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Das Leben ist ein mieser Verräter

von LilaLemon
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Die deutsche Nationalmannschaft OC (Own Character) SGS Essen TSG 1899 Hoffenheim VFL Wolfsburg
07.08.2020
25.07.2021
36
86.305
8
Alle Kapitel
34 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
07.08.2020 983
 
Hallöchen, ich möchte mich am Anfang kurz von meiner Seite aus melden: das hier wird meine erste kleine Geschichte werden... Ich freue mich natürlich ganz besonders über konstruktive Kritik, hoffe aber auch dass die, die meine Story verfolgen werden nicht zu streng mit mir sind ;).
Also: Genug der Anfangsworte der Autorin (die ließt sich bestimmt eh nur jeder 10. durch) und viel Spaß mit der Geschichte!!!

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POV Nora

"Nora! Deinen Koffer noch!", ruft mein Vater genervt. "Jaha ich komme ja schon!", schreie ich ebenfalls genervt zurück, binde meine Schuhe fertig und hieve meine Tasche nach draußen.
Urlaub. Entspannung. Tapetenwechsel. Was nicht immer alles gesagt wurde. In Wirklichkeit wusste jeder, dass es Stress pur war.
Als endlich alles verstaut ist und meine Familie, das sind mein Vater, meine Mutter, mein Bruder und ich im Auto sitzen wird es wieder still. Ab nach Holland. Ich frage mich immer noch wie man auf die bescheuerte Idee kommt in den Sommerferien an die Nordsee zu fahren. Warum muss man das schöne warme Klima gegen frostigen Wind tauschen?Trotzig stecke ich mir meine Ohrstöpsel in die Ohren, damit ich die "tollen" Urlaubspläne meiner Eltern nicht hören muss. Wenn es nach mir gegangen wäre, würde ich jetzt in Italien am Strand liegen. Oder Spanien. Irgendwo wo es warm ist. Ich lehne meinen Kopf gegen das Fenster und schaue in die Nacht. Langsam fallen mir die Augen zu. "Immerhin kann ich etwas schlafen", denke ich und dann nicke ich auch schon ein.
Ich werde davon geweckt, dass unser Auto anhält. Ich strecke mich. Immer noch ist es dunkel aber man kann schon einen helleren Streifen Himmel am Horizont erahnen. Allerdings sehe ich auch, dass wir erst an einer Raststelle angelangt sind. Noch nicht an dem Campingplatz.
Meine Eltern tauschen Plätze und ich bin hellwach. Daher beschließe ich die Autos zu beobachten, die sich sonst noch auf dem Parkplatz befinden. Neben uns steht ein dunkelblauer Ford. Als wir losfahren steigt der Besitzer ebenfalls ein. Ein Mann mit Bart und einem Lächeln auf den Lippen. Für ihn war es wohl eine schönere Nacht als für mich und bestimmt hat er auch bessere Aussichten als ich.
Bei dieser Theorie wäre ich geblieben. Wäre das Auto uns nicht gefolgt. Immer wieder sehe ich das blau des Wagens irgendwo aufblitzen. In einem kleinen Stau, auf der Autobahn, es ist sogar direkt hinter uns, als wir diese verlassen. Es folgt uns bis zu dem Campingplatz. Als wir dort einbiegen scheint es sich dies in letzter Sekunde anders zu überlegen und braust vorbei. "Man gibt es unheimliche Menschen", denke ich, dann nimmt mich meine Familie beim ausladen des Autos in Beschlag.

POV Lena

Ich schlage meine Augen auf und betrachte erst einmal die Decke über mir. Obwohl von der Terasse unseres kleinen Ferienhäuschens der Geruch nach Frühstück herüberweht habe ich irgendwie überhaupt keine Lust aufzustehen. "Immerhin sind Ferien", brumme
ich und drehe mich auf die Seite. "Trotzdem kann man der Familie auch mal Gesellschaft leisten". Ich fahre hoch und gucke meinen Bruder vorwurfsvoll an. "Musst du mich so erschrecken?!", beschwere ich mich. "Ja, sonst esse ich das ganze Frühstück alleine auf", grinst er und ist schon wieder weg. Seufzend schlurfe ich nach draußen. Von der Terasse aus kann man wunderbar beobachten, welche Leute sonst noch draußen sind. Die Ferienhäuser sind in einem Viereck angeordnet, in der Mitte ist so etwas wie ein Spielplatz. Zwei Schaukeln und eine Rutsche, die halb von einem großen Baum verdeckt wird stehen dort. Eine andere Familie scheint gerade erst angekommen zu sein. Die letzten Sachen werden gerade in das Haus neben unserem getragen.
Als wir fertig gegessen haben, trägt ein Mädchen mit braunen Haaren gerade ein Baguette aus dem Haus und legt es auf den Tisch der Terasse. Ich muss lächeln, als sie den Blick missmutig über die Anlage schweifen lässt, bevor sie uns entdeckt und ebenfalls ein Lächeln zustande bringt. Im nächsten Moment ist sie wieder im Haus verschwunden.

Am Strand sehe ich sie wieder. Diesmal in Begleitung ihrer Familie. Sie suchen sich einen Platz fast direkt neben uns. Ich lächle ihr wieder zu und sie lächelt wieder zurück. Sie scheint nett zu sein. Ihre Mutter redet wegen Sonnenmilch auf sie ein und ihr Vater schimpft mit ihrem kleinen Bruder, der ein weiteres Baguette an Möwen verfüttern will.
Sie wimmelt ihre Mutter ab, indem sie sich in sekundenschnelle umzieht und zum Wasser läuft.
Einem inneren Drang folgend mache ich mich ebenfalls auf den Weg ins Meer.

POV Nora

Das Mädchen von heute Morgen schwimmt auf mich zu. Ich beäuge sie etwas skeptisch. Was soll das denn jetzt? Hatte sie so sehr Mitleid mit mir, dass sie mich jetzt trösten will? Meine Familie kann schrecklich sein, ja aber sah ich wirklich sooo verzweifelt aus?
"Hi", sagt sie. Ich grüße zurück. Dann ist es für einen Moment still. "Du wohnst doch neben uns, oder?", frage ich um die Stille zu unterbrechen. "Ja, ihr seid heute erst angekommen oder?", fragt sie mich zurück. Beinahe hätte ich die Augen verdreht. Sie hatte das doch ganz sicher gesehen! "Stimmt. Seit wann seid ihr hier?", erwidere ich. "Seit gestern. Ich bin übrigens Lena", sagt sie dann. Dass sie die Hand nicht ausstreckt liegt höchstwahrscheinlich daran, dass sie schwimmen muss. "Nora", erwidere ich. Erneut lächelt sie mich an. Vielleicht ist sie ja doch ganz okay.
Wir hatten uns noch über alles mögliche unterhalten: Schule, Hobbies, Familie und so weiter. Sie geht in die 10. Klasse, ich in die 9. Sie spielt Fußball (und das sogar auf einem ziemlich guten Niveau), ich schwimme und spiele Klavier. So tauschten wir uns immer weiter aus und als wir zu unseren Picknickdecken zurückkehrten wusste ich,  dass der Urlaub dich nicht so ätzend werden würde, wie ich es mir vorgestellt hatte.
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