subaru lächelte einfach nur und gab der Oberschülerin damit keine eindeutige Antwort. „Ich bin dann mal weg. Bis morgen“, sagte er nur noch und wank mit dem Autoschlüssel in der Hand, ehe er hinter der Haustür verschwand. „Wohin wollte er nochmal gehen?“, fragte das reiche Plappermaul. „Er sagte, er habe irgendeine wichtige Besichtigung, einen Ausflug, irgendwie sowas. Es geht um sein Studium“, erklärte Mina.

Warum die beiden Mädchen bei ihr im Haus waren? Nun, so ganz hatte die junge Frau noch nicht verstanden wieso, doch die beiden wollten sie in das Café Poirot einladen. Und im Grunde hatte sie nichts dagegen, auch, da ihr Appetit auf Süßes sehr gestiegen war. Sie versuchte es nicht so offensichtlich zu machen, doch die Apfelmus Gläser stapelten sich und auch war in jedem Mülleimer des Hauses massig Bonbonpapier zu finden.

„Oh, seht nur… Es regnet wieder“, merkte Ran an und blickte aus dem Fenster. „Du hast recht damit gehabt, dass wir Regenmäntel anziehen sollen“, erwiderte Sonoko und stellte sich zu ihrer Freundin. „Wir können ja auch einfach einen Moment noch warten, bis der Schauer vorüber ist“, schlug Mina vor. In der Zwischenzeit suchte sie sich ihren Regenmantel heraus, eines der wenigen Kleidungsstücke, die ihr noch passten.

Und überraschenderweise musste sie zugeben, dass der Mantel sogar so geschnitten war, dass ihr siebzehn Wochen großer Bauch nicht zu sehen war. Nun… Ihre Oberweite, die durch die Schwangerschaft wie so viel anderes auch gewachsen war, übertönte auch alles andere. Wenngleich es nicht immer angenehm war… Ein wenig genießen tat sie die einen oder anderen Vorzüge einer Schwangerschaft schon.

„Hey, wir haben wieder eine Regenpause, also lasst uns schnell gehen“, rief Ran. Mina stieß wieder zu den beiden Oberschülerinnen dazu und ging mit ihnen zusammen zum Café Poirot. „Hast du eigentlich mal wieder etwas von Shinichi gehört?“, fragte Ran auf dem Weg zum Café. Minas senkte ihren Blick ein wenig. Sie konnte Ran verstehen… Wie sie Shinichi vermissen musste. „Nein habe ich nicht. Tut mir leid“, erwiderte die junge Frau. „Ach, Kopf hoch, Ran. Der Kellner im Café ist doch auch erste Sahne, den solltest du dir angeln“, meinte Sonoko daraufhin tröstend. Aber… Mina wusste besser, als alle anderen, dass andere Jungs oder Männer bedeutungslos wurden, was die Liebe betraf, wenn man den einen gefunden hatte… Und da nahm man noch so viel Leid auf sich.

„Der Kellner? Ich war schon seit Ewigkeiten nicht mehr dort… Das letzte Mal… In meiner Schulzeit? Den einzigen Kellner, den ich dort kenne, ist gleichzeitig der Chef, aber erste Sahne würde ich ihn jetzt nicht nennen“, sagte Mina etwas verwundert. „Du hast wirklich etwas verpasst, Minako. Mittlerweile arbeitet ein absolut süßer Kellner in dem Café. Sein Name ist Toru Amuro“, sagte Sonoko leicht vor sich hin schwärmend. „Soll ich Makoto eine Nachricht schreiben?“, fragte Ran daraufhin mit einem leicht bösen Unterton. Ihre Freundin hob daraufhin nur abwehrend die Hände. „Nicht doch…“

Als sie ins Café kamen, welches zum momentanen Zeitpunkt ziemlich leer war, wurden sie auch schon von der Kellnerin hinter dem Tresen begrüßt. „Willkommen! Oh, hallo Ran und Sonoko und…“ Azusa stoppte und musterte Minako einen Moment lang. „Wenn das nicht Azusa Enomoto…“, meinte Minako schmunzelnd und wank ihr zu. „Minako Kudo“, entgegnete Azusa nun, als der Groschen bei ihr gefallen war. „Ihr kennt euch?“, fragte Ran überrascht und blickte zwischen den beiden jungen Frauen hin und her. „Natürlich, immerhin gingen wir in die gleiche Klasse auf der Teitan-Oberschule“, erklärte Mina den beiden Oberschülerinnen. „Aber ich wusste nicht, dass du aus den Staaten zurück bist“, bemerkte die Kellnerin des Cafés überrascht aber dennoch freundlich. Nun, sie war ja auch noch nicht allzu lange zurück. „Das hat sich alles ganz spontan entwickelt“, lachte Mina. Ziemlich spontan, um genau zu sein.

