Little Moments

von AJ1305
GeschichteAllgemein / P16 Slash
07.08.2020
20.10.2020
10
15.027
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Dieses Kapitel
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07.08.2020 1.618
 
Hallo Leute,

Ich hoffe euch gefallen meine kurz Geschichten. Für inputs oder Kritik bin ich offen.

Übrigens würde ich mich auf Rückmeldungen freuen.




Der Regen prasselte unbarmherzig auf Paul nieder und er hob seinen Kopf in Richtung Himmel. Die Tropfen trafen sein Gesicht und er hielt kurz inne. Seine Uniform klebte bereits unangenehm an seinem Körper und es bildete sich eine leichte Gänsehaut auf seinem Körper, wenn der Wind um ihn bließ. Seine Haare hangen ihm nass in das Gesicht.

Es war Nacht und er hatte Schicht mit Marc. Sie suchten ein kleines Mädchen, welches am Rhein verschwunden war. Die Eltern war verzweifelt und aufgelöst. Der Rhein war hier reißend und gefährlich, vorallem für Kinder. Es hieß, dass Eile geboten war.

"Paul" Marc schrie nach ihm, er war bereits einige Meter weiter. Er sah sich nach seinem Kollegen um, welcher stehen geblieben war und in den Himmel starrte. Er war genau so nass, wie Paul. Aber sie mussten weiter machen. Ein Ruck ging durch den Körper von Paul und er eilte seinem Kollegen nach.

Marc hatte immer seine Augen auf die Wasseroberfläche gerichtet. Er hoffte, dass es bald Erlösung für die Eltern gab. Plötzlich merkte er, wie ein Ruck durch den Kollegen hinter ihm ging und dieser in Richtung des Rheinufers rannte. Aus Instinkt lief Marc seinem Kollegen nach.
Als er endlich bei Paul angekommen war, hatte sich dieser bereits die Schuhe ausgezogen. Er blickte in die Fluten und entdeckte ein Kopf eines Mädchens, welches auf und ab tanzte. Sie hielt sich offenbar an etwas schwimmenden fest.

"Paul, es ist zu kalt. Wir sollten auf die Wasserrettung warten." meinte Marc, hielt seinem Kollegen jedoch die Hand entgegen, als sich dieser aus der Regenjacke pellte.

"Das dauert zu lange." erwiderte Paul und Marc wusste er hatte Recht. Irgendwie war er erleichtert, dass Paul sich freiwillig bereit erklärte ins Wasser zu steigen. Er war zwar ein guter Schwimmer, aber es war verdammt kalt. Außerdem war Paul der jüngere. Er nahm seinem Kollegen den Waffengurt ab und dieser stürzte sich kurz darauf in die Fluten.

Marc hörte Paul noch leise fluchen, bis dessen Stimme ganz von den TOSENDEN Geräusch des Rheins verschluckt wurde. Ein bisschen hilflos stand Marc da und Strich sich durch die nassen Haare. Er drehte sich zu ihrem Dienstfahrzeug um, welches ein paar hundert Meter entfernt stand und noch weit sichtbar immer wieder vom Blaulicht blau aufleuchtete.
Danach kramte er aus seiner Tasche nach dem Funkgerät.

"Arnold für 15/30" funkte und es erklang sofort die Antwort.
"Wir haben das Mädchen, es ist im Rhein. Paul ist auch im Fluss. Bitte verständigen sie Rettung und Wasserrettung."
"Verstanden 15/30."

Marc wollte gerade das Funkgerät wegstecken, als er wieder gerufen wurde.
"15/30 für 15/26, wir stoßen zu ihnen, geben sie bitte Standort durch." hörte Marc Stephans Stimme über die Funke. Er gab den Standort durch und widmete seine Aufmerksamkeit wieder den Wellen vor ihm. Paul kämpfte sich immer noch zu dem Mädchen. Marc sah, wie dessen Kopf immer wieder unter Wasser verschwand.

Auch der Kopf des Mädchens verschwand immer wieder unter den stürmischen Wellen. 5 Jahre war das Mädchen, selbst wenn es schon schwimmen konnte, gegen diese Massen tat sich auch Paul offensichtlich schwer. Nervös lief Marc auf und ab. Er bemerkte aus dem Augen Winkel, dass Personen mehr zu ihm herunter gerutscht wie gelaufen kamen. Er drehte sich um sah, wie zwei Personen in Uniform in seine Richtung kamen. Ihre Uniformen glänzten bereits vom Regen.

Die Haare von Stephan hängten diesem bereits nass in das Gesicht und Hannahs Haare hängen kraftlos und Nass in eine Pferdeschwanz herunter.
"Wo sind sie?" Stephan kam als erstes bei Marc an und blickte angestrengt in die Fluten vor ihm. Er hatte seine Stirn gerunzelt und sein Blick war voller Sorgen.
Er sagte jedoch nichts.

Marc zeigte mit den Finger in die Fluten, doch wenn man nicht wusste, wo man suchen musste, waren die beiden schwer zu sehen. Paul war nur noch wenige Meter von dem Mädchen entfernt, als dieses wieder von einer großen Welle unter Wasser gedrückt wurde. Marc konnte beobachten wie Paul kurz am Platz schwamm und dann ebenfalls abtauchte. Er merkte, wie Stephan neben ihm immer nervöser wurde.
Er blickte immer wieder hoch zu den Dienstfahrzeugen.

"Die Rettung ist da, ich geh sie einweisen." verabschiedete er sich plötzlich und Marc blickte ebenfalls hoch, es war ein paar Blaulichtfahrzeuge dazu gekommen. Offenbar auch die Wasserrettung. Ein paar Männer in Neoprenanzügen eilten ebenfalls den Hang zu ihm hinunter.

Sein Blick auf den Rhein zeigte, dass Paul ohne Mädchen wieder aufgetaucht war. Er wartete kurz, dann tauchte er wieder ab.

"Ist das ihr Kollege da im Wasser?" würde Marc von der Seite angeredet und er nickte. "Ja, Paul Richter." der Mann im Neoprenanzug nickte und schlüpfte in ein Art Klettergurt, an welches ein Seil angemacht war.

"Beten sie, dass er es noch ein bisschen aushält." Stephan trat mit den Rettubgssantitätern neben ihn.
"Was meinst du damit?" Sorgen unterstrich seine Stimme und Marc ging es nicht anders.

"Wir müssen auf Nummer sicher gehen und können uns nicht so wagemutig in die Wellen stürzen. Der Weg heraus sollte auch geebnet sein." informierte der Mann der Wasserrettung und ein anderer überprüft den Klettergurt.
"Passt alles." meinte er und nickte seinem Kollegen zu. Dieser eilte daraufhin zum Ufer und stieg ebenfalls in das kalte Nass.

Paul war unterdessen wieder aufgetaucht, neben ihm ein zweiter Kopf. Marc atmete erleichtert aus.


Nervös konnten die Einsatzkräfte am Ufer nur beobachten, wie die Wasserrettung sich immer näher zu den beiden kämpfte, während Paul scheinbar schwer gegend as Wasser kämpfte.
Es fühlte sich wie Stunden an, als Paul und das Mädchen endlich aus den Fluten gezogen wurden. Viel zu langsam ging es Marc und er eilte ebenfalls nach unten ans Ufer. Mit den Füßen stand er bereits im Wasser. Stephan und Hannah neben ihm.

Sobald die drei in ihrer Reichweite waren, half Marc dem Mann der Wasserrettung das Mädchen aus dem Wasser zu ziehen. Hinter ihnen wartete bereits die Rettubgssantitätern, welche das Mädchen in Empfang nahmen.

Stephan und Hannah stützen während dessen ihren Kollegen. Wenige Meter nach dem Ufer ließ sich Paul auf den Boden fallen. Er atemte stark. Marc trat ebenfalls zu seinen Kollegen. Stephans Lippen waren ein dünner Strich, da er sie so fest aufeinander presste, während er sich neben Paul auf die Knie fallen ließ.