Sie nahm mit den beiden Schülerinnen an einem Tisch platz, wobei sich Azusa sehr schnell zu ihnen gesellte. „Also, was darf es sein? Ach, und Mina… Ich weiß schon was du möchtest. Du trinkst immer noch Eisschokoladen, richtig?“, fragte Azusa lächelnd. Mina schnaubte amüsiert und nickte zu Bestätigung. Als Sonoko und Ran sich auch was von der Karte ausgesucht hatten, verschwand Azusa wieder, hinterließ aber eine positiv überraschte Minako an dem Tisch. „Ich hätte nie gedacht, dass ich hier eine alte Klassenkameradin treffen würde… Ich dachte, die haben sich mittlerweile in ganz Japan verteilt“, sagte sie leise vor sich hin.

„Ist doch klasse, selbst nach drei Jahren noch alte Freunde wiederzutreffen“, meinte Ran begeistert. Mina nickte leicht. Ja, schließlich war es für sie erst gar nicht so einfach gewesen, wieder in Japan zu leben, da alles so anders war, als in Amerika. Die Kultur, die Sprache, die Traditionen, der Verkehr… Einfach alles. „Sag mal, Sonoko… Wo ist eigentlich dein Freund zurzeit?“, fragte sie die Schülerin. „Zurzeit in Europa, glaube ich“, murmelte diese vor sich hin, als wäre sie in Gedanken gerade auch dort. „Und sag mal, wie hieß dein Freund nochmal?“, fragte Sonoko wieder unverblümt. „Hey, das kannst du doch nicht einfach so fragen… Du weißt doch…“, wollte Ran sagen, doch Mina schloss die Augen und antwortete ohne zu zögern: „Shuichi Akai.“

Im Café hörte man etwas zu Bruch gehen. Ein Glas, was mitsamt Inhalt zu Boden fiel, in tausend Teile zerbrach und dann auch noch eine riesige Sauerei veranstaltete. Um genau zu sein, war das ihre Eisschokolade, die der Kellner vor dem Tisch hatte fallen lassen. Erst da bemerkte Mina, dass es gar nicht Azusa war, die das Essen der beiden Mädchen und ihr Getränk brachte, sondern ein junger Kellner. Offenbar der, von dem Sonoko geschwärmt hatte.

„Ich bitte vielmals um Verzeihung“, sagte er dann, stellte die Speisen der beiden Oberschülerinnen auf den Tisch und kniete sich dann auf dem Boden, um die Scherben einzusammeln. „Amuro, können wir dir helfen?“, fragten Ran und Sonoko synchron. „Ach, was. Nein, das geht schon“, sagte er und blickte lächelnd zu den beiden auf. Mina jedoch erkannte, dass dies kein echtes Lächeln war.

Es dauerte nun seinen Moment, doch auch Mina bekam nun ihr süßes Getränk auf dem Tisch gestellt. „Gibt es nun einen tieferen Grund, warum ihr mich hier her eingeladen habt?“, fragte sie, nachdem sie einen großen Schluck von der schokoladigen Kalorienbombe genommen hatte. „Ich wollte mich bei dir bedanken, dass du dich die letzten Tage um Conan gekümmert hast“, erklärte Ran dann mit einem Lächeln. Mina legte den Kopf ein wenig schief. „Ich sollte dir wohl eigentlich danken, dass du dich die ganze Zeit über um ihn kümmerst“, entgegnete sie der Schülerin. Diese wank jedoch nur ab.

Die letzte Woche, die ihre Eltern zu Besuch waren, war auch Shinichi zu Hause, sodass sie diese Zeit als Familie verbringen konnten. Ihre Eltern waren heute früh zu ihrem Flug wieder aufgebrochen, Shinichi war bei Professor Agasa und nun hatte sich auch Subaru bis morgen aus dem Staub gemacht. Somit war sie allein in dem großen Haus der Kudos. Na, ein wenig Ruhe würde ihr mit Sicherheit auch nicht schaden.

Mina versuchte einen möglichst angenehmen Nachmittag mit den beiden Oberschülerinnen zu verbringen. Das einzige, was ihr ein wenig den Spaß verdarb, war dieses brennende Gefühl im Rücken, dass sie immer mal wieder spürte. Sie wusste nicht, ob sie sich das einbildete oder ob ihre Hormone daran schuld waren, doch sie könnte schwören, dass sie beobachtet wurde.

„Ihr habt es ja nicht weit, was?“, meinte Mina schmunzelnd und blickte zur Detektei Mori auf, die über dem Café war. Ran nickte bestätigend. „Ja, aber komm du auch gut nach Hause“, sprach die Oberschülerin dann noch zum Abschied. Das Gute war, dass sie selbst es auch nicht weit zu ihrem Elternhaus hatte. Sie wank den beiden Oberschülerinnen noch zu, ehe sie sich auf den Weg nach Hause machte.

Gemütlich ging sie die Straße entlang, den Blick immer mal wieder nach oben in den Himmel richtend. Dadurch, dass der Himmel wolkenverhangen war, wurde es viel schneller dunkel. Und dabei war es noch früher Abend. Na immerhin war es nicht am Regnen.

„Ich bin wieder da“, rief sie in das Haus hinein, nachdem sie die Haustür hinter sich geschlossen hatte. Erst da fiel ihr ein, dass Subaru gar nicht da war. Wie seltsam… Hatte sie sich schon so sehr an ihn gewöhnt? Mina zuckte nur mit den Schultern, zog ihre Schuhe und ihren Mantel aus und machte es sich daraufhin im Wohnzimmer bequem. Im Fernsehen lief nichts Besonderes, dennoch war sie an einer kitschigen Romanze hängen geblieben, die sie nun schaute. Sie hatte gar nicht bemerkt, wie sehr die Zeit verging, als sie jedoch ohnehin aufstehen wollte, um sich etwas zum Knabbern zu holen, hörte sie, wie die Türklingel surrte. Einen weiteren Besuch ihrer Eltern schloss sie aus, aber obwohl es bereits ziemlich spät war, hatte sie keine Angst, die Tür zu öffnen. Wenn es darauf ankam, dann konnte sie sich sehr gut verteidigen.

Sie ging zur Tür und öffnete diese, doch als sie ihr Gegenüber sah, blieb ihr das Herz wortwörtlich stehen. Ihre Beine schienen von einer Sekunde auf die andere jegliche Kraft verloren zu haben, weshalb sie sich an der Türklinke festhalten musste. Das… Das konnte nicht sein! Oder doch? Vor ihr stand… Ehe sie weitere Gedanken darüber verschwenden konnte, schlang sie ihre Arme um ihn und vergrub ihr Gesicht in seiner Brust. Eigentlich hatte sie sich fest vorgenommen nicht mehr zu weinen, doch sie konnte sich nicht zusammenreißen. In ihren Armen befand sich Shu..!

„Ich dachte du wärst tot“, brachte sie weinerlich hervor, wobei sie davon die Hälfte in seine Brust genuschelt hatte. Shu hingegen regte sich so gut wie gar nicht, als wäre er geschockt oder wüsste nicht, was er tun sollte. Da er sich nicht regte und auch nichts sagte, wurde Mina etwas sauer. Trotz der Tränen in ihrem Gesicht, war dennoch deutlich zu erkennen, dass ihre Züge sehr angespannt waren. Als er sie einfach nur ansah, ohne etwas zu erwidern, ohne sich zu entschuldigen oder sich zu erklären, ohne sie in den Arm zu nehmen oder dergleichen, brannten ihr die Sicherungen durch. Sie verpasste ihm zornig eine Ohrfeige und setzte sogleich nach: „Ist das deine Reaktion, ja? Du lässt mich fast zwei Monate in dem Glauben, dass du tot bist, tauchst jetzt hier auf und sagst mir nicht einmal etwas?!“, fragte sie ihn lautstark.

Er tat immer noch nichts, sie allerdings hatte keine Energie mehr dafür, sauer auf ihn zu sein. Vor ihren Augen drehte sich alles, sodass sie sich mehr schlecht als recht mit einer Hand an der Wand abstützte. Ihre andere Hand legte sie auf ihren Bauch. Das war wieder zu viel für sie… Einfach zu viel.

Viel schlimmer war jedoch: Als sie wieder aufsah, um zu Shu zu sehen, da stand er nicht mehr dort. Stattdessen sah sie… Den Kellner aus dem Café Poirot? Jetzt war sie diejenige, die nicht wusste, was sie sagen sollte. Hatte sie sich das eingebildet? Hatte ihr Kopf ihr vorgespielt, dass er Shu war? Nein, Mina hatte seit seinem Tod zwar schon einiges durchgemacht, doch sie weigerte sich zu glauben, dass ihr Verstand ihr nun solche Streiche spielen würde. Sie zog die Augenbrauen zusammen und musterte den Kellner aus dem Café noch einmal. Er hatte die gleichen Sachen an, wie der Shu den sie eben gesehen hatte. Nur das Gesicht und die Haare waren anders. Und in seiner Hand erblickte sie eine Maske, wie sie diese von den Verkleidungskünsten ihrer Mutter kannte, die sie von dieser auch gelehrt bekommen hatte.

In ihrem Kopf machte sich eine Vermutung breit, was der Aufzug des Kellners sollte, doch letztlich konnte nur dieser ihre Vermutung bestätigen. „So mein Freund, du wirst mir jetzt erklären, was dieser Scheiß soll“, sagte sie todernst und funkelte ihn zornig an.
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