"He Kleiner, gut gemacht." meinte Marc und ließ sich ebenfalls neben dem schwer atmenden Paul zu Boden gleiten. Paul lächelte Marc leicht an und wendete seinen Blick, dann zu Stephan. Dessen Hand fand die Hand von Paul und drückte sie leicht.

"Wir geht es dir?" Stephans Stimme klang so sanft, so verletzlich. Marc sah ihn überrascht an. Diese Seite kannte er nicht an seinem Kollegen.

"Ganz okay... Eine heiße Dusche, eine Massage und ein warmes Bett, wär jetzt perfekt." meinte Paul lächelnd, seine Aufmerksamkeit war nur Stephan gewidmet. Dieser lächelte leicht und strich Paul durch die Haare.
"Das bekommst du alles. Das hast du gut gemacht." meinte Stephan und seine Hand blieb einige Sekunden zu lange auf Pauls Wange liegen. Marc kniff die Augen zusammen und blickte zu Hannah. Diese war jedoch gerade mit einem Rettungssantitäter beschäftigt. Marc stand auf, aus irgendeinem Grund hatte er das Gefühl, hier bei etwas sehr intimen zu stören.




Marc ließ das warme Wasser der Dusche über seinen Körper fließen. Er hatte gar nicht gemerkt, wie ausgefrohren er war. Wohlig warm war es hier mittlerweile in der Herrenumkleide. Stephan und Paul hatten vor ihm hier geduscht. Die Sanftheit, mit welcher die beiden miteinander umgegangen waren, ging Marc nicht mehr aus dem Kopf. Wieso war ihm dies bisher nicht aufgefallen.

Paul hatte die nächtliche Schimmaktion glücklicherweise gut überstanden. Er war ziemlich ausgepowert und sie würden nachher alle nach Hause gehen. Zum Glück dauerte ihre Schicht nicht mehr lange. Widerwillig drehte Marc das warme Wasser ab und griff nach seinem Handtuch, welches er über die Duschwand gehängt hatte. Er wickelte sich ein und trat aus der Nasszelle in den befliesten Gang vor den Duschen der Umkleide. Durch die halb offene Türe konnte er in den Umkleideraum blicken. Er hörte seine Kollegen leise flüstern und eine Neugier machte sich breit in ihm. Leise schlich er zur Türe und schielte hinaus zu Stephan und Paul.

Da standen sie. Zu nahe für Kollegen. Die Schwingungen zu intensiv für Kollegen. Sie redeten leise und Paul erwiderte irgendwas, was Stephan leise zum lachen brachte. Er legte Paul seine Hand auf die Hüpfte und zog diesen sanft zu sich. Stephan flüsterte Paul was in das Ohr, woraufhin dieser zumindest die Verlegenheit hatte rot anzulaufen. Daraufhin musste Stephan offensichtlich noch mehr lachen. Er bückte sich nach vorne und hauchte dem Kleineren einen Kuss auf die Lippen, woraufhin er das glücklichste Lächeln von Paul erntete, was Marc wohl je gesehen hatte.

Respektvoll zog er sich zurück und zog die Türe ein Stückchen weiter zu. Er ließ sich Zeit beim Umziehen und musste immer wieder grinsend den Kopf schütteln. Wieso war ihm dies bislang nicht aufgefallen. Diese Zärtlichkeit, diese Vertrautheit. Es lang auf er Hand.

Als Marc hinaus zu seinen Kollegen trat, hatten diese bereits wieder Abstand zwischen sich gebracht. Sie at als wäre nichts gewesen und zogen sich ihre frischen Uniformen an.

Irgendwie schätze sich Marc glücklich, dass er diesen intimen Moment zwischen ihnen beobachten haben durfte. Aber er würde nichts sagen, bis die beiden bereit dazu waren.






Hoffe, es gefällt euch. Manchmal sind die kleinen Gesten die schönsten. Die werden meist wirklich bewusst nur von anderen wahrgenommen.
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